Kategorie: Band I

  • Unterweisung 28

    1. Jünger, die Zeit nähert sich, in der eure Mitmenschen zu euch kommen werden in dem Verlangen, euch zu befragen und die Bezeugung der Offenbarung zu verlangen, die Ich euch in der Dritten Zeit übergebe, um ihren Verstand zu erleuchten. Wenn dies geschieht, so verleugnet Mich nicht, indem ihr euch verbergt! Wenn Ich euch in dieser Etappe meiner Kundgebung mit so viel Liebe unterrichte, dann gerade deshalb, um euch zu lehren, meine Unterweisungen weiterzugeben, wann immer ihr gefragt werdet.

    2. Ich habe erlaubt, dass ihr meine Lehre auszuüben beginnt, mit dem Ziel, eure geistigen Gaben und Fähigkeiten zu entwickeln, damit, wenn die Zeit der Verkündung meines Wortes unter der Menschheit gekommen ist, eure Lippen nicht stammeln und euer Verstand nicht zu unbeholfen ist, um meine Wahrheit kundzutun.

    3. Eure Aufgabe ist es, dem Vorbild eures Göttlichen Meisters auf seinem Erdenwege nachzuleben. Erinnert euch: Wann immer Ich Mich in den Heimen zeigte, ließ Ich in allen eine Botschaft des Friedens zurück, heilte Ich die Kranken, tröstete Ich die Betrübten mit der göttlichen Vollmacht, die der Liebe eigen ist.

    4. Niemals unterließ Ich es, in ein Haus einzutreten, weil man Mir darin nicht glauben würde. Ich wusste, dass beim Verlassen dieses Ortes die Herzen seiner Bewohner voll überquellender Freude sein würden; denn ohne es zu wissen hatte ihr Geist durch meine Unterweisung in das Himmelreich geschaut.

    5. Zuweilen suchte Ich die Herzen auf, manchmal suchten sie Mich; doch in allen Fällen war meine Liebe das Brot des ewigen Lebens, das Ich ihnen im Sinngehalt meines Wortes gab.

    6. Bei einigen Gelegenheiten, bei denen Ich Mich in die Einsamkeit irgendeines Tales zurückzog, blieb Ich nur für Augenblicke allein, weil die Menschenmengen — begierig, Mich zu hören — sich ihrem Meister im Verlangen nach der unendlichen Güte seines Blickes näherten. Ich empfing sie und überströmte jene Männer, Frauen und Kinder mit der Zärtlichkeit meiner unbegrenzten Barmherzigkeit, weil Ich wusste, dass es in jedem Geschöpf einen Geist gibt, um derentwillen Ich zur Welt gekommen war. Dann sprach Ich zu ihnen vom Himmelreich, welches die wahre Heimat des Geistes ist, damit sie ihre innere Unruhe durch mein Wort besänftigen und sich an der Hoffnung stärken würden, das ewige Leben zu erlangen.

    Es kam vor, dass es unter der Menge verborgen jemanden gab, der die Absicht hatte, meine Wahrheit schreiend zu leugnen und zu versichern, dass Ich ein falscher Prophet sei; aber mein Wort kam ihm zuvor, bevor er noch Zeit gehabt hatte, seine Lippen zu öffnen. Bei anderen Anlässen ließ Ich zu, dass irgendein Lästerer Mich schmähte, um vor der Menge zu beweisen, dass der Meister angesichts der Beleidigungen nicht unwillig wurde, womit Ich ihnen ein Beispiel von Demut und Liebe gab.

    7. Es gab einige, die — von meiner Sanftmut beschämt — sich sogleich entfernten und bereuten, mit ihren Zweifeln Den verletzt zu haben, der mit seinen Werken die Wahrheit verkündete. Sobald sich die Gelegenheit bot, kamen sie zu Mir, folgten sie Mir auf den Wegen nach — weinend, gerührt von meinem Worte, ohne auch nur zu wagen, Mich anzusprechen, um Mich für die Beleidigungen, die sie Mir zuvor zugefügt hatten, um Vergebung zu bitten. Ich rief sie herbei, liebkoste sie mit meinem Worte und gewährte ihnen irgendeine Gnade.

    8. Ganz die gleichen Wege wirst du jetzt zurücklegen, o geliebtes Volk — es sind Pfade, die durch meine Beispiele von Liebe vorbereitet worden sind und die jetzt euch erwarten, Jünger des Heiligen Geistes, damit ihr mit meinem Worte und eurem Vorbild der Menschheit die Erlösung bringt.

    9. Vergesst nicht, dass die „Giftpflanze“ und das „Unkraut“ nur mit den Werken der Liebe und Barmherzigkeit vernichtet werden, die Ich euch durch Jesus lehrte.

    10. Ihr werdet die Wege voller Steine finden und die Felder mit Brennnesseln bedeckt. Aber euer Geist, von Elias geführt und im Glauben gestärkt, wird im Verlangen, den Leidenden den Balsam der Liebe zu bringen, mit dem Lichte der Wahrheit den Weg derer erhellen, die in Finsternissen leben. Er wird weder die Dornen des Weges noch den Schmerz fühlen, den der Zweifel und die Verständnislosigkeit ihm verursachen könnten.

    11. Geht auf diesem Wege, und je größer die Zahl der Herzen ist, die ihr mit überströmender Liebe beschenkt, desto größer wird eure Intuition sein, und desto tiefer und beständiger euer Glaube an die Werke, die Ich durch eure Vermittlung offenbaren werde.

    12. Wenn euch vor Beginn eurer Mission deren Erfüllung unmöglich oder schwierig erschien, so wird sie euch später immer leichter erscheinen, woran ihr euren geistigen Fortschritt feststellen könnt.

    13. Dies ist die Zeit, in der Ich alle Geistwesen auf der Erde inkarnieren lassen werde, mit denen Ich mein vielgeliebtes Volk bilden werde, damit sie mit ihren Werken der Liebe und Barmherzigkeit der Menschheit das Zeugnis des wahren Wissens über das Geistige Leben geben.

    14. Ihr, die ihr gekennzeichnet wurdet, um diesen Auftrag zu erfüllen, und die ihr das Wissen und die Gewissheit habt, zu meinem Volke zu gehören — freuet euch über diese Offenbarung, doch verzagt nicht angesichts des nahenden Kampfes; denn wahrlich, Ich sage euch, die Soldaten, die für die Wahrheit kämpfen sollen, dürfen keine Furcht vor den Gegnern fühlen, welche die Menschheit ihnen entgegenstellt.

    15. Alle, die ihr in eurem Geist die Sehnsucht nach Vergeistigung, nach Freiheit fühlt und euch danach sehnt, euch auf dem Wege der Liebe, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit zu Mir zu erheben, erkläre Ich als zu meinem Volke gehörig, und ihr werdet die Soldaten der Wahrheit sein. Doch um dies zu erreichen, müsst ihr wachen und beten und gegen eure Schwächen kämpfen, damit das Zeugnis, das ihr von meiner Lehre gebt, wahrhaftig ist.

    16. Auch sage Ich euch, dass jeder, der das Verlangen hat, zu meinem Volke zu gehören, von ihm aufgenommen und geliebt werden soll, wenn er durch seine Gedanken und Werke bezeugt, dass das Ideal der Liebe das Licht ist, das seinen Lebensweg erhellt.

    17. Damit ihr meine Unterweisung besser versteht, höret mein Gleichnis:

    18. Zwei Wanderer gingen langsamen Schrittes durch eine ausgedehnte Wüste, ihre Füße schmerzten vom heißen Sand. Sie gingen einer fernen Stadt entgegen, und nur die Hoffnung, an ihr Ziel zu kommen, belebte sie auf ihrem schweren Wege, denn das Brot und das Wasser gingen allmählich zur Neige. Der jüngere der beiden begann zu ermatten und bat seinen Gefährten, die Reise alleine fortzusetzen, weil ihn die Kräfte verließen.

    19. Der bejahrte Wanderer versuchte dem jungen neuen Mut einzuflößen, indem er ihm sagte, dass sie vielleicht schon bald auf eine Oase stoßen würden, wo sie die verlorenen Kräfte wiedergewinnen würden; aber jener fasste keinen neuen Mut.

    Der ältere gedachte ihn nicht in jener Einöde im Stich zu lassen, und obwohl auch er müde war, lud er den ermatteten Gefährten auf seinen Rücken und setzte die Wanderung mühsam fort.

    20. Nachdem der Jüngling ausgeruht war und er die Mühsal erwog, die er dem bereitete, der ihn auf seinen Schultern trug, löste er sich von seinem Hals, nahm ihn bei der Hand, und so setzten sie ihren Weg fort.

    21. Unermesslicher Glaube beseelte das Herz des greisen Wanderers, welcher ihm Kräfte gab, seine Müdigkeit zu überwinden.

    Wie er es geahnt hatte, tauchte am Horizont eine Oase auf, unter deren Schatten sie die Kühle einer Quelle erwartete. Schließlich gelangten sie zu ihr und tranken von jenem erquickenden Wasser, bis sie sich sattgetrunken hatten.

    Sie fielen in erholsamen Schlaf, und beim Erwachen fühlten sie, dass die Müdigkeit verschwunden war, auch hatten sie weder Hunger noch Durst; sie fühlten Frieden in ihren Herzen und die Kraft, zu der Stadt zu gelangen, die sie suchten.

    Sie wollten jenen Ort eigentlich nicht verlassen, doch die Reise musste fortgesetzt werden. Sie füllten ihre Gefäße mit jenem kristallklaren und reinen Wasser und nahmen ihren Weg wieder auf.

    22. Der betagte Wanderer, welcher die Stütze des jungen gewesen war, sagte: „Wir wollen von dem Wasser, das wir bei uns tragen, nur mit Maßen Gebrauch machen; es ist möglich, dass wir unterwegs einige Pilger treffen, die, von Erschöpfung überwältigt, am Verdursten oder krank sind, und es wird dann notwendig sein, ihnen das anzubieten, was wir bei uns tragen.“

    Der junge Mann widersprach und sagte, dass es unvernünftig wäre, von dem zu geben, was vielleicht nicht einmal für sie selbst ausreichen würde; dass sie es in so einem Falle zu dem Preis verkaufen könnten, den sie wollten, da es sie so große Anstrengung gekostet hatte, jenes kostbare Element zu erlangen.

    23. Der Alte war mit dieser Antwort nicht zufrieden und erwiderte ihm, dass, wenn sie Frieden in ihrem Geist haben wollten, sie das Wasser mit den Notleidenden teilen müssten.

    24. Verdrossen sagte der junge Mann, dass er es vorzöge, das Wasser seines Gefäßes allein zu verbrauchen, ehe er es mit jemandem teile, den man unterwegs treffen würde.

    25. Wiederum ging die Ahnung des Greises in Erfüllung, denn vor sich sahen sie eine aus Männern, Frauen und Kindern bestehende Karawane, die in der Wüste verirrt dem Untergang nahe war.

    Der gute Alte ging eilig auf jene Leute zu und gab ihnen zu trinken. — Die Ermatteten fühlten sich sogleich gestärkt, die Kranken öffneten ihre Augen, um jenem Reisenden zu danken, und die Kinder hörten auf, vor Durst zu weinen. Die Karawane erhob sich und setzte ihre Reise fort.

    26. Friede war im Herzen des edelmütigen Wanderers, während der andere, als er sein Gefäß leer sah, besorgt zu dem Gefährten sagte, dass sie umkehren und die Quelle aufsuchen sollten, um das Wasser, das sie verbraucht hatten, zu ersetzen.

    27. „Wir dürfen nicht zurückgehen“, sagte der gute Wandersmann, „wenn wir Glauben haben, werden wir weiter vorne auf neue Oasen stoßen“. Doch der Jüngling zweifelte, hatte Furcht und zog es vor, auf der Stelle von seinem Gefährten Abschied zu nehmen, um im Verlangen nach der Quelle zurückzugehen. Sie, die Leidensgefährten gewesen waren, trennten sich. Während der eine auf dem Pfade weiterging, vom Glauben an sein Ziel beseelt, lief der andere bei dem Gedanken, er könnte in der Wüste umkommen, mit der Zwangsvorstellung des Todes in seinem Herzen der Quelle zu.

    Schließlich langte er keuchend und erschöpft an. Aber zufrieden trank er sich satt, vergaß den Gefährten, den er allein gehen ließ, und ebenso auch die Stadt, auf die er verzichtet hatte, und beschloss, fortan in der Wüste zu leben.

    28. Es dauerte nicht lange, da zog in der Nähe eine Karawane vorbei, die aus erschöpften und durstigen Männern und Frauen bestand. Sie kamen begierig näher, um von den Wassern jener Quelle zu trinken. Doch plötzlich sahen sie einen Mann auftauchen, der ihnen zu trinken und zu rasten verbot, wenn sie ihm jene Wohltaten nicht bezahlten. Es war der junge Wanderer, der sich der Oase bemächtigt und sich zum Herrn der Wüste gemacht hatte.

    29. Jene Menschen hörten ihn traurig an, denn sie waren arm und konnten jenen kostbaren Schatz, der ihren Durst löschen würde, nicht kaufen. Schließlich trennten sie sich von dem wenigen, das sie bei sich trugen, kauften ein wenig Wasser, um den brennenden Durst zu lindern, und setzten ihren Weg fort.

    30. Bald wandelte sich jener Mensch vom Herrn zum König, denn nicht immer waren es Arme, die dort durchzogen; es gab auch Mächtige, die ein Vermögen für ein Glas Wasser geben konnten.

    31. Dieser Mann erinnerte sich nicht mehr an die Stadt jenseits der Wüste, und noch weniger an den brüderlichen Gefährten, der ihn auf seinen Schultern getragen und ihn davor bewahrt hatte, in jener Einöde umzukommen.

    32. Eines Tages sah er eine Karawane kommen, die zielsicher der großen Stadt zustrebte; doch mit Staunen beobachtete er, dass jene Männer, Frauen und Kinder voll Kraft und Freude ausschritten und dabei ein Loblied anstimmten.

    Der Mann verstand nicht, was er erblickte, und seine Überraschung wurde noch größer, als er sah, dass an der Spitze der Karawane jener voranschritt, welcher sein Reisegefährte gewesen war.

    33. Die Karawane hielt vor der Oase an, während die beiden Männer einander gegenüberstanden und sich erstaunt betrachteten. Endlich fragte der Oasenbewohner den, der sein Gefährte gewesen war: „Sage mir, wie ist es möglich, dass es Menschen gibt, die diese Wüste durchqueren, ohne Durst zu fühlen oder Müdigkeit zu verspüren?“ Er tat dies, weil er in seinem Innern daran dachte, was von dem Tag an aus ihm würde, an dem niemand mehr herbeikommen würde, um ihn um Wasser oder Obdach zu bitten.

    34. Der gute Wanderer sagte zu seinem Gefährten: „Ich gelangte zu der großen Stadt, doch nicht allein. Unterwegs traf ich Kranke, Dürstende, Verirrte, Erschöpfte, und ihnen allen gab ich neuen Mut durch den Glauben, der mich beseelt, und so gelangten wir von Oase zu Oase eines Tages vor die Tore der großen Stadt. Dort wurde ich vor den Herrn jenes Reiches gerufen, der mir, als er sah, dass ich die Wüste kannte und Mitleid mit den Reisenden hatte, den Auftrag gab, zurückzukehren, um Führer und Berater der Reisenden bei der qualvollen Wüstendurchquerung zu sein; und hier siehst du mich, wie ich gerade eine weitere Karawane führe, die ich zu der großen Stadt bringen muss. — Und du? Was machst du hier?“ fragte er den, der in der Oase geblieben war. — Dieser schwieg beschämt.

    Da sagte der gute Reisende zu ihm: „Ich weiß, dass du dir diese Oase angeeignet hast, dass du ihr Wasser verkaufst und für den Schatten Geld verlangst. Diese Güter gehören nicht dir, sie wurden von einer göttlichen Macht in die Wüste gelegt, damit derjenige von ihnen Gebrauch mache, der sie benötigen würde. Siehst du diese Menschenscharen? Sie bedürfen keiner Oase, weil sie weder Durst spüren noch müde werden. Es genügt, dass ich ihnen die Botschaft weitergebe, die ihnen der Herr der großen Stadt durch meine Vermittlung sendet, und schon machen sie sich auf und finden bei jedem Schritte neue Kraft dank dem hohen Ziel, das sie haben: jenes Reich zu erreichen.

    35. Überlasse die Quelle den Dürstenden, damit sie in ihr Erquickung finden, und jene ihren Durst löschen, die die Härten der Wüste erleiden. Dein Stolz und Egoismus haben dich verblendet. Doch was hat es dir genützt, Herr dieser kleinen Oase zu sein, wenn du in dieser Einöde lebst und du dich der Möglichkeit beraubt hast, die große Stadt kennenzulernen, der wir gemeinsam entgegengingen? Hast du jenes hohe Ziel bereits vergessen, das wir beide hatten?“

    36. Als jener Mann den schweigend angehört hatte, der ein treuer und selbstloser Gefährte gewesen war, brach er in Tränen aus, weil er Reue fühlte wegen seiner Verfehlungen. Er riss sich die falschen Prunkgewänder vom Leibe und suchte den Ausgangspunkt auf, welcher dort war, wo die Wüste begann, um dem Weg zu folgen, der ihn zu der großen Stadt führen würde. Doch nun ging er seinen Weg von einem neuen Lichte erleuchtet, dem des Glaubens und der Liebe zu seinen Mitmenschen. (Ende des Gleichnisses)

    37. Ich bin der Herr der Großen Stadt und Elias der Greis meines Gleichnisses. Er ist „die Stimme dessen, der in der Wüste ruft“, er ist der, der sich aufs neue unter euch kundgibt in Erfüllung der Offenbarung, die Ich euch bei der Verklärung auf dem Berge Tabor gab.

    38. Er ist es, der euch in der Dritten Zeit zu der Großen Stadt führt, wo Ich euch erwarte, um euch den ewigen Lohn meiner Liebe zu geben.

    39. Folge Elias, o geliebtes Volk, und alles wird sich ändern in deinem Leben, in deiner Gottesverehrung und deinen Idealen; alles wird verwandelt werden.

    40. Habt ihr geglaubt, dass eure unvollkommene Religionsausübung ewig bestehen bleiben würde? — Nein, meine Jünger: Morgen, wenn euer Geist am Horizont die Große Stadt erblickt, wird er wie sein Herr sagen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 27

    1. Geliebte Jünger, Ich öffne eure Augen dem Lichte meiner Unterweisung, damit ihr die Wahrheit vom Betrug unterscheiden könnt. Das Licht des Gewissens, die Empfindungsfähigkeit und die Intuition, die ihr besitzt, werden euch den guten Weg weisen und euch die guten Früchte enthüllen.

    2. Aus der wahren Erkenntnis meiner Lehre wird in euch die Demut geboren werden, weil ihr euch so klein gegenüber eurem Schöpfer fühlen werdet und dennoch so begnadet und beschenkt durch Ihn, dass ihr nicht wagen werdet, euren Blick zum Vater zu erheben, wenn ihr ihn für unrein haltet.

    3. Die Eitelkeit hat sich in jenen eingenistet, welche in der Meinung, die volle Erkenntnis der Wahrheit erreicht zu haben, sich für gelehrt, stark, unfehlbar, groß und absolut gehalten haben, ohne sich bewusst zu werden, dass sie sich oftmals geirrt haben.

    4. Ich will nicht, dass in diesem Volke, das sich gerade erst unter dem Lichte dieser Unterweisungen zu bilden beginnt, morgen die Menschen auftauchen, die — durch ihre Eitelkeit verwirrt — ausposaunen, dass sie die Wiedergeburt Christi oder die neuen Messiasse sind.

    5. Die so handeln, werden jene sein, welche meinen, das Verständnis meiner ganzen Wahrheit erlangt zu haben, in Wirklichkeit aber fern von dem durch Christus gekennzeichneten Pfade gehen, welcher derjenige der Demut ist.

    6. Studiert das Leben Jesu auf Erden, und ihr werdet eine tiefe und unvergessliche Lehre der Demut finden.

    7. Jesus wusste, wer Er war, woher Er kam und wozu Er gekommen war; dennoch ging Er niemals auf die Plätze oder Straßen, um stolz bekanntzugeben, dass Er der Sohn Gottes, der Messias oder der Erlöser sei, sondern mit seinen Werken legte Er ein vollkommenes Zeugnis für seine Lehre der Liebe und Barmherzigkeit ab. Mit seinen Taten gab Er zu verstehen, wer Er war, und wenn Ihn gelegentlich jemand fragte: „Bist Du Christus?“, so beschränkte sich Jesus darauf, ihm zu antworten: „Du hast es gesagt.“

    8. Das heißt: Während die Menschen es mit ihren Lippen aussprachen, bestätigte Er es mit seinen Werken, denen gegenüber alle Worte ohne Wert waren.

    9. All dies musst du vor Augen haben, o geliebtes Volk, damit du — einmal im Kampfe stehend — dich nicht durch Versuchungen zu Fall bringen lässt oder erlaubst, dass dein Herz den Lohn empfängt, der nur dem Geiste zusteht.

    10. Um euch zu ersparen, dieser Schwäche zu verfallen, werde Ich dafür sorgen, dass diese Form meiner Kundgabe an euch sein Ende hat.

    Obschon es solche gegeben hat, die ihre Aufgabe in wahrer Demut zu erfüllen verstehen, gibt es auch solche, die sich in Gegenwart der Menschenmengen schließlich für Götter gehalten haben. Aber wenn sie sehen, dass sie das, was sie früher hatten, nicht mehr besitzen, werden sie zu der Einsicht kommen, dass es für die Erlangung einer fortwährenden Verbindung mit dem Vater nötig ist, Demut zu besitzen.

    11. Ihr alle wisst, dass Ich einen Tag angekündigt habe, an dem diese Kundgabe ihr Ende findet; dieser Zeitpunkt ist 1950. Doch ihr werdet erleben, wie die, welche durch diese Kundgebung eitel wurden und sich erhöhten, sich nicht dem Willen des Vaters unterwerfen werden — in dem Gedanken, dass sie beim Verlust dieser Gabe — von den Menschenmengen unbeachtet — zu ihrem normalen Leben zurückkehren werden und nicht mehr vom Volke gepriesen werden.

    12. Die Stimmträger werden sagen, wenn die Stunde näherrückt: „Wer wird kommen, um uns zuzuhören, wenn das Volk weiß, dass der Meister nicht mehr durch unseren Mund spricht?“ Und die Leiter werden sagen: „Wer wird zu unseren Versammlungsorten kommen — von dem Tage an, da bekannt ist, dass das Wort des Herrn nicht mehr durch den Mund seiner Erwählten ertönt?“ Den einen wie den anderen sage Ich schon jetzt: Wenn dies die einzige Form wäre, in der Ich Mich ihrem Geiste kundtun kann, würde Ich euch niemals derselben berauben; doch wenn Ich sie aufhören lasse, ist es ein Zeichen, dass etwas Höheres und Vollkommeneres euch erwartet — etwas, das auch ihr kennt: es ist die Verbindung von Geist zu Geist mit eurem Vater.

    13. Volk, bilde aus meinen Worten ein Gedenkbuch und bewahre seinen Inhalt in deinem Geist, erleuchtet vom Lichte deines Gewissens, damit du niemals mein Werk entweihst.

    14. Wenn ihr an meine Kundgebung in dieser Form geglaubt habt, müsst ihr auch glauben, dass Ich nicht mehr so zu euch sprechen werde, wie Ich es bis heute getan habe; und wenn ihr an meine Gegenwart geglaubt habt, während Ich euch mittels des menschlichen Verstandesorgans gelehrt habe, wobei Ich Mich ungebildeter und unvollkommener Wesen bediente: Wie solltet ihr da nicht glauben, dass ihr meine göttliche Inspiration von Geist zu Geist empfangen könnt?

    15. Vieles habe Ich euch schon gelehrt, o Jünger. Beschränkt euch nicht darauf, Mich nur zu hören — ergründet mein Wort mit Liebe, studiert es eingehend — jetzt, da es die rechte Zeit ist, es zu tun, und nicht, nachdem ihr in Versuchung gefallen seid; denn euer Kampf wird dann schwerer sein.

    16. Studiert meine Unterweisung, damit ihr sie richtig auslegt und mit ihrem Lichte den Sinn des Lebens und den Zweck der Prüfungen verstehen könnt.

    17. Viele von denen, welche die entfesselten Naturgewalten betrachten, die über die Ufer tretenden Wasserfluten, die in ihrem tobenden Laufe ganze Landschaften verheeren, und jene Menschen, die damit beschäftigt sind, sich in grausamen, brudermörderischen Kriegen zu vernichten, sagen, dass es der Zorn Gottes ist, der ebenfalls entfesselt ist.

    18. Ich vergebe denen, die meine Gerechtigkeit in dieser Weise auslegen; doch sie werden noch begreifen, dass alle Leiden und Schicksalsschläge, welche die Menschheit erduldet, von ihrem Ungehorsam gegenüber meinem Gesetze herrühren.

    19. Manche sagen: „Herr, wenn wir Dich so sehr mit unseren Unvollkommenheiten verletzen, sie überdies die Ursache all unserer Qualen sind — warum vernichtest Du uns nicht lieber? Wozu erhältst Du uns im Schmerz?“

    20. Denen, die Mich so fragen, sage Ich: Wenn Ich euch nicht liebte, würde Ich euch mit dem bloßen Aussprechen: „Es soll geschehen“ verschwinden lassen; aber wenn Ich euch trotz eurer Verfehlungen weiterhin erhalte, so ist es der Beweis dafür, dass euch eine hohe Bestimmung erwartet.

    21. Meine Ratschlüsse sind vollkommen, und meine Liebe zu euch ist unendlich; deshalb werden eure Unvollkommenheiten niemals ein ausreichendes Gewicht haben, um den Willen des Allmächtigen zu ändern. Für Augenblicke entfernt ihr euch von dem Wege, den euch mein Gesetz zeigt. Doch schließlich werdet ihr in der Vollkommenheit meiner Gerechtigkeit meine Liebe finden.

    22. Die Menschen waren immer Prüfungen unterworfen, in denen sie außer der Läuterung ihres Geistes das Licht der Erfahrung erlangt haben, das ihnen in dieser Zeit helfen wird, die weisen, gerechten und vollkommenen Lehren zu verstehen, die euch das Leben gibt. Deshalb habe Ich euch gesagt, dass ihr mit eurem Lichtschwert gegen die Finsternisse kämpfen und außerdem wachend und betend bleiben müsst, um nicht in Versuchung zu fallen.

    23. Wenn ihr der Ursache für eure Prüfungen mehr auf den Grund gehen wollt, so bedenkt, dass ihr in der Zeit der Sühne für alle eure früheren Verfehlungen seid. Wenn ihr schon Glauben habt an das, was Ich euch darlege, werden bei dem Gedanken, dass Ich der einzige bin, der eure Vergangenheit kennt und der sie mit Liebe beurteilen kann, eine tiefe Zufriedenheit, ein unendlicher Friede in euer Wesen einziehen.

    24. Schaut euch in dieser Zeit die verbannten Könige an, die Fürsten ohne Hoffnung zu regieren, die Reichen im Ruin und die Mächtigen auf dem Schmerzenslager! Wer kennt die Sühne, die in den Prüfungen liegt, denen sie unterworfen sind? — Ich allein. Doch Ich will, dass ihr alle wisst, dass ihr durch aufrichtige Reue, gute Werke, durch Erneuerung und Vergeistigung eure Sühnezeit verkürzen könnt, bis ihr eure Befreiung vom Schmerz und damit den Frieden erreicht.

    25. Mit diesen Unterweisungen erhelle Ich euch die Lehren, welche ihr von den frühesten Zeiten an erhalten habt, die euch die Menschen jedoch verheimlicht haben, womit sie verhinderten, dass die Menschen den Weg zur Erlösung finden konnten.

    26. Glaubst du nicht, geliebtes Volk, dass — da du in dieser Zeit zu den ersten gehört hast, die diese Wahrheit begriffen haben — diese Erkenntnis gerade dich verpflichtet, das Licht zu den Kriegsschauplätzen und zu den Völkern ohne Frieden zu bringen?

    27. Erforscht hierfür mein Wort, doch tut es immer mit dem Ziel, die Wahrheit zu erlangen.

    28. Stärkt euren Glauben an mein Wort, damit ihr in der Zukunft, wenn ihr Argumente gegen dieses Werk hört, nicht schwankend werdet.

    29. Ihr sagt Mir: „Meister, was könnten wir gegen Deine vollkommene Lehre hören, das fähig wäre, unseren Glauben in Gefahr zu bringen?“

    30. So denkt ihr heute, geliebte Jünger, weil ihr die Stürme und den nahenden Kampf noch nicht kennt. Jetzt kommt ihr in Frieden, um mein Wort zu hören, euch an meinem Unterricht zu erquicken; doch Ich bereite euch vor und mache euch wachsam, damit euch niemand überraschen wird.

    Unter euch gibt es viele Unschuldige, viele Gutgläubige, viele edel Gesinnte, Männer und Frauen ohne Schlechtigkeit, die die Verderbtheit und den Verrat nicht kennen, deren die Menschen fähig sind. Doch wenn sie sich nicht schulen, werden sie leicht die Beute jener werden, welche sich gegen diese Lehre erheben, werden sie wie schutzlose Schafe gegenüber hungrigen Wölfen sein.

    31. Es ist für euch besser, dass ihr schon jetzt durch Mich das erfahrt, was ihr morgen hören werdet. Bereitet euch mit dem Lichte meiner Unterweisung für den Kampf vor, sodass euch nichts verletzt, wenn ihr angegriffen werdet, und man euch entmutigen will.

    32. Seid nicht bestürzt, wenn man euch sagt, dass der, welcher in dieser Zeit zu euch gesprochen hat, der Versucher gewesen sei, und dass prophezeit ist, dass auch er Wunder tun würde, durch die er selbst die Auserwählten verstören und verwirren würde. Wahrlich, Ich sage euch, viele von denen, die meine Kundgebung so beurteilen, werden zu jenen gehören, welche tatsächlich im Dienste des Bösen und der Finsternis stehen, auch wenn ihre Lippen zu versichern suchen, dass sie immer die Wahrheit verbreiten.

    33. Vergesst nicht, dass der Baum an seiner Frucht erkannt wird, und Ich sage euch: Die Frucht ist dies Wort, das durch das Verstandesorgan dieser Stimmträger — Männer und Frauen von einfältigem Herzen — hörbar geworden ist. An der Frucht und an dem geistigen Fortschritt derer, die sie genossen haben, wird die Menschheit den Baum erkennen, der Ich bin.

    34. Das Trinitarisch-Marianische Geisteswerk wird sich auszubreiten beginnen und dadurch einen wahren Alarm unter vielen hervorrufen, die in der Überzeugung, die Lehre studiert und verstanden zu haben, die sie früher vom Vater erhielten, über der Kenntnis ihrer Philosophien und Wissenschaften eitel geworden sind, ohne sich der geistigen Entwicklung bewusst zu werden, welche die Menschheit erreicht hat.

    Sie werden beim Erwachen aus ihrer Geistesträgheit die Art und Weise bemerken, in der heute der Geist der Menschen denkt und fühlt, werden Bannflüche schleudern gegen das, was sie „neue Ideen“ nennen werden, und werden verbreiten, dass diese Bewegung durch den Antichrist hervorgerufen worden sei. Dann werden sie ihre Zuflucht nehmen zu den Schriften, den Prophetien und zu meinem Worte, das Ich euch in der Zweiten Zeit gab, um zu versuchen, meine neue Kundgebung, meine neuen Unterweisungen und alles, was Ich euch versprochen habe und heute erfülle, zu bekämpfen.

    35. Mein Wort wird auf den Lippen meiner Jünger und durch Schriften sogar zu denen gelangen, welche nichts gelten lassen, was jenseits des Materiellen ist oder was außerhalb ihrer Kenntnisse und Begriffe liegt, die sie einmal angenommen haben, und sie werden Mich einen falschen Gott nennen, weil Ich euch dieses Wort gebracht habe.

    Doch wenn ihr dies hört, wird euer Glaube nicht Schiffbruch erleiden — obschon euer Herz sich verletzt fühlt — da ihr mit innerer Bewegung daran denken werdet, dass euer Meister es euch bereits angekündigt und euch mit seinem Worte ermutigt hatte, diesen Prüfungen standzuhalten.

    Ich sage euch jedoch: Obschon ihr auf eurem Wege dem Betrug, der Heuchelei, dem Aberglauben, dem religiösen Fanatismus und der Abgötterei begegnen werdet, dürft ihr niemanden wegen seiner Irrtümer verurteilen. Lehrt sie mit meinem Worte und überlasst die Sache Mir, der Ich der einzige bin, der euch richten darf und der weiß, wer der falsche Gott, der falsche Christus, der böse Apostel, der heuchlerische Pharisäer ist.

    36. Euch kommt nur zu, meine Unterweisung in reinster Weise auszulegen, damit in euren Werken der göttliche Same Frucht bringt und an seiner Essenz von euren Mitmenschen Jener erkannt wird, welcher ihn euch eingab.

    37. Das Herz dieses Volkes wird nicht unfruchtbar sein; Ich weiß, warum Ich es gerufen und versammelt habe. Es wird Augenblicke geben, in denen sogar innerhalb meines Werkes viele in Verwirrung geraten werden; aber zuletzt werden sie sich aus dem Wirbelsturm retten und sich lichterfüllt auf die Suche nach den Wegen machen, welche zu andern Ländern führen, und meine Lehre den Menschen anderer Völker bringen, mit einer göttlichen Botschaft geistiger Brüderlichkeit und des Friedens. Sie werden lehren, dass alles Materielle eine Grenze hat, dass die Menschen schlechten Gebrauch ihrer Willensfreiheit gemacht haben, und dass Ich heute eurem rasenden Lauf ein „bis hierher“ setze und meinen Willen in euch vollziehe; doch komme Ich nicht in Gegnerschaft zu euch, sondern zum Wohle der ganzen Menschheit.

    38. Meine Annäherung an euch in dieser Zeit erfolgt nicht, um Rache zu üben für das, was die Menschheit auf dem Kalvarienberg mit Mir machte; Beweis dafür ist, dass Ich viele Male, nachdem ihr Mich verletzt habt, euch als Beweis der Liebe und Vergebung meinen Frieden gegeben habe.

    39. Wenn meine Gegenwart unter euch in dieser Zeit zusammenfällt mit den großen Katastrophen und den furchtbaren Kriegen, die euch jetzt bedrängen, so schreibt nicht Mir diesen Kelch zu, den die Menschen trinken. Die Leiden sind die Frucht eurer Sünden, und diese sind nicht aus Mir entsprungen. Wenn Ich euch ankündigte, dass in der Zeit, in der Ich zu euch als Heiliger Geist sprechen würde, der Schmerz unter der Menschheit wüten werde, so diktierte Ich damit nicht euer Urteil; es geschah, weil Ich wusste, dass, wenn diese Prüfungen kommen würden, ihr Mich brauchen würdet. Ich kündigte es euch nur an, damit ihr wachend und betend sein solltet in Erwartung meines Kommens.

    40. Den Urteilsspruch habt ihr vor langer Zeit selbst unterschrieben; doch Ich, den ihr als euren Richter betrachtet, bin in Wirklichkeit euer Verteidiger, der euch von eurer Bürde befreit, indem Ich euch liebevoll dazu bringe, den guten Weg einzuschlagen, damit ihr die wahre Freiheit erlangt, welche die des Geistes ist.

