Kategorie: Buch des Wahren Lebens

  • Unterweisung 318

    1.  Selig ihr, die ihr im Verlangen nach meiner Unterweisung herbeikommt. Wohl euch, die ihr in meinem Wort den Schatz des ewigen Lebens zu entdecken versteht. Doch wer sind die, die sich an meinen Lektionen stärken, damit sie als Botschafter unter der Menschheit verbleiben können, wenn mein Wort durch diese Sprachrohre einmal aufgehört hat? Ihr seid es, die sich von alten Flecken reinigen, weil ihr gegen mein Gesetz verstoßen habt, die den Kelch der Bitternis leeren, die aus großer Trübsal herbeikommen und euren Geist im kristallklaren Wasser meiner Unterweisungen reinigen.

    2.  Wenn ihr heute zu dieser Kundgebung kommt, fühlt ihr euch meiner Gegenwart unwürdig. Doch Ich sehe, dass ihr euch erneuert, und diese Läuterung macht euch Meiner würdig. Fühlt meine Liebkosung, fühlt meine Liebe, sie ist der Heilbalsam, der eure Leiden heilt.

    3.  Ihr gedenkt ─ zum letzten Mal in dieser Form ─ meiner Passion der Zweiten Zeit. Ihr kommt nicht, um eine Tradition zu erfüllen. Denn die Jünger des Heiligen Geistes werden keine Traditionalisten sein. Sie werden meinem Gesetz gehorchen. Ihr kommt nur, um jener göttlichen Geschehnisse zu gedenken, der vollkommenen Lehrbeispiele, die Ich euch durch Jesus hinterließ, die euch ewig lehren werden, eure eigene Erlösung zu erringen.

    4.  Heute sehe Ich euren Geist beim Gedenken an jene Lehrbeispiele erschüttert und Ich sage euch: Oh viel geliebte Kinder, weist diese Lektionen nicht von euch, denn sie sind euer Erbe!

    5.  Ihr dankt Mir für die Stärke, die euch mein Wort zuteilwerden lässt. Doch es gibt welche unter euch, die Mir folgende Frage stellen: „Vater, warum lässt Du in meinem Leben nicht das Wunder geschehen, das ich schon seit langem erwarte?“ Doch der Meister sagt euch: Ich habe euer Leben in dieser Zeit mit Wundertaten besät. Von meinem Geist zu dem euren sind immerzu Wohltaten und Gnadengaben gelangt. Durch Vermittlung der Geistigen Welt habe Ich meine Liebe unter euch verströmt. Durch euren Glauben und gute Werke habt ihr diese Wunder Wirklichkeit werden sehen. Ich frage euch: Benötigt ihr etwa ein tägliches Wunder, um an Mich zu glauben?

    6.  Zu Beginn eurer Entwicklung überschüttete Ich euch mit materiell sichtbaren, fühlbaren Gnadengaben und Wohltaten. Doch als eure Erkenntnis und euer Glaube sich wie ein Licht in eurem Geist entzündeten, hörte Ich auf, euch diese materiellen Beweise zu geben. Heute muss euer Glaube als Jünger mit meinem Willen übereinstimmen, um alle Hindernisse und Widrigkeiten zu überwinden. Ihr fragt Mich: „Meister, was ist der Glaube?“ Und der Meister antwortet euch: Der Glaube ist der geistige Blick, der weiter als das Herz und der Verstand sieht. Der Glaube ist der Blick, der die Wahrheit sieht und entdeckt. Daher erblickt euer Glaube die Manifestationen, die ihr oftmals nicht zu begreifen vermögt, und macht euch durch sie glaubensstark.

    7.  Dies ist eine bedeutsame Morgenandacht, oh geliebtes Volk, denn Ich errichte unter euch gerade das Neue Jerusalem. Ihr seid die ersten Steine der weiß-glänzenden Stadt, die von Mir durch die Propheten angekündigt worden ist. Diese geistige Stadt wird ihre Grundmauern nicht auf dieser Welt haben. Denn wenn ihr glaubt, dass das Neue Jerusalem euer irdisches Vaterland ist, befindet ihr euch in einem schweren Irrtum: Das Neue Jerusalem erbaue Ich nun in eurem Geist, und diese Stadt ─ weißer als das blendende Weiß des Schnees ─ wird sich zu allen Menschen hin ausbreiten, wenn die Erlösung für die ganze Menschheit kommt.

    8.  Wenn Ich heute zu euch komme, um mit dem Aufbau der Großen Stadt zu beginnen, sehe Ich unter meinem Volk den Mangel an Harmonie, an Vergeistigung, und mein Göttlicher Geist leidet, weil ihr noch nicht völlig bei Mir zu sein versteht. Trotz der vollkommenen Lektionen, die Ich euch im Lauf der Zeit gegeben habe, haltet ihr hartnäckig an den niederen Leidenschaften, an der Uneinigkeit und an der Abgötterei fest.

    9.  Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr groß sein wollt, dann sucht die Größe nicht in den Eitelkeiten der Welt, denn sie sind vergänglich. Sucht sie im Geistigen, das ewig ist.

    10.  Um diese Erhebung zu erreichen, bedarf es einer ständigen Anstrengung, eines unbeugsamen Willens, eines bedingungslosen Glaubens. Nur so werdet ihr die Verherrlichung des Geistes erlangen können.

    11.  Der Weg bietet sich dafür an, Verdienste zu erwerben, da er mit Prüfungen übersät ist. Da werdet ihr lernen können, euren Hochmut zurückzuweisen, den Schmerz mit Geduld anzunehmen, die Eitelkeiten und Leidenschaften zu verwerfen. Andererseits gehen auf dem Weg viele Notleidende, denen ihr helfen könnt, damit sie gleichfalls zum Ziel gelangen.

    12.  Jeder Mensch ─ ob er Vergeistigung in seinem Leben hat oder nicht ─ trägt ein Kreuz. Mein Wort lehrt, es mit Liebe zu ertragen, um es leicht und sogar notwendig zu machen, um leben zu können. Wer sein Kreuz liebt, liebt sein Schicksal, weil er weiß, dass Ich es gewesen bin, der es vorzeichnete. Dieser liebt meinen Willen, und wer meinen Willen tut, hat Anteil an meinem Frieden, meinem Licht und meiner Kraft.

    13.  Wer der Last seiner Aufgabe ausweicht, wer den rechten Weg verlässt oder die Verpflichtungen außer Acht lässt, die sein Geist Mir gegenüber eingegangen ist, um stattdessen Verpflich­tungen nach seinem Geschmack oder Willen zu übernehmen, der wird keinen wahren Frieden in seinem Herzen haben können, da sein Geist niemals zufrieden und ruhig sein wird. Es sind jene, die immerzu Vergnügungen suchen, um ihre Pein und ihre Ruhe­losigkeit zu vergessen, indem sie sich durch falsche Freuden und flüchtige Befriedigungen betrügen.

    14.  Ich lasse sie ihren Weg gehen, weil Ich weiß, dass sie, auch wenn sie sich heute entfernen, Mich vergessen und Mich sogar leugnen, bald die Bedeutungslosigkeit der Reichtümer, der Titel, der Vergnügungen und Ehrungen der Welt begreifen werden, wenn die Wirklichkeit sie aus ihrem Traum von Größe auf Erden aufweckt, wenn der Mensch sich der geistigen Wahrheit, der Ewigkeit, der göttlichen Gerechtigkeit stellen muss, denen niemand entkommen kann.

    15.  Niemandem ist dies unbekannt, da ihr alle einen Geist besitzt, der euch durch die Gabe der Intuition die Wirklichkeit eures Lebens offenbart ─ den Weg, der für euch angelegt ist, und alles, was ihr auf ihm verwirklichen sollt. Aber ihr wollt euch unbedingt von jedem geistigen Gelöbnis entbinden, um euch frei zu fühlen und als Herren eures Lebens.

    16.  Ist die Mehrheit der Menschen etwa bemüht, ihren religiösen Pflichten nachzukommen? Ich sage euch, ihr habt die Religionen geschaffen, um zu versuchen meinem Gesetz zu entkommen und euch selbst glauben zu machen, dass ihr es erfüllt.

    17.  Auf diese Menschheit könnte Ich die gleichen Worte anwenden, die Ich damals dem jüdischen Volk sagte, als Ich ihm vor Augen führte, dass es, um alte und bereits nutzlose Traditionen zu befolgen, das Gesetz vergessen hatte.

    18.  Überall ist das Sinnbild des Christentums, das Kreuz, zu sehen. Überall finde Ich die Kirchen aus Stein, die Mehrheit der Menschen spricht meinen Namen aus, man bringt Mir Huldigungen dar und vollzieht täglich Riten für Mich. Dennoch entdecke Ich im Herzen der Menschen keine Bekundung von Liebe, welche die Essenz, der Anfang und das Endziel meiner Lehre ist. Doch ihr alle glaubt im Gesetz und in der Wahrheit zu sein. Daher beklagt ihr euch, wenn Ich euch das Gegenteil offenbare, und wenn euch jemand eure Irrtümer aufzeigt, lasst ihr zu, dass ihr von Zorn erfasst werdet.

    19.  Christen, wahrlich, Ich sage euch: Wenn Ich in der heutigen Zeit als Mensch auf die Welt kommen würde, wärt gerade ihr diejenigen, die Mich zum Kreuz eines neuen Kalvarienberges schleppen würden, wenn ihr auf meinen Lippen die Wahrheit vernehmen würdet. Aber Ich werde nicht mehr als Mensch zu eurer Welt kommen. Ich bin im Geist gekommen, ihr werdet Mich nicht mit den Augen eures Körpers sehen, aber ihr werdet Mich vernehmen. Ihr wollt Mir begegnen, um Mich zu vernichten. Doch wenn ihr Mir einmal begegnet, wird dies geschehen, um Mich anzubeten. Denn wer geistig zu Mir spricht, wird den Beweis dafür erbringen, dass der Glaube in seinem Herzen erstanden ist und seinen Verstand erleuchtet hat.

    20.  Heute entdecke Ich unter meinen neuen Jüngern noch die Schwachheit von Petrus, den Zweifel von Thomas, den Ehrgeiz von Judas, und so ist es nötig, dass Ich euch weiterhin als Meister lehre.

    21.  Erinnert euch bei diesem letzten Gedenken ― das Ich heute, in diesem Jahr 1950 bei euch abhalte ― an den Tag, an dem Jesus in Begleitung seiner Jünger triumphierend in das erste Jerusalem einzog, um seine göttliche Mission am Kreuz zu vollenden.

    22.  Erlebt diese Augenblicke geistig mit wahrer Andacht, nicht als ein schlichtes Gedenken. Nein, fühlt, dass Ich euch gerade meine letzten Lektionen durch die Stimmträger in der Dritten Zeit gebe. Und diese Worte werden für euren Geist während seiner ganzen Wanderschaft das Brot ewigen Lebens sein. Diese Unter­weisungen werden eure Schutzwehr und euer Stab sein. Ihr müsst sie euch zu eigen machen, sie mit dem Feuer meiner Liebe in euer Gewissen einprägen, damit ihr sie später so, wie Ich sie euch gegeben habe, in das Herz eurer Geschwister prägt.

    23.  Ein großer Teil der Menschheit feiert diese Tradition, und mein Geist macht allen seinen Kindern seine Liebe fühlbar.

    24.  Es ist die Zubereitung, die Ich den Geistwesen gebe. Wenn sich die geistige und menschliche Erneuerung einmal bei allen Menschen vollzieht, wird die Vergeistigung als Frucht die Geschwisterlichkeit und die Liebe unter den Völkern mit sich bringen. Dann wird von diesem Planeten das helle Licht geistiger Harmonie ausstrahlen, das auf allen Welten erblickt werden wird. Es wird die blendendweiße Stadt sein, die mein Apostel Johannes in seiner Verzückung sah. Es wird nicht mehr die mörderische Stadt sein, die ihren Meister auf einem Kreuz erhöht, um Ihn bluten und sterben zu sehen. Es wird die erneuerte Stadt sein, die das Kommen ihres Herrn, des Vaters erwartet, der vom Kreuz seines Martyriums herabsteigt, um ewig im Herzen seiner Kinder zu leben.

    25.  Als der Meister im einstigen Jerusalem weinte, geschah es nicht wegen jener Rasse, es geschah wegen der Blindheit der Menschen, die ─ obwohl sie dem Vater so nahe waren ─ Ihn nicht erkannten. Der Meister breitete seine väterlichen Arme aus, um seine Kinder zu umarmen. Doch das Herz der Kinder verschloss sich, durch seine Finsternis blind geworden, und so konnte der Vater nicht die Liebkosung der Seinen fühlen. Stattdessen empfing Er Unglauben, Spott, Hohn und den Tod. Da es jedoch nicht die irdische Stadt war, um derer willen Jesus weinte, ließ Er ihre Zerstörung zu, um der Menschheit zu zeigen, dass das, was der Vater suchte und immer suchen wird, das in den dunklen Wäldern der Sünde verirrte geistige Schaf ist.

    26.  Da Ich euch in der Zweiten Zeit sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ ─ Warum habt ihr dann gedacht, dass meine Kundgebung als Heiliger Geist nochmals in der begrenzten Gestalt Jesu geschähe? Erinnert euch, dass Ich zur Frau aus Samaria sagte: „Die Stunde kommt, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden.“

    27.  Ich bin zu euch im Geist gekommen, habe euch mein Versprechen erfüllt. Doch werdet nicht fanatisch hinsichtlich eurer Nation, denn sie ist in dieser Zeit nur euer Schutzort gewesen, wie es jedes andere Volk der Erde hätte sein können. Aber ihr, die dazu Bestimmten, mein Wort in dieser Zeit zu vernehmen, seid wirklich die dafür Erwählten, in der Vereinigung eurer Geister den Bau des Neuen Jerusalems zu beginnen.

    28.  Heute seid ihr noch weit davon entfernt, auf eurer Welt das Friedensreich zu schauen. Macht euch frei von jedem Egoismus, und obwohl ihr im gegenwärtigen menschlichen Leben keinen Frieden genießt, sollt ihr nicht aufhören, euch darum zu bemühen. Ich habe euch gelehrt, euch selbst zu vergessen und an die anderen zu denken. Warum müsst ihr immer nur euer Wohlergehen erstreben und lasst zu, dass Ich der einzige bin, der sich um die ganze Menschheit kümmert? Es gibt viele eurer Geschwister , denen eure Worte, Gebete und eure Liebe fehlen. Ihnen fehlt der Reichtum an Wohltaten, den diese Offenbarungen schenken, die ihr vergeudet habt. Bearbeitet diese Felder, macht sie fruchtbar mit eurer Liebe. Falls ihr die Arbeit unvollendet zurücklasst, wenn Ich euch ins Jenseits abberufe, so seid unbesorgt, denn der körperliche Tod wird eurer Auftragserfüllung kein Ende setzen.

    29.  Ich bin das Leben, Ich bin ewig, und Ich habe euch in Mir wohnen lassen, damit ihr das Werk, das ihr begonnen habt, niemals im Stich lasst. Vertraut auf Mich, und wahrlich, Ich sage euch, keine einzige Saat wird verloren gehen, und eure Ernte wird vollkommen sein.

    30.  Denkt an die kommenden Generationen, die nach euch kommen werden, und sät für sie die Saat der Liebe, lasst eure Spur der Tugend erkennbar zurück. Wisst ihr etwa, ob Ich euch nicht in jenen Generationen zurückkehren lasse? Seid tugendsam im Vergnügen und im Leiden, im Frieden und im Kampf.

    31.  Befolgt mein Gesetz der Gerechtigkeit und Liebe; es gibt nichts Unmögliches, das euch an der Erfüllung meiner Höchstgebote hindert. Ich verlange von euch keine vollkommenen Werke, denn noch immer sehe Ich euch im stürmischen Ozean des Lebens um euer Leben ringen. Ihr kämpft dort, an das Rettungsboot eures Gewissens geklammert, um nicht im aufgewühlten Meer der Verderbtheit umzukommen.

    32.  Die großen Kataklysmen des Geistes und die Verfinsterungen, die die Lehren des Materialismus verursachen, bereiten  den Leidenskelch und große Ereignisse für die Menschheit vor.

    33.  Noch immer ist euer Planet kein Ort der Liebe, der Tugend noch des Friedens. Ich sende eurer Welt reine Geistwesen, und ihr gebt sie Mir unrein zurück, weil das Leben der Menschen von Sünde und Verderbtheit durchdrungen ist.

    34.  Ich sehe die Tugenden wie kleine, vereinzelte Lichter unter den Geistwesen, die von den Stürmen des Egoismus, der Rache- und Hassgefühle gepeitscht werden. Das ist die Frucht, die Mir die Menschheit darbringt.

    35.  Lange bevor euer Geist den Frieden und die Harmonie auf dieser Welt findet, hat eure Körpermaterie diese Glückseligkeit bereits genossen.

    36.  Damit der Mensch diesen Planeten bewohnen würde, ließ Ich diese Erde mit meiner vollkommenen Weisheit durch die Naturkräfte erschüttern und vorbereiten. Aber bevor der Mensch sie bewohnen würde, lebten die primitiven Bestien auf ihr.

    37.  Als diese Welt in eine Heimstatt voller Wonnen, Wunder und Schönheiten verwandelt war, bot Ich sie meinem vielgeliebten Kind, dem Menschen an. So ließ Ich euch die Erde bewohnen, um auf ihr zu leben; denn auch das Leben lieben und verstehen bedeutet, Mich zu lieben und zu verstehen. Wenn einmal die Liebe und das Verständnis für alles, was euch umgibt, wirklich vorhanden ist, dann werdet ihr Mich erkannt haben und werdet euch im wahren Wissen erlöst haben, weil Ich in allem Geschaffenen bin.

    38.  Diejenigen, welche die Natur ohne Liebe erforschen, nur vom Wissen der menschlichen Wissenschaft geleitet, leugnen Mich; und zwar deshalb, weil sie nicht zu sehen verstanden, weil sie kein Verständnis hatten und noch viel weniger gefühlt und geliebt haben. Wie viele gibt es dagegen unter den Demütigen, unter den Verachteten, den durch den Stolz und die Unwissenheit derer, die sich für Gelehrte unter der Menschheit halten, Erniedrigten, die ohne zu wissen geglaubt haben, weil der Blick ihres Glaubens die Wahrheit direkt geschaut hat und sie verstanden haben, dass dieser Planet seit Anbeginn für den Menschen da war ─ ein Paradies der Gnade, der Harmonie und der Segnungen.

    39.  Ihr habt gestaunt, als ihr die Vollkommenheit jedes Wesens erkannt habt, wie jedes von Mir geschaffene Geschöpf seinen Platz auf seinem Weg einnimmt, alles einem Gebot unterworfen ist, alles meinem Gesetz gehorcht. Ihr braucht nicht am Ursprung eurer Natur zu zweifeln, weil ihr bereits auf die Genauigkeit und Zuverlässigkeit ihres Gesetzes vertraut. Ihr habt viele Lehren im Leben entdeckt und vertraut auf die Befolgung seiner Naturgesetze, die euch nicht betrogen haben.

    40.  Von der Erde habt ihr ihre Wohltaten empfangen. Sie ist für euch wie ein Segensborn, der euch immer Nahrung, ein Paradies voller Wonnen beschert hat, und am Ende eures irdischen Lebens hat sie ihren Schoß geöffnet, um euch liebevoll aufzunehmen. Aber während ihr im menschlichen Leben zu Beginn eures Daseins auf dieser Welt Schönheit vorgefunden habt, ringt euer Geist, obwohl er sich in der Dritten Zeit befindet, noch immer darum, Frieden zu erlangen. So, wie Ich diesen Planeten im Anbeginn durch die Naturgewalten erschütterte, um ihn euch als ein Paradies voller Segnungen anzubieten, so werden es in dieser Zeit erneut meine Naturgewalten sein, die euch erschaudern lassen. Es wird meine vollkommene Gerechtigkeit sein, die den Geistwesen hilft, ihre Freiheit zu erlangen. Ebenso werde Ich Mich inmitten der Religionen, Sekten und Institutionen bekunden und ihre Feindschaften und Rachegefühle beseitigen, welche die Menschen aus Mangel an geistiger Vereinigung entzweit haben.

    41.  Diese Ereignisse erwarten die Menschheit. Wacht und betet, Jünger, denn diese Prüfungen werden viele von euch miterleben. Ihr werdet erleben, wie die Lehren des Materialismus aufkommen, wie sie die Menschen umschlingen und sie angstvolle Schmerzensschreie ausstoßen lassen.

    42.  Ich will euch mit diesem Weckruf nicht erschrecken, sondern euch, die ihr in dieser Prüfungszeit auf Erden lebt, warnen. All dies muss geschehen, damit alle Geistwesen ihr Heil erlangen.

    43.  Es wird mein Göttlicher Geist sein, der den Hochmut der Menschen auslöscht. Es wird meine Weisheit sein, die euch, die ihr im Finstern umhergeirrt seid, die Wahrheit enthüllt. Es wird das Licht des Heiligen Geistes sein, das den Geist der Menschen in ihren Wissenschaften erleuchtet und sie auf den Pfad der Vergebung, der Liebe und der Gerechtigkeit führt.

