Autor: Cristina Marti Schneider

  • Dreissig Jahre unter den Toten

    Dreissig Jahre unter den Toten

    Durch die Hilfe eines Mediums kam Dr. Carl Wickland mit erdgebundenen Geistwesen, die sich in der Aura eines Menschen festsetzen können, in Verbindung und klärte sie über ihren Zustand auf. Die ungewöhnlichen Gespräche, die sich daraus ergaben, hat er in diesem Buch gesammelt.

    Vergriffen

  • Buch des Wahren Lebens Band V

    Buch des Wahren Lebens Band V

    Revidierte Fassung

    Übersetzung: Walter Maier / Traugott Göltenboth. Korrekturen: espíritu=Geist und conciencia=Gewissen, M. Bäse.

    Stand: Oktober 2020

  • Buch des Wahren Lebens Band IV

    Buch des Wahren Lebens Band IV

    Revidierte Fassung

    Übersetzung: Walter Maier / Traugott Göltenboth. Korrekturen: espíritu=Geist und conciencia=Gewissen, M. Bäse.

    Stand: Oktober 2020

  • Buch des Wahren Lebens Band III

    Buch des Wahren Lebens Band III

    Revidierte Fassung

    Übersetzung: Walter Maier / Traugott Göltenboth. Korrekturen: espíritu=Geist und conciencia=Gewissen, M. Bäse .

    Stand: Oktober 2020

  • Buch des Wahren Lebens Band II

    Buch des Wahren Lebens Band II

    Revidierte Fassung

    Übersetzung: Walter Maier / Traugott Göltenboth. Korrekturen: espíritu=Geist und conciencia=Gewissen, M. Bäse.

    Stand: Oktober 2020

  • Buch des Wahren Lebens Band I

    Buch des Wahren Lebens Band I

    Revidierte Fassung

    Übersetzung: Walter Maier / Traugott Göltenboth. Korrekturen: espíritu=Geist und conciencia=Gewissen, M. Bäse.

    Stand: Oktober 2020

  • Erläuterungen der Geistigen Lichtwelt

    Erläuterungen der Geistigen Lichtwelt

    Begleitende Unterweisungen zum Buch des Wahren Lebens. Erläuterungen 1-66

    Übersetzung: Cristina Marti Schneider (alle) & Armin Thöne (E. 1-46, 48-50)

    Stand: Januar 2024

  • Unterweisung 28

    1. Jünger, die Zeit nähert sich, in der eure Mitmenschen zu euch kommen werden in dem Verlangen, euch zu befragen und die Bezeugung der Offenbarung zu verlangen, die Ich euch in der Dritten Zeit übergebe, um ihren Verstand zu erleuchten. Wenn dies geschieht, so verleugnet Mich nicht, indem ihr euch verbergt! Wenn Ich euch in dieser Etappe meiner Kundgebung mit so viel Liebe unterrichte, dann gerade deshalb, um euch zu lehren, meine Unterweisungen weiterzugeben, wann immer ihr gefragt werdet.

    2. Ich habe erlaubt, dass ihr meine Lehre auszuüben beginnt, mit dem Ziel, eure geistigen Gaben und Fähigkeiten zu entwickeln, damit, wenn die Zeit der Verkündung meines Wortes unter der Menschheit gekommen ist, eure Lippen nicht stammeln und euer Verstand nicht zu unbeholfen ist, um meine Wahrheit kundzutun.

    3. Eure Aufgabe ist es, dem Vorbild eures Göttlichen Meisters auf seinem Erdenwege nachzuleben. Erinnert euch: Wann immer Ich Mich in den Heimen zeigte, ließ Ich in allen eine Botschaft des Friedens zurück, heilte Ich die Kranken, tröstete Ich die Betrübten mit der göttlichen Vollmacht, die der Liebe eigen ist.

    4. Niemals unterließ Ich es, in ein Haus einzutreten, weil man Mir darin nicht glauben würde. Ich wusste, dass beim Verlassen dieses Ortes die Herzen seiner Bewohner voll überquellender Freude sein würden; denn ohne es zu wissen hatte ihr Geist durch meine Unterweisung in das Himmelreich geschaut.

    5. Zuweilen suchte Ich die Herzen auf, manchmal suchten sie Mich; doch in allen Fällen war meine Liebe das Brot des ewigen Lebens, das Ich ihnen im Sinngehalt meines Wortes gab.

    6. Bei einigen Gelegenheiten, bei denen Ich Mich in die Einsamkeit irgendeines Tales zurückzog, blieb Ich nur für Augenblicke allein, weil die Menschenmengen — begierig, Mich zu hören — sich ihrem Meister im Verlangen nach der unendlichen Güte seines Blickes näherten. Ich empfing sie und überströmte jene Männer, Frauen und Kinder mit der Zärtlichkeit meiner unbegrenzten Barmherzigkeit, weil Ich wusste, dass es in jedem Geschöpf einen Geist gibt, um derentwillen Ich zur Welt gekommen war. Dann sprach Ich zu ihnen vom Himmelreich, welches die wahre Heimat des Geistes ist, damit sie ihre innere Unruhe durch mein Wort besänftigen und sich an der Hoffnung stärken würden, das ewige Leben zu erlangen.

    Es kam vor, dass es unter der Menge verborgen jemanden gab, der die Absicht hatte, meine Wahrheit schreiend zu leugnen und zu versichern, dass Ich ein falscher Prophet sei; aber mein Wort kam ihm zuvor, bevor er noch Zeit gehabt hatte, seine Lippen zu öffnen. Bei anderen Anlässen ließ Ich zu, dass irgendein Lästerer Mich schmähte, um vor der Menge zu beweisen, dass der Meister angesichts der Beleidigungen nicht unwillig wurde, womit Ich ihnen ein Beispiel von Demut und Liebe gab.

    7. Es gab einige, die — von meiner Sanftmut beschämt — sich sogleich entfernten und bereuten, mit ihren Zweifeln Den verletzt zu haben, der mit seinen Werken die Wahrheit verkündete. Sobald sich die Gelegenheit bot, kamen sie zu Mir, folgten sie Mir auf den Wegen nach — weinend, gerührt von meinem Worte, ohne auch nur zu wagen, Mich anzusprechen, um Mich für die Beleidigungen, die sie Mir zuvor zugefügt hatten, um Vergebung zu bitten. Ich rief sie herbei, liebkoste sie mit meinem Worte und gewährte ihnen irgendeine Gnade.

    8. Ganz die gleichen Wege wirst du jetzt zurücklegen, o geliebtes Volk — es sind Pfade, die durch meine Beispiele von Liebe vorbereitet worden sind und die jetzt euch erwarten, Jünger des Heiligen Geistes, damit ihr mit meinem Worte und eurem Vorbild der Menschheit die Erlösung bringt.

    9. Vergesst nicht, dass die „Giftpflanze“ und das „Unkraut“ nur mit den Werken der Liebe und Barmherzigkeit vernichtet werden, die Ich euch durch Jesus lehrte.

    10. Ihr werdet die Wege voller Steine finden und die Felder mit Brennnesseln bedeckt. Aber euer Geist, von Elias geführt und im Glauben gestärkt, wird im Verlangen, den Leidenden den Balsam der Liebe zu bringen, mit dem Lichte der Wahrheit den Weg derer erhellen, die in Finsternissen leben. Er wird weder die Dornen des Weges noch den Schmerz fühlen, den der Zweifel und die Verständnislosigkeit ihm verursachen könnten.

    11. Geht auf diesem Wege, und je größer die Zahl der Herzen ist, die ihr mit überströmender Liebe beschenkt, desto größer wird eure Intuition sein, und desto tiefer und beständiger euer Glaube an die Werke, die Ich durch eure Vermittlung offenbaren werde.

    12. Wenn euch vor Beginn eurer Mission deren Erfüllung unmöglich oder schwierig erschien, so wird sie euch später immer leichter erscheinen, woran ihr euren geistigen Fortschritt feststellen könnt.

    13. Dies ist die Zeit, in der Ich alle Geistwesen auf der Erde inkarnieren lassen werde, mit denen Ich mein vielgeliebtes Volk bilden werde, damit sie mit ihren Werken der Liebe und Barmherzigkeit der Menschheit das Zeugnis des wahren Wissens über das Geistige Leben geben.

    14. Ihr, die ihr gekennzeichnet wurdet, um diesen Auftrag zu erfüllen, und die ihr das Wissen und die Gewissheit habt, zu meinem Volke zu gehören — freuet euch über diese Offenbarung, doch verzagt nicht angesichts des nahenden Kampfes; denn wahrlich, Ich sage euch, die Soldaten, die für die Wahrheit kämpfen sollen, dürfen keine Furcht vor den Gegnern fühlen, welche die Menschheit ihnen entgegenstellt.

    15. Alle, die ihr in eurem Geist die Sehnsucht nach Vergeistigung, nach Freiheit fühlt und euch danach sehnt, euch auf dem Wege der Liebe, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit zu Mir zu erheben, erkläre Ich als zu meinem Volke gehörig, und ihr werdet die Soldaten der Wahrheit sein. Doch um dies zu erreichen, müsst ihr wachen und beten und gegen eure Schwächen kämpfen, damit das Zeugnis, das ihr von meiner Lehre gebt, wahrhaftig ist.

    16. Auch sage Ich euch, dass jeder, der das Verlangen hat, zu meinem Volke zu gehören, von ihm aufgenommen und geliebt werden soll, wenn er durch seine Gedanken und Werke bezeugt, dass das Ideal der Liebe das Licht ist, das seinen Lebensweg erhellt.

    17. Damit ihr meine Unterweisung besser versteht, höret mein Gleichnis:

    18. Zwei Wanderer gingen langsamen Schrittes durch eine ausgedehnte Wüste, ihre Füße schmerzten vom heißen Sand. Sie gingen einer fernen Stadt entgegen, und nur die Hoffnung, an ihr Ziel zu kommen, belebte sie auf ihrem schweren Wege, denn das Brot und das Wasser gingen allmählich zur Neige. Der jüngere der beiden begann zu ermatten und bat seinen Gefährten, die Reise alleine fortzusetzen, weil ihn die Kräfte verließen.

    19. Der bejahrte Wanderer versuchte dem jungen neuen Mut einzuflößen, indem er ihm sagte, dass sie vielleicht schon bald auf eine Oase stoßen würden, wo sie die verlorenen Kräfte wiedergewinnen würden; aber jener fasste keinen neuen Mut.

    Der ältere gedachte ihn nicht in jener Einöde im Stich zu lassen, und obwohl auch er müde war, lud er den ermatteten Gefährten auf seinen Rücken und setzte die Wanderung mühsam fort.

    20. Nachdem der Jüngling ausgeruht war und er die Mühsal erwog, die er dem bereitete, der ihn auf seinen Schultern trug, löste er sich von seinem Hals, nahm ihn bei der Hand, und so setzten sie ihren Weg fort.

    21. Unermesslicher Glaube beseelte das Herz des greisen Wanderers, welcher ihm Kräfte gab, seine Müdigkeit zu überwinden.

