Unterweisung 320

1.  Selig das Menschengeschlecht, weil es die mensch­gewordene Gegenwart ihres Herrn gehabt hat. Glücklich sei die menschliche Gattung, weil sie jenes Liebeserbe empfangen hat.

2.  Mein Dasein auf der Welt durch Jesus geschah im Land Palästina, mein Predigen dauerte nur drei Jahre, es waren nur wenige Dörfer, die Ich besuchte, und die Menschenmenge, die Mich nach Golgatha begleitete, war nicht sehr zahlreich. Dennoch ist jenes Wort, das von den Lippen Jesu kam, zur Menschheit aller Zeiten gelangt. Es ist nicht nötig gewesen, auf der Suche nach Jüngern zu allen Ländern jener Zeit zu gehen, weil Ich wusste, dass mein Wort gleich einem Samen bald aus jenem Land hinausgetragen würde, um sich über alle Völker des Erdballs zu verstreuen. Jene, die Jesus vernahmen und seinen Tod miterlebten, waren stellvertretend für alle Generationen dabei, die danach kommen würden. Denn die Essenz meiner Lehre und die Liebe, mit der sich jenes Blut verströmte, waren für alle bestimmt.

3.  Verurteilt nicht jenes Volk, weil es in Jesus nicht den Messias erkannt hat, und weil es Ihn geopfert hat. Seid nicht empört bei dem Gedanken, dass Der, den sie verhöhnt haben, Gott Selbst gewesen ist. Wahrlich, Ich sage euch, Ich allein bin Richter. Viele von denen, die jenes Volk als ungerecht verurteilen und ihm nicht vergeben, dass es den Meister geopfert hat, erfahren einen Zerfall in ihrem Herzen, ohne sich dessen bewusst zu sein, weil sie einen Platz eingenommen haben, der ihnen nicht zusteht.

4.  So, wie Ich, als Ich sterbend am Kreuz hing, angesichts einer Menge, die sich an meinen Leiden weidete, ausrief: „Mein Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, so könnte derselbe Satz von Mir täglich an euch gerichtet wiederholt werden. Denn obwohl ihr meinen Namen von Geburt an kennt, und ihr in eurem Gewissen meine Lehre, meine Gebote und meine Gesetze in euch habt, hört ihr nicht auf, Mir Beleidigungen entgegenzuschleudern und euch über meine Grundsätze lustig zu machen.

5.  Drei Zeitalter geistiger Offenbarungen habt ihr durchlebt, doch noch immer hat die Menschheit nicht den Tempel errichtet, den Ich erwarte. Dennoch: In dieser Dritten Zeit werden die Menschen auf dem Grund ihres Herzens das Allerheiligste aufrichten, wo die Lade sein wird, welche der Geist ist, der in seinem Inneren die Tafeln des Gesetzes aufbewahrt, welches in eurem Gewissen ist.

6.  Euch erscheint die moralische und geistige Umwandlung der Menschheit unmöglich, weil ihr euch sehr von den Prinzipien entfernt habt, die euch offenbart worden sind. Ihr könnt euch keine Welt vorstellen und noch weniger an eine glauben, in der die Liebe regiert, Frieden herrscht und Gerechtigkeit existiert.

7.  Ich sage euch, dass ihr an all dies nicht glauben könnt, weil ihr weder den Sinn meines Wortes, noch den meiner Werke erforschen wolltet. Wenn ihr ein bisschen eurer Zeit der geistigen Betrachtung widmen würdet, würdet ihr große Inspirationen erhalten und Weisheit erlangen.

8.  Wer von den Menschen vor 2000 Jahren hatte eine Vor­stellung von der gegenwärtigen Welt, die ihr durch die Kraft eurer Intelligenz geschaffen habt? Niemand. Daher wurden viele der alten Prophezeiungen nicht geglaubt, die diese Welt von heute ange­kündigt haben.

9.  Ich kündige euch prophetisch eine neue Welt und eine vergeistigte Menschheit an, doch wenn dies Wort bekannt wird, wird es wiederum nicht geglaubt werden.

10.  Generation um Generation wird vergehen, der Hochmut der Menschen wird Unwetter und Überschwemmungen, Seuchen und Plagen entfesseln, und das Wehgeschrei der Menschheit wird den Weltraum erschüttern. Doch nach alldem werden die neuen Erdenbewohner ein Leben der Selbstbetrachtung und der Vergeistigung beginnen und dabei den unermesslichen Schatz an Erfahrung nutzen, den die vergangenen Generationen ihnen vermachten, und der göttliche Same wird zu keimen beginnen.