    44.  Wenn ihr einmal durch diese Prüfungen meiner Liebe gegangen seid, wird die geistige und materielle Erneuerung der Menschheit eintreten. Dann werden die Menschen, wenn sie auf dem Pfad der Tugend und der Vergeistigung wandeln, sich wundern, wenn sie begreifen, dass dieses Leben das gleiche ist wie das, das Ich ihnen von Anfang an angeboten habe, dass nichts in ihm sich geändert hat. Sie werden erfahren, dass der Planet, den Ich ihnen als vorübergehende Wohnstatt anvertraut habe, weiterhin verschwenderisch an Segensgaben ist ─ dass die Mutter Erde, barmherzig wie der Urheber des Lebens, ihnen weiterhin ihren Busen anbietet, um sie mit ihrer Liebe zu nähren. Denn dies ist die Aufgabe, die der Vater ihr anvertraut hat. Auch die Sonne wird dieselbe sein, die immerzu ihre belebende Wärme senden wird, als ein Symbol für die Gegenwart des Herrn. In jener Zeit wird es sein, oh geliebtes Volk, da die Menschen begreifen, dass es ihre schlechten Werke gewesen sind, die ihnen ihr Dasein bitter gemacht haben. Daher werden sie zu meinen guten Arbeitern werden und sich darauf vorbereiten, in harmonischer Weise voll­kommenere Wohnstätten in der Ewigkeit zu bewohnen.

    45.  So bereite Ich euch, Jünger, auf die Zeiten vor, die euch erwarten, in denen es unter Gesättigten keine Hungernden, unter Weisen keine Unwissende, unter Großen keine Kleinen geben wird. Ihr alle werdet beim Festmahl des Herrn sein und euch am ewigen Konzert seiner Liebe erfreuen.

    46.  In jener Zeit, oh Jünger, wird das Neue Jerusalem im Herzen der Menschen sein. Ihr werdet hohe Grade von Vergeistigung erreichen, und Ich werde nicht nur Geistwesen mit großer Entwicklung zur Inkarnation unter euch senden, damit sie euch meine Botschaften bringen. Ich werde euch auch die Geistwesen senden, die eure Tugend benötigen, und die, wenn sie unter euch leben, sich von ihren Sünden reinigen. In jenen Zeiten wird das Gegenteil von heute geschehen, wo Ich euch reine Geistwesen sende, und ihr sie Mir befleckt zurückgebt.

    47.  Schafft mit der Essenz meines Wortes im Herzen eurer Kinder ein Heiligtum der Vergeistigung, nicht des Fanatismus oder der Abgötterei. Führt sie auf den Weg meines Gesetzes. Es genügt nicht, niemandem Schaden zuzufügen. Es ist zwar richtig, nichts Böses zu tun, aber wenn ihr Gutes tut, werdet ihr Mir damit wohlgefällig sein.

    48.  Wie einleuchtend und schlicht ist die Wahrheit! Wie klar und einfach die Spiritualität! Und doch, wie schwer ist sie für den zu begreifen, der hartnäckig im Dunkel seines Fanatismus und seiner Traditionen verharrt. Sein Verstand kann nicht begreifen, dass es etwas mehr gibt als das, was er versteht; sein Herz sträubt sich, das zu verwerfen, was für ihn sein Gott und sein Gesetz war: die Tradition und der Ritus.

    49.  Meint ihr etwa, dass Ich jene verabscheue, die meine Wahrheit durchaus nicht erkennen wollen? Nein, meine Kinder, meine Barmherzigkeit ist unendlich groß, und gerade diese sind es, an die Ich Mich wende, um ihnen zu helfen, ihr Gefängnis zu verlassen, damit sie sich an der Betrachtung des Lichts ergötzen. Ihnen sind die für ihr Erwachen zum Glauben notwendigen Prüfungen vorbehalten. Es werden keine über ihre Kräfte gehenden Prüfungen sein, es werden Lektionen sein, die jedem Geist, jedem Leben, jedem Menschen weise angepasst sind.

    50.  Von dort, unter jenen verfinsterten Gehirnen, unter jenen Herzen, die krank sind vor religiösem Fanatismus und vor Unwissenheit, werdet ihr die großen und leidenschaftlichen Soldaten der Wahrheit erscheinen sehen. Denn an dem Tag, an dem sie sich von ihren Ketten, ihrer Finsternis befreien und sie das Licht sehen, werden sie ihren Jubel nicht zurückhalten können und mit voller Kehle hinausschreien, dass Ich zurückgekommen bin, um die Welt zu retten, indem Ich sie auf der Stufenleiter der Vergeistigung zum wahren Reich erhebe.

    51.  Um euch bei eurer Entwicklung zu helfen, habt ihr die Kundgebung Elias‘ gehabt, eures geistigen Führers, dem Weg­bereiter der Dritten Zeit, der euren Geist vorbereitet hat. Doch er sieht mit Traurigkeit, dass viele verirrt sind, und wie groß ist dann der Schmerz Elias‘. Er sucht seine Schafe gemeinsam mit meinen geistigen Dienern auf allen Wegen. Wer von euch wird sich vorbereiten, um die Abwesenden herbeizuholen, jene, die auf dem Weg des Schmerzes sind? Diejenigen, die gerade leiden, werde Ich stärken, damit sie nicht lästern, damit sie meine Gegenwart fühlen und sich eilig aufmachen in dieser Zeit, um mit dem Meister an einem Tisch zu sein und sich vom Brot und Wein zu nähren, die Ich mit meiner Liebe vorbereitet habe.

    52.  Ihr seid die Generation, die in dieser Dritten Zeit mein Wort vernimmt, damit euer Leben sich der Erfüllung meines Gesetzes anpasst, und Ich Mich durch das von Mir vorbereitete Verstandesorgan kundgebe, um mein Versprechen der Zweiten Zeit zu erfüllen.

    53.  In der vergangenen Zeit fühlten meine Apostel Traurigkeit, als Ich ihnen sagte, dass Ich sie bald verlassen würde, dass sie danach diejenigen sein würden, die meine Lehre verbreiten müssten. Doch Ich wies sie darauf hin, dass Ich wiederkommen würde, wenn die Welt sich auf der dritten Stufe der Verderbtheit befände. Die einen haben Mich nicht erkannt, doch es werden andere kommen, die ─ wenn sie die Essenz meines Wortes empfangen ─ ihren Meister verstehen und meine Gegenwart fühlen. Ihr werdet wiederum bei Mir sein, und Ich werde euch mit derselben Liebe wie immer empfangen, damit ihr an meiner Brust seid.

    54.  Ich habe euch meine Lehre gegeben, damit ihr ─ indem ihr sie lebt ─ euch würdig macht, in mein Reich einzugehen.

    55.  Seit der Zweiten Zeit habe Ich euch gelehrt, wie ihr die Versuchung zurückweisen sollt, all das, was euch von dieser Welt nicht zukommt; damit ihr bei Mir seid, so wie Jesus im Vater gewesen ist.

    56.  Bereitet euch vor, denn ihr seid die Jünger, die der Spur des Meisters folgen, der ein weiteres Mal den Kalvarienberg emporsteigt. Diese letzten Lehrworte sind wie die letzten Augenblicke im Leben Jesu. Denn wenn das Jahr 1950 zu Ende ist, wird mein Göttliches Wort nicht mehr durch diese Sprachrohre zu euch sprechen. Heute kommt ihr eilig herbei, weil ihr keine einzige meiner Lektionen versäumen wollt. Ihr bewahrt sie in eurem Herzen, weil ihr Zeugen meiner letzten Worte an die Menschheit sein wollt.

    57.  Ihr seid dieselben wie jene, die in der Zweiten Zeit das Hosianna sangen, als Jesus Jerusalem betrat. Heute, da Ich Mich euch im Geist kundtue, breitet ihr nicht mehr eure Mäntel auf meinem Weg aus, es sind eure Herzen, die ihr eurem Herrn als Wohnung anbietet. Heute kommt euer Hosianna nicht mehr aus voller Kehle, dies Hosianna entspringt eurem Geist als ein Lobgesang der Demut, der Liebe und Erkenntnis des Vaters, als ein des Glaubens an diese Kundgebung, die euer Herr euch in der Dritten Zeit gebracht hat.

    58.  Einst wie heute seid ihr dieselben wie jene, die Mir bei meinem Einzug in Jerusalem gefolgt sind. Die großen Menschenmassen umgaben Mich, gefesselt von meinen Worten der Liebe. Männer und Frauen, Greise und Kinder erschütterten die Stadt mit ihren Jubelrufen, und selbst die Priester und Pharisäer, die befürchteten, dass das Volk rebellieren würde, sprachen zu Mir: „Meister, wenn Du den Frieden lehrst ─ warum erlaubst Du, dass Deine Anhänger einen solchen Aufruhr verursachen?“ Doch Ich antwortete ihnen: „Wahrlich, Ich sage euch, wenn diese schweigen würden, würden die Steine sprechen.“ Denn es waren Augenblicke des Jubels, es war der Höhepunkt und die Verherrlichung des Messias unter den nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden ─ jenen Geistwesen, die lange Zeit hindurch die Ankunft des Herrn in Erfüllung der Prophetien erwartet hatten.

    59.  Mit jenem Jubel und jener Freude feierte mein Volk auch die Befreiung aus Ägypten. Jenes Gedenken an das Passah wollte Ich für mein Volk unvergesslich machen. Aber wahrlich, Ich sage euch, Ich befolgte nicht bloß eine Tradition, indem Ich ein Lamm opferte ─ nein, Ich bot Mich in Jesus, dem Opferlamm, als den Weg an, durch den alle meine Kinder Erlösung finden würden. Auch in der Dritten Zeit befolge Ich keine Tradition. Durch mein Wort habe Ich euch die Geschehnisse vergangener Zeiten nach­erleben lassen. Doch wisst, Jünger, dass das Gesetz, das Ich euch auf dem Berg Sinai diktierte, in eurem Gewissen gegenwärtig ist. Die Opferung des Unbefleckten Lammes sowie die Offenbarungen, die Ich euch als Heiliger Geist gebracht habe, und die Unter­weisungen, die Ich euch in den kommenden Zeiten gewähren werde ─ dies alles ist in der Ewigkeit gegenwärtig.

    60.  Später werdet ihr dieser Ereignisse gedenken, doch euer Gedenken soll aus Meditation, wahrhaftigen Vorsätzen zur Erneuerung und Erfüllung innerhalb meiner Lehre bestehen. Ihr werdet keine Feste begehen, werdet keine Zeremonien noch Riten abhalten in der Meinung, Mir damit wohlgefällig zu sein, und dabei das Gesetz vergessen. Ihr sollt keine Traditionalisten sein. Die spiritualistischen Jünger werden sich immer das Leiden ihres Herrn vergegen­wärtigen, werden seine göttliche Gegenwart fühlen, wenn sie ihre Geschwister lehren, und auf die Stimme ihres Gewissens hören.

    61.  Wenn der Zeitpunkt da ist, des Heiligen Abendmahls zu gedenken, sollt ihr es mit eurem Gebet tun, dann werdet ihr fühlen, dass mein Göttlicher Geist unter euch das geistige Brot und den geistigen Wein austeilt. Auf diese Weise werde Ich euch die Lektionen erhellen, die ihr noch als in Geheimnis gehüllt betrachtet.

    62.  Erwacht, Jünger! Ihr seid in eine Zeit eingegangen, in der die christliche Menschheit im Verlangen, die richtige Auslegung der früheren Offenbarungen zu erlangen, mein Wort und die Prophetien studiert. Bei einigen entdecke Ich ein wenig Licht, andere sind in die Irre gegangen. Bei einigen sehe Ich genügend Demut, Respekt und Liebe, um die Prophetien im Studium zu begreifen. Bei anderen sehe Ich Hochmut und Eitelkeit, und in ihrem Streben nach Größe, erklären sie den Völkern den Sinngehalt der Schriften. Doch wahrlich, Ich sage euch, mit ihren Irrtümern haben sie die Menschheit verwirrt.

    63.  Erinnert euch, dass Ich euch in der Zweiten Zeit sagte, dass Ich euch den Geist der Wahrheit, den Heiligen Geist, senden würde, und dass Er euch die Offenbarungen erklären würde, die ihr in jener Zeit nicht verstehen konntet, und euch neue Unter­weisungen geben würde.

    64.  Hier ist der Geist der Wahrheit, der Heilige Geist, und spricht zu euch von der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft.

    65.  Wacht und betet, Volk, denn im Gebet werdet ihr das Licht finden, um meine Unterweisungen besser zu verstehen. Dies ist das Brot und der Wein ─ nährt euch, Jünger, stärkt euch, denn morgen werdet ihr diese Nahrung mit der Menschheit teilen.

    66.  Lernt von Mir, überbringt mein Vorbild und meine Weisheit, oh Volk, oh vielgeliebte Jünger!

    67.  Ihr alle seid Arbeiter auf meiner Flur ─ die einen als Erste, und die anderen als Letzte, aber ihr alle werdet Erste sein können durch euren Eifer und eure Vergeistigung.

    68.  In dieser Morgendämmerung, in der euer Geist Mir sein geistiges Hosianna darbringt, durchflutet euch mein Göttlicher Geist mit Frieden, Liebe und Segen.

    69.  Durch meine Segnungen empfangen Legionen von Geistwesen, die sich im Geistigen Tal geläutert haben, das Licht. In dieser Zeit erleben sie die Fortsetzung meines Werkes, die Aufrichtung des Neuen Jerusalem in den vereinigten Geistern der Menschen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 319

    1.  Seid ein weiteres Mal bei Mir willkommen. Wer offenbart sich bei euch in dieser Zeit? Der Vater, der Sohn oder der Heilige Geist? Ich antworte euch: Es offenbart sich unter euch euer Gott. Wenn Ich euch in der Zweiten Zeit als Mensch sagte: „Wer den Sohn kennt, kennt den Vater“, so sage Ich euch heute, da Ich nicht als Mensch zu euch komme, sondern im Geist: Wer Jesus[1] vernimmt, vernimmt und empfängt Jehova, und dies ist die Stimme des Heiligen Geistes. Seht darin keine drei Personen oder drei Götter, erkennt einen einzigen Göttlichen Geist, der sich in dieser Zeit unter euch in Fülle in dieser Stimme, in diesem Wort eures Meisters aller Meister kundgibt. Ihr werdet dabei dem Richter begegnen, werdet den Vater entdecken und die Essenz des Heiligen Geistes fühlen.

    2.  In meinen letzten Kundgebungen durch die menschlichen Stimmträger im gegenwärtigen Jahr 1950 werde Ich den Fortschritt meiner Jünger prüfen. Ich werde sie auf die Probe stellen, indem Ich die Lektion bei euch prüfe. Denn Ich will euch zeigen, wer in meiner Unterweisung fortgeschrittener ist, oder wer zurück­geblieben ist. Ich weiß alles. Die Lektionen und Prüfungen, die Ich gebe, werden dazu dienen, dass jeder von euch innerlich Kenntnis von seinem Fortschritt, seinem Stillstand oder seinem Rückschritt hat.

    3.  Ich bringe immer mehr Licht in euren Geist, damit ihr nach dem Aufhören meines Wortes erleuchtet zurückbleibt und dann ─ wie Ich euch schon gesagt habe ─ strahlende Leuchttürme in diesem Meer der Leidenschaften und Stürme seid, die eure Welt bilden.

    4.  Diejenigen, die großen Glauben an Mich haben, bereiten demütig ihren Geist vor, um in ihm alles aufzunehmen, was Ich in dieser Zeit übergebe. Aber es gibt noch immer Jünger, welche die Augen ihres Geistes weit öffnen, weil sie im Jenseits die Wahrheit meiner Gegenwart zu entdecken versuchen.

    5.  Noch immer befällt einige Herzen der Zweifel, und sie fragen sich, ob Ich es bin, oder nicht. Noch immer geraten einige bei manchen meiner Worte und Offenbarungen in Verwirrung. Doch Ich frage euch: Warum, da ihr doch in der Dritten Zeit seid? Überlasst den Zweifel dem Thomas, denn er lebte in der Zweiten Zeit. Aber erinnert euch an die Lektion, die Ich ihm gab, und an all das, was Ich in jener Zeit manifestierte, um den Materialismus zu zerstören, um den Zweifel jener Menschen zu beseitigen. Doch heute in der Dritten Zeit, in der sich in eurem Geist und in eurem Herzen die Unterweisungen und Offenbarungen der ver­gangenen Zeiten und der Dritten Zeit ansammeln ─ warum zweifelt ihr da immer noch? Warum überlegt ihr im Innersten, ob Ich es bin, oder nicht, ob es wohl Wahrheit oder Betrug in diesem Werk gibt, das ihr derzeit empfangt? Ich spreche in dieser Weise nur zu denen, die zweifeln ─ zu denen, die innerlich ringen, weil sie sich in den letzten Zeiten meiner Kundgebung durch das Verstandesvermögen des Menschen befinden. Doch Ich sage euch aufs Neue: „Wohl denen, die ohne zu sehen geglaubt haben!“

    6.  Ihr gedenkt gemeinsam mit eurem Meister der Ereignisse, die in der Zweiten Zeit geschahen. Ich habe euch gelehrt, dass Ich die Unterweisung, die Ich euch damals gab, in eurem Geist gelassen habe. Jedes meiner Werke und meiner Worte waren Akte ewigen Lebens, die Ich euch gab. Das Blut, das Ich verströmte, um euch den Weg zu eurer Erlösung vorzuzeichnen, ist noch immer frisch und wird ewig im Geist aller meiner Kinder sein. Denn das, was in jener Zeit aus meinem Körper quoll, war ein Sinnbild des Lebens, das Ich verströmte ─ der Vergebung, mit der Ich alle Sünder umhüllte ─ des Lichts, mit dem Ich alle dunklen Nebelschwaden dieser Menschheit auflöste. Dieses geistige Leben ist ewig in euch ─ in jenem Blut, das immer frisch in eurem Geist sein wird.

    7.  Als Ich Mensch wurde, um den Menschen Erlösung, Heil und Licht zu bringen, kam Ich nicht nur zu ihnen. Es war die von meinem Göttlichen Geist bestimmte Zeit, um zu allen Geistwesen aufzubrechen, ohne irgendeine Bevorzugung von Welten oder Entwicklungsgraden zu machen. Daher ging mein Geist, nachdem Ich meine Mission als Meister unter euch vollendet hatte, zu allen Wohnstätten, die von den Geistwesen des Herrn bewohnt sind. Denn obschon ihr die Verheißung des Messias hattet, war diese Verheißung nicht nur für die inkarnierten Geistwesen bestimmt, sondern auch für jene, die Mich im Jenseits erwarteten ─ für jene, die in der Wiedergutmachung, in der Sühnung, in der geistigen Erfahrung den Tag erwarteten, an dem der Erlöser aller Geistwesen kommen würde, um die Tür zu öffnen.

    8.  Daher geschah es, dass ─ nachdem Ich mein Werk unter euch vollbracht hatte und die Tore meines Reiches durch mein Liebes­opfer für alle meine Erdenkinder geöffnet hatte ─ Ich Mich den anderen Geistwesen zuwandte und auch ihnen die Freiheit gab. Doch die einen traf Ich mit einem menschlichen Gewand an, und die anderen mit unterschiedlichen Gewändern. Aber wahrlich, Ich sage euch, niemals waren für Mich diese Gewänder von Bedeutung, sondern die Erhebung der Geistwesen. Denn Ich komme, um sie von Unvollkommenheiten und vom Materia­lismus frei zu machen ─ Ich komme, um sie mit meiner Lehre zu läutern, um ihnen das weiße Gewand zu geben, das weißer ist als die blendende Weiße des Schnees, wovon Ich in dieser Zeit oft zu euch gesprochen habe.

    9.  So, wie Ich seinerzeit die einen und die anderen in ihren verschiedenen Lebenswelten aufsuchte, so habe Ich Mich in der Dritten Zeit erneut zu allen aufgemacht. Erneut habe Ich Mich den Geistwesen offenbart, die im ganzen Universum wohnen. Ich habe zwar Bande der Liebe geknüpft, die Verbundenheit aller Geistwesen erstrebt. Aber Ich will, dass meine Kundgabe heute vollkommener ist als die der vergangenen Zeiten, damit ihr durch sie bald zu Mir gelangt, damit ihr durch die Kundgabe von Geist zu Geist die Inspirationen des Vaters, seine Gebote, seine Zurechtweisungen und seine Gerechtigkeit mit größerer Vollkommenheit empfangt.

    10.  Als Heiliger Geist habe Ich die Dritte Zeit der Aufgabe gewidmet, alle Geistwesen zu erleuchten, damit sie niemals mehr zu Fall kommen, die Verirrten zu retten, die Verblendeten zu bekehren und jene zu reinigen, die sich sehr befleckt haben, um sie von ihren Ketten der Schande, der Schmach, des Verbrechens und der Gewissensbisse zu befreien ─ all jene, die in ihrem Gewissen eingeprägt die ganze Geschichte ihrer Verfehlungen, ihrer Verstöße gegen mein Gesetz mit sich schleppen.

    11.  Alles im Universum ist weise geordnet. Ich spreche derzeit zu den Welten, zu allen meinen Kindern in der Form, in der Ich Mich jedem von ihnen kundgeben muss, um sie zur vollkommenen Zwiesprache von Geist zu Geist zu bringen; um sie zur Voll­kommenheit zu bringen, welche das Ziel ist, das alle erwartet. Seid ihr etwa geistig die Fortgeschrittensten im Universum? Verlangt nicht, es zu erfahren, denn ihr könntet es nicht begreifen.