    Wie er es geahnt hatte, tauchte am Horizont eine Oase auf, unter deren Schatten sie die Kühle einer Quelle erwartete. Schließlich gelangten sie zu ihr und tranken von jenem erquickenden Wasser, bis sie sich sattgetrunken hatten.

    Sie fielen in erholsamen Schlaf, und beim Erwachen fühlten sie, dass die Müdigkeit verschwunden war, auch hatten sie weder Hunger noch Durst; sie fühlten Frieden in ihren Herzen und die Kraft, zu der Stadt zu gelangen, die sie suchten.

    Sie wollten jenen Ort eigentlich nicht verlassen, doch die Reise musste fortgesetzt werden. Sie füllten ihre Gefäße mit jenem kristallklaren und reinen Wasser und nahmen ihren Weg wieder auf.

    22. Der betagte Wanderer, welcher die Stütze des jungen gewesen war, sagte: „Wir wollen von dem Wasser, das wir bei uns tragen, nur mit Maßen Gebrauch machen; es ist möglich, dass wir unterwegs einige Pilger treffen, die, von Erschöpfung überwältigt, am Verdursten oder krank sind, und es wird dann notwendig sein, ihnen das anzubieten, was wir bei uns tragen.“

    Der junge Mann widersprach und sagte, dass es unvernünftig wäre, von dem zu geben, was vielleicht nicht einmal für sie selbst ausreichen würde; dass sie es in so einem Falle zu dem Preis verkaufen könnten, den sie wollten, da es sie so große Anstrengung gekostet hatte, jenes kostbare Element zu erlangen.

    23. Der Alte war mit dieser Antwort nicht zufrieden und erwiderte ihm, dass, wenn sie Frieden in ihrem Geist haben wollten, sie das Wasser mit den Notleidenden teilen müssten.

    24. Verdrossen sagte der junge Mann, dass er es vorzöge, das Wasser seines Gefäßes allein zu verbrauchen, ehe er es mit jemandem teile, den man unterwegs treffen würde.

    25. Wiederum ging die Ahnung des Greises in Erfüllung, denn vor sich sahen sie eine aus Männern, Frauen und Kindern bestehende Karawane, die in der Wüste verirrt dem Untergang nahe war.

    Der gute Alte ging eilig auf jene Leute zu und gab ihnen zu trinken. — Die Ermatteten fühlten sich sogleich gestärkt, die Kranken öffneten ihre Augen, um jenem Reisenden zu danken, und die Kinder hörten auf, vor Durst zu weinen. Die Karawane erhob sich und setzte ihre Reise fort.

    26. Friede war im Herzen des edelmütigen Wanderers, während der andere, als er sein Gefäß leer sah, besorgt zu dem Gefährten sagte, dass sie umkehren und die Quelle aufsuchen sollten, um das Wasser, das sie verbraucht hatten, zu ersetzen.

    27. „Wir dürfen nicht zurückgehen“, sagte der gute Wandersmann, „wenn wir Glauben haben, werden wir weiter vorne auf neue Oasen stoßen“. Doch der Jüngling zweifelte, hatte Furcht und zog es vor, auf der Stelle von seinem Gefährten Abschied zu nehmen, um im Verlangen nach der Quelle zurückzugehen. Sie, die Leidensgefährten gewesen waren, trennten sich. Während der eine auf dem Pfade weiterging, vom Glauben an sein Ziel beseelt, lief der andere bei dem Gedanken, er könnte in der Wüste umkommen, mit der Zwangsvorstellung des Todes in seinem Herzen der Quelle zu.

    Schließlich langte er keuchend und erschöpft an. Aber zufrieden trank er sich satt, vergaß den Gefährten, den er allein gehen ließ, und ebenso auch die Stadt, auf die er verzichtet hatte, und beschloss, fortan in der Wüste zu leben.

    28. Es dauerte nicht lange, da zog in der Nähe eine Karawane vorbei, die aus erschöpften und durstigen Männern und Frauen bestand. Sie kamen begierig näher, um von den Wassern jener Quelle zu trinken. Doch plötzlich sahen sie einen Mann auftauchen, der ihnen zu trinken und zu rasten verbot, wenn sie ihm jene Wohltaten nicht bezahlten. Es war der junge Wanderer, der sich der Oase bemächtigt und sich zum Herrn der Wüste gemacht hatte.

    29. Jene Menschen hörten ihn traurig an, denn sie waren arm und konnten jenen kostbaren Schatz, der ihren Durst löschen würde, nicht kaufen. Schließlich trennten sie sich von dem wenigen, das sie bei sich trugen, kauften ein wenig Wasser, um den brennenden Durst zu lindern, und setzten ihren Weg fort.

    30. Bald wandelte sich jener Mensch vom Herrn zum König, denn nicht immer waren es Arme, die dort durchzogen; es gab auch Mächtige, die ein Vermögen für ein Glas Wasser geben konnten.

    31. Dieser Mann erinnerte sich nicht mehr an die Stadt jenseits der Wüste, und noch weniger an den brüderlichen Gefährten, der ihn auf seinen Schultern getragen und ihn davor bewahrt hatte, in jener Einöde umzukommen.

    32. Eines Tages sah er eine Karawane kommen, die zielsicher der großen Stadt zustrebte; doch mit Staunen beobachtete er, dass jene Männer, Frauen und Kinder voll Kraft und Freude ausschritten und dabei ein Loblied anstimmten.

    Der Mann verstand nicht, was er erblickte, und seine Überraschung wurde noch größer, als er sah, dass an der Spitze der Karawane jener voranschritt, welcher sein Reisegefährte gewesen war.

    33. Die Karawane hielt vor der Oase an, während die beiden Männer einander gegenüberstanden und sich erstaunt betrachteten. Endlich fragte der Oasenbewohner den, der sein Gefährte gewesen war: „Sage mir, wie ist es möglich, dass es Menschen gibt, die diese Wüste durchqueren, ohne Durst zu fühlen oder Müdigkeit zu verspüren?“ Er tat dies, weil er in seinem Innern daran dachte, was von dem Tag an aus ihm würde, an dem niemand mehr herbeikommen würde, um ihn um Wasser oder Obdach zu bitten.

    34. Der gute Wanderer sagte zu seinem Gefährten: „Ich gelangte zu der großen Stadt, doch nicht allein. Unterwegs traf ich Kranke, Dürstende, Verirrte, Erschöpfte, und ihnen allen gab ich neuen Mut durch den Glauben, der mich beseelt, und so gelangten wir von Oase zu Oase eines Tages vor die Tore der großen Stadt. Dort wurde ich vor den Herrn jenes Reiches gerufen, der mir, als er sah, dass ich die Wüste kannte und Mitleid mit den Reisenden hatte, den Auftrag gab, zurückzukehren, um Führer und Berater der Reisenden bei der qualvollen Wüstendurchquerung zu sein; und hier siehst du mich, wie ich gerade eine weitere Karawane führe, die ich zu der großen Stadt bringen muss. — Und du? Was machst du hier?“ fragte er den, der in der Oase geblieben war. — Dieser schwieg beschämt.

    Da sagte der gute Reisende zu ihm: „Ich weiß, dass du dir diese Oase angeeignet hast, dass du ihr Wasser verkaufst und für den Schatten Geld verlangst. Diese Güter gehören nicht dir, sie wurden von einer göttlichen Macht in die Wüste gelegt, damit derjenige von ihnen Gebrauch mache, der sie benötigen würde. Siehst du diese Menschenscharen? Sie bedürfen keiner Oase, weil sie weder Durst spüren noch müde werden. Es genügt, dass ich ihnen die Botschaft weitergebe, die ihnen der Herr der großen Stadt durch meine Vermittlung sendet, und schon machen sie sich auf und finden bei jedem Schritte neue Kraft dank dem hohen Ziel, das sie haben: jenes Reich zu erreichen.

    35. Überlasse die Quelle den Dürstenden, damit sie in ihr Erquickung finden, und jene ihren Durst löschen, die die Härten der Wüste erleiden. Dein Stolz und Egoismus haben dich verblendet. Doch was hat es dir genützt, Herr dieser kleinen Oase zu sein, wenn du in dieser Einöde lebst und du dich der Möglichkeit beraubt hast, die große Stadt kennenzulernen, der wir gemeinsam entgegengingen? Hast du jenes hohe Ziel bereits vergessen, das wir beide hatten?“

    36. Als jener Mann den schweigend angehört hatte, der ein treuer und selbstloser Gefährte gewesen war, brach er in Tränen aus, weil er Reue fühlte wegen seiner Verfehlungen. Er riss sich die falschen Prunkgewänder vom Leibe und suchte den Ausgangspunkt auf, welcher dort war, wo die Wüste begann, um dem Weg zu folgen, der ihn zu der großen Stadt führen würde. Doch nun ging er seinen Weg von einem neuen Lichte erleuchtet, dem des Glaubens und der Liebe zu seinen Mitmenschen. (Ende des Gleichnisses)

    37. Ich bin der Herr der Großen Stadt und Elias der Greis meines Gleichnisses. Er ist „die Stimme dessen, der in der Wüste ruft“, er ist der, der sich aufs neue unter euch kundgibt in Erfüllung der Offenbarung, die Ich euch bei der Verklärung auf dem Berge Tabor gab.

    38. Er ist es, der euch in der Dritten Zeit zu der Großen Stadt führt, wo Ich euch erwarte, um euch den ewigen Lohn meiner Liebe zu geben.

    39. Folge Elias, o geliebtes Volk, und alles wird sich ändern in deinem Leben, in deiner Gottesverehrung und deinen Idealen; alles wird verwandelt werden.

    40. Habt ihr geglaubt, dass eure unvollkommene Religionsausübung ewig bestehen bleiben würde? — Nein, meine Jünger: Morgen, wenn euer Geist am Horizont die Große Stadt erblickt, wird er wie sein Herr sagen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 27

    1. Geliebte Jünger, Ich öffne eure Augen dem Lichte meiner Unterweisung, damit ihr die Wahrheit vom Betrug unterscheiden könnt. Das Licht des Gewissens, die Empfindungsfähigkeit und die Intuition, die ihr besitzt, werden euch den guten Weg weisen und euch die guten Früchte enthüllen.

    2. Aus der wahren Erkenntnis meiner Lehre wird in euch die Demut geboren werden, weil ihr euch so klein gegenüber eurem Schöpfer fühlen werdet und dennoch so begnadet und beschenkt durch Ihn, dass ihr nicht wagen werdet, euren Blick zum Vater zu erheben, wenn ihr ihn für unrein haltet.

    3. Die Eitelkeit hat sich in jenen eingenistet, welche in der Meinung, die volle Erkenntnis der Wahrheit erreicht zu haben, sich für gelehrt, stark, unfehlbar, groß und absolut gehalten haben, ohne sich bewusst zu werden, dass sie sich oftmals geirrt haben.

    4. Ich will nicht, dass in diesem Volke, das sich gerade erst unter dem Lichte dieser Unterweisungen zu bilden beginnt, morgen die Menschen auftauchen, die — durch ihre Eitelkeit verwirrt — ausposaunen, dass sie die Wiedergeburt Christi oder die neuen Messiasse sind.

