Unterweisung 315

1.  Gesegnet sei das Volk, das auf den Ruf seines Herrn hin herbeigeeilt ist. Mein Buch öffnet sich vor euch, um euch eine weitere Lektion zu offenbaren. Die Unterweisung, die meinem Geist entspringt, ist Essenz und Leben für den euren. Nehmt und esst davon, denn es ist das Brot ewigen Lebens.

2.  Ich säe derzeit meine Lehre in das Herz dieser Menschenscharen und werde die Früchte zur gegebener Zeit ernten. Mein Wort wird nicht verlorengehen, weil Ich es im Empfindsamsten eures Wesens bewahre, welches euer Geist ist.

3.  Stillt euren Hunger und Durst an diesem Tisch der Liebe. Vergesst euer Elend und genest von euren Leiden, damit ihr diese Augenblicke wirklich genießen könnt.

4.  Das Feuer des Schmerzes versengt euer Herz, und nur das kristallklare Wasser meines Wortes kann es löschen. Daher lade Ich euch ein, Mir zuzuhören, damit ihr lebt und den Frieden zurückgewinnt.

5.  Ja, Volk, Ich will euch zu Besitzern meines Friedens machen, damit ihr ihn danach auf die Wege und Völker der Erde verteilt. Ich habe euch gerufen, um euch vorzubereiten und euch zu Boten meiner Friedensbotschaft zu machen. Bedenkt, dass ihr nicht die einzigen seid, die Mich in dieser Zeit benötigen, sondern dass die ganze Menschheit, die euch umgibt, nach Liebe und Licht dürstet.

6.  Fürchtet euch nicht, wenn ihr nicht verstanden werdet ─ mein Licht erleuchtet jedes Verstandesvermögen. Seht in der Unter­schiedlichkeit von Sprachen und Glaubensbekenntnissen keine unüberwindlichen Hindernisse für die Verbreitung meiner Lehre.

7.  Der Turm zu Babel steht zwar noch, aber ebenso wahr ist, dass das spiritualistische Volk auf der Welt in Erscheinung tritt, und dieses hat die Aufgabe, die Grundmauern dieses Turmes der Spaltungen, Differenzen und des Hochmuts nach und nach zu zerstören.

8.  Ich will, dass ihr lernt, inmitten des Lebenskampfes Frieden zu halten, damit ihr alle diese Welt weiterhin als eine einzige Wohnstatt, als ein Heim betrachtet, das ─ obschon nur vorüber­gehend ─ die Wärme und die Nahrung bietet, die ihr alle zum Leben benötigt.

9.  Denkt noch nicht an den Frieden, den euch das Geistige Leben bescheren kann, wenn ihr einmal dieses Leben hinter euch gelassen hat. Denkt an das Viele, das ihr noch auf dieser Welt zu tun habt. Beschäftigt euch lieber damit, möglichst große Verdienste zu erwerben, um einer besseren Welt würdig zu sein. Und wenn ihr daran denkt, so zweifelt nicht daran, dass ihr die Tage, die euch meine Barmherzigkeit auf der Erde gewährt, wohl zu nutzen verstehen werdet.

10.  Hinterlasst auf eurem Lebensweg eine Liebesspur. Denn falls es nicht so sein sollte, werdet ihr nicht in das Reich des Friedens gelangen können.

11.  Wenn ihr Mich liebt, wenn ihr an Mich glaubt, wenn ihr Mir gefallen und euch in eurem Geist eine friedvolle Zukunft erarbeiten wollt, dann nehmt diese Unterweisung mit, befolgt sie mit Lauterkeit und Wahrhaftigkeit. Wenn dies geschieht, werdet ihr in eurem ganzen Wesen eine sehr große Stärke und großes Licht erfahren, weil ihr dann Mich zum Vorbild nehmen werdet.

12.  Wenn euer Kampf einmal zu Ende geht, werdet ihr in eurem Herzen eine unendliche, himmlische Stimme vernehmen können, die euch sagen wird: „Seid gesegnet, die ihr meine Stimme in der Wüste vernommen und an sie geglaubt habt. Denn von diesem Augenblick an habt ihr ein vollkommenes Ideal gehabt, an dem ihr euch inspiriert habt. Gesegnet seien, die den Verleumdungen, Schlägen und Demütigungen standzuhalten vermochten. Denn am Ende habt ihr die Erde erobert, auf der ihr alle eure Wunden stillen werdet. „

13.  Bewahrt mein Wort auf, oh gesegnetes Volk ─ bedenkt, dass es das feste Fundament eines neuen Turmes sein muss, den die Menschen werden errichten müssen. Doch nicht den Turm, der den menschlichen Hochmut symbolisiert, noch den, welcher der göttlichen Macht und Gerechtigkeit misstraut, sondern den immateriellen Turm, der die geistige Erhebung, die Liebe, die Barmherzigkeit und die Harmonie unter den Menschen versinnbildlicht.