    12.  In der Zweiten Zeit sagte Ich euch: „Im Haus des Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Heute sage Ich euch in eurer eigenen Sprache: In dem von Mir geschaffenen Universum gibt es viele Welten, die von Kindern meines Göttlichen Geistes bevölkert sind. Ihr alle seid Geschwister in Mir, ihr alle seid Mir ähnlich, und obwohl ihr gegenwärtig in eurer Unvollkommenheit verschieden seid, werdet ihr in der Vollkommenheit alle gleich sein. Zu dieser Vollkommenheit führe Ich euch, und damit ihr sie erreicht, bereite Ich euch zu, lehre Ich euch, prüfe Ich euch und arbeite Ich an euch. Ich bringe euch alle gleichermaßen auf den Weg zur Zwiesprache mit meinem Göttlichen Geist, und auch zur Zwiesprache untereinander führe Ich euch. Wann wird diese Kommunikation zwischen den Geistwesen vollkommen sein? Ihr wisst es jetzt noch nicht. Es wird viel Gerede geben ─ viele Manifestationen, die von den einen geglaubt werden und von anderen geleugnet werden. Aber der Geist wird sich bekunden, der Geist wird sprechen, der Geist wird sich auf dem ganzen Erdkreis durchsetzen.

    13.  Zu all dem sage Ich euch, dass es nicht ein irdischer Tag ist, dass es nicht nur einige Stunden sind, die Ich euch widme, um in die Welt des Lichts und in die Abgründe der Finsternis einzudringen auf der Suche nach den Geistwesen, die Mich erwarten. Nein, Volk, es ist ein ganzer Zeitabschnitt, es ist ein ganzes Zeitalter innerhalb der Ewigkeit, das schon zu Beginn der Schöpfung von Mir dazu bestimmt wurde, zu allen als Heiliger Geist zu kommen, wobei Ich Mich entsprechend dem Fortschritt der Geistwesen in der Dritten Zeit auf einem höheren Niveau und mit mehr Vollkommenheit offenbare.

    14.  Blickt heute nicht über eure Welt hinaus. Weder euer Geist, noch euer Blick, noch euer Verstand sollen hinausgehen, um das zu erforschen, was euch noch nicht gemäß ist. Ihr sollt nur das mit Respekt und Gehorsam empfangen, was euch mittels des Gebets, mittels der Erhebung zukommt, die euch zu Mir führt und zu meiner Geistigen Welt, die sich der Aufgabe widmet, euch zu beschützen. Durch diese Erhebung, durch den Nutzen, den ihr aus dem zieht, was Ich euch in dieser Zeit offenbare, wird es euch gelingen, das kennenzulernen, was ihr heute aus Neugier wissen wollt und was ihr morgen gerechterweise, als Vergütung, als Belohnung erfahren werdet, oh geliebte Jünger des Herrn!

    15.  Es naht die Zeit, in der Ich euch ohne dieses Wort zurücklasse. Wenn ihr es einmal nicht mehr vernehmt, werden viele traurig sein, in andere wird Kälte eindringen, doch die übrigen werden inbrünstig bleiben. Aber wenn ihr Mich heute fragt, was mein göttliches Sehnen ist, so antworte Ich euch: Dass ihr alle inbrünstig seid, dass ihr euch vorbereitet, bevor Ich dieses Wort unter euch beende. Erforscht mein Werk, wenn ihr wollt, damit ihr überzeugt seid, standhaft seid, damit euch nicht später der Zweifel überfällt. Denn dieser wird euch leiden und straucheln lassen, weil dieser Zweifel euch einen starken Schmerz hinterlassen wird, den euch euer Gewissen in Erinnerung rufen wird. Doch Ich will nicht, dass meine Jünger in ihrem Gewissen irgendeinen Vorwurf mit sich tragen ─ Ich will, dass sie nur den Frieden meines Geistes fühlen.

    16.  Wenn dieses Volk sich nicht vorzubereiten versteht, wenn es meine letzten Unterweisungen nicht nutzt, wird es später mein Wort vermissen, und die Zeit, die Prüfungen, die Missgeschicke und die unsinnigen Worte der Menschen werden es in Zweifel stürzen. Dann wird der Jünger auf seinem Weg innehalten und sich fragen müssen, ob das, was er vernahm, richtig war oder nicht Wahrheit gewesen ist, und wenn dann nur das scheinbare Schweigen auf seine Zweifel antwortet, wird er sein Gesicht respektlos erheben, um dem Vater zu sagen: „Herr, obwohl Du versprochen hast, ewig bei uns zu bleiben ─ warum sehen Dich deine Kinder nicht? Warum vernehmen Dich unsere Ohren nicht? Warum fühlt unser Herz nicht das Deine schlagen? Warum manifestierst Du Dich nicht deutlich bei uns?“

    17.  Und wenn ihr seht, dass die Lehren der Menschen und die religiösen Institutionen sich in großen Auseinandersetzungen erheben und auf ihrem Weg vorankommen, indem sie Schlachten gewinnen, dann werdet ihr sagen: „Wo ist das Werk des Vaters geblieben? Warum schwieg Er und ließ uns allein als Opfer von Schicksalsschlägen und Gefahren?“ Ihr werdet sehr große Zweifel haben, wie sie andere Jünger von Mir zu einer anderen Zeit gehabt haben, und der Zweifel wird noch größer werden, wenn ihr euch an viele meiner Worte erinnert, die gemäß den schlechten Auslegungen nicht in Erfüllung gingen, und ihr werdet dann sagen: „Warum hatte sein Wort nicht die Wirkung noch die Macht, sein Volk vereinigt zurückzulassen? Warum vollbrachte Er mit all seiner Macht nicht das Wunder, dieses spiritualistische Volk des Herrn zu einem einzigen Herzen zu verschmelzen? Warum kamen in der Zeit, in der Er seine Jünger lehrte, nicht Menschen aus allen Nationen des Erdkreises, um Ihn zu vernehmen? Warum trat kein Frieden unter den Menschen ein, wenn Er durch seinen Universellen Strahl mit Vollmacht herniederkam? Warum war sein Abschied so traurig? Warum schied Er im Stillen von uns, ohne von der ganzen Menschheit vernommen noch verherrlicht worden zu sein?“ All dies wird euer Herz im Feuer des Zweifels quälen, aber Ich will nicht, dass dies geschieht. Ich will, dass euer Geist, allen Zweifeln und Ungewissheiten enthoben, vom Vater nichts verlangt, was für seinen Göttlichen Geist Vermaterialisierung bedeutet. Ich will nicht, dass ihr nach dem Aufhören meines Wortes verlangt, dass Ich Mich vermenschliche, Mich begrenze, oder die Gestalt Jesu als Mensch annehme.

    18.  Ich will, dass euer Geist Mir wirklich nachfolgt ─ nicht nur aufgrund des Verlangens, Mich zu fühlen, nicht wegen der Stärke eures geistigen Bedürfnisses, Mich zu sehen und zu vernehmen, sondern dass ihr Mich aufgrund der Wahrheit fühlt, Mich im Gleichmut eures Geistes schaut, mit dem Glauben eures Wesens. Denn dann werdet ihr Mich größer, vollkommener und unwandelbar erblicken.

    19.  Erinnert euch daran, dass die Menschen sich in jener Zweiten Zeit betrogen fühlten. Sie erwarteten einen Messias voll irdischer Macht, um Israel aus der Knechtschaft der Menschen zu befreien. Sie erwarteten einen kriegerischen Fürsten, einen Herrn über Heere, Völker und irdische Ländereien. Doch als sie das Wort jenes sanftmütigen und demütigen Meisters vernahmen, der nur von den Werken seines Vaters sprach, und der ihnen ein besseres Reich als die Reiche der Erde versprach, der den geistigen Sieg seiner Lehre ankündigte, der ihnen Gerech­tigkeit für diejenigen ankündigte, die Tränen vergossen, für die geistig Armen, für die Kranken, für die Gedemütigten, für die Sklaven ─ da fühlten sich jene betrogen, die den nahen Zeitpunkt ihrer irdischen Befreiung und der Verherrlichung jenes Herrn erwarteten ─ sie, die sich danach sehnten, Ihn auf einem Thron in dieser Welt sitzen zu sehen und ein Zepter der Gerechtigkeit in seiner Rechten zu erblicken, um die Völker zu richten, um die großen Reiche dieser Welt zu unterwerfen.

    20.  Als die Nacht der Verhaftung des Meisters gekommen war, waren ihre Herzen angesichts so großer Sanftmut erschüttert, weil der Herr keinen Widerstand leistete, weil Er seine eigenen Feinde nicht mit seiner Macht niederschmetterte, weil Er sich wie ein sanftes Lamm zur Schädelstätte schleifen ließ. Und als seine Apostel die Verspottung und Verhöhnung durch jenes Volk sahen, entfernten selbst sie sich verwirrt und misstrauisch. Und sie fragten sich selbst: „Warum haben sich die Ereignisse in dieser Weise zugetragen?“ Sie fühlten eine große Liebe zu ihrem Meister und machten den Schmerz Jesu zu dem ihren, doch sie waren geistig noch nicht erwacht, und auch ihre geistigen Augen öffneten sich noch nicht für das Licht der Wahrheit. Und als sie Ihn dort auf der Schädelstätte sahen und seinen Tod auf jenem schändlichen Marterholz mitansahen, und sie sahen, dass sein Blut wie das irgendeines Menschen herabfloss, da bemächtigte sich der Zweifel jener Herzen.

    21.  Wie würden sie darangehen können, das Werk ihres Meisters fortzusetzen? Wie würden sie jenes Erlösungsvorbild fortsetzen? Doch der Meister war durch den Tod gegangen, um sich voller Herrlichkeit und Leben über alles Geschaffene zu erheben. Er betrachtete die Seinen und litt unter dem Zweifel seiner Jünger, und als einen weiteren Beweis seiner unendlichen Liebe ließ Er sich nach seiner Auferstehung von den Frauen sehen, die Ihn unbeirrbar liebten und Ihm nachfolgten, damit sie seinen Jüngern Zeugnis von dem ablegen würden, was sie gesehen und gehört hatten. Doch trotz jenes Zeugnisses zweifelten diese. Es war nötig, dass der Meister sich manifestieren würde, die Finsternis des Zweifels vertreiben und in all jenen Herzen Licht anzünden würde. Aber da war noch der Jünger, der am meisten zweifelte ─ Thomas, der gesagt hatte, dass er nur dann, wenn er die Wunden seines Meisters mit seinen eigenen Fingern betasten würde, er daran glauben könnte, dass er auferstanden war. Und so musste der Meister auch ihn in seinem Zweifel überzeugen.

    22.  Als der Meister seine Jünger allein und bewegt vorfand, weil die einen an die Auferstehung des Meisters glaubten und Thomas zweifelte, zeigte sich der Herr unter ihnen und sprach: „Mein Friede sei mit euch!“ Er rief Thomas zu sich, zeigte ihm seine Wunden und sagte zu ihm: „Lege deine Finger hinein, Thomas, und zweifle nicht, denn Ich bin es wirklich.“ Doch Thomas, der in jenem Augenblick seinen Zweifel bereute, rief, in seiner Ungläubigkeit besiegt, aus: „Mein Herr!“ Doch Ich sagte ihm: „Weil du Mich gesehen hast, hast du geglaubt. Wohl denen, die ohne zu sehen glauben.“

    23.  Wollt ihr in eurem Gewissen ewig diesen liebevollen Vorwurf Jesu, des Meisters, mit euch tragen? Und dass Ich euch erneut sage: „Ihr habt geglaubt, weil ihr gesehen habt?“ Nein, Jünger des Heiligen Geistes ─ nein, Jünger der Dritten Zeit! Habt keinen Zweifel in euch, beseitigt ihn schon jetzt, schaut Mich im Geist, schaut Mich in meiner Wahrheit und in meiner Essenz, damit ihr Mich später, wenn euch diese Kundgebungen fehlen, durch die Liebe und den Glauben mit dem geistigen Blick zu sehen vermögt, der rein und frei ist von Zweifeln und Flecken.

    24.  Um euch an die Erfüllung eures Auftrags zu machen, sollt ihr nicht abwarten, bis Ich euch nur noch durch die Seher sagen kann: Erhebt euch und tut eure Pflicht, erwartet nicht, dass Ich noch einmal Mensch werde, um Glauben zu finden. So geschah es in der Zweiten Zeit, weil es auf diese Weise notwendig war. Denn der Meister konnte von seinen damaligen Jüngern in jener Zeit nicht mehr verlangen, in welcher der Mensch mit seinem Geist in das unergründliche Gefilde des Jenseits einzudringen begann. Ihr jedoch, die ihr diese und jene von damals seid, die ihr euch geistig sehr weiterentwickelt habt, die Ich oft geprüft habe, und zu denen Ich oft durch das menschliche Verstandes­vermögen gesprochen habe, um euch die Wahrheit zu bringen und euch große Offenbarungen zu machen ─ könntet ihr zweifeln, könntet ihr in Vermaterialisierung verfallen, könntet ihr die Liebe eures Herzens erkalten und euren Geist nach dem Aufhören meines Wortes vom Weg abirren lassen? Nein, Jünger, Ich spreche derzeit zu euch und werde euch noch oft durch mein Wort vorbereiten, damit in eurem Geist nur Licht, Kraft, Entschlossenheit und unerschütterlicher Eifer angesichts aller Prüfungen ist.

    25.  Als Ich Mich geistig bei meinen Jüngern der Zweiten Zeit zeigte, fühlten sie in ihrem Geist wahre Liebe. Damals schlossen sie sich in einer Umarmung der Brüderlichkeit und geistiger Stärke zusammen, um das Werk ihres Meisters fortzusetzen. Denn nachdem sie ihre Zweifel beseitigt hatten, sagten sie voll geistiger Beglückung: „Tatsächlich ─ wir sind wirklich mit dem Messias, mit dem Sohn Gottes zusammen gewesen, wir lebten wirklich mit dem Heiland der Welt zusammen, Er hat uns nicht betrogen. Er ist das Leben, Er ist der Erlöser, Er ist die Wahrheit, sein Reich ist nicht von dieser Welt, seine Heimat ist das Ewige Reich, von wo aus Er uns heute betrachtet, zu uns spricht und sich schauen lässt. Er hat uns versprochen, ewig bei uns zu sein. Und tatsächlich sind wir vereint, lieben wir uns und werden wir allen Völkern der Erde Zeugnis von Ihm geben.“

    26.  Wisst ihr etwa, ob nach dem Aufhören meines Wortes auch unter euch die wahre Vereinigung kommt, wenn ihr auf dem Grund eures Herzens und eures Geistes das Fehlen meines Wortes fühlt, wenn meine Geistige Welt ihr Wort gleichfalls nicht mehr unter euch widerhallen lässt durch die Gabenträger? Dann werden die Ge­meinden sich gegenseitig aufsuchen, und jene, die fern geblieben sind und nach eigenem Gutdünken gewirkt haben, werden ihre Geschwister suchen, um die Wärme und die Anwesenheit, den Rat und die Stütze der anderen aufzusuchen. Sie werden nach meinem Wort verlangen, und die einen werden im Kreis der anderen den Heilbalsam suchen, und Ich werde erneut kommen, um Mich zu bekunden.

    27.  Ja, mein Volk, und Ich werde von ganz nahe zu eurem geistigen Ohr  sprechen, und ihr werdet Mich alle sehen, und diese deutlichen Bekundungen, die Ich euch geben werde, von denen ihr heute noch nicht wisst, in welcher Weise sie geschehen werden, werden in eindeutiger und klarer Weise kommen, um euch auf den rechten Weg zu bringen. Sie werden eure Schutzwehr, euer Ansporn sein, damit ihr niemals glaubt, dass ihr alleine geht. Ich werde euch auf den Wegen, bei eurer geistigen Auftrags­erfüllung, bei der irdischen Pflichterfüllung und auch bei euren Verfehlungen überraschen. Ich werde den passenden Augenblick wählen, um Mich auf dem Weg eines jeden meiner Jünger spürbar zu machen. Ich werde in euren Zusammenkünften gegenwärtig und spürbar sein, und ihr werdet meine Wärme, den Hauch meines Geistes fühlen und meine Inspirationen empfangen.

    28. So wie ihr an Mich glaubt, möchte Ich, dass ihr auch einander glaubt ─ dass unter euch kein falsches Zeugnis auftaucht ─ dass von euren Lippen keine Lüge kommt, um euch unter dem Volk oder der Menschheit groß oder bekannt zu machen. Wehe dem, der lügt! Wehe dem, der sagen sollte: „Ich habe den Meister gesehen“, ohne Ihn gesehen zu haben! Wehe dem, der sagen sollte: „Ich habe diese Botschaft vom Herrn empfangen“, ohne sie empfangen zu haben! Denn dann wird ihm meine Inspiration entzogen werden, und er wird sie nur durch die Reinigung seiner Flecken zurückgewinnen. Gebraucht meinen Namen nicht missbräuchlich, verwendet mein Werk nicht dazu, um zu lügen, missbraucht meinen Geist oder mein Werk nicht, um damit euren Betrug zu verdecken.

    29.  Ich will, dass ihr nur die Wahrheit sagt; dass ihr, wenn ihr von Mir niemals eine Inspiration oder eine Bekundung erhaltet, damit einverstanden seid und nicht lügt, denn dann wird euch niemand beschuldigen können. Doch Ich frage euch: Wer kann jener sein, der von Mir nichts empfängt? Wer kann jener sein, der sich nicht meiner Inspiration erfreut, der meine Weisungen nicht empfängt und meine Bekundungen fühlt? Ich werde Mich angesichts eurer Verfehlungen nicht entziehen. Ich werde immer bei euch sein, werde euch in Propheten verwandelt zurücklassen ─ aber als Propheten der Wahrheit, nicht als falsche, die auf die Straßen hinausgehen und mit ihrer Prophetie prahlen.

    30.  In den ersten Zeiten gingen meine Propheten auf die Straßen hinaus und verkündeten die Botschaft des Herrn. Aber wie viel Demut, wie viel Kraft und Glauben war in ihnen! Die Zeiten haben sich geändert, und heute könnt ihr nicht auf die Straßen, die Landwege oder auf die Marktplätze der Leute gehen und aus vollem Hals meine Botschaften hinausschreien. Heute müsst ihr wissen, wann der Augenblick gekommen ist, in dem ihr sprechen, handeln oder beten sollt. Wenn ihr euch in dieser Weise vorbereitet, wird mein Volk an euren eigenen Zeugnissen nicht zweifeln.

    31.  Wenn ihr nahe an einer Prüfung seid, wenn meine Gerechtigkeit im Begriff ist, sich bei den Völkern der Erde und auch bei euch fühlbar zu machen ─ wenn es mein Wille ist, euch irgendein Ereignis zu offenbaren, werde Ich einen von euch auswählen, um euch zu warnen und euch das anzukündigen, was geschehen wird. Ich werde zwei oder drei oder so viele wie nötig auswählen, um jene Botschaft zu bestätigen. Zweifelt jedoch nicht, denn dadurch würdet ihr vom Vater eine noch größere Manifestation verlangen. Wisst ihr nicht, dass der Meister euch in dieser Dritten Zeit gesagt hat: „Die Zeit der Wohltaten ist zu Ende?“ Wenn ihr dann sagt: „Ja, Vater, die materiellen Wohltaten sind zu Ende, aber die geistigen Wohltaten hast Du uns zugesagt.“ Darauf antworte Ich euch: „Ja, meine Kinder ─ aber wenn ihr vom Meister verlangt, dass Er Mensch werden soll, dann gehört dieses euer Verlangen zu den irdischen Wohltaten, und diese Zeit ist nun vorbei.“

    32.  Daher habe Ich euch von vielen Traditionen frei gemacht, weil ihr die eurem Geist vom Vater offenbarte Anbetungsweise ─ eine in Gnade und Vollkommenheit gehüllte Verehrungsform ─ entweihen und herabwürdigen würdet. Ihr würdet sie in Riten, in Zeremonien und weltliche Feste verfallen lassen, und euch immer mehr mit dem äußerlichen Kult, mit der Einhaltung von Traditionen beschäftigen, statt der Erfüllung des Gesetzes und der Lehre. Deshalb habe Ich euch zum Leidwesen der einen und zur Freude anderer in dieser Zeit von vielen Traditionen, von vielen religiösen Praktiken frei gemacht, an die euer Geist gebunden war.

    33.  Jetzt entdeckt ihr nach und nach den wahren Tempel, und diesen Tempel findet ihr sowohl in euch, als auch im Äußeren, in der Unendlichkeit des Universums. Heute erkennt ihr, dass der wahre Altar in eurem Herzen ist, dass der Glaube der Leuchter ist, den ihr für Mich anzünden sollt, dass die Blumen, die Opfergaben, eure Werke, eure Verdienste sein sollen ─ dass das Bildnis eures Herrn ihr selbst seid, dass ihr Mich durch euch erblicken könnt. Heute erkennt ihr, dass der Quell der Gnade mein Göttlicher Geist ist ─ eine unerschöpfliche Quelle von Vollkommenheit und von Segnungen ─ dass Ich das Werk bin, weil mein eigenes Werk in Mir ist und es unendlich und universell ist ─ dass Ich der Hirte aller Geistwesen bin, die Mir in herrlicher Zahl nachfolgen, und dass schließlich alle zur einzigen Hürde gelangen werden, welche der vollkommene Friede ist, welche die ewige Heimat der Geistwesen im Jenseits ist, und dass das Haus des Vaters überall ist, und ihr dieses Haus niemals verlassen habt.