    5. Die so handeln, werden jene sein, welche meinen, das Verständnis meiner ganzen Wahrheit erlangt zu haben, in Wirklichkeit aber fern von dem durch Christus gekennzeichneten Pfade gehen, welcher derjenige der Demut ist.

    6. Studiert das Leben Jesu auf Erden, und ihr werdet eine tiefe und unvergessliche Lehre der Demut finden.

    7. Jesus wusste, wer Er war, woher Er kam und wozu Er gekommen war; dennoch ging Er niemals auf die Plätze oder Straßen, um stolz bekanntzugeben, dass Er der Sohn Gottes, der Messias oder der Erlöser sei, sondern mit seinen Werken legte Er ein vollkommenes Zeugnis für seine Lehre der Liebe und Barmherzigkeit ab. Mit seinen Taten gab Er zu verstehen, wer Er war, und wenn Ihn gelegentlich jemand fragte: „Bist Du Christus?“, so beschränkte sich Jesus darauf, ihm zu antworten: „Du hast es gesagt.“

    8. Das heißt: Während die Menschen es mit ihren Lippen aussprachen, bestätigte Er es mit seinen Werken, denen gegenüber alle Worte ohne Wert waren.

    9. All dies musst du vor Augen haben, o geliebtes Volk, damit du — einmal im Kampfe stehend — dich nicht durch Versuchungen zu Fall bringen lässt oder erlaubst, dass dein Herz den Lohn empfängt, der nur dem Geiste zusteht.

    10. Um euch zu ersparen, dieser Schwäche zu verfallen, werde Ich dafür sorgen, dass diese Form meiner Kundgabe an euch sein Ende hat.

    Obschon es solche gegeben hat, die ihre Aufgabe in wahrer Demut zu erfüllen verstehen, gibt es auch solche, die sich in Gegenwart der Menschenmengen schließlich für Götter gehalten haben. Aber wenn sie sehen, dass sie das, was sie früher hatten, nicht mehr besitzen, werden sie zu der Einsicht kommen, dass es für die Erlangung einer fortwährenden Verbindung mit dem Vater nötig ist, Demut zu besitzen.

    11. Ihr alle wisst, dass Ich einen Tag angekündigt habe, an dem diese Kundgabe ihr Ende findet; dieser Zeitpunkt ist 1950. Doch ihr werdet erleben, wie die, welche durch diese Kundgebung eitel wurden und sich erhöhten, sich nicht dem Willen des Vaters unterwerfen werden — in dem Gedanken, dass sie beim Verlust dieser Gabe — von den Menschenmengen unbeachtet — zu ihrem normalen Leben zurückkehren werden und nicht mehr vom Volke gepriesen werden.

    12. Die Stimmträger werden sagen, wenn die Stunde näherrückt: „Wer wird kommen, um uns zuzuhören, wenn das Volk weiß, dass der Meister nicht mehr durch unseren Mund spricht?“ Und die Leiter werden sagen: „Wer wird zu unseren Versammlungsorten kommen — von dem Tage an, da bekannt ist, dass das Wort des Herrn nicht mehr durch den Mund seiner Erwählten ertönt?“ Den einen wie den anderen sage Ich schon jetzt: Wenn dies die einzige Form wäre, in der Ich Mich ihrem Geiste kundtun kann, würde Ich euch niemals derselben berauben; doch wenn Ich sie aufhören lasse, ist es ein Zeichen, dass etwas Höheres und Vollkommeneres euch erwartet — etwas, das auch ihr kennt: es ist die Verbindung von Geist zu Geist mit eurem Vater.

    13. Volk, bilde aus meinen Worten ein Gedenkbuch und bewahre seinen Inhalt in deinem Geist, erleuchtet vom Lichte deines Gewissens, damit du niemals mein Werk entweihst.

    14. Wenn ihr an meine Kundgebung in dieser Form geglaubt habt, müsst ihr auch glauben, dass Ich nicht mehr so zu euch sprechen werde, wie Ich es bis heute getan habe; und wenn ihr an meine Gegenwart geglaubt habt, während Ich euch mittels des menschlichen Verstandesorgans gelehrt habe, wobei Ich Mich ungebildeter und unvollkommener Wesen bediente: Wie solltet ihr da nicht glauben, dass ihr meine göttliche Inspiration von Geist zu Geist empfangen könnt?

    15. Vieles habe Ich euch schon gelehrt, o Jünger. Beschränkt euch nicht darauf, Mich nur zu hören — ergründet mein Wort mit Liebe, studiert es eingehend — jetzt, da es die rechte Zeit ist, es zu tun, und nicht, nachdem ihr in Versuchung gefallen seid; denn euer Kampf wird dann schwerer sein.

    16. Studiert meine Unterweisung, damit ihr sie richtig auslegt und mit ihrem Lichte den Sinn des Lebens und den Zweck der Prüfungen verstehen könnt.

    17. Viele von denen, welche die entfesselten Naturgewalten betrachten, die über die Ufer tretenden Wasserfluten, die in ihrem tobenden Laufe ganze Landschaften verheeren, und jene Menschen, die damit beschäftigt sind, sich in grausamen, brudermörderischen Kriegen zu vernichten, sagen, dass es der Zorn Gottes ist, der ebenfalls entfesselt ist.

    18. Ich vergebe denen, die meine Gerechtigkeit in dieser Weise auslegen; doch sie werden noch begreifen, dass alle Leiden und Schicksalsschläge, welche die Menschheit erduldet, von ihrem Ungehorsam gegenüber meinem Gesetze herrühren.

    19. Manche sagen: „Herr, wenn wir Dich so sehr mit unseren Unvollkommenheiten verletzen, sie überdies die Ursache all unserer Qualen sind — warum vernichtest Du uns nicht lieber? Wozu erhältst Du uns im Schmerz?“

    20. Denen, die Mich so fragen, sage Ich: Wenn Ich euch nicht liebte, würde Ich euch mit dem bloßen Aussprechen: „Es soll geschehen“ verschwinden lassen; aber wenn Ich euch trotz eurer Verfehlungen weiterhin erhalte, so ist es der Beweis dafür, dass euch eine hohe Bestimmung erwartet.

    21. Meine Ratschlüsse sind vollkommen, und meine Liebe zu euch ist unendlich; deshalb werden eure Unvollkommenheiten niemals ein ausreichendes Gewicht haben, um den Willen des Allmächtigen zu ändern. Für Augenblicke entfernt ihr euch von dem Wege, den euch mein Gesetz zeigt. Doch schließlich werdet ihr in der Vollkommenheit meiner Gerechtigkeit meine Liebe finden.

    22. Die Menschen waren immer Prüfungen unterworfen, in denen sie außer der Läuterung ihres Geistes das Licht der Erfahrung erlangt haben, das ihnen in dieser Zeit helfen wird, die weisen, gerechten und vollkommenen Lehren zu verstehen, die euch das Leben gibt. Deshalb habe Ich euch gesagt, dass ihr mit eurem Lichtschwert gegen die Finsternisse kämpfen und außerdem wachend und betend bleiben müsst, um nicht in Versuchung zu fallen.

    23. Wenn ihr der Ursache für eure Prüfungen mehr auf den Grund gehen wollt, so bedenkt, dass ihr in der Zeit der Sühne für alle eure früheren Verfehlungen seid. Wenn ihr schon Glauben habt an das, was Ich euch darlege, werden bei dem Gedanken, dass Ich der einzige bin, der eure Vergangenheit kennt und der sie mit Liebe beurteilen kann, eine tiefe Zufriedenheit, ein unendlicher Friede in euer Wesen einziehen.

    24. Schaut euch in dieser Zeit die verbannten Könige an, die Fürsten ohne Hoffnung zu regieren, die Reichen im Ruin und die Mächtigen auf dem Schmerzenslager! Wer kennt die Sühne, die in den Prüfungen liegt, denen sie unterworfen sind? — Ich allein. Doch Ich will, dass ihr alle wisst, dass ihr durch aufrichtige Reue, gute Werke, durch Erneuerung und Vergeistigung eure Sühnezeit verkürzen könnt, bis ihr eure Befreiung vom Schmerz und damit den Frieden erreicht.

    25. Mit diesen Unterweisungen erhelle Ich euch die Lehren, welche ihr von den frühesten Zeiten an erhalten habt, die euch die Menschen jedoch verheimlicht haben, womit sie verhinderten, dass die Menschen den Weg zur Erlösung finden konnten.

    26. Glaubst du nicht, geliebtes Volk, dass — da du in dieser Zeit zu den ersten gehört hast, die diese Wahrheit begriffen haben — diese Erkenntnis gerade dich verpflichtet, das Licht zu den Kriegsschauplätzen und zu den Völkern ohne Frieden zu bringen?

    27. Erforscht hierfür mein Wort, doch tut es immer mit dem Ziel, die Wahrheit zu erlangen.

    28. Stärkt euren Glauben an mein Wort, damit ihr in der Zukunft, wenn ihr Argumente gegen dieses Werk hört, nicht schwankend werdet.

    29. Ihr sagt Mir: „Meister, was könnten wir gegen Deine vollkommene Lehre hören, das fähig wäre, unseren Glauben in Gefahr zu bringen?“

    30. So denkt ihr heute, geliebte Jünger, weil ihr die Stürme und den nahenden Kampf noch nicht kennt. Jetzt kommt ihr in Frieden, um mein Wort zu hören, euch an meinem Unterricht zu erquicken; doch Ich bereite euch vor und mache euch wachsam, damit euch niemand überraschen wird.

    Unter euch gibt es viele Unschuldige, viele Gutgläubige, viele edel Gesinnte, Männer und Frauen ohne Schlechtigkeit, die die Verderbtheit und den Verrat nicht kennen, deren die Menschen fähig sind. Doch wenn sie sich nicht schulen, werden sie leicht die Beute jener werden, welche sich gegen diese Lehre erheben, werden sie wie schutzlose Schafe gegenüber hungrigen Wölfen sein.

    31. Es ist für euch besser, dass ihr schon jetzt durch Mich das erfahrt, was ihr morgen hören werdet. Bereitet euch mit dem Lichte meiner Unterweisung für den Kampf vor, sodass euch nichts verletzt, wenn ihr angegriffen werdet, und man euch entmutigen will.

    32. Seid nicht bestürzt, wenn man euch sagt, dass der, welcher in dieser Zeit zu euch gesprochen hat, der Versucher gewesen sei, und dass prophezeit ist, dass auch er Wunder tun würde, durch die er selbst die Auserwählten verstören und verwirren würde. Wahrlich, Ich sage euch, viele von denen, die meine Kundgebung so beurteilen, werden zu jenen gehören, welche tatsächlich im Dienste des Bösen und der Finsternis stehen, auch wenn ihre Lippen zu versichern suchen, dass sie immer die Wahrheit verbreiten.