11.  In jedem Geist existiert der göttliche Keim, da er aus Mir hervorgegangen ist, und so wie eure Kinder die Züge oder den Charakter ihrer Eltern erben, so werden die Geistwesen schließlich das offenbaren, was sie von ihrem Himmlischen Vater geerbt haben: die Liebe.

12.  Erinnert euch an jenen Tag, an dem Ich aus Liebe zu euch als Mensch am Kreuz starb. Erinnert euch an meine Passion ─ ja, aber tut es nicht mehr in der herkömmlichen Weise, an die ihr euch jahrhundertelang gewöhnt habt ─ eine äußerliche und sinnenhafte Weise, die in eurem Geist keine Saat hinterlassen hat, weil ihr euch nicht in den Sinn und die Essenz vertieft habt.

13.  Ich sehe, dass ihr, um euer Herz zu bewegen, meinen Tod durch blutige Darstellungen und Bilder dramatisiert, dass ihr weint und Trauerkleider tragt, als ob gerade ein Mensch gestorben wäre, und dass ihr Jahr für Jahr der Mutter euer Beileid bezeugt, ohne euch dessen bewusst zu sein, was ihr tut.

14.  Warum Maria Beileid bezeigen, obwohl sie niemanden verloren hat, da Der, der am Kreuz starb, zum Ewigen Leben auferstand? Warum wegen Mir Tränen vergießen, da Ich doch jenseits des Schmerzes und des Todes bin?

15.  Wahrlich, Ich sage euch, ihr solltet lieber um euch selbst weinen und Trauer über eure Sünden empfinden und in eurem Herzen trauern wegen so vieler Tugenden und edlen Gefühle, die in euch gestorben sind.

16.  Ich möchte, dass ihr, ohne auf Jahrestage, Daten oder traditionelle Gedenktage zu warten, euch in Zusammenkünften oder im Schoß eurer Familien vereinigt und, indem ihr jene Beispiele und Werke nochmals durchgeht, die Ich euch in der Zweiten Zeit lehrte, euch voller Vergeistigung und Erhebung sammelt, um über mein Wort zu meditieren und es auszulegen. Denn dann hättet ihr wirklich einen Nutzen für euren Geist, weil ihr den Sinngehalt oder die Essenz meiner Werke und meiner Worte entdecken würdet.

17.  Versucht nicht, Mitleid mit Mir zu fühlen, denn in Mir gibt es nichts, das die Menschen zum Bedauern veranlassen könnte. Lasst euch stattdessen von jener Liebe inspirieren, die Ich euch während eines ganzen Lebens bewies, und wendet jenes Mitleid, jenes Bedauern darüber, zu beleidigen, und jene Gewissensbisse bei euren Nächsten an, unter denen es Tausende gibt, die jedes Mitleids und jedes Mitgefühls würdig sind: die einen, weil sie sehr leiden; andere, weil sie sich in den Schmutz des Lasters gestürzt haben; wieder andere, weil sie nicht das Licht der Wahrheit kennen, und weitere, weil sie ohne Liebe leben, oder weil sie Hunger und Durst nach Gerechtigkeit und Frieden haben.

18.  Fühlt für sie wirklich Mitleid und Erbarmen, weint und bittet für sie. Aber tut vor allem etwas, das ihren Schmerz lindert oder ihr Leben verbessert. Dann werdet ihr wirklich auf dem Weg sein, meine Lehre zu begreifen, meinen Opfertod zu verstehen und meinen Willen richtig zu deuten.

19.  Die Liebe untereinander wird die einzige Verhaltensweise sein, um mein Wort zu befolgen und meinem Geist wohlgefällig zu sein.

20.  Ich sagte am Kreuz durch Jesus: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Nach vielen Jahrhunderten kann Ich dieser Menschheit erneut sagen, dass sie noch immer nicht weiß, was sie tut. Denn häufig verfälscht sie den Sinngehalt des Gesetzes oder der Lehre, die Ich ihr offenbart habe, und verstößt gegen beide, im Glauben, sie zu ehren und sie zu erfüllen.