    34.  Auf diese Weise wird euer Geist seine Flügel ausbreiten und durch den Weltraum die Unendlichkeit schauen, durch die Zeit die Ewigkeit, durch den Weg den vollkommenen und lichtvollen Pfad, der euch zum Vater führt. Dann werdet ihr die Traditionen, welche Hindernisse und Fallstricke waren, vergessen und auf dem Weg hinter euch gelassen haben ─ die Routine, die nur die Mauer war, die euren Geist aufgehalten hatte, und die Bildnisse ─ Objekte des Fanatismus ─ werden zurückbleiben, und euer Geist wird eilig und frei, voller Inbrunst, Freude, Hoffnung und Glauben auf seine geistige Zukunft zugehen.

    35.  All das, was der Geist als einen Stab betrachtete, um sich aufrecht zu halten, um sich darauf zu stützen, um zu glauben und um Mich zu lieben, wird er zurücklassen, um Mich mit seinem geistigen Blick zu schauen, um der Unendlichkeit und der Wahrheit zu vertrauen, die Ich in dieser Zeit in Fülle unter euch offenbart habe. Durch die Zubereitung der einen überwinde Ich die Unvollkommenheiten der anderen. Durch euren Wunsch nach Fort­schritt, nach Annäherung an Mich, nach Erhebung, nach einem Ideal und nach Verständnis in meinem göttlichen Werk komme Ich und offenbare Ich Mich, verströme Ich Mich unter euch als Weisheit und als Licht.

    36.  Das Blut Jesu, verwandelt in Licht der Erlösung, drang in alle Geistwesen als Rettung ein und tut dies weiterhin. Ewiglich spendet mein Geist Rettung und Licht, unablässig lasse Ich die Strahlen meines Lichts dort eindringen, wo es dunkel ist, unaufhörlich ergießt sich mein Göttlicher Geist ─ nicht als menschliches Blut, sondern als Erlöserkraft, als geistiges Leben auf alle meine Kinder.

    37.  Eure Zukunft erwartet euch, diese Zeiten rücken näher und kommen auf euch zu, und mit diesen Zeiten werden die Menschen, die Scharen kommen, die begierig sind nach geistigem Wissen ─ begierig auch danach, ihre Zweifel zu zerstreuen und für ihren Geist eine Tür zum Licht und zum Frieden finden zu können.

    38.  Die Menschen werden herbeikommen, und unter ihnen Thomas ― vertreten durch die Wissenschaft und den Materialismus ― mit seinen wachen Augen, um nachzuforschen; und dies nicht nur mit seinen Augen, auch mit den Fingern seiner Hand, um zu betasten, zu berühren, weil er nur so an meine Gegenwart und an die geistigen Geschehnisse glauben kann, die nacheinander unter der Menschheit eintreten und von denen die Menschen Zeugnis ablegen werden, damit der Thomas der Dritten Zeit in seinem Zweifel und seinem Materialismus von meiner Liebe überwunden werden kann.

    39.  Bereitet euch vor, damit ihr Apostel des Glaubens seid, damit ihr die inbrünstigen Jünger seid, die nicht nur mit Worten bezeugen, sondern auch mit Taten. Auf diese Weise werden eure Beispiele die Hartherzigkeit der Menschen überwinden. Ich werde Wundertaten vollbringen und Beweise geben, welche die Ungläubigkeit jener, die sich bei euch einstellen, wirklich erleuchten.

    40.  Ich verlange von euch nichts Unmögliches, es werden keine schwer zu vollbringenden Werke für euch sein, Mir wird eure Zubereitung, euer Gebet und euer Glauben genügen, und alles Übrige werde Ich tun, oh meine geliebten Kinder!

    41.  All das, was ihr nicht zu tun vermögt ─ jede Schwierigkeit, der ihr begegnet, sollt ihr Mir überlassen, und Ich werde alles möglich machen. Dann werden die Menschen erleben, dass das, was für menschliche Wesen unmöglich ist, durch eure Vermittlung Wirklichkeit wird. Diese Wundertaten werden sie nicht den Menschenwesen zuschreiben können, und in ihrer Verwunderung werden sie ins Jenseits gehen müssen, um über eine höchste und erhabene Macht nachzudenken.

    42.  Ich werde Mich in Herrlichkeit offenbaren, um die Sünde der Menschen zunichte zu machen. Vor der menschlichen Macht werde Ich Mich als Weisheit und göttliche Wissenschaft offenbaren. Ich werde auch den Materialismus der menschlichen Wissenschaft beschämen. Für alle Religionen und Institutionen der Menschen werde Ich als der Retter kommen ─ so habe Ich es angekündigt. Auf den Feldern der Zwietracht und der Schlacht werde Ich mit meinen unsichtbaren Waffen des Friedens, mit meinem zweischneidigen Schwert gegenwärtig sein, um jede Sünde und Verderbtheit zu vernichten.

    43.  Ich bin als der Große Krieger gekommen, so wie die Menschen Mich sehen wollen und wie Mich viele erwarten, welche die Erde bewohnen. Als Krieger bin Ich in Wahrheit und im Geist gekommen. Mein Krieg hat schon vor langer Zeit begonnen, und doch hat er kaum angefangen: das Schwerste, das Schrecklichste dieser Schlacht wird noch kommen, und in diesen Kampf werdet ihr ziehen, die Ich derzeit als Soldaten ausbilde. Ihr wisst jedoch, dass mein Krieg nicht aus Unrecht besteht, sondern gerade aus Rechtsprechung über das menschliche Unrecht. Meine Liebe wird die Heuchelei, die Selbstsucht und die Schlechtig­keit des Menschen ausmerzen. Mein Friede wird all das beseitigen, was einen Samen und eine Grundlage von Hass, von Zwietracht in sich trägt. Was wird mein unsichtbares Schwert also verschonen, das Ich in eure Hände lege? Das Leben meiner Kinder, die Empfindsamkeit und die Tugend. Alles andere wird fallen.

    44.  Wenn Ich einen Funken von Liebe zu Mir, ein Atom von Wahrheit, ein bisschen Liebe oder Mitgefühl für andere sehe, so wird all dies meine Waffe verschonen. Daher könnt ihr nun verstehen, dass diese Schlacht sehr groß unter euch sein wird. Doch diese vollzieht sich nicht nur unter Menschenwesen, dieser Kampf ist universell. Alle Geistwesen werden nach dieser Schlacht einen Schritt auf das wahre Leben zugetan haben ─ einen Schritt hin zum Fortschritt, einen festen Schritt auf Mich zu, in Wahrheit und im Geist.

    45.  Fühlt ihr nicht, wie das Geistige Leben in eurer Umgebung in Erregung ist? Fühlt ihr nicht, dass in eurem Geist das Getöse dieser großen Schlacht zu hören ist? Selbst im Augenblick eures tiefen Schlafes ringt und kämpft euer Geist, macht er sich frei und arbeitet er in der Mission, die Ich ihm zugewiesen habe.

    46.  Dies sind die großen Schlachten, die mein Jünger Johannes mittels der prophetischen Gabe schaute. Er sah die Heere, welche die gleichen sind, die heute in vollem Kampf stehen.

    47.  Das Heftigste der Schlacht ist noch nicht gekommen, und deshalb unterrichte Ich euch unablässig, um euch in mutige Soldaten meiner Lehre, meines Gesetzes verwandelt zurückzulassen ─ jenes Gesetzes, das seinen Soldaten sagt: „Liebt einander!“

    48.  Dies ist es, was der Große Krieger, was der Fürst der Heere euch in der Dritten Zeit sagt, oh geliebtes Volk. Erhebt euch mit diesem Liebesschwert, ergreift es, zieht es aus der Scheide und besiegt allen Hass und alles Böse, das es in der Menschheit gibt.

    49.  Ihr wisst, dass Ich von meinem Hohen Thron aus das Weltall in meinen Frieden und in meine Segnungen hülle.

    50.  Alles ist von Mir zu jeder Stunde, in jedem Augenblick gesegnet. Von Mir ist nicht, noch wird jemals irgendeine Ver­fluchung oder Verdammung für meine Kinder kommen. Daher lasse Ich, ohne Gerechte oder Sünder zu sehen, auf alle meinen Segen, meinen Kuss der Liebe und meinen Frieden herniederkommen.

    Mein Friede sei mit euch!


    [1] Hier müsste es Christus heißen, da Jesus gemäß dem BdWL nur der Körper war

  • Unterweisung 320

    1.  Selig das Menschengeschlecht, weil es die mensch­gewordene Gegenwart ihres Herrn gehabt hat. Glücklich sei die menschliche Gattung, weil sie jenes Liebeserbe empfangen hat.

    2.  Mein Dasein auf der Welt durch Jesus geschah im Land Palästina, mein Predigen dauerte nur drei Jahre, es waren nur wenige Dörfer, die Ich besuchte, und die Menschenmenge, die Mich nach Golgatha begleitete, war nicht sehr zahlreich. Dennoch ist jenes Wort, das von den Lippen Jesu kam, zur Menschheit aller Zeiten gelangt. Es ist nicht nötig gewesen, auf der Suche nach Jüngern zu allen Ländern jener Zeit zu gehen, weil Ich wusste, dass mein Wort gleich einem Samen bald aus jenem Land hinausgetragen würde, um sich über alle Völker des Erdballs zu verstreuen. Jene, die Jesus vernahmen und seinen Tod miterlebten, waren stellvertretend für alle Generationen dabei, die danach kommen würden. Denn die Essenz meiner Lehre und die Liebe, mit der sich jenes Blut verströmte, waren für alle bestimmt.

    3.  Verurteilt nicht jenes Volk, weil es in Jesus nicht den Messias erkannt hat, und weil es Ihn geopfert hat. Seid nicht empört bei dem Gedanken, dass Der, den sie verhöhnt haben, Gott Selbst gewesen ist. Wahrlich, Ich sage euch, Ich allein bin Richter. Viele von denen, die jenes Volk als ungerecht verurteilen und ihm nicht vergeben, dass es den Meister geopfert hat, erfahren einen Zerfall in ihrem Herzen, ohne sich dessen bewusst zu sein, weil sie einen Platz eingenommen haben, der ihnen nicht zusteht.

    4.  So, wie Ich, als Ich sterbend am Kreuz hing, angesichts einer Menge, die sich an meinen Leiden weidete, ausrief: „Mein Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, so könnte derselbe Satz von Mir täglich an euch gerichtet wiederholt werden. Denn obwohl ihr meinen Namen von Geburt an kennt, und ihr in eurem Gewissen meine Lehre, meine Gebote und meine Gesetze in euch habt, hört ihr nicht auf, Mir Beleidigungen entgegenzuschleudern und euch über meine Grundsätze lustig zu machen.

    5.  Drei Zeitalter geistiger Offenbarungen habt ihr durchlebt, doch noch immer hat die Menschheit nicht den Tempel errichtet, den Ich erwarte. Dennoch: In dieser Dritten Zeit werden die Menschen auf dem Grund ihres Herzens das Allerheiligste aufrichten, wo die Lade sein wird, welche der Geist ist, der in seinem Inneren die Tafeln des Gesetzes aufbewahrt, welches in eurem Gewissen ist.

    6.  Euch erscheint die moralische und geistige Umwandlung der Menschheit unmöglich, weil ihr euch sehr von den Prinzipien entfernt habt, die euch offenbart worden sind. Ihr könnt euch keine Welt vorstellen und noch weniger an eine glauben, in der die Liebe regiert, Frieden herrscht und Gerechtigkeit existiert.

    7.  Ich sage euch, dass ihr an all dies nicht glauben könnt, weil ihr weder den Sinn meines Wortes, noch den meiner Werke erforschen wolltet. Wenn ihr ein bisschen eurer Zeit der geistigen Betrachtung widmen würdet, würdet ihr große Inspirationen erhalten und Weisheit erlangen.

    8.  Wer von den Menschen vor zweitausend Jahren hatte eine Vor­stellung von der gegenwärtigen Welt, die ihr durch die Kraft eurer Intelligenz geschaffen habt? Niemand. Daher wurden viele der alten Prophezeiungen nicht geglaubt, die diese Welt von heute ange­kündigt haben.

    9.  Ich kündige euch prophetisch eine neue Welt und eine vergeistigte Menschheit an, doch wenn dieses Wort bekannt wird, wird es wiederum nicht geglaubt werden.

    10.  Generation um Generation wird vergehen, der Hochmut der Menschen wird Unwetter und Überschwemmungen, Seuchen und Plagen entfesseln, und das Wehgeschrei der Menschheit wird den Weltraum erschüttern. Doch nach alldem werden die neuen Erdenbewohner ein Leben der Selbstbetrachtung und der Vergeistigung beginnen und dabei den unermesslichen Schatz an Erfahrung nutzen, den die vergangenen Generationen ihnen vermachten, und der göttliche Same wird zu keimen beginnen.

    11.  In jedem Geist existiert der göttliche Keim, da er aus Mir hervorgegangen ist, und so wie eure Kinder die Züge oder den Charakter ihrer Eltern erben, so werden die Geistwesen schließlich das offenbaren, was sie von ihrem Himmlischen Vater geerbt haben: die Liebe.

    12.  Erinnert euch an jenen Tag, an dem Ich aus Liebe zu euch als Mensch am Kreuz starb. Erinnert euch an meine Passion ─ ja, aber tut es nicht mehr in der herkömmlichen Weise, an die ihr euch jahrhundertelang gewöhnt habt ─ eine äußerliche und sinnenhafte Weise, die in eurem Geist keine Saat hinterlassen hat, weil ihr euch nicht in den Sinn und die Essenz vertieft habt.

    13.  Ich sehe, dass ihr, um euer Herz zu bewegen, meinen Tod durch blutige Darstellungen und Bilder dramatisiert, dass ihr weint und Trauerkleider tragt, als ob gerade ein Mensch gestorben wäre, und dass ihr Jahr für Jahr der Mutter euer Beileid bezeugt, ohne euch dessen bewusst zu sein, was ihr tut.

    14.  Warum Maria Beileid bezeugen, obwohl sie niemanden verloren hat, da Der, der am Kreuz starb, zum ewigen Leben auferstand? Warum wegen Mir Tränen vergießen, da Ich doch jenseits des Schmerzes und des Todes bin?

    15.  Wahrlich, Ich sage euch, ihr solltet lieber um euch selbst weinen und Trauer über eure Sünden empfinden und in eurem Herzen trauern wegen so vieler Tugenden und edlen Gefühle, die in euch gestorben sind.

    16.  Ich möchte, dass ihr, ohne auf Jahrestage, Daten oder traditionelle Gedenktage zu warten, euch in Zusammenkünften oder im Schoß eurer Familien vereinigt und, indem ihr jene Beispiele und Werke nochmals durchgeht, die Ich euch in der Zweiten Zeit lehrte, euch voller Vergeistigung und Erhebung sammelt, um über mein Wort zu meditieren und es auszulegen. Denn dann hättet ihr wirklich einen Nutzen für euren Geist, weil ihr den Sinngehalt oder die Essenz meiner Werke und meiner Worte entdecken würdet.

    17.  Versucht nicht, Mitleid mit Mir zu fühlen, denn in Mir gibt es nichts, das die Menschen zum Bedauern veranlassen könnte. Lasst euch stattdessen von jener Liebe inspirieren, die Ich euch während eines ganzen Lebens bewies, und wendet jenes Mitleid, jenes Bedauern darüber, zu beleidigen, und jene Gewissensbisse bei euren Nächsten an, unter denen es Tausende gibt, die jedes Mitleids und jedes Mitgefühls würdig sind: die einen, weil sie sehr leiden; andere, weil sie sich in den Schmutz des Lasters gestürzt haben; wieder andere, weil sie nicht das Licht der Wahrheit kennen, und weitere, weil sie ohne Liebe leben, oder weil sie Hunger und Durst nach Gerechtigkeit und Frieden haben.

    18.  Fühlt für sie wirklich Mitleid und Erbarmen, weint und bittet für sie. Aber tut vor allem etwas, das ihren Schmerz lindert oder ihr Leben verbessert. Dann werdet ihr wirklich auf dem Weg sein, meine Lehre zu begreifen, meinen Opfertod zu verstehen und meinen Willen richtig zu deuten.

    19.  Die Liebe untereinander wird die einzige Verhaltensweise sein, um mein Wort zu befolgen und meinem Geist wohlgefällig zu sein.

    20.  Ich sagte am Kreuz durch Jesus: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Nach vielen Jahrhunderten kann Ich dieser Menschheit erneut sagen, dass sie noch immer nicht weiß, was sie tut. Denn häufig verfälscht sie den Sinngehalt des Gesetzes oder der Lehre, die Ich ihr offenbart habe, und verstößt gegen beide, im Glauben, sie zu ehren und sie zu erfüllen.

    21.  Wenn ihr meine Lehre verstehen und fühlen würdet, würde Liebe durch eure Adern strömen und zu euren Geschwistern fließen, die ein Teil von Mir sind. Aber ihr seid weit davon entfernt, einander zu lieben, und davon gebt ihr mit nahezu allen euren Werken Beweise.

    22.  Erinnert euch in euren Gedächtnisfeiern, dass Ich, der Göttliche Meister, aus Liebe zu euch das Geistige Reich verließ und Mensch wurde, um bei den Menschen zu wohnen ─ dass Ich mein Reich verließ, um Mich in eurer Welt als ein Menschenwesen im Dienst der Notleidenden zu zeigen ─ dass der Vater alles Geschaffenen, in Christus seiend, zu euch kam, um der Demütigste zu sein, und um euch sein ganzes Leben zu widmen.

    23.  Meine Lehre lehrte, dass man, je mehr man besitzt, desto mehr geben muss, und dass man, je größer man ist, desto demütiger sein muss.

    24.  Welche sind die, die Mich in dieser Zeit zum Vorbild nehmen? Welche sind fähig, von einem Thron oder von einem Ehrenstuhl herabzusteigen, um sich unter Armen und Notleidenden aufzuhalten und ihnen Leben zu spenden? Ich entdecke sie nicht, obwohl eure Welt so groß und die Menschheit so zahlreich ist.

    25.  Wenn einmal solche Beispiele in Überfülle auf der Erde zu finden sind, dann werdet ihr sagen können, dass ihr mein Wort und meine Beispiele beherzigt; dass ihr sie lebt.

    26.  Von Generation zu Generation und von einem Zeitalter zum anderen haben sich die Menschen immer mehr von den göttlichen Gesetzen entfernt, wodurch ein Rückschritt in der geistigen Ordnung entstand.

    27.  Wenn ihr einen Augenblick innehaltet, um eure Welt zu betrachten, um sie durch die Vernunft zu sehen, als ob ihr auf der Höhe eines Berges wäret und eine Stadt betrachtet, so würdet ihr beobachten, dass die Menschen ihre Leidenschaften und ihre Intelligenz entfaltet haben und sie immer für irdische Ziele eingesetzt haben.

    28.  Wenn ihr euch erforscht und nachdenkt, werdet ihr entdecken, dass sich nirgendwo ein Zeichen von wahrer Vergeistigung zeigt ─ etwas, das beweist, dass im Menschen ein Lichtwesen wohnt.

    29.  Wenn ihr von diesem Berg eurer Betrachtungen herab­steigt, werdet ihr es bekümmert, traurig tun ─ mit der Erkenntnis, dass ihr euch weit von den göttlichen Gesetzen entfernt habt, die das geistige Leben regieren.

    30.  Auf eurem Weg werdet ihr den kleinen, tieferstehenden Wesen begegnen: einer Biene, einer Ameise, einem Wurm, und ihr werdet sagen: „Vater, warum erlaubst Du diesen Wesen, die unter uns stehen nicht, zu sündigen, und lässt dagegen deine geistigen Kinder, wie wir es sind, sehr wohl sündigen?“ Ach, ihr Kleinen, die ihr es wagt, eurem Herrn solch unsinnige Fragen zu stellen!

    31.  Ich habe euch schon dabei überrascht, wie ihr diese Geschöpfe um die Unbeschwertheit und den Frieden beneidet, in dem sie leben. Ich habe euch schon die Vögel beneiden sehen wegen der Freude in ihren Nestern, die sie zu einem Heim gemacht haben, und Ich habe vernommen, wenn euer Herz sich gesagt hat: „Verdienen diese Wesen etwa größere Segnungen als die Kinder Gottes?“ Jetzt sage Ich euch, dass ihr euch so fragt und abquält, weil ihr meine Lehre nicht zu studieren versteht, bis ihr die Wahrheit findet.

    32.  Seht ihr nicht, dass diese Geschöpfe nur eine Heimstatt haben, welche die Erde ist, und dass es gerecht ist, dass sie auf ihr ihren Himmel und ihre Wonne haben? Erkennt ihr nicht, dass Ich sie dazu veranlasse, einer Macht zu folgen, welche das Naturgesetz ist? Da sie innerhalb des Gesetzes leben, müssen sie in den Genuss von all dem kommen, was das Gesetz enthält, welches Liebe, Frieden, Wohlergehen, Wonne, Aktivität, Leben ist.

    33.  Ihr Menschen habt die Möglichkeit, etwas kennenzulernen, das jenseits der irdischen Natur ist, und welches das Geistige Leben ist. Dafür wurde euch der Weg offenbart, der zum Reich eures Vaters führt. Aber Ich habe euch die Freiheit gelassen, diesen Weg einzuschlagen, oder auch nicht ─ aufwärts zu steigen oder abzusteigen, euch zu nähern oder zu entfernen. Denn dies ist die Weise, wahre Verdienste gegenüber dem Vater zu erwerben und Ihm zugleich eure Liebe zu beweisen.

