1. Seid gesegnet, Jünger, weil ihr euren guten Willen einsetzt, um mein Wort auszulegen. So werdet ihr die Gaben entfalten können, die ihr habt, und sie zum Wohl eurer Geschwister anwenden können.
2. Ihr seid nun in der Zeit, in der die Menschen Beunruhigung über das Ewige, über jenes Leben fühlen, das jenseits der flüchtigen menschlichen Existenz ist. Doch ihr, die ihr in dieser Zeit meine Jünger gewesen seid, sollt euch immer bewusst sein, dass der Schlüssel, der die Tür zur geistigen Weisheit öffnet, die Liebe ist.
3. Ich habe euch während der ganzen Zeit meiner Unterweisungen erklärt, wie dieses Leben auf der Erde dem Geist als Schule, Erfahrung, Prüfstein und zur Entfaltung dient, aber dass er das höchste Wissen über das Geistige Leben erst erlangen wird, wenn er einmal die Körpermaterie verlassen hat und sich im unendlichen Tal befindet, jenseits des Materiellen.
4. Bewundert die Schlichtheit meiner Lehre, die auf jede Tätigkeit, auf jedes Gebiet angewendet werden kann, weil ihr Licht das ganze Universum erhellt und belebt. Wenn sich ihre Essenz auf euer Verstandesvermögen ergießt, offenbart sie den Menschen die Art und Weise, sich zu bessern, bis sie die geistige Vollkommenheit erreichen. Diese Essenz ist das Gute, das in eurem Gott als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration in eurem Leben vorhanden ist.
5. Meine Lehre ist einfach und daher im Fassungsbereich des menschlichen Geschöpfes, für alle verständlich, da ihr alle Geist besitzt. Wo Kompliziertes, Mystifizierung oder Materialismus eine Rolle spielt, ist nicht meine Wahrheit, welche Licht ist.
6. Strebt nach Einfachheit, liebt die Demut, dann werden die Geheimnisse sowie die undurchdringlichsten Geheimnisse eurem Verstandesvermögen wie die Seiten eines Buches erscheinen, das seinen ganzen Inhalt klar darlegt. Wenn Ich zu euch von Mysterien und Geheimnissen spreche, die die Menschen nicht aufklären konnten oder wollten, nehme Ich Bezug auf all das, was Ich für die Erkenntnis meiner Kinder in meiner geheimen Schatzkammer bereithalte. Ich spreche nicht von dem, was ihr niemals erfahren werdet, weil es allein eurem Vater vorbehalten ist.
7. In der Zweiten Zeit gab Ich euch eine Lehre, durch die Ich den Menschen begreiflich machte, dass sie nicht nur aus Körpermaterie bestehen, sondern dass in jedem von ihnen ein Wesen wohnt, dessen Leben höher als das menschliche ist, und dessen Wohnstätte nicht für immer auf dieser Welt ist, sondern in einem unendlich höheren Reich als dem der Erde. Jene Lehre, obwohl tiefgehend bis in die Ewigkeit, wurde dennoch in schlichter und einfacher Form ausgedrückt, damit alle Menschen sie verstünden, da alle ein Recht darauf hatten, sie kennenzulernen.
8. Diese Lehre war die Vorbereitung darauf, dass die Menschheit sich in dieser Dritten Zeit ganz auf das geistige Gebiet begeben würde. Denn heute, da Ich meine Stimme erneut vermenschliche, um Mich den Menschen hörbar zu machen, bin Ich zu ihnen gekommen, um jene Lektion zu erweitern, sie zu entfalten und sie zu erläutern, weil Ich sehe, dass diese Menschheit nun fähig ist, den Sinngehalt all dessen zu verstehen, was anfangs wie eine Verheißung war.
9. Ich werde alle Menschen und alle Völker um meine neue Botschaft scharen, werde sie rufen wie der Hirte seine Schafe und werde ihnen den Frieden eines Stalles verschaffen, wo sie vor rauem Wetter und Stürmen Zuflucht finden.
10. Ihr werdet noch erleben, wie viele, obwohl sie scheinbar nicht die geringste Spur von Glauben oder Vergeistigung haben, im Reinsten ihres Geistes die unsterblichen Prinzipien des Geistigen Lebens bewahrt haben ─ werdet noch sehen, wie viele von denen, die für euch den Anschein erwecken, als ob sie keinerlei Gottesverehrung hätten, im Innersten ihres Wesens einen unzerstörbaren Altar in sich tragen.