14.  Um euch bei eurer geistigen Entfaltung beizustehen, ist es unerlässlich gewesen, dass Ich mittels des menschlichen Verstandesvermögens mit diesem Volk hier in Verbindung trat, um euch an mein Gesetz zu erinnern, um euch mein Wort zu erklären und eure Mission zu bestimmen.

15.  Gesetz, Normen und Ratschläge habe Ich euch anvertraut, damit ihr eure Schritte zu lenken versteht, wenn einmal mein Wort nicht mehr bei euch ist. Jenes Gesetz und jene Normen, die der Menschheit durch das menschliche Verstandesvermögen gegeben worden sind, werden dazu dienen, dass die Menschen, denen Ich Geistesgaben gewährt habe, diese auf den richtigen Weg zu lenken verstehen und so ihre eigene Verwirrung und die ihrer Geschwister vermeiden.

16.  Ich sage euch aufs Neue, dass euer geistiges Tageswerk nicht leidvoll sein wird. Wenn ihr alle die verschiedenen Gaben und Missionen, die Ich euch anvertraut habe, zu vereinigen versteht, werdet ihr eine Vereinigung bilden, die unbesiegbar sein wird in den Prüfungen, weil ihr euch gegenseitig stärken werdet und euch im Kampf zur Erlangung des Gelobten Landes ermutigen werdet.

17.  Die Welt war verstand es nicht, Mich in der gegenwärtigen Zeit so zu erwarten, wie Mich das Volk Israel in jener Zweiten Zeit erwartete. Meine großen Propheten hatten einen Messias angekündigt, einen Heiland, den Sohn Gottes, welcher kommen würde, um die Unterdrückten zu befreien und die Welt durch das Licht des Wortes zu erleuchten. Je mehr jenes Volk litt, desto mehr sehnte es das Kommen des Verheißenen herbei; je mehr es vom Kelch der Erniedrigung und der Unterdrückung trank, desto mehr sehnte es sich nach der Gegenwart des Messias, und überall suchte es nach Hinweisen und Zeichen, die zu ihm von der Nähe der Ankunft ihres Erlösers sprechen würden.

18.  Von Generation zu Generation und von Eltern auf Kinder wurde die göttliche Verheißung weitergegeben, die das auserwählte Volk des Herrn lange Zeit hindurch zum Wachen und Beten veranlasste. Endlich kam Ich zu meinen Volk, aber nicht alle vermochten Mich zu erkennen, obwohl Mich alle erwarteten: Die einen taten es in vergeistigter Weise und die anderen in einer materialistischen Auslegung. Aber Mir genügte die Lauterkeit und die Liebe derer, die meine Gegenwart fühlten und im Licht meines Wortes das Himmelreich erblickten und an meine Kundgebung glaubten. Mir genügten jene, die Mir getreulich nachfolgten und in Mir ihren geistigen Erlöser sahen, denn sie waren es, die meine Wahrheit bezeugten, nachdem Ich von dieser Welt geschieden war.

19.  Obwohl meine Botschaft für alle Völker der Erde bestimmt war, ging mein Ruf an das Herz des auserwählten Volkes, damit es hernach zum Sprachrohr meines Wortes würde. Dennoch ─ nicht nur jenes Volk fühlte meine Gegenwart, auch in anderen Nationen vermochten die Menschen die Zeichen meiner Ankunft zu ent­decken und erahnten die Zeit meiner Gegenwart auf Erden.

20.  Als Ich der Welt erklärte, dass Ich der Messias sei, und mein Wort als ein Lebensstrom die Herzen zu nähren begann, war überall Hunger und Elend des Körpers und des Geistes. Nur das Licht der Hoffnung erhielt jenes Volk aufrecht, da selbst seine Verehrung Gottes Entweihungen erlitten hatte, indem man sie in einen weiteren abgöttischen Kult verwandelte.

21.  Hunger, Durst, Krankheit, Knechtschaft, Verwirrung, Aussatz, Finsternis, Elend ─ dies war die Last, die der Kaiser auf die Schultern des Volkes Gottes gelegt hatte. Deshalb wurde der Messias ersehnt, deshalb wurde er von einem Tag zum anderen erwartet, und als mein Wort zu den Herzen gelangte und zu ihnen von Liebe, Gerechtigkeit, von Geschwisterlichkeit und von Freiheit sprach, folgten die Menschenscharen Mir nach. Als meine Hand die Kranken berührte und sie dabei den Frieden und den göttlichen Trost fühlen ließ, schrien sie, ohne sich beherrschen zu können auf Straßen und Plätzen, um davon Zeugnis zu geben, dass Ich der verheißene Christus, der angekündigte Messias sei.

