Kategorie: Band I

  • Unterweisung 8

    1. Das Licht meines Heiligen Geistes kommt auf euch herab; doch warum stellt ihr Mich in der Gestalt einer Taube dar? Jene Bilder und Symbole dürfen von meinen neuen Jüngern nicht mehr verehrt werden.

    2. Verstehe meine Lehre, Volk: In jener Zweiten Zeit manifestierte sich mein Heiliger Geist bei der Taufe Jesu in Gestalt einer Taube, weil dieser Vogel in seinem Fluge Ähnlichkeit hat mit dem Wehen des Geistes, sein Weiß spricht von Reinheit, und in seinem sanften und milden Blick liegt ein Abglanz von Unschuld. — Wie konnte man jenen ungebildeten Menschen das Göttliche begreiflich machen, wenn man nicht die Gestalten der Wesen zu Hilfe nahm, die ihnen in der Welt bekannt waren?

    3. Christus, der in diesem Augenblicke zu euch spricht, wurde durch ein Lamm dargestellt, und selbst Johannes sah Mich in seinem prophetischen Gesichte so. Dies alles ist darauf zurückzuführen, dass, wenn ihr Mich in jedem meiner Werke sucht, ihr in der ganzen Schöpfung immer ein Bild des Urhebers des Lebens finden werdet.

    4. In meiner Offenbarung durch Jesus kündigte Ich euch das Kommen des Heiligen Geistes an, und die Menschen glaubten, dass es sich um eine Gottheit handle, die, von ihnen unerkannt, sich in Gott befinde, ohne begreifen zu können, dass, wenn Ich vom Heiligen Geiste sprach, Ich zu euch von dem alleinigen Gott sprach, welcher die Zeit vorbereitete, in der Er sich den Menschen über das menschliche Verstandesvermögen geistig mitteilen würde.

    5. Mit diesen Unterweisungen vertraue Ich euch das Schwert des Lichtes und der Wahrheit an, damit ihr mit ihm in der Schlacht kämpft, die Ich euch so oft angekündigt habe; doch Ich sage euch noch einmal, dass diese Waffen, die Ich euch anvertraue, aus Liebe und Gerechtigkeit, Vergebung und Barmherzigkeit gegenüber euren Brüdern bestehen.

    6. Nur noch ein paar Jahre verbleiben, um euch meine Lehre in dieser Form zu geben. Bewahrt meine Unterweisungen auf, denn Ende 1950 werden diese Kundgebungen enden, und es ist notwendig, dass ihr in der Demut und im Gehorsam stark werdet, damit ihr alle Prüfungen übersteht.

    7. Glaubt nicht, dass ihr nur auf geistigem Gebiete kämpfen werdet; nein, mein Volk: Der kommende Kampf wird sich auf allen Gebieten abspielen, damit, was aus seiner Bahn geraten ist, in diese zurückkehrt, was stehengeblieben ist, von neuem zur Entwicklung ansetzt, und was sich befleckt hat, seine Reinigung erlangt.

    8. Dann werdet ihr erleben, wie die menschlichen Institutionen selbst in ihren Grundfesten erschüttert werden, wie die Elemente der Natur in heftige Bewegung geraten, wobei sie Verheerungen anrichten und den Glauben der Menschheit auf die Probe stellen.

    9. All dies wird nach 1950 geschehen, und wenn ihr diesem Gesetze treu bleiben werdet, werdet ihr alle wechselvollen Geschicke heil überstehen; doch wenn ihr ungehorsam werdet, indem ihr euch von dem abwendet, was Ich euch befohlen habe, so sage Ich euch schon heute: Ihr werdet den Prüfungen und entfesselten Elementen preisgegeben sein, und diese werden euren Befehlen nicht mehr gehorchen.

    10. Diesen Schmerz will Ich nicht für mein Volk, das Ich während einer so langen Zeit gelehrt habe; Ich will seinen Frieden, damit es in den Stunden der Prüfung den Gepeinigten ein Wort des Lichtes und des Trostes zu bringen vermag.

    11. Wer sehnt sich in dieser Zeit nicht danach, durch den Heiligen Geist erleuchtet zu werden?

    12. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr euch vorzubereiten versteht, werden die Manifestationen groß sein, die ihr nach 1950 schauen werdet.

    13. Als Ich Mich in der Zweiten Zeit meinen Jüngern zum letzten Male im Wolkenschleier sichtbar machte , war Traurigkeit in ihnen, als Ich ihrem Blick entschwand, weil sie sich in diesem Augenblick alleingelassen fühlten; aber danach hörten sie die Stimme des Engelsboten des Herrn, der zu ihnen sprach: „Ihr Männer aus Galiläa, wonach haltet ihr Ausschau? Diesen Jesus, den ihr heute in den Himmel habt auffahren sehen, werdet ihr in der gleichen Weise herabkommen sehen.“

    14. Da verstanden sie, dass der Meister, wenn Er zu den Menschen zurückkehren würde, dies geistig tun würde.

    15. Einige Tage nach meiner Kreuzigung, als meine Jünger um Maria versammelt waren, ließ Ich sie meine Gegenwart fühlen, die in der geistigen Schau einer Taube versinnbildlicht war. In jener gesegneten Stunde wagte sich niemand zu bewegen noch irgendein Wort zu sprechen. Es herrschte eine wahre Verzückung bei der Betrachtung jenes geistigen Bildes, und die Herzen schlugen voll Kraft und Zuversicht, weil sie wussten, dass der Meister, der augenscheinlich von ihnen gegangen war, immerdar im Geiste bei ihnen gegenwärtig sein wird.

    16. Jünger, denkt eingehend über diese Unterweisungen nach und lasst meine Gnade in euch wirksam werden wie in jenen Zeiten.

    17. Heute komme Ich zu euch in strahlendem Lichte herab — so, wie Ich meinen Jüngern in der Zweiten Zeit erschien, als Ich vor meiner Himmelfahrt im Geiste bei ihnen war, um sie zu stärken und sie von ihrer Bestürzung infolge der Ereignisse, denen sie beigewohnt hatten, zu befreien. In gleicher Herrlichkeit erscheine Ich bei euch, um euch zu sagen: Ewig wiederholt sich mein Opfer, immer wieder stehe Ich von den Toten auf und gieße mein Licht auf euch aus, damit ihr das Tagewerk beginnt und all das ausführt, was Ich euch gelehrt habe.

    18. Arbeitet an euch, damit ihr von meinem Reiche die geistigen Güter herabkommen seht, die Ich euch gewähren will.

    19. Das Gastmahl ist zubereitet, das Lamm ist geopfert worden, und reiche Speisen stehen bereit. Schart euch um Mich, Jünger, und nähret euch. Ich öffne das Buch der Weisheit, damit ihr die Lektion lest, die diesem Tage entspricht. Kommt zu Mir und nehmt die Speise, die Ich euch anbiete, denn kurz ist die Zeit der Gnade, die Ich euch gewähre.

    20. Warum versetzt euch mein Wort in Erstaunen, das Ich euch mittels eines menschlichen Sprachrohrs übergebe, da Ich Mich zu allen Zeiten der Menschen bedient habe, um zu euch zu sprechen und euch zu führen?

    Als Ich in der Zweiten Zeit zu euch kam, wurde Ich Mensch, damit ihr beim Anblick meiner Werke meinen Schritten folgen würdet. Ihr habt Mich geboren werden, heranwachsen, kämpfen und leiden sehen. Es war notwendig, dass die Menschheit meine Liebe und meine Macht kennenlernte, damit mein Vorbild in allen meinen Kindern unauslöschlich wäre. Darum weint ihr, wenn ihr euch an diese Begebenheiten erinnert, und fühlt Gewissensbisse, weil Ich weder voll erkannt noch geliebt worden bin von der Menschheit. Auch jetzt noch, in der Dritten Zeit, gebe Ich euch eine weitere Unterweisung, die euch mein früheres Wirken erklären und euch für die neue Zeit vorbereiten soll, in der ihr leben werdet.

    21. Ich will, dass ihr morgen, wenn ihr Mich in dieser Form nicht mehr hört, meinem Vorbild nachlebt und als Lehrer der Menschheit zurückbleibt. Wer werden jene sein, die sich aufmachen, um die Menschen zu retten, wenn diese sich inmitten des Chaos befinden? Wer wird Mich in der Dritten Zeit vertreten und Zeugnis von Mir ablegen? Wer werden die sein, die das Vordringen der Elemente der Zerstörung aufhalten, wenn sie in der Welt losbrechen? Wer wird meinen Aposteln nacheifern und meine Lehre verbreiten? — Ihr seid es, die Ich mit meinem Wort, mit Gaben der Heilung und der Stärke vorbereite, damit ihr Ärzte, Sendboten und Tröster seid, denn die Menschheit wird vor und nach meinem Weggang viele Tränen vergießen. Die kommenden Zeiten werden die bittersten Hefen des Kelches anbieten, und in jenen Tagen wird mein Geist in jedem Verstande Schwingungen hervorrufen, die alle Geschöpfe erleuchten, um die herrschende Verwirrung zu beseitigen. In jener Zeit wird das Leid alle Geistwesen vereinen, und diese werden das Licht und den Weg suchen, der zu Mir führt.

    22. Werdet ihr meinen Willen befolgen, um die zu führen, die auf der Suche nach Mir herbeikommen? — Ihr sagt Mir, dass dies euer Vorsatz ist, und bittet Mich um Beistand, um alle Hindernisse zu überwinden, die sich euch in den Weg stellen. Ja, meine Kinder, Ich habe euch gesagt, dass Ich bereit bin, euch beizustehen, denn ohne diese Kraft könntet ihr nichts tun. Ihr seid schwach, arm und unwissend, doch Ich mache euch zu Erben eines Reiches von wahrer Größe, und nichts werde Ich in meiner geheimen Schatzkammer zurückbehalten; alles, was euch als meinen Kindern gehört, werde Ich euch geben, und Ich beauftrage euch, diesen Reichtum unter euren Geschwistern zu verteilen.

    23. Ich spreche zu euch von Zusammenschluss, von Harmonie und Verständnis, weil Ich will, dass das Haus Israel Arche der Rettung, Quelle des Friedens und des Trostes sei für alle erschöpften Wanderer. Ich habe euch „die Starken“ genannt, und dies werdet ihr sein durch die Macht der Tugenden, die Ich in euch gelegt habe. Denkt daran, dass Ich in allen euren Kämpfen vor euch hergehe und euch meine Spur hinterlasse. Begreift, dass in eurem Geist weder Friede noch Freude sein kann, solange ihr nicht einig seid. Ich will euch frei von allem Leiden sehen, denn schon seid ihr dem Ende eurer Sühneleistung nahe, steht ihr vor den Toren des Verheißenen Landes, in das ihr siegreich und heil gelangen werdet, weil dies mein Wille ist.

    24. Ich will nicht, dass ihr durch mein Wort fanatisch werdet, oder dass ihr einem neuen Götzendienst Gestalt gebt. Ich verlange nicht das Opfer eures Lebens, noch dass ihr die Blumen und die Früchte eurer Gärten darbringt, denn sie sind mein Werk, und ihr habt kein Verdienst, wenn ihr sie Mir gebt. Es ist nicht mein Wille, dass ihr mit euren eigenen Händen Bilder herstellt und sie hernach anbetet, noch dass ihr voller Eitelkeit und Hochmut einen zweiten Turm von Babel baut. Was Ich als Gabe von euch sehnlichst wünsche, ist ein Heiligtum, das bis zu Mir emporreicht, gebildet aus euren Werken der Liebe, aus Gebeten und Worten, die euren Herzen entspringen, und die ihr in meinem Namen den nach Wahrheit hungernden Geistwesen zuteil werden lasst. Dies ist der „Gottesdienst“, den Ich von euch verlange.

    25. Ihr seid dem Gesetze der Entwicklung unterworfen, dies ist der Grund für eure Reinkarnationen. Nur mein Geist braucht sich nicht zu entwickeln: Ich bin unwandelbar.

    26. Von Anbeginn habe Ich euch die Stufenleiter gezeigt, auf welcher die Geistwesen emporsteigen müssen, um zu Mir zu gelangen. Heute wisst ihr nicht, auf welcher Seinsebene ihr euch befindet; doch wenn ihr eure Hülle ablegt, werdet ihr euren Entwicklungsgrad erkennen. Bleibt nicht stehen, denn ihr würdet für die nach euch Kommenden ein Hindernis sein.

    27. Seid einig im Geiste, auch wenn ihr verschiedene Ebenen bewohnt, und eines Tages werdet ihr auf der siebten Stufe, der höchsten, vereinigt sein und meine Liebe genießen.

    28. Ihr Männer, die ihr nach meinem Bild und Gleichnis gestaltet seid, hört auf Mich. Macht euch nicht schon morgen auf, um von dieser Lehre zu sprechen, wenn ihr keinen guten Samen bei euch habt, wenn ihr nicht wisst, was demütige Unterordnung ist, und das Gegenteil dessen tut, was mein Gesetz gebietet. Ich berate euch heute, damit ihr morgen nicht auf dem Wege strauchelt.

    29. Ihr sollt für die Frau sorgen, die Ich euch zur Gattin gebe, sollt sie in Ehren halten, und in ihr wird euer Same Frucht bringen. Ich will nicht, dass ihr von Wahrheit und Rechtschaffenheit redet und dabei die Rosen entblättert und sie danach verlasst, denn ihr werdet damit mein Gesetz schänden. Habt Achtung sowohl vor dem, was euer ist, als auch vor dem, was den anderen gehört. Seid gerecht und fördert den Frieden auf Erden. Der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr vorbereitet seid, um von unbedingtem Gehorsam, von Liebe und Vergebung zu sprechen.

    30. Selig, wer sich auf Erden demütigt, denn Ich werde ihm vergeben. Selig, wer verleumdet wird, denn Ich werde seine Unschuld bezeugen. Selig, wer Zeugnis von Mir ablegt, denn Ich werde ihn segnen. Und wer aufgrund der Ausübung meiner Lehre verkannt wird, den werde Ich anerkennen.

    31. Wer von euch hat meine Gegenwart nicht empfunden und hat sich durch mein Wort nicht genährt? „Bittet, so wird euch gegeben.“ — Wenn ihr Mich früher in den Sternen und in materiellen Dingen gesucht habt, so sucht Mich heute mit eurem Geiste im Unendlichen. Nähert euch Mir durch die Liebe, durch den Gehorsam, und ihr werdet Frieden haben.

    32. Liebt Mich und vergöttert nicht diese Stimmträger, durch die Ich Mich kundgebe. Liebt mein Wort und meine Werke, sie sind jenseits des Menschlichen. Diese Sprachrohre sind nur meine Werkzeuge und sind euch nicht überlegen, sondern sind euch gleich.

    33. Stillt euren Durst in meinem unerschöpflichen Quell, damit ihr nicht länger durstig seid. Ich will nicht, dass meine Kinder weiterhin Hunger oder Durst leiden. Darum nähere Ich Mich euch und bringe euch das Brot des ewigen Lebens, damit ihr nicht einen Augenblick lang Mangel an geistigen Gütern fühlt. Ich hingegen habe Durst nach eurer Liebe, nach eurem Frieden, doch ihr habt Mir das Wasser eures Verständnisses verweigert. Bis zum heutigen Tage habt ihr den brennenden Durst nach Anerkennung meines Gesetzes, die ihr Mir als Kinder schuldet, nicht gestillt. Ich werde jedoch weiter auf euch warten, denn meine Geduld ist unerschöpflich. Kommt zu Mir, und Ich verspreche euch, dass euch mein Schutz nicht fehlen wird; denn wenn ihr Mich heute zu lieben versteht, werdet ihr eines Tages zu Mir gelangen und Mich endlich verstehen.

    34. Lebt und nehmt von allem, was Ich für euer Wohlbefinden auf Erden geschaffen habe, auf dass der Friede nicht von euch gehe. Lasst nicht nach im Kampfe, damit ihr eure geistige Erlösung erreicht.

    35. Wenn der Geist vorbereitet ist, gibt es für ihn keine Nacht, keine Müdigkeit noch Schlaf; im Tätigsein gewinnt er seine Stärke, und jede Prüfung ist für ihn eine kostbare Gelegenheit, seine Kraft und Ausdauer zu beweisen. Andere Geistwesen, obschon sie schwach sind, verstehen es, Mich in der Stunde der Prüfung zu suchen; ihr Glaube und ihr Vertrauen lassen sie diese bestehen. — Ich will euch demütig und gehorsam haben, damit ihr euch durch eurer Gewissen leiten lasst, welches der göttliche Funke ist — welches euren Geist führt.

    36. Um was wollt ihr Mich bitten und um wen weint ihr? Ihr sagt Mir, dass nur Ich allein euch das geben kann, was ihr benötigt. Seid gesegnet, die ihr Mich also sucht und Mich in Demut für eure geliebten Angehörigen bittet und für jene, die ihr zärtlich liebt, und um deren geistigen Fortschritt ihr besorgt seid, ohne dass sie mit euch blutsverwandt sind. Ihr bittet Mich für die, welche im Gefängnis leben und eine Strafe verbüßen, und für die, welche als Unschuldige ebenfalls eingesperrt sind. Ihr betet für die Kranken, die fern von ihrem Heime leiden. Dies Verlangen entsteht in euch, weil ihr zu lieben beginnt und in dieser Empfindung immer mehr die höchste Wonne findet. Lasst euch von der Liebe inspirieren, um all eure Werke zu verwirklichen, dann werden sie geistigen Gehalt haben.

    37. Wenn ihr betet, so sucht Mich im Unendlichen jenseits alles Irdischen. Setzt euch mit Mir in Verbindung, und wenn ihr in eure Welt zurückkehrt, wird jeder Zweifel zerstreut sein, wird es keine Hindernisse auf dem Wege geben, und ihr werdet euch voll meiner Weisheit fühlen.

    38. Ich habe euch diese Zeit gegeben, damit ihr sie zum Studium meiner Unterweisung nutzt, damit ihr euch in mein Wort vertiefen könnt, abgewandt von den Vergnügungen der Welt. Heute habt ihr Mich sehr nahe bei euch, mein Licht hat euren Geist beschienen; mein Wesen nährt euch, und mein Vorbild habt ihr ewig gegenwärtig. Glaubt nicht, dass Ich euch nur in der Zweiten Zeit Beweise der Liebe gab; meine Gegenwart ist ewig bei euch. Ich verlange von euch nur, dass ihr euch zubereitet, um Mich in allen meinen Werken zu fühlen. In den Prüfungen, welche heute die Menschheit beugen, könnt ihr die Unbeugsamkeit meiner Gerechtigkeit erkennen.

    39. Ihr alle werdet das Ziel erreichen durch die Erfüllung eurer Aufgabe. Ich habe euch meine Lehren, die unerschöpflich sind, deshalb gegeben, damit ihr auf der Stufenleiter eurer Entwicklung emporsteigt. Nicht mein Blut ist es, das euch errettet, sondern mein Licht in eurem Geist wird euch erlösen.

    40. In der Zweiten Zeit, nach meinem Weggange, gab Ich euch meine Lehre durch meine Apostel; jetzt gebe Ich sie euch durch Vermittlung meiner Stimmträger, und in ihr biete Ich euch die göttliche Weisheit an, die euren Geist nährt und tröstet.

    41. Ich bitte euch, euer Herz in eine geistige Blume zu verwandeln, um sie Maria darzubringen, die ihr als Mutter sucht und die ihr liebt, weil ihrem Schoße die gesegnete Frucht entspross, welche euch das Brot des ewigen Lebens brachte: Jesus.

    42. Maria ist die Blume meines Himmlischen Gartens, deren Wesenheit immer in meinem Geiste gewesen ist.

    43. Seht ihr diese Blumen hier, die ihre Schönheit in Demut verbergen? Ebenso war und ist Maria: ein unerschöpflicher Born der Schönheit für den, der sie in Reinheit und Ehrfurcht zu schauen vermag, und ein Schatz an Güte und Zärtlichkeit für alle Wesen.

    44. Ich gab sie Jesus als Mutter; sie war das in eine Frau inkarnierte göttliche Zartgefühl. Sie ist es, die ihr als Fürsprecherin sucht, die ihr als Trost in euren Leiden anruft, und diese göttliche Liebe breitet sich wie ein Mantel über die Menschheit.

    45. Sie ist jene, die der Engel des Herrn „Gesegnete unter allen Frauen“ nannte. Sie ist dieselbe, die Christus am Kreuze als geistige Mutter aller Menschen zurückließ.

    46. Maria ging durch die Welt und verbarg ihre göttliche Wesenheit; sie wusste, wer sie war und wer ihr Sohn war. Doch statt sich mit jener Gnade zu brüsten, erklärte sie sich nur für eine Dienerin des Höchsten, für ein Werkzeug der Ratschlüsse des Herrn.

    47. Maria ging still durch die Welt, doch sie erfüllte die Herzen mit Frieden, legte für die Bedürftigen Fürbitte ein, betete für alle und vergoss zuletzt ihre Tränen der Vergebung und des Mitleids über die Unwissenheit und Schlechtigkeit der Menschen. Warum solltet ihr euch nicht an Maria wenden, wenn ihr zum Herrn kommen wollt, da ihr durch Sie Jesus empfangen habt? Waren nicht Mutter und Sohn in der Todesstunde des Erlösers vereint? Vermischte sich nicht in jenem Augenblicke das Blut des Sohnes mit den Tränen der Mutter?

    48. So ist es nicht verwunderlich, dass ihr sie in dieser Zeit sucht, damit sie euch führt und dem Meister näherbringt.

    49. Selig, die diese Blume der Demut und Reinheit im himmlischen Garten zu entdecken verstehen; aber Ich sage euch noch einmal, dass nur der reine Blick sie wird finden können.

    50. Heute stellt ihr Mir eure Leiden vor Augen, damit Ich sie lindere, und in Wahrheit sage Ich euch, dass dies meine Aufgabe ist, dass Ich hierfür gekommen bin, weil Ich der Göttliche Arzt bin.

    Doch bevor mein Heilbalsam in euren Wunden wirksam wird, bevor meine Liebkosung zu euch gelangt, konzentriert euch auf euch selbst und prüft euren Schmerz, erforscht ihn, denkt die ganze Zeit, die dazu nötig ist, gründlich darüber nach, damit ihr aus dieser Betrachtung die Lehre entnehmt, welche diese Prüfung enthält, ebenso wie die Erkenntnis, die sich darin verbirgt und die ihr kennen müsst. Diese Erkenntnis wird Erfahrung, wird Glaube, wird ein Blick ins Angesicht der Wahrheit sein, wird die Erklärung für viele von euch unverstandene Prüfungen und Lektionen sein.

    51. Erforscht den Schmerz, als ob er etwas Greifbares wäre, und ihr werdet in ihm den schönen Samen der Erfahrung entdecken, die große Lehre eures Daseins, denn der Schmerz ist zum Lehrmeister in eurem Leben geworden.

    52. Wer den Schmerz als einen Lehrmeister betrachtet und mit Sanftmut seine Mahnrufe befolgt, die er zur Erneuerung, zur Reue und zur Besserung macht, der wird später das Glücksgefühl, den Frieden und die Gesundheit kennenlernen.

    53. Prüft euch sorgfältig, und ihr werdet erleben, wie viel Nutzen ihr daraus zieht. Ihr werdet eure Mängel und Unvollkommenheiten erkennen, sie berichtigen und deshalb aufhören, Richter der anderen zu sein.

    54. Ihr bittet Mich, dass Ich euch heile; doch wahrlich, Ich sage euch, niemand kann ein besserer Arzt sein als ihr selbst.

    55. Was nützt es, dass Ich euch heile und euren Schmerz beseitige, wenn ihr nicht eure Irrtümer, Sünden, Laster und Unvollkommenheiten ablegt? Nicht der Schmerz ist der Ursprung eurer Krankheiten, sondern eure Sünden. Seht, das ist der Ursprung des Schmerzes! Bekämpft also die Sünde, trennt euch von ihr, und ihr werdet gesund sein. Doch dies zu tun ist eure Aufgabe. Ich lehre euch nur und helfe euch dabei.

    56. Wenn ihr durch euer Gewissen den Grund für eure Leiden entdeckt und alles daran setzt, ihn zu bekämpfen, werdet ihr die göttliche Kraft voll und ganz spüren, die euch hilft, im Kampfe zu siegen und eure geistige Freiheit zu gewinnen.

    57. Wie groß wird eure Befriedigung sein, wenn ihr fühlt, dass ihr durch eure eigenen Verdienste erreicht habt, euch vom Schmerze zu befreien, und ihr Frieden erlangt habt. Dann werdet ihr sagen: „Mein Vater, Dein Wort war meine Heilung, Deine Lehre war meine Rettung.“

    58. Hört jetzt damit auf, in einer Welt von Vermutungen zu leben. Ihr dürft weder als Menschen und noch weniger als Geistwesen in Unkenntnis der Wahrheit sein. Wie wollt ihr im materiellen Kampfe siegreich sein, ohne das Geistige Leben zu kennen? Wie wollt ihr groß, gesund, weise und stark sein, wenn ihr eure Augen dem ewigen Lichte hartnäckig verschließt?

    59. Lebt nicht mehr im Dämmerlicht! Wacht auf und kommt ins volle Tageslicht! Seid keine kleinen Kinder mehr und wachset geistig!

    60. Noch könnt ihr sagen, dass ihr im Frieden lebt, wenn ihr euch mit anderen Nationen vergleicht; doch wenn ihr euch verzagt fühlt, so schöpft aus meinem Werk die Kraft; wenn euch die Lehren des Materialismus beherrschen wollen, so nehmt aus meinem Wort das Licht. Wahrlich, Ich sage euch, falls ihr euch nicht vorbereiten solltet, wie Ich es euch lehre, werden viele von euch in Verwirrung geraten, viele Mir den Rücken kehren, und viele Gläubige von heute werden morgen meine Feinde sein und aufstehen, um diese Wahrheit zu leugnen. Schon im voraus vergebe Ich euch, aber Ich mache euch auch im voraus darauf aufmerksam und halte euch wach.

    61. Noch einmal sage Ich euch, dass ihr euch sorgfältig prüfen sollt; auf diese Weise werdet ihr anfangen, ein wenig brüderlicher mit den anderen zu fühlen, mitleidiger und verständnisvoller mit euren Nächsten zu sein. Heute stoßen euch noch viele Handlungen der anderen ab, weil ihr eure eigenen Fehler vergesst. Doch wenn ihr eure Flecken und Fehler kennt, werdet ihr die Liebe verstehen, mit der Ich euch vergebe und euch erwarte. Dann könnt ihr nur noch sagen: „Wenn mein Vater mir vergeben hat, nachdem ich Ihn so sehr verletzt habe, ist es meine Pflicht, meinen Brüdern zu vergeben.“

    62. Der Mensch versteht es nicht, in sein Inneres zu blicken, seine Handlungen und Gedanken zu prüfen.

    63. Geistige Zurüstung ist es, was euch nottut; aber wenn ihr nach meinem Worte handelt, werdet ihr im Leben eurer Brüder Erregung verursachen, weil sich in euch der Geist mit all seinen Gaben und Kräften kundtun wird.

    64. Wahrlich, Ich sage euch, die Geschichte des Spiritualismus wird in der Menschheitsgeschichte mit leuchtenden Lettern geschrieben werden.

    65. Machte sich Israel nicht unsterblich durch die Befreiung vom ägyptischen Joch? Machten sich die Christen auf ihrem Siegeszug nicht durch die Liebe unsterblich? Ebenso werden sich die Spiritualisten unsterblich machen in ihrem Kampfe für die Freiheit des Geistes.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 7

    1. Denen, die meine Kundgebung noch nicht verstehen, sage Ich: Dieser Mann, durch den Ich Mich kundtue, ist ein Mensch wie ihr, und dieser Stuhl, den ihr in der Ecke des Versammlungsraumes seht, auf dem der Stimmträger meines Wortes ruht, ist nicht der Thron des Herrn.

    2. Der Thron, den Ich bei euch suche, ist euer Herz, und in ihm werde Ich Mich niederlassen, wenn es Mich ohne Abgötterei oder Fanatismus anzubeten versteht.

    3. Ihr seid so schwach und so zur Abgötterei geneigt, dass ihr, ohne es zu bemerken, Mich in den Körpern anbetet, durch welche Ich Mich mitteile, und diese Plätze anseht, als ob sie heilig wären. Aber wenn ihr Mich nicht mehr in dieser Form habt, werdet ihr verstehen, dass diese Sprachrohre nicht das erhabenste Mittel für meine Kundgabe waren. Wenn der Göttliche Strahl, statt auf den menschlichen Verstand herabzukommen, sich in eurem gebührend vorbereiteten Geist niederlässt, dann werdet ihr wirklich die vollkommene Kundgabe erreicht haben; denn hierbei wird es keine Irrtümer noch Unklarheiten geben, die sich mit dem Lichte eures Meisters vermischen.

    4. Der Mensch war von Ewigkeit her dazu bestimmt, sich mit meinem Geiste unter vielerlei Formen zu verbinden, und diese, die ihr jetzt mittels des menschlichen Verstandes habt, ist eine davon.

    5. Falls ihr Unvollkommenheit in diesem Worte findet, so schreibt sie dem Verstande zu, durch den Ich Mich mitteile, und bedenket dabei, dass Ich diese Stimmträger aus den Einfachen, Unwissenden und Ungebildeten ausgesucht habe, damit meine Kundgabe durch Sie euch in Erstaunen setzen sollte. Wenn ihr jedoch in den tieferen Sinn meiner Lehre eindringt, so werdet nicht zu Richtern meiner Stimmträger, denn sie zu richten bin Ich allein zuständig, der in jedem Augenblicke durch das Gewissen zu ihnen spricht. Messt also nicht mit eurer Elle, denn mit eben dieser werdet ihr gemessen werden.

    6. Wer gerufen worden ist, um mein Arbeiter zu sein, fühlt, dass sein Herz ihn dazu bewegt, Mir zuzuhören und weiterhin diese Stätten des Gebets und tätiger Nächstenliebe zu betreten.

    7. Zu denen, welche ahnen, dass sie zu den Auserwählten dieser Dritten Zeit gehören, und zu denen, die sich bereits in den Reihen meiner Arbeiter befinden, sage Ich: Haltet meine Gebote, denkt über meine Ermahnungen nach und verschafft euch Klarheit über meine Worte, damit ihr starke Soldaten seid, die sich nicht durch die Prüfungen besiegen lassen.

    8. Ihr alle müsst wissen, dass Ich mit dem Jahresende 1950 aufhören werde, in dieser Form zu euch zu sprechen, und dass es notwendig ist, dass dies geschieht, damit ihr Mich in Vollkraft unter euch fühlt, wenn ihr Mir die vollkommene Anbetung von Geist zu Geiste darbringt.

    9. Mit diesen Unterweisungen, die Ich euch gebe, bringe Ich euch näher an die Zeit heran, die Ich euch ankündige, damit ihr allmählich den Wandel versteht, welcher nach 1950 in euch vor sich gehen wird.

    10. Zu jenem Zeitpunkt müsst ihr stark und vorbereitet sein, falls ihr euch meinem Willen unterwerfen und in eurer geistigen Entwicklung fortschreiten wollt.

    11. Ihr müsst wachsam sein, denn alle Augenblicke wird die Versuchung euch überfallen, um die einen zu verleiten, auf unbestimmte Zeit einen Entwicklungsabschnitt fortzusetzen, dessen Ende von Mir angezeigt worden ist, und die anderen dazu, aus Mangel an Vorbereitung und infolge übermäßiger Eitelkeit zu sagen, dass sie im Geistigen mein göttliches Wort hören. Aber schon heute warne Ich euch, und Ich will, dass ihr wisst, dass Ich dann nicht mit menschlichen Worten spreche, sondern mit Inspirationen, mit Ideen und Gedanken.

    12. Um euch meine Unterweisungen mit menschlichen Worten zu geben, habe Ich Mich über den menschlichen Verstand mitgeteilt; doch bei der Kundgabe von Geist zu Geist werdet weder ihr mit Mir noch euer Vater mit euch mit materiellen Worten sprechen.

    13. Wenn ihr euch nicht zubereitet, werden undeutliche Stimmen zu euren Ohren gelangen, die euch verwirren, und später werdet ihr eure Mitmenschen damit verwirren. Ich mache euch wachsam, damit ihr, wenn diese Kundgaben einmal beendet sind, nicht versucht, sie von neuem aufzunehmen, weil es keine Geistwesen des Lichtes sein werden, die sich kundgeben, sondern verwirrte Wesen, welche das zerstören wollen, was ihr vorher aufgebaut habt.

    14. Dagegen wird der, der sich vorzubereiten versteht — jener, welcher, statt hervorragen zu wollen, sich nützlich zu machen sucht, welcher, statt Ereignisse zu beschleunigen, mit Geduld abwartet, meine Unterweisung deutlich vernehmen, die zu seinem Geiste gelangen wird durch die Gaben, die in ihm sind, welches die der Inspiration, der Intuition, der Vorausahnung sind, mittels des Gebetes, der geistigen Schauung und der prophetischen Träume.

    15. Ich bereite dich vor, mein Volk, damit du nicht aus Unwissenheit mein Gesetz entweihst. Ich öffne dir die Augen für das Licht der Wahrheit, damit du die ungeheure Verantwortung verstehst, die auf dir ruht, und du gleichzeitig begreifst, wie unendlich heikel die Aufgabe ist, die Ich dir innerhalb dieses Werkes anvertraut habe.

    16. Ich will, dass euer Gehorsam euch meines Schutzes würdig macht, und nicht, dass ihr euch mit euren Irrtümern, eurem Unverständnis und Ungehorsam der Gefahr aussetzt, dass die Justiz der Menschen es ist, die eure Schritte auf der Erde aufhält.

    17. Wahrlich, Ich sage euch, wer mein Gesetz nicht erfüllt, das in seinem Gewissen existiert, wird nicht zu Mir kommen; aber Ich sage euch auch, dass es traurig wäre, wenn ihr euch sehr um die Aussaat bemüht hättet, und wenn die Zeit der Ernte kommt, ihr von eurer Ernte enttäuscht wäret, weil ihr erkennt, dass all euer Tun für euren Körper geschah und nichts auf die Vervollkommnung eures Geistes abzielte.

    18. Mein Volk, weine nicht, wenn du Mich so sprechen hörst; glaube nicht, dass Ich ungerecht bin, wenn Ich Forderungen an dich stelle, und schreibe diese Worte nicht der Hartherzigkeit des Stimmträgers zu. Ich weiß, dass Ich Grund habe, euch zu warnen und wachsam zu halten.