11. Vor diesem inneren Altar werden die Menschen geistig niederknien müssen, um über ihre Verfehlungen, ihre bösen Werke und ihre Beleidigungen zu weinen, in aufrichtiger Reue über ihren Ungehorsam. Dort, vor dem Altar des Gewissens, wird der menschliche Hochmut zusammenbrechen, so dass die Menschen sich nicht mehr aufgrund ihrer Rassen für überlegen halten. Dann werden die Verzichtleistungen, die Wiedergutmachung und schließlich der Friede kommen als gesetzmäßige Frucht der Liebe und der Demut, des Glaubens und des guten Willens.
12. Jene Menschen, die derzeit nur ehrgeiziges Streben nach Macht und irdischen Herrlichkeiten nähren, wissen, dass ihr mächtigster Gegner die Spiritualität ist, deshalb bekämpfen sie sie. Und da sie den Kampf, der bereits näher rückt ─ die Schlacht des Geistes gegen das Böse ─ vorausfühlen, fürchten sie, ihre Besitztümer zu verlieren, und widersetzen sich daher dem Licht, das sie in Form von Inspiration fortwährend überrascht.
13. Wer ─ glaubt ihr ─ ist am Ende der Sieger: der Geist oder das Fleisch? Sicherlich wird der Geist siegen, der, nachdem er Sklave der Welt gewesen ist, nun die Leidenschaften des Fleisches beherrschen wird. Es wird die Zeit sein, in der ihr „Gott das geben werdet, was Gottes ist, und der Welt, was der Welt ist.“
14. Mit prophetischem Wort sage Ich euch an diesem Tag, dass die Zeit naht, in der alle Völker der Erde geistig in Einklang kommen werden. Wer von euch wird imstande sein, dieses Werk zu vollbringen? Welches Menschenwesen wird die Kraft und das Licht haben, meine Prophetie Wirklichkeit werden zu lassen? Keines, geliebtes Volk, es gibt keinen Menschen, der fähig wäre, in den Finsternissen, die euch umgeben, das Licht zu entzünden. Wie immer werde Ich es sein, der die Schatten vertreibt, der das Unwetter besänftigt und euch alle um meinen Tisch der Liebe vereint sein lässt als wahre Geschwister, als Kinder eines einzigen Vaters, die ihr seid. Dennoch werde Ich nicht allein sein im Kampf, dieses Volk wird mit Mir zusammenarbeiten, diese Jünger werden meine Dolmetscher gegenüber der Menschheit sein. Sie werden meine treuen Zeugen gegenüber den Auskundschaftern sein, sie werden die Werkzeuge sein, derer Ich Mich bediene, um der Welt Beweise meiner Macht, meiner Liebe, meiner Gegenwart zu geben.
15. Niemals werdet ihr die ganze Last meines Kreuzes tragen ─ sage Ich euch noch einmal. Aber der Teil, den zu tragen euch zukommt ─ wie heikel wird er sein! Eure Verantwortung wird groß sein.
16. Der Kampf wird heftig werden, aber immer wird er durch günstige Ereignisse erleichtert werden, die der Beweis dafür sein werden, dass Ich mit euch bin. Sie werden wie meine Stimme sein, die zu eurem Herzen spricht.
17. Wie wird sich euer Geist über jedes Volk freuen, das nach und nach zum Licht des neuen Tages erwacht, zum Licht der Dritten Zeit, in dem alle Menschen sich vereinigen werden, um als Huldigung für euren Gott den geistigen Tempel zu errichten, das innere Heiligtum, in dem die unauslöschliche Flamme des Glaubens und der Liebe strahlen wird.
18. Derzeit fühlt ihr euch dem Frieden, der Harmonie, der Geschwisterlichkeit noch sehr fern, und ihr habt Grund dazu. Denn bei jedem Menschen sind die Vorstellungen über Gott, über das Leben, über die Wahrheit so unterschiedlich, dass der Eindruck entsteht, als ob es viele Götter gäbe und für jeden Menschen ein eigener Gott existieren würde.
19. Habt ihr nicht wenigstens in der Natur, die euch umgibt, beobachtet, wie alles einem einzigen Prinzip gehorcht, wie alles ein- und demselben Auftrag folgt, und alles in einem einzigen Gesetz harmoniert?