    41. Du weinst, mein Volk, weil du in deinem reuevollen Herzen die Liebe des Meisters fühlst. Man hatte euch gesagt, dass keiner, der mit einer schweren Schuld in seinem Geist vor den Vater treten würde, Vergebung erlangen würde, und dass er eine ewige Verdammnis zu erleiden hätte. Doch wie habt ihr meine göttliche Gerechtigkeit als so ungeheuerlich auffassen können? Habt ihr nicht bemerkt, wie Ich durch Jesus deutlich zeigte, dass meine zartesten Worte und meine liebevollsten Blicke denen galten, welche am meisten gesündigt hatten? Wie könnte Ich auf der Welt eine Lehre verkünden und in der Ewigkeit das Gegenteil davon tun?

    42. Zwischen Christus und dem Vater kann nicht der kleinste Unterschied bestehen, da beide der gleiche Geist sind, die gleiche Liebe, die gleiche Weisheit, welche sich der Menschheit in drei Phasen kundgetan hat. Ich sagte euch schon in der Zweiten Zeit: „Wer den Sohn kennt, kennt den Vater“.

    43. Rein seid ihr aus Mir hervorgegangen, und rein müsst ihr zurückkehren; doch die Zeit der Sühne wird vorübergehend sein, niemals ewig; kurz oder lang, das hängt von dem Willen ab, den der Geist einsetzt, um seine Erlösung zu erreichen.

    44. Ich finde euch verwirrt vor, weil ihr die Bücher zur Hand genommen habt, in die eure Mitmenschen ihre Irrtümer gedruckt haben, die ihr lange Zeit für die reine Wahrheit gehalten habt. Doch die Tage sind nahe, in denen der Mensch sogar seine Glaubenssätze wird berichtigen müssen; denn das Licht der neuen Zeit wird ihn den Weg der Wahrheit erkennen lassen, weil es in dieser Nacht, in der sich sein Geistesleben befindet, Licht werden wird.

    45. Ich sende euch diese Lehre, um euch darin zu unterweisen, von eurem menschlichen Dasein aus in das Geistige Leben einzudringen.

    46. Noch seid ihr mehr Materie als Geist, und darum zweifelt ihr für Augenblicke an der Wahrheit dieses Wortes und fragt euch: „Ist es wirklich der Meister, der zu uns spricht?“ Dann entringt sich dem Geiste ein „Ja“, welches gegen ein „Nein“ der Körpernatur kämpft.

    47. Ich tue Mich unter euch in begrenzter Form kund, damit ihr mein Wort hört, in welchem Ich euch meine göttlichen Gedanken sende, die euch aufs neue den Weg eures geistigen Aufstiegs vorzeichnen.

    48. Ich segne sowohl den, der an meine Kundgabe glaubt, als auch den, der zweifelt. Ich bevorzuge nicht, alle liebe Ich gleichermaßen. Ich offenbare Mich der Welt nicht nur für einige Herzen, sondern um alle Pfade mit Licht zu erhellen, damit die Menschen dem Ziele der Vergeistigung nachstreben und das göttliche Gebot erfüllen, welches lautet: „Liebet einander“.

    49. Ich bin der göttliche Sämann der Liebe und kenne die Zeit der Aussaat und der Ernte der Frucht. Es steht geschrieben, dass Gott der Welt von neuem das Licht geben wird, wenn die Menschen auf dem Gipfel der Verderbtheit sein würden.

    50. Jünger, es ist Zeit, zu säen. Die Menschen suchen und rufen nach dem Krieg; sucht ihr das menschliche Herz, um in dasselbe Frieden und Liebe zu säen.

    51. Wenn ihr angegriffen werdet, so nehmt Deckung in der Reinheit meiner Lehre. Während die Menschen triumphieren, wenn sie euch das menschliche Dasein nehmen, werde Ich triumphieren, indem Ich euch das ewige Leben gebe.

    52. Die Legionen des Guten sind in Tätigkeit, sie haben den Kampf aufgenommen, doch sie retten den, der umkommt. Dies ist meine göttliche Aufgabe. Vergesst ihr, dass man Mich den Erlöser der Menschheit genannt hat? Was ist seltsam daran, dass der Hirte seine Schafe sucht? Bevor ihr existiertet, liebte Ich euch schon und es wurde euer Ungehorsam und ebenso eure Erlösung vorhergesehen.

    53. Als Ich Mich in Jesus offenbarte, sagte Er, dass Er euer König ist, doch ihr gabt Ihm das Kreuz zum Thron. Da zeigte Ich euch alle Kraft, welche der Liebe, Vergebung und Sanftmut innewohnt. So, wie Ich sein Blut fließen ließ, so gebe Ich euch meine Liebe ohne Beschränkung.

    54. Meint ihr, dass Ich in dieser Zeit der Schmerzen nicht unter euch bin? Seht, hier bin Ich! Gleich einer Quelle kristallklaren Wassers habe Ich den geistigen Durst gelöscht, der euch verzehrt. Ich bin gekommen, euch zu sagen: Es ist Zeit, dass ihr eurem Geist ermöglicht, sich zu entwickeln, damit alle seine schlummernden Fähigkeiten erwachen. Hierfür inspiriere Ich euch und erkläre Ich euch die Vergeistigung.

    55. Der Glaube, der Gedanke und der Wille sind Mächte. Seid groß und stark mittels dieser Gaben und offenbart sie in all euren Werken, welche immer auf Liebe gegründet sein sollen.

    56. Ihr kennt jetzt die Aufgabe, die Ich Mir auferlegt habe.

    57. Ich erwarte euch in der Ewigkeit, doch müsst ihr kämpfen, um zu Mir zu kommen. Deshalb erhelle Ich euren Weg, damit ihr ihm folgen und immer vorwärts gehen könnt.

    58. Seid rein in euren Gedanken, Worten und Werken, und ihr werdet auf meinem Wege sein. Dann werdet ihr im Reiche des Vaters die Stätte einnehmen, die Er euch bestimmt hat.

    59. Beherrscht eure Leidenschaften, lasst die irdischen Vergnügungen sein und denkt an eure Mitmenschen. Seht, wie das Blut meiner Kinder in dieser Welt vergossen wird, hört das Schluchzen, das sich allen leidenden Herzen entringt. Es gibt viele Nester, in denen die Vögel tot sind — viele Kinder, die leiden — viele Mütter, die weinen — viele Kindlein ohne Wiege.

    60. Betet für sie, auf dass das brüderliche Empfinden der einen und das mütterliche der andern wie ein Balsam des Trostes ist, der in ihre Herzen dringt.

    61. Hinterlasst dem Wanderer, der nach euch kommt, Spuren des Lichts. Dann werdet ihr Gott in eurem Herzen und im Tiefsten eures Wesens fühlen; dort wird der Vater seinen besten Tempel finden. Das Gewissen wird wie der Gipfel des Berges sein, von wo aus Ich Mich kundgebe. Dann wird der Mensch mehr Geist als Körper sein und mehr Licht als Schatten.

    62. So, wie der Windhauch und die Sonne euch liebkosen, so, mein Volk, sollt ihr eure Nächsten liebkosen. Dies ist die Zeit, in der Bedürftige und Notleidende überreichlich vorhanden sind. Begreift, dass der, der euch um eine Gefälligkeit bittet, euch die Gnade gewährt, anderen nützlich zu sein und für eure Erlösung zu wirken. Er gibt euch die Gelegenheit, barmherzig zu sein und dadurch eurem Vater ähnlich zu werden. Denn der Mensch ist geboren, um über die Welt den Samen des Guten auszustreuen. Versteht also, dass, wer euch bittet, euch einen Gefallen tut.

    63. Wer sagt, dass er eine Gunst erwiesen hat, indem er Hilfe leistete, lügt, denn er hat kaum eine Verpflichtung erfüllt.

    64. Ich werde Mich an meinen Jüngern erquicken, wenn aus ihrer harmonischen Übereinstimmung die süßen und schwingenden Töne des Spiritualismus erklingen, denn alle Zubereiteten werden in der Sprache des Herzens reden. Die sich nicht zubereitet haben, werden nicht verloren gehen, denn Ich bin Der, welcher zu warten versteht, bis die Früchte reifen; aber diese werden ihren Ungehorsam beweinen, wenn sie den Kelch der Bitternis leeren.

    65. Ich bin in allen, aber einige werden sagen: „Ich fühle Dich nicht;“ andere werden sagen: „Ich sehe Dich nicht;“ aber alle begreifen, dass Ich in allen bin und in allem Geschaffenen. Weshalb versucht ihr, alles mit den Augen zu sehen und mit den Sinnen zu betasten? Versucht mit dem Geiste, mit dem Verstande und mit dem Herzen zu sehen.

    66. Dann werdet ihr das Unbekannte sehen und werdet seine Schwingung in eurem ganzen Wesen fühlen. Wenn ihr begreift, wie sehr Ich euch liebe, werdet ihr nicht mehr sagen, dass euer Gott euch straft.

    67. Wahrlich, Ich sage euch, in Mir gibt es keinen Zorn, denn er ist menschliche Schwäche. Ihr seid es, die das Feuer des Schmerzes entzünden, und danach ruft ihr Mich an, damit Ich es lösche; doch es ist meine Gerechtigkeit, die sich in euch bekundet. Deshalb müsst ihr das Feuer des Hasses und der Leidenschaften, das ihr entflammt habt, mit dem Wasser der Tugend, mit Tränen und sogar mit Blut löschen.

    68. In der Zweiten Zeit sagte Ich euch: „Die Vögel haben Nester, die Füchse haben Höhlen, doch der Sohn Gottes hat nicht, da Er sein Haupt hinlege“.

    69. „Den Frieden lasse Ich euch, meinen Frieden gebe Ich euch“; in ihm werdet ihr Trost und Freude finden. Seid ihr in meiner Liebe, wie Ich in eurem Schmerze bin!

    70. Versteht, dass Ich in euer Herz gedrungen bin, ohne dass ihr mein Kommen gefühlt habt. Um meine Gegenwart zu fühlen, musstet ihr wach sein; doch als Ich euch fand, habt ihr geschlafen. Deshalb habt ihr, als Ich euch aufweckte, verwundert gefragt, wer gekommen sei und in dieser Weise zu euch spreche.

    71. Ich muss euch darauf hinweisen, dass Ich euch nicht durch einen unvorhergesehenen Besuch überrascht habe. Schon vor langer Zeit ließ Ich euch die Zeichen wissen, die meiner Kundgebung als Heiliger Geist vorausgehen würden; aber sehend habt ihr nichts erblickt, und hörend habt ihr nichts vernommen.

    72. Wenn ihr die Ereignisse erforscht, die eure Welt im vergangenen Jahrhundert (19. Jhd.!) bewegt haben, deren Zeitpunkte in euren Geschichtsbüchern niedergeschrieben sind, so werdet ihr erkennen, dass in Wahrheit alles, was vom Herrn vorausgesagt war, treu in Erfüllung ging.

    73. Wahrlich, Ich sage euch, während der Zeit, in der meine Kundgabe andauert, werde Ich keinen Glauben finden, denn die Menschen müssen zuerst ihr Herz und ihren Verstand läutern, damit sie mein Wort von Grund auf verstehen können.

    74. Denen, die meinen Unterweisungen Tag für Tag zuhören und die, obwohl sie dauernd Beweise meiner Wahrheit erhalten, noch zweifeln und Mich verneinen — ihnen sage Ich, dass es notwendig ist, den geistigen Sinn meiner Unterweisung zu studieren, damit sie deren Wahrheit begreifen. In derselben Weise habe Ich in der Zweiten Zeit zu ihnen gesprochen, als Ich sagte: „Es ist notwendig, dass Ich sterbe, damit Mir geglaubt wird“, und dass Ich am dritten Tage auferstehe, damit die Menschheit sich überzeugt, dass Ich der Sohn Gottes bin.

    75. Diejenigen, welche der Vergeistigung noch ferne sind, möchten Mich in der Gestalt Jesu sehen, um Mir zu sagen: „Herr, Ich glaube an Dich, denn Ich habe Dich gesehen.“ Ihnen sage Ich: „Selig sind, die ohne zu sehen geglaubt haben, denn sie haben den Beweis erbracht, dass sie dank ihrer Vergeistigung Mich in ihrem Herzen empfunden haben.“

    76. Versteht ihr jetzt, warum der Mensch das Bedürfnis hatte, Bildnisse herzustellen, die Mich darstellen? — Wegen seines Mangels an Zubereitung, weil er nicht empfindsam ist für die geistigen Manifestationen.

    77. Wenn der Mensch meine Lehre verstünde, würde er nicht das Bedürfnis haben, Bildnisse figürlich darzustellen oder zu malen, um danach vor ihnen niederzuknien. Er würde entdecken, dass es auf der Welt kein vollkommeneres Bild des Herrn gibt als den geistig erhobenen Menschen selbst. Dann würde er sich bemühen, die gleichen Werke zu tun wie Ich, um seinem Schöpfer näherzukommen.

    78. Der Apostel Johannes drang in das Geistige ein; durch seine Verzückung fühlte er die Gegenwart des Vaters, bei seiner geistigen Stimme fühlte er sich ohnmächtig werden. Doch obwohl er in jenen Gesichten Gestalten und Formen geschaut hatte, verstand er nicht, dass jedes Bild nur das Symbol eines großen Lehrbuches der Weisheit und Prophetie war, aber nicht das Bild oder die Gestalt Gottes.

    79. Der Mensch schaute das Lamm, den Löwen, das Buch, die Sterne, die Ältesten, die Leuchter, und alles, was sein verwunderter Blick sah, waren nur Gestalten und Formen, die auf der Erde existieren und dem Menschen bekannt sind. Sie wurden als Sinnbilder verwendet, um mit ihnen tiefe, göttliche Lehren zur Darstellung zu bringen; doch meine Göttlichkeit in all ihrer Herrlichkeit kann niemand schauen, weil Ich unendlich bin, weder Anfang noch Ende habe.

    80. Wenn das Buch der Weissagungen des Johannes von einigen als undurchdringliches Geheimnis angesehen und von anderen in einer irrtümlichen Auslegung betrachtet worden ist, so ist es darauf zurückzuführen, dass die Menschheit noch nicht die nötige Vergeistigung erlangt hat, um das zu verstehen, was dort dargestellt ist; und Ich kann euch auch sagen, dass es nicht einmal von dem Propheten begriffen worden ist, dem es eingegeben wurde.

    81. Johannes hörte und sah, und als er vernahm, dass man ihm befahl, es niederzuschreiben, gehorchte er sogleich; doch er verstand, dass jene Botschaft für die Menschen war, welche lange Zeit nach ihm kommen würden.

    82. Heute seid ihr in der Zeit, die euch geweissagt worden ist, und diese meine Lehre — als Licht eines neuen Zeitalters — vermittelt die Fähigkeit, in jenem Buche lesen zu lernen, welches so lange Zeit hindurch eurem Verständnis verschlossen war. Die Stunde naht, in der es euch gelingen wird, all das zu entziffern, was ihr so lange als hinter dem Schleier des Geheimnisses verborgen betrachtet habt.

    83. Glaubt ihr nicht wirklich, dass — wenn Johannes den Sinn der Offenbarung verstanden hätte, die er empfangen hatte — er euch seinen Inhalt eindeutig erklärt hätte, anstatt euch ein Buch mit Bildern und Symbolen zu vermachen? Erkennt: Wenn er diese Offenbarung in voller Klarheit erläutert hätte — welcher Mensch jener Zeit hätte sie verstehen können und hätte infolgedessen an die Wahrheit der Weissagung geglaubt?

    84. Es war mein Wille, dass jenes Buch versiegelt bleiben würde und euch nur sein Vorhandensein und ein Teil seines Inhalts enthüllt werden sollte, damit, wenn die jetzige Zeit gekommen sein würde, Ich euch jene Offenbarung erklären würde.

    85. Erwache, Volk, bringe den Menschen diese Botschaft, damit sie in ihrem Geist das Licht meines Wortes in der Dritten Zeit aufnehmen. Vergesst eure menschlichen Nöte und rufet „Hosianna, Hosianna“, denn endlich wird eure geistige Entwicklung euch den wahren Sinn der Lehren zu verstehen erlauben, die Ich euch zur Kenntnis brachte und deren Licht euch zu einer vollkommenen Welt in der Ewigkeit leiten wird.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 26

    1. Jünger, nachdem ihr meine Unterweisung gehört und eure Vergangenheit im Lichte meines Wortes beurteilt hattet, habt ihr geistig gesagt: „Kein Blatt am Baume bewegt sich ohne den Willen Gottes“.

    2. Ihr denkt so, weil ihr zu verstehen beginnt, dass die Prüfungen, die ihr nach und nach gleich einem bitteren Kelche leert, wie Stufen gewesen sind, die euch allmählich dem Baume des Lebens näher gebracht haben, wo der Meister euch erwartet, um euch euer Erbe zu übergeben.

    3. Als ihr zur Kundgebung meines Wortes gekommen seid, habt ihr alle euch gefragt, was wohl der Grund meiner Wiederkunft sei, und beim Vernehmen meines Grußes, der euch sagt „mein Friede sei mit euch“, sind die voller Freude, welche den Wert erkennen, den der Friede besitzt, während die, welche nur an den Erwerb materieller Güter denken, Mich mit Enttäuschung in ihrem Innern fragen, ob Ich nur gekommen bin, um euch Frieden anzubieten.

    4. Die so denken, beleidigen Mich nicht, denn ihr Unverständnis kommt von ihrer Unwissenheit, und diese ist gerade die Finsternis, die zu bekämpfen Ich gekommen bin, indem Ich die Geistwesen mit dem Lichte meiner Lehre erleuchte.

    5. Herzen, die ihr heute durch die Leidenschaften und Missgeschicke, die euer Leben verbittert haben, verhärtet seid: Begreift, dass ihr den Frieden erreichen werdet, wenn ihr geistige Erhebung erlangt habt.

    6. Der Friede in dem Geist spricht zu euch von Licht, von Moral, von Tugenden. Wer sich nicht sehnt, diesen Zustand der geistigen Erhebung zu erreichen, träume nicht davon, meinen Frieden zu genießen; denn noch immer ist er Gefangener der Leidenschaften des Körpers und der falschen Traumbilder von Glück, welche ihm die materielle Welt vorgaukelt.

    7. Wer angeekelt von den irdischen Vergnügungen in seinem Innern ein heißes Verlangen nach Frieden lebendig erhält, der sucht die Befreiung seines Geistes, begierig, das Ziel zu erreichen, für das er geschaffen wurde.

    8. Seit Anbeginn der Menschheit sind es nur wenige gewesen, die den Frieden gesucht haben oder in ihm verblieben sind, nachdem sie ihn einmal erlangt haben, weil der Mensch ihn nur sucht, wenn der Schmerz ihn besiegt hat. Deshalb seht ihr, wie nach jedem eurer unmenschlichen, brudermörderischen und ungerechten Kriege sich Tausende von Menschen erheben, die nach dem Frieden dürsten, den sie vorher nicht zu schätzen wussten, weil sie sich nicht des Wertes bewusst gewesen sind, den diese göttliche Gabe hat.

    9. Ihr müsst begreifen, dass es nicht das Wissen der Menschen ist, in dem ihr inneren Frieden finden werdet, da die Quelle, aus der er stammt, geistig ist. Das Gold, die menschliche Weisheit, die Wissenschaft, die Macht der Menschen haben nicht genügt, um diese Gnade zu erlangen, die ihr nur erreichen werdet, wenn ihr gute Werke tut und euch in eurem Leben auf dem Weg der Liebe bewegt, den euch mein Gesetz weist.

    10. Es wird nichts Erstaunliches an sich haben, dass die Männer, welche die Menschheit Gelehrte nennt — wenn sie meinen Offenbarungen nachgehen und auf der Suche nach meinem Frieden sind — den Platz der Schüler einnehmen, um die ersten Lektionen vom Buche des Lebens zu studieren.

    11. Niemand kennt besser als Ich den unendlichen Durst, welcher unter der Menschheit herrscht. Mein Erbarmen dringt wie ein Hoffnungsstrahl in jedes Herz, um ihm die Nähe des Kampfes fühlbar zu machen, durch den es den wahren Frieden und die Befreiung des Geistes erreichen wird.

    12. Meine Unterweisung ist der Ruf der himmlischen Posaune, welche von den Geistwesen gehört worden ist, denen sie verkündet hat, dass die Zeit des Gerichts, der Sühne und auch der Erlösung gekommen ist.

    13. Alles war vorhergesagt worden; doch ihr habt vorgezogen, die Ereignisse abzuwarten, ohne euch vorzubereiten, um dem Kampf die Stirne bieten und eure Freiheit erringen zu können. Euch fehlte der Glaube, der Gehorsam gegenüber meinem Gesetze der Liebe, und heute weint ihr über eure Schuld.

    14. Die Menschenmengen, die sich versammeln, um meine göttlichen Unterweisungen zu hören, erscheinen euch groß an Zahl; aber wie klein sind sie, wenn ihr sie mit euren Mitmenschen vergleicht, die meinen Frieden entbehren.

    15. In diese Scharen hier habe Ich meinen Frieden gelegt; einige wussten ihn zu bewahren, andere berauben sich desselben, sobald sie mein Wort nicht mehr vernehmen und sie in die Gewohnheiten des Alltags zurückfallen. Es sind die, welche Mich bei der Rückkehr zu dem bescheidenen Orte, an dem Ich Mich kundgebe, fragen: „Herr, warum finde ich nur Frieden, wenn ich Dir zuhöre, oder ist es so, dass er nur an diesen Orten vorhanden ist?“ Doch Ich antworte ihnen, dass, wenn sie nur zu der Stunde Frieden gefunden haben, da sie meine Lehre hören, dann deshalb, weil sie nur in diesem Augenblick ihren Geist vom Einfluss des Körpers läutern und, wenn sie die Schwelle dieser Versammlungsräume hinter sich lassen, zu ihrem Leben der Unvollkommenheiten, der Selbstsucht, der Leidenschaften, des Grolles und der Laster zurückkehren, ohne die Weisungen der Lehre, die sie gehört haben, in Anwendung zu bringen. Denn Hören heißt nicht Lernen, und nur, wer meine Lehre erforscht und in die Tat umsetzt, wird sich in Wahrheit mein Jünger nennen können, weil er immer geistig vorbereitet sein wird, seinen Brüdern das Beispiel zu geben, wie man sein Leben in Befolgung meiner Unterweisungen auf die rechte Bahn bringt.

    16. In diesem Lehrwort werdet ihr die Erkenntnis der sittlichen Verantwortung finden, die ihr dadurch übernommen habt, dass ihr in eurem Herzen die Gabe meines Friedens empfangt, die ihr mit euren Mitmenschen teilen müsst.

    17. Begreift und macht euch klar, wie oft Ich euch gesagt habe: Seid willkommen in der bescheidenen Versammlungsstätte, die zu einem Haus des Friedens und des Gebets geworden ist, wo Ich Mich als Meister kundgebe.

    18. Durch mein Wort habt ihr eure Aufgabe und die Sühnepflicht begriffen, die auf eurem Geist lastet. Heute erkennt ihr, dass es, um zu Mir zu kommen, nötig ist, die Reinheit zu erlangen, die euch würdig macht, in das Reich der Gerechten einzugehen, welches das eurem Geiste verheißene Land ist.

    19. Nicht alle, die Mir zuhören, sind bei Mir, denn die Gedanken einiger sind ferne. Dagegen gibt es einige, die körperlich entfernt und im Geiste gegenwärtig sind.

    20. So wie ihr an meine Türen klopft, bin auch Ich zu den euren gekommen, nicht um etwas von euch zu verlangen, sondern um euch das zu geben, was ihr nötig habt.

    21. Ich gebe eurem Geist Licht, denn Ich sehe, dass er nicht länger in der Finsternis bleiben will; er wünscht sich über die Unwissenheit und die Leidenschaften des Körpers zu erheben, er möchte den Vater schauen und verstehen und den Zweck seines eigenen Daseins erkennen.

    22. Erwacht, werdet euch der Zeit bewusst, in der ihr lebt, damit, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, an dem die Menschen sich anschicken, jeden religiösen Kult des menschlichen Herzens zu entweihen und auszulöschen, sie von euch nichts zu entfernen haben, weil euer Heiligtum und eure Gottesverehrung geistig sein werden. Dann wird euer Geist sich direkt mit meiner Göttlichkeit verbinden können; dies wird seine Befreiung sein.

    23. Ihr lebt in einer Welt, die durch die menschliche Wissenschaft umgewandelt wurde; dies ist ihre Ära, die Zeit ihrer Herrschaft.

    24. Ein neues Babel haben die Menschen aufgerichtet, einen neuen Turm des Hochmuts und der Eitelkeit. Von seiner Höhe herab fordern sie meine Macht heraus und erniedrigen die Schwachen. Wahrlich, Ich sage euch, auf diesem Wege wird der Mensch nicht zu Mir kommen. Nicht weil Ich die Wissenschaft verleugne — ist sie doch Licht, das Ich, der Schöpfer, in den menschlichen Verstand gelegt habe —, sondern wegen des bösen Gebrauchs, den die Menschen von ihr gemacht haben.

    Ich vertraute euch die Wissenschaft wie einen Baum an, den ihr mit Liebe, Achtung und Eifer pflegen solltet, damit aus ihm Früchte von bestem Geschmacke hervorgingen — solche, die Leben spenden. Glaubt ihr, dass ihr diesen Baum gut gepflegt habt?

    Erkennt, dass seine Früchte zerstörerisch und leidbringend waren, dass sie, statt Leben zu spenden, Tod gesät haben. Wie verfehlt ist die menschliche Wissenschaft, die im Dienste des Menschen stehen soll! Aber dennoch segne Ich sie, denn sie ist meiner Kinder Werk.

    25. Der Materialismus hat die Menschheit umstrickt. Aus vielen Herzen wurde mein Name ausgelöscht, die Menschen vergessen zu beten, welches die geistige Form ist, mit Gott zu sprechen. Meine Lehre und mein Vorbild durch Jesus wurden vergessen, und die, welche versuchen, in meiner Lehre beständig zu bleiben und mein Gesetz zu erfüllen, tun es mittels abgöttischer Kulte und suchen Mich mittels Figuren und Bildern, von Menschenhand gemacht. Soll mein Gesetz so erfüllt werden?

    26. Viele haben die Natur zu ihrem Gott gemacht, indem sie dieselbe als schöpferische Quelle all dessen, was existiert, vergöttlichen. Doch wahrlich, Ich sage euch, diese Natur, aus deren Schoße alle Wesen hervorgegangen sind — die materiellen Kräfte und Naturreiche, die euch umgeben — sie ist nicht Schöpferin; sie wurde zuvor vom göttlichen Schöpfer geplant und geschaffen. Sie ist weder die Ursache noch der Grund des Lebens. Ich allein, euer Herr, bin der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega.

    27. Der Schatten des Baumes der menschlichen Wissenschaft hat die Menschheit umfangen, die Mehrzahl seiner Früchte hat sie vergiftet, und es naht die Zeit, in der die Sichel der Gerechtigkeit jeden unreinen Zweig und jede schlechte Frucht abschneidet.

    28. Als der Mensch noch unschuldig war, machte ihn sein Zustand der Reinheit der Gnade des Herrn würdig. Er hatte die Wissenschaft nicht nötig, um die Mittel zum Leben zu finden. Es war nicht nötig, dass seine Augen oder seine Intelligenz sich anstrengten, in die Geheimnisse der Schöpfung einzudringen, um das Licht zu finden, das seinen irdischen Lebensweg erleuchten würde.

    29. Wie eine liebevolle Mutter brachte die Natur ihren Busen an die Lippen des Kindes, um es zu nähren; doch das Kind wuchs, und von der äußeren Schönheit der Früchte des Lebensbaumes verführt, streckte es seine Hand aus, brach sie ab und kostete sie, wodurch in seinem Herzen und seinem ganzen Wesen das Bedürfnis und das Verlangen nach Wissen erwachte. Das Lebensalter der Unschuld enteilte, und für den Menschen begann ein neuer Abschnitt, jener der Wissenschaft, in welchem der Geist das menschliche Leben und seine Geheimnisse zu erkennen verlangte. Da begann der Kampf, die Erfahrung, die Entfaltung, die Entwicklung, die Sühneleistung.

    30. Das Kind, dessen Glück ganz auf das Fühlen der mütterlichen Liebkosung gerichtet war, wurde zum Jugendlichen, welcher — verwundert angesichts der Größe des Lebens, das für ihn ein Geheimnis war — sich voller Neugier und Unruhe wissensdurstig auf den Weg machte. Wer außer Mir bewirkte, dass der Mensch dieses Ideal des Wissens und Erkennens fühlte?

    Alles war durch Mich vorausgesehen und vorbereitet, um die Schritte des Menschen auf der Erde zu lenken, weshalb er bei jedem Schritt auf eine Überraschung und ein neues Wunder stieß. Es gab kein Hindernis, keine Not noch Pein, für die er keine Lösung finden würde.

    Wenn der Mensch sein Erwachen für die Welt hatte, so zeigte sich auch in seinem Geist, aus seiner Ruhelosigkeit und seinem Ahnungsvermögen heraus die tiefe Sehnsucht, das Leben zu verstehen und zu schauen, das jenseits der materiellen Schöpfung ist, jenseits der Materie und der Wissenschaft.

    31. So entstand die geistige Verehrung Gottes, damit der Geist sich durch sie nährt und hohe Erkenntnisse erlangt und er gemäß der Wissenschaft lebt, die von meinem Gesetze der Liebe inspiriert ist.

    32. Nicht alle Menschen haben sich Mich im Unendlichen, im Geistigen und Unsichtbaren befindlich vorgestellt. Während daher seit den Anfängen der Menschheit einige Mich jenseits alles Materiellen gesucht haben, haben andere es mittels äußerlicher Kulte getan. Dies sind jene, welche Mich in den Sternen, in den Naturkräften und in Geschöpfen suchten, bis sie zur Einsicht gelangten, dass Der, welcher alles geschaffen hatte, was sie anbeteten, sich im Unendlichen befand, und Er es war, den sie anbeten sollten.

    33. Mit der Zeit hat sich die Menschheit in ihren Glaubensüberzeugungen und in der Erkenntnis des Geistigen weiterentwickelt, wobei sie, durch göttliche Eingebungen erleuchtet, ihre Gottesverehrung vervollkommnete. Dennoch fühlen Mich noch in der heutigen Zeit viele meiner Kinder nur durch Gebilde der Schöpfung, Riten, Bilder und Symbole. Und zwar deshalb, weil der Geist, noch immer durch die Traditionen abgelenkt, sich mit dem wenigen zufrieden gibt, das er mit seiner geringen Erhebung erlangt. Aber angesichts der Geheimnisse ist für ihn die Stunde der Beunruhigung gekommen, und er erleidet Nöte und macht Prüfungen durch, wie er sie bisher niemals auf seinem Wege angetroffen hat. Daraufhin wird er erwachen und sich aufmachen, um zu fragen, um zu forschen, wie er es bereits tat, als er den Grund für das Leben auf der Erde wissen wollte.

    34. Was ist es, was ihr in diesen Augenblicken auf der Erde am meisten ersehnt? —Frieden, Gesundheit und Wahrheit. Wahrlich, Ich sage euch, diese Gaben wird euch nicht eure Wissenschaft geben, so wie ihr sie angewendet habt.

    35. Die Gelehrten befragen die Natur, und sie antwortet ihnen auf jede Frage; doch hinter jenen Fragen stehen nicht immer gute Absichten, gute Gesinnungen oder Nächstenliebe. Die Menschen sind unmündig und unverständig, die der Natur ihre Geheimnisse entreißen und ihr innerstes Wesen entweihen — nicht um sie zu ehren, indem sie aus ihren Quellen die Grundstoffe entnehmen, um sich gegenseitig Gutes zu tun wie wahre Geschwister, sondern um eigensüchtiger und zuweilen verderblicher Ziele willen.

    36. Die ganze Schöpfung spricht zu ihnen von Mir, und ihre Stimme ist die der Liebe; doch wie wenige wussten diese Sprache zu hören und zu verstehen!

    37. Wenn ihr bedenkt, dass die Schöpfung ein Tempel ist, in dem Ich wohne, fürchtet ihr da nicht, dass Jesus dort erscheint, die Geißel ergreift und die Händler und alle, die ihn entweihen, verjagt?

    38. O geliebtes Volk, ergründe und begreife meine Unterweisung, öffne deinen Verstand und lasse mein Licht in ihn eindringen; dies Licht wird aus euren Werken sprechen, auch wenn euer Wort schwerfällig ist. Es gefällt Mir, dass euer Wort unbeholfen ist, denn euer Geist wird es sein, welcher von Mir Zeugnis ablegt.

    39. Das Schicksal eines jeden von euch ist verschieden, doch das Ziel von allen ist das gleiche: zu Gott zu kommen.

    40. Einige von euch leiden, und damit sühnt ihr eure Verstöße gegen mein Gesetz in den vergangenen Zeiten; andere trinken den Leidenskelch durch die Bosheit ihrer Mitmenschen. Die ersteren reinigen sich in den Prüfungen des Lebens, die letzteren haben den gleichen Kelch zu leeren, den sie ihren Mitmenschen zu trinken gaben. Aber wahrlich, Ich sage euch, bei den einen wie bei den anderen zeigt sich die liebevolle und vollkommene Gerechtigkeit eures Herrn.

    41. Liebet einander, erfüllt mein Liebesgesetz, damit das Licht des Friedens und der Eintracht im Osten erstrahlt, welcher sich zurzeit in den Finsternissen und Leiden des Krieges befindet. Fühlt den Schmerz der Menschen und erkennt, wie sie nach einem Retter suchen — wie verirrte Schafe, wenn sie klagend nach ihrem Hirten rufen.

    42. Wie viel Schmerz bedrückt die Menschen in dieser Zeit! Kaum wird ein Kind geboren, da beginnt es wegen seiner Mitmenschen bereits den Kelch des Leidens zu trinken. Einige verlieren die Mutter, bevor sie die erste Liebkosung fühlen, andere werden vom Getöse des Krieges taub, statt das süße mütterliche Wiegenlied zu hören.

    43. Das Paradies der ersten Menschen wurde in ein Tal der Tränen verwandelt, und jetzt ist es nur ein Tal des Blutes. Deshalb wecke Ich heute, da Ich gekommen bin, das meinen Jüngern gegebene Versprechen zu erfüllen, die Menschheit aus ihrem geistigen Schlafe auf und gebe ihr meine Liebeslehre, um sie zu retten. Ich suche die Geistwesen, welche die Bestimmung haben, in dieser Zeit meine Kundgebungen und mein Wort mit ihren Werken zu bezeugen.

    Wenn diese durch Mich Gekennzeichneten um mein Gesetz vereint sind, werden die Erde und die Sterne erschüttert werden, und am Himmel wird es Zeichen geben; denn zu diesem Zeitpunkt wird die Stimme des Herrn von einem Ende der Erde zum anderen gehört werden, und sein Göttlicher Geist, umgeben von den Geistern der Gerechten, der Propheten und der Märtyrer, wird die geistige und die materielle Welt richten.

    44. Dann wird die Zeit des Heiligen Geistes ihre Vollkraft erreichen. — Damit ihr euren Mitmenschen diese Prophetie bekannt macht, frage Ich euch: Wann werdet ihr euch zur Erfüllung eurer Aufgabe aufmachen als die Jünger dieser Zeit? Wann werdet ihr es ermöglichen, dass eure Mitmenschen euch hören und vor der Stimme ihres eigenen Gewissens erzittern? Wann werdet ihr der Menschheit dies Wort des Lichtes und der Liebe bringen?

    45. Es ist mein Wille, dass ihr euch vereinigt, damit in jeder Versammlungsstätte und in jeder Bruderschaft der „Geschmack eurer Frucht“ einheitlich ist. Warum sollten sie verschiedenen „Geschmack“ anbieten, da sie doch alle Reben desselben Weinstocks sind?