    19. Ich will euch unter der Menschheit zurücklassen, um viele zu retten, die im Finstern wandeln, weil sie das Licht der Wahrheit nicht zu erblicken vermögen. Doch wenn ihr nicht die Zurüstung erlangt, die ihr haben müsst, um würdig zu sein, euch meine Jünger zu nennen — glaubt ihr, dass ein Blinder andere Blinde führen kann?

    20. In Wahrheit sage Ich euch, dass nur der von Tugend sprechen darf, der sie auf seinem Wege ausgeübt hat und sie zu empfinden vermag.

    21. Wache und bete, mein Volk, damit das Gefühl der Verantwortlichkeit in dir erwacht und du bei jedem Schritte die Stimme des Gewissens hören kannst; damit du fühlst, dass du in die Zeit des Lichtes eingetreten bist, in der dein Geist erwachen und gegenüber meinen Geboten achtsam sein muss. Die kommenden Generationen werden euch glücklich schätzen, wenn sie erfahren, dass ihr auserwählt wart, die Grundmauern einer neuen Menschheit zu bilden, die Vorboten meiner Lehre der Dritten Zeit zu sein.

    22. Ihr alle habt in dieser Zeit den Schmerz empfunden, und euer Herz, an seinen empfindlichsten Saiten berührt, ist nach Abklingen des Schmerzes zu Mir zurückgekehrt und hat sich vorgenommen, Mir zu folgen. Ein einziges meiner Worte hat genügt, euch erkennen zu lassen, dass Ich es bin, der in dieser Form zu euch spricht. Der Hunger nach Zärtlichkeit und Liebe, den ihr Mir vor Augen führtet, ist geschwunden, und ihr verlangt nur danach, meine Gnade zu bewahren. Aber viele werden meine Kundgebungen nicht zu deuten wissen, die Ich zur Zeit in mancherlei Gestalt der Menschheit gebe, noch werden sie mein Wort verstehen, und diese Unwissenheit wird wie eine Binde vor ihren Augen sein, die sie hindert, meine Wahrheit zu erkennen.

    23. Wenn ihr Mich finden wollt, so sucht Mich in der Stille, in der Demut eures inneren Tempels, und dort werdet ihr in Verbindung mit meinem Geiste sein, und Ich werde Mich von euch geliebt und verehrt fühlen.

    24. Macht euch kein Bild von Mir, und sucht Mich auch nicht in irgendeinem Gegenstand anzuschauen. Baut die Versammlungsstätte, die ihr meiner Verehrung widmet, nicht mit Prunk; wo immer ihr euch befindet, könnt ihr euren Geist erheben. Wenn ihr zusammenkommen wollt, so wird ein einfaches Zimmer genügen, um euch zu versammeln, und wenn ihr Mir das wahre Heiligtum in eurem Herzen errichtet habt, so sollt ihr eure Brüder lehren, es ebenfalls aufzurichten.

    25. Ihr zeigt Mir eure Armut und sagt Mir, dass ihr keine Güter auf Erden besitzt; doch bedenkt, dass Ich euch den Frieden, die Liebe, die geistige Erhebung gegeben habe, die einen größeren Schatz darstellen. Seid das starke, das kluge Israel, und wenn ihr euch durch meinen Geist inspiriert fühlt, so sprecht zu euren Brüdern von Mir, heilt die Kranken, stärkt die Schwachen, schützt die Wehrlosen; in diesen Tätigkeiten werdet ihr den Reichtum erfahren, der in eurem Geiste ruht, und ihr werdet euch glücklich fühlen.

    26. Die „Letzten“ werden große Schritte vorwärts auf diesem Wege machen, und ihr müsst ihnen schon heute den Weg bereiten. Wenn diese Zeit kommt, so dankt Mir und bezeugt euren Brüdern, dass sich mein Wort erfüllt hat. Haltet niemanden auf in seinem geistigen Fortschritt, denn es ist mein Wille, dass diese Menschheit sich in kurzer Zeit entwickelt.

    27. Ich nehme eure große oder kleine Erfüllung entgegen. Ich gebe euch meine Kraft und tröste euch in euren Leiden; eure Tränen sind die beste Bewässerung, die ihr euren Saaten gebt. So wie eine Mutter sich in Sorge verzehrt und in der Stille ihre Tränen vergießt wegen des Unverstandes ihrer Kinder, so sollt ihr für jene wachen und Leid tragen, die Ich eurer Fürsorge überlassen habe, damit Ich euch sagen kann: Selig seien meine Diener. Selig seien die Sämänner des vollkommenen Samens.

    28. Ich empfange euch, Wanderer. Ich empfange euch, Sämänner. Ihr entfernt euch nach und nach von den unnützen Gebräuchen, um eurem Herrn nachzufolgen, wohl wissend, dass der Lohn eures Kampfes nicht auf Erden ist. Ihr ergebt euch in die Wechselfälle des Lebens. Seid gesegnet.

    Ihr habt keine leckeren Speisen von Mir erbeten, ihr habt euch mit einem harten Stück trockenen Brotes begnügt. Seid gesegnet, denn ihr habt Beweise dafür erbracht, dass ihr nicht hinter einer irdischen Sache her seid, sondern ihr habt gezeigt, dass ihr immer mehr der Spur Jesu von Nazareth folgt.

    29. Die Prüfungen haben euch nicht erschreckt, und in Wahrheit sage Ich euch: Ich habe jedem von euch ein Kreuz auferlegt; all eure Schmerzen, alles, was euch die Menschen entrissen haben, euer Mangel, das Leid, das ihr alle und jeder einzelne im Herzen trägt, dies ist euer Kreuz. Mit Geduld habt ihr es getragen, und eure Sanftmut ist eines Lohnes wert.

    30. Wer nur das sucht, was der Welt angehört, hält es nicht mit Mir. Die Güter der Erde erlangt ihr mit eurer materiellen Arbeit, die Güter des Geistes jedoch erreicht ihr nur durch Zurüstung und geistige Erfüllung.

    31. Ich bin euer Meister und sage euch: Da ihr schon euer Kreuz mit Geduld tragt, so lasst es nicht auf halbem Wege zurück. Wer heil sein will, wird sein Kreuz bis ans Ende des Lebensweges tragen. Wer sich nicht dareinfügt, wird sein Kreuz noch schwerer machen, und es wird ihm unerträglich erscheinen.

    32. Wenn ihr wollt, dass eure Erfüllung in meiner Lehre verdienstvoll sei, so traget eure Leiden mit Geduld; und bei jenem, der Mir sagt: „Meister, ich trage kein Kreuz mit mir“, sehe Ich, dass er nur eine Last fehlender Ergebung trägt; doch dies ist nicht mein Wille.

    33. Was habt ihr Mir vorzuweisen? Welches ist der Samen, den ihr gepflegt habt? Welches sind die Äcker, die ihr bearbeitet und durch eure Erfüllung fruchtbar gemacht habt? Die Zeit, in der die Saaten vollkommen sind, ist noch nicht gekommen, aber Ich will euch nicht entmutigen. Ich lehre euch, damit ihr größte Erhebung erlangt. Vergesst nicht, dass gemäß eurer Aussaat auch die Ernte sein wird. Wenn der Weizen, den ihr sät, taub ist, werdet ihr nichts ernten. Wenn ihr wenig sät, werdet ihr wenig ernten. Widmet euch daher eurer Aussaat, und ihr werdet euch einen Lohn für die Zukunft erarbeiten. Die reife Frucht wird in meiner Kornkammer sein.

    Ich überlasse euch die „Sieben Ähren“, um sie anzubauen. Ich werde die Frucht der ersten, die Frucht der zweiten und so bis zur letzten verlangen, und wenn alle von gutem Geschmack sind, wird die Ernte vollkommen sein. Doch was sind diese Ähren, von denen Ich zu euch spreche, geliebte Jünger? — Es sind die sieben Tugenden des Geistes.

    34. Stärket euch! Der Balsam ist bei euch gewesen, und Ich habe eurem Geiste mein Licht gegeben. Die Menschen werden kommen, um euch auszuforschen, doch Ich werde ihnen durch eure Vermittlung Beweise liefern. Wehe dem, der nicht vorbereitet ist, denn sie werden an ihm und am Meister zweifeln. Ich mache euch stark für den Augenblick der Prüfung; doch warum seid ihr überrascht, wenn diese kommt? War mein Wort etwa nicht prophetisch? Darum sage Ich euch: Mache dich bereit, mein Volk, denn du wirst auf deinem Wege dem hungrigen Wolf begegnen, der dich im Schafspelz überrumpeln will. Wenn du aber wachsam bist, wirst du ihn entlarven und ihn mit deinen Waffen der Liebe besiegen.

    35. Die Menschen werden nach euren Fehlern suchen, um euch zu verderben. So wie sie den Meister in der Zweiten Zeit ausgeforscht haben, werden sie auch mit euch verfahren. Aber Ich wecke euch auf, bereite euch vor und gebe euch Intuition.

    36. In nahen und fernen Gegenden werdet ihr mein Wort weitergeben. Neue Arbeiter werde Ich zurüsten, damit der Baum nach 1950 nicht allein bleibt.

    37. Habt keine Furcht vor den Menschen; denn wahrlich, Ich sage euch: Ich werde durch euren Mund reden, mein Wort durch euch bezeugen, und das Echo desselben wird bis ans Ende der Welt gelangen, zu den Großen, zu den Kleinen, zu den Regierenden, zu den Wissenschaftlern und den Theologen.

    38. Die Menschheit wird in euch die Boten des Heiligen Geistes sehen. Ihr sollt die Unvollkommenheit in Vollkommenheit verwandeln. Euer Wort soll liebreich sein, voll Zartgefühl, dann wird der Kranke durch dasselbe die Gesundheit empfangen, und der vom Weg Abgeirrte wird seine Fehler bereuen und zu Mir zurückkehren.

    39. Heute seid ihr meine Jünger, morgen sollt ihr zu Meister werden, um der Menschheit ein gutes Vorbild zu geben. Ich werde euch zum Quell der Liebe und der Weisheit kommen sehen, mit einem Herzen voller Freude, und Ich werde euch sagen: Kommt und stillt euren Durst; und wenn ihr dann getrunken und euch zu Mir erhoben habt, werdet ihr Mich erblicken, wie Ich euch auf die Wege der Welt hinweise, wo sich die durstigen Menschenmengen befinden, die auf euer Kommen warten.

    40. Kinder des Lichtes und des Friedens nennt euch der Vater, doch müsst ihr diesen Namen durch eure Werke rechtfertigen. Nur so werdet ihr von Mir reden können.

    Weh dem, der von Eitelkeit erfüllt wird, da er sich mit Gaben überhäuft fühlt, oder der zulässt, dass die Selbstsucht von seinem Herzen Besitz ergreift; denn sein Fall wird nicht auf sich warten lassen und würde sehr schmerzhaft sein.

    41. Die Frucht, die Ich euch gegeben habe, damit ihr sie mit euren Geschwistern teilt, hat einen Geschmack, den ihr nicht verwechseln könnt, noch ändern dürft, wenn ihr nicht wollt, dass euer Werk unfruchtbar ist. Es ist nicht mein Wille, dass ihr hinausposaunt, dass ihr Mich liebt. Ich will, dass ihr mit euren Werken nach und nach eine Spur der Liebe, der Barmherzigkeit und des Glaubens hinterlasst.

    42. Immer, wenn ihr euch aufmacht und verkündet, dass ihr meine Auserwählten seid — die, welche Mir näherstehen und Mir besser dienen, werde Ich euch der Prüfung unterziehen, wie Ich es mit meinen Aposteln auf dem Galiläischen Meere tat. Dann werdet ihr wissen, ob ihr Mich in Wahrheit liebt und ob euer Glaube fest ist. Wer Mir nachfolgen will, muss demütig sein.

    43. Der Gehorsam gegen mein Gesetz bedeutet Demut in eurem Geiste; wer gehorsam ist, ist eingehüllt in meine Gnade, während derjenige, der nach seinem eigenen Willen wandelt — in der Meinung, sein Erbe bei sich zu tragen — in Wahrheit sich seiner Gaben beraubt hat.

    44. Tag für Tag bin Ich dabei, euch zu lehren, euch für den Kampf auszurüsten, weil Ich bald nicht mehr in dieser Form zu euch sprechen werde und es notwendig ist, dass ihr stark seid, um die Prüfungen zu bestehen. Bleibt bei Mir, lernt Mich in euren Herzen tragen, dann werdet ihr Mich in den Stunden der Prüfung durch eure Vermittlung Wunder tun sehen.

    45. Begreift alle, was Ich euch habe sagen wollen, damit ihr nicht denkt, dass es unmöglich ist, meine Lehre in euch zu tragen.

    46. Legt meine Worte richtig aus, damit ihr einen weiteren Schritt auf dem Wege eurer geistigen Vervollkommnung tun könnt.

    47. Wäret ihr fähig, alles zu verlassen, um Mir zu folgen, wie jene, die Mir in der Zweiten Zeit aus nächster Nähe nachfolgten? Oder werdet ihr den Verlorenen Sohn meines Gleichnisses nachzuahmen versuchen, der das Heim seines Vaters verließ, um in andere Länder zu gehen und das Erbe zu vergeuden, das man ihm ausgehändigt hatte?

    48. Ihr bleibt nachdenklich und wagt Mir nicht zu antworten; doch fürchtet euch nicht, denn wenn Ich euch gerufen habe, so deshalb, weil Ich weiß, dass ihr Mich liebt und Mir bis zum Ende des Weges folgen werdet.

    49. Wenn das, was ihr fürchtet, der Verlust eures Lebens oder das Erleiden von Blutopfern ist, so sage Ich euch schon heute, dass ihr diesen Prüfungen in eurem geistigen Kampfe nicht begegnen werdet. Die Erde ist schon seit der Zweiten Zeit mit dem Blute des Meisters und seiner Jünger fruchtbar gemacht.

    50. Euer Verdienst wird darin bestehen, dass ihr das geistige Gesetz erfüllt, ohne eure Pflichten gegenüber dem materiellen Leben zu vernachlässigen.

    51. Ich verlange nicht von allen die gleiche Entsagung, auch sind nicht alle des gleichen Opfers fähig. In der damaligen Zeit mussten meine Jünger sich vollständig dem Werke widmen, das Ich ihnen anvertraute, und dafür war es notwendig, dass sie Eltern, Kinder, Gattin und alles, was sie auf der Welt besaßen, verließen. Als Ich hingegen die Menschenmenge lehrte, zeigte Ich ihr, dass es unerlässlich ist „, Gott zu geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist“, um das Leben zu erfüllen, das der Schöpfer gab.

    52. Jene Menschheit war vermaterialisiert und gleichzeitig wenig entwickelt; darum sagte Ich zu den Menschenmengen: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das von Gott kommt“.

    53. Ihr seid gleichfalls eine materialistische Menschheit, doch zugleich entwickelt — fähiger, eurem Geiste das zu geben, was er benötigt, und eurem menschlichen Leben, was dieses erfordert.

    54. Ihr seid keine Neulinge gegenüber meiner Lehre; denn wenn es so wäre, hätte Ich euch das Gesetz in Stein gemeißelt übergeben müssen, wie Ich es in der Ersten Zeit tat. Da Ich zu euch jedoch über Vergeistigung spreche und euch die Geheimnisse offenbare, welche den Menschen in jenen Zeiten nicht gezeigt wurden, ist es ein Zeichen dafür, dass ihr schon in den vergangenen Zeiten meine Jünger wart. Seht, das ist der Grund, weshalb Ich euch manchmal sage, dass jene und ihr dieselben sind.

    55. Ein Gleichnis

    In einem fernen Lande lebte ein Vater mit einem seiner Söhne, den er innig liebte.

    56. Der Sohn wurde krank, und als der Vater sah, dass sein Leben in Gefahr war, brachte er ihn zu einer Anhöhe, wo sich ein Greis befand, der die Geschicke jenes Landes lenkte, und als er zu dessen Füßen ankam, sprach er also zu dem Greis: „Mein Sohn ist krank, und mein größter Wunsch ist, dass er Besserung finde; denn wenn er stürbe, würde auch ich vor Schmerz sterben.“

    57. „Dein Sohn wird gesund werden und voll Leben und Kraft in die Heimat zurückkehren“, erwiderte ihm der Greis; und während er diese Worte aussprach, berührte er den Kranken, und dieser wurde gesund.

    58. Nach der Rückkehr in die Heimat sah der Vater seinen Sohn rüstig und kerngesund. Die Zeit verging, und jener Sohn fühlte sich stark und wurde anmaßend; er geriet auf Abwege und nahm giftige Früchte zu sich, die seinen Körper und seinen Geist krank machten. Er verkannte seinen Vater, und sein Herz hegte nur noch Gefühle des Hasses und der Zerstörung.

    59. Als sein Vater ihn in diesem Abgrund der Bosheit verloren sah, ging er zu der Anhöhe und sprach zu dem Greis: „Ehrwürdiger Greis, mein Sohn ist auf die schiefe Bahn geraten, die ihn in den Abgrund geführt hat.“

    60. „Warum weinst du?“ sprach zu ihm der Greis.

    61. „Ich weine beim Anblick der Verkommenheit meines Sohnes. Ich habe gehofft, dass sein Geist von dieser Welt genommen wird, aber dieser Augenblick kommt nicht, und ich kann seine Schlechtigkeit nicht mehr ertragen.“

    62. Der Greis antwortete ihm: „Du hast darum gebeten, dass er lebe, und er ist am Leben geblieben. Es war an der Zeit, dass sein Lebensweg auf Erden zu Ende gegangen wäre. Doch nun erkenne, dass du lernen musst, richtig zu bitten und dich in meinen Willen zu fügen.“ (Ende des Gleichnisses)

    63. Geliebtes Israel: Ich bin immer gerecht in meinen Entscheidungen. Warum wollt ihr euch zuweilen in meine hohen Ratschlüsse einschalten? Wisst ihr nicht, dass die, welche in die Geistige Welt abscheiden, in das wahre Leben eingehen? Widersetzt euch nicht, im Gegenteil, helft ihnen, damit sie mit eurem Einverständnis scheiden, und ihr Schritt von dieser Welt in die andere voll Fassung und geistigem Verständnis geschieht.

    64. Sucht Mich als Vater, erkennt meine Liebe, meine Weisheit und meine Gerechtigkeit; kommt zu Mir auf den Stufen des Gebetes, des Glaubens und der guten Werke.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 6

    1. Selig seid ihr, die ihr die Unterweisung des Meisters hört, denn meine Lehre ist der Same, den ihr den kommenden Generationen überbringen werdet. Ihr seid der erstgeborene Sohn, der mit seinem Beispiel für seine jüngeren Geschwister den Weg bereitet.

    2. Dies ist die Dritte Zeit, in der mein Göttlicher Geist sich über alles Fleisch und über jeden Geist ergießt, in Erfüllung der Weissagung, die Ich euch gab, dass jedes Auge Mich schauen werde.

    3. In Wahrheit sage Ich euch: Wenn ihr euch von Geist zu Geist mit meiner Göttlichkeit verbindet, werdet ihr Mich schauen, denn Ich entwickle euer geistiges Sehen.

    4. Ihr seid die Erben meines Reiches. Der Vater hat euch die Frucht des Lebensbaumes gegeben, damit ihr euch sättigt und später ihren Samen anbaut.

    5. Der Herr besaß die Ländereien und hat sie seinen Kindern, die ihr seid, gegeben, wobei Er euch „Arbeiter auf seinem Landgut“ nannte.

    6. Diejenigen, welche ihre Aufgabe begriffen haben und die Felder zu bearbeiten verstanden, haben sich erquickt und zeigen Mir ihre Zufriedenheit; die, welche sich den Weg mit duftenden Blumen geschmückt vorstellten und glaubten, der Baum brauche keine Pflege und Fürsorge, um Frucht zu bringen, zeigen sich heute erschöpft. Sie fanden auf ihrem Lebenswege so viel Elend, Sünde und Schmerz, dass sie sich unfähig fühlten, das Kreuz ihrer Mitmenschen zu erleichtern. Kaum hatten sie das Tagewerk begonnen, fühlten sie sich schon erschöpft. Sie widmeten sich der Aufgabe, Kranke zu heilen, und wurden selbst krank.

    7. Aber noch ist der Meister unter seinen Jüngern, um ihnen neue Unterweisungen zu geben und ihnen zu helfen, sich zu erheben. Ich sage euch: Bittet Mich, und Ich werde euch geben, denn Ich bin euer Vater.

    8. Meine Lehre voller Liebe und Geduld wird euch in sanfte Schafe verwandeln, die der Stimme ihres Hirten willig folgen.

    9. Vergesst nicht, dass ihr bei der Lade des Neuen Bundes geschworen habt, die Gebote meines Gesetzes zu erfüllen.

    10. Ja, Jünger, Eure Aufgabe ist die des Friedens und des Zusammenschlusses; ihr werdet meinen Tempel wiederaufrichten müssen, weil Ich der Menschheit durch euch mein Wort, meine Prophezeiungen und Gebote zu hinterlassen habe.

    11. Auch sage Ich euch: Warum wagt ihr es, gegen meinen Willen zu handeln oder ihn zu verfälschen, wo ihr doch die Erben des Vaters seid? Meint ihr nicht, dass ihr damit eure Sühnelast vermehrt? — Da habt ihr den Grund für eure Krankheiten und Schicksalsschläge!

    12. So Ich euch zu „Ersten“ gemacht habe, werdet nicht zu „Letzten“. Nehmt euren Platz ein und bewahrt diese Gnade bis zum Ende des Weges.

    13. Entzweit euch nicht, bildet eine einzige Familie, nur so könnt ihr stark sein.

    14. Werdet nicht stolz, bedenkt, dass eure Felder klein sind und eure Saat noch beschränkt ist. Seid immer demütig, und ihr werdet vor dem Vater groß sein.

    15. Die gestern schwach waren, werden die Starken von morgen sein — jenes Morgen, das ihr herbeisehnen sollt, welches wie das Anbrechen eines neuen Tages sein wird, dessen Sonne euren Geist erleuchtet. Dann werdet ihr einander Helfer sein, um euch die Last des Kreuzes tragen zu helfen.

    16. Betrachtet mein Werk nicht als Bürde und sagt nicht, dass die Erfüllung der schönen Aufgabe, den Vater und eure Mitmenschen zu lieben, für euren Geist schwer sei. Was wirklich schwer ist, ist das Kreuz der eigenen und fremden Schlechtigkeiten, um derentwillen ihr weinen, bluten und sogar sterben müsst. Die Undankbarkeit, die Verständnislosigkeit, die Selbstsucht und die Verleumdung werden wie eine Last auf euch liegen, wenn ihr ihnen Obdach gewährt.

    17. Dem widerspenstigen Menschen mag die Erfüllung meines Gesetzes hart und schwer erscheinen, weil es vollkommen ist und weder die Schlechtigkeit noch die Lüge begünstigt. Für den Gehorsamen jedoch ist das Gesetz seine Schutzwehr, seine Stütze und sein Heil.

    18. Ich warne euch vor allem und bereite euch vor, damit ihr meine Lehren mit wahrer Lauterkeit zu verbreiten versteht.

    19. Ich erleuchte meine Stimmträger, damit mein Strahl, zum menschlichen Wort geworden, doch voll himmlischen Sinngehalts, auf sie herabkommt, um die Menge zu nähren, zu reinigen und zu heilen. Bald wird die Zahl meiner Stimmträger größer werden; Männer und Frauen werden ausführlich sprechen, und durch sie werde Ich euch große Lehren offenbaren.

    20. Ich spreche zu euch und Ich wache über euch. Schlaft nicht wie die Jünger der Zweiten Zeit, während Jesus im Olivengarten betete, denn sonst werden euch die Feinde überraschen.

    21. Betet vereint mit eurem Meister, damit euer Gebet euch Mut gibt, und ihr nicht bei den Alarmsignalen verzagt.

    22. Mancher zweifelt an meiner Gegenwart, selbst wenn er meine Kundgabe durch sein Verstandesorgan empfängt. Dies deshalb, weil er bei der Beurteilung seines Lebens, seiner Worte und sogar seiner Gedanken sich für unwürdig und unrein hält und glaubt, dass meine Gegenwart in ihm unmöglich sei. Wahrlich, Ich sage euch: Unreine und Sünder sind sie alle, durch welche Ich Mich mitteile; aber Ich sehe ihr anhaltendes Bemühen, sich immer würdiger zu machen, mein göttliches Wort zu übermitteln, und meine Kraft und mein Licht sind mit ihnen.

    23. Dies Volk, das in der gegenwärtigen Zeit wie ein Mann in voller Jugendlichkeit aussehen sollte, ist wie ein Greis in die Gegenwart seines Vaters gekommen. Es kommt geistig müde von seiner langen Pilgerschaft, gebeugt vom Gewicht seiner Last, welk und enttäuscht. Um ihm jedoch auf seinem Weg zu helfen, habe Ich ein Buch aufgeschlagen, das Buch des Lebens, in welchem es das Geheimnis des ewigen Friedens, der ewigen Jugend, der Gesundheit und Freude entdecken wird.

    24. Auf meinen Ländereien werdet ihr die Stärke, die ihr verloren habt, zurückgewinnen, o meine Arbeiter!

    25. Mein Wort rät euch immer das Gute und die Tugend: dass ihr nicht schlecht von euren Mitmenschen sprecht und sie dadurch der Schande preisgebt; dass ihr nicht solche mit Verachtung anseht, die an Krankheiten leiden, die ihr ansteckend nennt; dass ihr nicht die Kriege begünstigt; dass ihr keine schändliche Beschäftigung habt, welche die Moral zerstört und die Laster begünstigt; dass ihr nichts Erschaffenes verflucht, nichts Fremdes ohne Erlaubnis des Eigentümers wegnehmt, noch Aberglauben verbreitet. Ihr sollt die Kranken besuchen, denen vergeben, die euch beleidigen, die Tugend beschützen und gute Vorbilder sein. Dann werdet ihr Mich und eure Mitmenschen lieben, da in diesen zwei Geboten das ganze Gesetz zusammengefasst ist.

    26. Lernet meine Lektion und lehret sie durch euer Handeln. Wenn ihr nicht lernt, wie wollt ihr dann meine Lehre predigen? Und wenn ihr nicht fühlt, was ihr gelernt habt, wie wollt ihr dann als gute Apostel lehren?

    27. Sage Mir, Volk: Was hast du wirklich gründlich erforscht und bis heute in die Tat umgesetzt? Mein Wort ist klar und einfach, und doch hast du noch nicht verstanden, es auszulegen. Aber Ich erleuchte dich und führe dich auf dem Weg des Lichtes. Verlasse diesen Weg nicht, noch weiche zurück; gehe auch nicht zu eilig.

    28. Aus Liebe zu euch bin Ich gekommen, euch zu lehren, und Ich sehne Mich danach, dass ihr zu Mir kommt und wie die Engel euren Gesang emporsendet: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen guten Willens.“

    29. Ich möchte von euch auch ein Wort der Reue hören, euer ehrliches Geständnis, um euch als Vater zu trösten und zu beraten und euer bester Freund zu sein.

    30. Heute wisst ihr noch nicht alles, was Ich euch während dieses Zeitabschnittes offenbaren werde. Schritt für Schritt werde Ich euch unterrichten. Meine Lehre, die erst einem Teil der Menschheit bekannt ist, wird verherrlicht werden, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

    31. Ich habe weder Gelehrte noch Philosophen gerufen, um Mich ihres Verstandes zu bedienen. Ich habe die Demütigen erwählt, um aus ihnen die Stimmträger meines Wortes zu machen, mittels welcher mein Geist euch diese Kundgabe übergibt, und Er freut sich, wenn Er sieht, dass ihr Mich erkennt.

    32. Der Quell meiner Liebe ist überfließend: wollt ihr Mich aufnehmen? Ich bin im Wesen meines Wortes. Vereinigt euren Gesang mit dem der Engel und rühmt Mich. Alles, was ihr zugunsten eures geistigen Fortschritts erbittet, werde Ich euch gewähren.

    33. Ihr hört das Wort des Vaters, mein Blick dringt in eure Herzen, doch in einigen sehe Ich die Härte des Felsens und die Kälte des Marmors; aber Ich lasse aus den Felsen Wasser quellen, und meine Liebe und Zärtlichkeit wird euch die Wärme geben, die euer Geist benötigt.

    34. Ich bildete euren Körper aus Materie und gab euch meinen göttlichen Atem. Ich stattete euch mit Gewissen aus, damit ihr in Erkenntnis meines Wesens leben solltet, und von Zeit zu Zeit habe Ich euch Lehren voller Weisheit gegeben, die euren Geist emporheben. In der Zweiten Zeit säte Ich meinen Samen der Liebe in euch, und heute komme Ich, ihn zu pflegen. Am Ende der Zeiten werdet ihr alle bei Mir sein, so wie Ich bei euch gewesen bin.

    35. Ich habe euch (eure Ecken und Kanten) glattgeschliffen, weil Ich möchte, dass ihr rein und tugendhaft seid, damit ihr meine guten Jünger werdet.

    36. Lebt wachend und betend, und jedes Leid wird erträglich sein; ihr werdet nicht in Versuchung fallen und werdet fühlen, dass — nahe bei euch — mein Geist als Vater euch beschützt. Seid stark in den Prüfungen. Erinnert euch, dass Jesus in der Zweiten Zeit, als Ihm der Leidenskelch der Bitterkeit gereicht wurde und Er den Schmerz vorausfühlte, der Ihn erwartete, sagte: „Wenn es möglich ist, so nimm diesen Kelch von Mir; aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe“. Ihr, die ihr auch auf Erden leidet und duldet — wollt ihr es Ihm nicht gleichtun? Wollt ihr Ihm nicht nachfolgen?

    37. Warum habt ihr heute, da Ich zu euch als Geist des Trösters spreche, weniger Furcht als damals in der Ersten Zeit, als Ich zu euch als Richter sprach, und als Meister in der Zweiten Zeit, obwohl Ich in den drei Zeiten als der gleiche Geist zu euch gesprochen habe? Vielleicht, weil Ich mit sanfter Güte zu euch spreche?

    38. Ich lehrte euch in der Zweiten Zeit, und heute biete Ich euch die gleiche Speise meines Wortes an; denn ihr seid meine Jünger, und Ich will, dass ihr euch von Mir nährt. Auferstehet zum Leben der Gnade und nützet diese jetzige Zeit, in der Ich euch lehre. Später, wenn ihr all das empfangen habt, was Ich für euch bereithalte, werde Ich von euch Rechenschaft über eure Werke in dieser und in allen Zeiten fordern. Denn als Ich zur Erde kam, um Mensch zu werden, habt ihr mit Mir gesprochen und wie heute meine Unterweisungen erhalten. Aber während in jener Zeit einige von euch glaubten, zweifelten andere, und jene Zeit der Gnade, jene Gelegenheit für den Fortschritt eures Geistes ging vorüber. Doch der Vater gibt seinen Kindern neue Unterweisungen und Prüfungen für ihren geistigen Aufstieg; und in dieser Zeit gebe Ich euch eine weitere Lehre, damit ihr das Verheißene Land näher betrachten könnt.

    39. Ich habe zu euch durch Vermittlung verschiedener Stimmträger gesprochen, und da sie als menschliche Wesen unvollkommen sind, habt ihr gezweifelt. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich bediene Mich ihrer, denn Ich kenne sie und habe sie Jahrhunderte hindurch vorbereitet, um sie euch in dieser Zeit als Dolmetscher meines Wortes vorzustellen.

    40. Ich habe euch gesucht, weil meine Liebe zu euch sehr groß ist. Für jedes Geschöpf habe Ich ein Sühneschicksal entworfen, in welchem sich die liebevolle Gerechtigkeit des Vaters widerspiegelt. Trotz eurer Verirrungen offenbare Ich euch eure Aufgabe unter der Menschheit; aber es ist notwendig, dass ihr gründlich nachdenkt und euch derselben würdig erweist. Denkt daran, dass Ich Mich nicht nur im Worte bei euch kundtue, sondern auch in der Inspiration und Offenbarung durch Träume und Gesichte.

    41. Mein Volk: Noch hast du dich nicht vervollkommnet, aber du wirst bei Mir sein, wenn du dich durch deine Verdienste geläutert hast. Magst du dich heute für unwissend halten, Ich werde dich erleuchten, und du wirst zu den Menschen sprechen und sie in Erstaunen setzen. Wenn du vorbereitet bist, wird dein Verlangen sein, mit Mir zusammenzuarbeiten beim Werke der Errettung der Menschheit.

    42. Ich lehre euch die Wahrheit und zeige euch den Weg, damit ihr euch vorbereitet und mit eurem Gebet und euren Werken Mir nacheifert in Gedenken an mein Vorbild in der Zweiten Zeit. Alle Handlungen eures Lebens sollen Liebe und Wahrheit enthalten, damit ihr durch sie von Mir Zeugnis ablegt. Denkt daran, dass nicht jeder, der meinen Namen ausspricht, Mich liebt, auch nicht jeder, der meinen Namen ausspricht, Mich verehrt. Nur jene, welche mein Gesetz erfüllen, legen Zeugnis von Mir ab.

    43. Jetzt gebe Ich euch eine weitere Gelegenheit, um auf der Stufenleiter eurer Vervollkommnung aufzusteigen; doch wisst ihr, was das Geheimnis des Aufstiegs ist? — Die Liebe, die Aufrichtigkeit, die Reinheit des Herzens und die guten Werke. Deshalb habe Ich euch gesagt: Reinigt das Gefäß innen und außen. Wachet wie die klugen Jungfrauen meines Gleichnisses; haltet eure Lampen brennend; sprecht mit Überzeugung von meiner Lehre und fürchtet euch nicht noch schämt euch, meine Jünger zu sein. Denn wenn ihr Mich heute verleugnet, werdet ihr morgen Schmerz empfinden, wenn ihr euch von meiner Wahrheit überzeugt.

    44. Wenn ihr Mich nicht an meinem Worte erkennt, so erkennt Mich an den Wundern, die Ich unter euch getan habe. Was Ich euch durch Vermittlung des Stimmträgers versprochen habe, habe Ich auf eurem Lebensweg erfüllt. Warum leugnen viele meine Kundgebungen als Göttlicher Geist, obwohl ihr in der Zeit des Heiligen Geistes lebt?