20. Wenn es verschiedene Aufträge gäbe, wenn ihr andere Gesetze entdeckt hättet als jene, die Ich euch offenbart habe, und jemand anderen als Mich, so hättet ihr einen Grund dafür, dass es in euren Glaubensüberzeugungen, in euren Anbetungsformen, Vorstellungen und Lebensweisen Unterschiede gäbe. Doch Ich sage euch nochmals, dass es nur ein Licht ist, das aus der Ewigkeit auf das Firmament eures menschlichen und geistigen Lebens herabgestrahlt hat.
21. Für keinen Menschen wird es ein Opfer sein, sich zu dieser Lehre zu bekehren, noch wird er sich den Kopf zerbrechen müssen, noch wird er all das Gute, Wahre oder Gerechte ablehnen müssen, was er in seinem Herzen trägt.
22. Das einzige, was mein Werk bezweckt, ist die Vergeistigung aller Menschen, denn in der Vergeistigung werden sie eins werden und einander verstehen. In der Vergeistigung werden sie die Namen, die äußeren Formen ihrer Religionen verschwinden sehen, welche die Ursache für ihre geistige Getrenntheit gewesen sind, da jede ihrenGott auf andere Weise gedeutet hat.
23. Sobald sich alle auf ihren unterschiedlichen Wegen der Vergeistigung annähern, werden sie begreifen, dass das einzige, was ihnen fehlte, darin bestand, sich von ihrem Materialismus zu befreien, um geistig deuten zu können, was sie immer in materiellem Sinn aufgefasst hatten.
24. So wird jener, der vor einem Bildnis niederkniete, um in ihm meine Gegenwart zu erkennen, Mich danach in seinem Geist zu fühlen verstehen, ohne das Bedürfnis, irgendeine Gestalt zu schaffen, um Mich durch sie darzustellen.
25. Wer lange Wallfahrten gemacht hat, um an einen Ort zu gelangen, von dem man ihm gesagt hatte, dass Ich dort sei, und dass er dort gesund werden könnte, der wird lernen, dass es nicht nötig ist, sich von einem Punkt der Erde zu einem anderen zu begeben, um Mich zu finden; da der Mensch Mich durch die göttliche Gabe des Gebets ungeachtet des Ortes in jedem Augenblick seines Lebens finden kann.
26. Dann werden die Menschen sich selbst durch aufrichtige Reue läutern und von Geist zu Geist mit meiner Göttlichkeit ihre Sünden bekennen, wobei sie ihr Gewissen in jenen geistigen Akt einbeziehen.
27. Es wird geistigerweise kein anderes Brot noch einen anderen Wein geben als die Essenz meines Wortes ─ eine Essenz, von der sich die Menschen nähren werden, um in der Liebe, in der Rechtschaffenheit, in der Gerechtigkeit, in der Barmherzigkeit zu erstarken.
28. Und jene, die ihr Leben dem Studium der Schriften vergangener Zeiten widmen, und sich aufgrund unterschiedlicher Auslegungen dieser Worte in Sekten und Gemeinden aufgespaltet haben, werden einander ebenfalls in der Vergeistigung näherkommen; denn die Erhebung, die sei beim Ergründen und Auslegen (derselben) haben werden, wird den einen wie den anderen die wahre Essenz offenbaren, die sie nie entdeckt hatten, weil sie der göttlichen Offenbarung immer einen menschlichen und irdischen Sinn gegeben hatten.
29. Vergeistigung ist alles, was Ich in dieser Zeit von den Menschen verlange, und im Rahmen des Erlaubten werden sie ihre höchsten Ideale erfüllt und ihre schwersten Konflikte gelöst sehen.
30. In dieser Zeit der Verwirrung wird mein Wort auf der Welt wie ein Rettungsboot erscheinen. Die Menschen werden sich zu einem neuen Leben voller Licht, Frieden und Geschwisterlichkeit erheben können.
31. Schon bald wird die Menschheit die Friedenstaube über die Nationen hinwegfliegen sehen, die in ihrem Schnabel den symbolischen Olivenzweig trägt.
32. Mein Strahl ist zu euch herabgekommen, und obwohl ihr ihn nicht materiell sichtbar wahrnehmen könnt, fühlt euer Geist doch die Gegenwart meines Lichts, das euch erleuchtet.