22.  Doch jetzt, in dieser Dritten Zeit ─ welches Volk hat Mich erwartet? Wer hat gewacht und gebetet in Erwartung der Erfüllung meiner Verheißung? Nur sehr wenige. Denn anstatt sich jenes Volk zum Vorbild zu nehmen, das die Kenntnis der Prophetien von Generation zu Generation weitergab, ist das, was ihr getan habt, mein Wort im Lauf der Zeit auslöschen. Doch wisst, dass Ich in meinem Wort, das Ich in der Zweiten Zeit als Jesus gab, wiederzukommen versprach, und so die Worte der Propheten früherer Zeiten bestätigte, die nicht nur von meinem Kommen als Mensch sprachen, sondern auch meine Ankunft im Geist in dieser Zeit angekündigten, in der ihr jetzt lebt.

23.  Die Zeichen, die von meiner Wiederkunft sprechen würden, ebenso wie die Beweise meiner Gegenwart unter den Menschen waren niedergeschrieben, und sie alle sind in Erfüllung gegangen. Warum erwartete Mich die Welt dann nicht? Die Menschheit leert zurzeit den bittersten Kelch von allen, die der Mensch auf der Welt getrunken hat. Warum hat er Mich dann nicht ersehnt noch Mich gerufen? Weil sein Materialismus einen solchen Grad erreicht hat, dass er Mich aus seinem Leben ausgeschlossen, Mich aus seinem Herzen vertrieben hat. Denn sie sind nicht mehr die Demütigen, die sich vor ihrem Herrn verneigten, um zu beten und seinem Willen zu gehorchen.

24.  Heute fühlt sich der Mensch groß, weise, stark, mächtig und unabhängig. Er besitzt das Licht der Wissenschaft ─ weshalb sollte er sich nach dem Licht des Geistes sehnen? Er ist Herr der Naturkräfte ─ weshalb also erwarten, dass Ich komme, um ihn von seinen Feinden zu befreien, da er es mit seinen Waffen tun kann?

25.  Die Menschheit schlief geistig zu dem Zeitpunkt, in dem meine Verheißung in Erfüllung ging, zu euch zurückzukehren. Kein einziges Volk wachte und erwartete Mich. Und bedenkt, dass in der Ersten Zeit die Verheißung des Messias für ein Volk geschah, die Verheißung meiner Wiederkunft jedoch für alle Nationen.

26.  Wahrlich, Ich sage euch, mein Licht hat seinen Weg bereits wie ein Blitz von Osten nach Westen genommen, ohne dass die Welt dessen gewahr wurde.

27.  Mein Wort ist zu euch gekommen und hat ungebildete Menschen erweckt und überrascht, die den Grund für meinen Ruf nicht kannten, um Mich ihres Verstandes zu bedienen und der Welt meine neue Botschaft zu übermitteln.

28.  Wenn diese Botschaft abgeschlossen ist, werde Ich nicht mehr durch diese Übermittler sprechen, sondern Mich hernach auf subtile Weise in den Geistwesen bekunden. Aber mein Wort, geprägt in die Herzen derer, die es vernahmen, und niedergeschrieben in einem neuen Buch, soll zu den Völkern und Nationen der Welt als Same des Friedens, als Licht des wahren Wissens, als Heilmittel für jedes Übel, das den Körper und den Geist der Menschen quält, gebracht werden.

29.  Mein Wort wird nicht dann zu den Herzen gelangen, wenn es meine Sendboten wünschen, sondern wenn es mein Wille ist. Denn Ichwerde es sein, der über meine Saat wacht, der ihr das Erdreich bereitet und den Weg bahnt. Ich werde es sein, der es weisheitsvoll, zum rechten Zeitpunkt zu den Völkern, Nationen und Familien gelangen lässt. Es wird hingelangen, wenn man es bereits erwartet, wenn die Herzen wachsam sind und sich an meine Verheißungen erinnern, wenn sie aus ihrem tiefen Traum von Selbstherrlichkeit, Hochmut, Materialismus und Eitelkeit erwacht sind.