    34.  Das vernunftlose Wesen leitet der Instinkt, der seine innere Stimme, sein Meister, sein Führer ist. Er ist wie ein Licht, das von seiner Mutter, der Natur, stammt und ihm den Weg erhellt, den es in seinem Leben zurückzulegen hat ─ auch dies ein Weg der Gefahren und Risiken. Euch Menschen leitet der Geist, euch Geistwesen führt das Gewissen, welches das Licht ist, das der Göttliche Geist in seine geistigen Kinder gelegt hat.

    35.  Die Bestimmung der Kinder der Natur ist auf der Erde, hier beginnt sie und hier endet sie. Die Bestimmung des Geistes dagegen beginnt bei Mir und wird niemals enden. Denn wenn er sich über das irdische Leben erhebt, wenn er über die Welten der Ver­vollkommnung hinausgelangt und in die Ewigkeit eingeht, wird er von einer Heimstatt zur anderen ziehen und dabei neue Welten voller Weisheit entdecken, immer mehr Freude empfinden, immer mehr lieben.

    36.  Hört nicht auf, über eure Bestimmung nachzudenken, und versäumt auch nicht, eure tieferstehenden Geschwister zu beobachten, denn bei ihnen werdet ihr unendlich viele Beispiele von Weisheit entdecken, die euch ─ auf euer Leben angewendet ─ gute Früchte ernten lassen werden.

    37.  Nehmt euch ein Beispiel an der Harmonie, mit der jede Gattung lebt, an der Aktivität derer, die emsig sind. Beherzigt die Beispiele von Treue oder von Dankbarkeit. Es sind Beispiele, die göttliche Weisheit enthalten, da sie von meinen Geschöpfen stammen, gleichfalls aus Mir hervorgegangen, damit sie euch umgeben und begleiten auf eurer Welt, damit sie an dem teilhaben, was Ich in die Erde gelegt habe, und damit ihr in ihnen die Stimme entdeckt, die euch sagt, dass, wenn ihr das göttliche Gesetz buchstabengetreu erfüllt und euch von der Stimme des Gewissens leiten lasst, wie sie sich vom Instinkt leiten lassen, ihr die Harmonie kennenlernen, ihr den Frieden erfahren werdet, und es euch zur Mehrung eurer Güter, zum Überfluss und zum geistigen und menschlichen Fortschritt bringen wird.

    38.  Glaubt ihr, dass derjenige, der über all dies tief nachdenkt, danach fähig wäre, einen Krieg zu schüren? Glaubt ihr, dass derjenige, der die Stimme seines Gewissens klar vernommen hat, sich aufmacht, um seine eigenen Nächsten zu demütigen? Nein, geliebtes Volk. Kommt also zu dem Schluss, dass ihr über meine Offenbarungen meditieren müsst, dass auch die Welt nachdenken muss, damit der Geist sich bei jenen Betrachtungen erhebt, der Verstand in Verzückung gerät, und ─ mit einem Wort ausgedrückt ─ der Mensch wirklich die Stimme des Gewissens vernimmt und befolgt.

    39.  Denkt über die Lektion dieses Tages nach und lehrt (andere), über sie nachzudenken. Sie ist eine Botschaft, die ihr den Herzen eurer Geschwister mit der Herzlichkeit nahebringen müsst, wie Ich sie euch gegeben habe. Denn ihr müsst eine Mission erfüllen, und darum bin Ich in dieser Zeit gekommen, um euch mein Wort zu bringen. Doch habe Ich Mich für diese Kundgabe nicht derer bedient, die ihren Verstand in der Gelehrsamkeit dieser Welt stark geschult haben, sondern derer, die in ihrer Demut meine Jünger der Zweiten Zeit zum Vorbild genommen haben.

    40.  Zeigt ihr mein Werk ohne Furcht, denn es muss die Welt zu allen Zeiten erleuchten.

    41.  Bereitet euch zu, damit mein Wort in euren Herzen geschrieben bleibt, damit ihr wie euer Meister seid; damit ihr, weil ihr demütig seid, meine wahren Jünger seid. Bringt die Wahrheit, damit durch sie die ganze Menschheit erleuchtet wird.

    42.  Übt die Tugenden aus und schließt euch wie zu einem einzigen Jünger zusammen. Aus diesem Buch werden alle die Unterweisungen mit sich nehmen, und so werden die Letzten die Ersten sein.

    43.  Geliebtes Volk: Mit welcher Hingabe vernehmt ihr dieses Wort, das euch unterweist und euch die Ereignisse ankündigt, die ihr in Kürze bei euch in Erfüllung gehen sehen werdet.

    44.  Die Menschheit wird große Schritte auf die Vergeistigung zu machen. Ihr Geist wird die menschlichen Grenzen überschreiten und zu höheren Lebenswelten gelangen können, um mit ihren Geschwistern Zwiesprache zu halten und das Licht zu empfangen, das sie ihr anzubieten haben. Sie wird auch zu den Lebensebenen herabkommen können, auf denen sich Wesen von geringerer Erhebung, zurückgebliebene Wesen, aufhalten, um ihnen zu helfen, ihr armseliges Dasein hinter sich zu lassen, und sie auf einen besseren Lebensplan zu setzen. Die Stufenleiter, auf jene der Geist zu seiner Vervollkommnung emporsteigt, ist sehr lang; auf ihr werdet ihr Wesenheiten von unendlich vielen verschiedenen Ent­wicklungsstufen begegnen, und ihr werdet ihnen etwas von dem, was ihr besitzt, anbieten, und auch sie werden euch ihrerseits etwas von ihrem geistigen Reichtum schenken.

    45.  Dann werdet ihr entdecken, dass dies nicht die einzige Welt ist, die um ihre Verbesserung ringt. Ihr werdet erfahren, dass sich auf allen Planeten der Geist entwickelt, dass er sich auf allen regt und wächst in Erfüllung seiner Bestimmung, und Ich will, dass ihr euch vorbereitet, damit ihr mit all euren Geschwistern einen Bund schließt, dass ihr euch mit ihnen austauscht in jenem heiligen Verlangen, einander zu erkennen, zu lieben und beizustehen. Tut es in meinem Namen und in unbedingtem Gehorsam, mittels eurer Gedanken. Wenn ihr mit dieser Übung beginnt, werdet ihr nach und nach ihre Bitten, ihre Lehren und Wohltaten richtig zu deuten wissen.

    46.  Ich sehne Mich danach, dass ihr mit euren Geschwistern auf diesem und außerhalb dieses Planeten, der derzeit euer Heim ist, in Einklang seid. Schließt Bande der Freundschaft, bittet um Hilfe, wenn ihr sie benötigt, und eilt auch denen zu Hilfe, die euch um das bitten, was ihr besitzt.

    47.  Wie sehr lieben und beschützen euch die Wesen, die in dieser Zeit dazu bestimmt sind, euch zur Erkenntnis meiner Wieder­kunft zu bringen, und wie wohltätig nehmen sie Einfluss auf diese Menschheit! Ich allein sehe diese ständige Bemühung und kenne ihre Verdienste. Ich segne sie, weil ihr Werk groß ist. Wenn ihr in euer geistiges Leben einzudringen verstündet, würdet ihr es mit Fürsorge, mit Wundertaten erfüllt sehen, die ihr euren geistigen Wohltätern verdankt. Sie arbeiten in verschiedenen Missionen auf eurer Welt, ohne dass ihr ihre Güte und ihre Bemühung auch nur erahnt. Ich sage euch nur, dass sie ständig darum ringen, das Leben der Menschen wieder zur Ordnung und zur Gerechtigkeit zurück­zubringen.

    48.  Helft ihnen bei ihrer schwierigen Mission, begreift ihre Liebe, ihre Selbstlosigkeit, und werdet zu ihren Mitarbeitern in diesem großen Werk!

    49.  Nicht nur in dieser Zeit, sondern seit der erste Mensch die Erde bewohnte, wurde die Geisterwelt gesandt und sie hat sich bekundet, wobei sie an euren Leiden und an euren Freuden Anteil nahm. Ich habe es so bestimmt, damit ihr euch nicht verlassen oder fern von euren geistigen Geschwistern fühlt. Wenn ihr einmal zur Einfachheit zurückkehrt, wenn ihr einmal in Kontakt mit diesen Wesen seid und sie von Nahem seht, werdet ihr ihr Werk erkennen und sie segnen. Und wenn ihr einmal die Erde verlasst, um die Reise zu eurer nächsten Wohnstatt anzutreten, werdet ihr mit ihnen, welche die Beschützer eures Lebens waren, gemeinsam (dorthin) gehen. Doch nachdem ihr die Tugend eurer geistigen Geschwister kennengelernt habt ─ wünscht ihr dann nicht für eure kleinen Geschwister das zu sein, was für euch eure Schutzengel sind?

    50.  Ich offenbare euch derzeit das, was eurem Weltverständnis verborgen war, weil Ich nicht will, dass euch unbekannt bleibt, was in eurem Leben grundlegend ist: die Unsterblichkeit eures Geistes, sein immer aufwärtsführender Weg und sein Endziel in Mir.

    51.  Legt den Weg Schritt für Schritt zurück, lebt auf der Erde, aber blickt immer zum Himmel empor. Denkt daran, dass ihr vom Augenblick an, an dem ihr eure Reise begonnen habt, das ewige Leben lebt, und dass jede Prüfung, die ihr durchmacht, euch Mir näher bringt, und dass jede zurückgelegte Wegstrecke die Zeit eures Rückweges kürzer macht.

    52.  Ihr habt die ersten Lichter dieser Ära der Vergeistigung erblickt, aber deren volle Entfaltung werdet ihr nicht von dieser Welt aus sehen. Es werden eure Nachkommen sein, die euer Werk fortsetzen werden. Doch Ich werde euch gewähren, eure Saat weiterhin zu betreuen, so wie Ich erlaubt habe, dass die Geistwesen derer, die eure Eltern gewesen sind, weiterhin über eure Auftragserfüllung wachen.

    53.  Wirkt für das Gute auf dieser Welt, bringt mein Wort zu den Herzen. Oftmals werdet ihr bei den einen kein Gehör finden, aber bei anderen werdet ihr Widerhall finden, und ihnen sollt ihr diese Lehre in reichem Maß zuteilwerden lassen, die Ich euch gegeben habe, damit ihr sie allen euren Geschwistern übermittelt.

    54.  Heute habt ihr mein Wort, das die gleiche und einzige Essenz offenbart, die Ich euch zu allen Zeiten übergeben habe: die Liebe. Die Prinzipien, auf die sich mein Gesetz und meine Lehre gründen, sind unwandelbar und ewig.

    55.  Heute komme Ich im Geist, um meine Wahrheit und meine Gegenwart mittels des Göttlichen Lichts zu offenbaren, so wie Ich in jener Zweiten Zeit mein Wort in Jesus Mensch werden ließ, um euch meine Wahrheit durch das Wort zu offenbaren und es mit Blut zu besiegeln. Es war notwendig, zu den Menschen zu kommen, mit ihnen zusammenzuleben, sich so fühlen und sehen zu lassen, wie sie sehen und fühlen, um ihnen Beweise von der unendlichen Liebe zu geben, die mein Geist zu den Menschen fühlt.

    56.  Ich, Christus, offenbarte durch den Menschen Jesus die Herrlichkeit des Vaters, seine Weisheit und seine Macht. Die Macht wurde angewandt, um Wunder zu vollbringen zum Wohl derer, die in ihrem Geist Glauben benötigten, in ihrem Verstand Licht und in ihrem Herzen Frieden. Jene Macht, welche die Kraft der Liebe selbst ist, wurde über die Notleidenden ausgegossen, um sich ihnen ganz hinzugeben, was so weit ging, dass Ich sie für meinen eigenen Körper nicht gebrauchte, der sie in der Todesstunde gleichfalls benötigte.

    57.  Ich wollte keinen Gebrauch von meiner Macht machen, um den durchdringenden Schmerz meines Körpers zu vermeiden. Denn als Ich Mensch wurde, geschah es in der Absicht, um euretwillen zu leiden und euch einen greifbaren göttlichen und menschlichen Beweis meiner unendlichen Liebe und meines Mitleids mit den Kleinen, den Notleidenden, den Sündern zu geben.

    58.  Alle Macht, die Ich an anderen offenbarte ─ sei es, dass Ich einen Aussätzigen heilte, einem Blinden das Augenlicht wiedergab und Beweglichkeit dem Lahmen oder dass Ich die Sünder bekehrte und Tote auferweckte ─ alle Vollmacht, die Ich vor den Menschenscharen offenbarte, um ihnen Beweise für meine Wahrheit zu geben, indem Ich ihnen meine Autorität über die Naturelemente und meine Macht über Leben und Tod bewies, wollte Ich für Mich nicht anwenden, womit Ich zuließ, dass mein Körper jene Passion durchlebte und jenen Schmerz erlitt. Zwar hätte meine Macht meinem Körper jeden Schmerz ersparen können, aber welches Verdienst hätte ich dann in euren Augen gehabt? Welches für den Menschen begreifbare Vorbild hätte Ich hinterlassen, wenn Ich von meiner Macht Gebrauch gemacht hätte, um Mir den Schmerz zu ersparen? Es war nötig, Mich in jenen Augenblicken meiner Macht zu entäußern, die göttliche Kraft zurückzuweisen, um den Schmerz des Fleisches, die Trauer angesichts der Undankbarkeit, die Einsamkeit, den Todeskampf und den Tod zu fühlen und zu erleben.

    59.  Daher baten die Lippen Jesu in der Todesstunde um Hilfe, da sein Schmerz echt war. Aber es war nicht nur der physische Schmerz, der den fiebernden und erschöpften Körper Jesu überwältigte ─ es war auch das geistige Empfinden eines Gottes, der mittels jenes Körpers geschunden und zum Gespött gemacht wurde von seinen blinden, undankbaren und hochmütigen Kindern, für die er jenes Blut vergoss.

    60.  Jesus war stark durch den Geist, der ihn belebte, welches der Göttliche Geist war, und Er hätte gegenüber dem Schmerz unempfindlich sein können und gegenüber den Angriffen seiner Verfolger unbesiegbar; aber es war notwendig, dass er Tränen vergoss, dass er fühlte, dass er immer wieder vor den Augen der Menge zu Boden stürzte, dass die Kräfte seines Körpers erschöpft waren und dass er sterben sollte, nachdem sein Körper den letzten Tropfen Blut verloren hatte.

    61.  So wurde meine Mission auf Erden erfüllt; so endete das Dasein Jenes auf der Welt, den das Volk wenige Tage zuvor zum König ausgerufen hatte, als Er in Jerusalem einzog.

    62.  Diejenigen, die Mich empfangen hatten, waren dieselben, die Mich zur Schädelstätte begleiteten, und viele, die gesungen hatten: „Hosianna! Hosianna!“ schrien später: „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“ Aber viele, die Mich in ihr mit Liebe und mit Glauben zubereitetes Herz aufnahmen, folgten Mir auch treu bis zum letzten Augenblick nach und ließen ihre Tränen auf die Blutspur fallen, die der Meister hinterließ.

    63.  Für die, die Mich durch das Licht ihres Geistes sahen, war Ich der menschgewordene Gott Selbst. Für jene, die Mich nur durch ihre Sinne sahen, war Ich nicht die Wahrheit, da sie mein Tod als Mensch verwirrte und sie sich betrogen fühlen. Diese waren es, die sich lustig machten, die sich Betrogene nannten in Erinnerung an die Nachdrücklichkeit, mit der Jesus ihnen ein Reich voller Freuden verhieß. Doch nun, da sie Ihn unter der Last des Kreuzes gebeugt und danach an ein schmachvolles Kreuz genagelt sahen, konnten sie nur noch lachen und hinausschreien, dass Jesus ein falscher Prophet war, der nicht zu leben verdiente.

    64.  Es waren arme unwissende Verstandesmenschen, arme vermaterialisierte Geistwesen, die sich in ihren eigenen Mutmaßungen verfingen: „Wenn er der Sohn Gottes ist ─ warum ist er dann nicht aus den Händen seiner Unterdrücker und Henker gerettet worden? Wenn in seiner Stimme und in seiner Rechten die Macht ist ─ warum klagte er dann am Kreuz, dass er verlassen worden sei? Wenn er das Leben ist, der Tote auferweckte ─ warum starb er dann unter den Händen bedeutungsloser Menschen?“

    65.  Es war noch nicht an der Zeit, dass das Licht die Geistwesen jener Geschöpfe erreichte. Sie mussten weiterhin auf den Wegen des Lebens wandern, um die göttliche Wahrheit meines Schmerzes und meines Todes verstehen zu lernen. Diejenigen dagegen, die Mich mit dem Geist liebten, hatten nicht einen Augenblick von Be­stürzung oder Zweifel, und je mehr sie ihren Herrn leiden sahen, desto größer war ihre Bewunderung angesichts jener Beweise unendlicher Liebe, vollkommenster Gerechtigkeit und Weisheit.

    66.  Selbst der Räuber Dimas, von dem alle gesagt hätten, dass er ein Herz voller Finsternis besäße ─ unfähig, auch nur ein Atom meiner Wahrheit zu entdecken, vermochte meine Göttlichkeit zu erkennen, gerade dort, wo andere sie nicht mehr erkannten: am Kreuz. Er vermochte mein Licht zu erkennen, er konnte meine Liebe entdecken, er sah die Demut Jesu und die Blindheit der Welt, und da er auf Erden viel gelitten hatte, verurteilt worden war und das Blutgerüst kennengelernt hatte, verstand er Mich und sagte er sich in seinem Herzen: „Es ist richtig, dass ich als Räuber und Übeltäter an einem Kreuz sterbe. Aber warum reicht ihr diesen Kelch dem Meister ─ diesem Menschen, von dem ihr nur Wohltaten empfangen habt?“ Und als er die Geduld und die Demut sah, mit welcher der gerechte Jesus mit dem Tod rang, konnte er sich nicht zurückhalten und rief aus: „Herr, gedenke meiner, wenn Du in deinem Reich bist!“

    67.  Ja, lieber Dimas, du warst mit Mir im Paradies des Lichts und des geistigen Friedens, wohin Ich deinen Geist als Belohnung für deinen Glauben trug. Wer hätte denen, die daran zweifelten, dass in Jesus ─ sterbend und blutend, wie Er war ─ ein Gott wohnte, wohl sagen können, dass sich im Räuber, der zu seiner Rechten im Todeskampf lag, ein Lichtgeist verbarg? Die Zeit verging, und als die Ruhe sich wieder einstellte, drangen viele von denen, die Mich abgelehnt und verspottet hatten, in das Licht meiner Wahrheit ein, weshalb ihre Reue groß und ihre Liebe in meiner Nachfolge unzerstörbar war.

    68.  Ich habe der Welt vom Kreuz herab das Buch des Lebens und der geistigen Weisheit vermacht ─ ein Buch, das im Lauf der Jahrhunderte, der Zeitalter und Epochen von den Menschen gedeutet und verstanden werden sollte. Daher sagte Ich zu der vom Schmerz erschütterten Maria zu Füßen des Kreuzes: „Frau, dies ist Dein Sohn“, wobei Ich mit dem Blick auf Johannes zeigte, der in diesem Augenblick die Menschheit verkörperte ― jedoch die in einen guten Jünger Christi verwandelte Menschheit, die vergeistigte Menschheit.

    69.  Auch an Johannes wandte Ich Mich mit den Worten: „Sohn, dies ist Deine Mutter“ ─ Worte, die Ich euch nun erläutern werde.

    70.  Maria verkörperte die Reinheit, den Gehorsam, den Glauben, das Zartgefühl und die Demut. Jede dieser Tugenden ist eine Sprosse der Leiter, auf der Ich zur Welt herabkam, um im Schoß jener heiligen und reinen Frau Mensch zu werden.

    71.  Jenes Zartgefühl, jene Reinheit und Liebe sind der göttliche Schoß, in welchem der Same des Lebens befruchtet wird.

    72.  Jene Leiter, auf der Ich zu euch herabstieg, um Mensch zu werden und bei meinen Kindern zu wohnen, ist die gleiche wie jene, die Ich euch anbiete, damit ihr auf ihr zu Mir emporsteigt, indem ihr euch von Menschen in Lichtgeister verwandelt.

    73.  Maria ist die Leiter, Maria ist der mütterliche Schoß. Wendet euch ihr zu, und ihr werdet Mich finden.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 321

    1.  Seid gesegnet, Jünger, weil ihr euren guten Willen einsetzt, um mein Wort auszulegen. So werdet ihr die Gaben entfalten können, die ihr habt, und sie zum Wohl eurer Geschwister anwenden können.

    2.  Ihr seid nun in der Zeit, in der die Menschen Beunruhigung über das Ewige, über jenes Leben fühlen, das jenseits der flüchtigen menschlichen Existenz ist. Doch ihr, die ihr in dieser Zeit meine Jünger gewesen seid, sollt euch immer bewusst sein, dass der Schlüssel, der die Tür zur geistigen Weisheit öffnet, die Liebe ist.

    3.  Ich habe euch während der ganzen Zeit meiner Unterweisungen erklärt, wie dieses Leben auf der Erde dem Geist als Schule, Erfahrung, Prüfstein und zur Entfaltung dient, aber dass er das höchste Wissen über das Geistige Leben erst erlangen wird, wenn er einmal die Körpermaterie verlassen hat und sich im unendlichen Tal befindet, jenseits des Materiellen.