33. Ihr werdet nun in eurem Wesen etwas mehr als die Organe eures Körpers entdecken, und dies werden die Gaben, Fähigkeiten, Kräfte und Eigenschaften des Geistes sein, die viele Jahrhunderte lang im Menschen geschlummert haben. Ihr werdet dabei weder Substanz noch eine Form entdecken, weshalb Ich euch sage, dass es nicht eure Wissenschaft sein wird, die dieses Geheimnis entdeckt.
34. Bisher hat für euch nur das existiert, was ihr mit dem Verstand entdeckt und mit den Sinnen betastet habt. Aber der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr begreift, dass die wahren Werte im Geistigen liegen, in jenem Leben, das ihr nicht kennenlernen wolltet. Dann wird euer Dasein durch ein neues Licht erhellt werden, das euch die größten Geheimnisse und die schönsten Lehren offenbaren wird. Ich werde euch segnen, denn endlich werdet ihr mit eurem Vater bei der Entfaltung des Lebens und der Entwicklung eures Geistes zusammenarbeiten.
35. Derzeit befindet ihr euch in einem Stillstand, ohne euch dessen bewusst werden zu können, ohne das Ende eines Zeitabschnitts und den Beginn eines anderen zu bemerken, ohne den Sinn eurer Prüfungen zu entdecken, und ohne dass ihr die göttlichen Zeichen zu beseitigen vermögt, die Ich euch auf Schritt und Tritt gebe.
36. Ihr wisst nicht, ob ihr innerhalb oder außerhalb von Mir seid, auch nicht, ob ihr für das Geistige Leben lebendig oder tot seid, denn noch immer sind eure Empfindungen in eurem Wesen eingeschlafen.
37. Wahrlich, Ich sage euch, nur meine Stimme kann euch aufwecken, nur mein Ruf kann euch auferwecken, und dafür bin Ich voll Erbarmen gekommen, um euch zu retten. Schon nähert sich mein Licht einem jeden Herzen, schon dringt es unmerklich in euer Auffassungsvermögen ein, so wie ein Dieb in tiefer Nacht in ein Schlafzimmer eindringt: Auf Zehenspitzen, ohne das geringste Geräusch zu machen.
38. Wenn meine Stimme sich in geistiger Weise in der Menschheit vernehmen lässt, werden die Menschen etwas schwingen fühlen, das immer in ihnen gewesen ist, obschon es sich nicht in Freiheit äußern konnte. Es wird der Geist sein, der ─ durch die Stimme seines Herrn ermutigt ─ sich aufrichtet und auf meinen Ruf antwortet.
39. Dann wird ein neues Zeitalter auf Erden beginnen, denn ihr werdet das Leben nicht mehr von unten aus betrachten, sondern es von den Höhen eurer geistigen Erhebung aus schauen, erkennen und genießen.
40. Erkennt, dass meine Liebe nicht wartet, bis ihr von selbst erwacht, sondern dass sie euch zu Hilfe kommt, um euch aus dem tiefen Schlaf des Materialismus aufzurichten.
41. Ich sehe euch klein, und Ich will, dass ihr groß seid, dass ihr mit euren Fähigkeiten, eurer Intelligenz und euren Sinnen alles in euch aufnehmt, was mit meiner Zustimmung euer sein soll.
42. Lasst zu, dass die Intuition erwacht, dass die Empfindsamkeit für das Geistige einsetzt, dass eure Inspiration aktiv zu werden beginnt, dass sich euer Herz von Sünden reinigt, dass sich euer Verstand klärt.
43. Bemüht euch um eure gegenseitige Anerkennung, wirkt dahingehend, dass ihr alle miteinander im Einklang seid. Bekämpft jene ständige Feindseligkeit, in der ihr auf der Erde gelebt habt, bis ihr sie ausgerottet habt. Sorgt dafür, dass das Gute auf der Welt zur Geltung kommt, dass euer Leben durch die Befolgung meiner Lehre veredelt wird, aus welcher das Gesetz der Liebe und der Gerechtigkeit entspringt. Dann werdet ihr euch für die alleredelste Sache eingesetzt haben, und euer Geist wird Mir näher gekommen sein.