30.  Volk, das sich um die Kundgebung meines Wortes geschart hat: Da ihr nicht in Erwartung meines Kommens zu wachen verstandet, begreift wenigstens den Wert meines Werkes, indem ihr die unendliche Liebe erkennt, mit der Ich zu euch gekommen bin, um euch zu sagen: Da ihr meine Rückkehr nicht erwartet habt, bleibt wenigstens von jetzt an wach, indem ihr für die Rettung der Welt bittet und betet.

31.  Ich habe euch gesucht, um aus jedem von euch einen Jünger von Mir zu machen, um euch als Erbe mein Wort zu hinterlassen, welches ewiger Same ist, und ─ nachdem Ich meine eigene Saat in euch gesät und sie gepflegt habe ─ euch als meine Stellvertreter in andere Länder zu senden, um dieses Liebesgeschenk all euren Geschwistern zu bringen.

32.  Ich habe Hunger nach dem Glauben und der Vergeistigung meiner Kinder. Ich habe euch den Geist gegeben, welcher ein Teil von Mir ist, der euch den übrigen Geschöpfen überlegen macht, die diese Welt bevölkern. Der Mensch ist Mir ähnlich aufgrund der Eigenschaften und Tugenden, mit denen Ich ihn ausgestattet habe. Ich habe euch alles gegeben, damit ihr ein an Werken der Liebe und Barmherzigkeit reiches Leben führt.

33.  Verheimlicht meine Lehre nicht aus Furcht, zurückgewiesen zu werden. Wenn ihr euch in ehrenhafter Weise vorbereitet, wenn ihr euch an die Befolgung meiner Gesetze haltet ─ wer könnte euch dann zurechtweisen? Meine Unterweisungen führen euch zur höchsten Moral und Vergeistigung, und ihr könnt in Frieden mit jenen leben, die ihren Glauben in anderen Formen bekennen, sowie mit denen, die zu anderen Rassen oder anderen Klassen gehören. Ich will nur, dass ihr das Siegel der reinsten Vergeistigung zum Ausdruck bringt, damit ihr als Jünger dieses Werkes erkannt werdet. Fühlt euch deshalb nicht größer noch kleiner als eure Geschwister, fühlt jedoch die Pflicht, ihnen beizustehen, indem ihr ihnen mein Wort nahebringt, damit auch sie zu meinen Jüngern werden können.

34.  Ich habe euch die Erde gegeben, damit ihr alle sie gleicher­maßen besitzt, damit ihr in Frieden lebt und sie als ein zeitweiliges Heim nutzt, in dem ihr eure Gaben entfalten und euren Geist zubereiten sollt, damit er zu seiner neuen Wohnstätte aufsteigt. Ich habe euch gesagt: „Im Haus des Herrn gibt es viele Wohnungen.“ Ihr werdet sie in dem Maß kennenlernen, in dem ihr euch erhebt. Jede einzelne (Wohnstätte) wird euch im aufsteigenden Maß näher zu Mir bringen, und diese Wohnungen werden von euch je nach euren Werken erreicht werden. Denn alles ist einer göttlichen Ordnung und Gerechtigkeit unterworfen.

35.  Niemand wird euren Schritt von einer Stufe zur nächsten verhindern können, und am Ende einer jeden von ihnen wird Jubel und ein Fest in eurem Geist und auch in meinem sein.

36.  So bereite Ich euch vor, damit ihr wisst, dass der Weg, den ihr zurücklegen müsst, weit ist, und ihr euch nicht mit euren ersten Werken begnügt ─ in der Meinung, dass sie euch das Tor zu jenen Wohnstätten öffnen werden. Auch sage Ich euch, dass es schön und befriedigend für einen Geist ist, zum Ende einer Etappe zu gelangen und innezuhalten, um hinter sich den zurückgelegten Weg mit seinen großen Kämpfen, seinen Tagen der Bitternis und seinen Stunden des Friedens zu betrachten, nachdem er zahllose Hindernisse überwunden hat. Und schliesslich der Triumph, die Belohnung und die Ge­rechtigkeit, die um euch herum strahlen, und der Geist eures Vaters ─ gegenwärtig, herrlich, das Kind segnend, es in seinem Schoß ruhen lassend, wo es auf seine nächste Stufe vorbereitet wird und so von einer zu anderen fortschreitend, bis es schließlich zur höchsten Erfüllung gelangt, um dann ewiglich bei Mir zu sein.

37.  Erfüllt vorerst eure Bestimmung auf der Erde. Bringt Frieden dahin, wo Streit herrscht ─ Liebe, wo Hass regiert, und seid wohltätig, wo der Egoismus herrscht. Wenn ihr einmal ans Ende dieses Weges gelangt, werde Ich euch das, was ihr euren Geschwistern gegeben habt, mit Zinsen zurückgeben.