    33. Vergesst nicht, dass der Baum an seiner Frucht erkannt wird, und Ich sage euch: Die Frucht ist dies Wort, das durch das Verstandesorgan dieser Stimmträger — Männer und Frauen von einfältigem Herzen — hörbar geworden ist. An der Frucht und an dem geistigen Fortschritt derer, die sie genossen haben, wird die Menschheit den Baum erkennen, der Ich bin.

    34. Das Trinitarisch-Marianische Geisteswerk wird sich auszubreiten beginnen und dadurch einen wahren Alarm unter vielen hervorrufen, die in der Überzeugung, die Lehre studiert und verstanden zu haben, die sie früher vom Vater erhielten, über der Kenntnis ihrer Philosophien und Wissenschaften eitel geworden sind, ohne sich der geistigen Entwicklung bewusst zu werden, welche die Menschheit erreicht hat.

    Sie werden beim Erwachen aus ihrer Geistesträgheit die Art und Weise bemerken, in der heute der Geist der Menschen denkt und fühlt, werden Bannflüche schleudern gegen das, was sie „neue Ideen“ nennen werden, und werden verbreiten, dass diese Bewegung durch den Antichrist hervorgerufen worden sei. Dann werden sie ihre Zuflucht nehmen zu den Schriften, den Prophetien und zu meinem Worte, das Ich euch in der Zweiten Zeit gab, um zu versuchen, meine neue Kundgebung, meine neuen Unterweisungen und alles, was Ich euch versprochen habe und heute erfülle, zu bekämpfen.

    35. Mein Wort wird auf den Lippen meiner Jünger und durch Schriften sogar zu denen gelangen, welche nichts gelten lassen, was jenseits des Materiellen ist oder was außerhalb ihrer Kenntnisse und Begriffe liegt, die sie einmal angenommen haben, und sie werden Mich einen falschen Gott nennen, weil Ich euch dieses Wort gebracht habe.

    Doch wenn ihr dies hört, wird euer Glaube nicht Schiffbruch erleiden — obschon euer Herz sich verletzt fühlt — da ihr mit innerer Bewegung daran denken werdet, dass euer Meister es euch bereits angekündigt und euch mit seinem Worte ermutigt hatte, diesen Prüfungen standzuhalten.

    Ich sage euch jedoch: Obschon ihr auf eurem Wege dem Betrug, der Heuchelei, dem Aberglauben, dem religiösen Fanatismus und der Abgötterei begegnen werdet, dürft ihr niemanden wegen seiner Irrtümer verurteilen. Lehrt sie mit meinem Worte und überlasst die Sache Mir, der Ich der einzige bin, der euch richten darf und der weiß, wer der falsche Gott, der falsche Christus, der böse Apostel, der heuchlerische Pharisäer ist.

    36. Euch kommt nur zu, meine Unterweisung in reinster Weise auszulegen, damit in euren Werken der göttliche Same Frucht bringt und an seiner Essenz von euren Mitmenschen Jener erkannt wird, welcher ihn euch eingab.

    37. Das Herz dieses Volkes wird nicht unfruchtbar sein; Ich weiß, warum Ich es gerufen und versammelt habe. Es wird Augenblicke geben, in denen sogar innerhalb meines Werkes viele in Verwirrung geraten werden; aber zuletzt werden sie sich aus dem Wirbelsturm retten und sich lichterfüllt auf die Suche nach den Wegen machen, welche zu andern Ländern führen, und meine Lehre den Menschen anderer Völker bringen, mit einer göttlichen Botschaft geistiger Brüderlichkeit und des Friedens. Sie werden lehren, dass alles Materielle eine Grenze hat, dass die Menschen schlechten Gebrauch ihrer Willensfreiheit gemacht haben, und dass Ich heute eurem rasenden Lauf ein „bis hierher“ setze und meinen Willen in euch vollziehe; doch komme Ich nicht in Gegnerschaft zu euch, sondern zum Wohle der ganzen Menschheit.

    38. Meine Annäherung an euch in dieser Zeit erfolgt nicht, um Rache zu üben für das, was die Menschheit auf dem Kalvarienberg mit Mir machte; Beweis dafür ist, dass Ich viele Male, nachdem ihr Mich verletzt habt, euch als Beweis der Liebe und Vergebung meinen Frieden gegeben habe.

    39. Wenn meine Gegenwart unter euch in dieser Zeit zusammenfällt mit den großen Katastrophen und den furchtbaren Kriegen, die euch jetzt bedrängen, so schreibt nicht Mir diesen Kelch zu, den die Menschen trinken. Die Leiden sind die Frucht eurer Sünden, und diese sind nicht aus Mir entsprungen. Wenn Ich euch ankündigte, dass in der Zeit, in der Ich zu euch als Heiliger Geist sprechen würde, der Schmerz unter der Menschheit wüten werde, so diktierte Ich damit nicht euer Urteil; es geschah, weil Ich wusste, dass, wenn diese Prüfungen kommen würden, ihr Mich brauchen würdet. Ich kündigte es euch nur an, damit ihr wachend und betend sein solltet in Erwartung meines Kommens.

    40. Den Urteilsspruch habt ihr vor langer Zeit selbst unterschrieben; doch Ich, den ihr als euren Richter betrachtet, bin in Wirklichkeit euer Verteidiger, der euch von eurer Bürde befreit, indem Ich euch liebevoll dazu bringe, den guten Weg einzuschlagen, damit ihr die wahre Freiheit erlangt, welche die des Geistes ist.

    41. Du weinst, mein Volk, weil du in deinem reuevollen Herzen die Liebe des Meisters fühlst. Man hatte euch gesagt, dass keiner, der mit einer schweren Schuld in seinem Geist vor den Vater treten würde, Vergebung erlangen würde, und dass er eine ewige Verdammnis zu erleiden hätte. Doch wie habt ihr meine göttliche Gerechtigkeit als so ungeheuerlich auffassen können? Habt ihr nicht bemerkt, wie Ich durch Jesus deutlich zeigte, dass meine zartesten Worte und meine liebevollsten Blicke denen galten, welche am meisten gesündigt hatten? Wie könnte Ich auf der Welt eine Lehre verkünden und in der Ewigkeit das Gegenteil davon tun?

    42. Zwischen Christus und dem Vater kann nicht der kleinste Unterschied bestehen, da beide der gleiche Geist sind, die gleiche Liebe, die gleiche Weisheit, welche sich der Menschheit in drei Phasen kundgetan hat. Ich sagte euch schon in der Zweiten Zeit: „Wer den Sohn kennt, kennt den Vater“.

    43. Rein seid ihr aus Mir hervorgegangen, und rein müsst ihr zurückkehren; doch die Zeit der Sühne wird vorübergehend sein, niemals ewig; kurz oder lang, das hängt von dem Willen ab, den der Geist einsetzt, um seine Erlösung zu erreichen.

    44. Ich finde euch verwirrt vor, weil ihr die Bücher zur Hand genommen habt, in die eure Mitmenschen ihre Irrtümer gedruckt haben, die ihr lange Zeit für die reine Wahrheit gehalten habt. Doch die Tage sind nahe, in denen der Mensch sogar seine Glaubenssätze wird berichtigen müssen; denn das Licht der neuen Zeit wird ihn den Weg der Wahrheit erkennen lassen, weil es in dieser Nacht, in der sich sein Geistesleben befindet, Licht werden wird.

    45. Ich sende euch diese Lehre, um euch darin zu unterweisen, von eurem menschlichen Dasein aus in das Geistige Leben einzudringen.

    46. Noch seid ihr mehr Materie als Geist, und darum zweifelt ihr für Augenblicke an der Wahrheit dieses Wortes und fragt euch: „Ist es wirklich der Meister, der zu uns spricht?“ Dann entringt sich dem Geiste ein „Ja“, welches gegen ein „Nein“ der Körpernatur kämpft.

    47. Ich tue Mich unter euch in begrenzter Form kund, damit ihr mein Wort hört, in welchem Ich euch meine göttlichen Gedanken sende, die euch aufs neue den Weg eures geistigen Aufstiegs vorzeichnen.

    48. Ich segne sowohl den, der an meine Kundgabe glaubt, als auch den, der zweifelt. Ich bevorzuge nicht, alle liebe Ich gleichermaßen. Ich offenbare Mich der Welt nicht nur für einige Herzen, sondern um alle Pfade mit Licht zu erhellen, damit die Menschen dem Ziele der Vergeistigung nachstreben und das göttliche Gebot erfüllen, welches lautet: „Liebet einander“.

    49. Ich bin der göttliche Sämann der Liebe und kenne die Zeit der Aussaat und der Ernte der Frucht. Es steht geschrieben, dass Gott der Welt von neuem das Licht geben wird, wenn die Menschen auf dem Gipfel der Verderbtheit sein würden.

    50. Jünger, es ist Zeit, zu säen. Die Menschen suchen und rufen nach dem Krieg; sucht ihr das menschliche Herz, um in dasselbe Frieden und Liebe zu säen.

    51. Wenn ihr angegriffen werdet, so nehmt Deckung in der Reinheit meiner Lehre. Während die Menschen triumphieren, wenn sie euch das menschliche Dasein nehmen, werde Ich triumphieren, indem Ich euch das ewige Leben gebe.

    52. Die Legionen des Guten sind in Tätigkeit, sie haben den Kampf aufgenommen, doch sie retten den, der umkommt. Dies ist meine göttliche Aufgabe. Vergesst ihr, dass man Mich den Erlöser der Menschheit genannt hat? Was ist seltsam daran, dass der Hirte seine Schafe sucht? Bevor ihr existiertet, liebte Ich euch schon und es wurde euer Ungehorsam und ebenso eure Erlösung vorhergesehen.

    53. Als Ich Mich in Jesus offenbarte, sagte Er, dass Er euer König ist, doch ihr gabt Ihm das Kreuz zum Thron. Da zeigte Ich euch alle Kraft, welche der Liebe, Vergebung und Sanftmut innewohnt. So, wie Ich sein Blut fließen ließ, so gebe Ich euch meine Liebe ohne Beschränkung.

    54. Meint ihr, dass Ich in dieser Zeit der Schmerzen nicht unter euch bin? Seht, hier bin Ich! Gleich einer Quelle kristallklaren Wassers habe Ich den geistigen Durst gelöscht, der euch verzehrt. Ich bin gekommen, euch zu sagen: Es ist Zeit, dass ihr eurem Geist ermöglicht, sich zu entwickeln, damit alle seine schlummernden Fähigkeiten erwachen. Hierfür inspiriere Ich euch und erkläre Ich euch die Vergeistigung.

    55. Der Glaube, der Gedanke und der Wille sind Mächte. Seid groß und stark mittels dieser Gaben und offenbart sie in all euren Werken, welche immer auf Liebe gegründet sein sollen.

    56. Ihr kennt jetzt die Aufgabe, die Ich Mir auferlegt habe.

    57. Ich erwarte euch in der Ewigkeit, doch müsst ihr kämpfen, um zu Mir zu kommen. Deshalb erhelle Ich euren Weg, damit ihr ihm folgen und immer vorwärts gehen könnt.