44. Die Vernichtung des Bösen, das ihr in eurer Welt verewigen wolltet und das, auch wenn ihr es nicht glaubt, viele zu ihrem Gott gemacht haben, da sie ihm all ihre Kräfte und Gedanken ihres Wesens widmen, muss euer Ziel sein, indem ihr gegen es kämpft, inspiriert von der Idee, es auszurotten und aus eurem Leben zu verbannen
45. Für diesen gesegneten Kampf sollt ihr einen Vorrat an Glauben, Willen, Mut, Kraft, Geduld und Beharrlichkeit schaffen.
46. Auch in diesem Kampf werdet ihr nicht allein sein. Ich werde meine Kraft in euren Arm legen, und mein Licht in eure Intelligenz. Ich werde aus jedem eurer Werke Wundertaten machen, wenn sie von Barmherzigkeit und Liebe inspiriert sind.
47. Nehmt diese Lektion und bewahrt sie in eurem Herzen. Setzt euren ganzen Willen zugunsten des Verlangens ein, euch besser kennenzulernen. Wie? Indem ihr versucht, euren Geist in seinen Gaben, Fähigkeiten, Aufgaben, Wiedergutmachungen und allem, was er als euer Erbe in sich birgt, zu entdecken.
48. Seid nicht entmutigt, wenn ihr die Tage verstreichen seht, ohne irgendetwas davon in euch zu entdecken. Betet und meditiert, handelt gemäß meinen Beispielen und Lektionen, und wenn ihr es am wenigsten denkt, wird sich irgendeine Gabe eures Geistes durch eure Werke offenbaren.
49. Macht eure Augen auf und verfeinert eure Sinne, damit ihr jene unsichtbare Welt wahrnehmt, die um euch lebt und webt. Ihr habt euch darauf versteift, jenes Geistige Leben nicht zur Kenntnis zu nehmen, das sich unaufhörlich innerhalb, außerhalb und über euch regt, ohne euch vorstellen zu können, dass ihr so eng mit ihm verbunden seid, wie ihr es mit der Luft seid, die ihr atmet.
50. Der Grund dafür ist, dass ihr euch allzu sehr für die irdische Wissenschaft interessiert habt und die geistige Weisheit vergessen habt.
51. Ihr wisst, dass man, um in den unendlichen Ozean des Geistigen Lebens vorzudringen, Willensstärke, Güte, Glauben und Liebe zu Gott haben muss, und dies erscheint euch schwierig und schwer erfüllbar, weshalb ihr immer die menschlichen Wissenschaften bevorzugt, die eurer Meinung nach nicht jene Reinheit und Erhebung erfordern, die das Studium des Geistigen verlangt.
52. Wenn ihr erfahren würdet, dass es kein Werk von euch gibt, auf das nicht irgendein Geistwesen Einfluss hat, würde euch dies unbegreiflich erscheinen, und doch ist es so.
53. Jenseits eures menschlichen Lebens existiert eine Welt von Geistwesen, eure Geschwister, für den Menschen unsichtbare Wesen, die untereinander kämpfen, um euch zu erobern.
54. Jener Kampf hat seinen Grund in der Unterschiedlichkeit der Entwicklung, in der die einen und die anderen sich befinden. Während die Wesen des Lichts, getragen vom Ideal der Liebe, der Harmonie, des Friedens und der Vervollkommnung, den Weg der Menschheit mit Licht bestreuen, ihr immer das Gute inspirieren und ihr all das offenbaren, was zum Wohl der Menschen ist, besäen die Wesen, die noch immer am Materialismus der Erde festhalten, die sich nicht von ihrer Selbstsucht und ihrer Liebe zur Welt zu lösen vermochten oder die auf unbestimmte Zeit menschliche Süchte und Neigungen nähren, den Weg der Menschheit mit Verwirrungen, indem sie den Verstand verdunkeln, die Herzen blind machen, den Willen versklaven, um sich der Menschen zu bedienen und sie zu Werkzeugen ihrerPläne zu machen, oder um sie zu besetzen, als ob sie ihre eigenen Körper wären.