    46. Lernet, handelt und erhebt euch vereint, damit eure Kraft geachtet wird. Gebt keinen Anlass, dass falsche Kundgebungen meiner Göttlichkeit im Schoße von Sekten oder Kirchen auftauchen, seid nicht der Grund dafür, dass falsche Propheten aufstehen, welche die Menschenmengen mit ihrem Worte betören.

    47. Habt acht, ihr Seher! Wenn ihr von eurem Vater geprüft worden seid, wenn selbst eure Angehörigen euch verkannt haben, so fürchtet euch nicht; erinnert euch, dass Jesus in seiner Heimat verkannt wurde und in andere Gegenden gehen musste, um Glauben zu finden. „Niemand ist Prophet in seinem Vaterland“ sagte Er euch.

    48. Wenn sie an euren Gaben gezweifelt haben, so werden andere Herzen kommen, die euch wirklich glauben. Einige von euch werden in fremde Länder gehen, wo ihr mehr Vertrauen in euer Zeugnis antreffen werdet als im Schoße dieses Volkes.

    49. Um euch bei eurer Aufgabe zu helfen, hat euch der Meister seine Unterweisung gegeben, und Er wird niemals müde, es zu tun, denn Er ist „Das Wort“ des Vaters.

    50. Geliebte Jünger, gebt einem Kranken den heilenden Balsam, tut es mit Liebe, mit wahrer geistiger Zubereitung, damit ihr erreicht, dass der Leidende den göttlichen Trost erfährt.

    51. Bei einigen Gelegenheiten habe Ich euch gewährt, dass wahre Wunder geschahen, ohne dass eure Vorbereitung euch ein Anrecht darauf gegeben hat; doch jetzt sage Ich euch, dass ihr eure Vorbereitung nicht vernachlässigen dürft, denn Ich werde euch überraschen, euch warnen, indem Ich euch das, was ihr erhofft, nicht gewähre, um euch verstehen zu lassen, dass ihr euch nicht vorzubereiten wisst, um ein wahres Werk der Barmherzigkeit zu vollbringen.

    52. Lasst es nicht zu, dass sich durch seinen Schmerz allein der Kranke ein Anrecht auf meine Wohltaten erwirbt; ihr müsst seine Verdienste mit denen eurer Nächstenliebe vereinen, dann wird sich meine Gnade in beiden bekunden. Wo immer ihr seid, sollt ihr Verdienste erwerben, damit ihr jedes Mal, wenn ihr für eure Brüder Fürbitte einlegt, würdig seid, Mich um das zu bitten, was ihr zum Wohle eurer Nächsten braucht.

    53. Bewahrt die geistige und körperliche Vorbereitung, denn ihr kennt nicht den Augenblick, an dem ihr ein Werk der Barmherzigkeit tun müsst, und es wird mein Wohlgefallen finden, euch zu Trägern des Balsams, des Friedens oder dessen zu machen, was euren Brüdern am meisten fehlt. Begreift das Schöne der Aufgabe, die ihr durch eure Sühneleistung erfüllt, damit ihr euer Kreuz mit der ganzen Liebe, derer ihr fähig seid, umarmt.

    54. Hier auf der Welt nehmt ihr die Stimme eures Gewissens nicht so klar wahr, wie ihr sie hören werdet, wenn ihr im Geistigen seid; deshalb vernachlässigt ihr oft die Erfüllung eurer Aufgabe. Doch denkt daran, dass dieselbe euch immer erwartet, wie ferne auch der Zeitpunkt eures Scheidens in das Jenseits sei, und dass, wenn ihr die Augen in einer neuen Welt öffnet, nur das Licht zu euch gelangen wird, das ihr in eurem Kampfe erreicht habt, und ihrden Frieden besitzen werdet, auf den ihr euch ein Anrecht erworben habt durch die Verdienste, die ihr erlangt habt.

    55. Wisst ihr, wie ihr nach meinem Willen zur nächsten Wohnstätte kommen sollt, wo Ich euch erwarte? — Voller Frieden, erleuchtet durch das Licht der Weisheit, welches in jedem reinen Geist erstrahlen soll; ohne Ungewissheiten, ohne Tränen.

    56. Niemand soll glauben, dass — als er in diese Welt kam — ihn mein Werk überraschte, indem es ihm eine Aufgabe übertrug; nein, das wäre allzu viel Unwissenheit, wenn man im Lichte lebt. Ich bin nur gekommen, um euch das wiedererkennen zu lassen, was ihr im Geistigen erhalten habt, bevor ihr zur Erde gesandt wurdet.

    57. Also, geliebte Jünger, wenn euer Geist hierfür gekommen ist, weil Ich es ihm so befohlen habe und jeder von euch es so wünschte und annahm, so denkt daran, dass ihr nicht zu Mir zurückkommen dürft, ohne den Auftrag erfüllt zu haben, welchen ihr zu erfüllen versprochen habt; denn andernfalls würde es sehr schmerzlich für euren Geist sein.

    58. Ergründet mein Wort, erlaubt nicht, dass irgendetwas oder irgendjemand euch an der Erfüllung eurer Aufgabe hindert, dass irgendetwas euch zum Verzicht auf all das veranlasst, was denen als Lohn zusteht, welche auf der Welt Soldaten Gottes, Apostel seiner Wahrheit waren.

    59. Um euch bei eurer Sühne zu helfen, gebe Ich euch mein Wort, und sein Licht leitet euch zur Vollkommenheit.

    60. Hört Mir unermüdlich zu, lernt von Mir. Hört auf Elias und nehmt euch ein Beispiel an seiner Tugend, damit ihr gleich ihm Hirten einer Anzahl von Geistwesen seid, die euch mein Wille zugewiesen hat.

    61. Auf alle schaue Ich mit Liebe, und Ich sage euch, dass Ich in dieser Zeit nicht nur gekommen bin, um euch zu liebkosen und euch meinen Frieden zu geben, sondern um euch zu unterweisen, euch verständlich zu machen, dass ihr Besitzer geistiger Gaben seid, mit denen ihr den Menschen in ihrer Drangsal helfen sollt, um sie bis zum Ende ihrer Sühne zu fuhren.

    62. Die Zeit der großen Prüfungen ist gekommen, doch der Geist ist noch immer schwach. Große Schmerzen und Umwälzungen erwarten ihn, und deshalb nähere Ich Mich gleich einem Rettungsboot, um meine Kinder aufzunehmen, indem Ich ihnen helfe, sich auf dem geistigen Pfade weiterzuentwickeln.

    63. Alle Geistwesen haben mein Gericht verdient, selbst jene der Kinder in den Armen ihrer Mütter haben Schmerz empfunden.

    64. Euch, Jünger, bereite Ich vor, damit ihr meine Lehre der Liebe und des Friedens zu allen Nationen tragt — damit ihr durch eure Auftragserfüllung eure Mitmenschen rettet. Naht euch den Kleinen und den Großen.

    Häufig werdet ihr vor Wissenschaftlern stehen, und vor ihnen müsst ihr Beweise von Vergeistigung geben. Wie viele werden sich beim Erkennen der Nutzlosigkeit ihres materiellen Wissens beschämt fühlen und werden bekennen, dass das, was die Wissenschaft nicht schaffte bei der Krankenheilung und bei der Lösung der Probleme, welche die Menschen quälen, die Liebe und die Barmherzigkeit meiner Jünger erreichte.

    65. Diese in der Welt wenig bekannte Nation wird verschwenderisch gesegnet sein. Ihr Boden wird ertragreich sein, und ihre Truhen werden sich öffnen, und den vom Kriege verwüsteten Nationen Nahrung senden. Der Geist ihrer Bewohner wird, von meiner Liebe angeregt, den Notleidenden Gedanken des Lichtes zusenden, und wenn die Zeit der Verkündigung gekommen ist, wird er mein Wort bringen, um mit ihm die Leidenden zu beleben und zu heilen.

    66. Viele Ausländer werden kommen, um sich euch in euren Ideen von Frieden und Eintracht anzuschließen. Die Vergeistigung wird sich als wohltätiger Same ausbreiten, und die Wahrheit, die sie verkündet, wird bekannt werden. Dann wird das Kind Mich mit Lauterkeit zu lieben verstehen, und der Quell der Gnade, dem alles Gute entquillt, wird sich über die Menschheit ergießen.

    67. Ich will, dass ihr in diesem Zeitabschnitt euren Auftrag erfüllt, und, wenn ihr ins Jenseits hinübergeht, eure geistige Arbeit fortsetzt. Lehrt eure Brüder, dass es ein einziges Gesetz voller Gerechtigkeit ist, das alle Geistwesen regiert, dass alle einen Platz in meiner Schöpfung einnehmen, und jeder durch Mich in seiner Erfüllung angespornt wird. Alles gehorcht unwandelbaren göttlichen Gesetzen.

    68. Wenn die Menschheit während dieser Zeit der Prüfungen schlecht über euch urteilt und euch für den Krieg der Ideologien, für die Zerstörung der Nationen und für das Ausbleiben des Friedens verantwortlich macht, so verzagt nicht und lasst euch nicht beirren, verharret im Beten und Wachen. Fürchtet euch nicht vor Strafe, wenn ihr mein Gesetz erfüllt.

    69. Begreift, dass Ich den Ausbruch der Kriege zugelassen habe, damit der Geist der Menschen sich läutert. Jede Nation, Institution, und jedes Heim werden von meiner Gerechtigkeit heimgesucht, um den Grad an Fortschritt aufzudecken, in dem sie sich befinden.

    70. Arbeitet, wie Ich euch gelehrt habe; bringt die Sünder zur sittlichen Erneuerung; stellt (zerbrochene) Leben wieder her, bringt die zu Mir, die sich entfernt haben. Wenn dieser Zeitabschnitt dann vorüber ist, wird in allen Geistwesen das Licht des Wissens und der Erfahrung sein. Meine Lehre wird die Menschen anleiten, und es wird keine Verfälschungen oder schlechte Auslegungen in meinem Gesetze geben.

    71. Wenn Ich euch zuweilen „Kinder“ nenne, so deshalb, weil ihr vor meiner Göttlichkeit noch klein seid, und angesichts der Ewigkeit erweist sich euer Dasein als sehr kurz. Seht ihr nicht manchmal euer Glück in einer Kleinigkeit? Weint ihr nicht manchmal wegen etwas, was kein Grund für euren Schmerz sein sollte?

    72. Wahrlich, Ich sage euch, Ich suche nicht nur den Armen und Unbedeutenden, sondern auch den, welcher sich in der Welt ausgezeichnet hat, sei es durch seine Macht oder sein Wissen. An alle ergeht mein Ruf, damit sie die Läuterung ihres Geistes erlangen.

    73. Wenn Ich Mich bei den Armen in dem wenigen, das sie besaßen, fühlbar machte, um sie zuzubereiten und aufzurütteln, so werde Ich die, welche materielle Güter angehäuft haben, der Prüfung unterwerfen, damit sie meinen Ruf beachten. Den, der meiner Stimme gegenüber taub ist, werde Ich von dieser Welt wegnehmen und ihm im Geistigen Tale die Arbeit zeigen, die er auf der Erde nicht zu erfüllen verstand.

    74. Diese Unterweisung soll euch als Lehre dienen. Häufet Verdienste an, bevor ihr euch von dieser Welt entfernt, hinterlasst Trost, Gesundheit und Frieden als Spur eures Lebensweges; wenn ihr es nicht tut, werdet ihr morgen Tränen vergießen.

    75. Euer Herz muss stark werden, um den Prüfungen standzuhalten, die es erwarten. Ich habe euch gesagt, dass ihr Verfolgungen und Verleumdungen erleiden werdet, dass euch die Schuld an der religiösen Verwirrung gegeben wird, welche in Erscheinung treten wird; doch Ich werde über euch wachen und euch weiterhelfen.

    76. Entfernt aus euren Herzen den Abscheu, den ihr vor jenen empfinden mögt, welche an Krankheiten leiden, die ihr ekelhaft nennt; und bekämpft den Widerwillen, den ihr verspüren könntet, wenn ihr einem Totschläger gegenübersteht oder jemandem, welcher in den Lastern den Verstand verloren hat. Reicht ihnen eure Hand, gebt ihnen tiefstempfundene Worte. Betet für sie. Ich allein weiß, was sich in jeder dieser Existenzen verbirgt. Ich allein kenne die Ursachen ihres Falles.

    77. Ich allein kann vergeben und jene freisprechen, welche von der menschlichen Gerichtsbarkeit verfolgt und verurteilt werden.

    78. Ich stärke euren Geist mit meinem Worte; denn vieles ist es, was ihr noch in eurem Herzen erleben und empfinden müsst.

    79. Ich mache eure durch euren Materialismus teilnahmslos gewordenen Gefühle wieder empfindsam. Gestern fühltet ihr den fremden Schmerz nicht; aber bald werden eure Augen um des Leidens eurer Mitmenschen willen viele Tränen vergießen.

    80. Die Felder sind reichlich vorhanden, doch die Arbeiter sind knapp. Ihr solltet zu den Arbeitern gehören, die lernen, diesen gesegneten Samen auszusäen! Tut es jetzt, da ihr auf der Erde lebt, damit ihr mit Verdiensten ins Jenseits kommt.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 25

    1. Der Geist Elias‘ hat euch wie eine himmlische Glocke aufgeweckt, damit ihr herbeikommen würdet, mein Wort zu hören.

    2. Euer Herz fragt sich begierig: Welche Speise wird es sein, die uns der Vater an diesem Tage zu kosten gibt? Worin wird der Unterricht von heute bestehen?

    3. Wahrlich, Ich sage euch: Eine Frau ließ in ihrem Heim einen Schwerkranken zurück, um Mich zu hören. Ihr sage Ich: Wenn du zu deinem Hause zurückkommst, wird der Kranke das Bett verlassen, und er selbst wird dir die Tür öffnen, um dir die gute Nachricht zu bringen, dass er gesund wurde; denn jeder, der die Güter der Erde hinter sich lässt, um bei Mir zu sein, wird jemanden haben, der über das Zurückgelassene wacht, und dies bin Ich.

    4. Ich schaue auf die, welche einen großen Schmerz erleidend im stillen Kämmerlein Tränen vergossen haben, ohne zu verzweifeln oder gegen Mich zu lästern. Sie nahmen ihre Prüfung demütig an, weil sie wussten, dass man Verdienste erwerben muss, um mein Reich zu erlangen.

    5. Ich sehe euch alle auf den verschiedenen Wegen des menschlichen Kampfes, und da habe Ich Mich in den Pilger verwandelt, der euren Weg kreuzt, um euch zu fragen: „Wohin geht ihr?“ Und während einige Mir antworten: „Auf die Suche nach Stille“, sagen Mir andere: „Wir sind auf der Suche nach Brot“. Dann geht der Meister voraus, um an den Türen zu rufen, an die ihr klopfen werdet, damit eure Mitmenschen euch mit Nächstenliebe und gutem Willen empfangen. Deswegen findet ihr die Herzen, die aus Stein waren, bewegt vor, wenn ihr angeklopft habt; ihr erkennt meine Gegenwart und sagt Mir: „Herr, so groß ist die Barmherzigkeit, die Du mit uns hast?“

    6. Die Prüfungen, denen ihr auf eurem Lebensweg begegnet, sind kein Zufall, Ich habe sie euch gesandt, damit ihr Verdienste erwerbt. Kein Blatt vom Baume bewegt sich ohne meinen Willen, und Ich bin sowohl in den großen als auch in den kleinen Werken der Schöpfung. Wachet und betet, damit ihr verstehen lernt, welches die Frucht ist, die ihr von jeder Prüfung ernten sollt, damit eure Sühne kürzer ist. Nehmt euer Kreuz mit Liebe auf euch, und Ich werde bewirken, dass ihr eure Sühne mit Geduld tragt.

    7. Dies ist die Dritte Zeit, in der Ich euch aufs neue sage: „Liebet einander“; aber nicht nur unter Menschen, sondern von einer Welt zur andern. Ihr sollt die lieben und euch derer erbarmen, die im Geistigen sind, denn auch sie sind eure Geschwister.

    8. Wie ferne ist die Zeit, in der euch gesagt wurde: „Wer mit dem Schwerte tötet, soll durch das Schwert umkommen“. — „Mit der Elle, mit der du misst, wirst du gemessen werden“. Heute sage Ich euch: Bereut aufrichtig, wascht eure Flecken ab mit Werken der Barmherzigkeit, der Vergebung und der Liebe.

    9. Von allen Wegen habe Ich euch herbeigerufen, um euch eine einzige Lehre zu geben. An meinem Tische hat es niemals Speisen gegeben, von denen einige besser als andere waren; ein einziges Brot und ein und denselben Wein habe Ich allen angeboten. An meinem Tische haben sich sowohl die Herren als auch die Parias, die Reichen wie die Armen, die Sünder wie die Frommen niedergelassen. Ich habe sowohl die, welche mit Lauterkeit gelebt haben, als auch die, welche mit beflecktem Geist kommen, empfangen. Dies lehre Ich euch, damit ihr auf eurem Lebenswege niemals jemanden von euren Brüdern bevorzugt.

    10. Seid demütig gegenüber denen, die sich überlegen fühlen, und gebt jenem, der sich vor euch erniedrigt, weil er sich für kleiner hält, zu verstehen, dass er nicht weniger ist als ihr.

    11. Es ist notwendig, meine Lehre auszuüben, um die unendliche Macht der Liebe zu verstehen. Die Liebe ist die heilende Kraft, die den sündigen Menschen in meinen Jünger verwandelt. Liebe ist das eigentliche Wesen des ewigen Lebens.

    12. Manche fragen Mich: „Warum ist es nötig, in dieser Form zu uns zu sprechen, um uns auf den Weg der Entwicklung des Geist zu fuhren?“ — Wahrlich, Ich sage euch: Dies Wort, das ihr hört, ist das Buch, das meine Weisheit enthält.

    13. Warum habe Ich dies Buch vor euch aufgeschlagen? — Um dem Menschen viele Geheimnisse zu offenbaren; um Licht zu bringen in seine Finsternis der Unwissenheit.

    14. In Wahrheit sage Ich euch, dass die Männer der Macht nicht alles vermögen, die Gelehrten nicht alles wissen, noch die Theologen Mich wahrhaft kennen.

    15. Darum bin Ich aufs neue als Meister zur Menschheit gekommen, um euren Verstand zu erleuchten, damit ihr die großen Offenbarungen versteht — vorausgesetzt, dass ihr nicht beansprucht, zur Höhe meiner Weisheit zu gelangen, sondern mit Ehrfurcht und Demut in mein Heiligtum eintretet. Wer so eintritt, wird von Mir so weit geführt werden, wie es mein Wille ist, und er wird niemals Leid erfahren.

    16. Geht der Wissenschaft dieser Zeit auf den Grund — ihre Früchte sind bitter, denn die Menschen wollten ohne Ehrfurcht in meine Geheimnisse eindringen, und wie viele haben, als sie zum kleinsten Teil die Wunder des Universums entdeckten, daran gezweifelt, dass eine Allmacht existiert, die alles geschaffen hat. Es sind die, welche nur an das glauben, was sie sehen, und was sie mit Händen greifen; aber alles, was jenseits ihres Begriffsvermögens ist, wird von ihnen geleugnet.

    17. Die Kenntnis, die jenseits eures Verstandes und des Materialismus liegt, ist die, welche Ich euch lehre, damit ihr eure geistige Vollendung erreicht.

    18. Rüste dich zu, Menschheit, damit du dich davon freimachst, die bitteren Früchte zu essen, welche die Wissenschaft dir zubereitet. Ich bin immer gekommen, euch das Geheimnis des wahren Lebens zu offenbaren.

    19. In der Zweiten Zeit hörten Mich große Menschenmengen, Tausende von Kranken wurden durch meine bloße Berührung gesund oder durch das Hören meines liebkosenden Wortes, oder als mein liebevoller Blick auf ihnen ruhte. Viele von ihnen liebten und erkannten Mich, ob schon nicht alle Mir nachfolgten; denn nur zwölf begleiteten Mich bis zum Ende. Ihre Namen sind unsterblich durch das Vorbild der Vollkommenheit, der Tugend und des Opfers, das sie euch hinterließen. Doch waren sie nicht vollkommen, als Ich sie berief; wenn sie es gewesen wären, hätte Ich sie nicht gerufen, um sie zu unterweisen.

    20. Unter euch finde Ich ebenso wenig Gerechte oder Vollkommene; doch werdet ihr euch durch meine Unterweisung ändern und große Werke tun können. Hart ist das Herz der Menschen, aber Ich werde euch auf dem Wege erleuchten, damit ihr vorankommt.

    21. Als meine Apostel sich in der Zweiten Zeit über die Welt hin verstreuten, hatte Petrus Augenblicke des Kleinmuts angesichts der Verfolgungen, der Grausamkeit und der Härte der Menschen, und als er aus Rom fliehen wollte, um sein Leben zu retten, sah er die Gestalt Jesu, welcher sich, das Kreuz auf den Schultern tragend, auf die heidnische Stadt zubewegte. Petrus fragte seinen Herrn: „Wohin gehst Du, Herr?“ Worauf Jesus antwortete: „Ich will von neuem für euch sterben“. Schluchzend bot Petrus seinem Herrn an, wieder in den Schoß der Sünder zurückzukehren, um sie zu retten, selbst auf Kosten seines Blutes und seines Lebens, um gleich seinem Meister zu sterben.

    22. Euch sage Ich daher: Wartet nicht, bis das Jahr meines Abschieds, 1950, euch unvorbereitet und schwach überrascht. Denn wenn ihr euch so aufmachen wollt, um meine Lehre zu verbreiten, werdet ihr verzagen müssen.

    23. Dann werdet ihr mein Wort suchen, um euch zu stärken, und werdet es nicht finden. Heute, da Ich euch noch lehre, sollt ihr anfangen, meine Unterweisungen auszuüben. Erneuert euch, macht einen Schritt hin zur Vergeistigung. Ich werde euch durch Werke und Wunder ermutigen, und ihr werdet angesichts der großen Offenbarungen staunen, die Ich euch von Geist zu Geiste geben werde.

    Ich werde die materiegebundenen Wissenschaftler in Erstaunen setzen, indem Ich ihnen das Vorhandensein des Geistigen offenkundig mache. Alles, was sie geleugnet haben und was doch existiert, wird von ihnen ins Auge gefasst werden. Dann wird die Neugier, der Ehrgeiz erwachen, das Jenseits zu erforschen, und dies wird der Zeitpunkt sein, an dem meine Boten und Jünger auftreten sollen, um alles zu erklären, was Ich euch offenbart habe, und verhindern sollen, dass die Menschheit um meine neuen Offenbarungen Sekten und Theorien bildet.

    24. Heute ist Zeit zum Zuhören, zum Nachdenken. Doch wenn der Augenblick gekommen ist, zu den Völkern und Nationen hinauszugehen, und es einige von euch nicht werden tun können, so seid unbesorgt; denn dort, wo ihr wohnt, werdet ihr vieles tun können. Überlasst es euren Kindern, dass sie die Frohe Botschaft zu fernen Orten tragen. Erinnert euch daran, dass Ich euch gesagt habe, dass „die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sein werden“.

    25. Heute kommen die Menschenmengen zu meiner Unterweisung; diejenigen, welche am meisten leiden, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit gehabt haben, die von einem Leben des Friedens träumen, bleiben, um weiterhin mein Wort zu hören.

    26. Unter diesen Armen, Ungebildeten und Einfachen suche Ich nach und nach jene heraus, durch welche Ich euch mein Wort gebe.

    27. Der Göttliche Meister aller Zeiten kehrt zu euch zurück, um mit der Menschheit in Verbindung zu treten und in dieser Form den Geist dem neuen Tag entgegenzuführen.

    28. Bereitet euren Verstand vor, damit ihr mein Wort in richtiger Weise erforscht. Ich habe euch bereits gesagt, dass die Spiritualisten es sein werden, welche den Unterweisungen, die euch euer Herr in dieser Zeit und in der Vergangenheit offenbart hat, eine richtige Auslegung geben. Wer in meinem Buche liest und die Erforschung im geistigen Sinne vornimmt — der wird es sein, welcher sich der Wahrheit nähert.

    29. Damit es euch gelingt, diese Lehre wahrheitsgemäß zu erklären, werdet ihr zuvor unter euch selbst kämpfen müssen, und ihr werdet zuweilen sogar in Verwirrung geraten; doch wer inmitten seiner inneren Erregung wacht und betet und Mir vertraut, wird fühlen, dass Ruhe und Frieden in seinen Geist einkehren.

    30. Die entfesselten Winde werden bewirken, dass die Bäume ihre tauben Früchte und welken Blätter abwerfen, bis sie frei sind von Unreinheiten. Seid ihr euch nicht bewusst, dass ihr morgen, wenn ihr dies Wort nicht mehr hört, allein auf dem Wege zurückbleiben werdet, und eure Mitmenschen das lehren sollt, was ihr von Mir gelernt habt? Ich werde immer in jedem von euch sein, der Meister wird den Weg bereiten, und der Jünger wird seine Sendung erfüllen.

    31. Ich habe euch versprochen, das Licht in den Menschen anzuzünden, damit alle die Offenbarungen meiner Lehre kennen und verstehen würden, und dies ist die Zeit, in der jene Verheißung erfüllt worden ist; dies ist das Zeitalter, das der Mensch nicht zu erwarten verstand, weil er sich in ein Leben der Wissenschaft verirrt hat, aus dem er eine neue Welt geformt hat, und in dem die Geistwesen meine Wiederkunft ersehnten, weil sie wussten, dass meine Lehre für sie ihre Freiheit, ihr geistiger Aufstieg ist, und dass sie durch diese den Frieden erlangen werden.

    32. Einige haben diese Stunde im „Geistigen Tale“ lebend erwartet, andere haben das Wunder als Bewohner dieser Erde erwartet. Selig jene, welche wie die klugen Jungfrauen des Gleichnisses mit brennender Lampe zu warten verstanden.

    33. Auch in der Zweiten Zeit warteten die Geistwesen sehnsüchtig auf das Kommen des Messias — einige in der materiellen Welt, andere von den geistigen Wohnstätten aus, weil Christus das Tor, der Schlüssel und der Weg ist, und die Geistwesen dies wissen.

    34. In Mir ist die Macht, den Geist der Menschheit wachzurütteln, und wahrlich, Ich sage euch, diese Stunde kommt näher, und es wird nicht einen geben, der bei meinem Rufe nicht erzittert. Einige werden vom Materialismus erwachen, welcher sie eingeschläfert hatte, andere von ihrem Blut- und Vergnügungsrausch, wieder andere aus dem Schlaf ihrer Unwissenheit, dessen Nacht der Finsternis und des Fanatismus sehr groß war.

    35. In dem Augenblicke, in dem das geistige Licht in der Menschheit aufleuchtet, werden aus den Geistwesen Gebete hervorbrechen, und sie werden ihren Herrn fragen, was sie tun sollen, um Ihm wohlgefällig zu sein und sich so seiner Gegenwart nähern zu können.

    36. Ergründet mein Wort, Jünger, und ihr werdet in seinem Sinngehalt die Weisheit finden, damit euer Geist sich in der Liebeslehre des Vaters unterrichtet; denn euer Geist ist es, zu dem Ich spreche, den Ich unterweise und für ein höheres Leben vorbereite.

    37. Ihr wisst bereits, dass der Körper nur ein Werkzeug für den Geist ist; der Beweis dafür ist, dass er sterblich und vergänglich ist; der Geist dagegen ist für die Ewigkeit bestimmt.

    38. Wie unwissend hinsichtlich der geistigen Lehren treffe Ich diese Menschheit an, und zwar, weil man ihr mein Gesetz und meine Lehre nur als eine Morallehre vorgetragen hat, die ihr behilflich ist, und nicht als den Weg, der ihren Geist zur vollkommenen Heimat führt.

    39. Die verschiedenen Religionen haben in die Menschenherzen eine falsche Furcht vor geistigem Wissen gesät, was verursacht hat, dass sie vor meinen Offenbarungen fliehen, und dass sie immer mehr in der Finsternis der Unwissenheit versinken, wobei sie als Grund angeben, dass das Geistige Leben ein undurchdringliches Geheimnis ist.

    40. Die dies behaupten, lügen. Alle Offenbarungen, die Gott dem Menschen vom Anfang der Menschheit an gab, haben zu ihm vom Geistigen Leben gesprochen. Zwar hatte Ich euch nicht meine ganze Lehre gegeben, weil ihr nicht befähigt wart, alles zu erfahren, sondern erst, wenn die Zeit dafür gekommen wäre; aber das vom Vater bis heute Offenbarte ist für euch ausreichend, um eine vollständige Kenntnis des Geistigen Lebens zu haben.

    41. Geliebtes Volk: Nenne diese Zeit glücklich, denn in ihr habt ihr den Besuch eures Herrn gehabt, und wenn ihr dies große Ereignis mit einem Datum kennzeichnen wollt, so nehmt dafür das Jahr 1866, in welchem euch Elias bestätigte, dass die Stunde meiner Gegenwart unter diesem Volke herannahte. Seit damals suche Ich meine Jünger aus, damit sie Mir auf diesem Wege getreulich folgen.

    42. Wollt ihr Mir folgen, wollt ihr zu meinen Jüngern gehören? — Folgt Mir mit der Sanftmut und dem Vertrauen, mit dem Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes Mir nachfolgten und dabei ihre geliebten Angehörigen, ihre Boote und Netze hinter sich ließen, um — wie Ich ihnen sagte — zu Menschenfischern zu werden.

    43. Heute bereite Ich ein Volk zu, damit es Zeugnis von meiner Wahrheit gibt. Durch wen soll Ich Mich in der Welt offenbaren, wenn nicht durch meine Jünger?

    44. Ich will, dass ihr euch tief in mein Wort versenkt, bevor ihr euch auf den Weg der Erfüllung macht. Rüstet euch zu, denn die Menschen sind stark in ihren Überzeugungen. Entwickelt euch sowohl im Denken als auch in Worten und Werken; so werdet ihr nichts zu fürchten haben.

    45. Ja, mein Volk, Ich sehe schon, dass ihr versucht, meine Lehren auszuüben, in Erfüllung meines Gesetzes zu leben, um Mir mit euren Taten wohlgefällig zu sein. Der Meister segnet und ermutigt euch, in der Erneuerung beharrlich zu sein, damit ihr die Vergeistigung erreicht.

    46. Nach der Beendigung meines Wortes werdet ihr das tun, was meine Apostel der Zweiten Zeit taten: Sie versammelten sich, um zu beten, und auf diese Weise empfingen sie das Göttliche Licht, das sie auf jedem ihrer Schritte führte. Mittels des geistigen Gebetes, das Ich euch gelehrt habe, traten sie in Verbindung mit ihrem Herrn, ermutigten sie sich an seiner Gegenwart und gelangten sie zum Verständnis dessen, was der Wille ihres Meisters war. Jetzt werdet ihr verstehen, warum Ich sie als Grundlage oder Fundament meiner Kirche gebrauchte.

    Ihr wisst, dass Ich einen neuen Tempel bilden will. Wer wird die Grundmauern dieses Heiligtums bilden? — Ich werde die Starken, die in der Tugend Treuen, die Verständigen und die Hilfsbereiten erwählen, denn ihr Vorbild wird nachahmenswert sein.

    47. Die Kammer der tiefen Geheimnisse eures Vaters ist bereit, sein väterliches Erbe in den Geist der Menschen überströmen zu lassen.

    48. In eurer Nation habe Ich meine Verheißung, zu den Menschen zurückzukommen, erfüllt; doch deshalb sollen sich die, welchen die Gnade zuteil wurde, meinen Unterweisungen zuzuhören, nicht gegenüber der übrigen Menschheit bevorrechtigt fühlen. Denn der Sinngehalt meines Wortes wird zur rechten Zeit zu allen Herzen gelangen und ihnen sagen: Seid willkommen, meine Kinder, die ihr unermüdlich in meine Gegenwart kommt, mein Wort zu hören. Ihr seid die aus der großen Menge ausgesuchten Jünger, die zu Mir gekommen sind, und euer glaubensvolles Herz, das fest an diese Kundgebung glaubt, nimmt mein Wort und meine Lehrsätze als Samen der Wahrheit auf.

    49. Ihr seid mit einer Last aus Leid und Unvollkommenheit gekommen, hungernd und dürstend nach Frieden und Zärtlichkeit, und der Meister ließ sich vom Anblick eurer Befleckungen nicht abhalten, euch an seinen Tisch zu setzen und euch das beste Mahl aufzutragen.

    Ihr erzähltet dem Vater von eurem ganzen Leben und den Wechselfällen des Weges, zeigtet die Blöße eures Geistes, dessen Gewand die stürmischen Winde in Fetzen davongetragen haben. Bewegt brachte euch der Vater zur Quelle, wo ihr eure Flecken abgewaschen habt. Er gab euch neue und reine Kleider, und während ihr euch um Ihn schartet, gab Er euch den ersten Unterricht, der für euch wie ein Kuss, wie eine Liebkosung und wie ein Tropfen heilenden Balsams war.

    50. So begann Ich im Herzen eines jeden Jüngers mein Buch der Weisheit und Liebe zu bilden, das ihr niemals verschließen dürft, denn sein Inhalt gehört nicht nur euch. In seinen Seiten ist Kraft vorhanden für eure Prüfungen, und Licht, um die Unwissenheit zu beseitigen.

    51. Ich komme zu euch, weil eure Brüder, welche Wissen besitzen, der Menschheit die Wahrheit verborgen haben und ihr Herz mit Selbstsucht erfüllten. Ich verkaufe euch meine Liebe nicht, auch nicht mein Wort, noch meine Wohltaten. Ich warte nur darauf, dass ihr vorbereitet seid, um euch in die Provinzen und in die Dörfer zu senden, damit ihr euren Brüdern die Gute Botschaft meiner Lehre bringt; denn auf der ganzen Welt gibt es Menschen, welche mein Kommen erwarten. Ich will, dass ihr bis 1950 — dem Zeitpunkt, an dem Ich aufhören werde, Mich in dieser Form mitzuteilen, stark genug seid, um den Kampf zu beginnen.

    52. Ich habe euch vom Fanatismus und von der Abgötterei abgebracht, um euer Herz mit der Essenz meiner Lehre zu erfüllen, damit ihr euch zu eurem Herrn erhebt und Ihm lautere, geistige und schlichte Verehrung darbringt. Ich will, dass ihr eure Mitmenschen so lehrt, wie Ich euch gelehrt habe.

    53. Jünger, seid vereint, wenn die Naturgewalten toben. Dann werde Ich um eurer guten Werke, eurer Erhebung, eures Glaubens und eurer Einigkeit willen euch mit meinen Wundern überschütten, welche für die Ungläubigen Zeugnis sein werden, dass Ich mit euch bin.

    54. Die Offenbarungen, welche die Kammer meiner tiefen Geheimnisse birgt und die für euch aufgespart sind, sind noch ein Geheimnis, denn ihr habt euch noch nicht um sie verdient gemacht.

    55. Der Tag ist nicht fern, an dem Ich aufhöre, in dieser Form zu euch zu sprechen. Ich will, dass ihr bis dahin zubereitet seid, dass es nicht einen Jünger gibt, der nicht weiß, wie er zum Herrn beten soll.

    56. Die Prüfungen des Lebens festigen euren Geist; lehnt euch nicht dagegen auf und verwünscht sie auch nicht; denn später, wenn der Sturm vorüber ist, werdet ihr vor Kummer weinen, weil ihr Mich mit eurem Misstrauen verletzt habt. Denkt daran, dass Ich euch Waffen überlassen habe, damit ihr euch zu verteidigen wisst: Es ist das Gebet und der Glaube.