21.  Wenn ihr meine Lehre verstehen und fühlen würdet, würde Liebe durch eure Adern strömen und zu euren Geschwistern fließen, die ein Teil von Mir sind. Aber ihr seid weit davon entfernt, einander zu lieben, und davon gebt ihr mit nahezu allen euren Werken Beweise.

22.  Erinnert euch in euren Gedächtnisfeiern, dass Ich, der Göttliche Meister, aus Liebe zu euch das Geistige Reich verließ und Mensch wurde, um bei den Menschen zu wohnen ─ dass Ich mein Reich verließ, um Mich in eurer Welt als ein Menschenwesen im Dienst der Notleidenden zu zeigen ─ dass der Vater alles Geschaffenen, in Christus seiend, zu euch kam, um der Demütigste zu sein, und um euch sein ganzes Leben zu widmen.

23.  Meine Lehre lehrte, dass man, je mehr man besitzt, desto mehr geben muss, und dass man, je größer man ist, desto demütiger sein muss.

24.  Welche sind die, die Mich in dieser Zeit zum Vorbild nehmen? Welche sind fähig, von einem Thron oder von einem Ehrenstuhl herabzusteigen, um sich unter Armen und Notleidenden aufzuhalten und ihnen Leben zu spenden? Ich entdecke sie nicht, obwohl eure Welt so groß und die Menschheit so zahlreich ist.

25.  Wenn einmal solche Beispiele in Überfülle auf der Erde zu finden sind, dann werdet ihr sagen können, das ihr mein Wort und meine Beispiele beherzigt; dass ihr sie lebt.

26.  Von Generation zu Generation und von einem Zeitalter zum anderen haben sich die Menschen immer mehr von den göttlichen Gesetzen entfernt, wodurch ein Rückschritt in der geistigen Ordnung entstand.

27.  Wenn ihr einen Augenblick innehaltet, um eure Welt zu betrachten, um sie durch die Vernunft zu sehen, als ob ihr auf der Höhe eines Berges wäret und eine Stadt betrachtet, so würdet ihr beobachten, dass die Menschen ihre Leidenschaften und ihre Intelligenz entfaltet haben und sie immer für irdische Ziele eingesetzt haben.

28.  Wenn ihr euch erforscht und nachdenkt, werdet ihr entdecken, dass sich nirgendwo ein Zeichen von wahrer Vergeistigung zeigt ─ etwas, das beweist, dass im Menschen ein Lichtwesen wohnt.

29.  Wenn ihr von diesem Berg eurer Betrachtungen herab­steigt, werdet ihr es bekümmert, traurig tun ─ mit der Erkenntnis, dass ihr euch weit von den göttlichen Gesetzen entfernt habt, die das geistige Leben regieren.

30.  Auf eurem Weg werdet ihr den kleinen, tiefer-stehenden Wesen begegnen: einer Biene, einer Ameise, einem Wurm, und ihr werdet sagen: „Vater, warum erlaubst Du diesen Wesen, die unter uns stehen nicht, zu sündigen, und lässt dagegen deine geistigen Kinder, wie wir es sind, sehr wohl sündigen?“ Ach, ihr Kleinen, die ihr es wagt, eurem Herrn solch unsinnige Fragen zu stellen!

31.  Ich habe euch schon dabei überrascht, wie ihr diese Geschöpfe um die Unbeschwertheit und den Frieden beneidet, in dem sie leben. Ich habe euch schon die Vögel beneiden sehen wegen der Freude in ihren Nestern, die sie zu einem Heim gemacht haben, und Ich habe vernommen, wenn euer Herz sich gesagt hat: „Verdienen diese Wesen etwa größere Segnungen als die Kinder Gottes?“ Jetzt sage Ich euch, dass ihr euch so fragt und abquält, weil ihr meine Lehre nicht zu studieren versteht, bis ihr die Wahrheit findet.

32.  Seht ihr nicht, dass diese Geschöpfe nur eine Heimstatt haben, welche die Erde ist, und dass es gerecht ist, dass sie auf ihr ihren Himmel und ihre Wonne haben? Erkennt ihr nicht, dass Ich sie dazu veranlasse, einer Macht zu folgen, welche das Naturgesetz ist? Da sie innerhalb des Gesetzes leben, müssen sie in den Genuss von all dem kommen, was das Gesetz enthält, welches Liebe, Frieden, Wohlergehen, Wonne, Aktivität, Leben ist.