    45. Falls ihr von Mir Beweise für diese Offenbarungen verlangen würdet, würde Ich sie euch geben. Doch wenn Ich euch der Prüfung unterziehen würde, was würdet ihr dann tun? — Ihr würdet euch schwach und klein fühlen.

    46. Ich will bei euch den Glauben sehen, den die Kranken bekundeten, die in der Zweiten Zeit zu Mir kamen: den des Gelähmten, des Blinden und der unheilbaren Frau. Ich möchte Mich geliebt fühlen als Vater, begehrt als Arzt und gehört als Meister.

    47. Diesmal bin Ich nicht gekommen, um wie in der Zweiten Zeit geopfert zu werden. Mein Geist wird sich nur als Licht, als Essenz, auf alle meine Kinder ergießen, um sie zu retten. Sobald ihr auf dem Wege eurer Entwicklung höher gekommen seid, werdet ihr einen einzigen Geist des Guten, des Friedens bilden, um für alle eure Brüder Fürbitte einzulegen.

    48. Vereinigt eure Liebe mit der Fürsprache eurer geistigen Mutter, denn das Zepter der Gerechtigkeit ist den Menschen schon sehr nahe gekommen.

    49. Tut Werke der Liebe und gebt euren Brüdern, wie Ich euch gegeben habe.

    50. Denkt über meine Worte nach und fühlt euch für eure Aufgaben verantwortlich. — Warum vergesst ihr manchmal, dass Ich voll Liebe gekommen bin, eure Verfehlungen zu vergeben und euch Gelegenheit zum Beginn eines neuen Lebens zu geben? Warum verfallt ihr in Alltagsroutine, obwohl Ich an euch arbeite, damit ihr auf dem Entwicklungswege vorwärtskommt, auf dem ihr neue und weite Horizonte entdeckt und Ansporn ohne Ende für den Geist?

    51. Seid nicht nur in dem Augenblick ergriffen, da ihr mein Wort hört. Weint nicht über eure Vergehen, ohne zutiefst zu fühlen, und fasst keine falschen Vorsätze zur Besserung, die ihr sehr bald brechen werdet. Wacht und seid stark, damit ihr in euren Entschlüssen fest bleibt, und wenn ihr gelobt, euch zu bessern, so tut dies mit Festigkeit und kommt dann voll Freude zu Mir, um Mir zu sagen: „Vater, ich habe Deine Gebote erfüllt, ich habe Dir gehorcht und Deinem Namen Ehre gemacht.“

    52. Dies ist die angekündigte Zeit, in der Ich zur Menschheit sprechen musste, und Ich will, dass ihr in Erfüllung meiner Weissagungen mit diesem Worte, das Ich euch gegeben habe, Bücherbände zusammenstellt, später Auszüge und Analysen davon macht und sie euren Brüdern zur Kenntnis bringt. Wollt ihr diese Aufgabe auf euch nehmen? Ich gebe euch die Zeit, damit ihr die Aufgaben erfüllt, die Ich euch in meinem Werke und außerhalb desselben gegeben habe. Arbeitet, und Friede und Freude wird in eurem Geiste sein. Handelt, ohne hochmütig zu werden, ohne euch in einem Zirkel der Selbstsucht abzukapseln. Seid Stütze und Vorbild für eure materiellen und geistigen Geschwister. Eure Mission beschränkt sich nicht darauf, für die inkarnierten Wesen zu arbeiten, sondern ihr müsst auch den nicht mehr inkarnierten beistehen, diesen liebe- und hilfsbedürftigen Geschöpfen, an die sehr wenige denken. Gebt euch nicht damit zufrieden, an meine Kundgebung in dieser Zeit zu glauben und sie anzuerkennen; es ist notwendig, dass ihr die Lehre, in der Ich euch unterweise, zur Anwendung bringt.

    53. Lasst nicht zu, dass die Kinder aus Mangel an Belehrung vom Wege abirren. Bedenkt, dass ihr entwickelter Geist an den Steinen des Irrweges straucheln kann, obwohl er vorbereitet war, große Aufgaben zu erfüllen.

    54. Ein Gleichnis

    Inmitten eines blühenden Gartens befand sich ein ehrwürdiger Greis, der voller Freude sein Werk betrachtete. Eine Quelle, aus der kristallklares Wasser hervorsprudelte, bewässerte den gepflegten Garten. Der Greis wollte seine Früchte mit andern teilen und lud daher die Vorübergehenden ein, seine Güter mitzugenießen.

    55. So kam auch ein kranker Mann bei ihm vorbei, ein Aussätziger. Der Greis betrachtete ihn liebevoll, empfing ihn und fragte ihn, was sein Begehren sei. Der Wanderer sprach zu ihm: „Komme mir nicht zu nahe, denn ich bin aussätzig.“ Der Greis aber, ohne Ekel zu empfinden, veranlasste ihn, einzutreten, gab ihm Obdach in seinem Haus und ernährte ihn, ohne ihn nach dem Grund seines Übels zu fragen. Der Aussätzige reinigte seinen Körper unter der Obhut des Alten und sagte voll Dankbarkeit zu ihm: „Ich werde bei Dir bleiben, denn Du hast mir die Gesundheit wiedergegeben. Ich werde Dir helfen, Deine Felder zu bestellen.“

    56. Danach kam eine Frau zu jenem Ort, der die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben war, und der Greis fragte sie: „Was fehlt Dir?“ Und sie erwiderte weinend: „Ich kann meinen Fehltritt nicht verbergen. Ich habe die Ehe gebrochen und wurde aus meinem Heim gejagt; meine kleinen Kinder sind verlassen zurückgeblieben.“ Der Greis sprach zu ihr: „Begehe keinen Ehebruch mehr, liebe und ehre Deinen Gatten, und während du zu deinem Heim zurückkehrst, trinke von diesem kristallklaren Wasser und reinige Dich.“ Aber die Frau erwiderte: „Ich kann nicht zurückgehen, doch lasse Deinen Ruf auch zu meinem Heim gelangen; und ich werde in Deinen Diensten bleiben.“

    57. Die Tage vergingen, und die Kleinen, die allein geblieben waren, waren auf der Suche nach dem guten Greis, weil sie wussten, dass er Wohltaten austeilte; und er sagte zu ihnen: „Was sucht ihr?“ Sie antworteten: „Wir sind zuhause allein zurückgeblieben, unsere Eltern haben uns verlassen, und wir kommen zu dir auf der Suche nach Brot und Obdach, weil wir wissen, dass wir dies bei dir finden werden.“ Der Alte sprach zu ihnen: „Tretet ein, eure Eltern sind bei mir, erholt euch und vereinigt euch mit ihnen.“

    58. Alle in jener gesegneten Gesellschaft wieder Vereinigten gewannen den Frieden zurück, es herrschte Vergebung und Versöhnung, und sie kehrten zum alltäglichen Leben zurück. Der erneuerte und von seinem Aussatz gereinigte Vater beherbergte seine Frau wieder unter seinem Dache und gab seinen kleinen Kindern Wärme. Sie, reuevoll und rein, war Schoß für den Mann und Wiege für ihre Kinder. Die Kleinen, die geglaubt hatten, ihre Eltern für immer verloren zu haben, bedankten sich bei dem Greis, dass er sie ihnen wiedergegeben und es ermöglicht hatte, dass ihr Heim wiederhergestellt wurde. (Ende des Gleichnisses)

    59. In Wahrheit sage Ich euch: Wenn ihr Mich in euren größten Schwierigkeiten sucht, werdet ihr immer die Lösung für sie finden.

    60. Ich bin der Greis des Gleichnisses. Kommt zu Mir. Ich weise niemanden ab, vielmehr bediene Ich Mich eurer Prüfungen, um euch zu reinigen und Mir näherzubringen. Kommt alle, gewinnt den Frieden und die Gesundheit zurück. Trinkt aus dem kristallklaren Quell und werdet gesund. Denn Ich bin das Buch des Lebens und habe euch mit einer weiteren Seite bekanntgemacht, damit ihr sie studiert und in meiner Lehre stark werdet. Wollt ihr auf diesem Pfade weitergehen?

    Lernt mein Gesetz kennen und erfüllt jedes einzelne meiner Gebote. Bereitet eurem Vater keine Bitternis, lasst Mich nicht leiden. Bedenkt, dass mein Opfer andauert; durch euren Zweifel und euer Unverständnis kreuzigt ihr Mich in jedem Augenblicke.

    61. Euch Männern habe Ich ein Erbe, ein Gut gewährt, eine Frau, die euch anvertraut ist, um sie zu lieben und zu pflegen. Und dennoch ist eure Gefährtin zu Mir gekommen und hat wegen eurer Verständnislosigkeit vor Mir geklagt und geweint. Ich habe euch gesagt, dass ihr stark seid, dass ihr nach meinem Bild und Vorbild geschaffen wurdet. Ich habe euch jedoch nicht aufgetragen, die Frau zu erniedrigen und eure Sklavin aus ihr zu machen. Ich habe euch stark gemacht, damit ihr Mich in eurem Heim vertretet: stark in der Tugend, in der Begabung, und habe euch als Ergänzung in eurem Erdenleben als Gefährtin die Frau gegeben, damit ihr in gegenseitiger Liebe die Kraft findet, den Prüfungen und wechselvollen Schicksalen die Stirne zu bieten.

    62. Heute rufe Ich euch in mein Reich, um euch zu retten; aber ihr müsst arbeiten und euch Verdienste erwerben, um auf dem Lichtpfad höher zu steigen, den Ich euch vorgezeichnet habe. Ich erwarte euch sehnsüchtig; kommt, und ihr werdet wie gehorsame Kinder empfangen werden, und ein Fest wird in den Himmeln sein.

    63. Warum fühlt ihr Müdigkeit in eurem Geist, obgleich Ich euch in jedem Augenblicke Kraft gebe? Entfernt euch nicht von Mir, auch wenn Ermüdung oder Kälte vorhanden ist, welche die Menschheit in euch zurückgelassen hat. Ich bin die Auferstehung und das Leben; wenn ihr Mir vertraut, werdet ihr Kraft und Freude zurückgewinnen. Wenn ihr eine Stütze braucht, so stützt euch auf Elias, euren Hirten, und er wird euch Halt geben. Wenn euch nach Trost und Zärtlichkeit verlangt, so nehmet eure Zuflucht zu Maria, eurer himmlischen Mutter, und fühlet ihre Liebkosung und ihre heilende Kraft. Begreift ihre Liebe; sie fühlt euren Schmerz und steht euch in euren Leiden bei. Wie groß ist ihr Leid, wenn ihr auf Abwege geratet und wie Blinde geht, nachdem ihr dieses Licht geschaut habt.

    64. Der Schmerz hat das Herz der Menschen überschwemmt. Heute erfüllt sich jene Weissagung, die lautet: „Die Väter werden ihre Söhne und diese ihre Väter verleugnen. Unter Brüdern wird man sich verkennen und hassen.“ Auch seht ihr, wie die Heime Stätten der Zwietracht und des Streites sind. Aber Ich halte euch auf diesem Wege zurück und sage euch, dass ihr die Waffen der Zerstörung wegwerfen und euch nicht gegenseitig töten sollt, dass ihr dem Chaos entfliehen, zu Mir kommen und Mir folgen sollt im Werke der Wiederherstellung.

    65. Ich frage euch: Habt ihr nicht Trost und Kraft in meinem Wort empfangen? Wart ihr in meiner Gegenwart nicht tief bewegt? — Ja, Jünger, wenn „das Fleisch“ dies nicht gesteht, der Geist erkennt Mich, dankt Mir und entdeckt das Wesen meiner Liebe auf dem Grunde dieses Wortes. Habe Ich euch in der Zweiten Zeit nicht versprochen, dass Ich als Geist der Wahrheit wiederkommen würde? Seht, wie Ich all das erfüllt habe, was Ich euch angeboten habe.

    66. Studieret, Jünger, um die zu lehren, die nach euch kommen werden. Philosophen und Wissenschaftler werden euch aufsuchen, und Ich werde durch eure Vermittlung zu ihnen sprechen und ihnen so noch einmal beweisen, dass Ich Mich der Armen und Einfältigen bedient habe. Erhebt euch, Arbeiter, und besäet die Felder, die Ich für euch vorbereitet habe, denn sehr bald werde Ich als Verwalter und Richter kommen, von euch die Ernte des Saatkorns zu verlangen, das Ich euch ausgehändigt habe.

    67. Ich bekleide euch mit meiner Gnade, damit ihr demütige Meister eurer Mitmenschen werdet und die Kranken heilt. Nehmt die auf, welche auf der Suche nach Licht herkommen, und seid Licht für alle. Beratet und bekehrt die Sünder, aber prahlt nicht damit, dass ihr meine Jünger seid. Wenn ihr den Schmerz eurer Brüder fühlt und sie zu trösten versteht, wenn ihr in Wahrheit liebt und selbstlose Hilfe leistet, ohne sie bekanntzumachen, dann dürft ihr euch meine Jünger nennen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 5

    1. Dies ist ein Augenblick der Freude für den Göttlichen Geist, weil sich das Volk Israel vor der Arche des Neuen Bundes versammelt hat.

    2. Ich bin von neuem gekommen, euch meine Spur zu hinterlassen, und ihr seid derselben gefolgt. Ich habe euch genährt und euch geschmückt mit meiner Gnade.

    3. Dies ist ein Tag, den Elias vorbereitet und sehnlichst erhofft hat; der Augenblick ist gekommen, in dem sein Geist sich freut. Rein zeigt Elias seine Schafe, weil er sie zuvor im Quell der Gnade baden ließ, welcher die Reue, die Erneuerung und die Erhebung ist. Die Zahl derer, die Mir der Hirte heute vorweist, ist klein, es ist kaum der Anfang in der Gestaltwerdung meines Volkes, doch Ich möchte, dass „die Ersten“ vereinigt sind, damit sie „den Letzten“ ein gutes Beispiel geben.

    4. Ich will nicht, dass ihr zu Mir mit gesenktem Haupte und von Scham erfüllt kommt wie der Verlorene Sohn. Ich will, dass ihr das Haus eures Vaters als euer eigenes Heim betrachtet.

    5. Die Glocke läutet, die Stunde ist gekommen, die Menschenmengen nähern sich. Die schlafenden Schafe werden erwachen, weil sich Elias naht, um den Geist der Kinder, der Jünglinge und Erwachsenen vorzubereiten, das Licht meines Wortes zu empfangen, und sie für die Verbindung mit meinem Geiste zuzurüsten.

    6. Die Menschenmengen haben auf mein Rufen gehört und kommen herbei im Verlangen nach meinem Wort, was für sie wie das Erreichen des Gelobten Landes ist. Begierig darauf, meine Stimme zu hören, die Friede und Trost ist, kommen sie, weil Heimsuchungen, Ängste und Schmerzen ihren Weg leidvoll machen. Es sind die, welche statt einer Opfergabe Bittgesuche bringen. Einige stellen Mir ihre Krankheiten vor Augen, andere ihre Arbeitslosigkeit, und wieder andere Armut und Tränen. Sie alle werde Ich zusätzlich beschenken und sie begreifen lassen, dass der Geist vor dem Körper kommt. Heute sind sie noch meine Kindlein, doch infolge dieser Wohltaten werden sie Mir folgen, bis sie sich zuletzt in meine Jünger verwandeln.

    7. Ich gebe euch meine Kraft, damit ihr nicht durch die Versuchungen besiegt werdet, die euch auf diesem Wege sehr auflauern werden. Ich will, dass unter euch die Liebe, die Hilfsbereitschaft und die Eintracht herrschen. Es ist mein Wille, dass die Menschheit in dieser Zeit des Sechsten Siegels Mich mit ihrem Geiste sucht.

    8. Ich will euch zu Mir erheben. Wenn Ich dafür in der Zweiten Zeit Mensch wurde und mein Leben für euch gab, so werde Ich euch jetzt, da Ich Mich durch das menschlichen Verstandesvermögen mitteile, mein Göttliches Wesen geben. Doch Ich werde euch bei eurer Erfüllung nicht schlafen lassen, während Ich das Kreuz auf dem Rücken trage. Ich werde euch darin unterweisen, den Teil auf euren Schultern zu tragen, der jedem einzelnen zukommt. Der Weg wird von euch erkannt werden, er ist mit Spuren von Blut und Aufopferung markiert. Wenn ihr einen mit Blumen besäten Weg voller Vergnügungen begehrt, so wird euch dieser nicht auf den Gipfel des Berges führen, wo eure Lebensreise ihre Krönung finden soll.

    9. Ich habe euch „das Marianische Volk“ genannt, weil ihr die Göttliche Mutter zu lieben und anzuerkennen versteht und zu ihr kommt wie das Kind, das nach Zärtlichkeit verlangt, oder wie der Sünder, der Fürsprache sucht.

    10. Die Gegenwart Marias in der Welt ist ein Beweis meiner Liebe zu den Menschen. Ihre Reinheit ist ein himmlisches Wunder, das euch offenbart wurde. Von Mir kam sie herab auf die Erde, um Frau zu werden, und damit in ihrem Schoße der göttliche Same keimen konnte, der Körper von Jesus, durch welchen „Das Wort“ sprechen würde. In der heutigen Zeit offenbart sie sich von neuem.

    11. Wie eine himmlische Arche wird die Liebe Marias für euch sein. Um sie werdet ihr euch versammeln, wie sich die Kinder um ihre Mutter scharen. Hört auf ihr liebliches Wort und lasst sie eure Herzen nicht verhärtet vorfinden; geht in euch und fühlt Reue, damit ihr Licht in euch eindringt und ihr ihre Zärtlichkeit empfindet. Wenn ihr so vorbereitet seid, dann gelobt vor eurem Gott, vor Maria und vor Elias, dass ihr einen einzigen Körper und einen einzigen Willen bilden werdet; gelobt bei der Lade des Neuen Bundes, dass ihr unermüdlich darum ringen werdet, aus euren Herzen die Selbstsucht, den Hass und den Fanatismus auszureißen. Wahrlich, Ich sage Euch, wenn ihr euer Versprechen erfüllt, wird die Läuterungszeit, die ihr im Schmerz erlebt, vorübergehen.

    12. Mein Volk, wenn selbst die Felsen das Gericht meines Wortes fühlen, wie solltet dann ihr es nicht fühlen? Wenn schon durch meine Stimme die Erde erbebt und die Gewässer in Bewegung geraten, wie sollte da euer Geist nicht erschüttert werden, da er doch das höchste Geschöpf der Schöpfung ist?

    13. Der Meister wird unermüdlich kommen, um zu lehren und euch mit den schönsten Unterweisungen seine Güte mitzuteilen.

    14. Versucht den Sinn zu erkennen, welcher der Lade des Neuen Bundes innewohnt, denn die Zeit des Kampfes rückt näher. Wenn Jesus vom Kreuze herab sprach: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, und euch um eurer Unwissenheit willen vergeben wurde, so ist heute mein Wille, dass ihr mein Licht betrachtet, damit ihr nicht länger gegen das Gesetz verstoßt.

    15. Die Zeit ist nahe, in der jene, die ihr Ausländer nennt, auf der Suche nach meinem Worte herbeikommen, und in der die neuen Generationen mit größerer Vergeistigung heranwachsen. Bald werdet ihr unter euch Menschen von verschiedenen Hautfarben und Sprachen sehen, die Mir mit Liebe zuhören und sich in meine Jünger verwandeln werden; denn mein Wort wird bis ans Ende der Erde Widerhall finden müssen. Wenn sie dann unterrichtet worden sind, werden sie in ihre Heimatländer zurückkehren und diese Botschaft mitnehmen.

    16. Jünger, die ihr verzückt meinem Worte lauscht, weil es eurem Geist gelang, sich zu erheben: dort, wo ihr geistig eingetreten seid, ist das Heiligtum, der Tempel des Heiligen Geistes. Ihr habt euch in Demut bereitet, ihr betrachtet euch als Geschwister, ihr liebt euch in meiner Göttlichkeit und habt diese Gnade erlangt.

    17. Seid Apostel dieser Sache, um für die Wiederherstellung all dessen zu arbeiten, was Ich errichtet habe und ihr entweiht habt. Seid nicht schwach, denn jeder, der das göttliche Zeichen aufweist, wird unbesiegbar sein. Wenn ihr diese Gnade für immer behalten wollt, so verirrt euch nicht auf die Wege des Morastes. Dringt nicht mehr in die dunklen Wälder ein, weil der Göttliche Hirte euch sonst klagend wie verirrte Schafe antreffen wird.

    18. Arbeitet alle bei der Errichtung dieses Heiligtumes mit, denn kein Verdienst wird vor Mir unbekannt bleiben. Mein Wort wird euch lehren, euer Gewissen euch führen, und eure Intuition euch sagen, in welchem Augenblicke und an welchem Ort ihr meinem Worte Ausdruck verleihen und Gutes tun müsst.

    19. Suchet die „Felder“ auf, um zu säen, und macht sie urbar, indem ihr die Felsblöcke entfernt. Macht die unfruchtbaren Felder fruchtbar, denn Ich erwarte von eurer Arbeit große Früchte. So wird Freude sein sowohl in dem, der gibt, als auch in dem, der empfängt. Ich nenne euch meine Soldaten und segne euch.

    20. Die Posaune, die der Engel des Sechsten Siegels hält, hat sich hören lassen, und euer Gelöbnis, das ihr geistig vor Mir abgelegt habt, bleibt im Buche des Lebens niedergeschrieben.

    21. Arbeitet, denn der Lohn erwartet euch, wenn ihr euer Werk vollendet habt.

    22. Ihr seid die Arbeiter, die in den Drei Zeiten meinen Samen empfangen haben. Doch ihr seid auch jene, die in Lethargie verfallen sind, als sie ihre Felder vom Weizen vergoldet sahen, und die zulassen, dass der Wurm die Wurzel der Pflanzen annagt und dadurch deren Früchte taub macht.

    23. Erinnert euch eures Zwistes in den Ersten Zeiten, eurer Untreue, eurer Stürze. Das ist es, warum Ich euch in dieser Zeit zerstreut und geschwächt antreffe. Erinnert euch, dass Ich euch angekündigt habe, wiederzukommen, um euch von neuem zu versammeln; und seht, da bin Ich. Als Meister bin Ich nicht gekommen, eure Schandflecken oder eure Beleidigungen zu betrachten. Ich bin gekommen, euch zu vergeben, euch zu weihen und euch nochmals meine Weisheit zu schenken.

    24. Dies ist der Neue Bund, den ihr mit meiner Göttlichkeit schließt. Diese Offenbarung ist die Arche des Neuen Bundes. Wenn ihr euren Weg gehen wollt, ohne jemals wieder abzuirren, so gehet hin und tröstet die Traurigen, „salbt“ den Kranken, rettet den Verlorenen, führt den Blinden und gebt Nahrung dem, der nach Gerechtigkeit, Verständnis und Frieden hungert. Macht den an Körper oder Geist Kranken den Weg frei, lasst sie zu Mir kommen, und Ich werde ihnen den Heilbalsam schenken; aber Ich werde ihnen nicht sagen, dass ihre Sünde die Ursache ihres Schmerzes ist.

    25. Wenn Ich zur Hütte des Armen gekommen bin, werde Ich auch zum Wohnsitz des Mächtigen kommen. Wahrlich, Ich sage euch, in beiden habe Ich die brudermörderische Feindschaft angetroffen, und auf diesen Feldern werde Ich den Samen des Friedens säen.

    26. Ich gebe euch diese Unterweisung, die Gesetz und Gerechtigkeit umfasst, damit ihr in der Nachfolge eures Meisters den Frieden dort hinbringt, wo die Feindschaft ist, und die Nächstenliebe, wo die Selbstsucht regiert. Seid im Leben eurer Brüder wie Sterne, die ihren Weg erhellen.

    27. Verfälscht niemals meine Lehren. Legt mein Werk als ein Buch vor, das nur Reinheit enthält, und wenn ihr euren Weg beendet habt, werde Ich euch empfangen. Ich werde nicht die Flecken in eurem Geist ansehen und werde euch meinen göttlichen Kuss geben, welches der größte Lohn sein wird, wenn ihr im Verheißenen Lande ankommt. Denn euch habe Ich in dieser Zeit eine Handvoll Samen gegeben, damit ihr lernen solltet, auf fruchtbare Felder zu säen, und ihr ihn dort vervielfältigen solltet.

    28. Ich habe euch gelehrt, dass ihr die Frucht nicht vor der Zeit ernten sollt, sondern sie an der Pflanze lasst, bis sie reif ist.

    29. Ihr wisst nicht, wie viele Jahrhunderte es gedauert hat, bis ihr wieder von Mir gerufen und zu Arbeitern auf meinen Feldern wurdet. Irrend seid ihr durch die Straßen der Welt gezogen, bis meine Liebe euch aus der großen Menge heraussuchte.

    30. Heute habe Ich euch geschmückt und euch euer Erbe erkennen lassen.

    31. Niemand habe Verlangen, nochmals wie der Verlorene Sohn zu sein, weil jede Rückkehr schmerzlicher sein wird.

    32. Erlaubt nicht, dass die Selbstsucht von neuem in euer Herz eindringt, und ihr dies Erbe nur für euch bewahrt.

    33. Lebt nicht geistig getrennt und nur dem Anschein nach einig; denn ihr könnt zwar die Menschen täuschen, Mich jedoch könnt ihr nicht belügen.

    34. Wenn ihr zu beten versteht, werdet ihr euch nicht verirren, weil außer Elias, dem Geistigen Hirten, der für euch sorgt und euch führt, noch eure Brüder da sind — jene, die Ich euch auf Erden vorangestellt habe, damit sie euch beraten und berichtigen.

    35. Strebt nach der Vereinigung aller Gemeinden und dass dieselbe das Banner des Friedens, der Einigkeit und des guten Willens bilde. Niemals sollen in euren Händen brudermörderische Waffen sein. Die Waffen, die Ich euch gegeben habe, bestehen aus Liebe.

    36. Ihr lernt derzeit, wie man die Kranken „salbt“ und den, der für das Leben der Gnade tot ist, zu neuem Leben erweckt. Allmählich lernt ihr auch zu kämpfen und meine Lehre zu verbreiten; doch gibt es solche, die selbst auf diesem Wege noch Reichtümer, äußeren Glanz und Ehren suchen, weil sie nicht wissen, mit wie viel Schmerz diese Flecken gereinigt werden.

    37. Wie groß ist die Gabe, die dem Wortvermittler anvertraut wurde! Welch ein Strom von Weisheit, Liebe und Trost fließt durch seinen Verstand und über seine Lippen! Er ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen, damit sie Mich hören können. In ihnen darf nicht die Eitelkeit oder der Hochmut nisten, denn wenn dies der Fall wäre, würden sie in Versuchung fallen. Ihr Beispiel muss das der Sanftmut, Einfachheit und Hilfsbereitschaft sein, damit sie die Fülle der göttlichen Inspiration genießen. Jedoch wird es unter ihnen welche geben, die sich als Könige fühlen, ihre Diener suchen und sich mit Schmeichlern umgeben. Doch werden die Menschen ihnen glauben können? Werden sie „Tote“ zum Leben der Gnade erwecken und betrübten Herzen Trost geben können? — Nein, sie werden nur Spott hervorrufen, der nicht ihnen, sondern meiner Lehre gelten wird.

    38. Eure Aufgabe ist es, zu lehren. Doch wenn ihr nicht von Mir lernt, was könnt ihr dann lehren?

    39. Ich liebe euch alle gleichermaßen; sowohl den, der Mich liebt und eifrig mein Gesetz befolgt, als auch den, der es verfälscht oder verletzt. Die letzteren werde Ich heimsuchen, sie bessern, und schließlich werden sie meine guten Arbeiter sein.

    40. Ich werde euch helfen, jenes Gelöbnis zu erfüllen, das ihr vor der Lade des Neuen Bundes abgelegt habt, und dies wird sein, wenn ihr die Aufgabe, die ihr mit euch zur Welt brachtet, beendet habt.

    41. Immerzu mache Ich Mich in euch fühlbar, damit ihr wachsam lebt, und euer Verstand und Herz immer für die geistigen Weisungen empfänglich bleibt.

    42. Die Menschenmengen werden dem Lauf der Zeit entsprechend herbeikommen, und der Blick der „Letzten“ wird immer durchdringender werden, um das Wesen meines Wortes und eure Zurüstung zu beurteilen.

    43. Läutert euch! Ohne Erneuerung könnt ihr keine guten Früchte tragen. Das Licht meines Heiligen Geistes ist in eurem Gewissen, damit eure Werke das Zeugnis meiner Wahrheit sind.

    44. Nützet die Jahre, Jahrhunderte, Zeitalter, um Mir näher zu kommen.

    45. Dies sage Ich euch, weil Ich euch gleichgültig gegenüber meiner Lehre sehe. Wenn ihr hingegen fühlt, dass der Tod sich naht, so weint ihr, weil ihr erfüllen und die verlorene Zeit wieder einholen möchtet.

    46. Fürchtet euch nicht, den Berg zu ersteigen. Ihr wisst ja, dass Ich euch auf seiner Höhe erwarte.

    47. Ich stieg in Jesus den Kalvarienberg hinauf, wohl wissend, dass Mich auf seinem Gipfel das Kreuz erwartete, und blieb tapfer; vergesst diese meine Lehre nicht!

    48. Ich bediene Mich eurer, um Mich der Menschheit zu offenbaren; durch euren Mund spreche Ich mein himmlisches Wort. Doch wenn die Menschen beim Hören desselben an ihm zweifeln sollten, wird dies nicht wegen seines Inhalts sein, sondern wegen eurer Unvollkommenheiten.

    49. Ich lehre euch, mittels des Gebets und der Gedanken euch im Geiste an jeden beliebigen Ort zu versetzen, wohin ihr Hilfe senden wollt. Auch körperlich müsst ihr euch hinbegeben, um meine Lehre in die verschiedenen Gegenden zu bringen.

    50. Ich muss Mich eures ganzen Seins bedienen.

    51. Um dieses Volk zu bilden, musste Ich die Herzen aus Stein erweichen, hinter denen ihr euren Geist verbarget, und mein Wort der Liebe ist es gewesen, das euch besiegt hat. Später gab Ich euch Waffen — dies sind meine Lehren — damit ihr in eurem Kampfe die Hindernisse überwinden solltet, und machte euch begreiflich, dass es notwendig ist, meine Lehre in Reinheit auszuüben und mein Gesetz unverändert zu lehren, damit ihr euch Kinder Israels nennen könnt.

    52. Was ihr Mich fragt und was ihr Mir antwortet, geschieht in der Stille, im Innersten eures Herzens. Die Jahre sind vorbei, in denen Ich erlaubte, dass jeder meiner Jünger körperlich vor seinen Brüdern aufstand, um mein Wort zu erörtern und meine Fragen zu beantworten.

    53. Wie könnt ihr zulassen, dass die Zeit die Erinnerungen auslöscht und mein Wort aus eurem Gedächtnis hinwegnimmt.

    54. Meine Unterweisung glättet euch (eure Ecken und Kanten) wie ein feiner Meißel, während das Leben mit seinen Wechselfällen und Prüfungen euch vorbereitet.

    55. Tröstet euch in den bitteren und schwierigen Augenblicken eures Lebens mit dem Gedanken, dass mein weises und vollkommenes Gesetz alles richtet.

    56. Ich bin in eurem Schmerze gewesen, damit ihr Mich durch ihn sucht. Ich habe euch mit der Armut heimgesucht, damit ihr lernt, zu bitten, demütig zu sein und die anderen zu verstehen.

    57. Ich habe euch sogar das tägliche Brot vorenthalten, um euch zu zeigen, dass, wer vertrauensvoll bleibt, gleich den Vögeln ist, die sich nicht um das Morgen sorgen; sie sehen das Morgenrot als ein Symbol meiner Gegenwart aufgehen, und beim Erwachen ist das erste, was sie tun, dass sie ihre Triller als ein Dankgebet und als Beweis ihres Vertrauens emporsenden.

    58. Ich habe Mich in den geliebtesten Angehörigen von euch spürbar gemacht, um euch zu prüfen, damit der Geist stark wird und er mit dieser Stärke seinen Körper in den großen Prüfungen dieses Lebens stützen kann.

    59. Groß ist die Widerspenstigkeit der Menschheit, und jeder Mensch trägt in seinem Herzen einen Felsen; aber zu allen werde Ich mit der geistigen Liebkosung meines Wortes kommen.

    60. Unter den unermesslichen Scharen sind jene überreichlich vorhanden, die es nicht erschüttern würde, Jesus aufs neue ans Holz genagelt und verbluten zu sehen. Noch weniger berühren sie die Schmerzensschreie und die Ströme von Blut, die in diesen Stunden der Prüfung für die Menschheit aus ihren Nächsten hervorbrechen.

    61. Nichts mehr berührt die Menschen. Alles sehen sie oberflächlich und über nichts denken sie nach.

    62. Es ist notwendig, dass das Licht meines Wortes zu den Geistwesen gelangt, damit sie zur Wahrheit, zur Liebe und Barmherzigkeit erwachen. Dann werden sie die Ursache so großen Leids verstehen.

    63. Ihr alle müsst begreifen, dass Ich für jeden von euch in der Ewigkeit einen Platz bereitet habe, und dass dieser Platz nicht in dieser Welt ist.

    64. Ein Gebot des Vaters erfüllt ihr auf eurem Lebenswege, jenes, das lautet: „Wachset und mehret euch“. Aber nun ist es Zeit, dass euer Geist seine Rückkehr zu Mir vorbereitet.

    65. Viele Unterweisungen werde Ich euch geben und sie in dieser Zeit geschrieben zurücklassen, denn bald werdet ihr Mich in dieser Form nicht mehr hören. Danach werdet ihr euch zurüsten, und mein Licht wird direkt zu eurem Geiste gelangen. Dies wird die Zeit sein, in der ihr euch als die wahren Jünger des Heiligen Geistes aufmachen sollt.

    66. Ihr wart der Meinung, dass die Gabe der Weissagung, des Wortes und der Inspiration das Vorrecht von Gerechten und Heiligen gewesen ist; in dieser Zeit nahm Ich euch diesen Irrtum, indem Ich zu den Parias sagte: Auch ihr könnt meine Propheten, meine Sendboten und meine Jünger sein.

    67. Wenn die Menschheit euch wegen eurer materiellen Dürftigkeit verachtet, so lade Ich euch an meinen Tisch, damit ihr euch von Mir geliebt fühlt. — Womit wirst du die Liebe vergelten, mein Volk, die Ich zu dir hege? Mit deiner Treue oder etwa mit Undank?