    58. Seid rein in euren Gedanken, Worten und Werken, und ihr werdet auf meinem Wege sein. Dann werdet ihr im Reiche des Vaters die Stätte einnehmen, die Er euch bestimmt hat.

    59. Beherrscht eure Leidenschaften, lasst die irdischen Vergnügungen sein und denkt an eure Mitmenschen. Seht, wie das Blut meiner Kinder in dieser Welt vergossen wird, hört das Schluchzen, das sich allen leidenden Herzen entringt. Es gibt viele Nester, in denen die Vögel tot sind — viele Kinder, die leiden — viele Mütter, die weinen — viele Kindlein ohne Wiege.

    60. Betet für sie, auf dass das brüderliche Empfinden der einen und das mütterliche der andern wie ein Balsam des Trostes ist, der in ihre Herzen dringt.

    61. Hinterlasst dem Wanderer, der nach euch kommt, Spuren des Lichts. Dann werdet ihr Gott in eurem Herzen und im Tiefsten eures Wesens fühlen; dort wird der Vater seinen besten Tempel finden. Das Gewissen wird wie der Gipfel des Berges sein, von wo aus Ich Mich kundgebe. Dann wird der Mensch mehr Geist als Körper sein und mehr Licht als Schatten.

    62. So, wie der Windhauch und die Sonne euch liebkosen, so, mein Volk, sollt ihr eure Nächsten liebkosen. Dies ist die Zeit, in der Bedürftige und Notleidende überreichlich vorhanden sind. Begreift, dass der, der euch um eine Gefälligkeit bittet, euch die Gnade gewährt, anderen nützlich zu sein und für eure Erlösung zu wirken. Er gibt euch die Gelegenheit, barmherzig zu sein und dadurch eurem Vater ähnlich zu werden. Denn der Mensch ist geboren, um über die Welt den Samen des Guten auszustreuen. Versteht also, dass, wer euch bittet, euch einen Gefallen tut.

    63. Wer sagt, dass er eine Gunst erwiesen hat, indem er Hilfe leistete, lügt, denn er hat kaum eine Verpflichtung erfüllt.

    64. Ich werde Mich an meinen Jüngern erquicken, wenn aus ihrer harmonischen Übereinstimmung die süßen und schwingenden Töne des Spiritualismus erklingen, denn alle Zubereiteten werden in der Sprache des Herzens reden. Die sich nicht zubereitet haben, werden nicht verloren gehen, denn Ich bin Der, welcher zu warten versteht, bis die Früchte reifen; aber diese werden ihren Ungehorsam beweinen, wenn sie den Kelch der Bitternis leeren.

    65. Ich bin in allen, aber einige werden sagen: „Ich fühle Dich nicht;“ andere werden sagen: „Ich sehe Dich nicht;“ aber alle begreifen, dass Ich in allen bin und in allem Geschaffenen. Weshalb versucht ihr, alles mit den Augen zu sehen und mit den Sinnen zu betasten? Versucht mit dem Geiste, mit dem Verstande und mit dem Herzen zu sehen.

    66. Dann werdet ihr das Unbekannte sehen und werdet seine Schwingung in eurem ganzen Wesen fühlen. Wenn ihr begreift, wie sehr Ich euch liebe, werdet ihr nicht mehr sagen, dass euer Gott euch straft.

    67. Wahrlich, Ich sage euch, in Mir gibt es keinen Zorn, denn er ist menschliche Schwäche. Ihr seid es, die das Feuer des Schmerzes entzünden, und danach ruft ihr Mich an, damit Ich es lösche; doch es ist meine Gerechtigkeit, die sich in euch bekundet. Deshalb müsst ihr das Feuer des Hasses und der Leidenschaften, das ihr entflammt habt, mit dem Wasser der Tugend, mit Tränen und sogar mit Blut löschen.

    68. In der Zweiten Zeit sagte Ich euch: „Die Vögel haben Nester, die Füchse haben Höhlen, doch der Sohn Gottes hat nicht, da Er sein Haupt hinlege“.

    69. „Den Frieden lasse Ich euch, meinen Frieden gebe Ich euch“; in ihm werdet ihr Trost und Freude finden. Seid ihr in meiner Liebe, wie Ich in eurem Schmerze bin!

    70. Versteht, dass Ich in euer Herz gedrungen bin, ohne dass ihr mein Kommen gefühlt habt. Um meine Gegenwart zu fühlen, musstet ihr wach sein; doch als Ich euch fand, habt ihr geschlafen. Deshalb habt ihr, als Ich euch aufweckte, verwundert gefragt, wer gekommen sei und in dieser Weise zu euch spreche.

    71. Ich muss euch darauf hinweisen, dass Ich euch nicht durch einen unvorhergesehenen Besuch überrascht habe. Schon vor langer Zeit ließ Ich euch die Zeichen wissen, die meiner Kundgebung als Heiliger Geist vorausgehen würden; aber sehend habt ihr nichts erblickt, und hörend habt ihr nichts vernommen.

    72. Wenn ihr die Ereignisse erforscht, die eure Welt im vergangenen Jahrhundert (19. Jhd.!) bewegt haben, deren Zeitpunkte in euren Geschichtsbüchern niedergeschrieben sind, so werdet ihr erkennen, dass in Wahrheit alles, was vom Herrn vorausgesagt war, treu in Erfüllung ging.

    73. Wahrlich, Ich sage euch, während der Zeit, in der meine Kundgabe andauert, werde Ich keinen Glauben finden, denn die Menschen müssen zuerst ihr Herz und ihren Verstand läutern, damit sie mein Wort von Grund auf verstehen können.

    74. Denen, die meinen Unterweisungen Tag für Tag zuhören und die, obwohl sie dauernd Beweise meiner Wahrheit erhalten, noch zweifeln und Mich verneinen — ihnen sage Ich, dass es notwendig ist, den geistigen Sinn meiner Unterweisung zu studieren, damit sie deren Wahrheit begreifen. In derselben Weise habe Ich in der Zweiten Zeit zu ihnen gesprochen, als Ich sagte: „Es ist notwendig, dass Ich sterbe, damit Mir geglaubt wird“, und dass Ich am dritten Tage auferstehe, damit die Menschheit sich überzeugt, dass Ich der Sohn Gottes bin.

    75. Diejenigen, welche der Vergeistigung noch ferne sind, möchten Mich in der Gestalt Jesu sehen, um Mir zu sagen: „Herr, Ich glaube an Dich, denn Ich habe Dich gesehen.“ Ihnen sage Ich: „Selig sind, die ohne zu sehen geglaubt haben, denn sie haben den Beweis erbracht, dass sie dank ihrer Vergeistigung Mich in ihrem Herzen empfunden haben.“

    76. Versteht ihr jetzt, warum der Mensch das Bedürfnis hatte, Bildnisse herzustellen, die Mich darstellen? — Wegen seines Mangels an Zubereitung, weil er nicht empfindsam ist für die geistigen Manifestationen.

    77. Wenn der Mensch meine Lehre verstünde, würde er nicht das Bedürfnis haben, Bildnisse figürlich darzustellen oder zu malen, um danach vor ihnen niederzuknien. Er würde entdecken, dass es auf der Welt kein vollkommeneres Bild des Herrn gibt als den geistig erhobenen Menschen selbst. Dann würde er sich bemühen, die gleichen Werke zu tun wie Ich, um seinem Schöpfer näherzukommen.

    78. Der Apostel Johannes drang in das Geistige ein; durch seine Verzückung fühlte er die Gegenwart des Vaters, bei seiner geistigen Stimme fühlte er sich ohnmächtig werden. Doch obwohl er in jenen Gesichten Gestalten und Formen geschaut hatte, verstand er nicht, dass jedes Bild nur das Symbol eines großen Lehrbuches der Weisheit und Prophetie war, aber nicht das Bild oder die Gestalt Gottes.

    79. Der Mensch schaute das Lamm, den Löwen, das Buch, die Sterne, die Ältesten, die Leuchter, und alles, was sein verwunderter Blick sah, waren nur Gestalten und Formen, die auf der Erde existieren und dem Menschen bekannt sind. Sie wurden als Sinnbilder verwendet, um mit ihnen tiefe, göttliche Lehren zur Darstellung zu bringen; doch meine Göttlichkeit in all ihrer Herrlichkeit kann niemand schauen, weil Ich unendlich bin, weder Anfang noch Ende habe.

    80. Wenn das Buch der Weissagungen des Johannes von einigen als undurchdringliches Geheimnis angesehen und von anderen in einer irrtümlichen Auslegung betrachtet worden ist, so ist es darauf zurückzuführen, dass die Menschheit noch nicht die nötige Vergeistigung erlangt hat, um das zu verstehen, was dort dargestellt ist; und Ich kann euch auch sagen, dass es nicht einmal von dem Propheten begriffen worden ist, dem es eingegeben wurde.

    81. Johannes hörte und sah, und als er vernahm, dass man ihm befahl, es niederzuschreiben, gehorchte er sogleich; doch er verstand, dass jene Botschaft für die Menschen war, welche lange Zeit nach ihm kommen würden.

    82. Heute seid ihr in der Zeit, die euch geweissagt worden ist, und diese meine Lehre — als Licht eines neuen Zeitalters — vermittelt die Fähigkeit, in jenem Buche lesen zu lernen, welches so lange Zeit hindurch eurem Verständnis verschlossen war. Die Stunde naht, in der es euch gelingen wird, all das zu entziffern, was ihr so lange als hinter dem Schleier des Geheimnisses verborgen betrachtet habt.

    83. Glaubt ihr nicht wirklich, dass — wenn Johannes den Sinn der Offenbarung verstanden hätte, die er empfangen hatte — er euch seinen Inhalt eindeutig erklärt hätte, anstatt euch ein Buch mit Bildern und Symbolen zu vermachen? Erkennt: Wenn er diese Offenbarung in voller Klarheit erläutert hätte — welcher Mensch jener Zeit hätte sie verstehen können und hätte infolgedessen an die Wahrheit der Weissagung geglaubt?

    84. Es war mein Wille, dass jenes Buch versiegelt bleiben würde und euch nur sein Vorhandensein und ein Teil seines Inhalts enthüllt werden sollte, damit, wenn die jetzige Zeit gekommen sein würde, Ich euch jene Offenbarung erklären würde.

    85. Erwache, Volk, bringe den Menschen diese Botschaft, damit sie in ihrem Geist das Licht meines Wortes in der Dritten Zeit aufnehmen. Vergesst eure menschlichen Nöte und rufet „Hosianna, Hosianna“, denn endlich wird eure geistige Entwicklung euch den wahren Sinn der Lehren zu verstehen erlauben, die Ich euch zur Kenntnis brachte und deren Licht euch zu einer vollkommenen Welt in der Ewigkeit leiten wird.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 26

    1. Jünger, nachdem ihr meine Unterweisung gehört und eure Vergangenheit im Lichte meines Wortes beurteilt hattet, habt ihr geistig gesagt: „Kein Blatt am Baume bewegt sich ohne den Willen Gottes“.