    57. Betet, und wenn es dem Sturm, der euer Heim peitscht, gelingen sollte, seine Türe einzudrücken — wahrlich Ich sage euch, die Flamme eurer Lampe, augenscheinlich schwach, wird nicht verlöschen.

    58. Wenn ihr seht, dass die, welche ihr bekehrt hattet, sich vom rechten Weg entfernen und mit Verachtung das Brot wegwerfen, das ihr ihnen angeboten hattet, wird euer Herz von Schmerz erfüllt, und ihr kommt traurig zum Meister, um bei Ihm euren Kummer niederzulegen. Doch der Meister sagt euch: Wenn es die Undankbarkeit ist, welche die Schritte jener lenkt, so fürchtet euch nicht, lasst sie gehen, wachet und betet für sie; doch wenn sie euch verlassen haben, weil ihnen eure Fürsorge und euer Vorbild fehlten, so werdet ihr euch dafür vor Mir zu verantworten haben.

    59. Wenn einige das Brot wegwerfen und fortgehen, werden andere kommen, die Brotreste sammeln und mit ihnen Frieden und Glück erlangen. Die sich entfernen, werden auf der Suche nach meinen „Arbeitern“ zurückkehren, denn in der Wüste wird sie Hunger und Durst befallen. Ihr, die ihr nicht gesandt seid, um die Fehler eurer Mitmenschen zu richten, sollt sie mit Wohlwollen aufnehmen. Ihr sollt den heilen, der krank zu euch kommt, und den nähren, der hungrig ankommt.

    60. Wenn sie euch verkennen, obwohl ihr ihnen eure Hilfe gewährt habt, so vergebt ihnen. Ich werde es sein, der ihre Sache richtet.

    61. Eure geistige Vergangenheit ist ein Geheimnis für euch; darum sage Ich euch, dass ihr eure Prüfungen mit Sanftmut annehmen sollt, denn Ihr befindet euch in einer Zeit des Gerichts und der geistigen Sühne.

    62. Die Zeiten, in denen ihr zur Welt gekommen seid, um Ehren, Freuden und Lustbarkeiten zu genießen oder Reichtümer anzuhäufen, sind vorbei; heute lebt ihr in der Niedrigkeit, um euch zu reinigen, euch durch die Prüfungen geistig aufwärtszuentwickeln und eurem Meister zu dienen, indem ihr euren Mitmenschen nützlich seid.

    63. Schreibt in euer Herz ein Buch mit euren guten Werken, und es wird euch in diesem Leben Frieden geben und unendliches Glück in der Ewigkeit.

    64. Wenn jemand Reichtümer anhäuft im Tausch gegen mein Wort und meine Gaben, so sage Ich euch noch einmal wie in der Zweiten Zeit: „Eher würde ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen, als dass dieser in das Reich der Himmel eingeht.“ Wie verdienstvoll ist es, jene bei Mir zu sehen, die früher irdische Anerkennung, Ruhm und Annehmlichkeiten genossen und heute meinen Schritten voll Sanftmut und Demut folgen.

    65. Unter euch gibt es einige, die Ich wie Hiob geprüft habe. Denn es ist nicht mein Wille, dass die Geistwesen in Trägheit versinken; Ich will, dass sie auf dem Lebenswege fleißig sind.

    66. Für jeden wird ein Augenblick kommen, in dem die Stimme des Richters ihn nicht nur wegen des Wortes befragt, das Ich euch als Meister vermacht habe, sondern auch bezüglich dessen, was ihr in Erfüllung eurer Aufgabe getan habt.

    67. Entfaltet eure geistigen Gaben des Sehertums, der Intuition und des Ahnungsvermögens, damit euch gegeben ist, im Sinnbild die Prüfung zu erkennen, die euch angeht, und ihr sie mit eurem Gebete zu besiegen vermögt.

    68. Lasst euch von meinem Worte führen, da ihr bereits überzeugt seid, dass Ich es euch zu eurem Wohle gebe.

    69. Diese Unterweisungen erscheinen euch neu, weil ihr sie vergessen hattet; doch jetzt in der Dritten Zeit gebe Ich sie euch aufs neue. Ich habe ein großes Arbeitsfeld für euch vorbereitet, zu dem Ich euch einlade, damit ihr auf ihm den Samen der Ewigkeit zu säen lernt, den Ich euch anvertraue.

    70. Ich bilde meine neuen Jünger aus, damit sie durch ihren Glauben und ihre Nächstenliebe Macht erlangen über die Krankheiten des Körpers und des Geistes und über die Elemente der Schöpfung.

    71. Begreift, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, dass ihr in Unwissenheit lebt; heute lebt ihr im Zeitalter des Lichts, der großen Offenbarungen, die euch meine Unterweisung anbietet. Könnt ihr euch die Weisheit vorstellen, die ihr erlangt hättet, wenn ihr von den ersten Zeiten an meine Lehren in Erfüllung meines Gesetzes praktisch angewendet hättet? Doch ihr habt euch den Vergnügungen der Welt hingegeben und seid dabei auf dem Wege eurer geistigen Entwicklung stehengeblieben. Darum erscheint euch heute, da Ich mit meiner neuen Lektion gekommen bin, diese befremdlich, unverständlich und außerhalb eurer Lebensweise liegend. Aber schon das Nachdenken über eine einzige meiner Lehrreden wird euch genügen, die Wahrheit meines Wortes zu erkennen. Dann werdet ihr sehen, dass das Befremdliche nicht meine Lehre ist, sondern eure Art, außerhalb meines Gesetzes zu leben.

    72. Kommt auf mein Arbeitsfeld; erinnert euch meiner Unterweisung, die ihr vergessen hattet, tilgt allen schlechten Samen aus, dann werde Ich euch die Lehre zeigen, die ihr bis heute nicht erkannt habt. So werde Ich bewirken, dass ihr vom Stillstand, von eurem Fanatismus loskommt, um euch in ein wahres Leben eintreten zu lassen — in jenes, welches ihr vom Anfang eurer Entstehung an hättet leben sollen.

    73. Merkt ihr, wie schlicht dies Wort ist, das auf den Lippen der Wortvermittler erblüht? Wahrlich, Ich sage euch, es wird in seiner Einfachheit den Menschen das Licht bringen, damit sie meine Offenbarungen verstehen, welche sie mit Hilfe der Wissenschaft und der Theologie nicht zu begreifen vermochten.

    74. Die guten Jünger, die beharrlichen, die treuen werden es sein, die diese Lehre ergründen. Auch sie werden demütig sein; aber trotz ihrer Schlichtheit werden sie ihre Mitmenschen durch die Weisheit ihrer Auslegungen in Staunen versetzen.

    75. Mein Volk soll nicht nur von meinen Unterweisungen reden, sondern mit seinen Werken soll es die Menschheit lehren, wie man mein Gesetz erfüllt und achtet. Es soll ohne Selbstsucht alles zu geben verstehen, was es von seinem Herrn empfangen hat, und seinen Eifer für die Wahrheit und Reinheit des Schatzes zeigen, der ihm anvertraut wurde.

    76. Lehrt eure Mitmenschen mit guten und hochstehenden Werken. Denkt daran, dass ihr schon hier euren Geist immer mehr läutern müsst, damit er würdig wird, auf seinem geistigen Entwicklungswege zu einer anderen Heimstatt überzuwechseln.

    77. Schöpft aus meiner Unterweisung die notwendige Kraft, um nach und nach die Hindernisse zu beseitigen, die ihr auf eurem Wege antrefft. Ihr wisst bereits, dass die Waffe, die alles besiegt, die Liebe ist. Sehr groß wird die Wonne dessen sein, welcher aus diesem Kampfe siegreich hervorgeht und, nachdem er die Schlacht gewonnen hat, sich als siegreicher Soldat bei Mir einstellt.

    78. Erinnert euch, dass Ich es bin, der euch die Waffe der Liebe gegeben, und dass Ich euch außerdem zu kämpfen gelehrt habe, um die großen Schlachten zu gewinnen. Was habt ihr dann auf andern Wegen zu suchen, obwohl Ich euch alles auf dem Weg der Wahrheit übergebe?

    79. Ich habe Mich durch den Verstand der Ungebildeten kundgetan, damit sie sich an der Auslegung meines Wortes erquicken können. Es gelang Mir, die Augen der Blinden für das Licht der Wahrheit zu öffnen, damit sie sich von ihren Sünden reinigen, wenn sie sich von ihrem Herrn geliebt fühlen. Wurde euch nicht schon in der Zweiten Zeit verheißen, dass der Tag kommen werde, an dem jedes Auge Mich schauen würde? Wer rein ist, wird Mich sehen, und dies wird seine Belohnung sein; jener, der Flecken in seinem Herzen hat, wird Mich ebenfalls sehen, und dies wird seine Rettung sein. Wer seine Augen meinem Lichte öffnet, dringt in das Geheimnis ein und kennt den Grund für meine Offenbarungen. Dieser wird in Erkenntnis meiner Wahrheit in der Zukunft festen Schrittes gehen.

    80. Legt meine Unterweisung richtig aus, meint nicht, dass mein Geist sich freut, wenn er eure Leiden auf der Erde sieht, oder dass Ich euch all das entziehen will, was euch angenehm ist, um Mich daran zu ergötzen. Ich komme, um euch zu veranlassen, meine Gesetze zu erkennen und zu beachten, denn sie sind eurer Achtung und Beachtung wert, und weil ihre Einhaltung euch die ewige Seligkeit und den ewigen Frieden bringen wird.

    81. Durch Jesus habe Ich euch gelehrt, Gott zu geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist; doch für die Menschen von heute existiert nur der „Kaiser“, und ihrem Herrn haben sie nichts anzubieten. Wenn ihr wenigstens der Welt das Richtige geben würdet, so wären eure Leiden in ihr geringer; aber der „Kaiser“ hat widersinnige Gesetze erlassen, hat euch zu seinen Sklaven gemacht und nimmt euch das Leben, ohne euch irgendetwas dafür zu geben.

    82. Seht, wie anders mein Gesetz ist, das weder den Körper noch den Geist versklavt, euch nur durch Liebe überzeugt und euch mit Güte führt; alles gibt es euch umsonst, alles belohnt es euch, und für alles entschädigt es euch während des ganzen Lebensweges.

    83. Jünger, versteht und studiert meine Lehren; Ich will mit euch ein Volk bilden, das der Treuhänder meiner Weisheit ist; denn alles wird vorbereitet sein, damit ihr große Aufgaben erfüllt. Verzagt nicht beim ersten Alarmruf, sucht die Begegnung mit dem, der sich euer Feind nennt, und vergebt ihm, liebt ihn und unterrichtet ihn mit meinen Unterweisungen.

    84. Ich will, dass ihr für den Tag meines Abschieds so vorbereitet seid. Ihr alle wisst, dass 1950 das durch meinen Willen angezeigte Datum ist, an dem Ich aufhöre, Mich durch das Verstandesorgan des Stimmträgers mitzuteilen, und da mein Wort immer in Erfüllung geht, wird an jenem Tage diese Kundgabe zu Ende gehen, die für euch den Beginn der Dritten Zeit kennzeichnete.

    85. Versucht nicht, dieses Datum zu ändern, und versucht auf keinerlei Weise, die Kundgebung meines Wortes in dieser Form oder die der Geistigen Welt beizubehalten. Schon jetzt sage Ich euch, dass die, welche so handeln würden, nicht mehr durch das Licht des Meisters erleuchtet sein werden.

    86. Warum solltet ihr eine solche Entweihung begehen, da Ich euch angekündigt und verheißen habe, dass ihr euch nach diesem Zeitpunkt mit Mir von Geist zu Geist verbinden werdet, auch wenn ihr keine Stimmträger gewesen seid?

    87. Auch sage Ich euch in diesem Augenblicke, dass die Propheten dieser Zeit die Pflicht haben, sich vorzubereiten, weil sie die Aufgabe haben, die Volksmengen im voraus vor den Prüfungen zu warnen, die sie erwarten. Große Prophetien werde Ich ihnen offenbaren, damit sie euch helfen, nicht in Anfechtung zu fallen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 24

    1. Jünger, ihr sollt lernen, zu geben, ohne dafür irgendeinen Lohn zu erwarten.

    2. Übt wahre Demut, welche, weil sie dem hochstehenden Geiste eigen ist, sich in den Gefühlen des Herzens widerspiegelt. Fühlt euch aufrichtig als die letzten von allen, sucht niemals die ersten zu sein.

    3. Lernet, dem zu vergeben, der euch verletzt hat. Ich sagte Petrus, wenn er siebzig mal sieben mal von seinem Bruder beleidigt würde, müsse er ihm ebenso viele Male vergeben, womit Ich ihm zu verstehen gab, dass er es immer tun müsse, sowohl bei den kleinen Beleidigungen, als auch bei den großen. Wie viele Wesen sind durch diese Welt gegangen, die sich Christen nannten und nicht fähig waren, während ihres ganzen Lebens ein einziges Mal Verzeihung zu gewähren.

    4. Ich frage also alle, die Ich Kinder des Lichts genannt habe: Möchtet ihr nicht wenigstens ein Mal in eurem Dasein dies erhabene Gebot in Anwendung bringen, damit ihr euch der Wunder bewusst werdet, die es sowohl in dem bewirkt, welcher die Vergebung gewährt, als auch in dem, welcher sie empfängt?

    5. Das Licht ist Adel, ist Liebe und ist Verständnis unter den Geistwesen. Ihr wisst nun schon, wie ihr euch im Leben verhalten müsst, wenn ihr wirklich des Lichtes Kinder sein wollt.

    6. Wenn ihr also beleidigt werdet und den Schlag zurückgebt, jedoch beide Reue fühlen, so haltet eure Hand nicht aus Stolz zurück, seid der erste, der sie als Beweis der Demut ausstreckt, und fürchtet nicht, euch zu erniedrigen; denn Ich sage euch: Wer sich auf der Welt demütigt, wird im Jenseits gepriesen werden.

    7. Wie glaubt ihr, dass Ich Mir meine Jünger unter dieser Menschheit wünsche? — Ich wollte, dass sie reinen und sanften Herzens wären, dass sie mit ihrem Vorbild auf dem Pfade ihrer Mitmenschen leuchteten; dass jeder einzelne wie jene Sterne wäre, die in der Nacht als Hüter oder Führer ihrer Brüder funkeln.

    8. Ich wollte, dass euer Herz voll Freude wäre, damit ihr sie auf den Traurigen übertragt; dass euren Händen heilende Kraft entströmt, welche allen Kranken Gesundheit bringt; dass eure Lippen mein Wort in seiner ursprünglichen Reinheit und seinem geistigen Sinn weiterzugeben vermöchten; denn dann wäret ihr fähig, die Verirrten durch euer Vorbild zu erlösen.

    9. In der Zweiten Zeit sagte Ich euch beim Anblick der Stadt, in der mein Volk wohnte, welchem Ich als sein Erlöser verheißen war, und das wegen seines Materialismus’ meine Gegenwart nicht bemerkte: „Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten getötet und die Sendboten verkannt hast, wie oft wollte Ich deine Kinder versammeln, wie der Vogel seine Jungen bedeckt, und du wolltest Mir nicht gehorchen“.

    10. Ich hatte sie gesucht, um ihnen das wahre Glück anzubieten, und dennoch wusste Ich, dass sie Mich auf den Kalvarienberg bringen würden; aber meine Liebe wurde durch die Herzlosigkeit der Menschen nicht besiegt, und zum Beweis dafür habt ihr Mich hier wieder, und Ich sage euch: Gesegnet seien, die heute an Mich glauben, denn Ich werde alle ihre Betrübnisse von ihren Herzen nehmen. Doch segne Ich auch jene, welche in dieser Zeit meine neuen Richter sein werden; denn Ich versichere euch, dass sie morgen Gläubige sein werden wie Saulus von Tarsus, der die verfolgte, die an Mich glaubten, und dass sie reuevoll zu Mir kommen werden, um sich hernach von Liebe und Glauben erfüllt aufzumachen und den Samen der Wahrheit unter ihren Brüdern auszustreuen.

    11. Mein Licht erleuchtet den menschlichen Verstand. Ich komme zu diesem Volke, wie Ich zu jener Zeit in einem anderen Volke war, das euch voranging, und von dem Ich euch sagte, dass ihr geistig zu ihm gehört. Wie viele von jenen Menschen verkannten Mich! Wie sehr verhärtete sich ihr Herz, als sie schrien: „Kreuzige ihn!“

    O gesegnete Kreuzigung, denn sie war das Zeugnis dessen, was die Göttliche Liebe für ihre Kinder zu tun vermag, und wessen die menschliche Undankbarkeit fähig ist!

    12. Viele von ihnen waren krank, blind und besessen; sie wussten nicht, was sie taten, und deshalb verurteilten sie Mich. Auch jetzt wissen alle jene, welche nicht auf meinem Weg der Liebe wandeln, noch nicht, was sie tun.

    Die menschliche Bosheit hat mit der Liebe ein Ende machen wollen, die Ich durch Jesus säte; doch Jahrhunderte hindurch haben Millionen von Menschen wegen jener unsagbaren Undankbarkeit geweint. Aber jene, welche Mich so beweinen, haben diejenigen gehasst und verflucht, welche Mich kreuzigten, während Ich euch nicht gelehrt habe, zu hassen oder zu verfluchen. Ich hasse nicht, noch verfluche Ich, noch strafe Ich. Diese Gefühle sind in meinem Göttlichen Geiste nicht vorhanden; dagegen sehe Ich sie in eurer weltlichen Gerichtsbarkeit.

    13. Ich lehrte euch, zu lieben, zu vergeben, für die zu beten, welche euch verletzten, und sie zu segnen.

    14. Wenn ihr in eurem Leben immer solche Werke tun würdet und sie bei ihrer Ausführung wahrhaft fühltet, ohne es jemandem zu sagen, so würdet ihr in der Sühne eurer Verfehlungen viel erreichen und durch sie — mittels eurer reinen Gedanken — das Licht empfangen. So lehrt es euch mein Wort, so soll der Geist im Stillen und ohne Zurschaustellung arbeiten.

    15. Wenn eurem Sinn eine Idee oder ein Gedanke des Lichts entspringt, so gelangt er an seine Bestimmung, um seine wohltätige Aufgabe zu erfüllen. Wenn statt Gedanken der Güte von eurem Sinn unreine Ausstrahlungen ausgehen, so werden sie nur Schaden verursachen, wohin ihr sie sendet. Ich sage euch, auch die Gedanken sind Werke, und als solche bleiben sie in dem Buche niedergeschrieben, das in eurem Gewissen existiert.

    16. Ob eure Werke gut oder böse sind — ihr werdet das, was ihr euren Brüdern wünschtet, vielfach zurückerhalten. Es wäre besser für euch, euch selbst etwas Böses zu tun, als es einem eurer Nächsten zu wünschen.

    17. Darum sagte Ich euch in der Zweiten Zeit: „Das, was man sät, erntet man“; denn es ist notwendig, dass ihr eure Erfahrungen in diesem Leben erkennt und daran denkt, dass eure Ernten euch denselben Samen bescheren, den ihr ausgesät habt, jedoch in Vervielfältigung.

    18. O Menschheit, du hast die Lehren deines Meisters weder bedenken, fühlen noch leben wollen!

    19. Wenn die Schriften meiner Jünger, welche euch in der Zweiten Zeit mein Wort vermachten, verfälscht in eure Hände gelangen, so werde Ich bewirken, dass ihr erkennt, welches die wahren Worte Jesu sind; euer Gewissen wird jene als falsch entdecken, welche nicht im Einklang mit dem göttlichen Konzerte meiner Liebe sind.

    20. Ihr habt meine Lehren nur flüchtig gelesen und habt sie nach eurem Geschmack ausgelegt; dann sucht ihr nach neuen Büchern, in denen die Menschen Mich aufs neue von Herodes zu Pilatus bringen; doch von jenem liebevollen Worte, jener einfachen Lehre, welche der Göttliche Meister verkündete, werdet ihr dort sehr wenig finden.

    21. Ihr alle richtet Mich weiterhin; einige von euch machen Mich zum Gott, andere zum Menschen, einige nennen Mich göttlich, andere einen menschlichen Propheten; die einen halten Mich für den Sohn Gottes, und die andern für Davids Sohn. Die einen nennen Mich Prophet, und andere Aufwiegler. Einige sagen, dass Ich durch den Höchsten erleuchtet bin, andere sagen, dass Ich einen Bund mit dem Teufel habe, und so geht diese Menschheit hinter meinem Namen her, um gleich dem furchtsamen Pilatus ein neues J.N.R.J. über Mir anzubringen.

    22. Ihr beurteilt Mich aufgrund meiner Worte und meiner Werke, aber ihr bemüht euch nicht, das „Liebet einander“ in die Praxis umzusetzen. Ihr fürchtet euch, diese erhabene Lehre auszuüben, denn ihr denkt an den Spott eurer Mitmenschen.

    23. Wahrlich, Ich sage euch, wenn Ich Furcht vor dem Anstieg zum Kalvarienberg und vor dem Kreuz empfunden hätte, würdet ihr noch immer auf den Messias warten.

    24. Geratet nicht in Theologien, indem ihr das Einfache verkompliziert; gleicht nicht jenen, welche vorgeben, Gott, die Wahrheit, in einem materiellen Buche festzuhalten; denn als Menschen wird es euch niemals gelingen, Gott zu ergründen.

    25. Macht das Leichte nicht schwierig, verkleinert nicht das Große und erhöht auch nicht das Kleine. Werdet nicht Lehrer ohne Lehre, noch Frömmler ohne Liebe.

    26. Sucht euren Vater, der heute zu euch als göttlicher Gedanke kommt, der Liebe ausstrahlt. Seht hier mein Licht, zum Worte geworden für alle Menschen.

    27. Es ist das Licht des Heiligen Geistes, welches als Botschaft der Liebe kommt, um die Schleier zu zerreißen, die den menschlichen Verstand verdunkeln.

    28. Wenn ihr mit gutem Willen in diesem Worte das Wissen sucht, das es enthält, und seinen geistigen Sinn findet, so werdet ihr die Wahrheit gefunden haben.

    29. Das Licht dieser Lehre wird der Stern sein, welcher euch den Weg weist, dem ihr folgen müsst. Ihr dürft nicht stehenbleiben, denn damit würdet ihr den Fortschritt eurer Geschwister auf dem geistigen Pfade aufhalten.

    30. Ich fördere nicht Gewohnheiten, die euch geistig hemmen, und ob schon ihr sie häufig mit dem falschen Glanz erlesener Worte verschleiert, enthalten sie in ihrem Kern Unwissenheit und Verwirrung.

    31. Das Buch, das Ich vor euch aufschlage, ist wie ein vorzügliches Mahl für den Geist; sein Wesensgehalt, einmal in euer Herz gelangt, wird in ihm Umwandlungen bewirken, die euch helfen werden, dem Messias, dem Meister nachzuleben, welcher als Mensch dem Vater eine Verehrung von vollkommener Liebe erwies. Wann werdet ihr euren Herrn in ähnlicher Weise verherrlichen?

    32. Ihr habt auf der Welt eure Leidenschaften entwickelt, habt eure Götzen verehrt; aber Gott in der Unendlichkeit und in euren Brüdern — wann?

    33. Seit nahezu 2000 Jahren wiederholt ihr jenen Satz, welchen die Hirten von Bethlehem hörten: „Friede auf Erden den Menschen guten Willens“; doch wann habt ihr den guten Willen in die Tat umgesetzt, um ein Anrecht auf den Frieden zu erwerben? Wahrlich, Ich sage euch, ihr habt eher das Gegenteil getan.

    34. Ihr habt das Recht verloren, diesen Satz zu wiederholen; darum komme Ich heute mit neuen Worten und Unterweisungen, damit es nicht Sätze und Redewendungen sind, die sich eurem Verstande einprägen, sondern der Sinngehalt meiner Lehre, welcher in euer Herz und in euren Geist eindringen soll. Wenn ihr meine Worte so wiederholen wollt, wie Ich sie euch gebe, so tut es; doch wisset: Solange ihr sie nicht empfindet, werden sie keinerlei Wirkungskraft haben. Sprecht sie mit innigem Empfinden und mit Demut aus, fühlt sie in eurem Herzen nachschwingen, dann werde Ich euch in einer solchen Weise antworten, dass Ich euer ganzes Wesen erbeben lassen werde.

    35. Jene, durch die ich Mich kundgebe, legen Mich in dürftiger Weise aus; deshalb ist mein Unterricht auch für sie, damit es ihnen gelingt, sich jeden unnützen Gedankens, des Fanatismus, alter Vorurteile und all dessen zu entledigen, was sich der empfangenen Eingebung beimischen könnte. Mit jedem Zeitabschnitt, der vergeht, werden neue, besser vorbereitete Menschen kommen, um Mich zu hören.

    36. Erhebt euer Denken zu Mir, geliebte Stimmträger, bittet den Meister, dass sich in eurer Verzückung seine Unterweisung lauter und rein kund tue; lasst zu, dass sich mein Wille in euch vollzieht, und ihr werdet erleben, dass aus eurem Munde Unterweisungen kommen, welche diese Scharen auf den Weg der Liebe und der Wahrheit führen werden.

    37. Mein Volk, lasse ab von den abergläubischen Vorstellungen, die man dich einstens lehrte, und bete zu Mir mit wahrem Glauben; Ich werde euch von allem Auflauern befreien und euch die Schutzengel senden.

    38. Das Gesetz Gottes ist unendlich, es umfasst alles, es ist die Harmonie zwischen allem Geschaffenen. Dieses Gesetz betrifft nicht nur das Geistige.

    39. Es gefällt euch, die Vorschriften des Gesetzes auswendig zu lernen, die Namen der geistigen Tugenden, die Lehrsätze und Aussprüche Jesu; doch Ich sage euch: Ihr müsst all dies fühlen. Wissen ist nicht Fühlen. Wer meine Wahrheit besitzen will, muss sie zutiefst in seinem Herzen empfinden.

    40. Ihr denkt zwar an die erhabenen Ideen, an die guten Taten, aber ihr tut sie nicht, wie es mein Wille ist, weil ihr sie nicht fühlt, und deshalb kennt ihr nicht den „göttlichen Geschmack“, den sie zurücklassen, wenn man sie vollbracht hat. Ihr führt sie nicht mit Lauterkeit aus, weil ihr es nicht zu können glaubt, und ihr könnt nicht, weil ihr nicht wollt. Und dies darum, weil man, um das Gute zu tun, lieben muss.

    41. Wer liebt, versteht; wer lernt, besitzt Willen; wer den Willen hat, vermag vieles zu tun. Ich sage euch, wer nicht mit der ganzen Macht seines Geistes liebt, wird weder geistige Erhebung noch Weisheit haben, noch wird er große Werke vollbringen.

    42. Wer vom geistigen Gesetze abweicht, welches höchstes Gesetz ist, fällt unter die Herrschaft der untergeordneten oder materiellen Gesetze, von denen die Menschen auch wenig wissen. Wer jedoch dem höchsten Gesetze gehorcht und mit ihm in Übereinstimmung bleibt, steht über allen Ordnungen, die ihr die natürlichen nennt, und fühlt und versteht mehr als der, welcher nur Kenntnisse besitzt, die er in der Wissenschaft oder in den Religionen gefunden hat.

    43. Das ist der Grund, weshalb Jesus euch mit den Werken, die ihr Wunder nennt, in Staunen versetzte; doch erkennt die Lehren, die Er euch aus Liebe gab. Begreift, dass es nichts Übernatürliches noch Widersprüchliches im Göttlichen gibt, das in der ganzen Schöpfung schwingt.

    44. Ihr findet euer Pilgern durch dieses Leben voller Bitterkeiten und Wechselfälle — in welchen ihr euch wie eure Kinder benehmt, wenn sie unzufrieden oder krank sind — im Widerspruch stehend mit der Liebe des Schöpfers. Ihr lebt in einem dauernden Klagezustand über eure Leiden; doch diese sind das natürliche Ergebnis eurer Unfolgsamkeiten und Verstöße gegen das Gesetz und des Missbrauchs, den ihr von der Freiheit gemacht habt, die euch meine Liebe gegeben hat und die ihr „Willensfreiheit“ nennt.

    45. Ihr weigert euch, diese Lehre, die so einfach zu verstehen ist, weil sie im Fassungsbereich eures Verstandes liegt, als eine Wahrheit zu betrachten.

    46. Nur die Erneuerung und das Ideal der Vervollkommnung werden euch auf den Weg der Wahrheit zurückkehren lassen.

    Die sich als Ausleger des göttlichen Gesetzes fühlen, sagen euch, dass euch für eure Verderbtheit und Widerspenstigkeit Höllenqualen erwarten und dass nur, wenn ihr eure Reue bekundet, euer Fleisch kasteit und verwundet und Gott materielle Opfergaben darbringt, Er euch vergeben und euch in sein Reich bringen werde — wahrlich, Ich sage euch, sie sind im Irrtum.

    47. Wohin werdet ihr gelangen, Menschen, geführt von denen, die ihr als große Meister heiliger Offenbarungen bewundert und die Ich als Irrende betrachte? Darum komme Ich, euch mit dem Lichte dieser Lehre zu erretten, welche euch auf dem Pfade meiner Liebe vorankommen lassen wird.

    48. In dieser Zeit gebe Ich euch neue Unterweisungen, über die ihr nachdenken sollt — Lektionen der Liebe, die euch erlösen und erheben — Wahrheiten, die, obschon bitter, Licht auf eurem Wege sein sollen.

    49. Der Spiritualismus in dieser Zeit wird, ebenso wie das Christentum in der Vergangenheit, mit Zorn, mit Grausamkeit und Wut bekämpft und verfolgt werden; doch inmitten des Kampfes wird das Geistige in Erscheinung treten, dabei Wunder vollbringen und die Herzen erobern.

    50. Der Materialismus, die Selbstsucht, der Hochmut und die Liebe zur Welt werden die Kräfte sein, die gegen diese Offenbarung aufstehen, welche nicht neu noch von derjenigen verschieden ist, die Ich euch in den vergangenen Zeiten gebracht habe. Die Lehre, die Ich euch jetzt offenbart habe, und der ihr den Namen „Spiritualismus“ gebt, ist der Kern des Gesetzes und der Lehre, die euch in der Ersten und Zweiten Zeit offenbart wurde.

    51. Wenn die Menschheit die Wahrheit dieser Lehre begreift, ihre Gerechtigkeit und die unendlichen Erkenntnisse, die sie offenbart, wird sie aus ihrem Herzen jede Furcht, jedes Vorurteil vertreiben und sie zur Richtschnur ihres Lebens machen.

    52. Mein Gesetz versklavt nicht, mein Wort befreit. Wer an Mich glaubt und Mir folgt, ist nicht Sklave, er hört auf, Untertan der irdischen Leidenschaften zu sein, er ist nicht mehr von der Welt und wird zum Herrn seiner selbst; er besiegt die Versuchungen, und die Welt liegt zu seinen Füßen.

    53. Allein die Vergeistigung wird diese Menschheit aus ihrem Chaos erretten; erwartet keine andere Lösung, o Völker und Nationen der Erde! Ihr werdet Friedensverträge schließen können, doch solange dieser Friede nicht das Licht des Gewissens zur Grundlage hat, werdet ihr töricht sein, denn ihr werdet auf Sand bauen!

    54. In der Zweiten Zeit sagte Ich euch: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Himmelreich eingeht“; und heute habt ihr es vor Augen. Die Mächtigen möchten den Frieden mit ihren Reichtümern erkaufen und erreichen es nicht.

    55. So wird die Menschheit begreifen, dass die geistigen Güter im Leben des Menschen unerlässlich sind — Güter, die man nicht mit Geld erwerben kann, sondern mit Vergeistigung.

    56. Vergeistigung bedeutet nicht Frömmelei, sondern Erhebung der Gefühle, Güte des Herzens, Rechtschaffenheit im Handeln und Liebe zum Nächsten.

    57. Um euch diese Lehre der Barmherzigkeit und Liebe zu geben, habe Ich nicht euer menschliches Wesen angenommen, und habe Mich auch nicht in Palästen kundgetan, unter Eitelkeiten und von Luxus umgeben. In einem ärmlichen Viertel eurer Stadt, unter den Armen, unter den bescheidenen Leuten, so bin Ich zu euch gekommen, wie es Dem gemäß ist, welcher euch zu einer anderen Zeit sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

    58. Diese Menschheit, die sich auf einigen Gebieten entwickelt hat, lebt geistig in einer tiefen Lethargie, weil sie ihr Inneres nicht zu erforschen vermochte, wo sich der wahre Tempel befindet. Dieses Heiligtum steht verlassen, seine Lampe brennt nicht, sein Altar ist ohne Opfergabe; doch Ich frage euch: Worauf ist all dies zurückzuführen? — Darauf, dass der Mensch sich schon seit langem von äußerlichen Kulten nährt und damit das ersetzt, was vollkommen geistig sein sollte.

    59. Er hat versucht, die Bedürfnisse seines Geistes mit Zeremonien, Traditionen, Festmählern und materiellen Opfergaben zu befriedigen. Hierzu sage Ich euch, dass nur die Werke, welche Erhebung und Spiritualität enthalten, euren Geist wahrhaft zu stärken und zu nähren vermögen.

    60. Zwar empfange Ich alle Opfergaben und lege in alle meine Liebe hinein; doch glaubt ihr nicht, dass es sowohl für den Vater als auch für euch richtiger und angenehmer wäre, wenn ihr Mir etwas anbieten würdet, das Meiner und eurer selbst würdig ist?

    61. Viele Menschen und Völker glauben noch, Mir angenehm zu sein, indem sie Mir materielle Opfergaben darbringen; sie denken, je größer der Glanz und die Prachtentfaltung ihrer Liturgien ist, desto größer werde die Freude bei dem Herrn sein und desto größer die Wohltaten, die sie von Ihm erlangen; und dies, weil sie vergessen haben, dass — wenn Ich als Mensch alles mied, was eitel und gehaltlos war — Ich jetzt, da Ich Mich euch im Geiste kundgetan habe, von den Menschen noch weniger materielle Dinge und Zeremonien annehmen werde.

    62. Wann werdet ihr soweit sein, mein Gesetz wahr auszulegen? Wann wird diese Menschheit aufhören, meine Gebote zu verletzen und zu verfälschen?

    63. Ich gewähre euch diese Zeit, damit ihr über die geistigen Lehren nachdenkt, die euch schon in früheren Zeiten offenbart worden sind.

    64. Macht euch frei von Gewohnheiten, Lastern, Aberglauben, Überlieferungen, Fanatismus und Abgötterei. Ich will euch rein sehen, damit ihr euch vergeistigen könnt, Ich will euch demütig sehen, damit mein Licht in euch zum Leuchten kommen kann.

    65. So, wie in den vergangenen Zeiten die Orte Jerusalem und Rom für die Menschen Stätten der Verheißung und Quellen der Gnade waren, in denen der Herr sich kundgab, so habe Ich dieser bedürftigen und gedemütigten Nation eine hohe Mission für diese Zeit zugewiesen. Sie muss vorbereitet sein; denn sowohl das Echo meiner Kundgebung, als auch die Nachricht über meine Wundertaten und die Inbrunst der Zeugen werden die Aufmerksamkeit der Menschen auf sie lenken.

    66. Zuerst werden es die Armen sein, die Unwissenden, die Bedürftigen, die Arglosen, die Knechte, die nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden, die kommen, und später werden die Zweifler, die Herren, die Wissenschaftler herbeikommen.