    68. Gebt euch nicht mit dem Ersterfolg zufrieden, trachtet nach immer mehr, denn Ich warte auf die Zugerüsteten, um sie mit dieser Guten Botschaft ins weite Land zu senden.

    69. Fürchtet ihr euch etwa, Vater, Gattin oder Kinder zurückzulassen? Seid ihr besorgt, das zu verlassen, was euch auf Erden gehört? Wer mein Jünger sein will, muss sich meiner Apostel der Zweiten Zeit erinnern, um sie sich dann zum Vorbild zu nehmen.

    70. Selig, wen der körperliche Tod bei der Verkündigung meiner Lehre überrascht, denn das Licht in seinem Geiste wird sehr groß sein.

    71. Seid immer vorbereitet, weil diese Stunde nicht einmal die Engel wissen.

    72. Dies göttliche Buch, welches mein Wort ist, wird die Geistwesen vervollkommnen. Vor ihm wird es weder Greis, noch Erwachsenen, noch Kind geben, sondern nur Schüler.

    73. Lest in diesem Buche und begreift es, denn große Lehren wird es euch geben. Ihr seid die, welche nicht müde geworden sind, mein Wort zu hören, das Ich euch durch Vermittlung derer, die Ich „Nachtigallen“ nannte, gegeben habe.

    74. Wie oft habt ihr euch schwach gefühlt auf eurem Wege, doch durch das bloße Erinnern an einige meiner Worte habt ihr wieder Kraft gewonnen.

    75. Wenn ihr heute vor einer Prüfung steht, sucht ihr die direkte Verbindung mit meiner Göttlichkeit mittels des geistigen Gebetes und kämpft in eurem Innern, um euren Sinn frei zu machen, damit ihr die Gnade empfanget, die ihr vom Vater erfleht.

    76. Was ihr mir bekennt, weiß nur Ich. Und der Vertraute, den ihr in Mir besitzt, wird eure Vergehen niemals bekanntgeben und euch noch viel weniger anklagen. Ich lehre euch aufs neue, zu vergeben.

    77. Nehmt die Heimsuchungen als Lektionen auf und macht euch meine Unterweisungen zunutze. Schnell vergeht die Zeit. Die als Kinder herkamen, sind nun Jugendliche; die in ihrer Jugend diesen Lehrgang antraten, sind zur Reife gelangt, und die im mittleren Lebensalter damit begannen, haben sich in Greise verwandelt.

    78. Wer imstande war, sich innerlich zu sammeln, um mein Wort zu hören, der hat es in sich aufgenommen. Wer jedoch beim Zuhören seine Gedanken zu Dingen abschweifen ließ, die nicht zu meinem Werke gehören, dessen Geist war beim Weggehen ohne Belehrung und sein Herz leer.

    79. Erkennt, dass Ich euch nicht nur deshalb gerufen habe, um euch zu begnaden, sondern damit ihr auf diese Weise mit eurem Meister und euren Geschwistern die Verpflichtung übernehmen solltet, etwas von dem Vielen weiterzugeben, das ihr empfangen habt.

    80. Ich werde euch mein Werk nicht bekanntmachen lassen, solange ihr befleckt seid. Was könntet ihr so euren Brüdern geben?

    81. Bereitet euch vor, denn gemeinsam werdet ihr das beschützen müssen, was Ich euch anvertraut habe. Fühlt ihr nicht Dank gegenüber eurem Vater, der als höchster Richter euch die Gelegenheit gibt, eure Flecken durch Ausübung der Liebe abzuwaschen, statt es durch den Schmerz zu tun?

    82. Wenn ihr dies Buße nennt, so sage Ich euch, dass es die einzige Buße ist, die Ich von euch annehme. Der Tag wird für euch kommen, an dem das Zurückweisen des Schlechten und Bösen, um das Gute und Erlaubte zu tun, für euch statt eines Opfers ein wahrer Genuss ist, nicht nur geistig, sondern auch menschlich.

    83. Ich bin dabei, die Wege zu ebnen, damit meine Sendboten auf ihnen zu den verschiedenen Provinzen und Nationen gelangen.

    84. Mein Wort in dieser Zeit hat in den letzten Jahren Früchte getragen, denn die Versammlungsstätten haben sich vervielfacht, und die Menschenmengen sind gewachsen.

    85. Ihr fühlt euch zu unbeholfen, um an die Ausführung einer so heiklen Mission heranzugehen. Aber in Wahrheit sage Ich euch, meine zahllosen Unterweisungen und Eingebungen werden auf eure Lippen die Gabe des Wortes legen. Damit ihr jedoch die Erfüllung dieses Versprechens erlangt, ist es notwendig, dass ihr zu Mir und zu euch selbst Vertrauen habt. Wer dies Vertrauen besitzt und mein Gesetz erfüllt, brüste sich nicht mit seinen Gaben, denn sonst wird seinem Worte das Wesentliche fehlen.

    86. Warum ist mein Wort Menschen aller Art zu Herzen gegangen? — Wegen seiner Demut, Reinheit und Einfachheit.

    87. Mein Volk, lehre die Kinder, für die Menschheit zu beten; ihr unschuldiges und reines Gebet wird wie der Duft von Blumen zu Mir emporschweben und auch den Weg zu solchen Herzen finden, die leiden.

    88. Bereitet die Kinder vor, zeigt ihnen den Weg, die Hinterhalte zu meistern, dann werden sie morgen einen Schritt weiterkommen als ihr. Denn ihr würdet nicht so schüchtern sein, von diesem Werk zu sprechen, wenn ihr mein Wort begreifen würdet, wenn ihr schon den Kern jedes einzelnen der Gedanken erkennen würdet, welche durch die verschiedenen Wortvermittler Gestalt annehmen, durch die Ich Mich kundgebe, und wenn ihr wüsstet, was eine einzige meiner Unterweisungen wert ist. Ihr würdet euch fähig fühlen, bis zu einem Schlachtfeld vorzudringen, damit jene Menschen den Inhalt einer meiner Lehrreden hören könnten.

    89. Wahrlich, Ich sage euch, ihr würdet sie weinen sehen — die einen aus Reue und die andern voller Hoffnung. Warum bleibt ihr bisweilen so unberührt? — O harte Herzen, die ihr euch an die Liebkosung meines Wortes gewöhnt habt! Ihr seid eingeschlafen, zufrieden, Friede und Trost erlangt zu haben, ohne daran zu denken, dass es viele gibt, die nicht einmal ein Krümelchen dieses Brotes haben, das ihr verschwendet.

    90. Ihr wolltet euch nicht am Anblick der Wirkung erfreuen, die das Trostwort des Meisters in vielen Herzen auslösen würde.

    91. O ihr kleinen Kindlein! Wann werdet ihr endlich im Geiste wachsen? Wann werdet ihr soweit sein, die Schwächen eures Körpers zu beherrschen? Ich bin der, welcher die Wüste durchquert, wobei Ich mein göttliches Wort verkünde und die verirrten Wanderer suche. Aber Ich will, dass die Menschen lernen, das weiterzugeben, was sie von Mir empfangen. Deshalb sage Ich dir, mein Volk, dass du dich vorbereiten sollst, die Nächstenliebe auszubreiten und zu bewirken, dass diese Lehren bis ans Ende der Welt gelangen. Setzt euch ein, dass sie alle Nationen erreichen, indem ihr die Menschen auf den verschiedenen Wegen sucht.

    92. Dies ist das beste Wasser, das ihr den nach Liebe und Wahrheit Dürstenden anbieten könnt.

    93. Ihr habt euch noch nicht an die Arbeit gemacht, denn ihr verbergt die geistigen Schätze, die Ich euch anvertraut habe, während die Menschen in anderen Nationen umkommen, weil sie diese Botschaft nicht empfangen konnten. Es sind Menschenscharen, die ohne Richtung dahingehen, Wanderer, die Wasser und Licht entbehren.

    94. Wenn du dich nicht aufmachst, mein Volk, wozu soll dir dann dein Wissen dienen? Was gedenkst du an Nützlichem und an Gutem für dein zukünftiges Leben zu tun — jenem, das dich in der Geistigen Welt erwartet?

    95. Habt Erbarmen mit euch selbst! Keiner weiß, wann der Augenblick kommen wird, in dem sein Geist sich vom Körper trennt. Niemand weiß, ob am folgenden Tage seine Augen sich noch dem Lichte öffnen werden. Ihr alle gehört dem einzigen Eigentümer alles Geschaffenen und wisst nicht, wann ihr abgerufen werdet.

    96. Bedenkt, dass nicht einmal die Haare auf eurem Haupte euch gehören, noch der Staub, auf den ihr tretet; dass ihr selbst nicht euch gehört, dass ihr keine vergänglichen Besitztümer benötigt, da auch euer Reich nicht von dieser Welt ist.

    97. Vergeistigt euch, und alles werdet ihr mit Gerechtigkeit und mit Maß besitzen, solange ihr es benötigt. Wenn dann der Augenblick des Verzichtes auf dieses Leben gekommen ist, werdet ihr vom Lichte erfüllt aufsteigen, um das in Besitz zu nehmen, was euch in der anderen Welt zukommt.

    98. Mein ganzes geistiges Werk über die Zeiten hin hatte zum Ziel, in der Ewigkeit ein Reich der Glückseligkeit und des Lichtes für alle meine Kinder zu errichten.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 4

    1. Jedes Mal, wenn ihr mein Wort hört, fühlt ihr, dass ihr euren Schmerz bei Mir zurücklasst. Aber warum zeigt sich Mir bei jeder Rückkehr zu euch euer Herz von neuem bis zum Rande mit Bitterkeit erfüllt?

    2. Es ist an der Zeit, dass ihr lernt, meinen Frieden zu bewahren.

    3. Diese Zeit dient der Vorbereitung, und überall, in Dörfern, Städten und Gauen wachsen „Bäume“ empor, um den Wanderern ihren geistigen Schatten zu spenden.

    4. Diese Wanderer sind die Volksmengen, die nach und nach zu dieser Kundgebung kommen; wenn diese mein Wort hören, das ihnen sagt, dass sie schon zu anderen Zeiten unter dem Laubwerk des Lebensbaumes Schatten gefunden haben, so erkennen sie zutiefst, dass sie die Zeit nicht zu nutzen verstanden, um dem Gelobten Lande näher zu kommen.

    5. Wer von euch wird Mich noch einmal ablehnen, wie er es in vergangenen Zeiten tat, wenn er fühlt, dass er vor einer neuen Gelegenheit zur Erlösung steht? Wer wird seiner Aufgabe aus dem Wege gehen und die Stimme seines Gewissens überhören? Wer wird weiterhin seinen materialistischen Träumen nachhängen, nachdem er durch diese Stimme aufgeweckt wurde?

    6. Euer Geist erbebte, als ihr trotz eurer Unruhe den Vater sagen hörtet, dass Er euch liebt, dass Er euch vergibt und hilft, euch zu erneuern, damit ihr zu Ihm gelangt.

    7. Ihr habt euch der göttlichen Liebe gebeugt, und voll Freude macht ihr euch auf, die Kranken aufzusuchen, damit sie eilends in die Gegenwart des Meisters kommen und bei Ihm Heilung ihrer Leiden finden.

    8. Hier ist der Baum, der den Menschen seine geistigen Früchte darbietet.

    9. Ich bin der Baum des Ewigen Lebens. Erinnert euch an Christus am Kreuze. Er war wie ein Baum, dessen Arme wie Zweige liebevoll ausgebreitet waren, um der Menschheit Schatten zu spenden. Seine Worte, die nach und nach auf jene Menschenmenge niederfielen, und sein Blut, das Tropfen für Tropfen fiel, waren wie Früchte, die sich vom göttlichen Baume lösten.

    10. Nahe ist das Jahr 1950, in welchem ihr dieses Wort zum letzten Male hören werdet, das für euch eine himmlische Frucht ist. Dann soll der Baum, die Frucht und der Schatten in eurem Geiste sein.

    11. Die, welche zu jener Zeit noch materialistisch eingestellt und durch mein Wort fanatisiert sind, werden versuchen, Mich zurückzuhalten, und Mich bitten, noch eine Zeitlang in dieser Form zu ihnen zu sprechen; doch dies wird nicht sein können, weil Ich euch meinen Willen kundgetan habe und er niedergeschrieben ist.

    12. Die „Nachtigallen“, die mein Wort übergeben haben, werden für diese Kundgebung verstummen, und Ich werde ihren Gehorsam mit der Gabe des Wortes und der Inspiration belohnen.

    13. Noch wisst ihr nicht, was Ich in meinen hohen Ratschlüssen für jene Zeiten bereithalte. Schon heute sage Ich euch, dass Ich in jener gesegneten Zeit von euch allen die Erfüllung meines Willens erwarte, und dass ihr gehorsam seid und sanft wie die Schafe.

    14. Es ist jedoch nicht mein Wille, dass ihr euch gegenseitig richtet. Meine vollkommene Gerechtigkeit wird es sein, die jedes einzelne meiner Kinder richtet.

    15. Höre Mich, mein Volk, lass Mich nicht nur ins Leere reden. Noch hast du Zeit zum Nachdenken und Lernen.

    16. Niemand beanspruche, nach seinem Willen zu handeln, obgleich der Mensch die Möglichkeit haben wird, dies vorübergehend zu tun; denn die Gerechtigkeit des Herrn wird ihn erreichen, und dann geschieht nur das, was ihm bestimmt ist.

    17. Bereitet euch vor, Propheten der Dritten Zeit, damit ihr die Volksmengen warnt und diese nicht von den falschen Christi und den falschen Kundgaben betört werden.

    18. Zweifelt nicht an diesen meinen Worten, nur weil Ich sie euch durch einen ungebildeten und einfachen Stimmträger übermittle.

    19. Macht euch auf und verkündet allen diese Lehren, denn es bleibt nur noch sehr wenig Zeit dafür.

    20. Ein einziges Wort des Lichtes wird genügen, um eure Brüder wach zu halten.

    21. Die Fehler durch gute Eigenschaften zu ersetzen wird das edle Streben der Spiritualisten der Zukunft sein — jener, die über den Ruinen des menschlichen Lebens ein höheres Reich errichten sollen.

    22. Die Generationen der Zukunft werden es sein, welche diese Welt höherer Moral, tieferen Wissens und größerer Vergeistigung aufbauen. Doch auch ihr Menschen der Gegenwart könnt vieles tun. Mit ein wenig gutem Willen werdet ihr die Ruinen beseitigen, die Trümmer einer Vergangenheit voller Verirrungen und Schändlichkeiten, sodass nur noch das Licht einer langen und schmerzlichen Erfahrung zurückbleibt. Ich werde euch segnen und euch einen Lichtschimmer jenes Friedensreiches erblicken lassen, das ihr gemeinsam errichten werdet, wenn ihr bemüht seid, einen guten Lebenswandel zu führen, sodass euer Denken sich mit den Tugenden befasst und eure Lippen ein zuverlässiges Werkzeug der Wahrheit und der Eingebung sind, die in eurem Geiste keimen.

    23. Obschon eure Füße die Erde berühren, sollt ihr nicht zulassen, dass euer Trachten von ihr festgehalten wird. Setzt euch immer höhere Ziele, ohne zu vergessen, Gott zu geben, was Gottes ist, und der Welt, was ihr zukommt.

    24. Mein Wort ist für alle bestimmt, aber nicht alle nehmen es in gleicher Weise auf. Viele hören es mit Gleichgültigkeit, doch gibt es auch solche, welche ohne die Wonne, Mich zu hören, nicht mehr leben könnten. Unter diesen habe Ich auch den gesehen, der kommt, ohne materielle Nahrung zu sich genommen zu haben, und der beim Hören meines Wortes seine Bedürfnisse und Entbehrungen vergaß, und als er den Versammlungsraum verließ, sich so von Kraft und Hoffnung, Friede und Trost erfüllt fühlte, dass er zu murmeln begann: „Wahrlich, nicht vom Brot alleine lebt der Mensch, sondern von einem jeglichen Wort, das von Gott kommt.“

    25. Nur Ich sehe das, was jedes Herz birgt, ohne dass irgendjemand es kennt. Ich finde traurige, durstige, kranke oder müde Schäfchen; Geschöpfe ohne Liebe und ohne Heim, die dennoch, wenn sie Mich hören, sagen: „Ich bin glücklich, wenn ich dem Göttlichen Meister zuhöre, weil sich dann alle meine Kümmernisse verflüchtigen und mein Herz von Licht und Freude überfließt.“

    26. Andere dagegen versinken in Lethargie und lassen ihr Herz nicht mehr erweichen wie in den ersten Tagen, da sie die Stimme ihres Herrn vernahmen.

    Doch wie die Unterweisung fortsetzen, solange einige zuhören und andere nicht, solange einige Mich fühlen und andere gefühllos bleiben?

    27. Jünger, geht in euch, hört und fühlt Mich wie früher. Erinnert euch, wie ihr bekannt habt, dass dies Wort euer Leben und das Licht eures Schicksals ist. Vergesst nicht, dass Ich euch heute sage: Das, was ihr benötigt, wird euch zur rechten Zeit gegeben.

    28. Gießt von neuem Öl in eure Lampen, damit die Flamme des Glaubens und des Wissens wieder aufleuchtet.

    29. Schlaft nicht, wachet und betet, denn der Meister kann euch überraschen, wenn Er wie früher eure Wohnung betritt, wie in jenen Tagen spiritueller Begeisterung, da ihr auf Schritt und Tritt meine Gegenwart fühltet.

    Ihr werdet dann sehen, wie euer Leben von neuem von jenem Lichte erhellt sein wird, das aufhörte, euch zu erleuchten, ohne dass es euch bewusst wurde, und es wird euch das Vertrauen in eine Zukunft voller Überfluss und Weisheit zurückgeben.

    30. Vertraut Mir allesamt eure Gedanken an; bietet Mir euer Herz an; jede Bitterkeit und jedes Leiden werden wie Blumen sein, die Ich empfange; Blumen des Schmerzes, der Bitternis und der Enttäuschung, aber dennoch Blumen, weil sie von Läuterung zeugen und einen Duft ausströmen, der zu Mir aufsteigt.

    31. Versenkt euch in die Stille, o Geistwesen, die ihr mein Licht empfangt, während euer Herz Mir sein Leid klagt. Lasst eure Tränen bei Mir zurück und nehmt meinen Heilbalsam dafür mit.

    32. Der Vater, das Höchste Wesen, hat seine Augen auf euch gerichtet. Zeigt euch weder besiegt noch ohnmächtig vor Ihm, denn als Er euch schuf, gab Er euch seine Kraft.

    33. Wenn eure Leiden heftig sind, so ist doch seine Barmherzigkeit größer. Schafft euch Verdienste des Glaubens und der Liebe und zweifelt nicht, dass Er euch für immer in das Reich seiner Güte und Weisheit bringen wird.

    34. Menschen, vertraut Mir, und wenn euch die Kräfte versagen, so gebt Mir die Last eures Kreuzes, während ihr neue Kraft schöpft.

    35. Verstehet, dass diese Welt eine reinigende Quelle ist, und dass euer Geist strahlen wird wie Licht im Weltraum, wenn er sie verlässt, um zu seiner wahren Heimat zurückzukehren. Denkt daran, dass Ich euch sagte: „Wer Mich sucht, findet Mich; wer sucht, findet.“ — Ihr habt Mich gesucht und steht nun vor Mir.

    36. Aber es gibt auch solche, die Mich suchen und doch nicht finden, weil sie es dort tun, wo Ich nicht sein kann. Diese beginnen dann sogar an meinem Dasein zu zweifeln, ohne zu wissen, dass sie Mir ganz nahe sind, dass Ich in ihnen selbst bin.

    37. Sie finden Mich in ihrem eigenen Herzen nicht, weil sie wie verschlossene Tempel sind. Der Friede und das Licht, das in ihnen ist, blieb verborgen.

    Doch dort ist das wahre Heiligtum, in dem Ich wohne und darauf warte, dass ihr eintretet, um zu euch von tiefen Offenbarungen zu reden und euch die Ursache vieler Geheimnisse zu erklären. Wenn ihr eingetreten seid, wisst ihr, woher ihr kommt und wohin euch das Schicksal führt und seid erstaunt darüber, dass ihr Mich dort gefunden habt, wo ihr zuvor nichts erblickt habt.

    Doch wer dieses Heiligtum nicht kennt, erbaut seinen Tempel im Materiellen, errichtet in ihm einen Altar und stellt einen Gott darauf, den er mit seinen Händen gemacht hat. Erst im Laufe der Zeit, und nachdem er sich von der Unvollkommenheit seines Kultes überzeugt hat, erwacht er und macht sich auf die Suche nach dem geistigen Gott, dem Gott der Wahrheit, dem einzigen Gott, weil der, den er ersann, ihm nichts geben konnte, da er kein Leben hatte.

    38. Gott ist es, der dem Menschen das Leben gab, der ihn erschaffen hat; und es ist nicht der Mensch, der Götter schaffen und ihnen Leben geben kann.

    39. In dem Maße, wie ihr dieses Wort nach und nach hört, nähert ihr euch dem Verstehen. Wenn diese Erleuchtung euren Geist dann ganz erfüllt, werdet ihr zu Mir sagen: „Herr, das Wunder ist geschehen.“

    40. So werdet ihr verstehen, welches die Werke sind, die Ich im Geiste in dieser Zeit vollbringe.

    41. Eure Vergeistigung wird die Wunder und Beweise der Ersten und Zweiten Zeit nicht nötig haben, um an Mich zu glauben.

    42. Heute erlebt ihr, wie das himmlische Manna in geistiger Form herabkommt. Ihr werdet sehen, wie den Felsen, welches die Herzen der großen Sünder sind, Wasser der Reue entquellen. Ihr werdet die an Glauben und Tugend Toten zum Leben auferstehen sehen, an moralischen Gebrechen Erkrankte, die sich reinigen, und für die Wahrheit Blinde, die ihre Augen öffnen, um meinen Glanz zu schauen.

    43. Wenn in der Zweiten Zeit meine Geburt als Mensch ein Wunder war, und meine geistige Auferstehung nach meinem körperlichen Tode ein weiteres Wunder — wahrlich Ich sage euch — dann ist meine Kundgabe in dieser Zeit mittels eines menschlichen Verstandes ein geistiges Wunder.

    44. Meine Prophezeiungen werden sich in dieser Zeit bis zur letzten erfüllen. Ich hinterlasse euch meine drei Testamente, die ein einziges bilden.

    45. Wer den Vater früher als Liebe, Opfer und Vergebung gekannt hat, soll Ihn in dieser Zeit vollkommen kennenlernen, damit er Ihn liebt und verehrt, statt seine Gerechtigkeit zu fürchten.

    46. Wenn ihr in der Ersten Zeit dem Gesetze angehangen seid, so geschah dies aus Furcht, dass die göttliche Gerechtigkeit euch züchtigen würde; deshalb sandte Ich euch „Mein Wort“, damit ihr erkennen würdet, dass Gott Liebe ist.

    47. Heute kommt mein Licht zu euch, damit ihr nicht in die Irre geht und in Treue gegen mein Gesetz das Ende des Weges erreichen könnt.

    48. Lange habt ihr der Welt gedient, und sie hat euch schlecht gelohnt. Doch wann wurde euch gesagt, dass der Mensch Diener der Welt sein soll? Wisst ihr nicht, oder erinnert ihr euch nicht, dass euch gesagt wurde: „Machet euch die Erde untertan“? Wie oft musstet ihr wie der Verlorene Sohn vor Mich treten!

    49. Es ist mein Verlangen, dass ihr voller Verdienste, Tugend und Demut zu Mir kommt.

    50. Ich habe euch mit geistigem Aussatz bedeckt angetroffen und habe euch durch mein bloßes Wollen geheilt. Ich will, dass ihr eure Brüder auf die gleiche Weise heilt, ohne Ekel vor ihren Sünden zu empfinden. Dann werden es eure Werke sein, die Zeugnis dafür ablegen, dass ihr Mich liebt, und nicht eure Lippen, die dies ausposaunen, ohne dass das Herz es fühlt.

    51. Ihr sollt nicht wie die Pharisäer handeln, die in der Synagoge damit prahlten, vor Gott würdig zu sein, und die auf offener Straße Wohltätigkeit zur Schau trugen.

    52. Bewahrt meine Unterweisungen auf, um sie eingehend zu studieren, denn der Tag nähert sich, da ihr dies Wort nicht mehr über den Verstand des Stimmträgers hören werdet, und dann werden die, welche gelernt und verstanden haben, stark sein gleich unbesiegbaren Soldaten.

    53. Wenn ihr vorbereitet seid, werdet ihr von Mir inspiriert reden und auf diese einfache Weise die Menschheit lehren. Während einige meiner neuen Jünger die Menschen aufsuchen müssen, werden andere darauf warten müssen, dass ihre Brüder herbeikommen, um von ihnen meine Lehre zu erfahren.

    54. Volk, erkläre mein Wort und meine Unterweisung auch den Kindern. Bedenke, dass meine Lehre nicht Halt macht vor Alter oder Geschlecht, denn sie ist für den Geist bestimmt.

    55. Gebt meine Lehre den Kindern, wobei ihr sie vereinfacht und in die Reichweite ihres Verstandes bringt. Aber vergesst nie, dass die beste Art, meine Unterweisungen zu erklären, durch die Tugend eures Lebens geschieht, in welchem sie eure Werke der Nächstenliebe, der Geduld, eure Demut und Vergeistigung sehen. Dies wird die beste Form des Lehrens sein.

    56. Erzählt ihnen von Jesus, erzählt von Maria und all jenen Männern und Frauen, die der Welt eine Botschaft des Lichtes brachten. So werdet ihr ihnen den Weg zu Mir zeigen.

    57. Sagt ihnen, dass euer Geist am Tage der Ruhe in mein Heiligtum eintritt, um Mich zu verherrlichen. Denn sechs Tage widmet ihr euren menschlichen Pflichten und Neigungen, um danach einen Tag zu ruhen und davon eurem Herrn einige Augenblicke der Besinnung und Verehrung zu widmen.

    58. Da werdet ihr Mich auf euch wartend finden, immer euer Gebet erwartend, das die Sprache ist, in der ihr Mir von euren Sorgen, eurer Liebe sprecht oder Mir Dank sagt.

    59. Ihr seid in mein Heiligtum eingetreten, das von den Menschenmengen gebildet wird, die begierig darauf warten, mein göttliches Wort zu hören. Wahrlich Ich sage euch, Ich habe euch mit einer Flut von Lehren überströmt. Dies Wort wird in eurem Geiste zum fruchtbaren Samen werden, damit ihr euch in meine Arbeiter verwandelt.

    60. Ihr kommt mit dankbarem Herzen herbei; denn bevor Ich euch sagte, dass ihr tätige Nächstenliebe zu verbreiten hättet, gewährte Ich euch ein Wunder, indem Ich euch entweder die Gesundheit, den Frieden oder irgendein anderes verlorenes Gut wiedergab.

    61. Heute sagt ihr Mir in eurer Dankbarkeit: „Meister, was kann ich tun, um so viel Liebe zu vergelten?“ Dann zeige Ich euch die ausgedehnten „Felder“, damit ihr sie von Brennnesseln und Felsbrocken säubert und den Samen der Liebe, des Friedens und der Barmherzigkeit aussät.

    62. Bevor Ich euch aussende, erfülle Ich euch mit Kraft und Glauben, auf dass ihr im Kampfe weder wankt noch verzagt. Oft werdet ihr euren Weizen unter Disteln und Dornen aufgehen und wachsen sehen, und dort sollt ihr ihn bis zur Zeit der Ernte pflegen, um dann den Weizen vom Unkraut zu trennen.

    63. Je mehr Leiden es euch kostet, die Felder zu bestellen, desto größer wird eure Liebe zu ihnen und eure Zufriedenheit sein, wenn ihr sie blühen seht.

    64. In Wahrheit sage Ich euch: Dieser geistige Weizen, den ihr unter meiner Belehrung anbaut, wird für eure Nachkommen über die siebte Generation hinaus Brot des ewigen Lebens sein.

    65. Werdet nicht müde, Mich zu hören, o Jünger, die ihr in Freude vereint seid. Ich spreche zu eurem Geiste mittels dieser unreinen Menschenlippen, durch welche Ich Mich kundtue. Doch wahrlich, Ich sage euch: Mein Wort wird von dieser Unreinheit nicht befleckt, es gelangt rein zu eurem Geiste.

    66. Studiert meine Lehre, damit ihr versteht, was der Acker, der Same, das Wasser und die Ackergeräte sind, und damit ihr wisst, welches die vollkommene Art der Vorbereitung, Aussaat, Bewässerung und Bodenpflege ist.

    67. Der Landmann, der in dieser Weise arbeitet, wird die gute Frucht von der schlechten zu unterscheiden wissen.

    68. Seht, wie viele sich in der Meinung, schon säen zu können, aufgemacht haben und statt dieses Weizens fremdartigen Samen gesät haben, der ihnen beim Ausreifen Dornen bescherte.

    69. Ich will, dass der Arbeiter der Dritten Zeit sich einstellt. Deswegen lasse Ich an die großen Volksmengen den Ruf ergehen, damit sich unter diesen jene auf den Weg machen, die Mir in dieser Zeit zu folgen haben.

    70. So kommt allmählich, während Ich euch einen Unterricht nach dem anderen erteile, die Zeit herbei, in der ihr eure Aufgabe voll übernehmen sollt.

    71. Auf eurer Wanderung werdet ihr Äcker antreffen, die zu andern Zeiten besät wurden und die nur auf Bewässerung und Pflege warten. Das sind die Geistwesen, in denen sich jener Glaubenssame befindet, den sie schon in der Zeit der Propheten und meiner Apostel empfangen haben.

    72. Einige tragen den Samen der Ersten Zeit in sich, andere den der Ersten und Zweiten Zeit, und ihr sollt in sie den Samen legen, den Ich euch in dieser Dritten Zeit gegeben habe, da ihr ja den Samen der Drei Zeiten besitzt, weshalb Ich euch Trinitarier nenne.

    73. Dies ist das Leben und das Werk, das euch erwartet. Warum fürchtet ihr den Kampf, obwohl Ich euch alles gebe? Warum sehe Ich in den Augen einiger meiner Arbeiter Tränen, obschon der härteste Teil des Kampfes noch gar nicht begonnen hat?

    Ich will, dass ihr glaubt, dass Ich euch nahe bin, dass eure Geistesgaben eine Realität sind, dass Ich euch alles gewähren werde, was ihr Mich in den Augenblicken der Prüfungen, in kritischen Momenten für eure geistige Vervollkommnung bitten werdet. Ich möchte euch nicht mehr kleinmütig sehen.

    74. Die meisten kommen, ihren Geist vergessend, um für den Körper Brot, Heilung oder Arbeit zu erbitten, und in allen bewirke Ich ein Wunder, weil auch dies Zeugnisse sein werden, die morgen Glauben und Hoffnung im Herzen eurer Brüder entzünden werden.

    Doch bittet Mich nicht um so wenig. Das, was euch so viel erscheint, ist bald zu Ende. Bittet Mich lieber um ewige Wohltaten, geistige Güter. Ich werde euch dann das, was der Welt angehört, als Zugabe schenken.

    75. Ich habe euch mehr zu geben, als ihr von Mir erbitten könnt. Findet euch deshalb nicht mit so Wenigem ab.

    76. Ich kann die Herzen in Quellen unerschöpflicher Nächstenliebe verwandeln, kann den Verstand mit Inspirationen und die Lippen mit dem Worte erfüllen. Ich kann euch die Gabe der Heilung geben und die Vollmacht, die Finsternis aufzulösen und das Böse zu besiegen.

    77. Wer nach solchem trachtet, wird erleben, wie die Kräfte von ihm ausgehen, die sich unbewusst in seinem Geiste befanden. Wer wird seine Türen dem, der anklopft, verschließen, obwohl er so große Gaben besitzt? Welche Wege könnten dem holprig und lang erscheinen, der sich meiner Kraft erfreut? Welche Wetter könnten ihm unbarmherzig erscheinen, wenn er sogar über die Elemente Macht haben kann?

    78. O Jünger, eure höchste Aufgabe wird die Liebestätigkeit sein! Oft werdet ihr sie im Verborgenen ohne Prahlerei tun, ohne die linke Hand wissen zu lassen, was die rechte getan hat. Aber es wird Gelegenheiten geben, bei denen eure Liebestätigkeit von euren Mitmenschen gesehen werden soll, damit sie lernen, sich daran zu beteiligen.

    79. Seid wegen des Lohnes unbesorgt! Ich bin der Vater, der die Werke seiner Kinder mit Gerechtigkeit belohnt, ohne ein einziges zu vergessen.

    80. Ich habe euch gesagt, dass, wenn ihr ein Glas Wasser mit wahrer Liebe geben werdet, dies nicht unbelohnt bleiben wird.

    81. Selig sind, die Mir sagen, wenn sie bei Mir ankommen: „Herr als Lohn für meine Werke erwarte ich nichts; mir genügt das Dasein und das Wissen, dass ich Dein Kind bin, und schon ist mein Geist von Glück erfüllt.“

    Ich sage euch: Ihr kommt weinend, weil ihr den Weg, die Gesundheit und die Schlüssel zur Arbeit verloren habt. Dann erst besinnt ihr euch auf euren himmlischen Vater.

    82. Nun, hier bin Ich unter euch. Ihr seid beim Meister, und der Grund, der euch hergeführt hat, ist unwichtig.

    83. Hört meine Unterweisungen! Einige sind für die Jünger bestimmt, doch gibt es andere, die den „Kindlein“ zugedacht sind.

    84. Schämt euch nicht, unter Geschwistern zu sein, die in meinen Lehren fortgeschritten sind, und vor denen ihr eure Unwissenheit zu verbergen trachtet. Sie kamen genauso wie ihr.

    85. Ihr, die ihr nach und nach hinzukommt, lernet die göttliche Lektion, damit ihr denen, die nach euch kommen, etwas anzubieten habt.

    86. Niemand wundere sich darüber, dass Ich meine neuen Jünger unter der Schlacke gesucht habe, wobei Ich sie mit meinem Worte erneuerte, um sie später zur Menschheit mit einer Botschaft der Erneuerung, des Lebens und des Lichtes für ihre Brüder zu entsenden.