33.  Ihr Menschen habt die Möglichkeit, etwas kennenzulernen, das jenseits der irdischen Natur ist, und welches das Geistige Leben ist. Dafür wurde euch der Weg offenbart, der zum Reich eures Vaters führt. Aber Ich habe euch die Freiheit gelassen, diesen Weg einzuschlagen, oder auch nicht ─ aufwärts zu steigen oder abzusteigen, euch zu nähern oder zu entfernen. Denn dies ist die Weise, wahre Verdienste gegenüber dem Vater zu erwerben und Ihm zugleich eure Liebe zu beweisen.

34.  Das vernunftlose Wesen leitet der Instinkt, der seine innere Stimme, sein Meister, sein Führer ist. Er ist wie ein Licht, das von seiner Mutter, der Natur, stammt und ihm den Weg erhellt, den es in seinem Leben zurückzulegen hat ─ auch dies ein Weg der Gefahren und Risiken. Euch Menschen leitet der Geist, euch Geistwesen führt das Gewissen, welches das Licht ist, das der Göttliche Geist in seine geistigen Kinder gelegt hat.

35.  Die Bestimmung der Kinder der Natur ist auf der Erde, hier beginnt sie und hier endet sie. Die Bestimmung des Geistes dagegen beginnt bei Mir und wird niemals enden. Denn wenn er sich über das irdische Leben erhebt, wenn er über die Welten der Ver­vollkommnung hinausgelangt und in die Ewigkeit eingeht, wird er von einer Heimstatt zur anderen ziehen und dabei neue Welten voller Weisheit entdecken, immer mehr Freude empfinden, immer mehr lieben.

36.  Hört nicht auf, über eure Bestimmung nachzudenken, und versäumt auch nicht, eure tiefer-stehenden Geschwister zu beobachten, denn bei ihnen werdet ihr unendlich viele Beispiele von Weisheit entdecken, die euch ─ auf euer Leben angewendet ─ gute Früchte ernten lassen werden.

37.  Nehmt euch ein Beispiel an der Harmonie, mit der jede Gattung lebt, an der Aktivität derer, die emsig sind. Beherzigt die Beispiele von Treue oder von Dankbarkeit. Es sind Beispiele, die göttliche Weisheit enthalten, da sie von meinen Geschöpfen stammen, gleichfalls aus Mir hervorgegangen, damit sie euch umgeben und begleiten auf eurer Welt, damit sie an dem teilhaben, was Ich in die Erde gelegt habe, und damit ihr in ihnen die Stimme entdeckt, die euch sagt, dass, wenn ihr das Göttliche Gesetz buchstabengetreu erfüllt und euch von der Stimme des Gewissens leiten lasst, wie sie sich vom Instinkt leiten lassen, ihr die Harmonie kennenlernen, ihr den Frieden erfahren werdet, und es euch zur Mehrung eurer Güter, zum Überfluss und zum geistigen und menschlichen Fortschritt bringen wird.

38.  Glaubt ihr, dass derjenige, der über all dies tief nachdenkt, danach fähig wäre, einen Krieg zu schüren? Glaubt ihr, dass derjernige, der die Stimme seines Gewissens klar vernommen hat, sich aufmacht, um seine eigenen Nächsten zu demütigen? Nein, geliebtes Volk. Kommt also zu dem Schluss, dass ihr über meine Offenbarungen meditieren müsst, dass auch die Welt nachdenken muss, damit der Geist sich bei jenen Betrachtungen erhebt, der Verstand in Verzückung gerät, und ─ mit einem Wort ausgedrückt  ─ der Mensch wirklich die Stimme des Gewissens vernimmt und befolgt.

39.  Denkt über die Lektion dieses Tages nach und lehrt (andere), über sie nachzudenken. Sie ist eine Botschaft, die ihr den Herzen eurer Geschwister mit der Herzlichkeit nahebringen müsst, wie Ich sie euch gegeben habe. Denn ihr müsst eine Mission erfüllen, und darum bin Ich in dieser Zeit gekommen, um euch mein Wort zu bringen. Doch habe Ich Mich für diese Kundgabe nicht derer bedient, die ihren Verstand in der Gelehrsamkeit dieser Welt stark geschult haben, sondern derer, die in ihrer Demut meine Jünger der Zweiten Zeit zum Vorbild genommen haben.