38.  Dies ist mein schlichtes und klares Wort, das im Fassungs­bereich eures Verstandesvermögens ist. Ich habe Mich über eure innere Sammlung und Aufmerksamkeit gefreut. Ich sehe in jedem von euch das Bestreben, meine Lehre auszuüben, euch zu erneuern, euch zu vervollkommnen und eine an Geist und Körper gesunde Familie zu bilden, die sich untereinander liebt, sich gegenseitig anerkennt und zu einem einzigen Geist verschmilzt, die der Menschheit Licht, Stärke und Frieden sendet.

39.  Das Licht meiner Göttlichkeit ist in jedem Gewissen, als höchste Gabe, die der Vater seinen Kindern als Erbe gegeben hat. Ihr seid daher unter all meinen Geschöpfen die erhabensten, da ihr das Licht des Gewissens in euch habt, das euch wissen lässt, wer ihr seid, aus Wem ihr hervorgegangen seid, was eure Bestimmung ist, und wohin ihr geht.

40.  Jetzt lebt euer Geist in einer Zeit größeren Lichts, in der er einen Schritt nach vorne machen wird, in der er sich in erhöhtem Maß zu Mir erheben wird, der Ich das Ziel eurer Vervollkommnung und Vergeistigung bin.

41.  Die Leiter, die Jakob in Traumbildern sah, erhebt sich heute strahlend vor jedem Geist und lädt ihn ein, emporzusteigen und die Geheimnisse kennenzulernen, in welche die Menschen nicht einzudringen vermochten.

42.  Jetzt ist eine Zeit der Klarheit für den Geist und für das menschliche Verstandesvermögen, in der ihr den Inhalt, die Essenz oder den Sinngehalt all jener Offenbarungen zu entdecken verstehen werdet, die euch schon in vergangenen Zeiten gegeben wurden, die ihr jedoch nicht richtig auszulegen vermochtet, weil sie euch mittels einer symbolischen Sprache oder im Gleichnis gegeben worden sind.

43.  Der Mangel an Vergeistigung der Menschen ist der Grund dafür gewesen, dass das Verstandesvermögen nicht die Wahrheit erkannt hat, die in jedem der Worte oder Gestalten verborgen ist, die in den göttlichen Botschaften enthalten sind. Also hat die Menschheit angenommen, dass sie nur glauben muss, auch wenn es schwer zu verstehen ist. Ich sage euch jetzt, dass Ich für niemanden ein Geheimnis bin, dass ihr durch euren Mangel an geistiger Erhebung, durch euren Mangel an Gebet und euren Mangel an Nächstenliebe und Demut dieses Geheimnis erst schafft.

44.  Ich kann kein Geheimnis sein, denn Ich bin überall und zeige Mich vollständig in allem, was existiert und euch umgibt. Aber wenn ihr hartnäckig behauptet, Mich nicht zu sehen, wenn ihr eure Augen verschließt, wenn Ich Mich bei euch zeige ― oder vor Mir flieht, wenn Ich euch rufe, werde Ich für euch weiterhin ein undurchdringliches Geheimnis bleiben.

45.  Wisst ihr, welche Bedeutung jene Leiter hat, die Jakob in Traumbildern sah? Diese Leiter repräsentiert das Leben und die Entwicklung der Geistwesen. Der Körper Jakobs schlief im Augenblick der Offenbarung, aber sein Geist war wach. Er hatte sich zu seinem Vater erhoben, indem er vom Gebet Gebrauch machte, und als sein Geist in die Regionen des Lichts eindrang, vermochte er eine himmlische Botschaft zu empfangen, die als ein Vermächtnis geistiger Offenbarungen und Wahrheiten für sein Volk erhalten bleiben würde, welches die ganze Menschheit ist. Denn Israel ist kein irdischer Name, sondern ein geistiger.

46.  Jakob sah, dass jene Leiter auf der Erde stand und ihre Spitze den Himmel berührte. Dies zeigt den Weg der geistigen Erhebung an, welcher auf Erden mittels des Fleisches beginnt und der endet, wenn der Geist sein Licht und seine Essenz mit der seines Vaters vereint, fern jedes materiellen Einflusses.