    87. Unter Sünden, Unvollkommenheiten und Entweihungen dieses Volkes hat sich das Licht meines Geistes in dieser Zeit offenbart. So bin Ich kämpfend gekommen, um diese Finsternisse zu besiegen, bis Ich das Licht zum Strahlen bringe.

    88. Wohl allen denen, die ihre Augen vor so großer menschlicher Unvollkommenheit geschlossen und sich über so großes Elend erhoben haben, die es verstanden, meine Gegenwart in meiner neuen Kundgebung zu finden.

    89. Dieses ungebildete und sündige Volk wird immer mehr poliert und gereinigt werden, weil es seine Aufgabe ist, mein geistiges Werk von Generation zu Generation mit größerer Vollkommenheit offenbar werden zu lassen.

    90. Seid nicht länger die, die ihr gestern wart. Lasst die überlebten Kulte, schlechten Gewohnheiten, und strebt nach Besserung eures Geistes.

    91. Ich habe euch genau in der Zeit überrascht, die von Jesus und den Propheten als mein neues Kommen angekündigt war.

    Jetzt, da sich meine Verheißung erfüllt, seht ihr die Sünde auf der größten Höhe der Verderbtheit, seht den menschlichen Ehrgeiz und Hass sich in Kriegen manifestieren, als Folgen der Finsternis, die den Geist der Menschen in dieser Zeit einhüllt.

    92. Doch siehe da, als die Finsternis am undurchdringlichsten war, fiel ein göttlicher Strahl herab, sie zu durchbrechen, und indem er menschliches Wort ward, den Menschen zu sagen: „Liebet einander“.

    93. Wachet und betet und richtet euch nicht, damit Ich euch nicht noch einmal sagen muss: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 3

    1. Seht, hier ist das Brot des ewigen Lebens; lange schon habt ihr es nicht mehr gegessen.

    2. Lange habt ihr auf Mich gewartet, und als ihr kaum noch daran dachtet, erstrahlte ein Licht am Firmament. Als ihr fragtet, woher es käme und was es bedeute, wurde euch gesagt: Es ist Elias, der kommt, um die Menschheit vorzubereiten und sie für die Verbindung mit dem Meister würdig zu machen.

    3. Wie der Hirte, der seine Schafe sammelt und zählt und eilends das Verirrte sucht, um seinem Herrn die volle Anzahl vorzuweisen, so hat Elias euch geliebt, euch geführt und euch die Wärme des Stalles fühlbar gemacht.

    4. Als Ich euch so vorbereitet sah, habe Ich euch mein Brot angeboten, von dem ihr euch für immer nähren werdet.

    5. Wer in Wahrheit von diesem Brot gegessen hat, hat meinen Frieden genossen und sich daran gelabt.

    6. Diese Nahrung, die mein göttliches Wort ist, kommt, aus dem Munde eines menschlichen Wesens als eine weitere Bekundung, dass Gott in Wahrheit im Gewissen des Menschen wohnt.

    7. Warum sollte Ich euch die Seligkeit versagen, Mich in euch selbst zu fühlen?

    8. Wer Frieden und Reinheit in seinem Herzen trägt, fühlt Mich in sich, obschon Ich in allen Geistwesen bin, so viel sie auch gesündigt haben. Wer gewesen ist, wird niemals vergehen, und wer lebt, trägt Mich in sich, weil Ich das Leben bin.

    9. Zwischen Gott und seinen Geschöpfen bestehen Bande, die niemals zerreißen können. Aber wenn die Menschen sich von ihrem himmlischen Vater getrennt fühlen, so liegt dies an ihrem Mangel an Vergeistigung oder ihrem Mangel an Glauben.

    10. Weder der Tod, noch der Mangel an Liebe können das Band zerstören, das euch mit Mir verbindet.

    11. Niemand kann meiner Gegenwart entfliehen. Es gibt keine Wohnung oder irgend einen Ort, wo ihr euch vor Mir verbergen könntet, weil Ich bei euch bin, wo immer ihr hingeht, und ihr in Mir seid, wo immer ihr euch aufhaltet.

    12. Begnügt euch nicht damit, dies zu wissen. Ihr müsst Mich fühlen, damit Ich Mich in euren Werken kund tun kann.

    13. Bedenket: So Ich in euch bin — wohin habt ihr Mich gebracht, wenn ihr sündigt?

    14. Ich sage euch dies, weil Ich die Asche, die in eurem Herzen liegt, entfernen muss, bis Ich in ihm einen Funken Lichtes finde.

    15. Ich gebe euch Kraft, damit ihr die Prüfung ertragt.

    16. Ich sehe, wie eure Angehörigen euch das Herz zerreißen und euch Prüfungen unterwerfen. Für einige waren es ihre Eltern, und für andere ihre Kinder, die sie am meisten daran hinderten, Mir nachzufolgen.

    17. Viele sind weinend zu dieser Kundgebung gekommen, weil sie wussten, dass sie ihr Heim in Feindschaft verlassen mussten, um Mich zu hören, und trotzdem haben sie darauf bestanden, Mich zu hören.

    18. Wie viele Tränen, wie viele Gebete, wie viel Geduld in der Hoffnung, dass jene diese Wahrheit erkennen!

    19. Es gibt welche, die auf der Suche nach der Freiheit, meinem Worte zu lauschen, gezwungen waren, sich von ihrem Heim zu trennen; solche, die ihre engere Heimat verlassen mussten, um nicht von Eltern und Freunden Gebrandmarkte zu sein; solche, die ihre Arbeit verloren haben, verspottet und als Hexenmeister verschrien wurden; und manche, denen man das Brot verweigert hat.

    20. Wie sollte Ich euch nicht mit Zärtlichkeit empfangen, wie sollte Ich meinen Heilbalsam nicht in eure Wunden fließen lassen, wenn ihr so leidet, um Mir nachzufolgen!

    Doch beklagt euch nie über jemanden, klagt keinen eurer Mitmenschen an. Überlasst eure Sache Mir, der euch in Wahrheit sagt: Jene, welche euch am meisten verletzt haben, werden diejenigen sein, die am reumütigsten und demütigsten zu Mir kommen werden im Verlangen nach Heilung und Vergebung. Diese werden dann zu Mir sagen: „Herr, vergib mir, wie sehr habe ich das Herz meines Kindes verletzt.“ Eine andere wird sagen: „Herr, ich war abweisend zu meinem Gemahl, weil er Dir nachfolgte. Ich habe ihn gestraft, indem ich mich von seinem Lager trennte und in einem anderen Raume schlief; denn ich verurteilte ihn mit finsterem Herzen.“

    Diese werden Mich um Vergebung bitten, ihre Fehler bekennen und erkennen, dass sie viele Male Wohltaten empfangen haben durch jene, die sie verkannt hatten. Dann werde Ich ihnen sagen: Während ihr daran dachtet, wie ihr diesen meinen Arbeitern das Leben möglichst schwer machen könntet, „wachten“ diese in der Stille und in der Einsamkeit für euch.

    Aber wahrlich, Ich sage euch, Jünger, ihr habt meine Vergebung erlangt. Doch vergebt auch ihr ihnen von Herzen?

    21. Jesus lehrte euch schon in der damaligen Zeit die vollkommene Vergebung, die aus Liebe geboren wird. Heute komme Ich im Geiste, doch meine Lehre ist die gleiche.

    22. Freuet euch, dass ihr durch den Meister das vollkommene Vorbild besitzt. Wahrlich, Ich sage euch, ihr habt weder vor noch nach Jesus ein Vorbild gehabt wie das, welches Er euch gab.

    23. Wäre der Meister vollkommen, wenn der Jünger ihn an Weisheit überträfe? — Nein.

    24. Euer Geist wird sehr groß werden, aber niemals größer als der eures Herrn. Je größer euer geistiger Aufstieg ist, desto höher und größer werdet ihr euren Gott erblicken.

    25. Der Hochmütige wird am Ende immer stürzen, durch seine eigenen Werke zu Fall gebracht, weil er, im Glauben, für sich zu streiten, in Wirklichkeit gegen sich kämpfte.

    26. Der Hochmut ist die Ursache vieler Übel und Leiden unter den Geschöpfen Gottes.

    27. Wie viel Elend und wie viel Finsternis ließ der erste Ungehorsame auf seinen Spuren zurück, seitdem er sich gegen mein Gesetz auflehnte! Seit damals existiert das Böse als eine unsichtbare Macht. Ich ließ das Fortbestehen dieser Macht nur zu, um euch der Prüfung zu unterwerfen, und durch euch selbst will Ich sie ausrotten.

    28. Doch gebt darum nicht einem bestimmten Wesen, das diese Macht personifiziert, die Schuld an euren Fehlern und Stürzen. Denkt daran, dass gegen jede Versuchung eine Tugend in eurem Geist vorhanden ist, um das Böse zu bekämpfen.

    29. Verstehet und erforscht genau die Zeit, in der ihr lebt. Ich kündigte euch in der Zweiten Zeit an, dass Ich wiederkommen würde, und sagte euch, welche die Zeichen meiner Ankunft sein würden. Ich will, dass die Menschheit erkennt, dass diese Zeichen schon erschienen sind.

    30. Wenn Ich euch sagte, dass Ich wiederkommen werde, so deshalb, weil Ich euch einiges mehr zu sagen hatte und es euch damals noch nicht enthüllen konnte, da ihr es nicht verstanden hättet.

    31. Heute komme Ich im Geiste, und wahrlich, Ich sage euch: Manche meinen, dass Ich euch in den ersten Zeiten näher war als heute. Sie irren sich, weil Ich Mich euch mit jedem Kommen immer mehr genähert habe.

    Erinnert euch, dass Ich Mich in der Ersten Zeit auf einem Berge niederließ und euch von da aus mein in Stein gemeißeltes Gesetz herabsandte. In der Zweiten Zeit verließ Ich die Bergeshöhe und stieg in eure Täler hinab, indem Ich Mensch wurde, um unter euch zu leben. Und in der heutigen Zeit habe Ich, um euch noch näher zu sein, euer Herz zu meiner Wohnung gemacht, um Mich dort kundzutun und von seinem Innern aus zu den Menschen zu sprechen.

    32. Manche zweifeln, obwohl sie diese Lehren hören; und von diesen Zweiflern werden einige zum Glauben kommen und andere werden in ihrer Ungläubigkeit verharren. Aber das Jahr 1950 wird kommen, und welche Kälte werden sie dann in ihrem Geist fühlen, wie werden sie sich von orkanartigen Stürmen umbraust sehen, weil dann große Leiden und Heimsuchungen unter der Menschheit anhebenwerden!

    33. Nach meinem Weggang im Jahre 1950 wird die Erde erzittern und das Wehgeschrei der Menschen wird zum Himmel aufsteigen. Dies alles wird Ähnlichkeit haben mit der Dunkelheit und dem Orkan, der Jerusalem an dem Tage, da der Gottessohn starb, verdüsterte.

    34. Für viele wird dies eine Zeit der Auferstehung sein. Die in Finsternis gefallenen Geistwesen werden sich zu einem Leben im Lichte erheben.

    35. Diese Zeit war geweissagt. Es steht geschrieben, dass Ich wiederkommen würde. Doch seht, beim Hören meiner Lehre aus dem Munde eines Menschen zweifelten viele und leugneten Mich. Andere maßen meiner Kundgebung nicht die geringste Bedeutung bei.

    36. Angesichts der Gefühllosigkeit und Verhärtung der Menschen gegenüber meinem Worte musste Ich jene Werke vollbringen, die ihr Wunder nennt, um einige zum Glauben zu erwecken und bei anderen Aufmerksamkeit zu erregen.

    37. Heute der eine und morgen ein anderer, so haben sie sich allmählich um mein Wort geschart; diese habe Ich symbolisch an ihrer Stirne gekennzeichnet. Es ist das göttliche Zeichen, das sie in ihrem Geist tragen, und später habe Ich sie „Arbeiter auf meinen Feldern“ genannt.

    38. Diese werden weder die Bücher der Wissenschaft, noch Philosophien und Glaubenslehren nötig haben, um zu lehren. Das Licht meines Heiligen Geistes wird ihren Verstand erleuchten, und ihr einziges Buch wird mein Wort sein.

    39. Selig, die Vertrauen fassten und bei Mir blieben, denn sie haben durch das göttliche Konzert meiner Lehren eine große Erquickung erfahren.

    40. Kinder Gottes zu sein ist das, was euch dieser Gnade würdig macht, weil eure Verdienste noch spärlich sind. Ich habe eure Schandflecken nicht angesehen, weil es einen Mantel gab, der sie verbarg. Doch wem gehört dieser barmherzige Mantel? — Maria, eurer liebevollen Mutter, die unermüdlich über jedem ihrer Kinder wacht.

    41. Euch war vergönnt, in dieser Dritten Zeit auf Erden zu leben, welche die der Vollkommenheit sein wird und welche Elias eröffnete, indem er seinen Geist durch Vermittlung eines menschlichen Verstandes kundtat und euch meine in gleicher Form stattfindende Kundgabe anzeigte.

    42. Aber die Zeit der Vorbereitung durch menschliche Vermittler geht zu Ende. Bald wird mein Wort in diesen Versammlungsräumen nicht mehr zu hören sein, und die es nicht in ihren Herzen zu bewahren verstanden, werden sich verwaist fühlen. Manche werden in der Meinung, dass ihr Herr ferne ist, später hinter Religionsgemeinschaften herlaufen, um Mich zu finden.

    43. Diejenigen dagegen, welche sich meine göttlichen Lebensregeln zu eigen gemacht haben, werden die Starken der Dritten Zeit sein, weil sie ihren Weg klar vor sich sehen werden.

    44. Ich habe dieses Zeitalter die Zeit des Lichtes genannt; nun seht, meine Kinder, wie die Nationen darauf erpicht sind, grausame und brudermörderische Kriege zu führen.

    45. Ihr, die ihr von Mir Kinder des Lichtes genannt worden seid — betet für eure Brüder „wachet“ über die Völker, damit dies Licht zu ihrem Geiste gelangt, und sie morgen den Weg meines Gesetzes einschlagen.

    46. Wann werden die Menschen wahre Jünger Christi sein? Ich lehrte euch durch Jesus immer den Gehorsam, die Demut und die Liebestätigkeit. Dies ist der Weg.

    47. Ich habe euch die Ankunft großer Volksmengen angekündigt, die aus anderen Ländern der Erde herbeikommen werden. Dem Anschein nach werden materielle Gründe sie zu eurer Nation bringen, aber im Grunde wird es geschehen, damit sie die Gute Botschaft des Wortes empfangen, das Ich euch in dieser Zeit übergab.

    48. Doch denkt ernstlich über diese Aufgabe nach: Was werdet ihr weitergeben, lehren oder bezeugen, wenn ihr weder euch selbst noch eure Kinder darauf vorbereitet?

    49. Denkt an eure Verantwortung, damit ihr euren Eifer vermehrt, in mein Wort einzudringen, und damit ihr, wenn die Stunde kommt, da sie an eure Türen klopfen, bereit seid, die göttliche Speise durch eure Gedanken, Worte und Werke anzubieten.

    50. Habt Vertrauen, indem ihr euch Mir übergebt, dann werde Ich durch euren Mund sprechen.

    51. Auch sollt ihr wissen, dass Familienvätern, die sich zu erheben und ihr Leben zu vergeistigen verstehen, solche Kinder geboren werden, die in ihrem Körper Gesundheit und Stärke und in ihrem Geiste eine Botschaft der Weisheit mitbringen.

    52. In diesem Gebetshaus, in dem ihr euch versammelt, Mich zu hören, werdet ihr Trost für euer Leid finden und den Mut, den Heimsuchungen, die kommen werden, standzuhalten. Doch auch euer Geist zeigt Mir bei seiner Erhebung das Korn, das er nach und nach durch seine Arbeit einbringt.

    53. Wahrlich, Ich sage euch, der Geist wird sich bei der Arbeit auf meinen Feldern niemals müde fühlen; deswegen wird es für ihn kein Ausruhen im Grabe geben. Auch nach dem Verfall seines Körpers wird er weiter für seine Höherentwicklung und seine Vervollkommnung arbeiten.

    54. Wenn mein Wort den Weg eures geistigen Kampfes auf der Erde erhellt hat, so werdet ihr im Jenseits ein noch helleres Licht bei der Fortsetzung eurer Reise hin zu eurem Schöpfer antreffen.

    55. Mein göttliches Licht erstrahlt im ganzen Universum.

    56. Gehorcht meinem Gesetze, aber euer Gehorsam soll dem Verstehen der grenzenlosen Liebe des Vaters zu euch entspringen. Hört auf Mich und betet, aber geht nicht hinaus in die Welt, bevor ihr euch stark fühlt, weil ihr sonst den Orkanen und Wirbelstürmen nicht standhalten könnt.

    57. Ich zeige und bahne euch den Weg, damit ihr ihn niemals verlasst. Wahrlich, Ich sage euch: Wer in meinem Namen das Gute sät, welches Barmherzigkeit, Liebe und Frieden ist, der geht auf meinem Wege und wird das Heil finden.

    58. Die einzige Buße, die Ich von euch verlange, ist die Überwindung der Selbstsucht, damit ihr euren Nächsten mit Lauterkeit und gutem Willen dienen könnt.

    59. Studiert dies Wort mit Aufmerksamkeit, das Ich euch durch Vermittlung vieler Stimmträger gebe, da jeder einzelne von ihnen seine eigene Gabe hat. Verachtet den nicht, der euch ungeschickt erscheint; denn wie viele werden nach Beendigung dieser Kundgebung Ende 1950 den Wunsch haben, Mich noch einmal zu hören, und sei es auch durch den, der sie nicht zufriedenstellte.

    60. Aber Ich gewähre euch die Gnade, dass mein Wort durch die, welche Ich für diese Aufgabe bestimmt und vorbereitet habe, schriftlich erhalten bleibt, damit ihr euch morgen nicht wie das Waisenkind fühlt, das sein Erbe verloren hat.

    Wenn dann die Volksmengen und „die Letzten“ zu euch kommen, sollt ihr ihnen das Buch meiner Lehren als das getreueste und wahrste Zeugnis dessen, was Ich zu euch gesprochen habe, vorlegen. Denn es fehlt euch noch viel, um in eurem Leben und in euren Worten wie ein wahrhaftiges Buch und Vorbild zu sein.

    61. Dies Buch wird viele schlafende Geistwesen erwecken, und deren verborgene Gaben werden sich entfalten. Das Lesen desselben wird die kommenden Generationen inspirieren und zurüsten, indem es sie Schritt für Schritt zur geistigen Verbindung mit meiner Göttlichkeit führt.

    62. Meine Arbeiter, erquickt euch an dem Gedanken, dass Ich euch Sünder ausersehen habe, euch in meine Werkzeuge zu verwandeln und andere Verlorene zu retten.

    Könnt ihr es jemals müde oder überdrüssig werden, denen Frieden, Erleichterung oder Freude zu bringen, die unter dem Mangel dieser Güter leiden?

    Sucht niemals die Einöde auf oder die Einsamkeit eures Kämmerleins, um zu verhindern, dass die Wehklagen bis zu euch gelangen. Erkennt, dass dies für jeden Geist eine entscheidende Zeit ist und ihr euch dem Schmerz stellen müsst.

    Bald werdet ihr nach meinem Willen in verschiedenen Gegenden „Bäume“ pflanzen — so habe Ich in meinem Worte die Versammlungsstätten und Gebetshäuser genannt. Bereitet euch darauf vor und lasst zu, dass die Geistige Welt sich in umfassender Weise unter euch kundtut, damit ihr die richtige Auslegung meiner Lehren habt.

    63. Kurz ist die Zeit, die euch noch bleibt, diesen Botschaftern meiner Göttlichkeit zuzuhören. Nicht mehr ferne ist das Jahr 1950, und welchen Fortschritt in meinem Werke habt ihr Mir vorzuweisen? Erkennt, dass Ich euch aus tiefster Lethargie wachgerüttelt habe, damit ihr nicht wie die Jungfrauen im Gleichnis seid, die ihre Lampen verlöschen ließen. Wenn ihr beim Hören des letzten Wortes eures Herrn schlaft, wird es für euch ein unsanftes Erwachen geben.

    64. Achtet auf die unter euch, die müde vom Wandern ankommen. Einige kommen mit ruhigem Gewissen, andere dagegen kommen mit Gewissensbissen.

    65. Ihr alle kommt herbei, weil euch das Gerücht angezogen hat, dass Ich gegenwärtig zur Menschheit spreche; und wenn ihr diesem Worte lauscht, hört ihr den Vater zu euch sagen: Hier bin Ich unter den Menschen, um ihnen meine Lehren zu Gehör zu bringen und ein Versprechen zu erfüllen.

    66. Hier bietet sich eine neue Gelegenheit, den Meister zu hören und seine Unterweisungen zu empfangen. Jeden einzelnen erinnere Ich an seine Gaben und lasse ihn seine Aufgabe erkennen. Wer sich standhaft und stark auf meinem Wege zeigt, wird mein Reich bald kennenlernen.

    67. Niemand wird jenem das Licht entreißen können, welcher mit Eifer darüber wacht und es durch seine Tugend zum Strahlen bringt.

    68. Ihr seid Durchreisende in diesem Erdendasein, und als Schüler dieser Geistlehre müsst ihr dies verstehen. Euch alle empfange Ich mit vollkommener Liebe, und mit dieser Liebe richte Ich euch. Wie anders ist doch das Urteil eures Herrn gegenüber dem der Menschen!

    69. Von den Hundertvierundvierzigtausend durch Mich Gekennzeichneten wird ein Teil zur Erfüllung einer geistigen Aufgabe mein Wort durch diese Stimmträger hören, ein anderer Teil wird meine Aufträge geistig empfangen, unterstützt durch die Gabe der Intuition, und ein weiterer, der sich im Jenseits aufhält, wird seine Mission an der Menschheit auf geistigem Wege erfüllen.

    70. Mein Licht muss überall auf Erden erstrahlen.

    71. Einige fragen den Meister, wann diese Ereignisse sein werden. Wahrlich, Ich sage euch, dabei hängt vieles auch von eurem Willen und eurer Beharrlichkeit ab.

    72. Diejenigen, welche nicht aufwachen, solange sie im Körper sind, werden von der Erde genommen, damit ihr Geist sich all dessen entledigt, was ihn bindet oder ihn hindert, mein Werk zu erkennen.

    73. Viele Male habe Ich euch gesagt: Wartet nicht auf bessere Zeiten, um zu arbeiten, weil ihr nicht wisst, ob die kommenden nicht noch schwerer sind.

    74. Erfüllt eure Aufgabe, damit Ich euch später nicht für viele Fehler, welche die Menschheit begeht, zur Rechenschaft ziehen muss.

    75. Manche sagen Mir: „Vater, warte noch eine Weile auf mich.“ Gebt acht, was Ich euch darauf sage: Ich kann noch lange auf die Rückkehr des Sohnes warten, denn Ich bin die Ewigkeit; doch denkt daran, dass Ich euch ausgesandt habe, diese für euch zu gewinnen.

    76. Andere sagen Mir: „Herr, nimm mich lieber weg aus dieser Welt, denn ich kann nicht mehr!“

    77. Wann werdet ihr im Einklang mit eurer Bestimmung leben, wann begreifen, dass viele eurer Leiden eine Sühne sind, mittels welcher ihr euch einer schweren Last von Unvollkommenheiten entledigt? Nur das Verständnis und die Ergebung können euch den Frieden bringen.

    78. Wie langsam seid ihr auf dem Wege der Erkenntnisse des Geistes dahingewandert!

    79. Viele Jahrhunderte an Offenbarungen und Erfahrungen habt ihr durchlebt, und noch immer treffe Ich euch als zerbrechliche Kleinkinder an, wenn Ich sehe, wie ihr nicht eine Frage zu beantworten vermögt, oder wenn ihr euch unfähig zeigt, die Prüfungen zu bestehen, die auf eurem Lebenswege liegen.

    80. Ich will, dass ihr alle meine Jünger werdet, dass ihr alle es fertigbringt, das aufzugeben, was euch daran gehindert hat, der Wahrheit ins Angesicht zu sehen.

    81. Denkt immer in geistiger Weise, damit es euch keine Schwierigkeiten bereitet, mein Wort zu verstehen. Vergesst, dass ihr es wart, die sich nicht vorstellen konnten, dass Gott unsichtbar ist, und dass ihr beim Gedanken an Mich in eurem Verstande sofort die Figur eines menschlichen Wesens von gigantischen Ausmaßen bildetet — eines Wesens, das zwar eine Gestalt hatte, sich jedoch nicht sehen ließ und immer hinter einem dichten Schleier des Geheimnisses verborgen war.

    82. Als Ich Mensch wurde in Jesus, geschah es nicht, um euch begreiflich zu machen, dass Gott menschliche Gestalt hat, sondern um Mich sichtbar und hörbar zu machen für die, welche für alles Göttliche blind und taub waren.

    Wahrlich, Ich sage euch, wenn der Körper Jesu die Gestalt Jehovas gewesen wäre, so hätte er weder geblutet noch wäre er gestorben. Es war ein vollkommener Körper, doch menschlich und empfindlich, damit die Menschen ihn sehen und die Stimme ihres himmlischen Vaters durch ihn hören würden.

    83. Immer, wenn eure Auffassung vom Göttlichen fern der Wirklichkeit war, bin Ich euch zu Hilfe gekommen, um Phantasien und Unwirklichkeiten zu zerstören und euch dazu zu bringen, den wahren Weg einzuschlagen.

    84. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Meine Lehre handelt nicht vom Tode. Wenn Ich zu euch häufig von der Existenz des Geistigen Reiches spreche, so geschieht dies, weil dort das Leben und das ewige Glück ist als eine Verheißung für euren Geist, und nicht, damit ihr den Tod herbeisehnt und dieses Leben verabscheut.

    85. Mein Wort in dieser Zeit spricht über das Geistige Leben zu euch, und zwar weil ihr in eurer Entwicklung bereits bei jenem Kapitel des Lebensbuches angelangt seid, das dem Geiste die nicht enthüllten Geheimnisse zeigt.

    86. Da der Mensch Geist besitzt, ist es natürlich, dass dieser ihm einige Merkmale seines Wesens enthüllt; aber Ich habe euch schon gesagt: Solange der Einfluss des Körpers sich nicht der Herrschaft und den Eingebungen des Geistes unterwirft, wird der Mensch sehr wenig in sich selbst eindringen können, um sein inneres Licht zu schauen und seine geistige Stimme zu hören.

    87. Wenn es euch gelingt, einen Augenblick der Sammlung und der Besinnung zu haben, tretet ihr unbewusst in Verbindung mit dem Geistigen und habt das Empfinden für das Ewige und dafür, dass etwas von dieser Ewigkeit in eurem Wesen lebt und sich regt. So war es auch, als der Mensch in den ersten Zeiten entdeckte, dass er ein Sein in sich trug, eine Wesenheit, die nicht von dieser Welt war, sondern einer anderen Ebene angehörte. Dies erschreckte ihn keineswegs, sondern erfüllte ihn im Gegenteil mit Hoffnung, weil er sah, dass sein Leben sich nicht auf das kurze Dasein auf dieser Erde beschränkte. Er ahnte, dass sein Geist bei der Loslösung vom Körper sich zu einer Welt erheben würde, in der er eine Wonne erleben würde, wie er sie in dieser Welt nicht gefunden hatte, eine gerechte Befriedigung für sein hohes Ideal.

    88. Ich kam zur Erde, um mit meiner Lehre all jene Eingebungen zu bestätigen; und jenen Träumern einer Welt der Weisheit, der Liebe und der Gerechtigkeit, in der es keine Tränen, kein Elend und keine Zwietracht gibt, habe Ich meine Bergpredigt gewidmet, damit sie in ihrer Hoffnung ausharren würden.

    89. Mit welcher Güte und Liebe lehrten die ersten Lehrer des Christentums die Menschheit. Die Macht ihres Wortes war in der Wahrhaftigkeit ihrer Werke begründet, durch die sie bekehrten und zur Vergeistigung einluden.

    90. Ich nenne sie Meister, weil sie nach meinem Vorbild lehrten. Wenn jemand später unter Glaubenszwang lehren wollte, ohne den Sinn meiner Lehre zu verstehen, so war er kein Meister. Wenn er die Macht dazu gebrauchte, seine Brüder der Freiheit des Denkens, Glaubens und Urteilens zu berauben, so hatte er nicht Mich zum Vorbild, sondern hat damit das Verlangen der Geistwesen, in den Sinngehalt meiner Offenbarungen einzudringen, geradezu unterbunden.

    91. Ich sage euch: Wann immer man meinen Namen und meine Lehre dazu verwendet hat, Völker zu unterjochen oder Furcht einzuflößen, und man durch diese Furcht die Menschen zum Glauben zwang, war das Ziel, das man damit verfolgt hat, kein geistiges, sondern man war hinter der irdischen Macht her. Wie anders war die Absicht des Meisters, als Er euch sein Wort und Beispiel gab, das ihr in jenem Satz zusammenfassen könnt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

    92. Kommet herein in meinen Kahn, denn er wird niemals kentern. Doch zweifelt nicht wie Petrus, als er meinte, der Meister schliefe; weil es dann nicht mehr meine Stimme, sondern der Schmerz sein würde, der zu euch spricht, o ihr kleingläubigen Menschen!

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 2

    1. Seht, hier bin Ich wieder unter euch in dieser Stunde, in der euer Geist Mir zuhört und Mir dankt.

    2. Jedes Mal, wenn ein neues Jahr beginnt, schöpft die Menschheit neue Hoffnung, obwohl es auch solche gibt, die Furcht empfinden. Warum fürchtet ihr das Leben und die Zeit? Sie bleiben immer dieselben; ihr seid es, welche vorüberziehen. Heute seid ihr Kinder und morgen Erwachsene; heute seid ihr auf Erden, morgen nicht mehr; heute werdet ihr geboren, morgen sterbt ihr.

    3. Ihr lebt in der Vollendung der Zeiten. Schon ist euer Geist dem materiellen Leben nicht mehr unterworfen; er ist in die Ewigkeit eingedrungen. Ihr seid Atome meiner Göttlichkeit. Ich bin ewig. Ich bin immer gewesen. Der Göttliche Geist wird niemals alt. Ich bin unveränderlich und unvergänglich, der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega. Aus Mir seid ihr hervorgegangen, und deshalb werdet ihr zu Mir zurückkehren.

    4. Zwar ist jedes neue Jahr ein Geheimnis für die Menschen, aber wahrlich, Ich sage euch, es ist ein neuer Schritt, den ihr auf dem Wege eurer Entwicklung zu machen habt.

    5. Habt keine Angst vor der Zukunft, weil ihr sie nicht kennt; seht sie nicht in Finsternis gehüllt. Denkt daran, dass Ich die Zeit und die Ewigkeit bin — denkt, dass Ich in der Zukunft bin.

    6. Du, mein Volk, kennst etwas von dem, was in der Zukunft liegt, weil Ich es dir enthülle, und ihr unter euch Propheten habt, die nach meinem Willen in die Zukunft eindringen und euch davon Zeugnis geben.

    7. Ihr habt kein Recht, zu zweifeln; ihr seid keine Blinden, die fürchten müssen, auf dem Weg zu straucheln.

    8. Für alle Menschen habe Ich Wege gebahnt, damit sie Frieden finden. Ich habe für sie Wege markiert, damit sie Mich in meiner ganzen Wahrheit finden.

    9. O Menschheit, Ich bin dir so nahe, und du fühlst Mich nicht!

    10. Ich habe euch das Geheimnis des Friedens gegeben, welches die Liebe untereinander ist.

    11. Die Stunde wird kommen, da der Friede von den Menschen so sehr herbeigesehnt wird, dass sie ihn mit allen Mitteln suchen werden: in den Religionen, in der Wissenschaft und in den verschiedenen Doktrinen. Die Gläubigen und die, welche sich Atheisten und Freidenker nennen, werden sich alle auf der Suche nach diesem Frieden auf den gleichen Punkt zubewegen, und wenn sie ihn erreichen, werden sie Mir gegenüberstehen.

    12. Merkt auf, die ihr in diesem Augenblicke meinem Worte lauscht, es aber bald nicht mehr vernehmen werdet. Nicht in diesem Jahre wird es sein, da diese Offenbarung endet, sondern erst zu dem Zeitpunkt, den mein Wille bestimmt hat, nämlich 1950.

    13. Es sollen sich die erinnern, welche Mir seit langer Zeit zugehört haben, dass Ich euch sagte: Mein Wort wird vom Gipfel des Berges herabsteigen, und ihr werdet am Fuße desselben sein, um es zu empfangen.

    14. Seit dem ersten Stimmträger, dessen Aufnahmefähigkeit Ich Mich für diese Kundgebung bediente, sagte Ich euch, dass diese göttliche Kundgabe, die 1866 begann, im Jahre 1950 enden werde, und dass ihr nach diesem Jahre nicht verwaist zurückbleiben werdet, weil meine Gegenwart noch stärker empfunden würde, wenn ihr euch vorzubereiten verstündet.

    15. Heute ist der erste Tag des Jahres 1941 Somit werdet ihr mein Wort noch zehn Jahre lang hören, Zeit genug, dass viele eurer Brüder diese Lehre kennenlernen, dass viele, die nicht geglaubt haben, zum Glauben kommen, und viele, die nicht gehorsam waren, sich aufmachen und meine Aufträge ausführen.

    16. Mein demütiges und sanftes Wort wird für den Leidenden eine Wonne und für jeden Geist wie Tau und Duft sein. Dies Wort, das so viele abgelehnt haben und das so viele zu ihrem Vergnügen schändeten, wird allen wie eine Liebkosung erscheinen.

    17. Glaubt nicht, dass euer Land das einzige sein wird, das meine geistigen Wohltaten empfängt. Nein, seit Anbeginn halte Ich für jede Nation dieser Erde das Erbteil bereit.

    18. Meine Wahrheit wird wieder in alle Wohnungen eindringen, so wie einst Jesus in die der Gottesverehrung gewidmeten Tempel eintrat und mit seinem Worte die Priester, die Ältesten und die Gesetzeslehrer in Staunen versetzte.

    19. Wer wird Mich in der heutigen Zeit zum Vorbild nehmen? Wer sind die, welche die Menschheit nicht fürchten? — Diejenigen, welche die Wahrheit durch ihre Werke bezeugen. Wahrlich, Ich sage euch: Wer die Wahrheit sagt, wird wie sein Meister selbst den Tod nicht fürchten.