    2. Ihr denkt so, weil ihr zu verstehen beginnt, dass die Prüfungen, die ihr nach und nach gleich einem bitteren Kelche leert, wie Stufen gewesen sind, die euch allmählich dem Baume des Lebens näher gebracht haben, wo der Meister euch erwartet, um euch euer Erbe zu übergeben.

    3. Als ihr zur Kundgebung meines Wortes gekommen seid, habt ihr alle euch gefragt, was wohl der Grund meiner Wiederkunft sei, und beim Vernehmen meines Grußes, der euch sagt „mein Friede sei mit euch“, sind die voller Freude, welche den Wert erkennen, den der Friede besitzt, während die, welche nur an den Erwerb materieller Güter denken, Mich mit Enttäuschung in ihrem Innern fragen, ob Ich nur gekommen bin, um euch Frieden anzubieten.

    4. Die so denken, beleidigen Mich nicht, denn ihr Unverständnis kommt von ihrer Unwissenheit, und diese ist gerade die Finsternis, die zu bekämpfen Ich gekommen bin, indem Ich die Geistwesen mit dem Lichte meiner Lehre erleuchte.

    5. Herzen, die ihr heute durch die Leidenschaften und Missgeschicke, die euer Leben verbittert haben, verhärtet seid: Begreift, dass ihr den Frieden erreichen werdet, wenn ihr geistige Erhebung erlangt habt.

    6. Der Friede in dem Geist spricht zu euch von Licht, von Moral, von Tugenden. Wer sich nicht sehnt, diesen Zustand der geistigen Erhebung zu erreichen, träume nicht davon, meinen Frieden zu genießen; denn noch immer ist er Gefangener der Leidenschaften des Körpers und der falschen Traumbilder von Glück, welche ihm die materielle Welt vorgaukelt.

    7. Wer angeekelt von den irdischen Vergnügungen in seinem Innern ein heißes Verlangen nach Frieden lebendig erhält, der sucht die Befreiung seines Geistes, begierig, das Ziel zu erreichen, für das er geschaffen wurde.

    8. Seit Anbeginn der Menschheit sind es nur wenige gewesen, die den Frieden gesucht haben oder in ihm verblieben sind, nachdem sie ihn einmal erlangt haben, weil der Mensch ihn nur sucht, wenn der Schmerz ihn besiegt hat. Deshalb seht ihr, wie nach jedem eurer unmenschlichen, brudermörderischen und ungerechten Kriege sich Tausende von Menschen erheben, die nach dem Frieden dürsten, den sie vorher nicht zu schätzen wussten, weil sie sich nicht des Wertes bewusst gewesen sind, den diese göttliche Gabe hat.

    9. Ihr müsst begreifen, dass es nicht das Wissen der Menschen ist, in dem ihr inneren Frieden finden werdet, da die Quelle, aus der er stammt, geistig ist. Das Gold, die menschliche Weisheit, die Wissenschaft, die Macht der Menschen haben nicht genügt, um diese Gnade zu erlangen, die ihr nur erreichen werdet, wenn ihr gute Werke tut und euch in eurem Leben auf dem Weg der Liebe bewegt, den euch mein Gesetz weist.

    10. Es wird nichts Erstaunliches an sich haben, dass die Männer, welche die Menschheit Gelehrte nennt — wenn sie meinen Offenbarungen nachgehen und auf der Suche nach meinem Frieden sind — den Platz der Schüler einnehmen, um die ersten Lektionen vom Buche des Lebens zu studieren.

    11. Niemand kennt besser als Ich den unendlichen Durst, welcher unter der Menschheit herrscht. Mein Erbarmen dringt wie ein Hoffnungsstrahl in jedes Herz, um ihm die Nähe des Kampfes fühlbar zu machen, durch den es den wahren Frieden und die Befreiung des Geistes erreichen wird.

    12. Meine Unterweisung ist der Ruf der himmlischen Posaune, welche von den Geistwesen gehört worden ist, denen sie verkündet hat, dass die Zeit des Gerichts, der Sühne und auch der Erlösung gekommen ist.

    13. Alles war vorhergesagt worden; doch ihr habt vorgezogen, die Ereignisse abzuwarten, ohne euch vorzubereiten, um dem Kampf die Stirne bieten und eure Freiheit erringen zu können. Euch fehlte der Glaube, der Gehorsam gegenüber meinem Gesetze der Liebe, und heute weint ihr über eure Schuld.

    14. Die Menschenmengen, die sich versammeln, um meine göttlichen Unterweisungen zu hören, erscheinen euch groß an Zahl; aber wie klein sind sie, wenn ihr sie mit euren Mitmenschen vergleicht, die meinen Frieden entbehren.

    15. In diese Scharen hier habe Ich meinen Frieden gelegt; einige wussten ihn zu bewahren, andere berauben sich desselben, sobald sie mein Wort nicht mehr vernehmen und sie in die Gewohnheiten des Alltags zurückfallen. Es sind die, welche Mich bei der Rückkehr zu dem bescheidenen Orte, an dem Ich Mich kundgebe, fragen: „Herr, warum finde ich nur Frieden, wenn ich Dir zuhöre, oder ist es so, dass er nur an diesen Orten vorhanden ist?“ Doch Ich antworte ihnen, dass, wenn sie nur zu der Stunde Frieden gefunden haben, da sie meine Lehre hören, dann deshalb, weil sie nur in diesem Augenblick ihren Geist vom Einfluss des Körpers läutern und, wenn sie die Schwelle dieser Versammlungsräume hinter sich lassen, zu ihrem Leben der Unvollkommenheiten, der Selbstsucht, der Leidenschaften, des Grolles und der Laster zurückkehren, ohne die Weisungen der Lehre, die sie gehört haben, in Anwendung zu bringen. Denn Hören heißt nicht Lernen, und nur, wer meine Lehre erforscht und in die Tat umsetzt, wird sich in Wahrheit mein Jünger nennen können, weil er immer geistig vorbereitet sein wird, seinen Brüdern das Beispiel zu geben, wie man sein Leben in Befolgung meiner Unterweisungen auf die rechte Bahn bringt.

    16. In diesem Lehrwort werdet ihr die Erkenntnis der sittlichen Verantwortung finden, die ihr dadurch übernommen habt, dass ihr in eurem Herzen die Gabe meines Friedens empfangt, die ihr mit euren Mitmenschen teilen müsst.

    17. Begreift und macht euch klar, wie oft Ich euch gesagt habe: Seid willkommen in der bescheidenen Versammlungsstätte, die zu einem Haus des Friedens und des Gebets geworden ist, wo Ich Mich als Meister kundgebe.

    18. Durch mein Wort habt ihr eure Aufgabe und die Sühnepflicht begriffen, die auf eurem Geist lastet. Heute erkennt ihr, dass es, um zu Mir zu kommen, nötig ist, die Reinheit zu erlangen, die euch würdig macht, in das Reich der Gerechten einzugehen, welches das eurem Geiste verheißene Land ist.

    19. Nicht alle, die Mir zuhören, sind bei Mir, denn die Gedanken einiger sind ferne. Dagegen gibt es einige, die körperlich entfernt und im Geiste gegenwärtig sind.

    20. So wie ihr an meine Türen klopft, bin auch Ich zu den euren gekommen, nicht um etwas von euch zu verlangen, sondern um euch das zu geben, was ihr nötig habt.

    21. Ich gebe eurem Geist Licht, denn Ich sehe, dass er nicht länger in der Finsternis bleiben will; er wünscht sich über die Unwissenheit und die Leidenschaften des Körpers zu erheben, er möchte den Vater schauen und verstehen und den Zweck seines eigenen Daseins erkennen.

    22. Erwacht, werdet euch der Zeit bewusst, in der ihr lebt, damit, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, an dem die Menschen sich anschicken, jeden religiösen Kult des menschlichen Herzens zu entweihen und auszulöschen, sie von euch nichts zu entfernen haben, weil euer Heiligtum und eure Gottesverehrung geistig sein werden. Dann wird euer Geist sich direkt mit meiner Göttlichkeit verbinden können; dies wird seine Befreiung sein.

    23. Ihr lebt in einer Welt, die durch die menschliche Wissenschaft umgewandelt wurde; dies ist ihre Ära, die Zeit ihrer Herrschaft.

    24. Ein neues Babel haben die Menschen aufgerichtet, einen neuen Turm des Hochmuts und der Eitelkeit. Von seiner Höhe herab fordern sie meine Macht heraus und erniedrigen die Schwachen. Wahrlich, Ich sage euch, auf diesem Wege wird der Mensch nicht zu Mir kommen. Nicht weil Ich die Wissenschaft verleugne — ist sie doch Licht, das Ich, der Schöpfer, in den menschlichen Verstand gelegt habe —, sondern wegen des bösen Gebrauchs, den die Menschen von ihr gemacht haben.

    Ich vertraute euch die Wissenschaft wie einen Baum an, den ihr mit Liebe, Achtung und Eifer pflegen solltet, damit aus ihm Früchte von bestem Geschmacke hervorgingen — solche, die Leben spenden. Glaubt ihr, dass ihr diesen Baum gut gepflegt habt?

    Erkennt, dass seine Früchte zerstörerisch und leidbringend waren, dass sie, statt Leben zu spenden, Tod gesät haben. Wie verfehlt ist die menschliche Wissenschaft, die im Dienste des Menschen stehen soll! Aber dennoch segne Ich sie, denn sie ist meiner Kinder Werk.

    25. Der Materialismus hat die Menschheit umstrickt. Aus vielen Herzen wurde mein Name ausgelöscht, die Menschen vergessen zu beten, welches die geistige Form ist, mit Gott zu sprechen. Meine Lehre und mein Vorbild durch Jesus wurden vergessen, und die, welche versuchen, in meiner Lehre beständig zu bleiben und mein Gesetz zu erfüllen, tun es mittels abgöttischer Kulte und suchen Mich mittels Figuren und Bildern, von Menschenhand gemacht. Soll mein Gesetz so erfüllt werden?

    26. Viele haben die Natur zu ihrem Gott gemacht, indem sie dieselbe als schöpferische Quelle all dessen, was existiert, vergöttlichen. Doch wahrlich, Ich sage euch, diese Natur, aus deren Schoße alle Wesen hervorgegangen sind — die materiellen Kräfte und Naturreiche, die euch umgeben — sie ist nicht Schöpferin; sie wurde zuvor vom göttlichen Schöpfer geplant und geschaffen. Sie ist weder die Ursache noch der Grund des Lebens. Ich allein, euer Herr, bin der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega.

    27. Der Schatten des Baumes der menschlichen Wissenschaft hat die Menschheit umfangen, die Mehrzahl seiner Früchte hat sie vergiftet, und es naht die Zeit, in der die Sichel der Gerechtigkeit jeden unreinen Zweig und jede schlechte Frucht abschneidet.

    28. Als der Mensch noch unschuldig war, machte ihn sein Zustand der Reinheit der Gnade des Herrn würdig. Er hatte die Wissenschaft nicht nötig, um die Mittel zum Leben zu finden. Es war nicht nötig, dass seine Augen oder seine Intelligenz sich anstrengten, in die Geheimnisse der Schöpfung einzudringen, um das Licht zu finden, das seinen irdischen Lebensweg erleuchten würde.