55. Während die Geistige Welt des Lichts den Geist der Menschheit zu gewinnen sucht, um ihm eine Bresche zur Ewigkeit hin zu öffnen; während jene gesegneten Heerscharen sich unablässig abmühen, sich in Liebe vermehren, zu Krankenpflegern am Schmerzenslager werden, zu Ratgebern an der Seite des Menschen, der die Last einer großen Verantwortung trägt, zu Beratern der Jugend, zu Beschützern der Kinder, zu Gefährten derer werden, die vergessen und allein leben, wirken die Legionen von Wesen ohne das Licht der geistigen Weisheit und ohne das erhebende Gefühl der Liebe gleichfalls unablässig unter der Menschheit. Aber ihr Ziel ist es nicht, euch den Weg zum Geistigen Reich zu erleichtern ─ nein; die Absicht dieser Wesen ist völlig entgegengesetzt, ihr Bestreben ist es, die Welt zu beherrschen, weiterhin die Herren derselben zu sein, sich auf der Erde zu verewigen, die Menschen zu beherrschen und sie zu Sklaven und Werkzeugen ihres Willens zu machen ─ mit einem Wort: Sich nicht das wegnehmen zu lassen, was sie immer als das ihre betrachteten: die Welt.
56. Also, Jünger: Unter den einen und den anderen Wesen wogt ein heftiger Kampf ─ ein Kampf, den eure körperlichen Augen nicht sehen, dessen Widerspiegelungen sich jedoch Tag für Tag in eurer Welt fühlbar machen.
57. Damit die Menschheit sich verteidigen und von den schlechten Einflüssen befreien kann, benötigt sie Kenntnis von derWahrheit, die sie umgibt, muss sie lernen, mit dem Geist zu beten, und muss auch wissen, mit welchen Fähigkeiten ihr Wesen ausgestattet ist, um sie in dieser großen Schlacht des Guten gegen das Böse, des Lichts gegen die Finsternis, der Vergeistigung gegen den Materialismus als Waffen gebrauchen zu können.
58. Gerade die Geistige Welt des Lichts wirkt und kämpft und bereitet alles vor, damit die Welt sich eines Tages auf den Weg zur Vergeistigung macht.
59. Denkt über all dies nach, und ihr werdet euch die Heftigkeit dieses Kampfes eurer geistigen Geschwister vorstellen können, die sich um die Rettung der Menschen bemühen ─ ein Kampf, der für sie ein Kelch ist, mit dem ihr ihnen fortwährend die Galle der Undankbarkeit zu trinken gebt, da ihr euch darauf beschränkt, von ihnen all das Gute zu empfangen, das sie euch bescheren, aber ohne euch jemals an ihre Seite zu stellen, um ihnen in ihrem Kampf beizustehen.
60. Nur wenige sind es, die sich ihnen anzuschließen verstehen, wenige sind es, die für ihre Inspirationen empfänglich sind und ihre Hinweise befolgen. Aber wie stark gehen diese durch das Leben, wie beschützt fühlen sie sich, welche Wonnen und Inspirationen beflügeln ihren Geist!
61. Die Mehrheit der Menschen ist zwischen den beiden Einflüssen hin- und hergerissen, ohne sich für einen zu entscheiden, ohne sich völlig dem Materialismus zu verschreiben, aber auch ohne sich anzustrengen, um sich von ihm zu befreien und ihr Leben zu vergeistigen, das heißt, um es durch das Gute, durch Wissen und geistige Kraft zu erheben. Diese liegen noch ganz im Kampf mit sich selbst.
62. Jene, die sich ganz dem Materialismus verschrieben haben und nicht mehr auf die Stimme des Gewissens achten, die alles missachten, was sich auf ihren Geist bezieht, kämpfen nicht mehr, sie sind im Kampf bezwungen worden. Sie glauben gesiegt zu haben, glauben frei zu sein und merken nicht, dass sie Gefangene sind und dass es nötig sein wird, dass die Legionen des Lichts zur Finsternis herabkommen, um sie zu befreien.
63. Diese Botschaft des Lichts sende Ich allen Völkern der Erde, damit die Menschen erwachen, damit sie sich bewusst werden, wer der Feind ist, den sie bekämpfen müssen, bis sie ihn besiegt haben, und welche Waffen sie, ohne es zu wissen, mit sich führen.
64. Wahrlich, Ich sage euch, wenn Ich in dieser Zeit als Mensch gekommen wäre, hätten eure Augen meine Wunden noch frisch und blutend sehen müssen, weil die Sünde der Menschen nicht aufgehört hat und sie sich auch nicht erlösen wollten im Gedenken an jenes Blut, das von Mir auf Golgatha vergossen wurde und das ein Beweis meiner Liebe zur Menschheit war. Aber Ich bin im Geist gekommen, um euch die Schande zu ersparen, das Werk derer zu betrachten, die Mich auf Erden richteten und verurteilten.