    20. Es wäre längst Zeit, dass dieses Wort im Innern der Tempel und Kirchen ertönt und sein Echo zu den Mächtigen der Erde gelangt wäre. Aber es ist notwendig, dass die Überbringer desselben sich läutern und bessern, um würdige Boten desselben zu sein. Seht, wie die Zeit vergangen ist, ohne dass ihr euch diese Zurüstung zu eigen gemacht habt.

    21. Ich verlange von euch kein Opfer; Ich möchte nur, dass eure Handlungen spontan sind und eure Liebe wahrhaftig. Trotzdem sollt ihr das Beispiel des Gehorsams und der Ergebung Abrahams nicht vergessen, als der Vater ihn um das Leben Isaaks, des geliebten Sohnes, bat.

    Wer von den Menschen der Gegenwart — von denen, die Mich lieben, würde Mir einen solchen Beweis des Gehorsams, der Liebe und des Glaubens geben?

    22. Meine Apostel verkündeten meine Wahrheit, und als die Menschen sie verurteilten, flohen sie nicht vor dem Tode.

    23. Wer in der Wahrheit lebt, darf nichts fürchten.

    24. Dein Weg, mein Volk, ist übersät mit schönen Vorbildern.

    25. Das Licht des Sechsten Leuchters bringt den Menschen dieser Zeit das Licht; aber die fünf Siegel, die schon vergangen sind, haben ebenfalls in den Geistwesen ihr Licht hinterlassen.

    26. Als ihr bei diesem strahlenden Lichte angekommen seid — die einen im Geiste und die anderen im Körper, habt ihr gefragt, wozu ihr gerufen wurdet. Da habt ihr jene Stimme vernommen, die zu euch spricht: Ich bin das Lamm, das sich aus Liebe zu euch geopfert hat, und Ich bin gekommen, euren Geist zu erleuchten, damit ihr einander liebt und zu Mir gelangt.

    27. In dieser Zeit komme Ich im Geiste. Mein Licht fällt wie Feuerzungen auf die Menschen herab, damit sie in allen Sprachen über mein Gesetz sprechen können.

    28. Hundertvierundvierzigtausend inkarnierte und desinkarnierte Geister werden in dieser Zeit den Weg bahnen. Sie werden Vorläufer, Propheten und Boten sein. Es sind die von mir Gekennzeichneten, die den Heeren vorangehen sollen.

    29. Diesen Gekennzeichneten wurde der Name des Stammes, zu dem sie in der Ersten Zeit gehörten, enthüllt, damit sie wüssten, dass sie damals mit ihrem Gott einen Bund geschlossen haben und sich seit langer Zeit auf dem Weg des Herrn befinden. Doch in der Gegenwart ist jeder Stammesname verschwunden, weil es nicht der Herr ist, der Grenzen zieht, um die Menschen voneinander zu trennen.

    30. Wenn 1950 mein Strahl zum letzten Mal durch den Stimmträger herabkommt, wird alles für die kommenden Zeiten vorbereitet sein. Aber bis es soweit ist, werde Ich euch weiterhin unterrichten. Zuvor jedoch legt euren Kummer bei Mir ab und ruht euch aus. Wenn euer Schmerz dann abgeklungen ist und eure Tränen versiegt sind, so richtet euren Geist wieder auf, damit meine Lehre in ihm sei.

    31. Keinen meiner Jünger will Ich hungrig oder durstig sehen; Ich will euch gesättigt sehen, weil ihr das Brot und den Wein meiner Liebe gegessen und getrunken habt. Nur so könnt ihr unter der Menschheit Werke vollbringen, die Meiner würdig sind. Vergesst nicht, dass mit jedem Tage, der vergeht, der Augenblick meines Scheidens näherrückt, und dass der, welcher diese Zeit der Belehrung nicht nutzt, sich später verwaist fühlen wird.

    32. Nicht der Zufall war es, der euch zu dieser Kundgebung hingeführt hat. Meine Stimme rief euch auf euren Wegen und führte euch bis hierher. Nun wisst ihr, dass ihr herbeigekommen seid, um die Aufgabe kennenzulernen, die ihr auf Erden zu erfüllen habt.

    In meinem Worte habt ihr erfahren, welches euer Ursprung und euer Ziel ist. Euch wurde offenbart, dass ihr Teil eines Volkes seid, das in drei Zeitepochen das Manna des Geistes erhalten hat.

    33. Wenn ihr alles, was sich im Volke Israel in den zwei ersten Zeiten ereignete, geistig erforscht, werdet ihr erkennen, dass sich das gleiche in der Gegenwart bei euch ereignet hat.

    34. Das Leben jenes Volkes, seine Geschichte, ist eine Lehre, ein Gleichnis für die ganze Menschheit. Es ist ein Lehrbuch, dessen Gesetz Ich euch auf dem Berge Sinai offenbart habe.

    35. Heute öffnet sich jenes Buch vor eurem Geiste, und ihr seht neue Lehren aus ihm hervorkeimen, weil ihr das, was ihr in jenen Zeiten nicht verstanden habt, heute erst begreifen lernt.

    36. Euer Geist kann im Verlangen nach Weisheit an die Pforten des Jenseits pochen, euer geistiges Fassungsvermögen erlaubt euch, dem Meister näherzukommen, damit Er euch die neuen Lehren gibt, die seine geheime Schatzkammer birgt.

    37. Mein Volk, wenn Ich dich auf den Wegen der Welt gehen sehe, Ketten der Mühsal und der Unvollkommenheiten mit dir schleppend, sende Ich dir meine Liebe, um dir auf dem Wege der Entwicklung beizustehen.

    38. Ihr wandert durch eine Wüste, und inmitten derselben ließ Ich Palmen wachsen, damit ihr Schatten und Erquickung fändet.

    39. Aus dem unfruchtbaren Felsen eures Herzens habe Ich einen unerschöpflichen Quell hervorsprudeln lassen, auf dass ihr trinken möget und euch nie mehr dürste.

    40. Heute werde Ich euch keine Äcker in der Welt geben, um sie zu bestellen. Ihr werdet eure Äcker in den Herzen finden. Einige haben gerade mit der Bestellung begonnen, andere sind dabei, ihre Aussaat zu beenden.

    41. Die Väter sollen nicht den Vorwand gebrauchen, sie könnten, um ihren familiären Verpflichtungen nachzukommen, nicht auch noch daran denken, für die anderen Gutes zu tun.

    42. Die Männer sollen Mir nicht sagen, dass sie sich unfähig fühlen, mein Gesetz zu lehren. Euch allen sage Ich, dass es auf eurem Lebenswege überreichlich Gelegenheiten gibt, meinen Samen auszustreuen, ohne dabei eure Zeit zu vergeuden und eure Pflichten zu vernachlässigen.

    43. Dienet Mir, und Ich werde euch dienen.

    44. Seid nicht enttäuscht, wenn ihr in die Herzen eurer Söhne oder eurer Brüder Liebe sät und Undank erntet. Ihr wisst, was Jesus in die Welt aussäte und was Er erntete. Aber er sagte euch, dass die Ernte nicht auf dieser Erde ist, sondern erst im Himmel, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

    Auch ihr, meine Jünger, sollt euch die Geduld des Meisters zum Vorbild nehmen. Sucht weder Belohnungen noch Vergütungen auf dieser Erde, wartet lieber auf die Stunde eurer Seligkeit im Jenseits.

    45. Denkt daran, dass Ich herabgekommen bin, eure Werke zu richten und eure Verdienste und Schwächen offenbar zu machen. Ich gieße meine Gnade über jedem Geiste aus, unterwerfe euch der Prüfung und frage euch: Warum habt ihr Mir heute, da ihr in der Zeiten Vollendung zur Erde zurückgekehrt seid, keine Ernte vorzuweisen, wo ihr doch mein Gesetz von Anfang der Zeiten an besitzt, und Ich euch aufgetragen habe, über die Völker zu wachen, um sie zu meiner Lehre zu bekehren?

    46. In diesem Zeitalter bin Ich im Geiste gekommen und fordere von euch die Erfüllung der Gebote, die Ich euch in der Zweiten Zeit hinterlassen habe, als Ich unter euch wohnte. Ich suche in eurem Geiste nach dem Echo meiner Worte und auf eurem Wege die Spur meiner Schritte und finde sie nicht. Habt ihr die Liebe ausgeübt und gelehrt?

    Trotz allem könnt ihr eure Verfehlungen wiedergutmachen und die versäumte Zeit wieder einholen, weil Ich euch eine neue Gelegenheit gebe. Ihr müsst dabei nicht nur für euch, sondern auch für eure Brüder arbeiten, die in den kommenden Tagen des Friedens dahin gelangen müssen, sich auf eine vollkommenere Weise mit Mir zu verbinden.

    47. Ihr habt in Mir einen unermüdlichen Meister und einen vollkommenen Vater, der euch liebt und euch tadelt. Was würdet ihr wohl tun, wenn Ich euch nur für die strikte Erfüllung meines Gesetzes Wohltaten gewähren würde?

    48. Wenn Ich so zu euch spreche, weint ihr innerlich über eure Vergehen und sucht nach einer angenehmen Opfergabe: Ihr stellt Mir die gesegneten Kinder vor Augen und bittet Mich, dass Ich um deren Unschuld willen eure Sünden vergebe. Darauf antworte Ich euch: Wenn ihr es versteht, ihr Herz zu pflegen und sie in der Tugend zu bewahren, werde Ich eure Opfergabe annehmen.

    49. Ich will euch nicht mit Strenge richten; vorher bereite Ich euch in einer angemessenen Zeit für die Erhebung eures Geistes vor, damit ihr arbeitet und euch mit meinem Worte nährt. Währenddessen werdet ihr Zeugen großer Heimsuchungen sein, in denen die Elemente entfesselt sind; viele Völker werden durch schwere Wirbelstürme gegeißelt werden und nur durch die Fürsprache der mütterlichen Liebe Gottes in Gestalt von Maria Begnadigung erlangen.

    50. Auf der Suche nach göttlichen Zeichen und Beweisen werdet ihr die Volksmengen zu dieser Nation kommen sehen, und Ich werde sie empfangen, werde jede falsche Auslegung meines Wortes aus ihrem Verstande löschen und ihnen die Wahrheit zeigen. Dann werden sie sich meiner Liebe beugen.

    51. Ihr habt Maria, eure zärtliche Mutter, die euren Gehorsam erwartet. Sie weiß, dass mein Geist über die Unvollkommenheit der Menschen traurig ist, und sie naht sich euch, um euch das Gute einzugeben, und ringt darum, euch zur Erlangung des vollkommenen Friedens zu führen.

    52. Während die Menschheit sich in dieser Zeit reinigt und weint, werdet ihr durch mein Wort vorbereitet, um den Herzen Trost und Frieden zu bringen. Das Leid wird wie ein Schmelztiegel sein, in dem die Geister sich läutern wird, um sich würdig zu machen, zu Mir zu kommen. Alle haben meine Kraft erhalten, und in den größten Prüfungen werden sie vorankommen.

    53. Ich empfange die Erfüllung eurer Aufgaben von einem Jahr, wie Ich die von allen meinen Geschöpfen empfangen habe. Ich segne eure guten Vorsätze und lasse jeden Samen, der nicht gut gepflegt wurde, in euch zurück, damit ihr fortfahrt, ihn fruchtbar zu machen bis zur Vollkommenheit. Erkennet, was mir wohlgefällig ist, damit ihr immer im Einklang mit meinem Gesetze lebt.

    54. Verstoßt nicht gegen das Gesetz; sprecht meinen Namen nicht aus, wenn ihr nicht vorbereitet seid. Macht euch würdig, damit man euch erkennt und euer Vorbild eure Brüder einlädt, Mir nachzufolgen, und Ich ihnen sagen kann: Seid willkommen, Jünger, die ihr demütig zu diesen Versammlungsstätten kommt, wie Schafe, die zu ihrem Stall kommen, von der Stimme ihres Hirten geleitet.

    55. Wer auf diesem Pfade wandelt, angetan mit gutem Willen, wird sich niemals müde fühlen.

    56. Falls es auf diesem Pfade Nachstellungen gibt, habe Ich euch zu eurer Verteidigung Waffen gegeben: nicht Mordwaffen, um eure Brüder damit zu verletzen, sondern das Gebet, durch das ihr stark und unbesiegbar seid.

    57. Ich bin euer Ziel, und deswegen werdet ihr alle zu Mir zurückkehren, wenn ihr mein Gesetz erfüllt. Doch müsst ihr das Eure beitragen, um auf dem Wege eurer Entwicklung voranzukommen.

    58. Macht euch mein Wort zu eigen, denn es ist euer Erbe. Erkennt die Macht, die in ihm ruht. Wer es besitzt, wird fähig sein, einen Landstrich inmitten einer Heimsuchung zu retten.

    59. Es steht geschrieben: „Die Erde wird von einem Ende zum andern erzittern“, und es ist notwendig, dass es in jenen Tagen der Finsternis Menschen voller Glauben gibt, damit sie wie Fackeln sind, die den Weg der andern erhellen.

    60. Ich will nicht, dass dies Volk, das Ich in der Gegenwart aufgeweckt habe, wiederum in Schlaf versinkt, weil es sonst das schmerzerfüllte Ach und Weh der Menschheit wachrütteln wird. Und wenn es sich dann kopflos erhebt, um seinen Nächsten Trost zu bringen, wird es entdecken, dass diese nicht mehr auf der Erde, sondern schon im Jenseits sind.

    61. Wer von euch wird, wenn er die Stimmen der Verwirrung, der Angst und des Schmerzes der Menschen hört, ihnen den Rücken kehren und aus dem Wege gehen wollen, ohne Vertrauen zu der Macht, die euch die Ausübung meiner Lehre gibt, um etwas für sie zu tun? Glaubt ihr meinem Worte nicht, wenn Ich euch gesagt habe, dass in der Stunde der Prüfung Ich es sein werde, der durch eure Lippen spricht und seine Macht in euren Werken offenbart?

    62. Wer zweifelt, wird ebenso ohnmächtig und hilfsbedürftig sein wie jener, welcher nichts hat, um es dem Bittenden zu geben.

    63. Dies ist die Dritte Zeit, in der euer Geist eine Vorahnung davon hat, dass er vom Vater die unerlässlichen Gaben und Vollmachten empfangen muss, um sich über die Herrschaft des Materialismus und der Verderbtheit zu erheben. Aber wahrlich, Ich sage euch, diese Gaben ruhen schon seit Anbeginn in eurem Geiste.

    64. Einige sind durch Krankheiten geschwächt zu Mir gekommen, und andere, um Beweise von Mir zu fordern, damit sie an meine Gegenwart glauben könnten. Die ersteren haben erkannt, dass ihre Reinigung notwendig war, um geläutert zu Mir zu kommen. Diese sind auf dem Wege, Mir nachzufolgen.

    65. Die letzteren haben sich wieder entfernt, als sie erhalten hatten, was sie suchten, ohne auf mein Wort Wert zu legen und ohne auch nur zu ahnen, wo und bei Wem sie gewesen sind.

    66. Wieder andere, die in der Gewissheit kamen, auf diesem Wege nur materielle Güter zu finden, fühlten sich angesichts dieses Gastmahls aus geistigen Speisen enttäuscht und entfernten sich wieder auf der Suche nach besseren Wegen. Bei diesen wird es noch lange dauern, bis ihnen die Erkenntnis kommt, dass das Reich des Geistes nicht von dieser Welt ist.

    67. Aber Ich empfange alle. Nicht einen hat es gegeben, der an meine Türen geklopft hätte, ohne dass sie ihm geöffnet worden wären. Dies sage Ich euch, weil auch an euren Türen jemand Einlass begehren wird, und dies werde Ich sein, welcher bescheiden klopfen wird, wie es der Bedürftige zu tun pflegt.

    68. Ihr sagt Mir: „Meister, wie ist es möglich, dass Du vor unseren Türen als Bedürftiger erscheinst?“ Doch Ich sage euch: Wundert euch nicht, und haltet es nicht für unmöglich. Ich werde verborgen im Herzen der Armen, Kranken, Besiegten und Trauernden kommen, um an die Tür eurer Barmherzigkeit zu klopfen. Siehe, Ich sage euch: Werdet stül in eurem Sinn und Geist, damit ihr die Lehre nützen könnt, die Ich euch brachte.

    69. Dies ist die Zeit, in der ihr lernen werdet, meine Lehre, die ihr heute in diesen Versammlungsräumen empfangt, auszuüben, zu erklären und zu leben; und morgen werdet ihr euch aufmachen, sie unter der Menschheit zu verbreiten.

    70. In meinem Worte spreche Ich zu allen meinen Kindern, ganz gleich, ob sie bei dieser Kundgebung zugegen sind oder nicht, ob sie schon auf Erden waren, oder ob sie noch kommen werden. Ein jeglicher soll davon das annehmen, was ihn angeht.

    71. In dieser Zeit wird diese Lehre das Licht sein, das die Menschheit auf den Weg der Wahrheit führt; denn die Menschen haben ihre Augen vor diesem Lichte verschlossen. Doch wahrlich, Ich sage euch: Die Blinden können die Blinden nicht führen, ohne zu straucheln oder in die Abgründe zu fallen.

    72. Der Geist der Wahrheit ist in jeder meiner Lehrreden. Nützet diese Zeit meiner Kundgaben, wachet eifersüchtig über meinem Worte und beraubt euch niemals dieses Erbes.

    73. Meine Liebe wird die Härte eures Herzens überwinden. Wie in jener Zweiten Zeit steht das Tor zum Heile offen. Kommt und beschreitet durch dasselbe den Weg, der euren Geist in das Gelobte Land führen wird.

    74. Kein Blatt vom Baume bewegt sich ohne meinen Willen. Wenn Ich Mich bei euch kundgetan habe, so geschah es, weil dies mein Wille war, und in der Tiefe desselben ruhen sehr große Vorhaben mit jedem Einzelnen von euch und mit dem ganzen Universum.

    75. Die Menschen läutern sich in dieser Zeit durch großes Leid; doch aus dieser heute so sündigen Menschheit werden morgen die Generationen hervorgehen, die mit meiner Göttlichkeit von Geist zu Geist in Verbindung stehen werden.

    76. Diejenigen, die diese Zeit erleben, werden sich über die Größe meines Werkes und die Erfüllung meines Wortes wundern. Dann werden sie sehen, wie die Kinder mit wahrer Vergeistigung lehren, unterrichten und von Mir Zeugnis ablegen werden, wie die jungen Leute und die Erwachsenen die Vergnügungen und Lustbarkeiten der Welt hinter sich lassen, um sich der Ausübung meiner Lehre zu widmen, wobei sie erklären, dass die Zeit, in der sie leben, die von den Propheten angekündigte ist.

    77. Doch diejenigen, welche heute mein Wort hören und dabei träge oder ungläubig sind, werden sich angesichts dieser Vorbilder beschämt fühlen.

    78. Diese werden mein Wort nicht durch einen menschlichen Stimmträger hören, der sündig und unvollkommen ist, sondern sie werden die Stimme ihres Herrn in ihrem Gewissen hören.

    79. Euch, meinen Zuhörern, war es bestimmt, Mich auf diesem Verständigungsweg zu hören, der zwar sehr hochstehend, aber nicht der vollkommenste ist. Zehn Jahre stehen euch noch zur Verfügung. Nützt sie, damit ihr morgen nicht der verlorenen Zeit nachzuweinen braucht, da für dich, mein Volk, später eine Zeit größter geistiger Entwicklung anbrechen wird.

    80. Wenn ihr mein Wort jetzt nicht bewahrt, werdet ihr später, wenn es diese Kundgebung nicht mehr gibt, mit Schmerz in euren Herzen zu diesen Stätten des Gebetes kommen, um euren Vater zu bitten, zu euch zu sprechen, und dass Er sich wieder durch das menschliche Verstandesorgan mitteilen möchte; doch ihr werdet Ihn nicht wieder hören. Ihr werdet dann auf meine ehemaligen Wortvermittler blicken, die für diese Kundgebung stumm bleiben und euch nur sagen werden, dass ihr euch geistig erheben sollt.

    81. Es ist mein Wille, dass ihr meine Anordnung nicht entweiht. Ich möchte nicht, wenn ihr bei Mir ankommt, zu euch sagen müssen: „Weichet von Mir, Ich kenne euch nicht“, und dass dann in eurem Geiste eine schwere Wiedergutmachungslast bestehen bleibt.

    82. Ich spreche zu euch über geistige Lehren, die innerhalb eures Erkenntnisbereichs liegen, und doch gibt es noch den, der an meinem Worte zweifelt. Was wäre erst, wenn Ich zu euch über Göttliche Manifestationen spräche oder euch die Ewigkeit beschriebe? Dann würdet ihr Mir sagen: „Worüber sprichst Du zu uns, Vater, wir begreifen nichts davon.“

    83. Ich vertraue euch meine neuen Propheten an, die etwas Einblick in das Jenseits haben. Sie werden euch diese geistigen Lehren bezeugen und euch Ereignisse ankündigen, die noch kommen werden.

    84. Hier ist mein Unterricht, Jünger, Ich verlängere ihn nicht, damit ihr nicht ermüdet, und Ich ihn bei einer anderen Gelegenheit wiederholen muss. Wenn ihr jedoch aus meinen Lehren Nutzen ziehen wollt, so erneuert euch und mit jeder Schlechtigkeit und jedem Laster macht Schluss.

    85. Dann werdet ihr erleben, wie die Selbstsucht, die Heuchelei, die Eitelkeit und der Materialismus unmerklich aus euren Herzen weichen werden, und stattdessen werdet ihr wahre Nächstenliebe auszuüben beginnen, die keinerlei Belohnung erwartet.

    86. Ihr werdet beleidigt werden und euch darüber wundern, die Ohrfeige nicht zurückgegeben zu haben, wie ihr es in vergangenen Zeiten getan habt. Dann werdet ihr euch, von Dank gegen euren Meister erfüllt, erheben und zu Mir sprechen: „Herr, nur Du lehrst uns diese Lektionen und machst uns in diesen Prüfungen stark.“

    87. Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben; bringt daher dieselben Früchte hervor, die Ich für euch hervorgebracht habe.

    Mein Friede sei mit Euch!

  • Unterweisung 1

    1. Am Anfang der Zeiten gab Ich als Vater dem Menschen ein, das Gute zu tun. Aber die Menschen wandten sich von den göttlichen Geboten ab und verfielen dem Götzendienst und begingen abscheuliche Handlungen gegen Mich. Die Starken siegten, die Schwachen unterlagen, und der Mann nahm die Frau zur Sklavin. So wurde es notwendig, Moses auf dem Berge Sinai die Zehn Gebote des Gesetzes zu übergeben. Dieses Gesetz enthielt die Gebote, die das Volk Israel regieren sollten. Mit ihnen sollte ihm gesagt werden: Wer tötet, soll dasselbe Urteil auf sich nehmen. Wer etwas stiehlt, soll es seinem Mitmenschen zurückerstatten. Wer Böses tut, soll Auge mit Auge und Zahn mit Zahn bezahlen.

    2. Es nahte die Zweite Zeit, und Ich kam, um in Jesus unter euch zu wohnen, und sagte euch in Meinem Wort: „So jemand auf die rechte Backe geschlagen wird, der biete auch die linke dar. Vergebt euren Feinden.“ Und in der Dritten Zeit, in der ihr euch befindet, bin Ich gekommen, um euch zu sagen: Was würdet ihr tun, wenn der Mörder eures Vaters, von der menschlichen Gerechtigkeit verfolgt, an eure Türe klopfen und flehentlich um Hilfe bitten würde? — Gewährt ihm Schutz. Wenn ihr so handelt, werdet ihr beweisen, dass ihr die geistige Entwicklung erreicht habt, die euch befähigt, das göttliche Gesetz eures Himmlischen Vaters zu erfüllen, das euch befiehlt: Liebet einander; erwecket die Geistwesen zu neuem Leben, welche für das Leben der Gnade tot sind, denn jeder Geist soll heil werden.

    3. Heute komme Ich, um zu eurem Geiste zu sprechen und euch den Inhalt der Sieben Siegel, des Buches eurer Geschichte, der Weissagung, der Offenbarung und der Gerechtigkeit zu enthüllen.

    4. Ich bin es, der gekommen ist, euch zu sagen, dass ihr jetzt in der Zeit lebt, die zum Sechsten Siegel gehört.

    5. Das Jahr 1866 kennzeichnet den Beginn dieser Zeit des Lichtes. Ich sandte Elias, um den Schleier des Geheimnisses zu lüften und die Zeit meiner Kundgebung als Heiliger Geist unter der Menschheit einzuleiten. Elias erleuchtete einen von Mir bestimmten Mann, auf dass er der Vorbote sei. Jener Auserwählte mit Namen Roque Rojas war es, der von Geist zu Geist die Stimme des Propheten vernahm, die ihm in meinem Namen befahl, seine Brüder zu rufen und zu sammeln, weil eine göttliche Offenbarung bereit war, die Geschicke der Menschheit zu erhellen. Roque Rojas, sanft und demütig wie ein Lamm, gehorchte der geistigen Stimme und antwortete: „Der Wille meines Herrn geschehe an mir.“

    6. Roque Rojas versammelte eine Gruppe Männer und Frauen voll Glaubens und guten Willens, und dort, im Schoße seiner ersten Versammlungen, offenbarte sich Elias durch den Verstand des Boten, indem er sprach: „Ich bin der Prophet Elias, jener der Verklärung auf dem Berge Tabor.“ Er gab seinen ersten Schülern die ersten Belehrungen, zugleich kündigte er ihnen das Zeitalter der Vergeistigung an und prophezeite ihnen, dass bald der Strahl des Göttlichen Meisters kommen würde, um sich seinem Volke mitzuteilen.

    7. Eines Tages, als die bescheidene Versammlungsstätte von Roque Rojas voll von Anhängern war, die dem Worte dieses Mannes glaubten, kam Elias herab, um den Verstand seines Sprachrohrs zu erleuchten, und von Mir inspiriert salbte er sieben von diesen Gläubigen, .welche die Sieben Siegel vertreten oder symbolisieren sollten.

    8. Später, als der versprochene Augenblick meiner Kundgabe gekommen war, stellte Ich fest, dass von jenen sieben Auserwählten nur einer in der Erwartung der Ankunft des reinen Gemahls wachte, und dieses Herz war das von Damiana Oviedo, der Jungfrau, deren Verstand als erster das Licht des Göttlichen Strahles als Belohnung für ihre Beharrlichkeit und ihre Vorbereitung empfangen durfte.

    9. Damiana Oviedo vertrat das Sechste Siegel. Dies war ein Beweis mehr dafür, dass das Licht des Sechsten Siegels dasjenige ist, welches diese Ära erleuchtet.

    10. In der Zweiten Zeit fand Ich einen Frauenschoß, einen mütterlichen Schoß, und in der heutigen Zeit ruhte Ich in dem reinen und keuschen Herzen der Damiana Oviedo. Ihr jungfräulicher Schoß war wie der einer Mutter für das Volk Israel, und durch ihre Vermittlung bereitete Ich die Führer, die Stimmträger und die „Arbeiter“ vor. Ich ließ sie bis an die Schwelle des Greisenalters kommen und sagte ihr: Die du dich als ein Quell der Liebe aufgerichtet und in den Herzen eine Fackel des Glaubens entzündet hast, ruhe dich nun aus.

    Sie bat Mich, im Geiste kommen zu dürfen, um zu arbeiten, weil sie mit Eifer über mein Gesetz wachte und nicht wollte, dass es befleckt würde; und Ich gewährte ihr dies.

    11. Zugleich übertrug Ich ihr eine weitere Aufgabe, indem Ich zu ihr sprach: Damiana, es ist nicht mein Wille, dass die trüben Wasser sich mit den kristallklaren Wassern mischen. Sei zur Rechten der Führer, damit die Fackel des Glaubens täglich größer in ihnen werde. Erfreue und erquicke dich an diesem Volke von dem Ort aus, an dem du dich befindest. Sieh die Volksmengen, die dich lieben und Mich erkannt haben. Sie folgen der Spur, die du ihnen hinterlassen hast. Siehe, noch brennt die Fackel. Der Meister hat gesagt: Wer Liebe sät, erntet Liebe; wer Licht sät, erntet Licht. Du hast darum gerungen, den Verstand der Stimmträger vorzubereiten und die Wege meiner Auserwählten zu reinigen; siehe, dies ist dein Same.

    12. Wahrlich, Ich sage dir, Volk: Damiana ist die reine Jungfrau, die in der Dritten Zeit als Stellvertreterin Marias gekommen ist, um dir Zärtlichkeit und Liebkosung zu schenken. Selig die Jungfrauen, die dieser Spur folgen, denn Ich werde sie mit meiner Gnade überschütten. Und es ist mein göttliches Verlangen, euch alle, die ihr meine Kinder seid, in meine Jünger zu verwandeln, da der Augenblick meines Abschieds näher kommt, und Ich euch als Meister unter der Menschheit zurücklassen will.

    13. Wandert mit ruhigem Schritt, damit ihr das Ziel eures Weges erreicht und durch eure Demut und Hilfsbereitschaft die Starken der Erde seid.

    14. Auch die materialistischen Menschen dieser Zeit haben Mich gerufen. Meine Stimme hat in ihnen geistige Resonanz gefunden, und der Meister hat den Frieden in Überfülle gegeben; doch obwohl Ich bei ihnen bin, wollten sie Mich nicht aufnehmen und wollten andersartigen Samen säen.

    15. In diesem Augenblick empfange Ich euch und gebe euch mein Wesen und mein Licht, das ihr so sehr erwartet habt. Verurteilt nicht eure Brüder, die sich abseits des Weges der Wahrheit befinden, denn ihr wisst nicht, ob nicht auch ihr euch morgen auf andere Pfade verirrt. Ich bewahre euch vor Verirrungen und reiche euch Milch und Honig.

    16. Heute komme Ich, euch noch einmal mein Wort zu sagen, um euch die Lehren der Vergangenheit ins Gedächtnis zurückzurufen. Aber Ich komme nicht, um euch an die Heilige Kommunion zu erinnern, in der Form, in der Jesus sie in der Zweiten Zeit mit dem Brot und dem Wein der Erde symbolisierte. Die Zeit ist vorbei, in der man euch stellvertretend für mein Wort materielles Brot dargeboten hat. Heute ist mein Wort das Brot, und sein göttlicher Sinn ist der heilige Wein, den Ich euch in jedem Augenblicke geistig darreiche.

    17. Nähret euch, nähret euch, dies ist mein Wille. Gebt die Wahrheit dem, der sich vom Truge nährt. Bringt den Ungläubigen zu Mir und lasset die Zwietracht und Uneinigkeit verschwinden, damit das Brot des ewigen Lebens zu all meinen Kindern gelangt; denn meine Liebe ist zu eurer Rettung gekommen, als ihr drauf und dran wart, zu fallen. Wie ein Rettungsanker im Sturm errettet euch mein von Barmherzigkeit erfüllter Geist.

    18. Immer, wenn ihr euch verlassen glaubtet in der Stunde der Prüfung, habe Ich euch meine Gegenwart fühlen lassen, um euren Glauben zu stärken.

    19. Dann haben eure Lippen geschwiegen, die schon zu lästern bereit waren, indem sie Mir vorwarfen: „Herr, warum lässt Du zu, dass meine eigenen Brüder mich verletzen, wo Du doch sagst, dass ich dein Auserwählter bin?“

    20. O ihr kleinen Kinder, die ihr euch noch immer nicht dazu entschlossen habt, meine Jünger zu sein, obwohl Ich gesagt habe: Selig, wer heimgesucht wird und sich stark zeigt in der Prüfung und dabei seinem Bruder vergibt und meinen Namen segnet; denn von seinem Wesen wird Licht ausgehen, das auch den zu meiner Lehre bekehren wird, der sie verleugnet hat.

    21. Jede gute Tat findet ihre Belohnung, die nicht auf der Erde empfangen wird, sondern im Jenseits. Aber wie viele möchten von dieser Seligkeit schon hier auf Erden genießen, ohne zu wissen, dass der, welcher nichts für sein Geistiges Leben tut, beim Eintritt in dasselbe ohne Verdienste dastehen wird, und seine Reue dann groß sein wird.

    22. Nach und nach wird meine Lehre die Menschen den Sinn oder den Zweck des Lebens begreifen lassen; dann wird dieser kurze Erdenlauf zum Wohle des Geistes genutzt werden. Allein, hierfür ist notwendig, dass ihr einander vergebt, damit Licht und Friede unter den Menschen emporkeimen.

    23. Doch wenn selbst ihr, meine Jünger, in dieser Zeit kein Beispiel für diese Tugenden gebt — auf wen kann dann die Menschheit noch hoffen?

    24. Seid euch bewusst, dass euch dies Der sagt, welcher für euch sein Blut und sein Leben gegeben hat, und welcher eine Volksmenge liebte und ihr vergab, obwohl sie ihn richtete, verurteilte und tötete.

    25. Aber die Wahrheit, die das Leben ist, die die Liebe ist, ist unsterblich, und seht, hier ist sie von neuem unter euch in der Kundgabe meines Geistes durch den Verstand eines Menschen. Mein Wort dieser Zeit wiederholt für euch jene Lektion: „Liebet einander, so wie der Meister seine Jünger liebt.“ Ich will sie auch erklären, damit jedes Mysterium erhellt wird und jenes Buch, das Ich euch als Testament hinterlassen habe und das die Menschen später verheimlicht oder verschlossen haben, von neuem vor euch geöffnet wird.

    26. Viele Schleier werden zerrissen werden. Mein Wort ist ein Schwert des Lichtes, das die Dunkelheit vernichtet.

    27. Verborgenes Wissen wird ans Licht kommen, und unbekannte Lehren werden euch enthüllt werden. Viele Geheimnisse werden sich auflösen; doch diese Offenbarungen werdet ihr nicht in den Büchern der Welt finden, sondern in diesem meinem Worte.

    28. Jeder, der in Wahrheit ein Kind des Lichtes sein möchte, ergründe ehrfurchtsvoll die Tiefe meines Wortes, und dort wird er seinen Meister erkennen, der auf ihn wartet, um ihn zu lehren.

    29. Wahrlich, wahrlich, nicht die Lehren der Menschen werden es sein, die der Welt den Frieden bringen und diese Menschheit vor dem Abgrund retten.