    29. Wie eine liebevolle Mutter brachte die Natur ihren Busen an die Lippen des Kindes, um es zu nähren; doch das Kind wuchs, und von der äußeren Schönheit der Früchte des Lebensbaumes verführt, streckte es seine Hand aus, brach sie ab und kostete sie, wodurch in seinem Herzen und seinem ganzen Wesen das Bedürfnis und das Verlangen nach Wissen erwachte. Das Lebensalter der Unschuld enteilte, und für den Menschen begann ein neuer Abschnitt, jener der Wissenschaft, in welchem der Geist das menschliche Leben und seine Geheimnisse zu erkennen verlangte. Da begann der Kampf, die Erfahrung, die Entfaltung, die Entwicklung, die Sühneleistung.

    30. Das Kind, dessen Glück ganz auf das Fühlen der mütterlichen Liebkosung gerichtet war, wurde zum Jugendlichen, welcher — verwundert angesichts der Größe des Lebens, das für ihn ein Geheimnis war — sich voller Neugier und Unruhe wissensdurstig auf den Weg machte. Wer außer Mir bewirkte, dass der Mensch dieses Ideal des Wissens und Erkennens fühlte?

    Alles war durch Mich vorausgesehen und vorbereitet, um die Schritte des Menschen auf der Erde zu lenken, weshalb er bei jedem Schritt auf eine Überraschung und ein neues Wunder stieß. Es gab kein Hindernis, keine Not noch Pein, für die er keine Lösung finden würde.

    Wenn der Mensch sein Erwachen für die Welt hatte, so zeigte sich auch in seinem Geist, aus seiner Ruhelosigkeit und seinem Ahnungsvermögen heraus die tiefe Sehnsucht, das Leben zu verstehen und zu schauen, das jenseits der materiellen Schöpfung ist, jenseits der Materie und der Wissenschaft.

    31. So entstand die geistige Verehrung Gottes, damit der Geist sich durch sie nährt und hohe Erkenntnisse erlangt und er gemäß der Wissenschaft lebt, die von meinem Gesetze der Liebe inspiriert ist.

    32. Nicht alle Menschen haben sich Mich im Unendlichen, im Geistigen und Unsichtbaren befindlich vorgestellt. Während daher seit den Anfängen der Menschheit einige Mich jenseits alles Materiellen gesucht haben, haben andere es mittels äußerlicher Kulte getan. Dies sind jene, welche Mich in den Sternen, in den Naturkräften und in Geschöpfen suchten, bis sie zur Einsicht gelangten, dass Der, welcher alles geschaffen hatte, was sie anbeteten, sich im Unendlichen befand, und Er es war, den sie anbeten sollten.

    33. Mit der Zeit hat sich die Menschheit in ihren Glaubensüberzeugungen und in der Erkenntnis des Geistigen weiterentwickelt, wobei sie, durch göttliche Eingebungen erleuchtet, ihre Gottesverehrung vervollkommnete. Dennoch fühlen Mich noch in der heutigen Zeit viele meiner Kinder nur durch Gebilde der Schöpfung, Riten, Bilder und Symbole. Und zwar deshalb, weil der Geist, noch immer durch die Traditionen abgelenkt, sich mit dem wenigen zufrieden gibt, das er mit seiner geringen Erhebung erlangt. Aber angesichts der Geheimnisse ist für ihn die Stunde der Beunruhigung gekommen, und er erleidet Nöte und macht Prüfungen durch, wie er sie bisher niemals auf seinem Wege angetroffen hat. Daraufhin wird er erwachen und sich aufmachen, um zu fragen, um zu forschen, wie er es bereits tat, als er den Grund für das Leben auf der Erde wissen wollte.

    34. Was ist es, was ihr in diesen Augenblicken auf der Erde am meisten ersehnt? —Frieden, Gesundheit und Wahrheit. Wahrlich, Ich sage euch, diese Gaben wird euch nicht eure Wissenschaft geben, so wie ihr sie angewendet habt.

    35. Die Gelehrten befragen die Natur, und sie antwortet ihnen auf jede Frage; doch hinter jenen Fragen stehen nicht immer gute Absichten, gute Gesinnungen oder Nächstenliebe. Die Menschen sind unmündig und unverständig, die der Natur ihre Geheimnisse entreißen und ihr innerstes Wesen entweihen — nicht um sie zu ehren, indem sie aus ihren Quellen die Grundstoffe entnehmen, um sich gegenseitig Gutes zu tun wie wahre Geschwister, sondern um eigensüchtiger und zuweilen verderblicher Ziele willen.

    36. Die ganze Schöpfung spricht zu ihnen von Mir, und ihre Stimme ist die der Liebe; doch wie wenige wussten diese Sprache zu hören und zu verstehen!

    37. Wenn ihr bedenkt, dass die Schöpfung ein Tempel ist, in dem Ich wohne, fürchtet ihr da nicht, dass Jesus dort erscheint, die Geißel ergreift und die Händler und alle, die ihn entweihen, verjagt?

    38. O geliebtes Volk, ergründe und begreife meine Unterweisung, öffne deinen Verstand und lasse mein Licht in ihn eindringen; dies Licht wird aus euren Werken sprechen, auch wenn euer Wort schwerfällig ist. Es gefällt Mir, dass euer Wort unbeholfen ist, denn euer Geist wird es sein, welcher von Mir Zeugnis ablegt.

    39. Das Schicksal eines jeden von euch ist verschieden, doch das Ziel von allen ist das gleiche: zu Gott zu kommen.

    40. Einige von euch leiden, und damit sühnt ihr eure Verstöße gegen mein Gesetz in den vergangenen Zeiten; andere trinken den Leidenskelch durch die Bosheit ihrer Mitmenschen. Die ersteren reinigen sich in den Prüfungen des Lebens, die letzteren haben den gleichen Kelch zu leeren, den sie ihren Mitmenschen zu trinken gaben. Aber wahrlich, Ich sage euch, bei den einen wie bei den anderen zeigt sich die liebevolle und vollkommene Gerechtigkeit eures Herrn.

    41. Liebet einander, erfüllt mein Liebesgesetz, damit das Licht des Friedens und der Eintracht im Osten erstrahlt, welcher sich zurzeit in den Finsternissen und Leiden des Krieges befindet. Fühlt den Schmerz der Menschen und erkennt, wie sie nach einem Retter suchen — wie verirrte Schafe, wenn sie klagend nach ihrem Hirten rufen.

    42. Wie viel Schmerz bedrückt die Menschen in dieser Zeit! Kaum wird ein Kind geboren, da beginnt es wegen seiner Mitmenschen bereits den Kelch des Leidens zu trinken. Einige verlieren die Mutter, bevor sie die erste Liebkosung fühlen, andere werden vom Getöse des Krieges taub, statt das süße mütterliche Wiegenlied zu hören.

    43. Das Paradies der ersten Menschen wurde in ein Tal der Tränen verwandelt, und jetzt ist es nur ein Tal des Blutes. Deshalb wecke Ich heute, da Ich gekommen bin, das meinen Jüngern gegebene Versprechen zu erfüllen, die Menschheit aus ihrem geistigen Schlafe auf und gebe ihr meine Liebeslehre, um sie zu retten. Ich suche die Geistwesen, welche die Bestimmung haben, in dieser Zeit meine Kundgebungen und mein Wort mit ihren Werken zu bezeugen.

    Wenn diese durch Mich Gekennzeichneten um mein Gesetz vereint sind, werden die Erde und die Sterne erschüttert werden, und am Himmel wird es Zeichen geben; denn zu diesem Zeitpunkt wird die Stimme des Herrn von einem Ende der Erde zum anderen gehört werden, und sein Göttlicher Geist, umgeben von den Geistern der Gerechten, der Propheten und der Märtyrer, wird die geistige und die materielle Welt richten.

    44. Dann wird die Zeit des Heiligen Geistes ihre Vollkraft erreichen. — Damit ihr euren Mitmenschen diese Prophetie bekannt macht, frage Ich euch: Wann werdet ihr euch zur Erfüllung eurer Aufgabe aufmachen als die Jünger dieser Zeit? Wann werdet ihr es ermöglichen, dass eure Mitmenschen euch hören und vor der Stimme ihres eigenen Gewissens erzittern? Wann werdet ihr der Menschheit dies Wort des Lichtes und der Liebe bringen?

    45. Es ist mein Wille, dass ihr euch vereinigt, damit in jeder Versammlungsstätte und in jeder Bruderschaft der „Geschmack eurer Frucht“ einheitlich ist. Warum sollten sie verschiedenen „Geschmack“ anbieten, da sie doch alle Reben desselben Weinstocks sind?

    46. Lernet, handelt und erhebt euch vereint, damit eure Kraft geachtet wird. Gebt keinen Anlass, dass falsche Kundgebungen meiner Göttlichkeit im Schoße von Sekten oder Kirchen auftauchen, seid nicht der Grund dafür, dass falsche Propheten aufstehen, welche die Menschenmengen mit ihrem Worte betören.

    47. Habt acht, ihr Seher! Wenn ihr von eurem Vater geprüft worden seid, wenn selbst eure Angehörigen euch verkannt haben, so fürchtet euch nicht; erinnert euch, dass Jesus in seiner Heimat verkannt wurde und in andere Gegenden gehen musste, um Glauben zu finden. „Niemand ist Prophet in seinem Vaterland“ sagte Er euch.

    48. Wenn sie an euren Gaben gezweifelt haben, so werden andere Herzen kommen, die euch wirklich glauben. Einige von euch werden in fremde Länder gehen, wo ihr mehr Vertrauen in euer Zeugnis antreffen werdet als im Schoße dieses Volkes.

    49. Um euch bei eurer Aufgabe zu helfen, hat euch der Meister seine Unterweisung gegeben, und Er wird niemals müde, es zu tun, denn Er ist „Das Wort“ des Vaters.

    50. Geliebte Jünger, gebt einem Kranken den heilenden Balsam, tut es mit Liebe, mit wahrer geistiger Zubereitung, damit ihr erreicht, dass der Leidende den göttlichen Trost erfährt.

    51. Bei einigen Gelegenheiten habe Ich euch gewährt, dass wahre Wunder geschahen, ohne dass eure Vorbereitung euch ein Anrecht darauf gegeben hat; doch jetzt sage Ich euch, dass ihr eure Vorbereitung nicht vernachlässigen dürft, denn Ich werde euch überraschen, euch warnen, indem Ich euch das, was ihr erhofft, nicht gewähre, um euch verstehen zu lassen, dass ihr euch nicht vorzubereiten wisst, um ein wahres Werk der Barmherzigkeit zu vollbringen.