40.  Zeigt ihr mein Werk ohne Furcht, denn es muss die Welt zu allen Zeiten erleuchten.

41.  Bereitet euch zu, damit mein Wort in euren Herzen geschrieben bleibt, damit ihr wie euer Meister seid; damit ihr, weil ihr demütig seid, meine wahren Jünger seid. Bringt die Wahrheit, damit durch sie die ganze Menschheit erleuchtet wird.

42.  Übt die Tugenden aus und schließt euch wie zu einem einzigen Jünger zusammen. Aus diesem Buch werden alle die Unterweisungen mit sich nehmen, und so werden die Letzten die Ersten sein.

43.  Geliebtes Volk: Mit welcher Hingabe vernehmt ihr dieses Wort, das euch unterweist und euch die Ereignisse ankündigt, die ihr in Kürze bei euch in Erfüllung gehen sehen werdet.

44.  Die Menschheit wird große Schritte auf die Vergeistigung zu machen; ihr Geist wird die menschlichen Grenzen überschreiten und zu höheren Lebenswelten gelangen können, um mit ihren Geschwistern Zwiesprache zu halten und das Licht zu empfangen, das sie ihr anzubieten haben. Sie wird auch zu den Lebensebenen herabkommen können, auf denen sich Wesen von geringerer Erhebung, zurückgebliebene Wesen, aufhalten, um ihnen zu helfen, ihr armseliges Dasein hinter sich zu lassen, und sie auf einen besseren Lebensplan zu setzen. Die Stufenleiter, auf jene der Geist zu seiner Vervollkommnung emporsteigt, ist sehr lang; auf ihr werdet ihr Wesenheiten von unendlich vielen verschiedenen Ent­wicklungsstufen begegnen, und ihr werdet ihnen etwas von dem, was ihr besitzt, anbieten, und auch sie werden euch ihrerseits etwas von ihrem geistigen Reichtum schenken.

45.  Dann werdet ihr entdecken, dass dies nicht die einzige Welt ist, die um ihre Verbesserung ringt. Ihr werdet erfahren, dass sich auf allen Planeten der Geist entwickelt, dass er sich auf allen pulsiert und wächst in Erfüllung seiner Bestimmung, und Ich will, dass ihr euch vorbereitet, damit ihr mit all euren Geschwistern einen Bund schließt, dass ihr euch mit ihnen austauscht in jenem heiligen Verlangen, einander zu erkennen, zu lieben und beizustehen. Tut es in meinem Namen und in unbedingtem Gehorsam, mittels eurer Gedanken. Wenn ihr mit dieser Übung beginnt, werdet ihr nach und nach ihre Bitten, ihre Lehren und Wohltaten richtig zu deuten wissen.

46.  Ich sehne Mich danach, dass ihr mit euren Geschwistern auf diesem und außerhalb dieses Planeten, der derzeit euer Heim ist, in Einklang seid. Schließt Bande der Freundschaft, bittet um Hilfe, wenn ihr sie benötigt, und eilt auch denen zu Hilfe, die euch um das bitten, was ihr besitzt.

47.  Wie sehr lieben und beschützen euch die Wesen, die in dieser Zeit dazu bestimmt sind, euch zur Erkenntnis meiner Wieder­kunft zu bringen, und wie wohltätig nehmen sie Einfluss auf diese Menschheit! Ich allein sehe diese ständige Bemühung und kenne ihre Verdienste. Ich segne sie, weil ihr Werk groß ist. Wenn ihr in euer geistiges Leben einzudringen verstündet, würdet ihr es mit Fürsorge, mit Wundertaten erfüllt sehen, die ihr euren geistigen Wohltätern verdankt. Sie arbeiten in verschiedenen Missionen auf eurer Welt, ohne dass ihr ihre Güte und ihre Bemühung auch nur erahnt. Ich sage euch nur, dass sie ständig darum ringen, das Leben der Menschen wieder zur Ordnung und zur Gerechtigkeit zurück­zubringen.

48.  Helft ihnen bei ihrer schwierigen Mission, begreift ihre Liebe, ihre Selbstlosigkeit, und werdet zu ihren Mitarbeitern in diesem großen Werk!