    4.  Bewundert die Schlichtheit meiner Lehre, die auf jede Tätigkeit, auf jedes Gebiet angewendet werden kann, weil ihr Licht das ganze Universum erhellt und belebt. Wenn sich ihre Essenz auf euer Verstandesvermögen ergießt, offenbart sie den Menschen die Art und Weise, sich zu bessern, bis sie die geistige Vollkommenheit erreichen. Diese Essenz ist das Gute, das in eurem Gott als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration in eurem Leben vorhanden ist.

    5.  Meine Lehre ist einfach und daher im Fassungsbereich des menschlichen Geschöpfes, für alle verständlich, da ihr alle Geist besitzt. Wo Kompliziertes, Mystifizierung oder Materialismus eine Rolle spielt, ist nicht meine Wahrheit, welche Licht ist.

    6.  Strebt nach Einfachheit, liebt die Demut, dann werden die Geheimnisse sowie die undurchdringlichsten Mysterien eurem Verstandesvermögen wie die Seiten eines Buches erscheinen, das seinen ganzen Inhalt klar darlegt. Wenn Ich zu euch von Mysterien und Geheimnissen spreche, die die Menschen nicht aufklären konnten oder wollten, nehme Ich Bezug auf all das, was Ich für die Erkenntnis meiner Kinder in meiner geheimen Schatzkammer bereithalte. Ich spreche nicht von dem, was ihr niemals erfahren werdet, weil es allein eurem Vater vorbehalten ist.

    7.  In der Zweiten Zeit gab Ich euch eine Lehre, durch die Ich den Menschen begreiflich machte, dass sie nicht nur aus Körpermaterie bestehen, sondern dass in jedem von ihnen ein Wesen wohnt, dessen Leben höher als das menschliche ist, und dessen Wohnstätte nicht für immer auf dieser Welt ist, sondern in einem unendlich höheren Reich als dem der Erde. Jene Lehre, obwohl tiefgehend bis in die Ewigkeit, wurde dennoch in schlichter und einfacher Form ausgedrückt, damit alle Menschen sie verstünden, da alle ein Recht darauf hatten, sie kennenzulernen.

    8.  Diese Lehre war die Vorbereitung darauf, dass die Menschheit sich in dieser Dritten Zeit ganz auf das geistige Gebiet begeben würde. Denn heute, da Ich meine Stimme erneut vermenschliche, um Mich den Menschen hörbar zu machen, bin Ich zu ihnen gekommen, um jene Lektion zu erweitern, sie zu entfalten und sie zu erläutern, weil Ich sehe, dass diese Menschheit nun fähig ist, den Sinngehalt all dessen zu verstehen, was anfangs wie eine Verheißung war.

    9.  Ich werde alle Menschen und alle Völker um meine neue Botschaft scharen, werde sie rufen wie der Hirte seine Schafe und werde ihnen den Frieden eines Stalles verschaffen, wo sie vor rauem Wetter und Stürmen Zuflucht finden.

    10.  Ihr werdet noch erleben, wie viele, obwohl sie scheinbar nicht die geringste Spur von Glauben oder Vergeistigung haben, im Reinsten ihres Geistes die unsterblichen Prinzipien des Geistigen Lebens bewahrt haben ─ werdet noch sehen, wie viele von denen, die für euch den Anschein erwecken, als ob sie keinerlei Gottesverehrung hätten, im Innersten ihres Wesens einen unzerstörbaren Altar in sich tragen.

    11.  Vor diesem inneren Altar werden die Menschen geistig niederknien müssen, um über ihre Verfehlungen, ihre bösen Werke und ihre Beleidigungen zu weinen, in aufrichtiger Reue über ihren Ungehorsam. Dort, vor dem Altar des Gewissens, wird der menschliche Hochmut zusammenbrechen, so dass die Menschen sich nicht mehr aufgrund ihrer Rassen für überlegen halten. Dann werden die Verzichtleistungen, die Wiedergutmachung und schließlich der Friede kommen als gesetzmäßige Frucht der Liebe und der Demut, des Glaubens und des guten Willens.

    12.  Jene Menschen, die derzeit nur ehrgeiziges Streben nach Macht und irdischen Herrlichkeiten nähren, wissen, dass ihr mächtigster Gegner die Spiritualität ist, deshalb bekämpfen sie sie. Und da sie den Kampf, der bereits näher rückt ─ die Schlacht des Geistes gegen das Böse ─ vorausfühlen, fürchten sie, ihre Besitztümer zu verlieren, und widersetzen sich daher dem Licht, das sie in Form von Inspiration fortwährend überrascht.

    13.  Wer ─ glaubt ihr ─ ist am Ende der Sieger: der Geist oder das Fleisch? Sicherlich wird der Geist siegen, der, nachdem er Sklave der Welt gewesen ist, nun die Leidenschaften des Fleisches beherrschen wird. Es wird die Zeit sein, in der ihr „Gott das geben werdet, was Gottes ist, und der Welt, was der Welt ist.“

    14.  Mit prophetischem Wort sage Ich euch an diesem Tag, dass die Zeit naht, in der alle Völker der Erde geistig in Einklang kommen werden. Wer von euch wird imstande sein, dieses Werk zu vollbringen? Welches Menschenwesen wird die Kraft und das Licht haben, meine Prophetie Wirklichkeit werden zu lassen? Keines, geliebtes Volk, es gibt keinen Menschen, der fähig wäre, in den Finsternissen, die euch umgeben, das Licht zu entzünden. Wie immer werde Ich es sein, der die Schatten vertreibt, der das Unwetter besänftigt und euch alle um meinen Tisch der Liebe vereint sein lässt als wahre Geschwister, als Kinder eines einzigen Vaters, die ihr seid. Dennoch werde Ich nicht allein sein im Kampf, dieses Volk wird mit Mir zusammenarbeiten, diese Jünger werden meine Dolmetscher gegenüber der Menschheit sein. Sie werden meine treuen Zeugen gegenüber den Auskundschaftern sein, sie werden die Werkzeuge sein, derer Ich Mich bediene, um der Welt Beweise meiner Macht, meiner Liebe, meiner Gegenwart zu geben.

    15.  Niemals werdet ihr die ganze Last meines Kreuzes tragen ─ sage Ich euch noch einmal. Aber der Teil, den zu tragen euch zukommt ─ wie heikel wird er sein! Eure Verantwortung wird groß sein.

    16.  Der Kampf wird heftig werden, aber immer wird er durch günstige Ereignisse erleichtert werden, die der Beweis dafür sein werden, dass Ich mit euch bin. Sie werden wie meine Stimme sein, die zu eurem Herzen spricht.

    17.  Wie wird sich euer Geist über jedes Volk freuen, das nach und nach zum Licht des neuen Tages erwacht, zum Licht der Dritten Zeit, in dem alle Menschen sich vereinigen werden, um als Huldigung für euren Gott den geistigen Tempel zu errichten, das innere Heiligtum, in dem die unauslöschliche Flamme des Glaubens und der Liebe strahlen wird.

    18.  Derzeit fühlt ihr euch dem Frieden, der Harmonie, der Geschwisterlichkeit noch sehr fern, und ihr habt Grund dazu. Denn bei jedem Menschen sind die Vorstellungen über Gott, über das Leben, über die Wahrheit so unterschiedlich, dass der Eindruck entsteht, als ob es viele Götter gäbe und für jeden Menschen ein eigener Gott existieren würde.

    19.  Habt ihr nicht wenigstens in der Natur, die euch umgibt, beobachtet, wie alles einem einzigen Prinzip gehorcht, wie alles ein- und demselben Auftrag folgt, und alles in einem einzigen Gesetz harmoniert?

    20.  Wenn es verschiedene Aufträge gäbe, wenn ihr andere Gesetze entdeckt hättet als jene, die Ich euch offenbart habe, und jemand anderen als Mich, so hättet ihr einen Grund dafür, dass es in euren Glaubensüberzeugungen, in euren Anbetungsformen, Vorstellungen und Lebensweisen Unterschiede gäbe. Doch Ich sage euch nochmals, dass es nur ein Licht ist, das aus der Ewigkeit auf das Firmament eures menschlichen und geistigen Lebens herabgestrahlt hat.

    21.  Für keinen Menschen wird es ein Opfer sein, sich zu dieser Lehre zu bekehren, noch wird er sich den Kopf zerbrechen müssen, noch wird er all das Gute, Wahre oder Gerechte ablehnen müssen, was er in seinem Herzen trägt.

    22.  Das einzige, was mein Werk bezweckt, ist die Vergeistigung aller Menschen, denn in der Vergeistigung werden sie eins werden und einander verstehen. In der Vergeistigung werden sie die Namen, die äußeren Formen ihrer Religionen verschwinden sehen, welche die Ursache für ihre geistige Getrenntheit gewesen sind, da jede ihrenGott auf andere Weise gedeutet hat.

    23.  Sobald sich alle auf ihren unterschiedlichen Wegen der Vergeistigung annähern, werden sie begreifen, dass das einzige, was ihnen fehlte, darin bestand, sich von ihrem Materialismus zu befreien, um geistig deuten zu können, was sie immer in materiellem Sinn aufgefasst hatten.

    24.  So wird jener, der vor einem Bildnis niederkniete, um in ihm meine Gegenwart zu erkennen, Mich danach in seinem Geist zu fühlen verstehen, ohne das Bedürfnis, irgendeine Gestalt zu schaffen, um Mich durch sie darzustellen.

    25.  Wer lange Wallfahrten gemacht hat, um an einen Ort zu gelangen, von dem man ihm gesagt hatte, dass Ich dort sei, und dass er dort gesund werden könnte, der wird lernen, dass es nicht nötig ist, sich von einem Punkt der Erde zu einem anderen zu begeben, um Mich zu finden; da der Mensch Mich durch die göttliche Gabe des Gebets ungeachtet des Ortes in jedem Augenblick seines Lebens finden kann.

    26.  Dann werden die Menschen sich selbst durch aufrichtige Reue läutern und von Geist zu Geist mit meiner Göttlichkeit ihre Sünden bekennen, wobei sie ihr Gewissen in jenen geistigen Akt einbeziehen.

    27.  Es wird geistigerweise kein anderes Brot noch einen anderen Wein geben als die Essenz meines Wortes ─ eine Essenz, von der sich die Menschen nähren werden, um in der Liebe, in der Rechtschaffenheit, in der Gerechtigkeit, in der Barmherzigkeit zu erstarken.

    28.  Und jene, die ihr Leben dem Studium der Schriften vergangener Zeiten widmen, und sich aufgrund unterschiedlicher Auslegungen dieser Worte in Sekten und Gemeinden aufgespaltet haben, werden einander ebenfalls in der Vergeistigung näherkommen; denn die Erhebung, die sie beim Ergründen und Auslegen (derselben) haben werden, wird den einen wie den anderen die wahre Essenz offenbaren, die sie nie entdeckt hatten, weil sie der göttlichen Offenbarung immer einen menschlichen und irdischen Sinn gegeben hatten.

    29.  Vergeistigung ist alles, was Ich in dieser Zeit von den Menschen verlange, und im Rahmen des Erlaubten werden sie ihre höchsten Ideale erfüllt und ihre schwersten Konflikte gelöst sehen.

    30.  In dieser Zeit der Verwirrung wird mein Wort auf der Welt wie ein Rettungsboot erscheinen. Die Menschen werden sich zu einem neuen Leben voller Licht, Frieden und Geschwisterlichkeit erheben können.

    31.  Schon bald wird die Menschheit die Friedenstaube über die Nationen hinwegfliegen sehen, die in ihrem Schnabel den symbolischen Olivenzweig trägt.

    32.  Mein Strahl ist zu euch herabgekommen, und obwohl ihr ihn nicht materiell sichtbar wahrnehmen könnt, fühlt euer Geist doch die Gegenwart meines Lichts, das euch erleuchtet.

    33.  Ihr werdet nun in eurem Wesen etwas mehr als die Organe eures Körpers entdecken, und dies werden die Gaben, Fähigkeiten, Kräfte und Eigenschaften des Geistes sein, die viele Jahrhunderte lang im Menschen geschlummert haben. Ihr werdet dabei weder Substanz noch eine Form entdecken, weshalb Ich euch sage, dass es nicht eure Wissenschaft sein wird, die dieses Geheimnis entdeckt.

    34.  Bisher hat für euch nur das existiert, was ihr mit dem Verstand entdeckt und mit den Sinnen betastet habt. Aber der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr begreift, dass die wahren Werte im Geistigen liegen, in jenem Leben, das ihr nicht kennenlernen wolltet. Dann wird euer Dasein durch ein neues Licht erhellt werden, das euch die größten Geheimnisse und die schönsten Lehren offenbaren wird. Ich werde euch segnen, denn endlich werdet ihr mit eurem Vater bei der Entfaltung des Lebens und der Entwicklung eures Geistes zusammenarbeiten.

    35.  Derzeit befindet ihr euch in einem Stillstand, ohne euch dessen bewusst werden zu können, ohne das Ende eines Zeitabschnitts und den Beginn eines anderen zu bemerken, ohne den Sinn eurer Prüfungen zu entdecken, und ohne dass ihr die göttlichen Zeichen zu beseitigen vermögt, die Ich euch auf Schritt und Tritt gebe.

    36.  Ihr wisst nicht, ob ihr innerhalb oder außerhalb von Mir seid, auch nicht, ob ihr für das Geistige Leben lebendig oder tot seid, denn noch immer sind eure Empfindungen in eurem Wesen eingeschlafen.

    37.  Wahrlich, Ich sage euch, nur meine Stimme kann euch aufwecken, nur mein Ruf kann euch auferwecken, und dafür bin Ich voll Erbarmen gekommen, um euch zu retten. Schon nähert sich mein Licht einem jeden Herzen, schon dringt es unmerklich in euer Auffassungsvermögen ein, so wie ein Dieb in tiefer Nacht in ein Schlafzimmer eindringt: Auf Zehenspitzen, ohne das geringste Geräusch zu machen.

    38.  Wenn meine Stimme sich in geistiger Weise in der Menschheit vernehmen lässt, werden die Menschen etwas schwingen fühlen, das immer in ihnen gewesen ist, obschon es sich nicht in Freiheit äußern konnte. Es wird der Geist sein, der ─ durch die Stimme seines Herrn ermutigt ─ sich aufrichtet und auf meinen Ruf antwortet.

    39.  Dann wird ein neues Zeitalter auf Erden beginnen, denn ihr werdet das Leben nicht mehr von unten aus betrachten, sondern es von den Höhen eurer geistigen Erhebung aus schauen, erkennen und genießen.

    40.  Erkennt, dass meine Liebe nicht wartet, bis ihr von selbst erwacht, sondern dass sie euch zu Hilfe kommt, um euch aus dem tiefen Schlaf des Materialismus aufzurichten.

    41.  Ich sehe euch klein, und Ich will, dass ihr groß seid, dass ihr mit euren Fähigkeiten, eurer Intelligenz und euren Sinnen alles in euch aufnehmt, was mit meiner Zustimmung euer sein soll.

    42.  Lasst zu, dass die Intuition erwacht, dass die Empfindsamkeit für das Geistige einsetzt, dass eure Inspiration aktiv zu werden beginnt, dass sich euer Herz von Sünden reinigt, dass sich euer Verstand klärt.

    43.  Bemüht euch um eure gegenseitige Anerkennung, wirkt dahingehend, dass ihr alle miteinander im Einklang seid. Bekämpft jene ständige Feindseligkeit, in der ihr auf der Erde gelebt habt, bis ihr sie ausgerottet habt. Sorgt dafür, dass das Gute auf der Welt zur Geltung kommt, dass euer Leben durch die Befolgung meiner Lehre veredelt wird, aus welcher das Gesetz der Liebe und der Gerechtigkeit entspringt. Dann werdet ihr euch für die alleredelste Sache eingesetzt haben, und euer Geist wird Mir näher gekommen sein.

    44.  Die Vernichtung des Bösen, das ihr in eurer Welt verewigen wolltet und das, auch wenn ihr es nicht glaubt, viele zu ihrem Gott gemacht haben, da sie ihm all ihre Kräfte und Gedanken ihres Wesens widmen, muss euer Ziel sein, indem ihr gegen es kämpft, inspiriert von der Idee, es auszurotten und aus eurem Leben zu verbannen.

    45.  Für diesen gesegneten Kampf sollt ihr einen Vorrat an Glauben, Willen, Mut, Kraft, Geduld und Beharrlichkeit schaffen.

    46.  Auch in diesem Kampf werdet ihr nicht allein sein. Ich werde meine Kraft in euren Arm legen, und mein Licht in eure Intelligenz. Ich werde aus jedem eurer Werke Wundertaten machen, wenn sie von Barmherzigkeit und Liebe inspiriert sind.

    47.  Nehmt diese Lektion und bewahrt sie in eurem Herzen. Setzt euren ganzen Willen zugunsten des Verlangens ein, euch besser kennenzulernen. Wie? Indem ihr versucht, euren Geist in seinen Gaben, Fähigkeiten, Aufgaben, Wiedergutmachungen und allem, was er als euer Erbe in sich birgt, zu entdecken.

    48.  Seid nicht entmutigt, wenn ihr die Tage verstreichen seht, ohne irgendetwas davon in euch zu entdecken. Betet und meditiert, handelt gemäß meinen Beispielen und Lektionen, und wenn ihr es am wenigsten denkt, wird sich irgendeine Gabe eures Geistes durch eure Werke offenbaren.

    49.  Macht eure Augen auf und verfeinert eure Sinne, damit ihr jene unsichtbare Welt wahrnehmt, die um euch lebt und webt. Ihr habt euch darauf versteift, jenes Geistige Leben nicht zur Kenntnis zu nehmen, das sich unaufhörlich innerhalb, außerhalb und über euch regt, ohne euch vorstellen zu können, dass ihr so eng mit ihm verbunden seid, wie ihr es mit der Luft seid, die ihr atmet.

    50.  Der Grund dafür ist, dass ihr euch allzu sehr für die irdische Wissenschaft interessiert habt und die geistige Weisheit vergessen habt.

    51.  Ihr wisst, dass man, um in den unendlichen Ozean des Geistigen Lebens vorzudringen, Willensstärke, Güte, Glauben und Liebe zu Gott haben muss, und dies erscheint euch schwierig und schwer erfüllbar, weshalb ihr immer die menschlichen Wissenschaften bevorzugt, die eurer Meinung nach nicht jene Reinheit und Erhebung erfordern, die das Studium des Geistigen verlangt.

    52.  Wenn ihr erfahren würdet, dass es kein Werk von euch gibt, auf das nicht irgendein Geistwesen Einfluss hat, würde euch dies unbegreiflich erscheinen, und doch ist es so.

    53.  Jenseits eures menschlichen Lebens existiert eine Welt von Geistwesen, eure Geschwister, für den Menschen unsichtbare Wesen, die untereinander kämpfen, um euch zu erobern.

    54.  Jener Kampf hat seinen Grund in der Unterschiedlichkeit der Entwicklung, in der die einen und die anderen sich befinden. Während die Wesen des Lichts, getragen vom Ideal der Liebe, der Harmonie, des Friedens und der Vervollkommnung, den Weg der Menschheit mit Licht bestreuen, ihr immer das Gute inspirieren und ihr all das offenbaren, was zum Wohl der Menschen ist, besäen die Wesen, die noch immer am Materialismus der Erde festhalten, die sich nicht von ihrer Selbstsucht und ihrer Liebe zur Welt zu lösen vermochten oder die auf unbestimmte Zeit menschliche Süchte und Neigungen nähren, den Weg der Menschheit mit Verwirrungen, indem sie den Verstand verdunkeln, die Herzen blind machen, den Willen versklaven, um sich der Menschen zu bedienen und sie zu Werkzeugen ihrerPläne zu machen, oder um sie zu besetzen, als ob sie ihre eigenen Körper wären.

    55.  Während die Geistige Welt des Lichts den Geist der Menschheit zu gewinnen sucht, um ihm eine Bresche zur Ewigkeit hin zu öffnen; während jene gesegneten Heerscharen sich unablässig abmühen, sich in Liebe vermehren, zu Krankenpflegern am Schmerzenslager werden, zu Ratgebern an der Seite des Menschen, der die Last einer großen Verantwortung trägt, zu Beratern der Jugend, zu Beschützern der Kinder, zu Gefährten derer werden, die vergessen und allein leben, wirken die Legionen von Wesen ohne das Licht der geistigen Weisheit und ohne das erhebende Gefühl der Liebe gleichfalls unablässig unter der Menschheit. Aber ihr Ziel ist es nicht, euch den Weg zum Geistigen Reich zu erleichtern ─ nein; die Absicht dieser Wesen ist völlig entgegengesetzt, ihr Bestreben ist es, die Welt zu beherrschen, weiterhin die Herren derselben zu sein, sich auf der Erde zu verewigen, die Menschen zu beherrschen und sie zu Sklaven und Werkzeugen ihres Willens zu machen ─ mit einem Wort: Sich nicht das wegnehmen zu lassen, was sie immer als das ihre betrachteten: die Welt.

    56.  Also, Jünger: Unter den einen und den anderen Wesen wogt ein heftiger Kampf ─ ein Kampf, den eure körperlichen Augen nicht sehen, dessen Widerspiegelungen sich jedoch Tag für Tag in eurer Welt fühlbar machen.

    57.  Damit die Menschheit sich verteidigen und von den schlechten Einflüssen befreien kann, benötigt sie Kenntnis von derWahrheit, die sie umgibt, muss sie lernen, mit dem Geist zu beten, und muss auch wissen, mit welchen Fähigkeiten ihr Wesen ausgestattet ist, um sie in dieser großen Schlacht des Guten gegen das Böse, des Lichts gegen die Finsternis, der Vergeistigung gegen den Materialismus als Waffen gebrauchen zu können.