    30. Seht die Kirchen, die sich gegenseitig verleugnen und sagen, sie würden meine Lehre verkünden.

    31. Darum werden all jene, die in dieser Zeit dazu berufen sind, meine Sendboten, meine neuen Jünger zu sein, gesäubert und gereinigt, damit sie würdig sein können, ihren Brüdern diese Frohe Botschaft zu bringen.

    32. In der Zweiten Zeit waren es zwölf Jünger, die meine Lehre über die Welt verbreiteten. In der Dritten Zeit werden es zwölftausend von jedem „Stamme Israels“ sein, die meine Lehre der Wahrheit und der Liebe der ganzen Menschheit bekanntmachen.

    33. Wo sind diese Hundertvierundvierzigtausend? — Elias ist dabei, sie zu sammeln, ganz gleich, ob einige sich im Geistigen aufhalten und andere inkarniert sind. Sie alle werden in diesem göttlichen Werke geistig vereint sein.

    34. Große Ereignisse werdet ihr schauen, viele davon werden euch in Erstaunen setzen; aber Ich werde euch mit meinen Unterweisungen das Licht geben, damit ihr niemals in Verwirrung geratet. Studiert mein Wort, das euch Liebe zu eurem Vater und zu euren Brüdern eingeben wird. Es ist nicht nötig, zu den Hundertvierundvierzigtausend zu gehören, um dem Vater dienen zu können oder sich Jünger des Meisters zu nennen. Die zu dieser Zahl gehören, sind jene, deren Aufgabe es ist, Bahnbrecher und Beschützer meines Werkes zu sein.

    35. Heute komme Ich im Geiste. In der Zweiten Zeit war Ich für die Augen der Menschen sichtbar, weil Ich Mensch wurde.

    36. Viele fragten sich, als sie Mich sahen: „Wer ist Jener, der im Namen Gottes spricht?“ Und andere sagten ihnen: „Es ist der Sohn der Maria und des Zimmermanns Josef, es ist der Galiläer.“ Dann machten sie sich über Jesus lustig.

    37. Doch der Zimmermannssohn bewirkte, dass die von Geburt an Blinden das Licht schauen konnten und inmitten desselben das Antlitz Jesu, der sie geheilt hatte. Als diese das Wunder der Liebkosung des Meisters empfanden, warfen sie sich zu seinen Füßen nieder und schrien aus vollem Halse, dass sie Ihn als den verheißenen Heiland erkannt hätten.

    38. Erschreckt fragten sich dann die Ungläubigen, wie es möglich war, dass dieser einfache Mensch, den sie als einen unter vielen kannten, so große Wunder vollbrachte?

    39. Heute komme Ich im Geiste, und die Menschen können Mich nicht mehr den Zimmermannssohn nennen; aber wahrlich, Ich sage euch, dass man nicht einmal in jener Zeit berechtigt war, Mich so zu nennen. Es stand geschrieben, dass eine Jungfrau schwanger würde, und dass in ihrem Schoße „Das Wort“ Fleisch werden würde. Josef, das Familienoberhaupt, war auf dem Lebensweg der Jungfrau und des Kindes nur ein Schutzengel, sichtbar für die Augen der Menschen; Maria hingegen war die Inkarnation der mütterlichen Liebe Gottes und die Mutter von Jesus, welcher der menschliche Teil Christi war.

    40. Mit einfachen Unterweisungen werde Ich euch nach und nach Offenbarungen verständlich machen, die ihr Geheimnisse nennt und die es nicht sind. Ich werde euch beten lehren, damit ihr in den Stunden der Prüfungen eure Gedanken zu eurem Vater erhebt.

    41. Zu allen Zeiten hat man euch das Gebet gelehrt.

    42. Moses ließ euch beten während der letzten Nacht, die ihr in Ägypten verbracht habt, und während der ganzen Zeit eures Durchzugs durch die Wüste.

    43. In der Zweiten Zeit lehrte Ich euch das Vaterunser, damit ihr, davon inspiriert, euch in euren Bedürfnissen an euren Vater wenden und immer das Versprechen Seines kommenden Reiches gegenwärtig haben solltet; damit ihr mit der Bitte um Vergebung zu Ihm kommen und dabei euer Gewissen befragen solltet, ob ihr selbst schon in gleicher Weise euren Schuldnern vergeben habt.

    44. Nun lehre Ich euch das geistige Gebet, das nicht den Lippen, sondern dem tiefsten Grunde eures Geistes entspringt, und das in Demut und Vertrauen zu Mir spricht: „Herr, Dein Wille geschehe an uns.“

    45. Ich lehrte euch heilen. Jesus war der Balsam, Er war Gesundheit, sein Wort heilte den, der es hörte, seine Hand brachte dem Gesundheit, den Er berührte; sein Blick teilte dem, der ihn empfing, unendlichen Trost mit; selbst sein Rock, wenn er im Glauben berührt wurde, gab den von Bitternissen und Leiden Niedergedrückten, die zu Ihm kamen, den Frieden zurück; und sogar sein Blut gab, als es auf das Angesicht des Hauptmanns tropfte, seinen Augen die verlorene Sehkraft wieder.

    46. Solche Wunder können allein die Liebe und die Barmherzigkeit, die eine Tochter dieser Liebe ist, vollbringen. Mit ihnen könnt ihr heilen.

    47. Fühlt Mich euch sehr nahe; Beweise dafür gebe Ich euch in den schweren Augenblicken eures Lebens. Es war mein Bestreben, dass ihr aus euren Herzen meine Wohnung bereitet, um darin meine Gegenwart zu fühlen.

    48. Wie kommt es, dass ihr Mich nicht fühlen könnt, obwohl Ich in euch bin? Einige sehen Mich in der Natur, andere fühlen Mich nur jenseits aller Materie, aber wahrlich, Ich sage euch, Ich bin in allem und überall. Warum sucht Ihr Mich immer außerhalb von euch, obwohl Ich Mich auch in euch befinde?

    49. Als Ich euch sagte, wer Ich bin, habt ihr die Stimme, die zu euch sprach, weder gehört noch verstanden, und als ihr Mich gesehen habt, wusstet ihr nicht, wen ihr vor Augen hattet. Dies war der Beweis eures Mangels an geistiger Empfindsamkeit.

    50. Doch schließlich kommt ihr zu Mir, damit Ich euch lehre und nicht nur auf eure Unvollkommenheiten hinweise. Ihr tragt in eurem Geist eure Vergangenheit als eine Last der Sühne.

    51. Ich nehme euch dann eure Last ab und lasse euch ausruhen, beseitige eure Traurigkeit und biete euch eine Speise, die in eurem Herzen das Licht der Hoffnung entzündet.

    52. Wie viele durch die Prüfungen des Lebens hart gewordene Herzen haben sich von der Sanftmut meines Wortes überwunden gefühlt. Sie haben empfunden, dass sie Trost finden, gesund werden und zu neuem Leben erwachen. So kommt es, dass jene, die Mir nachfolgen, meiner Macht und Liebe zuschreiben, was sie empfangen haben, und ihr Geist kann sich nicht mehr von Mir trennen, weil ihr Herz voll Dank und Liebe ist und sie das reine Weiß ihres geistigen Gewandes nicht gegen die königlichen Gewänder des reichsten Monarchen eintauschen würden.

    53. Aber es gibt welche, die bei Mir bleiben und die, obwohl sie mein Wort wie einen Strom kristallklaren Wassers empfangen, ihre bösen Neigungen beibehalten. Unter diesen sind solche, die wie der neidische Kain handeln. Wenn sie sehen, dass ihre Opfergabe dem Herrn weniger angenehm ist als die des Demütigen, der gleich dem gerechten Abel handelt, entbrennt ihr Herz vor Zorn und Neid, und sie zücken das zweischneidige Schwert, das sie mit ihrer Zunge besitzen, um ihre Brüder schmerzhaft zu verletzen. Nachdem sie diese schluchzend ihrem Schmerz überlassen oder (geistig) getötet haben, kommen sie zu meinem Heiligtum, erheben ihre Gedanken zu Mir und sagen voller Heuchelei, dass sie Mich lieben.

    54. Dennoch stoße Ich diese kleinen Kinder, deren Verstand und Herz verhärtet ist, nicht von Mir; Ich unterwerfe sie großen Prüfungen und lasse sie mein Wort gründlich fühlen. Wenn sie sich beugen, haben sie gesiegt; wenn sie sich auflehnen, müssen sie von neuem in die Irre gehen und auf eine andere Gelegenheit warten.

    55. Über all dies spreche Ich zu euch, damit ihr meine guten Jünger werdet und es euch gelingt, wahre Weisheit zu besitzen.

    56. Ihr sollt niemals mit eurem Wissen prahlen, weil das Geheimnis des Vaters sich nur dem erschließt, welcher in Demut an seine Türe klopft.

    57. Wenn die Wissenschaftler, die eure Welt antreiben und verändern, von der Liebe und dem Guten inspiriert wären, hätten sie schon entdeckt, wie Vieles Ich für die Wissenschaft dieser Zeit an Erkenntnissen bereithalte, und nicht nur diesen sehr kleinen Teil, auf den sie sich so viel einbilden.

    58. Salomon wurde weise genannt, weil seine Urteile, Ratschläge und Aussprüche von Weisheit geprägt waren; sein Ruhm drang über die Grenzen seines Königreiches hinaus und erreichte andere Länder.

    59. Doch dieser Mann, obwohl er ein König war, kniete demütig vor seinem Herrn und bat um Weisheit, Kraft und Schutz, weil er erkannte, dass er nur mein Diener war, und vor Mir legte er sein Zepter und seine Krone nieder. Wenn alle Gelehrten, alle Wissenschaftler ebenso handeln würden — wie groß wäre dann ihre Weisheit, wie viele bis jetzt noch unbekannte Lehren würden ihnen aus meinem geheimen Wissensschatze noch offenbart!

    60. Ihr, gering im Materiellen, habt schon viel Wissen erhalten, das euch weder die Gelehrten noch die Wissenschaftler offenbart haben.

    61. Das Geheimnis der „Auferstehung des Fleisches“ wurde aufgeklärt durch die Offenbarung über die Reinkarnation des Geistes. Heute wisst ihr, dass der Sinn dieses Gesetzes der Liebe und Gerechtigkeit der ist, dass der Geist sich vervollkommnet, dass er niemals verloren geht, weil er immer eine offene Tür als Gelegenheit für seine Rettung vorfinden wird, die ihm der Vater anbietet.

    62. Mein Urteilsspruch über jeden Geist aufgrund dieses Gesetzes ist vollkommen und unerbittlich.

    63. Ich allein weiß euch zu richten, weil jedes Schicksal für die Menschen unbegreiflich ist. Daher wird niemand den andern gegenüber bloßgestellt oder verraten.

    64. Nachdem die Geistwesen sich in ihren Sünden verirrt hatten, nach so vielen Kämpfen und Wechselfällen und nach langem Wandern, werden sie aufgrund ihrer Erfahrungen voll Weisheit zu Mir kommen, geläutert durch den Schmerz, erhoben durch ihre Verdienste, müde von der langen Pilgerschaft, jedoch einfach und fröhlich wie Kinder.

    65. Volk, bedenke die Zeit, die vor dir liegt, und höre auf mein Wort, denn es ist „Der Weg“. Erkenne und erfülle deine Aufgabe und trage deine Leiden mit Geduld, denn es gibt keinen Pfad, der frei von Dornen ist, um den Gipfel der Vollkommenheit zu erreichen.

    66. Das Licht meines Wortes wird die Menschen in dieser Dritten Zeit vereinigen. Meine Wahrheit wird in jedem Verstande aufleuchten und damit Unterschiede der Glaubensbekenntnisse und Kulte zum Verschwinden bringen.

    67. Während heute einige Mich in Jehova lieben und Christus verleugnen, lieben andere Mich in Christus und kennen Jehova nicht; während manche mein Dasein als Heiliger Geist anerkennen, streiten und entzweien sich andere wegen meiner Dreieinigkeit.

    68. Und nun frage Ich diese Menschheit und die sie geistig führen: Warum distanziert ihr euch voneinander, wo ihr euch doch alle zu dem wahren Gott bekennt? Wenn ihr Mich in Jehova liebt, seid ihr in der Wahrheit. Wenn ihr Mich durch Christus liebt — Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wenn ihr Mich als Heiligen Geist liebt, nähert ihr euch dem Lichte. Ihr habt nur einen einzigen Gott, nur einen einzigen Vater. Es gibt keine drei göttlichen Personen, die in Gott existieren, sondern nur einen Göttlichen Geist, welcher sich der Menschheit während dreier verschiedener Entwicklungsphasen offenbart hat. Beim Eindringen in diese Tiefe glaubte diese in ihrer Kindlichkeit drei Personen zu sehen, wo nur ein einziger Göttlicher Geist existiert. Wenn ihr also den Namen Jehova hört, so denkt an Gott als Vater und Richter. Wenn ihr an Christus denkt, so erkennt in Ihm Gott als Meister, als Liebe; und wenn ihr den Ursprung des Heiligen Geistes zu ergründen sucht, so wisset, dass Er niemand anderes ist als Gott, wenn Er seine unermessliche Weisheit solchen Jüngern offenbart, die weiter fortgeschritten sind.

    69. Wenn Ich die Menschheit der ersten Zeit geistig so entwickelt angetroffen hätte, wie sie es heute ist, hätte Ich Mich ihr als Vater, als Meister und als Heiliger Geist offenbart; dann hätten die Menschen keine drei Gottheiten gesehen, wo nur eine ist. Aber sie waren nicht fähig, meine Lehren richtig zu deuten, und wären verwirrt worden und meinem Wege fern geblieben, um weiterhin ihren Vorstellungen gemäße zugängliche und kleine Götter zu schaffen.

    70. Sobald die Menschen diese Wahrheit einsehen und annehmen, wird es ihnen leid tun, dass sie sich gegenseitig verkannt haben wegen eines Irrtums, den sie mit ein wenig Liebe vermieden hätten.

    71. Lernt das Gesetz kennen, liebet das Gute, lasset die Liebe und Barmherzigkeit zur Tat werden, gewährt eurem Geiste die heilige Freiheit, sich zu seiner Heimat zu erheben, und ihr werdet Mich lieben. Wollt ihr ein vollkommenes Vorbild dafür, wie ihr handeln und wie ihr beschaffen sein müsst, um zu Mir zu gelangen? — Nehmt euch Jesus zum Vorbild, liebt Mich in Ihm, sucht Mich durch Ihn, kommt zu Mir auf seiner göttlichen Spur; doch sollt ihr Mich nicht in seiner körperlichen Gestalt oder in seinem Bilde lieben oder gar die Befolgung seiner Lehren durch Riten oder äußere Formen ersetzen, weil ihr sonst ewig in euren Verschiedenheiten, in eurer Feindschaft und eurem Fanatismus verharren werdet.

    72. Liebt Mich in Jesus, aber in seinem Geiste, in seiner Lehre, und ihr werdet das ewige Gesetz erfüllen; denn in Christus ist die Gerechtigkeit, die Liebe und die Weisheit zur Einheit zusammengefasst, womit Ich der Menschheit das Dasein und die Allmacht meines Geistes zu erkennen gab.

    73. Wenn Christus die Liebe ist, könnt ihr dann glauben, dass Er von Jehova unabhängig ist, wo Ich doch die Liebe bin?

    74. Wenn der Heilige Geist die Weisheit ist, glaubt ihr dann, dass dieser Geist unabhängig von Christus existiert, wo Ich doch die Weisheit bin? Meint ihr, „Das Wort“ und der Heilige Geist seien zweierlei?

    75. Es genügt, nur etwas von dem Wort zu kennen, das Jesus die Menschheit lehrte, um zu begreifen, dass nur ein Gott existiert hat und ewig nur einer sein wird. Deswegen sagte Ich durch Ihn: „Wer den Sohn kennt, kennt den Vater, weil Er in Mir ist und Ich in Ihm bin.“ Später, als Er ankündigte, dass Er in einer anderen Zeit zu den Menschen zurückkommen würde, sagte Er nicht nur: Ich werde wiederkommen, sondern Er versprach, den Heiligen Geist zu senden, den Geist des Trösters, den Geist der Wahrheit.

    76. Warum sollte Christus vom Heiligen Geist getrennt kommen? Könnte Er in seinem Geiste etwa nicht die Wahrheit, das Licht und den Trost mit sich bringen?

    77. Wie wenig sind die Menschen in meine Wahrheit eingedrungen, und wie haben sie sich in diesem Wenigen, in das sie eingedrungen sind, geirrt! Sie glauben, die tiefsten Wahrheiten erreicht zu haben; aber solange sie die Wahrheit benützen, um zu betrügen, zu töten, den Frieden zu zerstören und um sich gegenseitig zu verkennen, was alles das Gegenteil dessen ist, was mein Wort lehrt, können die Menschen nicht sagen, dass sie auf dem Wege der Wahrheit gehen.

    78. Zu euch allen sende Ich meine Botschaft in dieser Zeit, eine Botschaft, die der Menschheit durch den Mund Jesu versprochen wurde, als Er unter den Menschen weilte.

    79. Ich weiß, dass diese Lehre anfangs geringgeschätzt werden wird, weil sie durch einfache Geschöpfe und Sünder, wie es meine Wortvermittler sind, übergeben worden ist. Aber die Wahrheit, die diese Offenbarung enthält, wird sich durchsetzen, und diese Lehre wird gehört werden, denn im Sinngehalt derselben ist der Heilige Geist, der Tröster und die versprochene Wahrheit gegenwärtig.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 28

    1. Jünger: Die Zeit nähert sich, in der eure Geschwister zu euch kommen werden mit dem Verlangen, euch zu befragen und die Bezeugung der Offenbarung zu verlangen, die Ich euch in der Dritten Zeit übergebe, um ihren Verstand zu erleuchten. Wenn dies geschieht, so verleugnet Mich nicht, indem ihr euch verbergt! Wenn Ich euch in dieser Etappe meiner Kundgebung mit so viel Liebe unterrichte, dann gerade deshalb, um euch zu lehren, meine Unterweisungen weiterzugeben, wann immer ihr gefragt werdet.

    2. Ich habe erlaubt, dass ihr meine Lehre auszuüben beginnt, mit dem Ziel, eure Geistigen Gaben und Fähigkeiten zu entwickeln, damit, wenn die Zeit der Verkündung meines Wortes unter der Menschheit gekommen ist, eure Lippen nicht stammeln und euer Verstand nicht zu ungeschickt ist, um meine Wahrheit kundzutun.

    3. Eure Aufgabe ist es, dem Vorbild eures Göttlichen Meisters auf seinem Erdenweg nachzuleben. Erinnert euch: Wann immer Ich Mich in den Heimen zeigte, ließ Ich in allen eine Botschaft des Friedens zurück, heilte Ich die Kranken, tröstete Ich die Traurigen mit der göttlichen Vollmacht, welche die Liebe besitzt.

    4. Niemals unterließ Ich es, in ein Haus einzutreten, weil man Mir darin nicht glauben würde. Ich wusste, dass beim Verlassen dieses Ortes die Herzen seiner Bewohner voll überquellender Freude sein würden; denn ohne es zu wissen hatte ihr Geiste durch meine Lehre in das Reich der Himmel geschaut.

    5. Zuweilen suchte Ich die Herzen auf, ein andermal suchten sie Mich; doch in allen Fällen war meine Liebe das Brot des ewigen Lebens, das Ich ihnen in der Essenz meines Wortes gab.

    6. Bei einigen Gelegenheiten, bei denen Ich Mich in die Einsamkeit irgendeines Tals zurückzog, blieb Ich nur für Augenblicke allein, weil die Menschenmengen, begierig Mich zu hören, sich ihrem Meister auf der Suche nach der unendlichen Warmherzigkeit seines Blickes näherten. Ich empfing sie und überströmte jene Männer, Frauen und Kinder mit der Zärtlichkeit meiner unbegrenzten Barmherzigkeit, weil Ich wusste, dass es in jedem Geschöpf einen Geiste gibt, den zu suchen Ich zur Welt gekommen war. Dann sprach Ich zu ihnen vom Reich der Himmel, welches die wahre Heimat des Geistes ist, damit sie ihre innere Unruhe mit meinem Wort besänftigen und sich an der Hoffnung stärken würden, das ewige Leben zu erlangen. Es gab Gelegenheiten, bei denen es verborgen unter der Menge jemanden gab, der die Absicht hatte, meine Wahrheit schreiend zu leugnen und zu versichern, dass Ich ein falscher Prophet sei; aber mein Wort überraschte ihn, bevor er noch Zeit gehabt hatte, seine Lippen zu öffnen. Bei anderen Anlässen ließ Ich zu, dass irgendein Lästerer Mich schmähte, um vor der Menge zu beweisen, dass der Meister angesichts der Beleidigungen nicht unwillig wurde, womit Ich ihnen ein Beispiel von Demut und Liebe gab.

    7. Es gab einige, die, von meiner Sanftmut beschämt, sich sogleich entfernten und bereuten, mit ihren Zweifeln den verletzt zu haben, welcher mit seinen Werken die Wahrheit verkündete. Doch sobald sich die Gelegenheit bot, kamen sie zu Mir, folgten sie Mir auf den Wegen nach, weinend, gerührt von meinem Wort, ohne auch nur zu wagen, Mich anzusprechen, um Mich für die Beleidigungen um Vergebung zu bitten, die sie Mir zuvor zugefügt hatten. Ich rief sie herbei, liebkoste sie mit meinem Worte und gewährte ihnen irgendeine Gnade.

    8. Ganz die gleichen Wege werdet ihr jetzt zurücklegen, oh geliebtes Volk, es sind Pfade, die durch meine Beispiele der Liebe vorbereitet worden sind und welche jetzt euch erwarten, Jünger des Heiligen Geistes, damit ihr mit meinem Wort und eurem Vorbild der Menschheit die Erlösung bringt.

    9. Vergesst nicht, dass die Giftpflanze und das Unkraut nur mit den Werken der Liebe und Barmherzigkeit vernichtet werden, die Ich euch durch Jesus lehrte.

    10. Ihr werdet die Wege voller Steine finden und die Felder mit Brennnesseln bedeckt. Aber euer Geiste, von Elias geführt und im Glauben gestärkt, wird im Verlangen, den Leidenden den Balsam der Liebe zu bringen, mit dem Licht der Wahrheit den Weg derer durchfluten, die in der Finsternis leben. Er wird weder die Dornen des Weges noch den Schmerz fühlen, den der Zweifel und die Verständnislosigkeit ihm verursachen könnten.

    11. Geht auf diesem Weg und je größer die Zahl der Herzen ist, die ihr mit überströmender Liebe beschenkt, desto größer wird eure Intuition sein, und desto tiefer und beständiger eure Glaube an die Werke, die Ich durch eure Vermittlung offenbaren werde.

    12. Wenn euch vor Beginn eurer Mission deren Erfüllung unmöglich oder schwierig erschien, so wird sie euch später immer leichter erscheinen, woran ihr euren Geistigen Fortschritt feststellen könnt.

    13. Dies ist die Zeit, in der Ich alle Geister auf der Erde inkarnierten lassen werde, mit denen Ich mein vielgeliebtes Volk bilden werde, damit sie mit ihren Werken der Liebe und Barmherzigkeit der Menschheit das Zeugnis des wahren Wissens über das Geistige Leben geben.

    14. Ihr, die ihr gekennzeichnet wurdet, um diesen Auftrag zu erfüllen und die ihr das Wissen und die Gewissheit habt, zu meinem Volke zu gehören: Freut euch über diese Offenbarung, doch verzagt nicht angesichts des nahenden Kampfes; denn wahrlich, Ich sage euch, die Soldaten, die für die Wahrheit kämpfen sollen, dürfen keine Furcht von den Gegnern fühlen, welche die Menschheit ihnen entgegenstellt.

    15. Alle, die ihr in eurem Geiste die Sehnsucht nach Vergeistigung, nach Freiheit fühlt, danach, euch auf dem Weg der Liebe, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit zu Mir zu erheben, euch erkläre Ich zu meinem Volk gehörig, und ihr werdet die Soldaten der Wahrheit sein. Doch um dies zu erreichen, müsst ihr wachen und beten und gegen eure Schwächen kämpfen, damit das Zeugnis, das ihr von meiner Lehre gebt, wahrhaftig ist.

    16. Auch sage Ich euch, dass jeder, der das Verlangen hat, zu meinem Volk zu gehören, von ihm aufgenommen und geliebt werden soll, wenn er durch seine Gedanken und Werke bezeugt, dass das Ideal der Liebe das Licht ist, das seinen Lebensweg erhellt.

    17. Damit ihr meine Unterweisung besser versteht, hört mein Gleichnis:

    18. Zwei Wanderer gingen langsamen Schrittes durch eine ausgedehnte Wüste, ihre Füße schmerzten vom heißen Sand. Sie gingen einer fernen Stadt entgegen und nur die Hoffnung, an ihr Ziel zu gelangen, belebte sie auf ihrem schweren Weg, denn das Brot und das Wasser gingen allmählich zur Neige. Der jüngere der beiden begann zu ermatten und bat seinen Gefährten, die Reise allein fortzusetzen, weil ihn die Kräfte verließen.

    19. Der bejahrte Wanderer versuchte dem jungen neuen Mut einzuflößen, indem er ihm sagte, dass sie vielleicht bald eine Oase finden würden, wo sie die verlorenen Kräfte wiedergewännen; aber jener fasste keinen neuen Mut. Der ältere gedachte ihn nicht in jener Einsamkeit zu verlassen, und obwohl er auch ermüdet war, lud er den ermatteten Gefährten auf seinen Rücken und setzte die Wanderung mühsam fort.

    20. Nachdem der Jüngling ausgeruht war und die Mühsal erwog, die er dem verursachte, der ihn auf seinen Schultern trug, löste er sich von seinem Hals, nahm ihn bei der Hand und so setzten sie ihren Weg fort.

    21. Unermesslicher Glaube erfüllte das Herz des greisen Wanderers, der ihm Kräfte gab, seine Müdigkeit zu überwinden. Wie er es geahnt hatte, tauchte am Horizont die Oase auf, unter deren Schatten sie die Kühle einer Quelle erwartete. Schließlich gelangten sie zu ihr und tranken von jenem stärkenden Wasser, bis sie sich sattgetrunken hatten. Sie fielen in erholsamen Schlaf und beim Erwachen fühlten sie, dass die Müdigkeit verschwunden war, auch hatten sie weder Hunger noch Durst; sie fühlten Frieden in ihren Herzen und die Kraft, zu der Stadt zu gelangen, die sie suchten. Sie wollten jenen Ort eigentlich nicht verlassen, doch die Reise musste fortgesetzt werden. Sie füllten ihre Gefäße mit jenem kristallklaren und reinen Wasser und nahmen ihren Weg wieder auf.

    22. Der betagte Wanderer, welcher die Stütze des jungen gewesen war, sagte: Wir wollen von dem Wasser, das wir bei uns tragen, nur mit Maß nehmen; es ist möglich, dass wir unterwegs einige Pilger antreffen, die, von Erschöpfung überwältigt, am Verdursten oder krank sind, und es wird nötig sein, ihnen das anzubieten, das wir bei uns tragen. Der junge Mann widersprach und sagte, dass es nicht besonnen wäre, von dem zu geben, was vielleicht nicht einmal für sie ausreichen würde; dass sie es in so einem Fall zu dem Preis verkaufen könnten, den sie wollten, da es sie so große Anstrengung gekostet hatte, jenes kostbare Element zu erlangen.

    23. Der Alte war mit dieser Antwort nicht zufrieden und erwiderte ihm, dass, wenn sie Frieden in ihrem Geiste haben wollten, sie das Wasser mit den Bedürftigen teilen müssten.

    24. Verdrossen sagte der junge Mann, dass er es vorzöge, das Wasser seines Gefäßes allein zu verbrauchen, bevor er es mit jemandem teilte, den man unterwegs treffen würde.

    25. Wiederum ging die Ahnung des Greises in Erfüllung, denn vor sich sahen sie eine aus Männern, Frauen und Kindern bestehende Karawane, welche verirrt in der Wüste dem Untergang nahe war. Der gute Alte näherte sich eilig jenen Leuten, denen er zu trinken gab. Die Ermatteten fühlten sich sogleich gestärkt, die Kranken öffneten ihre Augen, um jenem Reisenden zu danken, und die Kinder hörten auf, vor Durst zu weinen. Die Karawane erhob sich und setzte ihre Reise fort.

    26. Friede war im Herzen des edelmütigen Wanderers, währen der andere, als er sein Gefäß leer sah, besorgt zu dem Gefährten sagte, dass sie umkehren und die Quelle aufsuchen sollten, um das Wasser wieder zu ersetzen, das sie verbraucht hatten.

    27. Wir dürfen nicht zurückgehen, sagte der gute Wandersmann, wenn wir Glauben haben, werden wir weiter vorne auf eine neue Oasen stoßen. Doch der Jüngling zweifelte, hatte Furcht und zog es vor, auf der Stelle von seinem Gefährten Abschied zu nehmen, um auf der Suche nach der Quelle zurückzugehen. Sie, die Kampfgefährten gewesen waren, trennten sich. Während der eine weiterging auf dem Pfad, vom Glauben an sein Ziel erfüllt, lief der andere beim Gedanken, er könnte in der Wüste sterben, mit der Zwangsvorstellung des Todes in seinem Herzen der Quelle zu. Schließlich kam er keuchend und erschöpft an. Aber zufrieden trank er sich satt, vergaß den Gefährten, den er allein gehen ließ, und ebenso auch die Stadt, auf die er verzichtet hatte, und beschloss, fortan in der Wüste zu leben.

    28. Es dauerte nicht lange, da zog in der Nähe eine Karawane vorbei, die aus ermatteten und durstigen Männern und Frauen bestand. Sie kamen begierig näher, um von den Wassern jener Quelle zu trinken. Doch plötzlich sahen sie einen Mann auftauchen, der ihnen zu trinken und zu rasten verbot, wenn sie ihm jene Wohltaten nicht bezahlten. Es war der junge Wanderer, der sich der Oase bemächtigt und sich zum Herrn der Wüste gemacht hatte.

    29. Jene Menschen hörten ihn traurig an, denn sie waren arm und konnten jenen kostbaren Schatz nicht kaufen, der ihren Durst stillen würde. Schließlich trennten sie sich von dem wenigen, das sie bei sich trugen, kauften ein wenig Wasser, um den verzweifelten Durst zu lindern, und setzten ihren Weg fort.

    30. Bald wandelte sich jener Mensch vom Herrn zum König, denn nicht immer waren es Arme, die dort durchzogen; es gab auch Mächtige, die ein Vermögen für ein Glas Wasser geben konnten.

    31. Dieser Mann erinnerte sich nicht mehr an die Stadt jenseits der Wüste, und noch weniger an den geschwisterlichen Gefährten, der ihn auf seinen Schultern getragen und ihn davor bewahrt hatte, in jener Einöde umzukommen.

    32. Eines Tages sah er eine Karawane kommen, die sicher der großen Stadt zustrebte; doch mit Staunen beobachtete er, dass jene Männer, Frauen und Kinder voll Kraft und Freude daher schritten und dabei ein Loblied anstimmten. Der Mann verstand nicht, was er erblickte, und seine Überraschung wurde noch größer, als er sah, dass an der Spitze der Karawane jener marschierte, welcher sein Reisegefährte gewesen war.

    33. Die Karawane hielt vor der Oase an, während die beiden Männer einander gegenüberstanden und sich erstaunt betrachteten. Endlich fragte der, welcher in der Oase wohnte, den, der sein Gefährte gewesen war: Sage Mir, wie ist es möglich, dass es Menschen gibt, die diese Wüste durchqueren, ohne Durst zu fühlen oder Müdigkeit zu verspüren? Er tat dies, weil er in seinem Innern daran dachte, was von dem Tag an aus ihm würde, an dem niemand mehr herbeikommen würde, um ihn um Wasser oder Herberge zu bitten.

    34. Der gute Wanderer sagte zu seinem Gefährten: Ich gelangte zu der Großen Stadt, doch nicht allein; unterwegs traf Ich Kranke, Durstende, Verirrte, Erschöpfte, und ihnen allen gab Ich neuen Mut mit dem Glauben, der Mich belebt, und so gelangten wir von Oase zu Oase eines Tages vor die Tore der Großen Stadt. Dort wurde Ich vor den Herrn jenes Reiches gerufen, welcher Mir, als er sah, dass Ich die Wüste kannte und Mitleid mit den Reisenden hatte, den Auftrag gab, zurückzukehren, um Führer und Berater der Reisenden bei der leidvollen Durchquerung zu sein; und hier siehst du Mich, wie Ich gerade eine weitere Karawane führe, die Ich zur Großen Stadt bringen muss. Und du? Was machst du hier? Fragte er den, der in der Oase geblieben war. Dieser schwieg beschämt. Da sagte der gute Reisende zu ihm: Ich weiß, dass du dir diese Oase angeeignet hast, dass du ihr Wasser verkaufst und für den Schatten Geld verlangst. Diese Güter gehören nicht dir; sie wurden durch eine göttliche Macht in die Wüste gelegt, damit derjenige von ihnen Gebrauch mache, welcher sie benötigen würde. Siehst du diese Menschenscharen? Sie bedürfen keiner Oase, weil sie weder Durst fühlen noch müde werden. Es genügt, dass Ich ihnen die Botschaft weitergebe, die ihnen durch meine Vermittlung der Herr der Großen Stadt sendet, und schon machen sie sich auf und finden bei jedem Schritt neue Kräfte dank dem hohen Ziel, das sie haben: Jenes Reich zu erreichen.

    35. Überlasse die Quellen den Dürstenden, damit sie in ihr Erholung finden, und jene ihren Durst löschen, welche die Härten der Wüste erleiden. Dein Stolz und Egoismus hat dich verblendet; doch was hat es dich genützt, Herr dieser kleinen Oase zu sein, wenn du in dieser Einöde lebst und du dich der Möglichkeit beraubt hast, die Größe Stadt kennenzulernen, die wir gemeinsam suchten? Hast du bereits jenes hohe Ziel vergessen, das wir gemeinsam hatten?

    36. Als jener Mann den schweigend angehört hatte, der ein treuer und selbstloser Gefährte gewesen war, brach er in Tränen aus, weil er Reue fühlte wegen seiner Verirrungen. Er riss sich die falschen Festkleider vom Leib und suchte den Ausgangspunkt, welcher dort war, wo die Wüste begann, um dem Weg zu folgen, der ihn zu der Großen Stadt bringen würde. Doch nun ging er seinen Weg von einem neuen Licht erleuchtet, dem des Glaubens und der Liebe zu seinen Mitmenschen.