    67. Wachet und betet, seid bereit für die Ankunft der großen Scharen. Seid wachsam in euren Werken, betet in der Stille eurer Schlafkammer oder wo immer euch der Augenblick eurer Verbindung mit Mir überrascht, und dort werde Ich bei euch sein.

    68. Ich habe euch nicht gesagt, dass ihr euch von euren Pflichten in der Welt trennen sollt, sondern dass ihr euch von dem, was nicht im Gesetze ist, abwendet, das heißt, dass ihr aus eurem Leben das Unnötige, das Unnütze entfernt und von dem, was erlaubt ist, maßvollen Gebrauch macht.

    69. Was hat euch eure Willensfreiheit eingebracht, wenn ihr sie angewendet habt, um irdischen Vergnügungen nachzulaufen und sie zu suchen? — Nur Schmerz und Enttäuschungen.

    70. Vom Neuen Jerusalem schaue Ich auf diese Menschheit, ohne von ihr gefühlt zu werden. Einige wenige, die Mich erwartet haben, und andere, die Mir nachfolgen, wissen, dass Ich als Heiliger Geist wiedergekommen bin, und dass Ich derzeit durch das Verstandesvermögen des Menschen zu ihnen spreche. Wisst ihr, wie Ich die Völker der Welt vorfinde? — Betrogen, die Menschen enttäuscht von den Menschen. Niemand bittet mehr den andern, weil er weiß, dass er von dessen Nächstenliebe nichts zu erwarten hat, und weil er weiß, dass dessen Hand leer ist. Jetzt herrscht der Materialismus, und von allem Guten und Hohen ist nur ein sehr schwacher Abglanz des Lichtes übriggeblieben.

    72. Ihr wundert euch, dass Ich so zu euch spreche, und meint, dass Ich streng und fordernd zu euch bin; dazu sage Ich euch, dass euer entwickelter Geist Mir eine bessere Ernte darbieten muss als die, welche ihr Mir heute vor Augen führt.

    73. Glaubt ihr nicht, dass die Teilung der Menschheit in Völker und Rassen etwas Primitives ist? Denkt ihr nicht darüber nach, dass, wenn der Fortschritt in eurer Zivilisation, auf die ihr so stolz seid, wahrhaftig wäre, nicht mehr das Gesetz der Gewalt und der Bosheit herrschen würde, sondern dass alle Handlungen eures Lebens vom Gesetze des Gewissens regiert würden? — Und du, Volk, schließe dich nicht aus von diesem Urteil, denn auch unter euch entdecke Ich Kämpfe und Spaltungen.

    74. Seit dem Altertum habe Ich zu euch von einem Gerichte gesprochen, und dies ist die angekündigte Zeit, welche die Propheten darstellten, als ob sie ein Tag wäre.

    75. Das Wort eures Gottes ist Königswort und wird nicht zurückgenommen. Was macht es aus, dass über dasselbe Tausende von Jahre hinweggegangen sind? Der Wille des Vaters ist unwandelbar und muss sich erfüllen.

    76. Wenn die Menschen, außer an mein Wort zu glauben, zu wachen und zu beten verstünden, so würden sie niemals überrascht werden; doch sie sind treulos, vergesslich, ungläubig, und wenn die Prüfung sich einstellt, schreiben sie dieselbe der Strafe, der Rache oder dem Zorne Gottes zu. Dazu sage Ich euch, dass jede Prüfung im voraus angekündigt wird, damit ihr vorbereitet seid. Deshalb müsst ihr immer wach sein.

    77. Die Sintflut, die Zerstörung der Städte durch das Feuer, die feindlichen Einfälle, die Plagen, die Seuchen, die Hungersnöte und andere Prüfungen mehr wurden allen Völkern der Erde vorausverkündigt, damit ihr euch vorbereiten solltet und nicht überrascht würdet. Ebenso wie heute ist von der Liebe Gottes immer eine Botschaft zur Wachsamkeit und Zurüstung herabgekommen, damit die Menschen erwachen, sich zubereiten und stark werden.

    78. Durch die Gaben des Geistes und die Fähigkeiten, welche der Mensch besitzt, gelangen meine Botschaften zu seinem Herzen. Diese Gaben sind: die geistige Schau, die Vorahnung, die Intuition und der prophetische Traum.

    79. Warum treffen euch dann die Prüfungen in den meisten Fällen, ohne vorbereitet zu sein? — Nicht, weil Ich unterlassen hätte, euch die Botschaft zu senden, sondern weil euch Gebet und Vergeistigung gefehlt hat.

    80. Ich habe euch gesagt, dass auf die ganze Menschheit eine sehr große Prüfung zukommt — so groß, dass es in der ganzen Geschichte ihrer Jahrhunderte und Zeitalter nichts Ähnliches gegeben hat. Jetzt müsst ihr verstehen, dass Ich zu euer aller Herzen spreche, euch in vielerlei Formen Botschaften und Warnungen zukommen lasse, damit die Menschen sich besinnen und meinem Gesetze gegenüber wach sind, wie die klugen Jungfrauen meines Gleichnisses.

    81. Werden die Völker und die verschiedenen Nationen der Welt auf Mich hören? Wird dies Volk auf Mich hören, dem Ich Mich in dieser Form kundgebe? Ich allein weiß es; aber meine Pflicht als Vater ist es, auf dem Wege meiner Kinder alle Mittel zu ihrer Rettung bereitzustellen.

    82. Volk, vergiss dieses Wort nicht, schlafe nicht ein und verschließe meinem Liebesrufe nicht die Türen deines Herzens. Seid Boten dieses Lichtes, indem ihr eure Gedanken als geistige Botschaften zum Verstande eurer Brüder sendet.

    83. Nun werdet ihr besser verstehen, weshalb Ich unablässig wiederhole: „Wachet und betet“.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 23

    1. Gesegnet seien, die bemüht sind, mit ihrem Gewissen im Frieden zu sein. Gesegnet, wer den Samen meines Friedens auf den Weg seiner Mitmenschen sät.

    2. Kommt zu Mir, wann immer ihr durch die Leiden oder durch Mangel an Glauben niedergeschlagen seid, denn Ich bin das Licht und die Kraft, die euch den geistigen Frieden zurückgeben werden.

    3. Wo werdet ihr Mich hören, wenn Ich Mich nicht mehr in dieser Form kundgebe? — In eurem Gewissen, denn durch es weise Ich euch den Weg der Liebe.

    4. Wenn die Welt durch einen Zeitabschnitt der geistigen Verwirrung geht, wenn der Mensch die Geheimnisse nicht versteht, welche das Geistige Leben birgt, noch seine Aufgabe zu ergründen und über sie nachzudenken versteht, obwohl er dafür befähigt ist, dann kommt die Klarheit meines Wortes, um ihn zu erleuchten.

    Die Menschheit ist Zeuge davon, dass in diesen Augenblicken die Wissenschaftler all ihre Zeit und Verstandeskraft einsetzen, um in der Natur die Antwort auf viele Fragen und Zweifel zu entdecken, welche das Leben ihnen stellt. Und die Natur antwortet auf den Ruf der Menschen und gibt dabei Zeugnis von ihrem Schöpfer, welcher unversiegbarer Quell von Weisheit und Liebe, aber auch von Gerechtigkeit ist.

    Dennoch hat die Willensfreiheit, mit der der Mensch ausgestattet worden ist, ihn nicht dazu gebracht, zum Lichte meiner Liebe zu erwachen, und der Geist schleift weiterhin die Ketten des Materialismus hinter sich her, von denen er sich nicht zu befreien vermochte. Es ist, als ob die Menschen Angst hätten, einen Schritt vorwärts in der Entwicklung zu tun — gewöhnt, in den Traditionen zu verharren, welche ihre Vorfahren ihnen hinterließen.

    Der Mensch fürchtet sich, selbständig zu denken und zu glauben; er zieht es vor, sich der Überlieferung anderer zu unterwerfen, womit er sich seiner Freiheit beraubt, Mich kennenzulernen. Aus diesem Grunde hat er rückständig gelebt; doch nun ist die Zeit des Lichtes für die Menschheit gekommen, und mit ihm gewinnt der Mensch eigene Kenntnisse, erwacht, macht Fortschritte und ist angesichts der Wahrheit meiner Unterweisung überrascht.

    5. Da die Menschheit die Entfaltung der Wissenschaft miterlebt hat und Entdeckungen gesehen hat, die sie zuvor nicht geglaubt hätte, — warum sträubt sie sich dann, an die Entwicklung des Geistes zu glauben? Warum versteift sie sich auf etwas, das sie aufhält und träge macht?

    6. Meine Lehre und meine Offenbarungen in dieser Zeit sind im Einklang mit eurer Entwicklung. Der Wissenschaftler bilde sich nichts ein auf sein materielles Werk und seine Wissenschaft, denn in ihr ist immer meine Offenbarung und die Hilfe der geistigen Wesen, die euch vom Jenseits aus inspirieren, gegenwärtig gewesen.

    Der Mensch ist Teil der Schöpfung, er hat eine Aufgabe zu erfüllen, wie sie alle Geschöpfe des Schöpfers haben; aber ihm wurde eine geistige Natur zuteil, eine Intelligenz und ein eigener Wille, damit er durch eigene Anstrengung die Entwicklung und Vervollkommnung des Geistes erreicht, welche das Höchste ist, was er besitzt. Mittels des Geistes kann der Mensch seinen Schöpfer begreifen, seine Wohltaten verstehen, sowie seine Weisheit bewundern.

    7. Wenn ihr, anstatt über euren irdischen Kenntnissen eitel zu werden, euch mein ganzes Werk zu eigen machtet, würde es für euch keine Geheimnisse geben, würdet ihr euch als Geschwister erkennen und einander lieben, wie Ich euch liebe: Güte, Barmherzigkeit und Liebe wären in euch, und deshalb Einheit mit dem Vater.

    8. Wie klein seid ihr, wenn ihr euch für allmächtig und groß haltet und euch daher sträubt, zu bekennen, dass über der Grenze eurer Macht und eurer Wissenschaft Der ist, welcher in Wahrheit alles weiß und alles vermag! Dann begnügt ihr euch damit, Materie und nichts als Materie zu sein und erscheint unbedeutend, weil ihr nur dem Naturgesetz unterworfen bleibt, das die sterblichen und flüchtigen Wesen regiert, welche geboren werden, wachsen und sterben, ohne eine Spur ihres Weges zu hinterlassen. Wann werdet ihr euch aus diesem Zustand erheben, in dem ihr euch befindet? Ihr müsst eine Anstrengung machen, um über den Himmel, den ihr ersonnen habt, hinauszuschauen, damit ihr zu der Einsicht gelangt, dass ihr nur durch geistige Verdienste zum Vater kommt.

    9. Wartet nicht darauf, dass andere den Weg zu Mir beginnen — kommt, sendet euer Gebet empor, und ihr werdet auf diese Weise begreifen, was ihr tun müsst, und werdet die Aufgabe erfahren, die ihr zu erfüllen habt. Ich lade euch ein, Mir näher zu kommen; doch dafür ist es nicht nötig, die Aufgaben, Pflichten und Erquickungen des menschlichen Lebens aufzugeben.

    10. Ihr seid in einer Zeit auf die Erde gekommen, in der die Menschen unter der Herrschaft der menschlichen Wissenschaft leben, und dennoch werdet ihr in dieser Zeit eure Geistesgaben entfalten: Ihr werdet den Kranken heilen, werdet weissagen und werdet eine größere Höhe in eurer geistigen Entwicklung erreichen.

    11. Das Licht, das euer Inneres erleuchtet, hilft euch, das vorauszusagen, was kommen muss; doch müsst ihr euch zubereiten, damit diese Gabe erblüht. Nichts darf stehenbleiben, alles muss sich in Harmonie mit der Schöpfung bewegen.

    12. Ich gebe euch meine Unterweisung nicht nur als einen moralischen Zügel für eure materielle Natur; vielmehr könnt ihr mit ihr die größeren Höhen eurer geistigen Vollendung ersteigen.

    13. Ich gründe keine neue Religion unter euch, diese Lehre verleugnet die vorhandenen Religionen nicht, soweit sie auf meine Wahrheit gegründet sind. Dies ist eine Botschaft der Göttlichen Liebe für alle, ein Ruf an alle gesellschaftlichen Einrichtungen. Wer die göttliche Absicht versteht und meine Gebote erfüllt, wird sich zum Fortschritt und zur Höherentwicklung seines Geistes hingeführt fühlen.

    Solange der Mensch die Vergeistigung nicht begreift, die er in seinem Leben haben muss, wird der Friede noch lange nicht zu einer Realität auf der Welt werden. Wer dagegen mein Liebesgesetz erfüllt, wird weder den Tod noch das Gericht fürchten, das sein Geist erwartet.

    Ihr sollt wissen, dass nicht erst, wenn der Tod zu euch kommt, Euer Vater euch richtet, sondern dieses Gericht beginnt, sobald ihr euch eurer Werke bewusst werdet und ihr den Ruf eures Gewissens empfindet. Mein Gericht ist immer über euch. Auf Schritt und Tritt, sei es im menschlichen Leben oder in eurem Geistigen Leben, seid ihr meinem Gerichte unterworfen; aber hier auf der Welt, in der Körperhülle, wird der Geist unempfindlich und taub für die Rufe des Gewissens.

    14. Ich richte euch, um euch zu helfen, eure Augen dem Lichte zu öffnen, um euch von Sünde zu befreien und vom Schmerz zu erlösen.

    15. In meinem Urteil rechne Ich niemals die Beleidigungen an, die ihr Mir angetan haben könntet, denn bei meinem Gerichte tritt niemals der Groll, die Rache, nicht einmal die Strafe in Erscheinung.

    16. Wenn der Schmerz in euer Herz dringt und euch an der empfindlichsten Stelle trifft, so geschieht es, um euch auf irgendeinen Fehler hinzuweisen, den ihr begeht, um euch meine Unterweisung verstehen zu lassen und euch eine neue und weise Lehre zu erteilen. Auf dem Grunde jeder dieser Prüfungen ist immer meine Liebe gegenwärtig.

    17. Bei einigen Gelegenheiten habe Ich euch erlaubt, dass ihr die Ursache einer Prüfung versteht, bei anderen könnt ihr den Sinn jener Warnung meiner Gerechtigkeit nicht finden, und zwar deshalb, weil es im Werke des Vaters und im Leben eures Geistes tiefe Geheimnisse gibt, die der menschliche Verstand nicht zu enträtseln vermag.

    18. Ich gebe euch diese Unterweisungen, damit ihr nicht wartet, bis der Tod kommt, um mit der Begleichung eurer Schuld zu beginnen, sondern damit ihr die Prüfungen nützt, die euch euer Leben anbietet — im Bewusstsein, dass es von der Liebe, von der Geduld und der Erhebung, mit der ihr sie aufnehmt und durchsteht, abhängen wird, ob euer Geist vor die Schwellen des Ewigen Lebens gelangt, befreit von der Last der Sünden und Unvollkommenheiten, die er bei seinem Aufenthalt in der Welt mit sich schleppte.

    19. Fern ist die Zeit, in der euch gesagt wurde: „Mit der Elle, mit der ihr meßt, werdet ihr gemessen werden.“ Wie oft wurde jenes Gesetz benützt, um hier auf der Erde Rache zu nehmen und jedes Gefühl von Nächstenliebe beiseite zu schieben!

    20. Jetzt sage Ich euch, dass Ich diese Gerechtigkeitselle ergriffen habe und euch mit ihr messen werde, je nachdem wie ihr gemessen habt, ob schon Ich erklärend hinzufügen muss, dass in jedem meiner Gerichte der Vater gegenwärtig sein wird, der euch sehr liebt, und der Erlöser, der zu eurer Rettung gekommen ist.

    21. Der Mensch ist es, der mit seinen Werken sein Urteil fällt, furchtbare Urteile bisweilen, und euer Herr ist es, der euch Hilfe verschafft, damit ihr die Art und Weise findet, in der ihr eure Sühne ertragen könnt.

    22. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr eine allzu schmerzliche Sühne vermeiden wollt, so bereut rechtzeitig und gebt eurem Leben durch eine aufrichtige Erneuerung eine neue Richtung mit Werken der Liebe und Barmherzigkeit gegenüber euren Brüdern.

    23. Versteht, dass Ich das rettende Tor bin — das Tor, das für alle, die Mich mit wahrem Glauben suchen, niemals verschlossen sein wird.

    24. Wenn ihr Beweise für die Wahrheit meiner Lehren wollt, so sage Ich euch, dass ihr die Beweise, die ihr von Mir verlangt, um Mir zu folgen, vor euren Augen habt. Welches sind diese Beweise? — Die Erneuerung dieser Männer und Frauen, die Mir heute als „Arbeiter auf meinen Feldern“ dienen.

    25. Langwierig und beschwerlich ist gelegentlich dies „Tagewerk“, aber niemals unmöglich zu bewältigen. Heikel und schwierig ist die Aufgabe des spiritualistischen Jüngers, doch es ist nicht unmöglich, sie zu erfüllen, weshalb Ich euch allen, die ihr unentschlossen seid, sage, dass — wenn ihr Zweifel hegt, ob ihr dies erfüllen könnt — es daran liegt, dass ihr kleingläubige Menschen seid.

    26. Meine Felder der Liebe biete Ich allen an, welche Verdienste erwerben wollen, indem sie ihren Mitmenschen dienen. Die es so verstanden haben, haben sich Mir eilends genähert, um Mich um eine Gelegenheit zu bitten, auf meinen gesegneten Feldern zu arbeiten, wo der Same die Nächstenliebe ist.

    27. Hier müssen die Verdienste wahrhaftig sein, damit sie von Mir zugunsten dessen, der sie vollbringt, aufgezeichnet werden können; der äußere Schein gegenüber den anderen hat bei Mir keinerlei Wert. Darum lernen meine Arbeiter, im Stillen zu arbeiten, demütig und aufrichtig zu sein, die Eitelkeit zu verabscheuen und die Wohltätigkeit niemals bekannt zu machen.

    28. Die Gemeinde kennt nicht die Geschichte jedes einzelnen von diesen Arbeitern, die ihr Tag für Tag dienen; sie kennt nicht die Anstrengungen, Opfer und Verzichtleistungen, welche meine Diener vollbringen mussten, um würdig zu werden, sich meine Jünger zu nennen.

    29. Viele dieser Männer und Frauen, die euch durch ihre Geistesgaben so viel Freude für eure Herzen bringen, die euch meinen Balsam fühlbar machen und euch mit ihrem Worte den Frieden zurückgeben, tragen in ihrem Herzen ein verborgenes Leid, das nur mein Blick sieht.

    30. Wie viele von ihnen wurden von ihren geliebten Angehörigen verkannt und sogar verstoßen, weil sie diesen Weg eingeschlagen haben! Diese verletzen sie, verleumden und bedrohen sie; doch sie erfüllen ihre Aufgabe weiterhin mit Liebe, obwohl sie die Geißelhiebe und die Steinwürfe der aufgebrachten Menschen fühlen, während sie wie ihr Meister unter der Last ihres Kreuzes ihren Weg gehen.

    31. Ich sehe, dass ihr wissen wollt, warum einige von ihnen darauf verzichten, in dieser Aufgabe fortzufahren. Hierauf sage Ich euch, dass es nicht geschieht, weil sie die Last ihres Kreuzes nicht ertragen haben, sondern weil die Welt sie versuchte und sie der Versuchung erlagen; denn wer das Kreuz der Liebe auf seine Schultern nimmt, trägt es in Wirklichkeit gar nicht. Vielmehr ist es das Kreuz, das ihn stützt, weil jeder Schritt des „Arbeiters“ immer von einem inneren Gefühl unendlichen Friedens begleitet ist.

    Doch ihr sollt euch ihnen gegenüber nicht undankbar verhalten, weil ihr wisst, dass mein Friede in denen ist, die Mir folgen; denn sie sind so menschlich wie ihr. Weil ihr sie lächelnd und ruhig seht, wollt ihr nichts davon wissen, was sie leiden, um euch nützlich zu sein und euch zu dienen.

    32. Wer hat denen mit Liebe und Wohltätigkeit zu vergelten verstanden, welche oft ihre Arbeit vorübergehend einstellen, um die des Friedens und der Gesundheit Bedürftigen zu empfangen? Wann seid ihr zur Wiege des Kindleins geeilt, das allein bleiben musste, weil seine Mutter eine „Arbeiterin“ ist, die ihre Aufgabe unter den Leidenden erfüllen musste? — Wahrlich, Ich sage euch, ebenso wie Ich euch gerufen habe, damit ihr lernen solltet, zu empfangen, so verlange Ich auch von euch, dass ihr lernt, die selbstlose Hilfe eurer Geschwister mit Liebe zu vergelten.

    33. Wie oft zeigt ihr euch verstimmt und verurteilt sie als „schlechte Arbeiter“, weil sie verspätet kommen. Ihr zeigt euch anspruchsvoll, wenn ihr bei ihnen einen Fehler bemerkt, weil ihr wisst, dass sie eine Pflicht zu erfüllen haben.

    34. O ihr Menschenscharen, statt dass ihr mit Demut das Brot entgegennehmt, das man euch gibt, verschlingt ihr es mitsamt der Hand, die sich ausgestreckt hat, um euch die Nahrung anzubieten!

    35. Was wisst ihr von den Kämpfen, welche meine Erwählten ausstehen, um sich rein zu erhalten und euch zu dienen? Was wisst ihr von den Prüfungen, von denen sie betroffen werden, um sie wachsam zu erhalten? Doch noch immer haltet ihr sie für schwach und verbreitet, dass die Versuchung sie überwunden hat, ohne zu begreifen, dass es die Last ist, die ihr selbst in ihnen zurückgelassen habt, da ihr euch weigert, den Teil der Verantwortung auf euch zu nehmen, welcher in meinem Werke jedem einzelnen zukommt.

    36. Wie bald vergesst ihr das Viele, das ihr durch sie empfangen habt! Doch in euren Herzen beruhigt ihr euch mit der Begründung, dass sie euch nichts gegeben haben; aber wahrlich, Ich sage euch, solange ihr euch untereinander nicht liebt, ist es Lüge, dass ihr Mich liebt.

    37. Die Legionen von Geistwesen, die — euren materiellen Augen unsichtbar — der Verkündigung meines Wortes beiwohnen, sind diejenigen, welche die wahre Auslegung meiner Unterweisungen geben. Damit ihr wisst, welches die Aufträge sind, die Ich dem jeweiligen Geistwesen gab und auf welche Weise es sie erfüllt, darum wende Ich Mich gelegentlich an sie durch den Stimmträger, durch den Ich euch meine Unterweisung übergebe. Glaubt ihr etwa, dass es für sie notwendig ist, dass Ich durch menschliche Mittler zu ihnen spreche? — Nein, Volk, Ich habe euch soeben gesagt, dass Ich es nur tue, damit ihr deren Gegenwart fühlt und die Weisungen hört, die Ich ihnen gebe.

    38. Die Legion von Geistwesen, die Ich dazu bestimmt habe, euch auf eurer Lebensreise zu begleiten und euch beizustehen, ist sehr groß, so groß, dass ihr sie euch nicht vorstellen könntet. In ihrer Mitte herrscht eine absolute Eintracht. Das Licht, das in ihnen leuchtet, ist das der Weisheit und der Liebe, denn das Ideal, dem sie geweiht sind, ist das, der Menschheit Wohltaten zu erweisen, wobei es ihr größtes Verlangen ist, ihre Brüder auf den Gipfel der Vergeistigung zu führen.

    39. Wie schön ist der Auftrag, den sie ausführen, und wie erschwert ihr ihnen ihre Arbeit! Ihr könnt nicht sagen, dass euer Mangel an Zusammenarbeit mit euren geistigen Geschwistern auf Unwissenheit beruht, da ihr die Anordnungen gehört habt, die Ich ihnen durch meine Stimmträger gebe, damit ihr ihre Mission der Liebe und Barmherzigkeit kennt und Sorge tragt, ihnen bei ihrer Erfüllung zu helfen.

    40. Noch gelingt es euch nicht, mit jener Welt von Lichtbrüdern voll übereinzustimmen, auch versteht ihr nicht, mit ihnen zu harmonieren. Warum? — Wegen eures Mangels an Vergeistigung, der euren Sinnen nicht gestattet, alle Rufe, Warnungen und Eingebungen wahrzunehmen, mit denen sie eure Schritte auf Erden lenken wollen.

    41. Häufig verwechselt ihr Vergeistigung mit sinnfälligen Bräuchen, die euch eher von ihnen entfernen, statt euch ihnen näherzubringen. Ihr glaubt, dass es bei ihrer Anrufung wirksamer ist, sie mit irgendeinem Namen zu rufen, als sie mit einem Gebet anzuziehen. Ihr glaubt, dass ihr besser vorbereitet wäret, wenn ihr sie unter Anzündung einer Kerze anruft oder mit lauter Stimme betet, und befindet euch in einem Irrtum.

    42. Zwar eilen sie bei eurem Ruf herbei, sie deuten eure Wünsche und lassen euch ihre Hilfe zuteil werden, denn ihre Aufgabe ist von tätiger Nächstenliebe inspiriert; aber ihr habt jene Hilfe nicht durch eure Vergeistigung erreicht, denn dann wärt ihr doch mit euren Schutzengeln im Einklang gewesen und hättet mit ihnen das Volk Gottes gebildet, das mein Gebot zu erfüllen versteht, welches euch sagt: Liebet einander.

    43. Wahrlich, Ich sage euch, je reiner eure Gedanken sind und je einfacher und reiner eure Handlungen, mit desto größerer Klarheit werdet ihr die Gegenwart und den Einfluss der Geistigen Welt in eurem Leben wahrnehmen, und desto größer werden die Wunder sein, die ihr von ihnen empfangt.

    44. Denkt nicht, dass diese eure Brüder sich in eure unreinen Werke einmischen oder sich euren schlechten Vorhaben anschließen können, oder sich durch eure Vermittlung kundgeben können, wenn ihr nicht gebührend vorbereitet seid, um sie zu empfangen.

    45. Um Vergeistigung zu erlangen, geliebtes Volk, musst du beten und Glauben haben.

    46. Das Gebet und der Glaube werden das Wunder vollbringen, dass Tag für Tag das Brot auf euren Tisch gelangt, wie der Glaube Israels in der Ersten Zeit mit dem Manna belohnt wurde.

    47. Falls andere Völker euch um euer Brot betrügen, sollt ihr ihnen vergeben, damit Ich euch allen vergebe.

    48. Wenn es dazu kommen sollte, dass ihr aus eurem Heim geworfen werdet, werdet ihr ins Gebirge gehen, das euch in seinem Schoße aufnehmen wird, damit ihr Schutz findet, bis die Prüfung vorüber ist.

    49. So, wie in der Ersten Zeit der Glaube des Volkes sich durch die großen Prüfungen stärkte, die es in der Wüste erlebte, so wird es in dieser Zeit viele Male geprüft werden, damit sein Geist die notwendige Stärke gewinnt, um Soldat dieser Sache zu sein.

    50. Welcher Jünger dieses Werkes könnte noch einer materiellen Versammlungsstätte bedürfen, wohin er sich während der Zeit der Prüfungen flüchtete? — Keiner, denn ihr alle wisst, dass euer Vater keine Tempel aus Stein sucht, um in ihnen zu wohnen, sondern Heiligtümer und Altäre in dem Geist der Menschen, und diese Tempel gehen mit euch, wo immer ihr euch befindet.

    51. Eure Vorfahren haben in großer Unwissenheit gelebt, nährten den religiösen Fanatismus und erreichten deshalb nur wenig Fortschritt für ihren Geist. Es war ihnen nicht gegeben, hier auf der Erde das Licht dieses Zeitalters zu schauen, das euch erleuchtet; doch auch sie werden, wenn die Stunde gekommen ist, das geistige Licht in Fülle empfangen.

    52. Meine Lehre unterweist euch, mit euren Geschwistern zu harmonieren, ob sie auf der Erde oder im unendlichen Geistigen Tale wohnen.

    53. Dies werden die Merkmale eures zukünftigen Lebens sein, falls ihr am Gesetz festhaltet. Doch ganz anders wird euer Lebensweg sein, wenn ihr nicht auf dem Wege wandert, den Ich euch mit meinem Worte vorgezeichnet habe; denn dann werden der Hunger, die Seuchen und die Kriege, die auf der Erde ausbrechen, euch nicht verschonen, weil diese zerstörerischen Mächte nichts in euch vorfinden, das sie zurückhält.

    54. Geliebte Jünger, nützet alle kleinen und großen Prüfungen, die sich in eurem Leben täglich zeigen, damit, wenn größere Prüfungen kommen, sie wie Windstöße eines Orkans beim Anprallen gegen die unerschütterlichen Mauern der Kraft gebrochen werden, die euch die Befolgung meines Gesetzes gibt.

    55. Schaffet durch eure geistige Einheit ein Volk, dessen Verteidigung gegen seine Feinde das Gebet sein soll. Dann können die Naturgewalten toben, denn dies Volk wird durch seine Vergeistigung alle Widrigkeiten zu bemeistern wissen.

    56. Erhebt euch, Männer und Frauen, Greise, Jünglinge und Kinder; erhebt euch standhaft, um auf dem Pfad zu wandern, den euch mein Wort in dieser Zeit bestimmte, welches nur die Wiederaufnahme des Weges ist, den Ich in den vergangenen Zeiten mit der Spur meines Opfers am Kreuze vorzeichnete.

    57. Erfüllt mein Gesetz, damit eure Kinder bei der Bildung der neuen Generation eine höhere Entwicklung erreichen als diejenige, welche ihr erlangt habt, und euer Ungehorsam sie nicht von diesem Werke fernhält und Anlass ist, dass sie noch weiter entfernt von der Vergeistigung leben.

    58. In dieser Dritten Zeit bin Ich gekommen, euch die Wärme zu geben, die euch fehlt, und die Kälte von euch zu nehmen, die ihr auf euren Lebenswegen verbreitet habt. Ihr habt die Glocke gehört, die Elias läutete, damit ihr kommt, um mit meiner Unterweisung das Licht des Heiligen Geistes zu empfangen.

    59. Macht euch bereit, damit ihr meine Gegenwart fühlen könnt und wie die Apostel der Zweiten Zeit seid, welche, als sie Mir zuhörten, jeden Tag ihren Glauben mehrten und sich vorbereiteten, um ihre schwierige Mission zu erfüllen.

    60. Israel, erfülle nicht nur deine mit der Welt eingegangenen Verpflichtungen. Erfülle auch das Gesetz; denn ihr habt dem Vater gegenüber eine Aufgabe übernommen, und ihre Erfüllung muss streng, erhaben und geistig sein.

    61. Ich lehre euch, damit ihr euch vom Materialismus ab wendet und aufhört, Fanatiker und Götzendiener zu sein; damit ihr von Menschenhand gemachte, materielle Gegenstände weder verehrt, noch Kult mit ihnen treibt. Ich will nicht, dass in euren Herzen Wurzeln von Abgötterei, Fanatismus und falschen Kulten vorhanden sind. Bietet Mir keine Opfergaben an, die nicht zu Mir gelangen; Ich verlange nur eure Erneuerung und eure Erfüllung in der Vergeistigung.

    62. Erneuert euch hinsichtlich eurer früheren Gewohnheiten, blickt nicht zurück und schaut nicht auf das, was ihr aufgegeben habt und was ihr nicht länger tun sollt. Begreift, dass ihr den Weg zu eurer Aufwärtsentwicklung beschritten habt und euch nicht aufhalten dürft. Der Weg ist schmal, und ihr müsst ihn gut kennen, denn morgen werdet ihr eure Brüder auf ihm führen müssen, und Ich will nicht, dass ihr euch verirrt.

    63. Ich bin der geduldige Vater, der auf eure Reue und euren guten Willen wartet, um euch mit meiner Gnade und meiner Barmherzigkeit zu überschütten.

    64. Verurteilt nicht das zuweilen unbeholfene Wort meiner Stimmträger; wenn ihnen Vorbereitung fehlte, so überlasst diese Sache Mir. Begreift: Auch wenn Ich Mich durch den schwerfälligsten Verstand mitteile, werdet ihr im Kern dieses Wortes immer geistigen Sinn, Licht, Wahrheit und Unterweisung finden.

    65. Dies Zeitalter wird den Menschen die Lektionen des „Buch des Wahren Lebens“ offenbaren, welche der Menschheit noch nicht bekannt waren.

    66. Wahrlich, Ich sage euch: So, wie Elias, welcher die Tore der Dritten Zeit öffnete, nicht nötig hatte, seinen Geist zu inkarnieren, um zu den Menschen zu sprechen, so tue Ich Mich euch kund, und dasselbe taten viele Wesen, welche derzeit in der geistigen Region wohnen.

    67. Sie werden durch eure befähigten Mittler mit euch in Verbindung treten bis zum Jahre 1950, mit dem die materiell-hörbare Kundgabe der Geistigen Welt enden wird; doch nach diesem Zeitpunkt werden — ohne dass die Menschen sich dessen bewusst sind — durch ihre Lippen oftmals die Lichtgeister der vergangenen Zeiten sprechen, die Befreier, die Propheten, die Patriarchen, die Wohltäter, die Apostel des Guten, die Sämänner der Gerechtigkeit und der göttlichen Lehre eures Vaters, welcher sich auf dem Höhepunkt seiner Liebe zu seinen Kindern von Geist zu Geist mitteilen wird.

    68. Diejenigen werden sich der Gegenwart der geistigen Lichtwesen unter der Menschheit bewusst werden, welche wachen und beten, welche sich vergeistigt und zubereitet haben, um den Augenblick wahrnehmen zu können, in dem jene Boten sich nahen, sprechen oder irgendein übermenschliches Werk vollbringen.

    69. Es wird nicht notwendig sein, dass sie sich durch Menschen mitteilen, welche Kenntnis von dieser Lehre haben, um durch ihre Vermittlung zu sprechen. Ihre Gegenwart, ihr Einfluss und ihre Eingebung werden so fein sein, dass nur der, welcher vorbereitet ist, ihre Gegenwart unter der Menschheit wird wahrnehmen können.

    70. Die Völker der Erde werden die Gegenwart Moses fühlen, wenn nach und nach jedes einzelne von ihnen befreit werden wird. Die verschiedenen Religionen werden die Gegenwart von Elias erfahren, wenn das Licht des Gottesstrahles, das aus der Wahrheit hervorgeht, die Finsternis der geistigen Unwissenheit der Menschen vertreibt und dabei alles Falsche, das sie verehrt haben, vor ihren Augen richtigstellt.

    71. Die Herren der Welt, die weiterhin Herrscher über erniedrigte Völker sind, werden die geistige Gegenwart Daniels fühlen, wenn der Prophet sich ihren Lagerstätten naht, um sie aufzuwecken, damit sie beten, weil die Zerstörung näherrückt.

    72. Der Tag wird kommen, an dem jedes Auge das Licht dieser Werke schaut, wie es geschrieben steht, damit der Mensch begreift, dass für den Geist keine Grenzen oder materielle Schranken existieren, und dass ihr alle euch allmählich dem Ziele nähert, an dem die Harmonie und das Licht regieren.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 22

    1. Dies ist eine Zeit großen Lichtes für das Volk Israel, in der Ich die Geister verschiedener Aufenthaltsorte auf ihren unterschiedlichen Erdenwegen erwecke, damit alle meine Kinder voll Verständnis und Liebe zu Mir kommen, um ihr Erbe zu empfangen.

    2. Ich bin im Begriff, unter der Menschheit Männer, Frauen, Greise und Kinder auszuwählen, in denen die Geistwesen Israels Herberge genommen haben, welche die Erstgeborenen meiner Göttlichkeit sind, verantwortlich für meine Offenbarungen.