47.  Der Patriarch sah, dass auf jener Leiter Engel auf- und niederstiegen. Dies versinnbildlicht das unaufhörliche Inkarnieren und Desinkarnieren, das ständige Kommen und Gehen der Geistwesen im Verlangen nach Licht oder auch mit der Aufgabe, wiedergutzumachen und sich zu läutern, um bei der Rückkehr zur Geistigen Welt sich ein wenig höher zu erheben. Es ist der Weg der geistigen Entwicklung, der zur Vervollkommnung führt. Deshalb sah Jakob an der Spitze der Leiter die sinnbildliche Gestalt Jehovas, welche anzeigte, dass Gott das Ziel eurer Vervollkommnung, eures Strebens und die höchste Belohnung von unendlichen Seligkeiten ist ─ als Lohn für schwere Kämpfe, lange Leiden und die Beharrlichkeit, zum Schoß des Vaters zu gelangen.

48.  Immer fand der Geist in den Schicksalsschlägen und Prüfungen eine Gelegenheit, Verdienste zu erwerben, um aufzu­steigen.Dort, in jeder Prüfung, war immer die Leiter Jakobs versinnbildlicht, die euch aufforderte, eine weitere Sprosse zu erklimmen.

49.  Dies war eine große Offenbarung, oh Jünger, denn in ihr wurde zu euch in einer Zeit vom Geistigen Leben gesprochen, in der das Erwachen des Geistes zur Verehrung des Göttlichen, des Hohen, Reinen, Guten und Wahren kaum begonnen hatte.

50.  Jene Botschaft konnte nicht nur für eineFamilie bestimmt sein, nicht einmal für ein einziges Volk; ihre Essenz war geistig und hatte daher universelle Bedeutung. Eben darum sprach die Stimme des Vaters zu Jakob: „Ich bin Jehova, der Gott Abrahams und der Gott Isaaks. Das Land, in dem du dich befindest, werde Ich dir und deinem Samen geben, und dieser Same wird zahlreich wie der Staub der Erde sein. Ihr werdet euch nach Westen und nach Osten, nach Norden und nach Süden ausbreiten, und alle Geschlechter der Erde werden in dir und deinem Samen gesegnet werden.“

51.  Diese Botschaft könnte euch dem Anschein nach als von geringer Bedeutung erscheinen, aber sie ist unendlich tief in ihrem geistigen Gehalt. Doch wie könnten die Menschen ihre Essenz entdecken, da sie ihr keine Bedeutung beimaßen, da sie jedes Zeichen oder jede geistige Offenbarung meiden? Ich Selbst musste euch die Auslegung jener Botschaft geben, die Ich euch in einer anderen Zeit gab, als das Erwachen des Geistes auf der Welt kaum begann, um euch bei eurer Mission zu ermutigen.

52.  Tag für Tag erscheinen Zeichen und gibt es Ereignisse, die zu euch vom Ende eines Zeitalters sprechen.

53.  Die menschliche Wissenschaft hat die Grenze erreicht, bis zu der der Mensch sie in seinem Materialismus hinführen kann. Denn die am geistigen Ideal der Liebe, des Guten und der Vervollkommnung inspirierte Wissenschaft kann viel weiter kommen, als ihr sie gebracht habt.

54.  Der Beweis dafür, dass euer wissenschaftlicher Fortschritt nicht die gegenseitige Liebe als Beweggrund gehabt hat, ist der moralische Niedergang der Völker, ist der brudermörderische Krieg, ist der Hunger und das Elend, die überall herrschen, ist die Unwissenheit über das Geistige.

55.  Voll Hochmut erheben sich die großen Nationen, prahlen mit ihrer Macht, bedrohen die Welt mit ihren Waffen, sind stolz auf ihre Intelligenz und ihre Wissenschaft, ohne sich der Zerbrechlichkeit der falschen Welt, die sie geschaffen haben, bewusst zu sein; denn ein leichter Hauch meiner Gerechtigkeit wird genügen, damit diese künstliche Welt verschwindet. Doch es wird die Hand des Menschen selbst sein, die sein eigenes Werk zerstört; es wird sein Verstand sein, der die Form finden wird, das zu vernichten, was er zuvor erschuf. Ich werde dafür sorgen, dass nur jene menschlichen Werke, die den Menschen gute Früchte beschert haben, überdauern, damit sie weiterhin zum Wohl der kommenden Generationen verwendet werden. Doch alles, was einem verderb­lichen oder egoistischen Zweck dient, wird im Feuer meines unerbittlichen Gerichts zerstört werden.

56.  Auf den Ruinen einer Welt, die von einer materialistischen Menschheit geschaffen undzerstört wurde, wird sich eine neue Welt erheben, deren Fundamente die Erfahrung sein wird, und die das Ideal ihrer geistigen Erhebung zum Ziel haben wird.