    58.  Gerade die Geistige Welt des Lichts wirkt und kämpft und bereitet alles vor, damit die Welt sich eines Tages auf den Weg zur Vergeistigung macht.

    59.  Denkt über all dies nach, und ihr werdet euch die Heftigkeit dieses Kampfes eurer geistigen Geschwister vorstellen können, die sich um die Rettung der Menschen bemühen ─ ein Kampf, der für sie ein Kelch ist, mit dem ihr ihnen fortwährend die Galle der Undankbarkeit zu trinken gebt, da ihr euch darauf beschränkt, von ihnen all das Gute zu empfangen, das sie euch bescheren, aber ohne euch jemals an ihre Seite zu stellen, um ihnen in ihrem Kampf beizustehen.

    60.  Nur wenige sind es, die sich ihnen anzuschließen verstehen, wenige sind es, die für ihre Inspirationen empfänglich sind und ihre Hinweise befolgen. Aber wie stark gehen diese durch das Leben, wie beschützt fühlen sie sich, welche Wonnen und Inspirationen beflügeln ihren Geist!

    61.  Die Mehrheit der Menschen ist zwischen den beiden Einflüssen hin- und hergerissen, ohne sich für einen zu entscheiden, ohne sich völlig dem Materialismus zu verschreiben, aber auch ohne sich anzustrengen, um sich von ihm zu befreien und ihr Leben zu vergeistigen, das heißt, um es durch das Gute, durch Wissen und geistige Kraft zu erheben. Diese liegen noch ganz im Kampf mit sich selbst.

    62.  Jene, die sich ganz dem Materialismus verschrieben haben und nicht mehr auf die Stimme des Gewissens achten, die alles missachten, was sich auf ihren Geist bezieht, kämpfen nicht mehr, sie sind im Kampf bezwungen worden. Sie glauben gesiegt zu haben, glauben frei zu sein und merken nicht, dass sie Gefangene sind und dass es nötig sein wird, dass die Legionen des Lichts zur Finsternis herabkommen, um sie zu befreien.

    63.  Diese Botschaft des Lichts sende Ich allen Völkern der Erde, damit die Menschen erwachen, damit sie sich bewusst werden, wer der Feind ist, den sie bekämpfen müssen, bis sie ihn besiegt haben, und welche Waffen sie, ohne es zu wissen, mit sich führen.

    64.  Wahrlich, Ich sage euch, wenn Ich in dieser Zeit als Mensch gekommen wäre, hätten eure Augen meine Wunden noch frisch und blutend sehen müssen, weil die Sünde der Menschen nicht aufgehört hat und sie sich auch nicht erlösen wollten im Gedenken an jenes Blut, das von Mir auf Golgatha vergossen wurde und das ein Beweis meiner Liebe zur Menschheit war. Aber Ich bin im Geist gekommen, um euch die Schande zu ersparen, das Werk derer zu betrachten, die Mich auf Erden richteten und verurteilten.

    65.  Alles ist vergeben; aber in jedem Geist existiert etwas von dem, was Ich für alle am Kreuz vergoss. Glaubt nicht, dass jene Lebenskraft und jenes Blut sich auflösten oder verlorengingen. Sie verkörperten das Geistige Leben, das Ich von jenem Augenblick an auf alle Menschen verströmte. Durch jenes Blut, das mein Wort besiegelte und alles bekräftigte, was Ich auf Erden gesprochen und getan hatte, werden sich die Menschen im Verlangen nach Erneuerung ihres Geistes aufmachen.

    66.  Mein Wort, meine Werke und mein Blut waren nicht und werden nicht vergeblich sein. Wenn es euch bisweilen so vorkommt, dass man meinen Namen und mein Wort fast vergessen hat, werdet ihr bald miterleben, wie sie aufs Neue voller Lebenssaft, Leben und Reinheit in Erscheinung treten, als ein Same, der, obwohl er unablässig bekämpft wird, niemals vergeht.

    67.  Auch mein Wort und meine Manifestationen in dieser Zeit werden nicht vergehen. Es wird zwar Zeitpunkte geben, in denen der Eindruck entsteht, dass all dies zu Ende ist, ohne eine Fährte oder Spuren auf der Welt zu hinterlassen. Doch plötzlich, wenn ihr es am wenigsten denkt, wird die Lehre der Vergeistigung, die Ich euch gelehrt habe, mit ebenso großer oder noch größerer Macht wiederauferstehen.

    68.  Mein geduldiges Wirken mittels eures Verstandesvermögens wird nicht vergeblich sein, da Ich so, wie Ich seinerzeit mein Leben durch jenes Blut symbolisch vergoss, um euch die Liebe zu lehren, Ich jetzt meinen Geist auf euch ergieße, um euch den Weg der Erhebung bis in die Ewigkeit zu öffnen. Wenn jedoch mein Blut nicht unfruchtbar gewesen ist, wird es noch weniger das Licht meines Geistes sein.

    69.  Jetzt könnt ihr die Tragweite des Wortes, das ihr derzeit vernehmt, noch nicht ermessen. Aber euer Lichtgeist, der seinen Ursprung in der Ewigkeit hat, wird die Wahrheit und die Erfüllung all dessen, was Ich der Welt in dieser Dritten Zeit durch ungebildete und unreine Stimmträger und der Geistigen Lichtwelt offenbart habe, miterleben können.

    70.  Manchmal fragt ihr euch bei euren Betrachtungen, wie die Geistwesen im Raum wohl vorgehen, um sich von einem Punkt zum anderen zu versetzen, wenn man im gleichen Augenblick in verschiedenen Teilen der Erde nach ihnen verlangt. Eure Vorstellungskraft lässt sie euch dann unablässig, schnell wie das Licht, von einem Punkt zum anderen und von einem Ende der Welt zum anderen fliegen.

    71.  Ihr denkt: Wie schwer und schwierig ist ihre Aufgabe! Ihr sagt: „Wie leidvoll ist ihre Wiedergutmachung!“

    72.  Ich muss euch sagen, dass jene Mission nicht so ist, wie sie sich euer Verstand vorgestellt hat. Jene Wesen haben, wenn sie die notwendige Entwicklungshöhe erreicht haben, um die Aufgabe von Führern, Beschützern, Beratern und Wohltätern zu erhalten, eine so weite Ausstrahlung, dass sie sich nicht von einem Ort zum anderen versetzen müssen; da sie von dort aus, wo sie sind, auf ihre Geschwister, die sie benötigen, einwirken können. Von dort aus können sie sehen, vernehmen, fühlen und die Werke vollbringen, die zu ihrem Auftrag gehören.

    73.  Die Entfernungen verschwinden für den hochstehenden Geist aufgrund seiner Weisheit und Liebe, und sein Wirkungsbereich entspricht der Erhebung, die er erreicht hat.

    74.  Nun könntet ihr jedoch denken, dass ein Geist ohne irgendeine Erhebung es gewiss nötig hat, sich zu versetzen, um Entfernungen zu überwinden, da seine wertvollsten Eigenschaften nicht entfaltet wurden.

    75.  Versucht euch auch nicht den Ort vorzustellen, wo sich jenes Wesen aufhält, an welches ihr euch erinnert. Denn es ist weder nahe, noch ist es ferne, ebenso wie Ich, der euch weder ferne noch nahe bin, da Ich in allem und überall gegenwärtig bin.

    76.  Die einzige Entfernung, die zwischen euch und Gott oder zwischen euch und einem Geistwesen existiert, ist nicht eine materielle Entfernung, sondern eine geistige, verursacht durch euren Mangel an Vorbereitung, an Reinheit oder Bereitschaft, die Inspiration und den geistigen Einfluss zu empfangen.

    77.  Stellt niemals jene Entfernung zwischen euch und euren Meister oder zwischen euch und die Geistige Welt, dann werdet ihr euch immer der Wohltaten erfreuen, die meine Liebe über jene ausschüttet, die sie zu suchen verstehen. Immer werdet ihr das Gefühl haben, dass die Geistige Welt dem Herzen derer nahe ist, die sich vorbereiten, um sie zu fühlen.

    78.  Wie groß ist die Entfernung, die die Menschheit dieser Zeit zwischen sich und das Geistige Leben stellt! Sie ist so groß, dass die Menschen von heute Gott deshalb unendlich fern von sich fühlen und das Himmelreich für fern und unerreichbar halten.

    79.  Je mehr Zeit vergeht, desto ferner fühlen sich die Menschen dem Geistigen Reich. Sie verlieren die gesegnete Vorstellung, es einmal zu bewohnen, und wenn sie sterben und zulassen, dass der Geist sich vom Fleisch trennt, haben sie nur die Eindrücke vom Irdischen, der sie jede Vorstellung vom Geistigen verlieren lassen.

    80.  Meine Liebesbotschaft in dieser Zeit löscht Entfernungen aus, beseitigt Irrtümer, löst Finsternisse auf und bewirkt, dass der Geist des Menschen, der bereits im unendlichen geistigen Gefilde gelebt hat, betend und meditierend zu seinem Ursprung zurückkehrt, seine Essenz entdeckt und sie dem Menschen, dem Verstand und dem Herzen des Wesens offenbart, das ihm als Werkzeug anvertraut worden ist, um auf der Erde eine Aufgabe zu erfüllen.

    81.  Ihr seht, dass ein Augenblick geistiger Erleuchtung genügt, damit diese dem Anschein nach so große Entfernung verschwindet und bewirkt, dass ihr all die Freude erlebt, derer ihr euch so lange Zeit hindurch beraubt habt, während ihr Mich für fern hieltet.

    82.  Heute seid ihr befähigter für eure Umwandlung, obwohl sie euch schwierig erscheint. Ich sage euch dies, weil euer ganzes Wesen sich sowohl im Geistigen als auch im Körperlichen entfaltet (und) entwickelt hat, ohne auf dem ganzen Weg eurer Willensfreiheit stehenzubleiben.

    83.  So, wie die verstandesmäßige Aufnahmefähigkeit der Menschen von heute viel größer ist als jene der Menschen vergangener Zeiten, weil sich ihre Fähigkeiten entfaltet haben, ebenso hat sich der Geist in seiner fortwährenden Lebenserfahrung entfaltet, wodurch er das verstehen, begreifen, glauben und annehmen kann, was die Menschen anderer Zeiten nicht zu erlangen vermochten.

    84.  Daher habe Ich, um Mich der Menschheit zu offenbaren, die vollkommene Form gewählt, das heißt die geistige, weil Ich weiß, dass ihr nun imstande seid, sie zu verstehen. Nicht so in den vergangenen Zeiten, in denen Ich materielle Formen suchen musste, um Mich den Menschen hörbar und verständlich zu machen.

    85.  Jetzt ist die Zeit, in der die Menschheit darum ringen wird, die geistige Verehrung für Gott zu begründen. Doch ist es nur natürlich, dass dies erst nach einer Auseinandersetzung geschieht, wenn das Verständnis und die Ruhe zu den Herzen gelangt sind.

    86.  Ihr, die ihr Mich durch diese Lehre vernehmt, habt eure Herzen von Vorurteilen und Fanatismus frei zu machen verstanden und verehrt Mich auf eine natürliche und schlichte Weise und fühlt Mich in eurem Inneren. Ihr könnt euch für bevorzugte Wesen unter den Menschen halten, und Ich werde euch als Wegbereiter des Zeitalters der Vergeistigung gebrauchen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 322

    1. Ich mache euch mit einer weiteren Seite des Buches meiner Unterweisung bekannt, welches Liebe und Licht für euren Geist ist. Wohl euch, die ihr eurem Meister wirklich zuhört, denn Ich unterweise euch klar und vollkommen, damit ihr eure Bestimmung und die Mission versteht, die Ich eurem Geist anvertraut habe.

    2. Ihr kommt, um meine Unterweisungen zu studieren und zu verstehen, um sie an eure Geschwister weiterzugeben, und obwohl sie euch manchmal zurückgewiesen haben, habt ihr euch nicht verletzt gefühlt, sondern wart befriedigt darüber, dass ihr deren Fragen beantworten konntet.

    3. Ihr sprecht zu Mir im Innersten eures Herzens, um Mich auf die Ungläubigkeit eurer Geschwister hinzuweisen. Und Ich sage euch: Wenn ihr die Herzen wie harte Felsen angetroffen habt, werde Ich durch ihr Gewissen zu ihnen sprechen, damit sie den Wunsch verspüren, bei Mir zu sein. Eure Aufgabe ist es, euch um das Wohl der Menschheit zu bemühen, indem ihr dem Weg folgt, den Ich euch vorgezeichnet habe, ohne die Zeit oder die Entfernung zu ermessen.

    4. Ihr werdet viele Bedürftige im Geist, Kranke und Sklaven antreffen, die ihr heilen und befreien müsst, indem ihr ihre Ketten zerbrecht und ihnen liebevoll meine Unterweisung zuteilwerden lasst. Denn der Tag wird kommen, an dem ihr mein Wort nicht mehr vernehmen werdet, und dann sollt ihr als Lehrmeister zurückbleiben, damit ihr die kommenden Generationen zurüsten könnt.

    5. Mit dem Schwert des Lichts werdet ihr Finsternis vertreiben und euren Geschwistern eine Bresche schlagen können. Ich will, dass die Menschen in dieser Dritten Zeit Frieden, Eintracht und guten Willen haben können. Von wem sollen sie die Unterweisungen dafür erhalten? Von meinen Jüngern, geliebtes Volk — von jenen, die Mich lieben und nicht müde werden, bei Mir zu sein — die Mich im Grunde ihres eigenen Herzens fühlen.

    6. Wohl denen, die immer bei Mir sind und die Versuchungen zurückweisen, indem sie sich von den Ausschweifungen der Welt fernhalten. Ihre geistigen Augen werden im Jenseits die ewige Herrlichkeit schauen — das Reich, in dem der Geist wohnen wird.

    7. In euch lasse Ich die Unterweisung zur Vereinigung und Geschwisterlichkeit zurück. Wacht und betet, damit euch die Versuchung nicht das entreißt, was Ich euch anvertraut habe — damit ihr die Boten und Jünger seid, die — wenn die Zeit dafür gekommen ist — von Mir zur Menschheit gesandt werden. Wenn ihr einmal von jeder Vermaterialisierung frei seid, nur mit meiner Liebe und mit meinem Licht bekleidet, werdet ihr meine Stimme in eurem Geist vernehmen, werdet ihr die Stimme eures Hirten erkennen, und dann werdet ihr demütig wie ein Schaf den Berg emporsteigen, um zur göttlichen Heimat zu gelangen.

    8. Eure himmlische Mutter ist wie ein Hirtenmädchen, das euren Schritten folgt. Maria pflegt euch in ihrem lieblichen Garten wie Rosen und Lilien, sie gibt euch den Duft, damit ihr wie Blumen seid, die ihrem Vater ihre Essenz darbringen.

    9. In der Zweiten Zeit sagte Ich euch, dass Ich erneut bei euch sein würde. Und jetzt, da Ich euch mein Versprechen erfüllt habe, haben Mich die einen erkannt, und andere haben an meiner Gegenwart gezweifelt. Einige von euch haben Freudentränen vergossen, weil sie Mich erneut vernommen und mit den Augen ihres Geistes geschaut haben. Ich habe vernommen, dass ihr Mir sagt: „Meister, wenn das Opfer meiner Körpermaterie notwendig wäre, würde ich sie mit ganzer Ergebenheit und Demut für die Rettung meines Geistes und jener der Menschheit hingeben.“

    10. Ich habe euch meiner Geistigen Lichtwelt anvertraut, damit sie euer Berater und Beschützer sei — damit sie euch auf dem Weg führe und euch bei der Erfüllung eurer Mission beistehe. Jenen von euch, die Mich nicht verstanden haben, sage Ich: Zweifelt nicht, denn Ich habe Mich zu allen Zeiten durch die Menschen kundgetan. Doch Ich wollte sie mit meinen Kundgebungen nicht überraschen, weshalb Ich zuvor meine Boten gesandt habe. Ich habe den Wegbereiter gesandt, um den Weg und das Herz der Menschheit vorzubereiten.

    11. Während des Jahres 1950 werde Ich euch meine letzten Unterweisungen geben, und Ich will, dass ihr, bevor Ich meine Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen beende, versteht, wie ihr mein Liebeswort aussäen sollt, und wie ihr es von Herz zu Herz, von Provinz zu Provinz, an allen Orten der Erde verbreiten sollt, wo man Mich in dieser Zeit nicht vernommen hat und Mich nicht fühlen konnte.

    12. Ihr seid die starken Geistwesen voll Liebe und Licht. Werdet nicht zu Schriftgelehrten und prahlt auch nicht vor den Menschen, denn in eurer Demut wird die Gnade und das Licht eures Vaters sein.

    13. Eure Blicke sollen voller Herzlichkeit sein, eure Wissenschaft soll die der Liebe sein, eure Hände sollen liebkosen, euer Wort soll Trost für die Menschen sein, dann wird die Welt euer Beispiel annehmen und nicht länger die Kriege schüren, die sie von Jahrhundert zu Jahrhundert und von Zeitalter zu Zeitalter entfesselt hat.

    14. Dann wird mein Wille und der Wille jener in Erfüllung gehen, die sich sehr abgemüht und viele Tränen vergossen haben, um die Vereinigung der Menschheit zu erreichen. Dann wird es keine Unterscheidungen nach Rassen oder Farben mehr geben. Dies ist meine Verheißung für euch.

    15. Heute glaubt jeder Mensch, die Wahrheit voll und ganz zu kennen. Jede Religion behauptet, die Wahrheit zu besitzen. Die Wissenschaftler erklären, dass sie die Wahrheit gefunden haben. Ich sage euch, dass niemand die absolute Wahrheit kennt, da der Mensch nicht einmal den Teil, der ihm offenbart worden ist, mit seinem Verstand zu fassen vermochte.

    16. Alle Menschen tragen einen Teil der Wahrheit und der Irrtümer in sich, die sie mit dem Licht der Wahrheit vermengen.

    17. Der Kampf rückt näher, in dem all diese Kräfte einander bekämpfen und jede ihre Idee durchsetzen will. Doch am Ende wird weder der Sieg einer menschlichen Idee noch einer wissenschaftlichen Theorie, noch eines religiösen Glaubensbekenntnisses vorherrschen, sondern die harmonische Gesamtheit aller guten Ideen, aller hochstehenden Glaubensüberzeugungen, aller zu höchster Geistigkeit erhobenen Kultformen, aller dem Dienst wahren menschlichen Fortschritts gewidmeten Wissenschaften.

    18. Ich werde zulassen, dass die Menschen über ihre Vorstellungen sprechen und sie vortragen, dass andere ihre Kultformen und Riten öffentlich vorführen, dass man diskutiert und sich bekämpft, dass die Wissenschaftler ihre fortschrittlichsten Theorien verbreiten, dass alles, was in jedem Geist verborgen existiert, aufbricht, ans Tageslicht kommt und sich kundgibt. Denn nahe ist der Tag des Schnitters — jener Tag, an dem das Gewissen wie eine unerbittliche Sichel alles mit der Wurzel abschneidet, was es im Herzen der Menschheit an Falschem gibt.

    19. Ihr, Volk, seid wachsam und vergesst nicht, dass Ich euch diesen Kampf angekündigt habe, damit ihr nicht verzagt, wenn ihr die Menschen leidenschaftlich diskutieren seht, wenn ihr Zeugen davon seid, wie sich die Religionen bekriegen, und wie das Gewissen mit ihnen kämpft.

    20. Lasst die Welt sich erregen, lasst das Unwetter ausbrechen und den Kampf entbrennen, damit der Mensch erwacht und bei seinem Erwachen das Licht erblickt, das zu bewundern er lange Zeit erträumt hat — damit die selbstsüchtigen Menschen, welche die Tore des Weges, der zur Erkenntnis der Wahrheit führt, verschlossen haben, von ihren Hochsitzen, ihren Thronen und Sockeln herabsteigen und die nach dem Licht des Geistes hungernden und dürstenden Menschenscharen hindurchgehen lassen.

    21. Ihr alle werdet mein Licht suchen müssen, ihr alle werdet einen Leuchtturm suchen müssen, um in den Tagen der Finsternis den Pfad erkennen zu können — in den Tagen der Besinnung und Reue, in den Tagen tiefer Selbstprüfung eurem Gewissen gegenüber, in denen es kein menschliches Geschöpf geben wird, das sich ruhig fühlt und das sagen kann: Ich fürchte nichts, weil ich immer in rechter Weise gewirkt habe.

    22. Nein, es wird nicht einen geben, der dies ausruft oder denkt, weil sich das Gewissen in jedem Geist vernehmbar machen wird.

    23. Nur die, die beten und bereuen, werden die Läuterung ihres Geistes erreichen. Nur jene, die ihre Eitelkeiten, ihre Machtausübung über andere und ihren Hochmut aufgeben, werden es schaffen, sich im Rettungsboot niederzulassen. Denn jene, die an ihren Torheiten festhalten, die sich an ihre Irrtümer und ihre Traditionen klammern — bereit, sie bis zum Ende aufrechtzuerhalten, trotz der Urteile und Weisungen des Gewissens — diese werden sich wider besseres Wissen auf den Abgrund der Verwirrung und Finsternis zubewegen, in den nach dem Willen eures Vaters niemand stürzen soll.

    24. Diese Liebes- und Barmherzigkeitsbotschaft, die Ich euch zur rechten Zeit für eure Rettung gebracht habe, sollt ihr der Menschheit rechtzeitig bekannt machen.