    3. In den Drei Zeiten habe ich mein Volk vereint und gesammelt, und in diesem Dritten Zeitalter ist euer Geist von meiner Gegenwart und meinem Worte mittels des menschlichen Verstandesorgans überrascht worden, weil ihr nicht glaubtet, dass Christus, „Das Göttliche Wort“, sich in dieser Form mit euch in Verbindung setzen würde.

    Obwohl Ich euch meine Wiederkunft als Heiliger Geist durch die Propheten angekündigt hatte, habt ihr nicht gewacht in Erwartung meiner Ankunft, und nun, da meine Kundgebung unter euch stattfindet, habt ihr Mich wegen eures Mangels an Vergeistigung, an Studium in den göttlichen Unterweisungen nicht erkannt. Doch müsst ihr verstehen, dass Ich in jeglicher Form, in der Ich Mich euch kundtue, immer göttliche Essenz, Gegenwart und Macht, Wahrheit und Liebe sein werde.

    4. Warum also habt ihr an Mir gezweifelt in den drei Zeiten, in denen Ich Mich unter euch kundgetan habe? Habe Ich euch etwa die Zeichen und die Zeit meines Kommens verheimlicht, damit die Menschheit in Verwirrung geraten würde? — Nein, fürwahr!

    Die ihr an meiner Gegenwart zweifelt — schweigt, versiegelt eure Lippen, hört Mir unermüdlich zu, bis ihr bekennt, dass Ich es bin, euer Herr, der gekommen ist, um sich durch das menschliche Verstandesorgan kundzutun. Wenn Ich Mich durch Vermittlung von Männern und Frauen kundgebe, deren Unvollkommenheiten und Schwächen ähnlich den euren sind, so deshalb, weil Ich suchte, durch wen Ich Mich kundgeben könnte, und Ich nicht ein keusches und reines Herz fand, um Mich in all meiner Herrlichkeit zu offenbaren.

    5. Ich habe unter den Kindern gesucht und sehe, dass dessen Geist, obschon das Fleisch unschuldig ist, eine Kette von Untugenden mit sich schleppt, die er in den vergangenen Zeiten angenommen hat, und er vergessen hat, dass er nur deshalb nochmals auf diesem Planeten Mensch geworden ist, um sich mittels einer neuen Körperhülle zu läutern. Ich habe unter der Jugend ein reines Herz gesucht und habe gesehen, dass der Jüngling sich befleckt hat und Makel in seinem Geist trägt; und in der Jungfrau liegt der Keim der Versuchung. Unter den Erwachsenen erblicke Ich nur durch die Wechselfälle des Lebens erschöpfte und verwirrte Wesen. In den Wissenschaftlern ist der Materialismus und der Hochmut anzutreffen; denn nachdem Ich ihnen die Geheimnisse der Natur gezeigt hatte, fühlten sie sich groß und wollten sie in dieser Welt zu Göttern werden. Und unter denen, welche sich Diener meiner Göttlichkeit nennen, entdecke Ich nur den Heuchler und Pharisäer der Dritten Zeit.

    Darum sage Ich euch: Unter den Sündern habe Ich die ausgewählt, welche Ich „Stimmträger“ genannt habe, die euch gleich sind, und welche durch diese von Mir erhaltene Gabe ihre Schuld abtragen und sich retten. In dem Augenblicke, in dem mein Strahl herabkommt, um sie zu erleuchten, entferne Ich den Makel und empfange Ich ihre Erhebung. Wenn sie so zubereitet sind, trete Ich durch ihre Vermittlung mit euch in Verbindung; und meine geistigen Diener, denen sie anbefohlen wurden, um über ihre Schritte zu wachen, machen sie aufnahmebereit und würdig.

    6. Ich könnte Mich sichtbar kundtun oder meine Stimme ertönen lassen, wie ihr sie in der Ersten Zeit am Berge Sinai gehört habt; doch welche Verdienste des Glaubens würdet ihr in dieser Form bei Mir erwerben? — Keine; denn die Tugend des Glaubens ist eine Stufe auf der Stufenleiter eurer Entwicklung. Doch deshalb verberge Ich Mich nicht, und wenn Ich Mich durch Vermittlung des Menschen kundgebe, so geschieht es, weil Ich euch liebe und euch einen höheren Unterricht erteile und will, dass ihr Mich an dessen Vollkommenheit erkennt.

    7. In den Geist des Menschen, welche mein Meisterwerk ist, habe Ich mein göttliches Licht gelegt. Ich habe ihn mit unendlicher Liebe gepflegt, wie der Gärtner eine verwöhnte Pflanze seines Gartens pflegt. Ich habe euch in diesen Lebensraum gestellt, wo euch nichts zum Leben fehlt, damit ihr Mich erkennt und euch selbst erkennt. Ich habe eurem Geist die Fähigkeit gegeben, das Leben des Jenseits zu fühlen, und eurem Körper Sinne, damit ihr euch erquickt und vervollkommnet. Ich habe euch diese Welt übergeben, damit ihr auf ihr eure ersten Schritte zu machen beginnt und auf diesem Wege des Fortschritts und der Vervollkommnung die Vollkommenheit meines Gesetzes erfahrt, damit ihr Mich während eures Lebens immer mehr erkennt und liebt und durch eure Verdienste zu Mir gelangt.

    8. Ich habe euch die Gabe der Willensfreiheit gewährt und euch mit dem Gewissen ausgestattet. Das erstere, damit ihr euch im Rahmen meiner Gesetze frei entwickelt, und das zweite, damit ihr das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht, damit es euch als vollkommener Richter sagt, wann ihr mein Gesetz erfüllt oder dagegen verstoßt.

    9. Das Gewissen ist Licht aus meinem Göttlichen Geiste, das euch in keinem Augenblicke verlässt.

    10. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, Ich bin der Friede und das Glück, die ewige Verheißung, dass ihr bei Mir sein werdet, und auch die Erfüllung aller meiner Worte.

    11. Wenn ihr Misstrauen gegenüber dem Leben fühlt, wenn ihr euch unfähig für den Kampf haltet, so betet, verbindet euch mit Mir und bleibt auf dem Pfade des Friedens, den euch meine Liebe erkennen lässt. Macht eure Fehler wieder gut, erneuert euch und vergebt dem, der euch beleidigt. Ergebt euch in die Prüfungen, und ihr werdet meine Kraft und meinen Frieden fühlen, trotz der Wechselfälle des Lebens.

    12. Der Meister beeilt sich, euch zu lehren und seine Weisheit in euren Geist und euer Herz überströmen zu lassen, denn nur eine kurze Zeit werde Ich in dieser Form zu euch sprechen. Ich will euch als Erbe mein Wort hinterlassen, damit ihr es sorgfältig hütet. Es ist die Wahrheit, und wenn ihr es euren Mitmenschen bekannt macht, in seiner ursprünglichen Reinheit und mit euren guten Werken, so werdet ihr eure geistige Mission erfüllt haben.

    13. Die, welche im Augenblicke meines Abschieds zu Mir sagen: „Herr, Du trennst Dich von uns und lässt uns als Waisen zurück“ — dies werden jene sein, die taub und blind gegenüber meinen Kundgebungen waren und meinen Unterricht nicht verstehen wollten.

    14. Seit langem schon habe ich Fanatismus und Abgötterei in eurer Gottesverehrung gesehen. Ihr bringt zu diesen Gebetshäusern materielle Opfergaben, die Mich nicht erreichen; deshalb habe Ich euch aufgefordert, mein Wort zu erforschen, damit euer Geist sich entwickelt. Denn die Vorbereitungszeit geht zu Ende, und ihr müsst einen Schritt vorwärts machen im Verständnis meiner Unterweisungen.

    15. Die Uneingeweihten werden zu Schülern (im Geisteswerk), die Schüler zu Jüngern, und die Jünger zu lebenden Vorbildern von Demut, Nächstenliebe und Weisheit. Viele von ihnen befinden sich unter diesen Scharen hier; doch gibt es sie auch verstreut unter den Wissenschaftlern und in den Kirchen und Sekten.

    16. Bildet euch nichts ein auf die Früchte eurer Wissenschaft, denn jetzt, da ihr so große Fortschritte in ihr gemacht habt, leidet die Menschheit am meisten, gibt es am meisten Elend, Unfrieden, Krankheiten und brudermörderische Kriege.

    17. Der Mensch hat die wahre Wissenschaft noch nicht entdeckt, jene, welche man auf dem Wege der Liebe erlangt.

    18. Seht, wie die Eitelkeit euch verblendet hat; jede Nation möchte die größten Gelehrten der Erde haben. Wahrlich, Ich sage euch, die Wissenschaftler sind in die Geheimnisse des Herrn nicht tief eingedrungen. Ich kann euch sagen, dass die Kenntnis, die der Mensch vom Leben hat, noch oberflächlich ist.

    19. Es naht die Zeit, in der die geistigen Offenbarungen den Menschen den lichtvollen Pfad enthüllen werden, damit sie die Geheimnisse kennenlernen, die im Schoße der Schöpfung verborgen sind. Das Licht meines Geistes wird euch die Art und Weise offenbaren, wie die wahre Wissenschaft zu erwerben ist, die dem Menschen ermöglicht, von den ihn umgebenden Geschöpfen und von den Naturreichen der Schöpfung anerkannt zu werden und Gehorsam zu erlangen, womit mein Wille in Erfüllung geht, dass der Mensch auf der Erde zum Herrn werden würde. Doch dies wird erst eintreten, wenn der durch das Gewissen erleuchtete Geist des Menschen den Schwächen des Körpers seine Macht und sein Licht auferlegt hat.

    20. Wie können sich die Kräfte und Elemente der Schöpfung dem Willen des Menschen unterwerfen, wenn diesen selbstsüchtige Gefühle bewegen, während die Natur von meinem Gesetz der Liebe geleitet wird?

    21. Es ist nötig, dass die Ideale der Menschheit sich auf Wege der Gerechtigkeit begeben, geführt von der Wahrheit einer vollkommenen Unterweisung, welche ihr den Sinn des Ewigen Lebens enthüllt, und diese Unterweisung ist die hier gegebene Geistlehre, welche im Laufe der Zeit euer geistiges und menschliches Leben umwandeln wird.

    22. Der Mensch ist allein von sich aus unfähig, mein Wort aufzunehmen und seine Sitten, Neigungen, Bestrebungen und Ideale zu ändern; deshalb habe Ich zugelassen, dass ihn eine Zeitlang der Schmerz erschüttert. Doch wenn der Kelch für die Menschen am bittersten ist, und sie vor ihrem Gewissen als Richter ihre Irrtümer erkennen, werden sie meinen Namen anrufen, Mich suchen, werden die verirrten Schafe zu meiner Hürde der Liebe zurückkehren, und alle meine Kinder werden erfüllt sein vom Lichte meines Geistes, um eine neue Art von Leben zu beginnen.

    23. Ich bin nicht gekommen, um euren Werken auf der Erde Fehler anzuhängen — nein, Ich zeige euch eure Irrtümer, weil Ich will, dass ihr die Vollkommenheit erreicht, die euch durch ewige Erbschaft zukommt. Euer Geist wird nicht verlorengehen, denn er ist ein Funke des göttlichen Lichtes und Ebenbild eures Vaters und Schöpfers.

    24. Was würde aus eurem Geist werden, wenn Ich Mich der Verherrlichung eurer menschlichen Werke widmete und ihn auf unbestimmte Zeit den irdischen Leidenschaften überlassen würde?

    25. Wenn Ich zu euch gekommen bin, geschah es, weil ich euch liebe. Wenn Ich anscheinend mit Strenge zu euch spreche — in meinem Worte liegt meine Gerechtigkeit und meine Liebe. Wenn Ich euch meine Wahrheit wissen lasse, obwohl sie euch manchmal Schmerz bereitet, so darum, weil Ich eure Rettung will.

    26. Lehnt mein Wort nicht ab, ergründet es, damit ihr in seinem Sinngehalt die Lehre findet, die fähig ist, das Wunder der Umwandlung dieses Tränentals, das heute in ein Feld blutiger Schlachten unter Brüdern verwandelt ist, in ein Tal des Friedens zu bewirken, in dem nur eine Familie, die Menschheit, lebt, welche die gerechten, vollkommenen und liebevollen Gesetze zur Anwendung bringt, die euer Vater euch eingegeben hat; denn in der Erfüllung derselben werdet ihr das Glück finden.

    27. Nur wenige Jünger habe Ich auf dieser Welt gehabt, und in noch kleinerer Zahl solche, die wie ein Bild des Göttlichen Meisters gewesen sind. Im „Geistigen Tal“ dagegen habe Ich viele Jünger, denn dort macht man am meisten Fortschritte im Erfassen meiner Lehren. Dort ist es, wo meine Schüler, die nach Liebe Hungernden und Dürstenden, von ihrem Meister empfangen, was die Menschheit ihnen verweigerte. Dort ist es, wo durch ihre Tugend jene erstrahlen, die wegen ihrer Demut auf der Erde unbeachtet blieben, und wo traurig und reuevoll weinen, die auf dieser Welt mit falschem Lichte glänzten.

    28. Im Jenseits ist es, wo Ich euch empfange, wie ihr es auf der Erde nicht erhofftet, als ihr unter Tränen, aber Mich segnend, eure Schuld sühntet. Es ist nicht von Bedeutung, dass ihr während eurer Lebensreise einen Augenblick heftigen Aufbegehrens hattet. Ich werde berücksichtigen, dass ihr Tage großer Schmerzen hattet und ihr in ihnen Ergebung bewieset und meinen Namen segnetet. Auch ihr habt in den Grenzen eurer Kleinheit und in ihnen einige Golgathas erlebt, wenn diese auch durch euren Ungehorsam verursacht worden sind.

    29. Seht, durch einige Augenblicke der Treue und Liebe zu Gott erlangt ihr Lebens- und Gnadenzeiten im Jenseits. So erwidert meine Ewige Liebe die kurzfristige Liebe des Menschen.

    30. Selig, die fallen und sich wieder aufrichten, die weinen und Mich segnen, die, von ihren eigenen Geschwistern verletzt, im Innersten ihres Herzens auf Mich vertrauen. Diese Kleinen und Betrübten, Verspotteten, doch Sanftmütigen und dadurch Starken im Geiste sind in Wahrheit meine Jünger.

    31. Freut euch, denn durch diese Unterweisungen werdet ihr in eurer Entwicklung vorankommen, auch wenn manche das Gegenteil glauben, weil sie sich von oberflächlichen Urteilen leiten lassen.

    Jahrhunderte hindurch wart ihr durch Kirchen und Sekten gespalten, denn immer habt ihr Verlangen danach gehabt, etwas mehr zu wissen, als ihr wusstet, und noch immer ist euer Herz welk aus fehlender Liebe, trotz so vieler Glaubensbekenntnisse, wie ihr sie gehabt habt. Aber bald werdet ihr euch um die vollkommene Liebe scharen, die dem „Buch des Wahren Lebens“ entströmt, welches dies Wort ist.

    32. Ihr verschmachtet vor geistigem Durst, welkt dahin aus Mangel an Liebestau und reinen Zuneigungen. Ihr fühlt euch einsam, und deshalb bin Ich gekommen, um unter euch den unverwechselbaren Wohlgeruch meiner Liebe zu verströmen, welcher euren Geist in der Tugend zu neuem Leben erwachen und erblühen lassen wird.

    33. Hört auf Mich, Jünger, damit ihr alte Glaubensvorstellungen aus eurem Verstande ausmerzt. Die Christenheit teilte sich in Glaubensgruppierungen auf, die sich untereinander nicht lieben, die ihre Brüder durch falsche Urteile demütigen, verachten und bedrohen. Ich sage euch, es sind Christen ohne Liebe, deswegen sind sie keine Christen, denn Christus ist Liebe.

    34. Manche stellen Jehova als alten Mann voll menschlicher Fehler dar, rachsüchtig, grausam und schrecklicher als der schlechteste eurer Richter auf Erden.

    35. Dies sage Ich euch nicht, damit ihr euch über jemanden lustig macht, sondern damit sich eure Vorstellung von der Göttlichen Liebe läutert. Ihr wisst jetzt nicht, auf welche Weise ihr Mich in eurer Vergangenheit angebetet habt.

    36. Übt euch im Stillesein, das dem Geist behilflich ist, seinen Gott finden zu können. Diese Stille ist wie ein Wissensquell, und alle, die in sie eingehen, werden mit der Klarheit meiner Weisheit erfüllt. Die Stille ist wie ein von unzerstörbaren Mauern umschlossener Ort, zu dem nur der Geist Zutritt hat. Der Mensch trägt beständig in seinem Innern das Wissen um den geheimen Ort, an welchem er sich mit Gott verbinden kann.

    37. Der Ort ist unwichtig, an dem ihr euch befindet, überall könnt ihr euch mit eurem Herrn verbinden, ob ihr auf dem Gipfel eines Berges seid oder euch in der Tiefe eines Tales befindet, in der Unruhe einer Stadt, im Frieden des Heimes oder inmitten eines Kampfes. Wenn ihr Mich im Innern eures Heiligtums in der tiefen Stille eurer Erhebung sucht, werden sich augenblicklich die Tore des universellen und unsichtbaren Tempels öffnen, damit ihr euch wirklich im Hause eures Vaters fühlt, das in jedem Geist vorhanden ist.

    38. Wenn der Schmerz der Prüfungen euch niederdrückt, und die Leiden des Lebens eure Gefühle zerstören, wenn ihr ein heißes Verlangen empfindet, ein wenig Frieden zu erlangen, so zieht euch in eure Schlafkammer zurück oder sucht die Stille, die Einsamkeit der Felder; dort richtet euren Geist empor, geführt durch das Gewissen, und versenkt euch. Die Stille ist das Reich des Geistes — ein Reich, das den körperlichen Augen unsichtbar ist.

    39. Im Augenblick des Eintretens in die geistige Verzückung erreicht man, dass die höheren Sinne erwachen, die Intuition sich einstellt, die Inspiration aufleuchtet, die Zukunft sich erahnen lässt und das geistige Leben das Entfernte klar erkennt und möglich macht, was zuvor unerreichbar schien.

    40. Wenn ihr in die Stille dieses Heiligtums, dieser Schatzkammer eintreten wollt, müsst ihr selbst den Weg bereiten, denn nur mit wahrer Reinheit werdet ihr in sie eindringen können.

    41. Dort gibt es Gaben und Aufgaben, die nur darauf gewartet haben, dass die Stunde eures Bereitseins kommt, um sich in eurem Geist niederzulassen und euch in Propheten und Meister zu verwandeln.

    42. In dieser Schatzkammer ist die ganze Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Wesen, dort ist das Manna des Geistes, das Brot des ewigen Lebens, von dem Ich euch durch Jesus sagte, dass „wer von ihm isst, niemals sterben wird“.

    43. Euer Geist hat sich beim Hören meines Wortes erquickt und hat eine Gelegenheit gefunden, seine Aufgabe unter diesem Volk von „Arbeitern“ zu erfüllen, das Ich heranbilde.

    44. Wie viele Kümmernisse vergesst ihr, während ihr euch dieser gesegneten Arbeit widmet, eure Geschwister zu beraten, zu „salben“ und zu trösten.

    45. Euer Geist hat sich gestärkt und der Körper ist genesen; denn Ich habe euch gesagt, dass derjenige, welcher Frieden und Heilbalsam gibt oder in irgendeiner ihrer zahllosen Formen Nächstenliebe übt, in sich das, was er gab, vervielfacht sehen wird.

    46. Auf diese Weise bringe Ich euch allmählich von den falschen Vergnügungen der Welt, vom Verderblichen ab, damit euer Herz rein und immer würdig ist, dass meine helfende Liebe durch dasselbe zu den Bedürftigen gelangt — damit ihr euch nicht wieder von der Schlechtigkeit anstecken lasst, die überall herrscht.

    47. Diese innere und äußere Reinheit bei meinen Jüngern ist wesentlich, denn nur so wird euch von euren Mitmenschen geglaubt werden, wenn ihr euch aufmacht, um diese Frohe Botschaft zu verbreiten. Nur wenn ihr ein heiles und reines Herz habt, werden ihm gute Werke entspringen können und euren Lippen Worte des Lichts.

    48. Auf eurem Wege werdet ihr Finsternis und Verwirrung vorfinden, und die einzige Kraft und Macht, die ihr haben werdet, um mit der Wahrheit den Betrug zu besiegen, wird gerade die Lauterkeit eurer Empfindungen sein, die Reinheit eurer Taten. Vergesst nicht: Auch wenn ihr euren Mitmenschen vorspiegeln könnt, die Wahrheit zu verkünden, ohne sie zu besitzen, werdet ihr Mich nicht täuschen können.

    49. Eure Umwandlung muss tief und wahrhaftig sein, bis zu einem solchen Grade, dass ihr es an der Vergeistigung bemerkt, mit der eure Kinder zur Welt kommen — diese neuen Generationen, welche eine Verheißung für die Menschheit sind: an Leib und Geist gesunde Menschen, nicht Sklaven der Versuchungen oder Opfer der Lügen ihrer Mitmenschen, sondern Wesen, die fähig sind, Mich in würdiger Form zu lieben und ihre Mitmenschen mit Wahrhaftigkeit zu lieben.

    Es naht die Zeit, in der die Feinde meiner Lehre sich anschicken, eure Schritte zu belauern, weil sie euren Samen zerstören wollen; aber Ich sage euch, wenn ihr ihn als euer heiliges Erbe hütet, wenn ihr über dem wacht, was Ich euch anvertraut habe, wird keine Macht zerstören können, was ihr mit Liebe und in meinem Namen in das Herz eurer Brüder sät.

    50. Bringt mein Wort zur Anwendung, predigt mit Taten, bezeugt mit guten Werken, Worten und Gedanken, dann wird euer Zeugnis meiner Unterweisung würdig sein.

    51. Wachend und betend sollt ihr diejenigen erwarten, welche euch früher oder später aufsuchen werden. Die Soldaten werden aus dem Kriege mit niedergedrücktem Herzen und schluchzendem Geist zurückkehren; die Machthaber werden ihre Irrtümer erkennen und öffentlich über ihre Vergehen weinen; und die nach Gerechtigkeit dürstenden und hungernden Menschenmengen werden diese Quellen geistigen Lichtes suchen, wo sie trinken können, bis ihr Verlangen nach Glauben, nach Frieden und Liebe gestillt ist.

    52. Mein Geist wacht über jedem Wesen, und Ich achte selbst auf den letzten eurer Gedanken.

    53. Wahrlich, Ich sage euch, Ich habe dort inmitten der Heere, die für irdische Ideologien und Machtansprüche kämpfen, in den Augenblicken der Ruhe friedliebende und gutwillige Menschen entdeckt, die mit Gewalt zu Soldaten gemacht worden waren. Ihren Herzen entringen sich Seufzer, wenn mein Name über ihre Lippen kommt, und Tränen rinnen über ihre Wangen bei der Erinnerung an ihre Angehörigen, an Eltern, Frauen, Kinder oder Geschwister. Dann schwingt sich ihr Geist zu Mir empor, ohne einen anderen Tempel als das Heiligtum ihres Glaubens, ohne einen anderen Altar als den ihrer Liebe, noch mit einem anderen Lichte als dem ihrer Hoffnung, im Verlangen nach Vergebung für die Vernichtungen, die sie unfreiwillig mit ihren Waffen verursacht haben. Sie suchen Mich, um Mich mit allen Kräften ihres Wesens zu bitten, dass ich ihnen erlaube, zu ihrem Heim zurückzukehren, oder dass Ich, wenn sie unter dem Schlag des Feindes fallen müssen, wenigstens mit meinem Mantel der Barmherzigkeit diejenigen bedecke, die sie auf der Erde zurücklassen.

    54. Alle, die in dieser Weise meine Vergebung suchen, segne Ich, denn sie haben keine Schuld am Töten; andere sind die Mörder, welche sich — wenn die Stunde ihres Gerichts gekommen ist — vor Mir für alles werden verantworten müssen, was sie mit den Menschenleben gemacht haben.

    55. Viele von ihnen, die den Frieden lieben, fragen sich, warum Ich zugelassen habe, dass sie sogar zu den Schlachtfeldern und Stätten des Todes geführt wurden. Darauf sage Ich euch: Wenn ihr menschlicher Verstand den Grund nicht zu begreifen vermag, der im Innersten all dessen vorhanden ist, so weiß doch ihr Geist, dass er eine Sühne erfüllt.

    56. Ich weiß auch von denen, welche, ihre Angehörigen vergessend, an alle Völker denken, um vor Schmerz zu weinen angesichts der Realität des falschen Christentums der Menschheit. Sie rufen Mich in ihren Gebeten an, in ihren geistigen Betrachtungen erinnern sie sich, dass es das Versprechen meiner Rückkehr gibt und dass sogar die Zeichen meiner Wiederkunft vorausgesagt wurden und geschrieben stehen. Sie tragen diese Worte in ihren Herzen und fragen Mich daher jeden Tag, wann meine Ankunft „im Osten und Westen“ sein wird, und überall suchen sie die Zeichen, ohne dass ihre Augen sie entdecken, und daher fühlen sie sich verwirrt.

    57. Sie wissen nicht, dass alle Zeichen schon stattgefunden haben und dass deshalb mein Geist seine neue Offenbarungsphase in dieser Zeit zu bekunden beginnt.

    58. Wie oft sind sie beim Hören meiner geistigen Stimme erwacht und haben gefragt: Wer hat mich gerufen?, ohne die Bedeutung meiner Botschaft zu verstehen. In andern Fällen war das Licht der Intuition in ihrem Verstande so klar, dass ihnen überraschende Taten gelangen, die sie mit Staunen erfüllten.

    59. Der heilende Balsam für den Verletzten oder den Todkranken sowie das Brot oder das Wasser haben sich auf wunderbare Weise eingestellt, und sie erfahren, wie der Friede und das Vertrauen sie geistig und körperlich in den Augenblicken größter Gefahr stärkt.

    60. Diese Ereignisse haben jene, die wachend und betend leben, innerlich ausrufen lassen: „Herr, sind diese offenkundigen Zeichen, die Du uns täglich gibst, nicht Beweise Deiner Gegenwart? Ist dies alles nicht Beweis, dass Dein Geist in dieser Zeit den unsern sucht, um sich als Meister dem Jünger oder als Vater dem Kinde mitzuteilen?“

    61. Ja, geliebte Jünger, es sind Beweise, dass mein Geist über dem euren schwingt und so in einer neuen Form mein Versprechen, zu den Menschen zurückzukommen, erfüllt.

    62. Die Zeichen, die euch meine neue Kundgebung anzeigten, sind schon in Erfüllung gegangen; ihr habt sie nicht gesehen, noch hattet ihr Nachricht von ihnen. Aber Ich sage euch: Fühlt ihr meine Gegenwart? Ahnt ihr das Kommen der neuen Zeit? Nährt sich euer Herz beim geistigen Gebet, und fühlt sich euer Geist gestärkt, wenn er sich vom Lichte des Gewissens führen lässt? Wenn es so ist — wozu braucht ihr dann materielle Zeichen, die euch meine Gegenwart anzeigen und Zeugnis geben von der Erfüllung der Weissagung? Überlasst es den Pharisäern und Schriftgelehrten dieser Zeit, Nachforschungen anzustellen. Lasst die Priesterfürsten aus Furcht vor meiner Gegenwart den Weltraum und die Erde auf der Suche nach den verheißenen Zeichen durchforschen. Für sie wurden sie gegeben, für die kleingläubigen Menschen — für die welche mit Vergeistigung prahlen und deren Herz und Geist härter als ein Fels sind. Für sie waren die Zeichen, welche die Natur wie Hornsignale gab, als meine geistige Kundgebung im Begriff war, ihr Licht über die Menschheit zu ergießen.

    63. In diesem Augenblicke des Gebetes, welcher der Gemeinschaft mit dem Vater geweiht ist — vergesset alle eure Sorgen, weist die Versuchungen von euch, die euren Geist von der Erfüllung meines Gesetzes abhalten könnten, befreit ihn von aller Unrast. Erlaubt in diesen erhabenen Augenblicken, dass euer Wille der göttliche Wille ist; überlasst euch der Liebe eures himmlischen Vaters. Dann wird es geschehen, dass ihr wie in der Zweiten Zeit die Werke Wirklichkeit werden seht, die ihr Wunder nennt.

    64. Wenn ihr euch in euren Gebeten von meinem Frieden durchdrungen fühlt, wird es das Zeichen sein, dass ihr in die Gemeinschaft mit meiner Göttlichkeit gekommen seid. Das Gewissen wird als strahlende Sonne in eurem Geist aufleuchten, und ihr werdet das Licht des Heiligen Geistes auf dem Altar eures Heiligtumes schauen. Alles werdet ihr in diesen Augenblicken durch die Liebe Gottes erleuchtet sehen.

    65. Die Schleier, die euch mangels eurer Zubereitung gehindert hatten, den Sinngehalt meiner Lehren zu verstehen, werden weggezogen sein, und ihr werdet im Innern des Ewigen Allerheiligsten die Schatzkammer des Herrn schauen, welche der Ursprung des Lebens ist und der die wahre Weisheit entströmt.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 21

    1. Jünger, ihr habt die Art zu beten vergessen, die Ich euch in der Zweiten Zeit lehrte, und Ich bin gekommen, euch an sie zu erinnern.

    2. Das Gebet soll für euch etwas Größeres und Machtvolleres sein, als die auswendig gelernten Worte zu wiederholen, mit denen ihr nichts erreicht, wenn ihr keine geistige Erhebung habt.

    3. Gewöhnt euch nicht an, nur mit Worten zu beten, betet mit dem Geiste. Auch sage Ich euch: Segnet mit dem Gebet, sendet Gedanken des Lichts zu euren Mitmenschen, bittet nichts für euch; erinnert euch: Wer sich mit dem Meinen befasst, wird Mich immer als Wächter über sich haben.

    4. Den Samen, den ihr mit Liebe sät, werdet ihr vielfältig zurückerhalten.

    5. Besucht und „salbt“ den Kranken, stärkt den Gefangenen, gebt Frieden dem, der seiner bedarf, und bringet Trost den geängstigten Herzen.

    6. Die Menschen haben die wahre Liebestätigkeit mit dem Materialismus verwechselt, der sich in allen ihren Handlungen zeigt, wobei sie eine der höchsten Empfindungen des Geistes vergessen haben. Ich habe euch mit Verachtung und sogar mit Ekel euren Brüdern, den Armen, einige Geldstücke geben sehen, und ihr gebt Geldstücke, weil ihr nichts im Herzen habt, um es zu geben. Wenn ihr sie wenigstens mit Liebe oder mit dem Wunsch, zu helfen, geben würdet; doch ihr gebt sie mit Hochmut, mit Prahlerei, und demütigt dabei den Notleidenden. Wenn ihr sie ohne Eitelkeit oder Widerwillen geben würdet, würde euer Geldstück zum Teil den Durst dieser Geistwesen nach Liebe lindern, die dabei sind, ihre Schuld voll und ganz zu sühnen.

    7. Denen, welche Wohltätigkeit so verstehen und mit diesen unvollkommenen Werken die Stimme ihres Gewissens zum Schweigen zu bringen versuchen und Mich glauben machen wollen, dass sie eine meiner höchsten Weisungen erfüllen, sage Ich: Zieht euch in eure Kammer zurück und besprecht euch in eurem Gebet mit Mir, damit ihr bei dieser Zwiesprache, an die ihr vorläufig nicht gewöhnt seid, in eurem Innern einen Funken von Güte und von Dankbarkeit gegenüber dem Vater empfindet und, das Leid eurer Mitmenschen fühlend, für sie bittet, auch wenn ihr dies nur für eure Angehörigen tut, was schon ein Schritt hin zur Vergeistigung wäre.

    8. Noch kann Ich nicht von allen Menschen Aufopferung und Hilfsbereitschaft zugunsten anderer oder wahre Liebe zum Nächsten verlangen; aber von euch, Jünger und Schüler, die ihr von Tag zu Tag diese Stimme hört, welche eure Gefühle liebevoller macht, erwarte Ich doch Werke, die Meiner und eurer würdig sind.

    9. Wenn ihr liebt, werden euch die übrigen Wohltaten noch obendrein zufallen.

    10. Die Liebe wird euch die Weisheit geben, die Wahrheit zu verstehen, die andere auf den holprigen Wegen der Wissenschaft vergeblich suchen.

    11. Erlaubt, dass der Meister euch bei allen Handlungen, Worten und Gedanken führt. Bereitet euch zu nach seinem gütigen und liebevollen Vorbild, dann werdet ihr die Göttliche Liebe offenbaren. So werdet ihr euch Gott nahe fühlen, weil ihr im Einklang mit Ihm sein werdet.

    12. Wenn ihr liebt, wird es euch gelingen, sanft zu sein, wie Jesus es war.

    13. Wenn ihr liebt, werdet ihr keine materiellen Kulte oder Riten nötig haben, weil ihr das Licht haben werdet, das euren inneren Tempel erleuchtet, an dem sich die Wogen aller Stürme brechen werden, die euch peitschen könnten, und das die Unwissenheit der Menschheit beseitigt.

    14. Entweiht nicht länger das Göttliche, denn wahrlich, Ich sage euch, groß ist die Gefühllosigkeit, mit der ihr euch vor Gott zeigt, wenn ihr diese äußerlichen Kulthandlungen vollzieht, die ihr von euren Vorfahren übernommen habt, und in denen ihr fanatisch geworden seid.

    15. Die Menschheit sah Jesus leiden, und seine Lehre und sein Zeugnis wird von euch geglaubt. Wozu Ihn weiterhin in euren Skulpturen kreuzigen? Genügen euch die Jahrhunderte nicht, die ihr damit verbracht habt, Ihn als Opfer eurer Böswilligkeit zur Schau zu stellen?

    16. Statt Meiner in den Martern und im Todeskampfe Jesu zu gedenken — warum gedenkt ihr nicht meiner Auferstehung voll Licht und Herrlichkeit?

    17. Es gibt manche, die beim Anblick eurer Bilder, die Mich in der Gestalt Jesu am Kreuze darstellen, zuweilen geglaubt haben, dass es sich um einen schwächlichen, feigen oder furchtsamen Menschen handelte, ohne daran zu denken, dass Ich Geist bin und das, was ihr Opferung nennt, und was Ich Liebespflicht nenne, zum Vorbild für die ganze Menschheit erlitten habe.

    18. Wenn ihr darüber nachdenkt, dass Ich eins war mit dem Vater, so denkt daran, dass es keine Waffen, noch Gewalten, noch Foltern gab, die Mich hätten beugen können; doch wenn Ich als Mensch litt, blutete und starb, so geschah es, um euch mein erhabenes Vorbild der Demut zu geben.

    19. Die Menschen haben die Größe jener Lektion nicht begriffen, und überall errichten sie das Bild des Gekreuzigten, das eine Schande für diese Menschheit darstellt, welche Ihn — ohne Liebe und Achtung für Jenen, den sie zu lieben behauptet — fort und fort kreuzigt und täglich verwundet, indem die Menschen das Herz eurer Mitmenschen verletzen, für welche der Meister sein Leben gab.

    20. O meine Kinder aller Glaubensbekenntnisse, ertötet nicht die edelsten Empfindungen des Geistes und versucht auch nicht, ihn mit äußerlichen Bräuchen und Kulten abzufinden. Seht: Wenn eine Mutter ihrem geliebten, kleinen Kinde nichts Materielles anzubieten hat, drückt sie es an ihr Herz, segnet es mit all ihrer Liebe, bedeckt es mit Küssen, blickt es liebevoll an, badet es mit ihren Tränen, doch niemals versucht sie, es mit leeren Liebesgesten zu betrügen.