57.  Stellt euch den Fortschritt einer Menschheit vor, deren Moral der Vergeistigung entspringt; stellt euch eine Menschheit ohne Begrenzungen und Ländergrenzen vor, die alle Mittel zum Leben, welche die Erde ihren Kindern beschert, geschwisterlich teilt. Versucht euch vorzustellen, wie die menschliche Wissenschaft beschaffen wäre, wenn sie als Ideal die Liebe untereinander hätte, wenn der Mensch die Kenntnisse, die er sucht, durch das Gebet empfinge. Bedenkt, wie wohlgefällig es für Mich sein wird, den Kult der Liebe, des Glaubens, des Gehorsams und der Demut von den Menschen durch ihr Lebenzu empfangen, ohne dass sie ihre Zuflucht zu Riten und äußerlichen Kultformen nehmen müssen.

58.  Dies erst wird Leben für die Menschen sein, denn in ihm werden sie Frieden atmen, werden sie Freiheit genießen und sich nur von dem nähren, was Wahrheit enthält.

59.  Das Dasein, das ihr auf der Erde führt, hat mehr vom Tod als vom Leben an sich. Es ist für viele eine Hölle, ein Gefängnis, Gefangenschaft, Verbannung. Man kennt darin keinen Frieden, noch kann man sich der Freiheit erfreuen. Weder im Körper noch im Geist existiert Gesundheit, noch gibt es Freuden, die euch ein wenig für so viel Schmerz entschädigen.

60.  Aber ihr seid bemüht, glücklich zu erscheinen. Ihr denkt darüber nach, wie ihr eure ständigen Misserfolge verschleiert. Ihr setzt eine lächelnde Maske vor euer Gesicht, um vorzutäuschen, dass ihr glücklich seid, und prahlt mit Kraft und Lebensmut, um die Furcht zu verbergen, die ihr vor dem Abgrund habt, den ihr unter euren Füßen aufgerissen habt.

61.  Früher war die Erde ein Tal der Tränen, derzeit ist sie ein Tal des Blutes. Was wird sie morgen sein? Ein Schlachtfeld rauchender Trümmer, über die das Gerichtsfeuer hinweggegangen ist, das die Sünde verzehrte und den Hochmut der lieblosen Menschen nieder­warf, weil sie ihren Geist vernachlässigten.

62.  Ebenso werden aus dem Tempel der Weisheit die Händlerder Wissenschaft hinausgeworfen werden, weil sie mit dem Licht Wucher trieben, weil sie die Wahrheit schändeten.

63.  Von welchen zukünftigen Zeiten spreche Ich gerade zu euch? Ihr wisst es nicht, noch werde Ich sie genauer bestimmen, weil die Geschehnisse immer mehr von der Erfüllung meines Wortes zu euch sprechen werden.

64.  Während Ich den einen sage, dass sie die ganze Frucht ihrer Werke sammeln sollen, damit das Feuer es vernichtet, sage Ich den anderen, dass sie ihr Saatkorn sammeln und es behüten sollen, damit, wenn der Tag des Gerichts vorüber ist, dieses Saatkorn sich weiterhin als Lebenssamen vermehrt.

65.  In meiner Unterweisung dieses Tages will Ich euch sagen, dass mein Wort zurückgekehrt ist, um diese Menschheit zu erleuchten, damit sie erwacht und zur Vergeistigung ersteht.

66.  Die Vorstellung, die die Menschen von Mir haben, ist sehr begrenzt, ihre Erkenntnis über das Geistige sehr gering, ihr Glaube sehr klein.

67.  Die Religionen schlummern in einem jahrhundertelangen Traum, ohne einen Schritt voranzukommen, und wenn sie erwachen, dann nur, um in ihrem Innern in Erregung zu geraten, und wagen es nicht, den Kreis zu durchbrechen,  den sie sich durch ihre Traditionen  geschaffen haben.

68.  Es werden die Demütigen, die Armen, die Einfachen und Unwissenden sein, die im Verlangen nach Licht, nach einem reinen geistigen Umfeld, nach Wahrheit und Fortschritt jenen Kreis verlassen. Sie sind es, die die Glocke und den Weckruf erschallen lassen werden, wenn sie die Zeit meiner neuen Offenbarungen im Zeitalter der Vergeistigung kommen fühlen.

69.  Die Menschen möchten das Geheimnis des Geistigen Lebens entdecken ─ jenes Daseins, in das sie unwiderruflich eingehen werden und welches kennenzulernen sie eben deshalb interessiert.

70.  Die Menschen fragen, flehen, bitten um Licht, weil sie das Bedürfnis fühlen, sich vorzubereiten. Doch als Antwort sagt man ihnen, dass das Geistige Leben ein Geheimnis sei und dass der Wunsch, den Schleier lüften zu wollen, der es bedeckt, vermessen und blasphemisch sei.