65. Alles ist vergeben; aber in jedem Geist existiert etwas von dem, was Ich für alle am Kreuz vergoss. Glaubt nicht, dass jene Lebenskraft und jenes Blut sich auflösten oder verlorengingen. Sie verkörperten das Geistige Leben, das Ich von jenem Augenblick an auf alle Menschen verströmte. Durch jenes Blut, das mein Wort besiegelte und alles bekräftigte, was Ich auf Erden gesprochen und getan hatte, werden sich die Menschen im Verlangen nach Erneuerung ihres Geistes aufmachen.
66. Mein Wort, meine Werke und mein Blut waren nicht und werden nicht vergeblich sein. Wenn es euch bisweilen so vorkommt, dass man meinen Namen und mein Wort fast vergessen hat, werdet ihr bald miterleben, wie sie aufs Neue voller Lebenssaft, Leben und Reinheit in Erscheinung treten, als ein Same, der, obwohl er unablässig bekämpft wird, niemals vergeht.
67. Auch mein Wort und meine Manifestationen in dieser Zeit werden nicht vergehen. Es wird zwar Zeitpunkte geben, in denen der Eindruck entsteht, dass all dies zu Ende ist, ohne eine Fährte oder Spuren auf der Welt zu hinterlassen. Doch plötzlich, wenn ihr es am wenigsten denkt, wird die Lehre der Vergeistigung, die Ich euch gelehrt habe, mit ebenso großer oder noch größerer Macht wiederauferstehen.
68. Mein geduldiges Wirken mittels eures Verstandesvermögens wird nicht vergeblich sein, da Ich so, wie Ich seinerzeit mein Leben durch jenes Blut symbolisch vergoss, um euch die Liebe zu lehren, Ich jetzt meinen Geist auf euch ergieße, um euch den Weg der Erhebung bis in die Ewigkeit zu öffnen. Wenn jedoch mein Blut nicht unfruchtbar gewesen ist, wird es noch weniger das Licht meines Geistes sein.
69. Jetzt könnt ihr die Tragweite des Wortes, das ihr derzeit vernehmt, noch nicht ermessen. Aber euer Lichtgeist, der seinen Ursprung in der Ewigkeit hat, wird die Wahrheit und die Erfüllung all dessen, was Ich der Welt in dieser Dritten Zeit durch ungebildete und unreine Stimmträger und der Geistigen Lichtwelt offenbart habe, miterleben können.
70. Manchmal fragt ihr euch bei euren Betrachtungen, wie die Geistwesen im Raum wohl vorgehen, um sich von einem Punkt zum anderen zu versetzen, wenn man im gleichen Augenblick in verschiedenen Teilen der Erde nach ihnen verlangt. Eure Vorstellungskraft lässt sie euch dann unablässig, schnell wie das Licht, von einem Punkt zum anderen und von einem Ende der Welt zum anderen fliegen.
71. Ihr denkt: Wie schwer und schwierig ist ihre Aufgabe! Ihr sagt: „Wie leidvoll ist ihre Wiedergutmachung!“
72. Ich muss euch sagen, dass jene Mission nicht so ist, wie sie sich euer Verstand vorgestellt hat. Jene Wesen haben, wenn sie die notwendige Entwicklungshöhe erreicht haben, um die Aufgabe von Führern, Beschützern, Beratern und Wohltätern zu erhalten, eine so weite Ausstrahlung, dass sie sich nicht von einem Ort zum anderen versetzen müssen; da sie von dort aus, wo sie sind, auf ihre Geschwister, die sie benötigen, einwirken können. Von dort aus können sie sehen, vernehmen, fühlen und die Werke vollbringen, die zu ihrem Auftrag gehören.
73. Die Entfernungen verschwinden für den hochstehenden Geist aufgrund seiner Weisheit und Liebe, und sein Wirkungsbereich entspricht der Erhebung, die er erreicht hat.
74. Nun könntet ihr jedoch denken, dass ein Geist ohne irgendeine Erhebung es gewiss nötig hat, sich zu versetzen, um Entfernungen zu überwinden, da seine wertvollsten Eigenschaften nicht entfaltet wurden.