    (Ende des Gleichnisses)

    37. Ich bin der Herr der Großen Stadt und Elias der Greis meines Gleichnisses. Er ist „die Stimme dessen, der in der Wüste ruft“, er ist der, der sich von neuem unter euch kundgibt in Erfüllung der Offenbarung, die Ich euch in der Verklärung auf dem Berg Tabor gab.

    38. Er ist, der euch in der Dritten Zeit zu der Großen Stadt führt, wo Ich euch erwarte, um euch den ewigen Lohn meiner Liebe zu geben.

    39. Folgt Elias, oh geliebtes Volk, und alles wird sich ändern in eurem Leben, in eurer Gottesverehrung und euren Idealen; alles wird verwandelt werden.

    40. Habt ihr geglaubt, dass euer unvollkommener Kult ewig bestehen würde? Nein, meine Jünger; morgen, wenn euer Geiste am Horizont die Große Stadt erblickt, wird er wie sein Herr sagen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 27

    1. Geliebte Jünger, Ich öffne eure Augen dem Licht meiner Lehre, damit ihr die Wahrheit vom Betrug unterschieden könnt. Das Licht des Gewissens, die Empfindungsfähigkeit und die Intuition, die ihr besitzt, werden euch den guten Weg weisen und euch die guten Früchte enthüllen.

    2. Aus der wahren Erkenntnis meiner Lehre wird in euch die Demut geboren werden, weil ihr euch so klein gegenüber eurem Schöpfer fühlen werdet und dennoch so begnadet und beschenkt durch Ihn, dass ihr nicht wagen werdet, euren Blick zum Vater zu erheben, wenn ihr empfindet, dass er unrein ist.

    3. Die Eitelkeit hat sich in jenen eingenistet, welche in der Meinung die volle Erkenntnis der Wahrheit erreicht zu haben, sich für gelehrt, stark, unfehlbar, groß und unbeschränkt gehalten haben, ohne sich bewusst zu werden, dass sie sich oftmals geirrt haben.

    4. Ich will nicht, dass in diesem Volk, das sich gerade erst unter dem Licht dieser Unterweisungen zu bilden beginnt, morgen die Menschen auftauchen, die – durch ihre Eitelkeit verwirrt – hinausposaunen, dass sie die Reinkarnation Christi oder dass sie die neuen Messiasse sind.

    5. Die solche Handlungen begehen werden jene sein, welche meinen, das Verständnis meiner ganzen Wahrheit erlangt zu haben, in Wirklichkeit aber fern von dem durch Christus gekennzeichneten Pfad gehen, welcher derjenige der Demut ist.

    6. Studiert das Leben Jesu auf Erden und ihr werdet eine tiefe und unvergessliche Lehre der Demut finden.

    7. Jesus wusste, wer Er war, woher Er kam und wozu Er gekommen war; dennoch ging Er niemals auf die Plätze oder Straßen, um stolz bekanntzugeben, dass Er der Sohn Gottes, der Messias oder der Erlöser sei, sondern mit seinen Werken legte Er ein vollkommenes Zeugnis für seine Lehre der Liebe und Barmherzigkeit ab. Mit seinen Taten gab Er zu verstehen, wer Er war und wenn Ihn gelegentlich jemand fragte: „Bis Du Christus?“, so beschränkte sich Jesus darauf, ihm zu antworten: „Du hast es gesagt“.

    8. Das heißt, dass während die Menschen es mit ihren Lippen aussprachen, Er es mit seinen Werken bestätigte, denen gegenüber alle Worte ohne Wert waren.

    9. All dies müsst ihr vor Augen haben, oh geliebtes Volk, damit ihr, einmal im Kampf stehend, euch nicht durch Versuchungen zu Fall bringen lässt oder erlaubt, dass euer Herz den Lohn empfängt, der nur dem Geiste zusteht.

    10. Um euch zu ersparen, dieser Schwäche zu verfallen, werde Ich dafür sorgen, dass diese Form meiner Kundgabe an euch sein Ende hat. Obgleich es solche gegeben hat, die diese Aufgabe in wahrer Demut zu erfüllen verstehen, gibt es auch solche, die sich in Gegenwart der Menschenmengen schließlich für Götter gehalten haben. Aber wenn sie sehen, dass sie das, was sie früher hatten, nicht mehr besitzen, werden sie zu der Einsicht kommen, dass es für die Erlangung einer fortwährenden Zwiesprache mit dem Vater nötig ist, Demut zu besitzen.

    11. Ihr alle wisst, dass Ich einen Tag angekündigt habe, an dem diese Kommunikation ihr Ende nimmt; dieser Zeitpunkt ist 1950. Doch ihr werdet erleben, wie die, welche durch diese Kundgebung eitel wurden und sich erhöhten, sich nicht dem Willen des Vaters unterwerfen werden, in dem Gedanken, dass sie beim Verlust dieser Gabe, von den Menschenmengen unbeachtet, zu ihrem normalen Leben zurückkehren werden und nicht mehr vom Volk gepriesen werden.

    12. Die Stimmträger werden, wenn die Stunde näher rückt, sagen: Wer wird kommen, um uns zuzuhören, wenn das Volk weiß, dass der Meister nicht mehr durch unseren Mund spricht? Und die Leiter werden sagen: Wer wird zu unseren Gebetsstätten kommen, an dem Tag, da bekannt ist, dass das Wort des Herrn nicht mehr durch den Mund seiner Erwählten ertönt? Den einen wie den anderen sage Ich schon jetzt: Wenn dies die einzige Form wäre, in der Ich Mich ihrem Geiste kundtun kann, würde Ich euch niemals derselben berauben; doch wenn Ich sie aufhören lasse, ist es ein Zeichen, dass etwas Höheres und Vollkommeneres euch erwartet, etwas, das auch ihr kennt: Es ist die Zwiesprache von Geiste zu Geiste mit eurem Vater.

    13. Volk, bildet aus meinen Worten ein Album und bewahrt seinen Inhalt in eurem Geiste, erleuchtet vom Licht eures Gewissens, damit ihr niemals mein Werk entweiht.

    14. Wenn ihr an meine Kundgebung in dieser Form geglaubt habt, müsst ihr auch glauben, dass Ich nicht mehr so zu euch sprechen werde, wie Ich es bis heute getan habe. Und wenn ihr an meine Gegenwart geglaubt habt, während Ich euch durch das menschliche Verstandesorgan gelehrt habe, wobei Ich Mich ungebildeter und unvollkommener Wesen bediente: Wie solltet ihr da nicht glauben, dass ihr meine göttliche Inspiration von Geiste zu Geiste empfangen könnt?

    15. Vieles habe Ich euch schon gelehrt, oh Jünger. Beschränkt euch nicht darauf, Mich nur zu hören, ergründet mein Wort mit Liebe, studiert es eingehend, jetzt, da die rechte Zeit ist, es zu tun, und nicht, nachdem ihr in Versuchung gefallen seid; denn euer Kampf wird dann schwerer sein.

    16. Studiert meine Lehre, damit ihr sie richtig auslegt und mit ihrem Licht den Sinn des Lebens und den Zweck der Prüfungen verstehen könnt.

    17. Viele von denen, welche die entfesselten Naturgewalten betrachten, die über die Ufer tretenden Wasserfluten, die in ihrem tobenden Lauf ganze Landschaften verheeren, und die Menschen, die damit beschäftigt sind, sich in grausamen, brudermörderischen Kriegen zu vernichten, sagen, dass es der Zorn Gottes ist, der ebenfalls entfesselt ist.

    18. Ich vergebe denen, welche meine Gerechtigkeit in dieser Weise auslegen; doch sie werden noch begreifen, dass alle Leiden und Schicksalsschläge, welche die Menschheit erduldet, von ihrem Ungehorsam gegen mein Gesetz herrühren.

    19. Manche sagen: Herr, wenn wir Dich so sehr mit unseren Unvollkommenheiten verletzten, die überdies die Ursache all unserer Qualen sind, warum vernichtest Du uns nicht lieber? Wozu erhältst Du uns im Schmerz?

    20. Denen, die Mich so fragen, sage Ich: Wenn Ich euch nicht liebte, würde Ich euch mit dem bloßen Aussprechen: „Es soll geschehen“ verschwinden lassen; aber wenn Ich euch trotz eurer Fehler weiterhin erhalte, so ist es der Beweis dafür, dass euch eine hohe Bestimmung erwartet.

    21. Meine Ratschlüsse sind vollkommen, und meine Liebe zu euch ist unendlich; deshalb werden eure Unvollkommenheiten niemals ein ausreichendes Gewicht haben, um den Willen des Allmächtigen zu ändern. Für Augenblicke entfernt ihr euch von dem Wege, den euch mein Gesetz zeigt. Doch schließlich werdet ihr in der Vollkommenheit meiner Gerechtigkeit meine Liebe finden.

    22. Die Menschheit war immer Prüfungen unterworfen, in denen sie neben der Läuterung ihres Geistes auch das Licht der Erfahrung erlangt habt, das ihnen in dieser Zeit helfen wird, die weisen, gerechten und vollkommenen Lehren zu verstehen, die euch das Leben gibt. Deshalb habe Ich euch gesagt, dass ihr mit eurem Lichtschwert gegen die Finsternisse kämpfen und außerdem wachend und betend bleiben müsst, um nicht in Versuchung zu fallen.

    23. Wenn ihr der Ursache für eure Prüfungen mehr auf den Grund gehen wollt, so bedenkt, dass ihr in der Zeit der Wiedergutmachung für alle eure früheren Verfehlungen seid. Wenn ihr schon Glauben habt an das, was Ich euch darlege, werden bei dem Gedanken, dass Ich der einzige bin, der eure Vergangenheit kennt und der sie mit Liebe beurteilen kann, eine süße Zufriedenheit, ein unendlicher Friede in eurer Wesen einziehen.

    24. Schaut euch in dieser Zeit die verbannten Könige an, die Fürsten, ohne Hoffnung zu regieren, die Reichen im Ruin und die Mächtigen auf dem Schmerzenslager. Wer kennt die Sühne, die in den Prüfungen liegt, denen sie unterworfen sind? Ich allein. Doch Ich will, dass ihr alle wisst, dass ihr durch aufrichtige Reue, gute Werke, durch Erneuerung und Vergeistigung eure Wiedergutmachung verkürzen könnt, bis ihr eure Befreiung vom Schmerz und damit den Frieden erreicht.

    25. Mit diesen Unterweisungen erhelle Ich euch die Lehren, welche ihr von den frühesten Zeiten an erhalten habt, die euch die Menschen jedoch verheimlicht hatten, womit sie verhinderten, dass die Menschheit den Weg der Erlösung finden konnte.

    26. Glaubt ihr nicht, geliebtes Volk, dass – wenn ihr in dieser Zeit zu den ersten gehört habt, die diese Wahrheit begriffen haben – diese Erkenntnis gerade euch verpflichtet, das Licht zu den Kriegsschauplätzen und zu den Völkern ohne Frieden zu bringen?

    27. Erforscht hierfür mein Wort, doch tut es immer mit dem Ziel, die Wahrheit zu erlangen.

    28. Stärkt euren Glauben an meinemmein Wort, damit ihr in der Zukunft, wenn ihr Argumente gegen dieses Werk hört, nicht schwankend werdet.

    29. Ihr sagt Mir: Meister, was könnten wir gegen Deine vollkommene Lehre hören, das fähig wäre, unseren Glauben in Gefahr zu bringen?

    30. So denkt ihr heute, geliebte Jünger, weil ihr die Stürme und den nahenden Kampf noch nicht kennt. Jetzt kommt ihr in Frieden, um mein Wort zu hören, euch an meinem Unterricht zu erquicken; doch Ich bereite euch vor und mache euch wachsam, damit euch niemand überrascht. Unter euch gibt es viele Unschuldige, viele Gutgläubige, viele edel Gesinnte, Männer und Frauen ohne Schlechtigkeit, die die Verderbtheit und den Verrat nicht kennen, deren die Menschen fähig sind. Doch wenn sie sich nicht schulen, werden sie leicht die Beute jener werden, welche sich gegen diese Lehre erheben, werden sie wie schutzlose Schafe gegenüber hungrigen Wölfen sein.

    31. Es ist für euch besser, dass ihr schon jetzt durch Mich das erfährt, was ihr morgen hören werdet. Bereitet euch mit dem Licht meiner Lehre für den Kampf vor, so dass euch nichts verletzt, wenn ihr angegriffen werdet, und man euch entmutigen will.

    32. Seid nicht bestürzt, wenn sie euch sagen, dass der, welcher in dieser Zeit zu euch gesprochen hat, der Versucher gewesen ist, und dass prophezeit ist, dass auch er Wunder tun würde, mit denen er selbst die Auserwählten verstören und verwirren würde. Wahrlich, Ich sage euch, viele von denen, die meine Kundgebung so beurteilen, werden zu jenen gehören, welche tatsächlich im Dienst des Bösen und der Finsternis stehen, auch wenn ihre Lippen zu versichern suchen, dass sie immer die Wahrheit verbreiten.

    33. Vergesst nicht, dass der Baum an seiner Frucht erkannt wird, und Ich sage euch: Die Frucht ist dies Wort, das durch den Verstand dieser Stimmträger, Männer und Frauen von einfältigem Herzen, hörbar geworden ist. An der Frucht und an dem Geistigen Fortschritt derer, die sie genossen haben, wird die Menschheit den Baum erkennen, der Ich bin.

    34. Das Trinitarisch-Marianische Geistewerk wird sich auszubreiten beginnen und dadurch einen wahren Alarm unter vielen hervorrufen, die in der Überzeugung, die Lehre studiert und verstanden zu haben, die sie früher vom Vater erhielten, über der Kenntnis ihrer Philosophien und Wissenschaften eitel geworden sind, ohne sich der Geistigen Entwicklung bewusst zu werden, welche die Menschheit erreicht hat. Sie werden beim Erwachen aus ihrer Lethargie die Art und Weise bemerken, in der heute der Geiste der Menschen denkt und fühlt, werden Bannflüche schleudern gegen das, was sie „neue Ideen“ nennen werden, und werden verbreiten, dass diese Bewegung durch den Antichrist hervorgerufen worden ist. Dann werden sie ihre Zuflucht nehmen zu den Schriften, den Prophetien und zu meinem Wort, dass Ich euch in der Zweiten Zeit gab, um zu versuchen, meine neue Kundgebung, meine neuen Unterweisungen und alles, was Ich euch versprochen habe und heute erfülle, zu bekämpfen.

    35. Mein Wort wird auf den Lippen meiner Jünger und mittels Schriften sogar zu denen gelangen, welche nichts gelten lassen, was jenseits des Materiellen ist oder was außerhalb ihre Kenntnisse und Begriffe liegt, die sie einmal akzeptieren haben, und sie werden Mich eine falschen Gott nennen, weil Ich euch dieses Wort gebracht habe. Doch wenn ihr dies hört, wird euer Glaube nicht Schiffbruch erleiden – wenngleich euer Herz sich verletzt fühlt – da ihr mit innerer Bewegung daran denken werdet, dass euer Meister es euch bereits angekündigt und euch mit seinem Wort ermutigt hatte, diesen Prüfungen standzuhalten. Ich sage euch jedoch: Obschon ihr auf eurem Weg dem Betrug, der Heuchelei, dem Aberglauben, dem religiösen Fanatismus und dem Götzendienst begegnen werdet, dürft ihr niemanden wegen seiner Irrtümer verurteilen. Lehrt sie mit meinem Worte und überlasst die Sache Mir, der Ich der einzige bin, der euch richten darf und der weiß, wer der falsche Gott, der falsche Christus, der böse Apostel, der heuchlerische Pharisäer ist.

    36. Euch kommt nur zu, meine Lehre in reinster Weise auszulegen, damit in euren Werken der göttliche Same Frucht bringt und an seiner Essenz von euren Geschwistern Jener erkannt wird, welcher ihn euch eingab.

    37. Das Herz dieses Volkes wird nicht unfruchtbar sein. Ich weiß, warum Ich es gerufen und versammelt habe. Es wird Augenblicke geben, in denen sogar innerhalb meines Werkes viele in Verwirrung geraten werden, aber zuletzt werden sie sich aus dem Wirbelsturm retten und sich lichterfüllt auf die Suche nach den Wegen machen, welche zu anderen Ländern führen und meine Lehre den Menschen anderer Völker bringen, mit einer göttlichen Botschaft Geistiger Geschwisterlichkeit und des Friedens. Sie werden lehren, dass alles Materielle eine Grenze hat, dass die Menschen schlechten Gebrauch vom freien Willen gemacht haben und dass Ich heute eurem schnellen Lauf ein „bis hierher“ setze und meinen Willen in euch vollziehe; doch komme Ich nicht in Gegnerschaft zu euch, sondern zum Wohl der ganzen Menschheit.

    38. Meine Annährung an euch in dieser Zeit erfolgt nicht, um Rache zu üben für das, was die Menschheit auf dem Kalvarienberg mit Mir machte. Beweis dafür ist, dass Ich viele Male, nachdem ihr Mich verletzt habt, euch als Beweis der Liebe und Vergebung meinen Frieden gegeben habe.

    39. Wenn meine Gegenwart unter euch in dieser Zeit zusammenfällt mit den großen Katastrophen und den furchtbaren Kriegen, die euch jetzt bedrängen, so schreibt nicht Mir diesen Kelch zu, den die Menschen trinken. Die Leiden sind die Frucht eurer Sünden, und diese sind nicht aus Mir entsprungen. Wenn Ich euch ankündigte, dass in der Zeit, in der Ich zu euch als Heiliger Geiste sprechen würde, der Schmerz unter der Menschheit wüten würde, so diktierte Ich damit nicht euer Urteil; es geschah, weil Ich wusste, dass, wenn diese Prüfungen kommen würden, ihr Mich brauchen würdet. Ich kündigte es euch nur an, damit ihr wachend und betend sein solltet in Erwartung meines Kommens.

    40. Den Urteilsspruch habt ihr vor langer Zeit selbst unterschrieben; doch Ich, den ihr als euren Richter betrachtet, bin in Wirklichkeit euer Verteidiger, der euch von eurer Bürde befreit, indem Ich euch liebevoll dahin bringe, den guten Weg einzuschlagen, damit ihr die wahre Freiheit erlangt, welche die des Geistes ist.

    41. Ihr weint, mein Volk, weil ihr in eurem reuevollen Herzen die Liebe des Meisters fühlt. Man hatte euch gesagt, dass keiner, der mit einer schweren Schuld in seinem Geiste vor den Vater treten würde, Vergebung erlangen würde, und dass er eine ewige Verdammnis zu erleiden hätte. Doch wie habt ihr meine göttliche Gerechtigkeit als so ungeheuerlich auffassen können? Habt ihr nicht bemerkt, wie Ich durch Jesus deutlich zeigte, dass meine zartesten Worte und meine liebevollsten Blicke denen gelten, welche am meisten gesündigt hatten? Wie könnte Ich auf der Welt eine Lehre verkünden und in der Ewigkeit das Gegenteil davon tun?

    42. Zwischen Christus und dem Vater kann nicht der kleinste Unterschied bestehen, da beide der gleiche Geiste sind, die gleiche Liebe, die gleiche Weisheit, welche sich der Menschheit in drei Phasen kundgetan hat. Ich sagte euch schon in der Zweiten Zeit: „Wer den Sohn kennt, kennt den Vater“.

    43. Rein seid ihr aus Mir hervorgegangen, und rein müsst ihr zurückkehren; doch die Zeit der Sühne wird vorübergehend sein, niemals ewig; kurz oder lang, das hängt von dem Willen ab, den der Geiste einsetzt, um seine Erlösung zu erreichen.

    44. Ich finde euch verwirrt vor, weil ihr die Bücher zur Hand genommen habt, in die eure Geschwister ihre Irrtümer gedruckt haben, die ihr lange Zeit für die reine Wahrheit gehalten habt. Doch die Tage sind nahe, in denen der Mensch sogar seine Glaubenssätze wird berichtigen müssen; denn das Licht der neuen Zeit wird ihn den Weg der Wahrheit erkennen lassen, weil es in dieser Nacht, in der sich sein Geistiges Leben befindet, Licht werden wird.

    45. Ich sende euch diese Lehre, um euch darin zu unterweisen, von eurem menschlichen Dasein aus in das Geistige Leben einzudringen.

    46. Noch seid ihr mehr Materie als Geiste, und darum zweifelt ihr für Augenblicke an der Wahrheit dieses Wortes und fragt euch: Ist es wirklich der Meister, der zu uns spricht? Dann entringt sich dem Geiste ein „Ja“, welches gegen ein „Nein“ der Materie kämpft.

    47. In begrenzter Form tue Ich Mich unter euch kund, damit ihr mein Wort hört, in welchem Ich euch meine göttlichen Gedanken sende, die euch aufs neue den Weg eurer Geistigen Erhebung vorzeichnen.

    48. Ich segne sowohl den, der an meine Kundgabe glaubt, als auch den, der zweifelt. Ich bevorzuge nicht, alle liebe Ich gleichermaßen. Ich offenbare Mich der Welt nicht nur für einige Herzen, sondern um alle Pfade mit Licht zu erhellen, damit die Menschen dem Ziel der Vergeistigung nachstreben und das göttliche Gebot erfüllen, welches sagt: „Liebt einander“.

    49. Ich bin der göttliche Sämann der Liebe und kenne die Zeit der Aussaat und der Ernte der Frucht. Es steht geschrieben, dass Gott der Welt von neuem das Licht geben wird, wenn die Menschen auf dem Gipfel der Verderbnis sein würden.

    50. Jünger, es ist Zeit, zu säen. Die Menschen suchen und rufen nach dem Krieg; sucht ihr das menschliche Herz, um in dasselbe Frieden und Liebe zu säen.

    51. Wenn ihr angegriffen werdet, so nehmt Deckung in der Reinheit meiner Lehre. Während die Menschen triumphieren, wenn sie euch das menschliche Dasein nehmen, werde Ich triumphieren, indem Ich euch das ewige Leben gebe.

    52. Die Legionen des Guten sind in Tätigkeit, sie haben den Kampf aufgenommen, doch sie retten den, der umkommt. Dies ist meine göttliche Aufgabe. Vergesst ihr, dass man Mich den Erlöser der Menschheit genannt hat? Was ist seltsam daran, dass der Hirte seine Schafe sucht? Bevor ihr existiertet, liebte Ich euch schon und euer Ungehorsam und ebenso eure Erlösung wurden vorausgesehen.

    53. Als Ich Mich in Jesus offenbarte, sagte Er, dass Er euer König ist, und ihr gabt Ihm das Kreuz zum Thron. Da zeigte Ich euch alle Kraft, welche die Liebe, die Vergebung und die Sanftmut besitzen. So, wie Ich sein Blut fließen ließ, so gebe Ich euch meine Liebe ohne Beschränkung.

    54. Meint ihr, dass Ich in dieser Zeit der Schmerzen nicht unter euch bin? Seht, hier bin Ich! Gleich einer Quelle kristallklaren Wassers bin Ich gekommen, den Geistigen Durst zu löschen, der euch verzehrt. Ich bin gekommen, euch zu sagen: Es ist Zeit, dass ihr eurem Geiste ermöglicht, sich zu entwickeln, damit alle seine eingeschlafenen Fähigkeiten erwachen. Hierfür inspiriere Ich euch und erkläre Ich euch die Vergeistigung.

    55. Der Glaube, der Gedanke und der Wille sind Mächte. Seid groß und stark mittels dieser Gaben und offenbart sie in all euren Werken, welche immer auf Liebe gegründet sein sollen.

    56. Ihr kennt jetzt die Aufgabe, die Ich Mir auferlegt habe.

    57. Ich erwarte euch in der Ewigkeit, doch müsst ihr kämpfen, um zu Mir zu kommen. Deshalb erhelle Ich euren Weg, damit ihr ihm folgen und immer vorwärts gehen könnt.

    58. Seid rein in euren Gedanken, Worten und Werken, und ihr werdet auf meinem Weg sein. Dann werdet ihr im Reich des Vaters die Wohnstätte einnehmen, die Er euch bestimmt hat.

    59. Beherrscht eure Leidenschaften, lasst die materiellen Vergnügungen sein und denkt an eure Geschwister. Seht, wie das Blut meiner Kinder in dieser Welt vergossen wird, hört das Schluchzen, das sich allen leidenden Herzen entringt. Es gibt viele Nester, in denen die Vögel tot sind, viele Kinder, die leiden, viele Mütter, die weinen, und viele Kindlein ohne Wiege.

    60. Betet für sie, auf dass das geschwisterliche Empfinden der einen und das mütterliche der anderen wie ein Balsam des Trostes ist, der in ihre Herzen dringt.

    61. Hinterlasst dem Wanderer, der nach euch kommt, Spuren des Lichts. Dann werdet ihr Gott in eurem Herzen und im Tiefsten eures Wesens fühlen; dort wird der Vater seinen besten Tempel finden. Das Gewissen wird wie der Gipfel des Berges sein, von wo aus Ich Mich kundgebe. Dann wird der Mensch mehr Geiste als Materie sein und mehr Licht als Schatten.

    62. So, wie der Windhauch und die Sonne euch liebkosen, so, mein Volk, sollt ihr eure Nächsten liebkosen. Dies ist die Zeit, in der Bedürftige und Notleidende überreichlich vorhanden sind. Begreift, dass der, der euch um eine Gefälligkeit bittet, euch die Gnade gewährt, anderen nützlich zu sein und für eure Erlösung zu arbeiten. Er gibt euch die Gelegenheit, barmherzig zu sein und dadurch eurem Vater ähnlich zu werden. Denn der Mensch ist geboren, um über die Welt den Samen des Guten auszustreuen. Versteht also, dass, wer euch bittet, euch einen Gefallen tut.

    63. Wer sagt, dass er eine Gunst erwiesen hat, indem er Hilfe leistete, lügt, denn er hat kaum eine Verpflichtung erfüllt.

    64. Ich werde Mich an meinen Jüngern erquicken, wenn aus ihrer harmonischen Übereinstimmung die süßen und schwingenden Töne des Spiritualismus erklingen, denn alle Zugerüsteten werden in der Sprache des Herzens reden. Die sich nicht zugerüstet haben, werden nicht verloren gehen, denn Ich bin der, welcher zu warten versteht bis die Früchte reifen; aber diese werden ihren Ungehorsam beweinen, wenn sie den Kelch der Bitternis leeren.

    65. Ich bin in allen, aber einige werden sagen: Ich fühle Dich nicht. Andere werden sagen: Ich sehe Dich nicht. Aber alle begreifen, dass Ich in allen bin und in allem Geschaffenen. Weshalb versucht ihr, alles mit den Augen zu sehen und mit den Sinnen zu betasten? Versucht mit dem Geiste, mit dem Verstand und mit dem Herzen zu sehen.

    66. Dann werdet ihr das Unbekannte sehen und werdet seine Schwingung in eurem ganzen Wesen fühlen. Wenn ihr begreift, wie sehr Ich euch liebe, werdet ihr nicht mehr sagen, dass euer Gott euch straft.

    67. Wahrlich, Ich sage euch, in Mir gibt es keinen Zorn, denn er ist menschliche Schwäche. Ihr seid es, die das Feuer des Schmerzes entzünden, und danach ruft ihr Mich an, damit Ich es lösche; doch es ist meine Gerechtigkeit, die sich in euch bekundet. Deshalb müsst ihr das Feuer des Hasses und der Leidenschaften, die ihr entflammt habt, mit dem Wasser der Tugend, mit Tränen und sogar mit Blut löschen.

    68. In der Zweiten Zeit sagte Ich euch: „Die Vögel haben Nester, die Füchse haben Höhlen, doch der Sohn Gottes hat nichts, da Er sein Haupt hinlege“.

    69. „Den Frieden lasse Ich euch, den Frieden gebe Ich euch“, in ihm werdet ihr Trost und Freude finden. Seid ihr in meiner Liebe, wie Ich in eurem Schmerze bin!

    70. Versteht, dass Ich in euer Herz eingedrungen bin, ohne dass ihr mein Kommen gefühlt habt. Um meine Gegenwart zu fühlen, musstet ihr wach sein; doch als Ich euch fand, habt ihr geschlafen. Deshalb habt ihr, als Ich euch aufweckte, verwundert gefragt, wer gekommen ist und in dieser Weise zu euch spricht.

    71. Ich muss euch darauf hinweisen, dass Ich euch nicht durch einen unvorhergesehenen Besuch überrascht habe. Schon vor langer Zeit ließ Ich euch die Zeichen wissen, die meiner Kundgebung als Heiliger Geiste vorausgehen würden; aber sehend habt ihr nichts erblickt, und hörend habt ihr nichts vernommen.

    72. Wenn ihr die Ereignisse erforscht, die eure Welt im vergangenen Jahrhundert bewegt haben, deren Zeitpunkte in euren Geschichtsbüchern niedergeschrieben sind, so werdet ihr einsehen, dass in Wahrheit alles, was vom Herrn vorausgesagt war, treu in Erfüllung ging.

    73. Wahrlich Ich sage euch, während der Zeit, in der meine Kundgabe andauert, werde Ich keinen Glauben finden, denn die Menschen müssen zuerst ihr Herz und ihren Verstand läutern, damit sie mein Wort von Grund auf verstehen können.

    74. Denen, die meinen Unterweisungen Tag für Tag zuhören und die obwohl sie dauernd Beweise meiner Wahrheit erhalten, noch zweifeln und Mich verneinen – ihnen sage Ich, dass es notwendig ist, die Essenz meiner Lehre zu studieren, damit sie deren Wahrheit begreifen. In derselben Weise habe Ich in der Zweiten Zeit zu ihnen gesprochen, als Ich sagte: Es ist notwendig, dass Ich sterbe, damit Mir geglaubt wird, und dass Ich am dritten Tag auferstehe, damit die Menschheit sich überzeugt, dass Ich der Sohn Gottes bin.

    75. Die, welche der Vergeistigung noch ferne sind, möchten Mich in der Gestalt Jesu sehen, um Mir zu sagen: Herr, Ich glaube an Dich, denn Ich habe Dich gesehen. Ihnen sage Ich: Selig sind, die ohne zu sehen geglaubt haben, denn sie haben den Beweis erbracht, dass sie dank ihrer Vergeistigung Mich in ihrem Herzen empfunden haben.

    76. Versteht ihr jetzt, warum der Mensch das Bedürfnis hatte, Bildnisse herzustellen, die Mich darstellen? Wegen seines Mangels an Zurüstung, weil er nicht empfindsam ist für die Geistigen Kundgebungen.

    77. Wenn der Mensch meine Lehre verstünde, würde er nicht das Bedürfnis haben, Bildnisse figürlich darzustellen oder zu malen, um danach vor ihnen niederzuknien. Er würde entdecken, dass es auf der Welt kein vollkommeneres Bild des Herrn gibt als den Geistig erhobenen Menschen selbst. Dann würde er sich bemühen, die gleichen Werke zu tun wie Ich, um seinem Schöpfer näherzukommen.

    78. Der Apostel Johannes drang in das Geistige ein. Durch seine Verzückung fühlte er die Gegenwart des Vaters, bei seiner Geistigen Stimme fühlte er sich ohnmächtig werden. Doch obwohl er in jenen Gesichten, Gestalten und Formen geschaut hatte, verstand er nicht, dass jedes Bild nur das Symbol eines großen Lehrbuches der Weisheit und Prophetie war, aber nicht das Bild oder die Gestalt Gottes.

    79. Der Mensch schaute das Lamm, den Löwen, das Buch, die Sterne, die Ältesten, die Leuchter, und alles, was sein verwunderter Blick sah, waren nur Gestalten und Formen, die auf der Erde existieren und dem Menschen bekannt sind. Sie wurden als Sinnbilder verwendet, um mit ihnen tiefe, göttliche Lehren zur Darstellung zu bringen; doch meine Göttlichkeit in all ihrer Herrlichkeit kann niemand schauen, weil Ich unendlich bin, weder Anfang noch Ende habe.

    80. Wenn das Buch der Weissagungen des Johannes von einigen als undurchdringliches Geheimnis angesehen und von anderen in einer irrtümlichen Auslegung betrachtet worden ist, so ist es darauf zurückzuführen, dass die Menschheit noch nicht die nötige Vergeistigung erlangt hat, um das zu verstehen, was dort dargestellt ist; und Ich kann euch auch sagen, dass es nicht einmal von dem Propheten begriffen worden ist, dem es eingegeben wurde.

    81. Johannes hörte und sah, und als er vernahm, dass man ihm befahl, es niederzuschreiben, gehorchte er sogleich; doch er verstand, dass jene Botschaft für die Menschen war, welche lange Zeit nach ihm kommen würden.

    82. Heute seid ihr in der Zeit, die euch geweissagt worden ist, und diese meine Lehre – als Licht eines neuen Zeitalters – vermittelt die Fähigkeit, in jenem Buch lesen zu lernen, welches so lange Zeit hindurch eurem Verständnis verschlossen war. Die Stunde naht, in der euch gelingen wird, all das zu entziffern, was ihr so lange als hinter dem Schleier des Geheimnisses verborgen betrachtet habt.

    83. Glaubt ihr nicht wirklich, dass, wenn Johannes den Sinn der Offenbarung verstanden hätte, die er empfangen hatte, er euch seinen Inhalt eindeutig erklärt hätte, anstatt euch ein Buch mit Bildern und Symbolen zu vermachen? Erkennt: Wenn er diese Offenbarung in voller Klarheit erläutert hätte – welche Mensch jener Zeit hätte sie verstehen können und hätte infolgedessen an die Wahrheit der Weissagung geglaubt?

    84. Es war mein Wille, dass jenes Buch versiegelt bleiben würde und euch nur sein Vorhandensein und ein Teil seines Inhalts enthüllt werden sollte, damit, wenn die jetzige Zeit gekommen sein würde, Ich euch jene Offenbarung erklären würde.

    85. Erwacht, Volk, bringt diese Botschaft der Menschheit, damit sie in ihrem Geiste das Licht meines Wortes in der Dritten Zeit aufnimmt. Vergesst eure menschlichen Nöte und ruft „Hosianna, Hosianna“, denn endlich wird eure Geistige Entwicklung euch den wahren Sinn der Lehren zu verstehen erlauben, die Ich euch zur Kenntnis brachte und deren Licht euch zu einer vollkommenen Welt in der Ewigkeit leiten wird.

    Mein Friede sei mit euch!