71.  Wahrlich, Ich sage euch, jene nach Wahrheit und nach Licht Dürstenden werden die Quelle, deren Wasser ihren Durst löscht, nicht auf der Welt finden. Ich werde es sein, der jenes Wasser der Weisheit, das die Geistwesen zu trinken verlangen, vom Himmel herabströmen lasse. Ich werde meinen Brunnquell der Wahrheit auf jeden Geist und jeden Verstand ergießen lassen, damit die Geheimnisse zunichte werden. Denn Ich sage euch noch einmal, dass nicht Ich es bin, der sich für die Menschen in Geheimnisse hüllt, sondern ihr es seid, die sie erschaffen.

72.  Zwar wird es in eurem Vater immer etwas geben, das ihr niemals erkennen werdet, wenn ihr bedenkt, dass Gott unendlich ist und dass ihr nur kleine Teilchen seid. Aber dass ihr nicht wissen sollt, wer ihr in der Ewigkeit seid, dass ihr für euch selbst ein undurch­dringliches Geheimnis sein sollt und dass ihr abwarten müsst, bis ihr in das Geistige Leben eintretet, um es kennenzulernen ─ dies ist von Mir nicht vorgeschrieben.

73.  Es ist richtig, dass in den vergangenen Zeiten nicht in dieser Weise zu euch gesprochen wurde und auch keine weitreichende Aufforderung dazu erging, in das Licht geistiger Erkenntnisse vorzudringen; aber in früheren Zeiten verspürte die Menschheit nicht die dringende Notwendigkeit nach Wissen, die sie heute empfindet, noch war sie geistig und verstandesmäßig befähigt, zu verstehen. Wenn sie auch immer suchte und herumstocherte, so geschah dies doch mehr aus Neugierde als aus wirklichem Verlangen nach Licht.

74.  Damit die Menschen den Weg finden, der sie zu jenem Licht führt, und damit sie in der Lage sind, jenes Wasser der Quelle des Lebens und der Weisheit zu empfangen, müssen sie zuvor jeden äußerlichen Kult aufgeben und aus ihren Herzen jeden Fanatismus beseitigen. Wenn sie dann in ihren Herzen die Gegenwart des lebendigen und allmächtigen Gottes zu fühlen beginnen, werden sie aus dem Innersten ihres Wesens ein neues, unbekanntes Gebet aufsteigen fühlen, voller Empfindung und Aufrichtigkeit, voll Erhebung und Zärtlichkeit, welche das wahre Gebet sein wird, offenbart durch den Geist.

75.  Dies wird der Beginn seiner Erhebung zum Licht sein, der erste Schritt auf dem Weg zur Vergeistigung. Wenn der Geist dem Menschen das echte Gebet offenbaren kann, wird er ihm auch alle Fähigkeiten offenbaren können, die er besitzt, sowie die Art und Weise, sie zu entfalten und auf den Weg der Liebe zu leiten.

76.  Noch lebt ihr in einer Zeit, in der ihr die Bücher benötigt, die das Zeugnis meiner Manifestationen enthalten, um in ihnen zu lernen, oder dass eure Geschwister, die mehr wissen, euch ihr Wissen vermitteln. Doch ihr rechnet nicht damit, dass die Zeit der Intuitiven näher rückt ─ derer, die aufgrund von Inspiration sprechen ─ derer, die das Licht im Gebet empfangen ─ derer, die ohne auf der Erde zu lernen, mehr Macht haben als der Wissenschaftler.

77.  Meine Kundgabe und die meiner Geistigen Welt durch dieses arme, unwissende und ungebildete Volk ist ein Beweis für das, was Ich euch sage ─ der Beginn eines Zeitalters, das mit den Kundgebungen von Geist zu Geist seinen Höhepunkt haben wird.

78.  Bald wird sich die Menschheit auf dieses Ziel zubewegen, ohne dass es Hindernisse gibt, die sie am Gelingen ihrer höchsten geistigen Bestrebungen hindern könnten. Jeder Mensch hat das heilige Recht, die Wahrheit kennen­zulernen, und niemand darf sich ihm in den Weg stellen, da Ich es bin, der ihn am letzten Ende des Weges erwartet, um ihn mit unendlicher Liebe zu umarmen und ihm all die Schönheit zu zeigen, die die Ewigkeit für jeden von denen bereithält, die mit Liebe nach ihr verlangen ─ für all jene, die Hunger und Durst nach Wahrheit haben.

Mein Friede sei mit euch!