    21. Wie kommt ihr auf den Gedanken, dass Ich, der Göttliche Meister gutheiße, dass ihr euch mit den Kulthandlungen zufrieden gebt, die bar jedes geistigen Wertes, jeder Wahrheit und Liebe sind, mit denen ihr euren Geist zu betrügen versucht, indem ihr ihn glauben macht, er habe sich genährt, wenn er in Wirklichkeit immer unwissender bezüglich der Wahrheit wird.

    22. Lernet, einander zu lieben, zu segnen, zu vergeben, sanft und liebevoll, gut und edel zu sein, und begreift, dass, wenn ihr dies nicht tut, sich in eurem Leben die Werke Christi, eures Meisters, nicht im geringsten widerspiegeln werden.

    23. Ich spreche zu allen und fordere euch alle auf, die Fehler zu beseitigen, die euch während so vieler Jahrhunderte in eurer Entwicklung aufgehalten haben.

    24. Nehmt als Schild die Liebe und ergreift als Schwert die Wahrheit, dann werdet ihr bald den Weg finden. Fürchtet euch nicht, Sämänner der Liebe zu sein; denn Pilatus und Kaiphas sind nicht mehr auf der Welt, um meine Jünger zu richten. Kleine Kalvarienberge werdet ihr auf eurem Lebenswege antreffen, doch erduldet sie und lasst eine Spur von Mut, Gleichmut und Glauben zurück.

    25. Christus gab euch sein Vorbild, denn Er ist und wird fernerhin in Geist und Wahrheit der Ewige Meister sein.

    26. Der Geist der Wahrheit und des Trostes ist derselbe Geist Gottes, wie der, welcher im liebevollen Jesus lebte, welcher unter den Menschen wohnte, und welcher in euch leben wird, wenn ihr zu lieben versteht, wie Er euch lehrte.

    27. Ihr, die ihr meine neuen Jünger seid, höret: Schon in der Zweiten Zeit sprach Ich zu euch mit größter Klarheit über Mich, um euch zu ersparen, in Versuchung und Irrtümer zu fallen. Als Ich euch sagte: „Der Vater und Ich sind eins“ wollte Ich euch damit sagen, dass ihr in meiner Liebe zu euch, in meinem Worte und in jedem meiner Werke die Gegenwart des Vaters besäßet. Trotzdem sind die Religionen, die später auf jener Lehre fußend gegründet wurden, dem Materialismus verfallen, indem sie Figuren machten, in denen sie die Gestalt Jesu darstellten und ihn durch dieselben anbeteten, wobei sie vergaßen, dass Christus Kraft und Geist ist.

    28. Wenn Ich gewünscht hätte, dass ihr Mich in der Gestalt Jesu anbeten solltet, hätte Ich euch seinen Körper zurückgelassen, damit ihr ihn verehren könntet; doch da Ich nach Vollendung seiner Aufgabe jenen Körper verschwinden ließ — weshalb beten die Menschen ihn dann an?

    Ich offenbarte euch, dass mein Reich nicht irdisch ist; aber dennoch wollen die Menschen Mich noch auf der Erde zurückhalten und bieten Mir die Reichtümer und die Macht eines Reiches an, das vergänglich und begrenzt ist.

    29. Zwei Naturen gab es in Jesus: eine materielle, menschliche, durch meinen Willen im jungfräulichen Schoße Marias geschaffen, welche Ich den Menschensohn nannte, und die andere, göttliche — der Geist, welcher der Sohn Gottes genannt wurde. In dieser war „Das Göttliche Wort“ des Vaters, das in Jesus sprach; die andere war nur materiell und sichtbar.

    30. Als Ich vom Hohepriester Kaiphas verhört wurde, und er zu Mir sagte: „Ich beschwöre Dich, dass Du mir sagst, ob Du Christus bist, der Messias, der Sohn Gottes“, da antwortete Ich ihm: „Du hast es gesagt“.

    31. Meinen Aposteln hatte Ich angekündigt, dass Ich zum Vater zurückkehren würde, von dem Ich gekommen war. Dabei bezog Ich Mich auf den Göttlichen Geist, der sich in dem gesegneten Körper Jesu begrenzte. Doch als Ich meinen Jüngern voraussagte, dass der Menschensohn ausgeliefert und gekreuzigt würde, nahm Ich nur auf den materiellen Teil Bezug; den Geist zu kreuzigen oder zu töten wäre nicht möglich, weil er unsterblich ist und über allem Geschaffenen steht.

    32. Wenn Ich euch sagte, dass Ich mein Gesetz in euer Herz, in euren Geist prägen und Ich in euch herrschen würde, nahm Ich Bezug auf meine Weisheit, auf mein ewiges Wesen. Ihr müsst verstehen, dass nicht Jesus es ist, der in euer Herz Einzug hält, sondern Christus, das Ewige Wort — Jener, welcher durch den Mund des Propheten Jesaja als das Opferlamm angekündigt war.

    33. Als Mensch war Jesus euer Ideal und die Verwirklichung der Vollkommenheit; damit ihr in Ihm ein der Nachfolge würdiges Vorbild hättet, wollte Ich euch das lehren, was der Mensch sein muss, um seinem Gott ähnlich zu werden.

    34. Es ist ein Gott, und Christus ist eins mit Ihm, weil Er „Das Wort“ der Gottheit ist — der einzige Weg, durch den ihr zum Vater alles Geschaffenen gelangen könnt.

    35. Mein Same ist in jeden Geist der Menschheit gesät, und der Tag wird kommen, an dem ihr aufsteigen könnt, bis ihr eurem Meister ähnlich seid.

    36. Der Geist der Wahrheit ist die Göttliche Weisheit, welche die Geheimnisse aufklärt, und sie ist — in Erfüllung meines der Menschheit gegebenen Versprechens — zu den Menschen gekommen. Ihr lebt in dem Zeitabschnitt, in dem diese Kundgebungen stattfinden mussten, weil ihr geistig vorbereitet wart, sie zu empfangen.

    37. Erkennet, dass die Übel, die heute die Menschheit quälen, vom Fehlen der Erfüllung meines Gesetzes herrühren, und weil die Menschen den Göttlichen Lehren und Offenbarungen eine materielle Deutung gegeben haben. Mit diesen Irrtümern — wie hätten sie sich da ihrer geistigen Natur und der göttlichen Liebesbande bewusst werden sollen, welche die ganze Menschheit mit ihrem Schöpfer verbinden? Daher kommt eure Selbstsucht, kommen eure Kriege und euer Hang zu materiellen Genüssen.

    38. Der Geist Gottes ist wie ein unendlich großer Baum, bei dem die Äste, die Welten und die Blätter die Wesen sind. Da es ein- und derselbe Pflanzensaft ist, der durch den Stamm zu allen Zweigen und von diesen zu den Blättern strömt — glaubt ihr da nicht, dass es etwas Ewiges und Heiliges gibt, das euch alle untereinander verbindet und euch mit dem Schöpfer vereint?

    39. Kurz ist euer Gang durch die Welt; doch ist es notwendig, dass ihr eure Aufgabe vor dem Abscheiden aus diesem Leben erfüllt, damit es euch gelingt, im Jenseits höhere Heimstätten für den Geist zu bewohnen.

    40. Geist und Körper sind verschiedener Natur, aus ihnen besteht euer Wesen, und über beiden steht das Gewissen. Das erstere ist Tochter des Lichts, das zweite entstammt der Erde, ist Materie; beide sind in einem einzigen Wesen vereint und kämpfen miteinander, geführt durch das Gewissen, in welchem ihr die Gegenwart Gottes habt. Dieser Kampf hat bis heute ständig stattgefunden, aber zuletzt werden eist und Körper in Harmonie die Aufgabe erfüllen, die mein Gesetz jedem von beiden zuweist.

    41. Ihr könnt euch den Geist auch so vorstellen, als ob er eine Pflanze wäre, und den Körper als die Erde. Der Geist, der in die Materie gepflanzt wurde, wächst, richtet sich empor, wobei er sich von den Prüfungen und Lehren nährt, die er während seines menschlichen Lebens erhält.

    42. Ich lehre euch, euren Geist von Grund auf kennenzulernen, denn diese riesige Woge des Materialismus, welche gegen die Menschheit angerollt ist, wird unermessliche geistige Bedürfnisse schaffen, und es ist notwendig, dass auf der Welt eine Quelle des Lichtes vorhanden ist, wo die danach Schmachtenden ihr Verlangen stillen können.

    43. Wie viele und entsetzliche Kriege erwarten die Menschheit, viel schreckensvoller als die, welche vergangen sind; in denen die Wut der entfesselten Naturkräfte sich mit dem Getöse eurer Waffen mischen wird. Die Welt wird zu klein sein, um in ihrem Schoße eine so große Zerstörung zu bergen. All dies wird zur Folge haben, dass die Menschen, wenn sie den Höhepunkt ihres Schmerzes und ihrer Verzweiflung erreicht haben, sich inständig bittend an den wahren Gott wenden — zu dem sie auf dem Wege der Liebe nicht kommen wollten — um seinen göttlichen Frieden zu erbitten. Dann werde Ich, Christus, Das Wort, in den Herzen auferstehen, denn diese Zeit wird der Dritte Tag sein, an dem Ich mein Versprechen der Errettung einlösen werde, wenn Ich den Tempel aufbaue, wie Ich es euch verheißen habe.

    44. Wie der Engel, der sich auf dem Grabe Jesu niederließ, wird mein Göttlicher Geist herabkommen, um die Grabplatte zu heben, die euer Herz verschließt, damit mein Licht das Innerste des menschlichen Wesens erleuchtet.

    45. Dies wird der geistige Tagesanbruch sein, von dem ihr Zeugen sein werdet. Aber mein Same und die Frohe Botschaft werden sich ausbreiten; denn die Zeit des Kampfes naht, und meine Kinder müssen vorbereitet sein. Doch wisset schon jetzt, dass es in diesem Kampfe kein Zaudern geben wird, er wird bis zum Ende geführt, an dem das Licht über die Finsternisse der Menschheit triumphieren wird.

    46. Hört aufmerksam zu, Jünger, damit ihr, denen Ich so viele Geheimnisse erklärt habe, nicht die Schlüssel verliert, die Ich euch anvertraut habe, um das Buch meiner Weisheit zu öffnen. Fühlt den Frieden, damit ihr ihn eurer Umgebung fühlbar machen könnt.

    47. Allein durch die ruhige und reine Erhebung eures Geistes wird es euch gelingen, ein Sämann der Vergeistigung zu sein.

    48. Inmitten aller Wechselfälle eures irdischen Lebens werdet ihr viele Wunder vollbringen können, wenn ihr in eurem Geist die Gabe des Friedens, den euch meine Liebe schenkt, wahrhaft besitzt; wenn ihr ihn jedoch nicht in euch habt, werdet ihr sehr wenige Werke tun können, die Meiner würdig sind.

    49. Empfanget meine Unterweisung ohne Unruhe, friedvoll; schaut Mich mit der Feinfühligkeit eurer Empfindungen und fühlt Mich mit Zärtlichkeit, wie die kleinen Kinder ihre liebevolle Mutter fühlen. Nur so werdet ihr in der Lage sein, die Lichtflut zu empfangen und zu nutzen, die meinen Unterweisungen entströmt.

    50. Lernet, in den Bereich innersten Friedens einzudringen, den euch die Augenblicke bescheren, in denen ihr bei Mir seid, und vergesst eure Leiden und Probleme, damit ihr euch an meiner Liebe stärkt.

    51. Seid stark, damit ihr den Prüfungen standhaltet, und betet für die Menschheit, die erregt ist und leidet wie ihr; doch wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr das Kommen meines Friedens fühlt, werdet ihr wahrnehmen, dass dieser Friede auf alle herabgekommen ist.

    52. Ihr fragt Mich, warum ihr bei vielen Gelegenheiten — um eine Gnade von Mir zu empfangen — zuvor unter einer Prüfung Tränen vergießen müsst. Doch Ich sage euch: Da jeder von euch wie ein Baum ist, habt ihr zuweilen so kranke oder dürre Äste, dass das Beschneiden notwendig ist, damit es gute Früchte gibt, und diese Schnitte müssen euch Schmerz verursachen.

    53. Zuweilen geht dieser Schnitt sogar bis an die Wurzeln, um die Übel zu zerstören, die euren Geist angesteckt haben.

    54. Für den Augenblick weint ihr, doch verzweifelt nicht, denn nach dem Schmerz kommt die wahre Gesundheit.

    55. Wenn Ich euch vom bösen Wege abbringe, tue Ich es mit großer Barmherzigkeit und Liebe, auch wenn ihr für den Augenblick meine vollkommenen Ratschlüsse nicht versteht. Ich bezwinge in euch die Krankheit und wandle sie um in Gesundheit und Freude; auf diese Weise bringe Ich den Vermaterialisierten, den Verwirrten, den vom Pfade des Guten Abgeirrten langsam auf den rechten Weg.

    56. Als sie Jesus kreuzigten, vergab Er seinen Henkern liebevoll und gab ihnen das Leben, indem Er seinen Vater um ihre Rettung bat; mit seinen Worten und auch mit seinem Schweigen schenkte Er ihnen die Vergebung, und diese Beweise unendlicher Liebe zur Menschheit waren und werden ewig wie unerschöpfliche Quellen sein, an denen sich die Menschen für ihre edelsten Taten von Vergebung und Liebe inspirieren werden.

    57. Heute wie gestern gebe Ich euch aus diesem Wahrheits- und Lebensquell zu trinken, um euch von euren Stürzen aufzurichten und euren Weg zu erhellen, damit ihr die Prüfungen auf eurem Gang durch diese Welt ertragt, und diese als eine Stufe dient, um zu der Heimat aufzusteigen, in der ihr den höchsten Frieden kennenlernen werdet.

    58. Fürchtet nichts von eurem Schöpfer; dagegen umso mehr von euch selbst, wenn euer Geist sich nicht auf dem durch mein Gesetz vorgezeichneten Wege befindet.

    59. Sucht den Pfad, den Jesus euch wies, damit ihr euren Leidenskelch abwendet. Wenn ihr euch verirrt oder freiwillig eure Ankunft im Reiche des Friedens verzögert, wird dies eintreten, weil ihr es so wollt, doch nicht, weil es mein Wille ist.

    60. Lasst zu, dass Ich euch führe, damit ihr mit meiner Unterstützung die Unterweisungen auslegt, die euch das „Buch des Lebens“ anbietet, und etwas begreift von der Zukunft, welche die Menschheit erwartet.

    61. Fürchtet nicht Könige oder Herren noch jemanden, der irgendeinen Titel oder Macht zur Schau trägt, denn nichts wird sich dem widersetzen können, was durch den Vater angeordnet ist.

    62. Ich habe mein Licht kundgetan, umgewandelt in das Wort, das ihr wenigen gehört habt und das durch Schriften und Zeugnisse alle kennenlernen werden.

    63. Ich habe euch gesagt, dass Ich der große Streiter bin, dessen Schwert mit der Absicht zu kämpfen kommt; doch begreift, dass Ich keine Kriege unter den Menschen hervorrufe wie diejenigen, welche ihr immer habt; mein Krieg ist der von Ideen, von Überzeugungen, in welchen die Wahrheit, die Liebe, die Vernunft, die Gerechtigkeit und die wahre Weisheit erstrahlen.

    64. Aber wenn der Kampf am heftigsten ist und der Mensch zu begreifen beginnt, dass diese Botschaften göttliche Inspirationen sind, Funken der Liebe Gottes, die nur den Frieden unter den Menschen sucht, dann wird er Antriebe verspüren, sie in Anwendung zu bringen, sie alle zu lehren, die sie nicht kennen, und dann wird er meine Lehre aufgreifen, um das Übel auszurotten, das euch euer Ungehorsam verursacht hat.

    65. Über das, was ihr vom geschriebenen Worte lernt und erforscht, werde Ich meine Inspiration ausgießen, damit ihr die Unterweisung erweitert, die ihr euren Mitmenschen gebt.

    66. Wenn unter den Menschen jene zu erscheinen beginnen, welche — gleichmütig gegenüber der Beleidigung — den lieben und dem vergeben, der sie verletzt hat, und mit Liebe Gott segnen, weil Er sie mit seinen vollkommenen Lehren in lebende Vorbilder wie Jesus verwandelte, dann werdet ihr am Beginn der Herrschaft Christi im Herzen der Menschen stehen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 20

    1. Das Buch meines Wortes ist das Buch der göttlichen und wahren Liebe; in ihm werdet ihr die unveränderliche Wahrheit finden. Greift zu ihm, und ihr werdet die Weisheit finden, die euch hilft, euch zu entwickeln und den Frieden in der Ewigkeit zu erlangen. Vergehen wird sich, wer seinen Sinngehalt verfälscht oder verändert, und derjenige wird mein Gesetz schwerwiegend verletzen, welcher ein einziges Wort weglässt oder hinzufügt, das nicht im Einklang mit meiner vollkommenen Lehre ist.

    2. Erhaltet dies Wort in seiner ursprünglichen Reinheit, denn es ist das schönste Erbe, das Ich dem Menschen hinterlassen werde. Schreibt meine Unterweisung nieder und macht sie euren Mitmenschen bekannt; bewahrt sie treulich, denn ihr seid verantwortlich für dieses Erbe.

    3. Morgen wird der Mensch in ihr den Wesenskern meiner Offenbarung finden, welche ihn mit dem Lichte ihrer Lehren auf den Weg der Wahrheit führen wird.

    4. Von Eltern auf die Kinder werden diese Schriften vermacht werden als ein Quell lebendigen Wassers, dessen Strom unerschöpflich hervorquellen und von Herz zu Herzen gehen wird. Studiert im großen Buch des Lebens, dem Buche der Vergeistigung, das euch die göttlichen Offenbarungen erklären wird, die ihr über die Zeiten hin erhalten habt.

    5. Habe Ich euch nicht verheißen, dass jede Erkenntnis in ihrer ursprünglichen Wahrheit wiederhergestellt würde? Denn dies ist die Zeit, die euch angekündigt wurde.

    6. In Wahrheit sage Ich euch: Wer über die Unterweisungen meines Buches nachdenkt und sie ergründet mit wahrhaftem Verlangen, seine Erkenntnisse zu erhöhen, wird für seinen Geist das Licht gewinnen und Mich näher bei sich fühlen.

    7. Die Mythen von früher und die von heute werden fallen; alles Mittelmäßige und Falsche wird stürzen; denn der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr euch nicht mehr von Unvollkommenheiten nähren könnt, und dann wird sich der Geist auf der Suche nach der Wahrheit aufmachen, damit diese ihm als einzige Nahrung dient.

    8. In diesen Unterweisungen wird die Menschheit den Wesenskern meiner Offenbarungen finden, den sie bis heute aus Mangel an Vergeistigung nicht verstanden hat. Seit den alten Zeiten habe Ich ihn euch durch meine Gesandten, Boten und Dolmetscher anvertraut, doch er hat euch nur dazu gedient, Mythen und Traditionen aus ihm zu bilden. Überdenkt und studiert diese Belehrung mit Ehrfurcht und Liebe, wenn ihr euch Jahrhunderte von Verwirrung und Leid ersparen wollt. Doch bedenkt, dass ihr eure Aufgabe nicht erfüllen werdet, wenn ihr euch nur mit dem Besitz des Buches begnügt; nein, es soll euch wachrütteln und lehren, wenn ihr wahrhaft meine Jünger sein wollt. Lehrt mit dem Vorbild, der Liebe und der Hilfsbereitschaft, die Ich euch gezeigt habe.

    9. Bereitet euch vor durch das Lesen dieses von Mir diktierten Buches und entschließt euch, mit euren Taten, durch gütige Worte, durch gute Werke, mit Blicken wahrer Barmherzigkeit und Liebe zu lehren.

    10. Diese Zeit meiner Verbindung mit euch wird für euren Geist unvergesslich sein; in ihm wird die unauslöschliche Spur meiner Worte bleiben, so wie in ihm auch die Erinnerung an meine vergangenen Unterweisungen geblieben ist.

    11. Geliebte Jünger, lernt mit eurer geistigen Empfindungsfähigkeit den göttlichen Sinn zu erfassen, der in meinem Wort enthalten ist, dann werdet ihr, wenn ihr ihm folgt, niemals vom wahren Wege abirren.

    12. Wehe dem, der mein Wort nach seinem Gutdünken auslegt, denn dafür wird er Mir verantwortlich sein.

    13. Auf der Erde haben sich viele Menschen der Verfälschung der Wahrheit gewidmet, ohne sich der Verantwortung bewusst zu sein, die sie als Mitarbeiter im Liebeswerke des Vaters haben. In dieser Gerichtszeit, die viele nicht kennen, weil sie die Geschehnisse, die sie erleben, nicht zu deuten wissen, ist das Gericht in jedem Geist und fordert während seiner Pilgerschaft auf dieser Welt Rechenschaft von ihm über seine Werke innerhalb und außerhalb des Gesetzes der Liebe.

    14. Wer in diesen Schriften den Sinngehalt meiner Offenbarungen, die durch Inspiration gegeben wurden, verändern sollte, wird für sein Tun vor Mir verantwortlich sein. Deshalb müsst ihr redlich vorgehen, denn diese Unterweisungen sind mein Liebesvermächtnis für meine Kinder, welche, ob inkarniert oder im Geiste, in Erwartung ausführlicherer Unterweisungen sind.

    15. Die geistige Botschaft, die ihr hört, ist das himmlische Licht, das sich durch menschliche Werkzeuge manifestiert, welche es im Zustand der Verzückung wahrnehmen. Wenn ihr nicht glaubt, dass es Christus ist, der sich geistig in dieser Form kundtut, so gebt Mir den Namen, den ihr wollt; doch fühlt das Wesen des Wortes, das diesen Lippen entströmt. Nur so werdet ihr einsehen, dass Jener, der euch so liebevoll auf den Weg des Friedens und des Guten ruft, kein anderer als Christus sein kann, den ihr zu Recht den Göttlichen Meister nennt.

    16. Später werdet ihr verstehen, dass ebenso, wie Ich Gedanken sende, welche für das ganze Universum Lichtblitze sind, auch ihr von der geistigen Stufe der Vervollkommnung aus, auf der ihr euch befindet, eure Liebe zu den Gedanken und zum Geist eurer Brüder als eine geistige Botschaft gelangen lassen könnt.

    17. Sättigt euch mit Liebe, empfindet sie geistig, damit ihr sie euren Nächsten bekunden könnt. Bleibt nicht gleichgültig gegenüber meinen Lehren, damit ihr nicht noch einmal unter den Menschen, denen Glaube und Vergeistigung fehlt, in Verwirrung geratet.

    18. Ich gebe euch eine Unterweisung ähnlich jener, die Ich euch in den vergangenen Zeiten brachte, damit ihr durch sie euch selbst erkennt und wisst, wer ihr seid und zu welchem Zweck ihr geschaffen worden seid. Dies wird der sicherste Schritt sein, den ihr tun könnt, um Mich kennenzulernen. Darum frage Ich euch: Wie wollt ihr den Vater erkennen, wenn ihr nicht einmal euch selbst erkannt habt?

    19. Ich bin Das, was ihr noch immer nicht in seiner ganzen Fülle begreifen könnt, denn noch wohnt ihr im Fleische und erfüllt meine Gebote nicht. Ihr seid der Materie unterworfen, und da ihr in derselben einen begrenzten Verstand habt, erforscht ihr Mich eurem Materialismus gemäß. Hört auf, Mich außerhalb des Pfades zu studieren, den euch mein Gesetz vorzeichnet, denn dies wird nur dazu dienen, dass ihr vom Wege abkommt. Erkennt euch stattdessen selbst, indem ihr einander liebt; studiert die göttlichen Kundgebungen, welche über die Zeiten hin meine vollkommene Lehre bilden. Versucht nicht, Mich mit den armseligen und spärlichen Erkenntnissen zu suchen, die ihr gegenwärtig besitzt, denn damit werdet ihr in Verwirrung geraten.

    20. Wisset, dass der natürliche Zustand des Menschen der der Güte, des geistigen Friedens und der Harmonie mit allem ist, was ihn umgibt. Wer in der Ausübung dieser Tugenden während des Lebens beständig bleibt, der geht auf dem wahren Weg, der ihn zur Erkenntnis Gottes führen wird. Doch wenn ihr euch von diesem Pfad entfernt und das Gesetz vergesst, das eure Handlungen lenken soll, werdet ihr unter Tränen die Augenblicke wiedergutmachen müssen, die ihr fern dem Wege geistiger Erhebung gelebt habt, welche der natürliche Zustand ist, in dem der Mensch immer verbleiben soll.

    21. Ihr fühlt keine Liebe zu euren Nächsten, und deshalb quält euch dauernd der Schmerz. Ihr habt mein Gebot vergessen, das euch sagt: „Liebet einander“, welches euch die größte aller Weisheiten lehrt.

    Wohin, o Menschen, hat euch euer Forschen über Gott geführt? — Zum brudermörderischen Krieg, zum Chaos; da habt ihr die Folgen eures Irrtums. Heute reinigt ihr eure Verfehlungen mit eurem Blut, mit Tränen und Verzweiflung. So sieht euch mein Geist. Wendet euch daher vom Verderblichen ab, erfüllt mein Gesetz, erkennt euch unter Brüdern, und in der Harmonie eures gegenseitigen Verstehens und eurer Liebe werdet ihr euren Herrn erkennen.

    22. Denkt gründlich nach über meine Unterweisungen, die klar und einfach sind; doch versucht nicht, zuerst das Unendliche zu ergründen, denn ihr werdet euch irren.

    23. Wie könnt ihr sagen, dass ihr euren Gott liebt, wenn ihr Ihn nicht zuvor in euren Mitmenschen geliebt habt? Empfindet in euren Herzen die Güte dieses Wortes, Jünger — bedenkt, dass seine Essenz die meine ist, die Wahrheit und auch die Liebe. Das Wort und die Niederschrift sind euer, sind Menschenwerk. Deutet und erklärt das eine wie das andere, dann werden eure Folgerungen tief, sicher und richtig sein.

    24. Genest von eurer Vermaterialisierung, indem ihr meinem Worte den Heilbalsam entnehmt. Erkennt, wie zwischen den Seiten eures Buches noch meine Ausstrahlung und meine Liebkosung vorhanden sind!

    25. Teilet mit denen, die dieses Brotes des ewigen Lebens bedürfen, das ihr heute in meinem Worte empfangt, und unterlasst morgen nicht, es durch die Lektüre dieser Unterweisungen den Geistwesen anzubieten, die wegen ihrer geringen Entwicklung ohne Hoffnung auf Erlösung sind. Habt Mitleid mit denen, die leiden.

    26. Säet mein Liebeswort in eure Mitmenschen; mit Liebe in euren Herzen ist es unmöglich, dass ihr euch vergeht. Wenn ihr diesen göttlichen Schatz zu bewahren versteht, werdet ihr euch viele Leiden ersparen und in eurer Entwicklung Fortschritte machen, o geliebte Jünger, wobei ihr euren Mitmenschen bei deren Annäherung an Mich helft.

    27. Unter der Menschheit sind solche, die sich durch den Schmerz geläutert haben und mit Sehnsucht meine Friedensbotschaft von euch erwarten. Ich habe euch gesagt, dass die Zahl der für diese schwierige Aufgabe gekennzeichneten Geistwesen unendlich ist, ihr könnt sie nicht berechnen noch euch vorstellen. Lasst diesen Liebessamen in allen zurück.

    28. Ihr alle bewegt euch auf der Stufenleiter geistiger Vervollkommnung; einige haben die Entwicklung erreicht, die ihr derzeit noch nicht fassen könnt, andere kommen nach euch.

    29. Die großen Geistwesen, groß durch ihren Kampf, durch ihre Liebe, durch ihre Anstrengung, suchen die Harmonie mit ihren kleinen Geschwistern, mit den fernstehenden, den nachlässigen; ihre Aufgaben sind edel und hoch, ihre Liebe zu meiner Göttlichkeit und zu euch ist ebenfalls sehr groß.

    30. Diese Geistwesen wissen, dass sie für die Tätigkeit, für die Höherentwicklung geschaffen wurden; sie wissen, dass es für die Kinder Gottes keine Untätigkeit gibt. In der Schöpfung ist alles Leben, Bewegung, Gleichgewicht, Harmonie; und daher arbeiten diese unzähligen Wesen, strengen sich an und freuen sich in ihrem Kampfe — in der Erkenntnis, dass sie auf diese Weise ihren Herrn verherrlichen und dem Fortschritt und der Vervollkommnung ihrer Nächsten dienen.

    31. Heute, da ihr euch abseits des Weges befindet, den euch mein Gesetz kennzeichnet, kennt ihr nicht den Einfluss, den diese eure Geschwister auf euch ausüben; doch wenn ihr die Empfindsamkeit besitzt, um diese Ausstrahlungen, Eingebungen und Botschaften, die sie euch senden, wahrzunehmen, werdet ihr eine Ahnung von der Unzahl von Beschäftigungen und edlen Werken haben, denen sie ihr Dasein weihen.

    32. Ihr müsst wissen, dass jene Geistwesen in ihrer Liebe und Achtung vor den Gesetzen des Schöpfers niemals nehmen, was ihnen nicht zusteht, noch das Verbotene anrühren oder dort eindringen, wo sie wissen, dass sie es nicht dürfen, um nicht die Grundbestandteile der Schöpfung in Disharmonie zu bringen.

    33. Wie anders machen es die Menschen auf der Erde, die in ihrem Trachten, groß und mächtig in der Welt zu sein, ohne den geringsten Respekt gegenüber meinen Lehren mit dem Schlüssel der Wissenschaft die zerstörerischen Naturkräfte suchen, die Tore zu unbekannten Kräften öffnen und auf diese Weise die Harmonie in der Natur, die sie umgibt, zerstören!

    34. Wann wird der Mensch sich aufnahmefähig zu machen verstehen, um den weisen Rat der Geistigen Welt zu hören und sich auf diese Weise von deren Eingebungen leiten zu lassen?

    35. Wahrlich, Ich sage euch, dies würde genügen, euch auf sicherem Weg auf den Gipfel des Berges zu bringen, der euch zukommt; dort würdet ihr vor euch einen geraden und lichtvollen Pfad erblicken, den die Geistwesen zurückgelegt haben, welche jetzt nur dazu da sind, euch Gutes zu erweisen und euch in eurer Mühsal beizustehen, wobei sie euch Schritt für Schritt dem Ende des Weges näherbringen, wo euer Vater euch alle erwartet.

    36. Da Ich zu euch über die Güte und geistige Höhe jener Wesen gesprochen habe, muss Ich euch sagen, dass sie, wie ihr, auch von Anfang an die Gabe Willensfreiheit hatten, das heißt wahre und heilige Freiheit des Handelns, was Beweis der Liebe des Schöpfers zu seinen Kindern ist.

    37. Was würde aus dem Geist, wenn er seiner Willensfreiheit beraubt wäre? — In erster Linie wäre er nicht Geist, und deshalb wäre er kein Geschöpf, das des Höchsten würdig wäre. Er wäre so etwas wie jene Maschinen, die ihr herstellt, etwas ohne eigenes Leben, ohne Intelligenz, ohne Willen, ohne Strebsamkeit.

    38. So, wie Ich es euch angekündigt habe, entdeckt eure Wissenschaft nach und nach, dass es in allem Energie, Bewegung, Umwandlung gibt.

    39. Hättet ihr all das entdecken können, was die Menschheit durch die Wissenschaft herausgefunden hat, wenn ihr nicht die Freiheit gehabt hättet, zu forschen, zu studieren und zu experimentieren? Ferner — könntet ihr diese geistige Kundgabe in der Art, wie ihr sie habt, empfangen, wenn euer Geist sich an diesen Kundgebungen gehindert gesehen hätte?

    40. Ihr sagt Mir, dass ihr wegen eurer Willensfreiheit in Fehler und Irrtümer geraten seid. Darauf antworte Ich euch, dass ihr euch durch diese Gabe unendlich über den Punkt hinaus erheben könnt, von dem ihr zu Beginn eurer Entwicklung ausgegangen seid.

    41. Außer der Willensfreiheit gab Ich jedem Geist mein Licht in seinem Gewissen, damit niemand in die Irre gehe; aber die, welche meine Stimme nicht hören wollten oder im Verlangen nach geistigem Licht nicht in ihr Inneres einkehren wollten, ließen sich bald durch die zahllosen Schönheiten des menschlichen Lebens verführen, verloren die Stütze meines Gesetzes für ihren Geist und mussten straucheln und fallen.

    42. Ein einziges Vergehen zog viele schmerzliche Folgen nach sich, und zwar deshalb, weil die Unvollkommenheit nicht im Einklang mit der göttlichen Liebe ist.

    43. Jene, welche ergeben und reuevoll sogleich zum Vater zurückkehrten und Ihn sanftmütig baten, dass Er sie reinige und von den Verfehlungen losspreche, die sie soeben begangen hatten, empfing der Herr mit unendlicher Liebe und Barmherzigkeit, tröstete ihren Geist, sandte sie aus, um ihre Fehler wiedergutzumachen, und bestätigte sie in ihrer Aufgabe.

    44. Glaubt nicht, dass nach ihrem ersten Ungehorsam alle sanftmütig und reuevoll zurückkehrten. Nein, viele kamen voll Hochmut oder Groll. Andere wollten schamerfüllt, in Erkenntnis ihrer Schuld, ihre Vergehen vor Mir rechtfertigen, und ferne davon, sich durch Reue und Besserung zu läutern — welche Beweis von Demut sind — entschieden sie sich, für sich selbst ein Leben nach ihrer Weise zu schaffen, außerhalb der Gesetze, die meine Liebe vorschreibt.

    45. Daraufhin trat meine Gerechtigkeit in Kraft — aber nicht, um sie zu strafen, sondern um sie zu bessern — nicht um sie zu vernichten, sondern um sie ewig zu erhalten, indem sie ihnen eine umfassende Gelegenheit bot, sich zu vervollkommnen.

    46. Wie vielen jener ersten Sünder gelingt es noch immer nicht, sich von ihren Flecken zu befreien; denn von einem Sturz zum andern fielen sie immer tiefer hinab in den Abgrund, aus dem sie allein die Befolgung meines Gesetzes wird retten können.

    47. Auch sage Ich euch, dass unter jenen Geistwesen, von denen Ich euch zu Beginn dieser Unterweisung gesprochen habe, und die für euch Beschützer, Lehrer, Berater, Führer und Ärzte sind, auch solche sind, welche jene Stürze und den Leidenskelch erfahren haben, die der Ungehorsam verursacht; aber sie dachten rechtzeitig über ihre Werke nach und reinigten sich in den Wassern des Guten, der Liebe, der Barmherzigkeit und der Sühne.

    48. Nehmt sie zum Vorbild, meine Kinder, erhebt euch über die Sünde wie sie, damit auch ihr die göttliche Freude fühlt, zusammen mit dem Vater für das Glück aller Wesen zu wirken.

    49. Verstehet, dass ihr zur Erprobung auf dem Wege eurer Entwicklung seid, wobei ihr Lebenslehren erhaltet, und diese Lehren sind die Geschehnisse, denen ihr auf eurem Wege begegnet.

    50. Ihr seid gleich den Vögeln, die ihr dieses Nest gebaut habt, wo ihr euch versammelt, um das Kommen der Lerche zu erwarten. Manchmal peitscht der Sturm den Baum, und furchtsam entflieht ihr, sucht einen Zufluchtsort und fragt bestürzt: „Warum hat der Meister dies zugelassen?“ Doch der Meister sagt euch: Ich lasse diese Prüfungen zu, damit ihr durch euch selbst erfahrt, ob das, was ihr erbaut habt, fest oder noch zerbrechlich ist.