49.  Nicht nur in dieser Zeit, sondern seit der erste Mensch die Erde bewohnte, wurde die Geisterwelt gesandt und sie hat sich bekundet, wobei sie an euren Leiden und an euren Freuden Anteil nahm. Ich habe es so bestimmt, damit ihr euch nicht verlassen oder fern von euren geistigen Geschwistern fühlt. Wenn ihr einmal zur Einfachheit zurückkehrt, wenn ihr einmal in Kontakt mit diesen Wesen seid und sie von Nahe seht, werdet ihr ihr Werk erkennen und sie segnen. Und wenn ihr einmal die Erde verlasst, um die Reise zu eurer nächsten Wohnstatt anzutreten, werdet ihr mit ihnen, welche die Beschützer eures Lebens waren, gemeinsam (dorthin) gehen. Doch nachdem ihr die Tugend eurer geistigen Geschwister kennengelernt habt ─ wünscht ihr dann nicht für eure kleinen Geschwister das zu sein, was für euch eure Schutzengel sind?

50.  Ich offenbare euch derzeit das, was eurem Weltverständnis verborgen war, weil Ich nicht will, dass euch unbekannt bleibt, was in eurem Leben grundlegend ist: die Unsterblichkeit eures Geistes, sein immer aufwärtsführender Weg und sein Endziel in Mir.

51.  Legt den Weg Schritt für Schritt zurück, lebt auf der Erde, aber blickt immer zum Himmel empor. Denkt daran, dass ihr vom Augenblick an, an dem ihr eure Reise begonnen habt, das ewige Leben lebt, und dass jede Prüfung, die ihr durchmacht, euch Mir näher bringt, und dass jede zurückgelegte Wegstrecke die Zeit eures Rückweges kürzer macht.

52.  Ihr habt die ersten Lichter dieser Ära der Vergeistigung erblickt, aber deren volle Entfaltung werdet ihr nicht von dieser Welt aus sehen. Es werden eure Nachkommen sein, die euer Werk fortsetzen werden. Doch Ich werde euch gewähren, eure Saat weiterhin zu betreuen, so wie Ich erlaubt habe, dass die Geistwesen derer, die eure Eltern gewesen sind, weiterhin über eure Auftragserfüllung wachen.

53.  Wirkt für das Gute auf dieser Welt, bringt mein Wort zu den Herzen. Oftmals werdet ihr bei den einen kein Gehör finden, aber bei anderen werdet ihr Widerhall finden, und ihnen sollt ihr diese Lehre in reichem Maß zuteilwerden lassen, die Ich euch gegeben habe, damit ihr sie allen euren Geschwistern übermittelt.

54.  Heute habt ihr mein Wort, das die gleiche und einzige Essenz offenbart, die Ich euch zu allen Zeiten übergeben habe: die Liebe. Die Prinzipien, auf die sich mein Gesetz und meine Lehre gründen, sind unwandelbar und ewig.

55.  Heute komme Ich im Geist, um meine Wahrheit und meine Gegenwart mittels des Göttlichen Lichts zu offenbaren, so wie Ich in jener Zweiten Zeit mein Wort in Jesus Mensch werden ließ, um euch meine Wahrheit durch das Wort zu offenbaren und es mit Blut zu besiegeln. Es war notwendig, zu den Menschen zu kommen, mit ihnen zusammenzuleben, sich so fühlen und sehen zu lassen, wie sie sehen und fühlen, um ihnen Beweise von der unendlichen Liebe zu geben, die mein Geist zu den Menschen fühlt.

56.  Ich, Christus, offenbarte durch den Menschen Jesus die Herrlichkeit des Vaters, seine Weisheit und seine Macht. Die Macht wurde angewandt, um Wunder zu vollbringen zum Wohl derer, die in ihrem Geist Glauben benötigten, in ihrem Verstand Licht und in ihrem Herzen Frieden. Jene Macht, welche die Kraft der Liebe selbst ist, wurde über die Notleidenden ausgegossen, um sich ihnen ganz hinzugeben, was so weit ging, dass Ich sie für meinen eigenen Körper nicht gebrauchte, der sie in der Todesstunde gleichfalls benötigte.

57.  Ich wollte keinen Gebrauch von meiner Macht machen, um den durchdringenden Schmerz meines Körpers zu vermeiden. Denn als Ich Mensch wurde, geschah es in der Absicht, um euretwillen zu leiden und euch einen greifbaren göttlichen und menschlichen Beweis meiner unendlichen Liebe und meines Mitleids mit den Kleinen, den Notleidenden, den Sündern zu geben.