75. Versucht euch auch nicht den Ort vorzustellen, wo sich jenes Wesen aufhält, an welches ihr euch erinnert. Denn es ist weder nahe, noch ist es ferne, ebenso wie Ich, der euch weder ferne, noch nahe bin, da Ich in allem und überall gegenwärtig bin.
76. Die einzige Entfernung, die zwischen euch und Gott oder zwischen euch und einem Geistwesen existiert, ist nicht eine materielle Entfernung, sondern eine geistige, verursacht durch euren Mangel an Vorbereitung, an Reinheit oder Bereitschaft, die Inspiration und den geistigen Einfluss zu empfangen.
77. Stellt niemals jene Entfernung zwischen euch und euren Meister oder zwischen euch und die Geistige Welt, dann werdet ihr euch immer der Wohltaten erfreuen, die meine Liebe über jene ausschüttet, die sie zu suchen verstehen. Immer werdet ihr das Gefühl haben, dass die Geistige Welt dem Herzen derer nahe ist, die sich vorbereiten, um sie zu fühlen.
78. Wie groß ist die Entfernung, die die Menschheit dieser Zeit zwischen sich und das Geistige Leben stellt! Sie ist so groß, dass die Menschen von heute Gott deshalb unendlich fern von sich fühlen und das Himmelreich für fern und unerreichbar halten.
79. Je mehr Zeit vergeht, desto ferner fühlen sich die Menschen dem Geistigen Reich. Sie verlieren die gesegnete Vorstellung, es einmal zu bewohnen, und wenn sie sterben und zulassen, dass der Geist sich vom Fleisch trennt, haben sie nur die Eindrücke vom Irdischen, der sie jede Vorstellung vom Geistigen verlieren lassen.
80. Meine Liebesbotschaft in dieser Zeit löscht Entfernungen aus, beseitigt Irrtümer, löst Finsternisse auf und bewirkt, dass der Geist des Menschen, der bereits im unendlichen geistigen Gefilde gelebt hat, betend und meditierend zu seinem Ursprung zurückkehrt, seine Essenz entdeckt und sie dem Menschen, dem Verstand und dem Herzen des Wesens offenbart, das ihm als Werkzeug anvertraut worden ist, um auf der Erde eine Aufgabe zu erfüllen.
81. Ihr seht, dass ein Augenblick geistiger Erleuchtung genügt, damit diese dem Anschein nach so große Entfernung verschwindet und bewirkt, dass ihr all die Freude erlebt, derer ihr euch so lange Zeit hindurch beraubt habt, während ihr Mich für fern hieltet.
82. Heute seid ihr befähigter für eure Umwandlung, obwohl sie euch schwierig erscheint. Ich sage euch dies, weil euer ganzes Wesen sich sowohl im Geistigen, als auch im Körperlichen entfaltet (und) entwickelt hat, ohne auf dem ganzen Weg eurer Willensfreiheit stehenzubleiben.
83. So, wie die verstandesmäßige Aufnahmefähigkeit der Menschen von heute viel größer ist als jene der Menschen vergangener Zeiten, weil sich ihre Fähigkeiten entfaltet haben, ebenso hat sich der Geist in seiner fortwährenden Lebenserfahrung entfaltet, wodurch er das verstehen, begreifen, glauben und annehmen kann, was die Menschen anderer Zeiten nicht zu erlangen vermochten.
84. Daher habe Ich, um Mich der Menschheit zu offenbaren, die vollkommene Form gewählt, das heißt die geistige, weil Ich weiß, dass ihr nun imstande seid, sie zu verstehen. Nicht so in den vergangenen Zeiten, in denen Ich materielle Formen suchen musste, um Mich den Menschen hörbar und verständlich zu machen.
85. Jetzt ist die Zeit, in der die Menschheit darum ringen wird, die geistige Verehrung für Gott zu begründen. Doch ist es nur natürlich, dass dies erst nach einer Auseinandersetzung geschieht, wenn das Verständnis und die Ruhe zu den Herzen gelangt sind.
86. Ihr, die ihr Mich durch diese Lehre vernehmt, habt eure Herzen von Vorurteilen und Fanatismus frei zu machen verstanden und verehrt Mich auf eine natürliche und schlichte Weise und fühlt Mich in eurem Inneren. Ihr könnt euch für bevorzugte Wesen unter den Menschen halten, und Ich werde euch als Wegbereiter des Zeitalters der Vergeistigung gebrauchen.
Mein Friede sei mit euch!