    51. Dieses Gebetshaus ist wie alle Stätten, in denen ihr zusammenkommt, um mein Wort zu hören, den Wechselfällen der Zeiten ausgesetzt, von denen Ich euch sagte, dass sie Lehren und Prüfungen für euch sind.

    52. Lebt geistig vereint, damit immer, wenn ihr euch durch einen Wirbelsturm gepeitscht seht, jeder seinen Platz einnimmt und standhaft bleibt, bis das Unwetter vorüber ist und der Friede von neuem zu euch zurückkehrt; doch wenn ihr euch für unfähig halten solltet, euch zu vereinen und der Widrigkeit die Stirn zu bieten, dann werdet ihr dem Lahmen gleichen, der sich nicht mehr anstrengt, um sich zu bewegen, weil er weiß, dass seine Glieder unbrauchbar sind.

    Wozu dienen die Fähigkeiten, die in eurem Geist vorhanden sind, wenn ihr — sobald die Stunde kommt, den Wert derselben zu erkennen — zweifelt, mutlos werdet und eure geistige Aufgabe im Stich lasst?

    53. Zweifelt ihr an meiner Gegenwart, weil die Prüfungen den Ort peitschen, an dem ihr euch versammelt? Ich sage euch, dass Ich Mich auch dann einstelle und spreche, wenn diese Stätten nicht mehr existieren.

    54. Seid nicht fanatisch mit den materiellen Versammlungsstätten. Begreift ihr nicht, dass der unzerstörbare und ewige Tempel der ist, den ihr in eurem Herzen errichtet?

    55. Prüft euch in den Stunden der Ruhe, damit euer Gewissen euch sagt, ob der Wert eurer Werke wahrhaftig oder scheinbar ist, ob eure Verdienste bloß bei euch als solche gelten, oder ob sie zu Mir gelangt sind.

    56. Ihr bereitet euch nicht auf die kommenden Zeiten vor, obwohl ihr meine Kundgabe habt und euch daran erfreut, meinen weisen und liebevollen Sätzen zuzuhören. Seht dagegen eure Mitmenschen, die diese Botschaft nicht empfangen — wie sie gestalten, arbeiten und bauen, ob schon der größte Teil ihres Tuns materiell ist! Nehmt euch ein Beispiel an ihrer Anstrengung und ihrer Einigkeit!

    57. Auch sie werden bekämpft, verfolgt und verurteilt; trotzdem zweifeln sie nicht an Mir. Doch ihr, die ihr meine neuen Jünger genannt wurdet und meine Kundgebung als Heiliger Geist hört, zweifelt, weil ihr dieses Versammlungshaus für Augenblicke den Härten und Prüfungen unterworfen saht, die eurem Leben eigen sind.

    58. Die Kinder entwickeln sich und werden zu Erwachsenen, um ihrerseits zu Eltern zu werden; doch ihr bleibt kindlich in eurem Geist und wollt nicht wachsen noch euch an Erkenntnissen und Liebe mehren.

    59. Für alles Erschaffene gibt es in Übereinstimmung mit der Vollkommenheit des Vaters eine zutreffende Erklärung und einen Grund für sein Dasein; doch ihr seht weder Vollkommenheit, noch Gerechtigkeit, noch einen Grund dafür. Wenn die Werke nicht so sind, wie ihr sie begreift, zweifelt ihr; wenn eure Hoffnungen sich nicht verwirklichen, zweifelt ihr; bei jedem eurer Leiden zweifelt ihr an Mir, und wenn ihr die Kräfte der Natur entfesselt seht, wächst euer Zweifel.

    60. An welchen Platz stellt ihr Mich, wenn ihr Mich nicht als euren Gott und Vater liebt? Ihr denkt in beschränkter und kleiner Art, ohne die Botschaft zu erfassen, die Ich euch in jeder Prüfung gebe. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr den Sinn der Lehren deutet, die Ich euch durch das Leben sende, werdet ihr wissen, wer Ich bin, und werdet den Grund für jede Lektion erkennen.

    61. So, wie ihr auf der Welt lesen lernt, lernet die Lehre des Geistes und seine Sprache der Liebe ergründen.

    62. Manche glauben, dass diese Welt nur für den materiellen Körper da ist, damit in ihr die Leidenschaften des Fleisches triumphieren; doch damit halten sie die Höherentwicklung des Geistes auf.

    O Menschen — klein und eitel — die ihr das Leben nach eurem Willen gestalten wollt! Begreift, dass diese Welt sowohl für den Körper, als auch für den Geist da ist; deshalb habe Ich euch immer gelehrt, das Gesetz des Körpers zu erfüllen, um dabei gleichzeitig dem Geist in seiner Entwicklung zu helfen. Den ans Materielle gebundenen Menschen der Zweiten Zeit musste Ich, um sie begreifen zu lassen, sagen: „Gebt Gott, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist“.

    63. Um die Schwachheit, die Armseligkeit, das Elend und die Leidenschaften zu besiegen und den Zweifel zu beseitigen, sind der Glaube und die guten Werke unerlässlich, welches Tugenden sind, die das Unmögliche bemeistern; ihnen gegenüber schwindet das Schwierige und Unerreichbare wie Schatten.

    64. Ich sagte den Menschen, die in der Zweiten Zeit an Mich glaubten: „Dein Glaube hat dir geholfen“. Ich erklärte es so, weil der Glaube eine heilende Macht, eine Kraft ist, die umwandelt, und sein Licht macht die Finsternis zunichte.

    65. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Das Unmögliche gibt es nicht. Sprecht in so kleinen Fällen wie euren gesundheitlichen Störungen zu Gott mit wahrem Glauben und mit Vertrauen an seine Gegenwart, und dieser Gott, der in jedem von euch wohnt — der weiß, wessen ihr bedürft und was ihr fühlt, wird euch nach seinem Willen geben.

    66. In der Lehre, die Ich verkündete, als Ich auf der Erde war, und in welcher Ich euch heute durch den menschlichen Stimmträger unterweise, bekundet sich mein Geist; deshalb erquickt euch meine Unterweisung und stärkt euch gleichzeitig, denn es ist kein Wort, das nur den materiellen Sinnen schmeichelt, sondern das den Geist nährt.

    67. Darum kommen einige unter den Scharen, die Mich hören, um durch das Wort der Weisheit, durch den Trost, den es spendet, gesund zu werden; andere kommen, um ihre Sündenlast zu erleichtern, wenn sie meine Lehre der Gerechtigkeit, der Vergebung und der Liebe hören.

    68. Wenn ihr Mich so sprechen hört, erbeben eure durch den Schmerz empfindsam gewordenen Herzen, und wenn ihr Mich als Arzt ruft, nahe Ich Mich euch, um euch zu heilen.

    69. Fühlt, dass meine Liebe wie ein Mantel des Trostes über euch gebreitet ist.

    70. Selig, die ihre Hoffnung und ihr Vertrauen auf Mich setzen. Fühlt Mich euch nahe und sagt Mir mit dem Herzen eure Leiden. Fürchtet euch nicht, geliebte „Schäflein“, niemand weiß wie Ich euer stammelndes Gebet zu verstehen. Zeigt Mir eure Wunde, weist Mir eure Leiden, und Ich werde meinen Balsam der Liebe und Barmherzigkeit darauf legen.

    71. Ich nehme eure Leiden entgegen, die ihr Mir schweigend anvertraut. Tretet in geistige Gemeinschaft mit Mir, damit ihr zutiefst meine Gegenwart in euch fühlt.

    72. Ihr werdet erleben, wie die Ruhe des Geistes das stürmische Meer eurer Leidenschaften stillt. Ihr habt Mir durch Vermittlung der Stimmträger in diesen Augenblicken nur zugehört, und dennoch — wie vieles haben Mir eure Herzen erzählt. Wie viele Leiden und Bitternisse sind zu Mir gelangt! Wie viele Herzen, die unter Undankbarkeiten leiden, welken wie abgeschnittene und später vergessene Blumen! Wie viele Tränen, die sich nicht in den Augen zeigen, die man verborgen im Herzen trägt in der Hoffnung auf den Augenblick des Friedens! Schmerz von Männern, von Frauen und Müttern. Alles sammle Ich ein mit der Macht meiner Liebe.

    73. Ich bin gekommen, die Schwachen gegenüber dem Schmerz zu stärken und zu schützen; doch wenn sie dann gesund, erleuchtet und stark sind, will Ich sie die Leidenden trösten sehen. Wenn ihr untereinander Liebe habt, wird eure Welt durch das Licht der Harmonie und Wahrheit erstrahlen, das aus ihren inkarnierten und entkörperten Kindern hervorbrechen wird, denen diese Welt als vorübergehende Wohnung anvertraut wurde.

    74. Ich habe ein weiteres Mal zu euch durch Lippen gesprochen, die nicht rein sind, die jedoch im Augenblicke meiner Kundgabe mein Liebeswort wiederzugeben verstanden. Glaubt nicht, dass es eine unvollkommene Form ist, die Ich anwende, um zu euch zu sprechen. Ich komme zum Verstandesorgan, doch nicht zum sündigen Körper. Mein Licht naht sich, wenn der Stimmträger Mir in Verzückung sein Herz anbietet, Mir sein Sein übergibt; dann gebrauche Ich ihn als Mittler, um in begrenzter, vermenschlichter Form zu den Menschenscharen zu kommen.

    75. Dies war mein Versprechen durch Jesus, und Ich habe es euch erfüllt. Ich sagte in der Zweiten Zeit zu meinen Aposteln: „So Ich nicht hinginge, würde der Tröstergeist nicht zu euch kommen“. Damit wollte Ich sagen: Wenn Ich, Jesus, nicht im Körper ginge, könnte Ich nicht kommen, um Mich euch im Geiste kundzutun. Denn der Tröstergeist, der Heilige Geist, den Ich euch verheißen habe, bin Ich, ist mein Wort, ist meine Botschaft der Liebe.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 19

    1. Menschen, beruhigt euren Sinn, der durch die Wechselfälle und Schicksalsschläge des Lebens erregt ist.

    2. Wie sehr kämpft ihr bei dem Versuch, euch von der Finsternis zu befreien, in der ihr lebt, obwohl ihr euch voll in der Zeit des Lichtes befindet! Groß ist euer Kampf, und darum kommt ihr erschöpft herbei. Eben darum habe Ich euch gerufen, damit ihr einige Augenblicke ausruht, denn ihr müsst in der Erfüllung eurer Aufgabe fortfahren, die ihr kaum begonnen habt.

    3. Von Zeit zu Zeit habe Ich die Schleier meines Geheimnisses eurer Entwicklung gemäß gelüftet; denn nur wer diesem Wege folgt, kann zu mir gelangen.

    4. Ich bin der Meister, der die Menschen auf allen Pfaden sucht, um ihnen den wahren Weg zu zeigen.

    5. Mein Wort kommt als Schwert des Lichtes, um gegen die Unwissenheit und Ungläubigkeit der Menschen zu kämpfen. Ich komme, um Mich vor denen kundzutun, die mein Dasein geleugnet haben, um sie zu fragen: Wer schuf das Weltall mit seiner Vielfalt von Welten, die für euch kaum sichtbar sind? — O Menschen, die ihr in eurer Wahrheitsferne die Dreistigkeit gehabt habt, zu meinen, dass die Idee eines Schöpfers eine bloße Erfindung des menschlichen Verstandes gewesen ist! Wie könnt ihr euch einbilden, dass aus eurem begrenzten und kleinen Verstande eine Vorstellung vom Ewigen und Unendlichen erstehen könnte?

    6. Doch auch jene kommen zu Mir, welche sagen, dass sie Mich lieben, und diesen sage Ich: Wie könnt ihr sagen, dass ihr Mich liebt, wenn ihr das Gegenteil von dem tut, was mein Gesetz befiehlt, wenn ihr euch selbst verratet, indem ihr in eurem Handeln Gefühle zeigt, die zu euren Worten im Widerspruch stehen?

    7. Wie viele gibt es selbst hier, unter den Scharen, die Mich hören, die sagen, sie seien Spiritualisten, und welche die Macht und die Weisheit des Spiritualismus noch nicht kennen, noch die Kräfte und Eigenschaften des Geistes; und mit ihren Werken verleugnen sie meine Lehre, welche die Menschheit wie strahlendes Licht geistig erleuchtet. Aber meine Geduld ist grenzenlos und wartet, bis ihr euch in meine Jünger verwandelt. Ich muss aus euch Fackeln machen, welche mit ihrem Lichte die originale Botschaft, die ihr über das menschliche Verstandesorgan als Offenbarung empfangen habt, zu andern Völkern tragen.

    8. Falls die Menschen euer Zeugnis ablehnen und euch widersprechen sollten, so erinnert sie daran, dass Ich eine Verabredung mit der Menschheit dieser Zeit hatte, die zu erfüllen Ich gekommen bin. Sagt ihnen: Wenn Ich versprochen habe, wiederzukommen, so geschah es, weil meine Aufgabe noch nicht beendet war, noch zu Ende sein wird, bis es keinen einzigen Sünder mehr gibt. Es steht geschrieben, dass, wenn neunundneunzig Schafe im Stall sind und eines Mir fehlt, Ich dieses suchen werde.

    9. Ich will euch aufs neue die Macht meiner Liebe zeigen, indem Ich die harten Herzen der Menschen in Apostel meiner Lehre verwandle, beginnend mit diesem Volke, das nicht weniger hartherzig ist als die übrigen. Ich komme, euch zu sagen, dass ihr eure Erkenntnis durch diese neue Botschaft erweitern sollt, welche Ich euch übergeben habe, damit ihr sie mit meinen früheren Offenbarungen vereint, bis es euch gelingt, in eurem Verstande das Buch der Weisheit zu bilden, um würdig zu sein, von meiner Wahrheit Zeugnis abzulegen und sie eure Mitmenschen zu lehren.

    10. Sie werden euch Aufwiegler nennen; doch habt keine Angst, da sie auch euren Meister zu seiner Zeit wegen „Friedensstörung“ — wie die Menschen sagen — verurteilten. Wahrlich, Ich sage euch, Ich bin nicht nur gekommen, um mit meinen Offenbarungen das Herz einiger weniger Menschen aufzuwühlen, sondern um mit meinem Worte den Geist der ganzen Menschheit zu erschüttern.

    11. So komme Ich in dieser Zeit zu euch, in der mein Licht sich auf verschiedene Arten unter den Menschen kundtun und sie noch einmal erzittern lassen wird — die einen vor Wonne, andere vor Furcht, wieder andere vor Zorn; aber es wird nicht einen geben, der sich nicht erregt, sobald die Stunde gekommen ist, da meine Botschaft bekannt wird.

    12. Wie kleingläubig seid ihr gewesen und habt ihr nach Christus gerufen — ihr, die ihr wusstet, dass Er kommen musste! Doch nun, da ihr bereits meine Offenbarung und meine Botschaft habt, sollt ihr nicht mehr schwach, furchtsam oder kalt sein.

    13. Habe Ich euch verletzt, weil Ich euch hartherzig genannt habe? — Ich habe euch nur die Wahrheit gesagt, denn in allen Welten erfüllen alle Geschöpfe mein Gesetz, und ihr antwortet nicht auf meinen göttlichen Ruf.

    14. Doch seid unbesorgt, denn noch ist niemand ans Ziel gelangt; aber ihr alle werdet hingelangen, das verspreche Ich euch, der Ich die Verheißung aller Zeiten bin — Ich, der Unermüdliche, der niemals aufhören wird, euch zu lehren.

    15. Ihr beginnt davon zu träumen, Träger und Apostel der Wahrheit zu sein; doch übereilt euch nicht, nehmt immer als Führer das Licht eures Gewissens; denn wie könnt ihr die Wahrheit verkünden, wenn ihr sie noch nicht in euch selbst gefunden habt? Wie wollt ihr beweisen, dass ihr Mich liebt und eure Mitmenschen liebt, wenn ihr auf dem Lebensweg eurer Nächsten Disteln und Dornen zurücklasst?

    16. Das Wasser des Lebensstromes, welches meine Wahrheit ist, ist still, kristallklar und wohltuend; doch verwechselt es nicht mit dem Wasser, das ihr den Bedürftigen gebt, denn dieses ist manchmal unrein.

    17. Nehmt meinen Segen; er sei in euch wie ein unerschöpflicher Quell, welcher den unermesslichen Durst löscht, der euch quält.

    18. Mein Segen sei wie Balsam für eure Krankheiten, Schmerzen und Bitternisse; er richte die zum Leben auf, die auf ihrem Entwicklungswege die Kraft verlieren.

    19. Um euch bei eurem geistigen Höherstreben zu helfen, bewirke Ich, dass mein Friede im Herzen des Apostels der Dritten Zeit ist, welchen Ich als Stellvertreter der Menschheit empfange, und durch seine Vermittlung gebe Ich ihr meine liebevolle Hilfe.

    20. Heute hört ihr meine Stimme mittels des menschlichen Verstandesvermögens, und sie sagt euch aufs neue: „Liebet einander“. So habt ihr die Stimme des Herrn durch den Mund Jesu vernommen, als Er euch lehrte, euren Nächsten wie euch selbst zu lieben, in Bestätigung des Gesetzes, welches das Volk Israel durch Moses in der Ersten Zeit erhielt.

    21. Moses war mein „Sprachrohr“ in jener Zeit, er brachte euch bis zu den Pforten des Gelobten Landes, aber Ich gestattete ihm nicht, dasselbe zu betreten, denn dort hättet ihr ihn zum König gekrönt; doch wahrlich, Ich sage euch, sein Reich war auch nicht von dieser Welt.

    Dem Volke wurde das Land der Verheißung gegeben, damit es darin in Frieden wohne und dem Vater seine Anbetung darbringe. In Jerusalem erbaute jenes Volk den ersten Tempel für Jehova, und in ihm gab sich der Göttliche Geist kund; dort empfing Er die Klagen oder die Lobpreisungen der Kinder jener Stämme. Auf seinen Altar stelltet ihr die Bundeslade, das Symbol eures Bündnisses mit dem Vater, und vor dem Allerheiligsten beugten Könige und Gelehrte ihre Nacken.

    22. Die Priester, denen die kultischen Handlungen anvertraut waren, waren am Anfang von Liebe erfüllt; doch später ließen sie den nagenden Wurm der Eitelkeit und der Habgier in ihr Herz eindringen und verwandelten sich in Scheinheilige, Heuchler und Weltkinder. Alsdann trat ein Prophet nach dem andern auf und kündigte das Kommen des Messias an; sie wurden vom Volke verworfen, verspottet und geopfert.

    23. So bereiteten sie mit ihrem Blute meine Ankunft vor.

    24. Da jedes Wort, das von Gott kommt, in Erfüllung gehen muss, wurde der Messias unter den Menschen geboren und lehrte euch, wie man das Gesetz des Vaters erfüllt und Gott Verehrung darbringt, indem man liebt und vergibt und das Leben der Menschen mit Trost und Licht erfüllt.

    25. Ich kam als Hirte, um die Schafe zu sammeln, welche die Wölfe schon zu rauben begonnen hatten, und zeigte ihnen den Schafstall. Während meines ganzen Erdenweges lehrte Ich die Menschen die Liebe und die Früchte, die aus ihr hervorgehen, welche sie Wunder nannten. Diese Werke entfachten den Glauben in den Herzen, und durch ihn ließ Ich sie den wahren Weg erkennen. Tausende und Abertausende von Menschen waren Zeugen meines Wortes und meiner Werke, doch nur zwölf folgten Mir direkt nach.

    26. Als der Augenblick meines Scheidens nahte, sagte Ich ihnen: In Jerusalem feiert man nun das Passahfest, es ist notwendig, dass wir dorthin gehen, damit die Weissagungen erfüllt werden. Dann gab Ich meinen Jüngern meine letzten Ermahnungen, die Ich mit dem göttlichen Feuer meiner Liebe in ihren Geist prägte.

    Ich zog mit meinen Jüngern nach Jerusalem. Als Ich das Stadttor auf dem demütigen und sanften Esel durchquerte, sang die Menge — unter der sich die Kranken befanden, die Ich geheilt hatte — die Blinden, die wieder sahen, die Lahmen, die wieder gingen, und die Betrübten, die getröstet und voller Hoffnung waren — Hymnen, Lob- und Preisgesänge, weil der verheißene Heiland endlich gekommen war. Niemand wusste, dass bei jenem Passah Ich das Opferlamm sein würde.

    27. Bei meinem Einzug und unter dem Lichte meines Blickes erzitterten die Herzen, wurden die Kranken gesund, und ihrer Brust entströmten Lob- und Dankesworte für den Rabbi.

    Daraufhin näherten sich Mir die Pharisäer und sprachen zu Mir: „Herr, sorge dafür, dass deine Jünger und dies Volk aufhören mit ihrem wirren Geschrei, denn sie bringen die Ordnung der Stadt während des Festes durcheinander“; worauf Ich ihnen antwortete: „Wahrlich, wenn diese schwiegen, würden die Steine vor Freude schreien“. Jene Pharisäer entfernten sich; doch schon begannen ihre Herzen, die furchtsam und besorgt waren wegen der Werke, die Jesus tat, den Verrat anzuzetteln.

    28. So gelangte Ich bis zum Portal des Tempels, der eine Zeitlang Heiligtum des Volkes des Herrn gewesen war, und den sie später in eine Markthalle verwandelt hatten, und trieb seine Entweiher aus ihm hinaus.

    29. Das Herz und die Werke derer, die von sich sagten, sie seien Diener des Herrn und Lehrer des Gesetzes, wurden angesichts der Taten Jesu allmählich bloßgestellt; von da an forderten sie, Ihn zu töten, um nicht ihre Macht zu verlieren, die bedroht war.

    30. Einer meiner Jünger, der mein Wort der Liebe oft gehört hatte, welches vom Reiche des Geistes sprach, und der in seinem Herzen die Liebkosung und Liebe seines Meisters empfunden hatte, war durch seine Schwäche und seinen mangelnden Glauben an meine Verheißungen das Tor, das sich auftat, um die menschliche Bosheit einzulassen, welche in Form des Kreuzes auf Mich fiel. Mit welchem Hass schrien jene Menschen und verlangten von dem Untertan des Kaisers, dass er Mich kreuzigen solle. Doch es war notwendig, dass der Sohn Gottes sich in großen Prüfungen befand, damit die Menschen seine Demut, seine Liebe und Macht sehen würden.

    31. Das Blut jenes Körpers fiel herab auf die Erde, und die menschlichen Lippen, die in der Welt das Göttliche Wort verkündeten, hörten nicht auf, von Liebe und Vergebung zu sprechen, bis zum letzten Augenblick am Kreuz; und Christus wurde eins mit dem Vater, weil „Das Wort“, welches Mensch wurde, um in der Welt gehört zu werden, immer in Gott gewesen ist.

    32. Jahre danach wurden die Stadt und jener entweihte Tempel zerstört, auf dass sich mein Wort erfülle; von jenem blieb kein Stein auf dem andern. Ich hatte gesagt, dass Ich den Tempel Salomons, so königlich, groß und prächtig er in den Augen der Menschen auch war, zerstören und in drei Tagen wiederaufbauen könne.

    33. Wahrlich, Ich sage euch, die Menschen haben den geistigen Sinn jener Worte nicht verstanden; denn für Mich vergeht die Zeit nicht, da Ich die Ewigkeit bin. Seht, hier bin Ich in der Dritten Zeit, am dritten Tage, und lege das Fundament für den wahren Tempel und errichte ihn in dem Geist der Menschen.

    34. Elias war auserwählt, euch zu verkünden, dass das Buch der Sieben Siegel gelöst worden war, und dass es beim Sechsten Siegel aufgeschlagen war. Mein Wort ist voll Licht gekommen, euren Glauben zu entflammen, damit ihr nicht mehr in Abgötterei fallt und damit ihr zulasst, dass Ich in eurem Herzen meinen Tempel erbaue. Seht, die von Menschenhänden gemachten Werke sind zerstört, während die Werke des Geistes unvergänglich sind.

    35. Die Verlorenen werden gefunden und die Verwirrten erleuchtet werden, und alle werden den Weg finden, der sie zum Verheißenen Lande führen wird.

    36. Wenn ihr hier auf der Erde Mich nicht erkennen wolltet noch zugelassen habt, dass Ich euch versammelte, wie der Vogel seine Jungen unter seinen Flügeln versammelt, so werde Ich euch jenseits dieser Welt unter meinem Mantel des Friedens ewig vereinen.

    37. Mein Volk, Ich habe euch mein Leben unter euch in Erinnerung gerufen, weil die Tage des Gedenkens an jene letzte Woche nahen, die Ich unter der Menschheit verbrachte. In diesen Tagen habt ihr das Gefühl, als ob aus der Unendlichkeit eine Botschaft für euch herabkäme.

    38. Alles, was ihr erblickt, erscheint euch, als ob es zu euch von Mir spräche. Die Sonne, die Felder, die Städte, die Menschen — alles kommt euch so vor, als ob es zu euch vom Meister spräche. Dies ist so, weil die Erinnerung euch meine Gegenwart wieder fühlbar macht, und Ich euch aufs neue meine Botschaft der Liebe sende.

    39. Wenn in diesen Tagen eure Augen weinen wollen, so lasst sie, wenn euer Herz aus Liebe erbebt, so lasst es ebenfalls zu.

    40. Der Christus, dessen irdische Hülle eine Menschenmenge vernichtete, ist derselbe, der sich heute offenbart; denn es war der Körper, den die Menschen zerstörten, doch nicht „Das Wort“, das durch diesen sprach.

    41. Welcher Tod könnte meine Schritte aufhalten, oder welches Grab könnte mich zurückhalten? — Dennoch habt ihr, ohne es zu wollen, ohne euch dessen bewusst zu sein, in euren Herzen die Wahrheit begraben, deren Essenz die des Meisters ist. Den Körper, den ihr besitzt, habt ihr in das Grab eures Geistes verwandelt.

    42. Lasst zu, dass der Geist die Grabplatte von eurem Herzen hinwegnimmt, damit er sich, von Licht erfüllt, zum wahren Leben erhebt.

    43. Auf folgende Weise erkläre Ich euch leicht, was ihr für schwer verständlich haltet: Christus und die Göttliche Liebe sind der Vater selbst. Jesus war der vollkommene Mensch, der die Botschaft Gottes verkündete. Er war der höchste Ausdruck der Vergeistigung — deshalb wird Er der Göttliche Meister genannt.

    44. O geliebte Jünger! Wenn ihr an die Werke denkt, die Ich in der Welt vollbrachte, fühlt ihr euch viel zu unbeholfen und klein, um es Mir gleich zu tun. Wenn ihr über die Zeiten nachdenkt, die seit damals verstrichen sind, werdet ihr euch bewusst, dass ihr euch geistig sehr wenig entwickelt habt. Es gibt Augenblicke, in denen ihr die Sehnsucht und die Notwendigkeit fühlt, eure geistigen Fähigkeiten zu entwickeln, um meine Botschaften direkt zu empfangen, sowie um in das Zukünftige einzudringen und mittels der Eigenschaften des Geistes die Konflikte, die Prüfungen und das Chaos, das euch innerhalb der Menschheit umgibt, zu lösen.

    45. Wie sehr wünscht ihr mit dem Blick des Geistes zu schauen! Und ihr werdet schauen, aber erst dann, wenn ihr entdeckt, dass ihr die Offenbarungen des Herrn besser versteht, sobald ihr euch vom Lichte des Gewissens führen lasst, das euren Geist erleuchtet.

    46. Studiert einstweilen diese Botschaft und schreibt sie nieder, denn es werden Zeiten kommen, in denen ihr dieses Wort nicht mehr hören werdet, und dann werden euch nur die Schriften bleiben.

    47. Ich will, dass mein Wort, wenn daraus Bücher gebildet werden, die über die Erde hin verbreitet werden müssen, makellos gedruckt wird, so rein, wie es aus Mir hervorging.

    48. Wenn ihr es so in eure Bücher gelangen lasst, wird ihm ein Licht entströmen, das die Menschheit erleuchten wird, und sein geistiger Sinn wird von allen Menschen empfunden und verstanden werden.

    49. Meine Botschaft dieser Zeit wird ebenfalls verneint und bekämpft werden. Einige werden sagen, dass meine Kundgebung keinen Zweck hatte; aber seid unbesorgt, denn mein Werk der Zweiten Zeit wurde auch diskutiert, geleugnet, verspottet, und dennoch hat ein Herz nach dem andern und ein Geist nach dem andern jenen Leidensweg erkannt und gewürdigt, den Ich unter euch durchlebte.

    50. Wisse, mein Volk, dass es welche gegeben hat und noch gibt, die sagen: „Was hat der Schmerz Jesu mit unserer Rettung zu tun? Sein Leiden kann uns nicht die Seligkeit geben.“ Doch der Geist der Wahrheit sagt euch: Ich war durch Jesus unter den Menschen wie jene wohlriechenden Pflanzen, welche die Hände dessen, der ihnen das Leben entriss, duftend machen.

    51. Jenes Kreuz, das ihr Mir gabt und das Ich annahm, war Beweis meiner Liebe für euch und auch der Beweis, dass ihr euch durch mein Vorbild retten würdet. Warum glaubt ihr, dass — wenn Ich gewusst hätte, dass mein Opfer nutzlos sein werde — Ich euch dieses angeboten hätte? Erinnert ihr euch nicht, dass Ich euch gesagt habe, dass im Werke des Vaters kein einziges Samenkorn verloren geht?

    Als die Seite des Meisters geöffnet wurde, wollte Er, dass ihr in ihr das Tor sehen solltet, das sich auftat, damit ihr alle in der Ewigkeit wohnen würdet, und der erste, der dieses Tor erblickte, war der Soldat, der seine Lanze in den Körper Jesu bohrte.

    52. Meine Liebe ist wie der Baum, der die Axt des Holzfällers duftend macht, die ihm das Dasein raubt. Jeder Tropfen Blut von jenem Körper verbreitete sich über diese Menschheit, allen vergebend und ihr Dasein mit der göttlichen Essenz meiner Unterweisungen durchduftend.

    53. Doch wenn es diese Menschheit in ihrer Blindheit dünkt, dass jenes Opfer nicht genügte für ihre Erlösung — hier ist von neuem mein Wort — nicht Menschenwort, das jene Botschaft nicht auszulegen verstand, sondern mein Wort, das euch die unsterbliche Essenz meiner Lehre und meiner Werke lehrt — die göttliche Erläuterung, durch welche die Menschen den geistigen Wert jenes Blutes verstehen werden, das auf Golgatha aus Liebe zur Menschheit vergossen wurde.

    54. Ich sage euch, was der Sinn jenes Opfers ist, denn ihr gehört Mir, so wie Ich euch gehöre.

    55. Niemals habe Ich in irgendeinem Geschöpf einen Feind gesehen, denn alle seid ihr meine Kinder. Das Wort „Feind“ in Bezug auf einen Menschenbruder schändet die Lippen dessen, der es ausspricht.

    56. Longinus durchbohrte meine Seite, und Ich vergoss auf ihn das Blut, das zum Licht in seinen blinden Augen wurde.

    57. Ich will, dass ihr wie euer Meister seid, um euch zu Recht meine Jünger zu nennen. Meine Hinterlassenschaft besteht aus Liebe und aus Weisheit. Christus war es, der zu euch kam, und Christus ist es, der in diesem Augenblicke zu euch spricht; doch versucht nicht, Mich von Gott zu trennen, oder Mich außerhalb von Ihm zu sehen, denn Ich bin und war immer eins mit dem Vater. Ich habe euch gesagt, dass Christus die Göttliche Liebe ist; versucht deshalb nicht, Mich vom Vater zu trennen. Glaubt ihr, dass Er ein Vater ohne Liebe zu seinen Kindern ist? Wie kommt ihr auf diesen Gedanken? Es ist an der Zeit, dass ihr dies erkennt.

    58. Niemand soll sich schämen, Gott, den Schöpfer, Vater zu nennen, denn dies ist sein wahrer Name.

    59. Ich habe euch aufs Neue das Licht gebracht, damit ihr das ergründet, was ihr früher nicht zu begreifen vermochtet.

    60. Wenn Ich eurem Geist sagte, bevor Ich ihn zur Erde sandte, dass Ich ihm eine Welt von Lehren geben werde, so sage Ich ihm heute, dass Ich ihm einen Himmel von Weisheit anbiete.

    61. Wandert auf diesem Pfade der Vergeistigung, und ihr werdet diesen Himmel empfangen, von dem Ich zu euch spreche.

    62. Die Weisheit des Geistes ist Licht, das niemals verlöscht.

    63. Ich bin der Meister, Ich bin Christus, der zu euch durch das Gewissen spricht — in der Art, die nur Ich habe, um zu jedem einzelnen von euch zu kommen, welche euch liebkost, wenn sie zu euch spricht.

    64. Hier habt ihr Mich und seht Mich für ein Werk der Liebe anscheinend unnütze Wesen suchen, von denen Ich weiß, dass sie Mir dienen werden, weil Ich sie geschaffen habe.

    65. Ich bediene Mich eures Geistes, eures Willens, eures Herzens, eures Verstandes, und bis ihr den Zeitpunkt eurer Zurüstung und eurer Erleuchtung erreicht — an dem Ich Mich eurer bedienen kann, indem Ich euch in meine Werkzeuge verwandle — lasse Ich euch meine Unterweisungen, damit ihr die weise Lektion lernt.

    66. Erlebet diese Tage der Erinnerung, während Ich euch durch mein Wort vorbereite. Denkt nach, vertieft euch in jene Stunde, in der die Erde sich gegen die menschliche Undankbarkeit verwahrte und sich der Himmel verfinsterte, aber in der das Lamm nicht aufbegehrte.

    67. Traurig war der Blick des Meisters auf Golgatha, doch mit ihm segnete Er euch. Für jene Menschenscharen ging Er in den Tod, aber Er wusste, dass Er bald in allen Herzen auferstehen würde, wenn sie zum Glauben geboren würden.

    68. Diejenigen, welche nach Jerusalem gehen, sagen, dass in jenen Gegenden eine Atmosphäre herrscht, welche den Geist überrascht, und dass sogar das Licht seltsam erscheint.

    69. Wahrlich, Ich sage euch, es ist die Stimme des Gewissens, es sind die Erinnerungen, die das Herz erbeben lassen, und obwohl Jesus dort starb und die Menschheit Ihn nicht mehr sah, erscheint Christus überall in seinem Wesen, in Gegenwärtigkeit und Macht.

    70. Karawanen von Männern und Frauen machen sich auf nach Jerusalem, und beim Betreten jener Orte kommen ihnen zuweilen freundliche, zuweilen bittere Erinnerungen in den Sinn. Sie finden alles von der Gegenwart Jesu durchdrungen. Doch wozu so weit pilgern auf der Suche nach materiellen Spuren, da jeder meine göttliche Gegenwart in seinem Geist besitzt, wo immer er sich auch befindet?

    71. Ich wünschte, ihr alle würdet euch durch diese Unterweisung aufmachen, um eine Botschaft der Brüderlichkeit, der guten Kunde, der Liebe hinauszutragen — einen Gruß, einen Tropfen heilenden Balsams, eine Freundschaftsumarmung für alle eure Mitmenschen.

    72. Ich komme in dieser Zeit, damit ihr von der Erde aus durch das Licht meiner Unterweisungen das Neue Jerusalem schaut, die weißglänzende Stadt, dem Geiste verheißen, die mein Apostel Johannes in seiner Offenbarung sah. Doch während im ersten Jerusalem die Bosheit des Menschen Mich am Marterkreuz erhöhte, werden Mich in der Neuen Stadt, die geistig sein wird, die Geistwesen auf den Altar ihrer Liebe emporheben.

    Mein Friede sei mit euch!