58.  Alle Macht, die Ich an anderen offenbarte ─ sei es, dass Ich einen Aussätzigen heilte, einem Blinden das Augenlicht wiedergab und Beweglichkeit dem Lahmen oder dass Ich die Sünder bekehrte und Tote auferweckte ─ alle Vollmacht, die Ich vor den Menschenscharen offenbarte, um ihnen Beweise für meine Wahrheit zu geben, indem Ich ihnen meine Autorität über die Naturelemente und meine Macht über Leben und Tod bewies, wollte Ich für Mich nicht anwenden, womit Ich zuließ, dass mein Körper jene Passion durchlebte und jenen Schmerz erlitt. Zwar hätte meine Macht meinem Körper jeden Schmerz ersparen können, aber welches Verdienst hätte ich dann in euren Augen gehabt? Welches für den Menschen begreifbare Vorbild hätte Ich hinterlassen, wenn Ich von meiner Macht Gebrauch gemacht hätte, um Mir den Schmerz zu ersparen? Es war nötig, Mich in jenen Augenblicken meiner Macht zu entäußern, die göttliche Kraft zurückzuweisen, um den Schmerz des Fleisches, die Trauer angesichts der Undankbarkeit, die Einsamkeit, den Todeskampf und den Tod zu fühlen und zu erleben.

59.  Daher baten die Lippen Jesu in der Todesstunde um Hilfe, da sein Schmerz echt war. Aber es war nicht nur der physische Schmerz, der den fiebernden und erschöpften Körper Jesu überwältigte ─ es war auch das geistige Empfinden eines Gottes, der mittels jenes Körpers geschunden und zum Gespött gemacht wurde von seinen blinden, undankbaren und hochmütigen Kindern, für die er jenes Blut vergoss.

60.  Jesus war stark durch den Geist, der ihn belebte, welches der Göttliche Geist war, und Er hätte gegenüber dem Schmerz un­empfindlich sein können und gegenüber den Angriffen seiner Verfolger unbesiegbar; aber es war notwendig, dass er Tränen vergoss, dass er fühlte, dass er immer wieder vor den Augen der Menge zu Boden stürzte, dass die Kräfte seines Körpers erschöpft waren und dass er sterben sollte, nachdem sein Körper den letzten Tropfen Blut verloren hatte.

61.  So wurde meine Mission auf Erden erfüllt; so endete das Dasein Jenes auf der Welt, den das Volk wenige Tage zuvor zum König ausgerufen hatte, als er in Jerusalem einzog.

62.  Diejenigen, die Mich empfangen hatten, waren dieselben, die Mich zur Schädelstätte begleiteten, und viele, die gesungen hatten: „Hosianna! Hosianna!“ schrien später: „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“ Aber viele, die Mich in ihr mit Liebe und mit Glauben zubereitetes Herz aufnahmen, folgten Mir auch treu bis zum letzten Augenblick nach und ließen ihre Tränen auf die Blutspur fallen, die der Meister hinterließ.

63.  Für die, die Mich durch das Licht ihres Geistes sahen, war Ich der menschgewordene Gott Selbst. Für jene, die Mich nur durch ihre Sinne sahen, war Ich nicht die Wahrheit, da sie mein Tod als Mensch verwirrte und sie sich betrogen fühlen. Diese waren es, die sich lustig machten, die sich Betrogene nannten in Erinnerung an die Nachdrücklichkeit, mit der Jesus ihnen ein Reich voller Freuden verhieß. Doch nun, da sie Ihn unter der Last des Kreuzes gebeugt und danach an ein schmachvolles Kreuz genagelt sahen, konnten sie nur noch lachen und hinausschreien, dass Jesus ein falscher Prophet war, der nicht zu leben verdiente.