    52. Lasst es nicht zu, dass sich durch seinen Schmerz allein der Kranke ein Anrecht auf meine Wohltaten erwirbt; ihr müsst seine Verdienste mit denen eurer Nächstenliebe vereinen, dann wird sich meine Gnade in beiden bekunden. Wo immer ihr seid, sollt ihr Verdienste erwerben, damit ihr jedes Mal, wenn ihr für eure Brüder Fürbitte einlegt, würdig seid, Mich um das zu bitten, was ihr zum Wohle eurer Nächsten braucht.

    53. Bewahrt die geistige und körperliche Vorbereitung, denn ihr kennt nicht den Augenblick, an dem ihr ein Werk der Barmherzigkeit tun müsst, und es wird mein Wohlgefallen finden, euch zu Trägern des Balsams, des Friedens oder dessen zu machen, was euren Brüdern am meisten fehlt. Begreift das Schöne der Aufgabe, die ihr durch eure Sühneleistung erfüllt, damit ihr euer Kreuz mit der ganzen Liebe, derer ihr fähig seid, umarmt.

    54. Hier auf der Welt nehmt ihr die Stimme eures Gewissens nicht so klar wahr, wie ihr sie hören werdet, wenn ihr im Geistigen seid; deshalb vernachlässigt ihr oft die Erfüllung eurer Aufgabe. Doch denkt daran, dass dieselbe euch immer erwartet, wie ferne auch der Zeitpunkt eures Scheidens in das Jenseits sei, und dass, wenn ihr die Augen in einer neuen Welt öffnet, nur das Licht zu euch gelangen wird, das ihr in eurem Kampfe erreicht habt, und ihrden Frieden besitzen werdet, auf den ihr euch ein Anrecht erworben habt durch die Verdienste, die ihr erlangt habt.

    55. Wisst ihr, wie ihr nach meinem Willen zur nächsten Wohnstätte kommen sollt, wo Ich euch erwarte? — Voller Frieden, erleuchtet durch das Licht der Weisheit, welches in jedem reinen Geist erstrahlen soll; ohne Ungewissheiten, ohne Tränen.

    56. Niemand soll glauben, dass — als er in diese Welt kam — ihn mein Werk überraschte, indem es ihm eine Aufgabe übertrug; nein, das wäre allzu viel Unwissenheit, wenn man im Lichte lebt. Ich bin nur gekommen, um euch das wiedererkennen zu lassen, was ihr im Geistigen erhalten habt, bevor ihr zur Erde gesandt wurdet.

    57. Also, geliebte Jünger, wenn euer Geist hierfür gekommen ist, weil Ich es ihm so befohlen habe und jeder von euch es so wünschte und annahm, so denkt daran, dass ihr nicht zu Mir zurückkommen dürft, ohne den Auftrag erfüllt zu haben, welchen ihr zu erfüllen versprochen habt; denn andernfalls würde es sehr schmerzlich für euren Geist sein.

    58. Ergründet mein Wort, erlaubt nicht, dass irgendetwas oder irgendjemand euch an der Erfüllung eurer Aufgabe hindert, dass irgendetwas euch zum Verzicht auf all das veranlasst, was denen als Lohn zusteht, welche auf der Welt Soldaten Gottes, Apostel seiner Wahrheit waren.

    59. Um euch bei eurer Sühne zu helfen, gebe Ich euch mein Wort, und sein Licht leitet euch zur Vollkommenheit.

    60. Hört Mir unermüdlich zu, lernt von Mir. Hört auf Elias und nehmt euch ein Beispiel an seiner Tugend, damit ihr gleich ihm Hirten einer Anzahl von Geistwesen seid, die euch mein Wille zugewiesen hat.

    61. Auf alle schaue Ich mit Liebe, und Ich sage euch, dass Ich in dieser Zeit nicht nur gekommen bin, um euch zu liebkosen und euch meinen Frieden zu geben, sondern um euch zu unterweisen, euch verständlich zu machen, dass ihr Besitzer geistiger Gaben seid, mit denen ihr den Menschen in ihrer Drangsal helfen sollt, um sie bis zum Ende ihrer Sühne zu fuhren.

    62. Die Zeit der großen Prüfungen ist gekommen, doch der Geist ist noch immer schwach. Große Schmerzen und Umwälzungen erwarten ihn, und deshalb nähere Ich Mich gleich einem Rettungsboot, um meine Kinder aufzunehmen, indem Ich ihnen helfe, sich auf dem geistigen Pfade weiterzuentwickeln.

    63. Alle Geistwesen haben mein Gericht verdient, selbst jene der Kinder in den Armen ihrer Mütter haben Schmerz empfunden.

    64. Euch, Jünger, bereite Ich vor, damit ihr meine Lehre der Liebe und des Friedens zu allen Nationen tragt — damit ihr durch eure Auftragserfüllung eure Mitmenschen rettet. Naht euch den Kleinen und den Großen.

    Häufig werdet ihr vor Wissenschaftlern stehen, und vor ihnen müsst ihr Beweise von Vergeistigung geben. Wie viele werden sich beim Erkennen der Nutzlosigkeit ihres materiellen Wissens beschämt fühlen und werden bekennen, dass das, was die Wissenschaft nicht schaffte bei der Krankenheilung und bei der Lösung der Probleme, welche die Menschen quälen, die Liebe und die Barmherzigkeit meiner Jünger erreichte.

    65. Diese in der Welt wenig bekannte Nation wird verschwenderisch gesegnet sein. Ihr Boden wird ertragreich sein, und ihre Truhen werden sich öffnen, und den vom Kriege verwüsteten Nationen Nahrung senden. Der Geist ihrer Bewohner wird, von meiner Liebe angeregt, den Notleidenden Gedanken des Lichtes zusenden, und wenn die Zeit der Verkündigung gekommen ist, wird er mein Wort bringen, um mit ihm die Leidenden zu beleben und zu heilen.

    66. Viele Ausländer werden kommen, um sich euch in euren Ideen von Frieden und Eintracht anzuschließen. Die Vergeistigung wird sich als wohltätiger Same ausbreiten, und die Wahrheit, die sie verkündet, wird bekannt werden. Dann wird das Kind Mich mit Lauterkeit zu lieben verstehen, und der Quell der Gnade, dem alles Gute entquillt, wird sich über die Menschheit ergießen.

    67. Ich will, dass ihr in diesem Zeitabschnitt euren Auftrag erfüllt, und, wenn ihr ins Jenseits hinübergeht, eure geistige Arbeit fortsetzt. Lehrt eure Brüder, dass es ein einziges Gesetz voller Gerechtigkeit ist, das alle Geistwesen regiert, dass alle einen Platz in meiner Schöpfung einnehmen, und jeder durch Mich in seiner Erfüllung angespornt wird. Alles gehorcht unwandelbaren göttlichen Gesetzen.

    68. Wenn die Menschheit während dieser Zeit der Prüfungen schlecht über euch urteilt und euch für den Krieg der Ideologien, für die Zerstörung der Nationen und für das Ausbleiben des Friedens verantwortlich macht, so verzagt nicht und lasst euch nicht beirren, verharret im Beten und Wachen. Fürchtet euch nicht vor Strafe, wenn ihr mein Gesetz erfüllt.

    69. Begreift, dass Ich den Ausbruch der Kriege zugelassen habe, damit der Geist der Menschen sich läutert. Jede Nation, Institution, und jedes Heim werden von meiner Gerechtigkeit heimgesucht, um den Grad an Fortschritt aufzudecken, in dem sie sich befinden.

    70. Arbeitet, wie Ich euch gelehrt habe; bringt die Sünder zur sittlichen Erneuerung; stellt (zerbrochene) Leben wieder her, bringt die zu Mir, die sich entfernt haben. Wenn dieser Zeitabschnitt dann vorüber ist, wird in allen Geistwesen das Licht des Wissens und der Erfahrung sein. Meine Lehre wird die Menschen anleiten, und es wird keine Verfälschungen oder schlechte Auslegungen in meinem Gesetze geben.

    71. Wenn Ich euch zuweilen „Kinder“ nenne, so deshalb, weil ihr vor meiner Göttlichkeit noch klein seid, und angesichts der Ewigkeit erweist sich euer Dasein als sehr kurz. Seht ihr nicht manchmal euer Glück in einer Kleinigkeit? Weint ihr nicht manchmal wegen etwas, was kein Grund für euren Schmerz sein sollte?

    72. Wahrlich, Ich sage euch, Ich suche nicht nur den Armen und Unbedeutenden, sondern auch den, welcher sich in der Welt ausgezeichnet hat, sei es durch seine Macht oder sein Wissen. An alle ergeht mein Ruf, damit sie die Läuterung ihres Geistes erlangen.

    73. Wenn Ich Mich bei den Armen in dem wenigen, das sie besaßen, fühlbar machte, um sie zuzubereiten und aufzurütteln, so werde Ich die, welche materielle Güter angehäuft haben, der Prüfung unterwerfen, damit sie meinen Ruf beachten. Den, der meiner Stimme gegenüber taub ist, werde Ich von dieser Welt wegnehmen und ihm im Geistigen Tale die Arbeit zeigen, die er auf der Erde nicht zu erfüllen verstand.

    74. Diese Unterweisung soll euch als Lehre dienen. Häufet Verdienste an, bevor ihr euch von dieser Welt entfernt, hinterlasst Trost, Gesundheit und Frieden als Spur eures Lebensweges; wenn ihr es nicht tut, werdet ihr morgen Tränen vergießen.

    75. Euer Herz muss stark werden, um den Prüfungen standzuhalten, die es erwarten. Ich habe euch gesagt, dass ihr Verfolgungen und Verleumdungen erleiden werdet, dass euch die Schuld an der religiösen Verwirrung gegeben wird, welche in Erscheinung treten wird; doch Ich werde über euch wachen und euch weiterhelfen.

    76. Entfernt aus euren Herzen den Abscheu, den ihr vor jenen empfinden mögt, welche an Krankheiten leiden, die ihr ekelhaft nennt; und bekämpft den Widerwillen, den ihr verspüren könntet, wenn ihr einem Totschläger gegenübersteht oder jemandem, welcher in den Lastern den Verstand verloren hat. Reicht ihnen eure Hand, gebt ihnen tiefstempfundene Worte. Betet für sie. Ich allein weiß, was sich in jeder dieser Existenzen verbirgt. Ich allein kenne die Ursachen ihres Falles.

    77. Ich allein kann vergeben und jene freisprechen, welche von der menschlichen Gerichtsbarkeit verfolgt und verurteilt werden.

    78. Ich stärke euren Geist mit meinem Worte; denn vieles ist es, was ihr noch in eurem Herzen erleben und empfinden müsst.

    79. Ich mache eure durch euren Materialismus teilnahmslos gewordenen Gefühle wieder empfindsam. Gestern fühltet ihr den fremden Schmerz nicht; aber bald werden eure Augen um des Leidens eurer Mitmenschen willen viele Tränen vergießen.

    80. Die Felder sind reichlich vorhanden, doch die Arbeiter sind knapp. Ihr solltet zu den Arbeitern gehören, die lernen, diesen gesegneten Samen auszusäen! Tut es jetzt, da ihr auf der Erde lebt, damit ihr mit Verdiensten ins Jenseits kommt.

    Mein Friede sei mit euch!