64.  Es waren arme unwissende Verstandesmenschen, arme vermaterialisierte Geistwesen, die sich in ihren eigenen Mut­maßungen verfingen: „Wenn er der Sohn Gottes ist ─ warum ist er dann nicht aus den Händen seiner Unterdrücker und Henker gerettet worden? Wenn in seiner Stimme und in seiner Rechten die Macht ist ─ warum klagte er dann am Kreuz, dass er verlassen worden sei? Wenn er das Leben ist, der Tote auferweckte ─ warum starb er dann unter den Händen bedeutungsloser Menschen?“

65.  Es war noch nicht an der Zeit, dass das Licht die Geistwesen jener Geschöpfe erreichte. Sie mussten weiterhin auf den Wegen des Lebens wandern, um die göttliche Wahrheit meines Schmerzes und meines Todes verstehen zu lernen. Diejenigen dagegen, die Mich mit dem Geist liebten, hatten nicht einen Augenblick von Be­stürzung oder Zweifel, und je mehr sie ihren Herrn leiden sahen, desto größer war ihre Bewunderung angesichts jener Beweise unendlicher Liebe, vollkommenster Gerechtigkeit und Weisheit.

66.  Selbst der Räuber Dimas, von dem alle gesagt hätten, dass er ein Herz voller Finsternis besäße ─ unfähig, auch nur ein Atom meiner Wahrheit zu entdecken, vermochte meine Göttlichkeit zu erkennen, gerade dort, wo andere sie nicht mehr erkannten: am Kreuz. Er vermochte mein Licht zu erkennen, er konnte meine Liebe entdecken, er sah die Demut Jesu und die Blindheit der Welt, und da er auf Erden viel gelitten hatte, verurteilt worden war und das Blutgerüst kennengelernt hatte, verstand er Mich und sagte er sich in seinem Herzen: „Es ist richtig, dass ich als Räuber und Übeltäter an einem Kreuz sterbe. Aber warum reicht ihr diesen Kelch dem Meister ─ diesem Menschen, von dem ihr nur Wohltaten empfangen habt?“ Und als er die Geduld und die Demut sah, mit welcher der gerechte Jesus mit dem Tod rang, konnte er sich nicht zurückhalten (contenerse) und rief aus: „Herr, gedenke meiner, wenn Du in deinem Reich bist!“

67.  Ja, lieber Dimas, du warst mit Mir im Paradies des Lichts und des geistigen Friedens, wohin Ich deinen Geist als Belohnung für deinen Glauben trug. Wer hätte denen, die daran zweifelten, dass in Jesus ─ sterbend und blutend wie er war ─ ein Gott wohnte, wohl sagen können, dass sich im Räuber, der zu seiner Rechten im Todeskampf lag, ein Lichtgeist verbarg? Die Zeit verging, und als die Ruhe sich wieder einstellte, drangen viele von denen, die Mich abgelehnt und verspottet hatten, in das Licht meiner Wahrheit ein, weshalb ihre Reue groß und ihre Liebe in meiner Nachfolge unzerstörbar war.

68.  Ich habe der Welt vom Kreuz herab das Buch des Lebens und der geistigen Weisheit vermacht ─ ein Buch, das im Lauf der Jahrhunderte, der Zeitalter und Epochen von den Menschen gedeutet und verstanden werden sollte. Daher sagte Ich zu der vom Schmerz erschütterten Maria zu Füßen des Kreuzes: „Frau, dies ist Dein Sohn“, wobei Ich mit dem Blick auf Johannes zeigte, der in diesem Augenblick die Menschheit verkörperte ― jedoch die in einen guten Jünger Christi verwandelte Menschheit, die vergeistigte Menschheit.

69.  Auch an Johannes wandte Ich Mich mit den Worten: „Sohn, dies ist Deine Mutter“ ─ Worte, die Ich euch nun erläutern werde.

70.  Maria verkörperte die Reinheit, den Gehorsam, den Glauben, das Zartgefühl und die Demut. Jede dieser Tugenden ist eine Sprosse der Leiter, auf der Ich zur Welt herabkam, um im Schoß jener heiligen und reinen Frau Mensch zu werden.

71.  Jenes Zartgefühl, jene Reinheit und Liebe sind der göttliche Schoß, in welchem der Same des Lebens befruchtet wird.

72.  Jene Leiter, auf der Ich zu euch herabstieg, um Mensch zu werden und bei meinen Kindern zu wohnen, ist die gleiche wie jene, die Ich euch anbiete, damit ihr auf ihr zu Mir emporsteigt, indem ihr euch von Menschen in Lichtgeister verwandelt.

73.  Maria ist die Leiter, Maria ist der mütterliche Schoß. Wendet euch ihr zu, und ihr werdet Mich finden.

Mein Friede sei mit euch!