    25. Meine Weisheitsbotschaft hat die Aufgabe, die Menschen geistig zu vereinen, sie vor dem Wirbelsturm der Verwirrung zu bewahren, sie aus der Finsternis zu retten, wenn sie den Glauben verloren haben.

    26. Nur mein Wort wird die Macht haben, diejenigen aufzuhalten, die sich mit rasender Geschwindigkeit auf den Abgrund zubewegen, weil es alles offenbart, weil es nicht zögert, ein Geheimnis zu enträtseln, weil es von der Barmherzigkeit und Liebe eures Vaters durchdrungen ist.

    27. Wer außer Mir könnte all diese Menschen ohne Glauben an das höhere Leben und ohne Wissen über meine Gerechtigkeit retten? Wer hat wirklich die Bedeutung und den Ursprung des Schmerzes in ihrem Leben voller Trübsale, Bedrückungen und Ängste verstanden? Wie wenige Meister und Führer der Menschheit sehe Ich! Was wissen die Menschen vom Geist? Sie beschäftigen sich nur mit der menschlichen Seite, ohne das entdecken zu können, was es jenseits der irdischen Bedürfnisse und Sorgen gibt. Daher haben die Menschen — enttäuscht davon, dass sie weder in den Wissenschaften, noch in den Religionen eine befriedigende Antwort auf ihre Fragen finden können — sich der Aufgabe gewidmet, von sich aus die Wahrheit zu suchen. Manche kommen dem Pfad näher, während andere infolge ihrer geringen Vergeistigung sich neue Irrtümer zu eigen machen.

    28. Die Menschen, die im Leben einen Leidenskelch nach dem anderen getrunken haben, sagen Mir: „Herr, warum gibt es niemanden, der uns den Grund für unseren Schmerz erklärt, damit in uns ein Glaube entbrennt, der uns hilft, die Last unseres Kreuzes zu tragen?“

    29. Zu diesen Kindern lasse Ich als himmlischen Heilbalsam mein Licht für ihren Verstand und meine Ermutigung für ihr Herz gelangen. Denn Ich habe unendlich viele Möglichkeiten, jedes Geschöpf zu erreichen.

    30. Ach, wenn doch alle Mich zu fragen verstünden, wenn doch alle geistig beten würden, wenn sich doch alle dafür interessieren würden, die Wahrheit kennenzulernen! Wahrlich, Ich sage euch, sie würden das Ersehnte erhalten. Denn niemand hat gesucht, der nicht gefunden hat — niemand hat an meine Tür geklopft, dem nicht geöffnet worden wäre.

    31. Hinterlasst auf eurem Weg eine Spur der Demut. Lasst nicht zu, dass der Stolz in euer Herz dringt, weil ihr euch für die einzigen mit geistigem Wissen haltet.

    32. Seid euch immer bewusst, dass ihr vor Mir alle gleich seid, dass ihr alle den gleichen Ursprung hattet und alle das gleiche Ziel habt, auch wenn sich äußerlich jedes Schicksal anders zeigt.

    33. Vergesst nie, dass ihr alle zu Mir gelangen müsst, was bedeutet, dass ihr alle — obschon auf unterschiedliche Weise — die notwendigen Verdienste erbringen müsst, um die größte geistige Höhe zu erreichen. Betrachtet daher niemals jemanden als minderwertig.

    34. Im Spiritualisten darf niemals die Eitelkeit Wurzeln schlagen. Dagegen soll immer echte Bescheidenheit sein Begleiter sein, dann werden seine Taten, statt mit falschem Licht zu blenden, im Herzen seiner Geschwister Anklang finden.

    35. Ihr sollt euer Kreuz mit Liebe auf euch nehmen — nicht, wie man eine Pflicht übernimmt, nicht mit dem Gedanken, dass, wenn ihr es nicht tut, euch im Leben Böses widerfahren wird — nein, es soll nicht aus Furcht vor meiner Gerechtigkeit geschehen. Ihr seid geistig genügend entwickelt, um von euch zu verlangen — wie Ich es gerade tue — dass eure Auftragserfüllung in meinem Gesetz aus Liebe zu euren Geschwistern geschieht, und dass dieses Gefühl von der Liebe zu Mir inspiriert ist.

    36. Lasst die Zeiten hinter euch, in denen die Menschen ihre Verfehlungen nicht aus Reue darüber, Mich verletzt zu haben, bereuten, sondern aus Furcht vor der ewigen Verdammnis, so wie die Menschen sie sich vorgestellt hatten.

    37. Entfernt aus eurem Herzen die Auffassung, dass ihr eure Reue auf den letzten Augenblick verschieben könnt im Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes, und denkt daran, dass das einzige, was euer Geist in jenem Gerichtsmoment ernten wird, das sein wird, was er während seines ganzen Daseins auf Erden ausgesät hat. Seine Ernte oder seine Früchte werden die Entwicklung, der Fortschritt, die Erhebung sein, die er durch das Leben erlangt hat, das ihm anvertraut war.

    38. Wie verschieden ist die geistige Wirklichkeit von all dem, was die Menschen sich vorgestellt haben! Weder ist meine Gerechtigkeit so, wie ihr glaubt, noch ist göttliche Strafe das, was ihr mit diesem Namen bezeichnet, noch ist der Himmel so, wie ihr denkt, noch wird er so leicht und schnell erlangt, wie ihr es euch vorstellt, wie auch die geistige Sühne nicht so ist, wie ihr sagt, noch ist die Versuchung ein Geistwesen.

    39. Ihr müsst die göttlichen Offenbarungen studieren, die Ich euch zu allen Zeiten gegeben habe, müsst die bildliche Sprache verstehen, in der zu euch gesprochen wurde, müsst auf diese Weise eure geistigen Sinne empfindsam machen, damit ihr erkennt, welches das Wort Gottes ist und was Menschenwort ist, damit ihr die Essenz meiner Unterweisungen entdeckt.

    40. Nur von einem geistigen Gesichtspunkt aus werdet ihr die richtige und wahrheitsgemäße Auslegung meines Wortes finden können — sowohl jenes, das Ich euch durch die Propheten sandte, als auch jenes, das Ich euch durch Jesus vermachte, oder dieses Wortes, das Ich euch durch Vermittlung der Sprachrohre der Dritten Zeit gebe.

    41. Wenn diese Menschheit einmal den wahren Sinngehalt des Gesetzes, der Lehre, der Prophetien und der Offenbarungen gefunden hat, wird sie das Schönste und Tiefste entdeckt haben in Bezug auf ihr Dasein.

    42. Dann werden die Menschen die wahre Gerechtigkeit kennenlernen, und ihr Herz wird den wahren Himmel erahnen; dann werdet ihr auch wissen, was Sühne, Läuterung und Wiedergutmachung ist.

    43. Heute seid ihr noch mit dem Schleier der Unwissenheit bedeckt, den ihr in eurem irdischen Materialismus und eurem religiösen Fanatismus voll falscher Ängste und Vorurteile nicht zu zerreißen gewagt habt. Wenn eine Prüfung in euer Leben trifft und ihr dafür keinen klaren Grund findet, ruft ihr daher aus: „Was habe ich bloß getan, dass ich so gestraft werde?“, ohne zu wissen, dass meine Gerechtigkeit manchmal Jahrhunderte — und sogar Jahrtausendelang auf sich warten lässt. Doch meine Gerechtigkeit kommt immer, und auch wenn sie dem Anschein nach zeitlich zu spät oder unpassend kommt, so ist doch gewiss, dass sie sich immer auf weise Art bekundet.

    44. Meine Geistlehre hat verschiedene Ziele oder Aufgaben: eine ist jene, den Geist in seiner Verbannung zu trösten und ihm begreiflich zu machen, dass der Gott, der ihn schuf, ihn ewig in seinem Reich des Friedens erwartet. Eine andere ist, ihn wissen zu lassen, über wie viele Gaben und Fähigkeiten er verfügen kann, um seine Rettung und seine Erhebung oder Vervollkommnung zu erreichen.

    45. Dies Wort beinhaltet die Botschaft der Vergeistigung, die den Menschen die Augen öffnet, damit sie die Wirklichkeit direkt schauen, die sie vermeintlich nur in dem, was sie sehen, in dem, was sie berühren, oder in dem, was sie mit ihrer menschlichen Wissenschaft beweisen, zu finden glauben ― ohne sich bewusst zu werden, dass sie dabei das Vergängliche „Realität“ nennen und das „Ewige“, wo die wahre Wirklichkeit existiert, verkennen und leugnen.

    46. Lasst diese Botschaft von Nation zu Nation, von Haus zu Haus gehen und ihre Saat des Lichts, des Trostes und des Friedens zurücklassen, damit die Menschen einige Augenblicke innehalten und ihrem Geist eine Ruhepause gönnen, die unerlässlich ist, damit er sich besinnt und sich erinnert, dass jeder Augenblick, der seiner Rückkehr zur Geistigen Welt sein kann, und dass von seinen Werken und seiner Saat auf der Welt die Frucht abhängt, die er bei seiner Ankunft im Geistigen Leben erntet.

    47. Heute treffe Ich euch bekümmert, niedergeschlagen und ohne Hoffnung an, und ihr sagt Mir in eurem Gebet, dass das Leben euch seit langem seine Gunst entzogen hat. Der Meister sagt euch hierzu, dass diese Zeiten, die ihr durchlebt, jene sind, die die Propheten der Ersten Zeit angekündigt haben, und später das Göttliche Wort seinem Volk bestätigte. Doch wenn es auch wahr ist, dass ihr einen sehr bitteren Kelch leert, so wisst, dass euer Schmerz nicht nutzlos sein wird, wenn ihr ihn liebevoll und geduldig zu ertragen versteht. Es war notwendig, dass die Menschen bis zu diesem Punkt gelangen, an dem der Schmerz alle Fasern ihres Wesens durchdringen und berühren würde, damit sie aus dem tiefen Schlaf erwachen, in dem ihr Geist lebt, und sie ein Leben der Selbstbestimmung beginnen, in dem sie ihrem Schöpfer den Tribut und die Anerkennung darbringen, die sie Ihm schuldig sind.

    48. Seit langem schon dämme Ich ihre Willensfreiheit ein und zeige ihnen damit, dass der Zeitpunkt der Besinnung und des guten Handelns gekommen ist, damit sie nicht weiterhin leiden und sich in ein Chaos stürzen. Ich wollte ihren Sturz vermeiden, indem Ich sie beriet und warnte, aber sie sind meinen Worten gegenüber taub gewesen. Doch Ich werde diese so geliebte Menschheit weiterhin rufen, sie zur Besserung und zur Ehrbarkeit bei allen ihren Handlungen auffordern, bis Ich sie zu einer würdigen Schülerin meiner Unterweisungen gemacht habe.

    49. Ich bin zu euch zurückgekehrt, wie Ich es euch versprochen hatte, um euch zu trösten und euch in euren Trübsalen Hoffnung zu geben. Doch nicht nur dies, sondern auch um euch zu erleuchten, damit ihr große Schritte auf dem geistigen Pfad macht. Ich habe euch die Unterweisung gegeben, die ihr gerade in diesen Momenten der Verwirrung benötigt, die ihr sehnsüchtig erwartet habt, um eure Wunden zu heilen und den rettenden Weg zu finden.

    50. Ich habe alles vorbereitet, damit ihr ein großes Werk vollbringt und am Ende desselben ruhig, zufrieden und im Frieden mit Mir und mit euren Geschwistern zu Mir kommt. In jenem Augenblick der Gemeinschaft mit meinem Geist werde Ich von euch keinen Tribut verlangen, eure Verdienste werden daher nicht für Mich sein, sondern für euch selbst, und das, was ihr Mir darbringt, werde Ich euch als Segnungen und Wohltaten ohne Ende mit Zinsen zurückgeben.

    51. Seht, wie sehr Ich euch liebe. Wenn ihr noch mehr Beweise für die Liebe eures Vaters wollt, bittet darum, und Ich werde euch gewähren, da meine Liebe unerschöpflich ist. Wenn ihr meine Geduld, meine Ergebenheit prüfen wollt, so tut auch dies. Aber nachdem ihr empfangen habt, nach eurer Anerkennung dessen, tut an euren Geschwistern das, was Ich an euch getan habe.

    52. Vergebt so oft, wie ihr beleidigt werden mögt. Beachtet nicht einmal die Zahl der Fälle, in denen ihr vergeben müsst. Eure Bestimmung ist so hoch, dass ihr euch nicht in diesen Stolpersteinen des Weges verfangen dürft; denn weiter vorne warten sehr große Aufgaben auf euch. Euer Geist soll immer bereit sein zur Liebe, zum Verständnis und zum Guten, damit ihr euch auf höhere Ebene begeben könnt. So wie in vergangenen Zeiten viele eurer Geschwister mit ihren Werken schöne Seiten in das ewige Buch des Geistes schrieben, sollt ihr in ihrer Nachfolge jene Geschichte fortsetzen, als Vorbild und zur Freude der neuen Generationen, die auf die Erde kommen werden.

    53. Seid stark, denn ihr durchlebt derzeit Zeiten der Prüfung. Jedes Geschöpf — vom Kleinkind an, das kaum seine Augen für das Licht dieser Welt geöffnet hat, bis zu dem von der Last der Jahre gebeugten Greis — erleidet eine Prüfung, einen Prozess der Wiedergutmachung. Doch Ich gebe euch meine Kraft, meinen Einfluss, damit ihr mit Glauben und Gelassenheit durch diese Prüfungen geht, die euch gegenüber dem Schmerz unverwundbar machen werden.

    54. Es wird einen Kampf der Weltanschauungen geben, und der Glaube und die Überzeugung der einen wie der anderen wird auf die Probe gestellt werden. Doch jene, die ihr Werk auf Treibsand errichtet haben, werden es zusammenstürzen sehen, weil seine Fundamente nicht fest waren. In dieser Zeit werden die Starken die Schwachen unterstützen müssen. Jene, die nicht zu beten noch in die Wahrheit meiner Unterweisungen einzudringen verstanden, werden über ihre Unwissenheit, ihre Bedürftigkeit und ihren Mangel an Verdiensten weinen. Viele von ihnen sind jedoch unschuldig, weil sie keine wirkliche Führung von Seiten ihrer Geschwister gehabt haben, und Hirten wie Schafe werden wegen ihrer Ungewissheit und ihrer Verwirrtheit Tränen vergießen.

    55. Ihr, Volk, das von Mir dazu bestimmt wurde, euren Einfluss auf diese Welt auszuüben, sollt für ihren Frieden und ihre Rettung wachen und beten. Ihr sollt eure Flügel ausbreiten, um die Menschheit in diesen Stunden der Gefahr und der Angst zu bedecken.

    56. Daher habe Ich euch das Gebet von Geist zu Geist gelehrt und habe jedes Symbol oder Darstellung meiner Göttlichkeit entfernt. Ihr habt einen Tempel in eurem Inneren errichtet, und von dort aus liebt und verherrlicht ihr Mich. Ich habe euch den Respekt vor den Glaubensüberzeugungen eurer Geschwistern gelehrt und habe euch zu Wächtern ausgebildet, die wachsam sind, um den Glauben derer zu verteidigen, die in diesem bevorstehenden Kampf schwach werden. Wenn ihr dann eure Mission beendet habt, werdet ihr Mir mit Genugtuung sagen können: „Unser Vater, wir kämpfen mit dem Schwert, das nicht verwundet, mit der Liebe und gutem Willen. Wir sprechen das göttliche Wort aus, wir fordern die Menschen auf, zu Dir zu beten. Wir bringen denen Trost, die leiden, bekehren jene zum Guten, die gegen das Gesetz verstoßen hatten. Wir richten Männer und Frauen auf, die in ihrer Unwissenheit nicht weiterwussten, und erwecken ihren Glauben und ihr Vertrauen in Dich, und seitdem lieben sie uns und folgen uns nach.“ Und Ich werde euch als Soldaten meiner Sache empfangen und euch den Lohn geben, den ihr verdient habt.

    57. Mein Werk wird sich auf der Erde ausbreiten. Den Ersten werden sich andere anschließen und danach weitere, denn es steht geschrieben, dass der Mensch sich im Verlangen nach seiner geistigen Vervollkommnung über seinen gegenwärtigen Zustand erheben wird.

    58. Wie sehr müsst ihr kämpfen, um die Erde vorzubereiten, damit Ich mein Friedensreich zu den Menschen herniederkommen lasse!

    59. Betet und meditiert über meine Worte, dann werdet ihr entdecken, dass sie einen Ozean an Liebe enthalten. Ich habe zu euch durch das begrenzte Verstandesvermögen des Menschen gesprochen, und dieser vermag selbst bei aller Vorbereitung nicht die Bedeutung (und) den Grund auszudrücken, die meine Lehre enthält. Dringt mit dem Geist in sie ein, damit ihr mit größerer Klarheit verstehen könnt als mit dem Herzen oder dem beschränkten Verstand eures menschlichen Wesens. Da euch mein Werk der Zweiten Zeit großartig erschienen ist, werdet ihr auch mein Kommen in dieser Zeit als einen Beweis der unendlichen Liebe eures Vaters erkennen.

    60. Je mehr ihr euch vervollkommnet, desto näher werdet ihr das Ziel sehen. Ihr wisst zwar nicht, ob ihr nur noch einen Schritt von eurem Heil entfernt seid oder ob ihr noch eine lange Wegstrecke zurücklegen müsst. Ich sage euch nur, dass ihr euch willig und folgsam von diesem Wort leiten lassen sollt, das die Stimme meines Göttlichen Geistes ist. Hütet euch, gegen das Gesetz zu verstoßen, wiederholt den gleichen Fehler zu begehen. Beherzigt diesen Ruf, der eine Aufforderung zur Besserung ist — eine Bitte, die euer Vater an euch richtet, weil Ich euch nicht vergeblich auf Erden leben und hernach über euren Ungehorsam weinen sehen möchte.

    61. Arbeitet unablässig für euren Fortschritt, und ihr werdet erleben, dass jene Prüfungen, die euch heute leiden lassen und deren Sinn ihr nicht verstanden habt, zu eurem Wohl sind und euer Wesen mit Frieden und Freude erfüllen werden. Es sind weise Prüfungen, die Ich euch sende, um euren Geist im Kampf zu läutern und zu stählen, so wie Ich so viele Wesen geformt habe, die ihr heute liebt und verehrt, deren Stärke und erprobte Tugend ihr anerkennt. Es sind eure Geschwister, die über diese Welt gegangen sind und eine Spur der Reinheit und Heiligkeit hinterlassen haben. Ich will, dass ihr euch mit ihnen vereinigt und ihnen nachfolgt. Denn eure Bestimmung ist die gleiche, ihr alle seid groß in meinen Augen, ihr alle seid würdig, und Ich will euch in der Friedenswelt wohnen sehen, die sie bewohnen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 323

    1.  Ich komme, um eurem Geist meine Unterweisung zu geben, ihn mit meiner Liebe zu nähren und zu stärken.

    2.  Geliebte Kinder, ihr seid meine Kinderschüler, meine kleinen Kinder, die über die Erde gehen und dabei Bitternis und Leiden ertragen. Wohl jenen unter euch, die den Weg der Sünde verlassen, damit ihr Geist Mir näherkommt.

    3.  Der Vater lehrt euch, wie ihr empfangen und wie ihr bitten sollt. Denn wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr euch von Sünde reinigt, werdet ihr meine Vergebung haben und werdet gestärkt werden.

    4.  Ich will euch von jedem Flecken reinigen, damit ihr von eurem Vater Barmherzigkeit empfangen könnt. Verliert diese Barmherzigkeit jedoch niemals, denn sie stammt aus meinem Göttlichen Geist und ist das Erbe, das ihr auf eurem Weg bei euch tragen sollt. Ich bin der Meister und gebe euch erneut meine Lehre, damit ihr sie in eurem Herzen tragt und sie so weiter gebt, wie Ich sie euch gegeben habe.

    5.  Das Gewissen ist wie ein Spiegel, in dem sich euer Geist erblickt. Ich sage euch: Es ist nicht mehr an der Zeit, dass ihr euch in diesem Spiegel bedürftig seht, denn Ich habe euch mein Licht, mein erhabenes Wort gegeben, damit es euch morgen an nichts mangelt, damit ihr meinem Gesetz gehorcht und den Menschen weiterhin ein Beispiel gebt, so wie es meine Apostel der Zweiten Zeit taten.

    6.  Es ist nicht der Stimmträger, von dem ihr diese Unterweisung erhaltet, denn er ist ein Sünder wie ihr. Ich habe ihn von seinen Wegen weggebracht und ihn vorbereitet, um euch durch seine Vermittlung mein Wort zu geben. Die Essenz dieser Lehre ist meine eigene Essenz.

    7.  Schon in der Zweiten Zeit habe Ich euch gesagt: „Liebt einander“, denn der, der seine Nächsten liebt, liebt Mich.

    8.  Ich unterscheide euch nicht nach Rassen oder Hautfarben, noch nach Klassen. Ich spreche zu allen gleichermaßen, damit ihr einen einzigen Willen habt, damit ihr eure Geschwister, die aus verschiedenen Nationen herbeikommen, mit einem Lächeln und mit offenen Armen empfangt. Wenn ihr diese Liebe ausübt, wird es morgen keine Kriege mehr geben, der Tod wird sich nicht mehr der Menschheit bemächtigen. Gebt nicht Mir die Schuld an euren Kriegen, oh Menschheit.

    9.  Geratet nicht in Verwirrung, baut keinen neuen Turm von Babel, damit jene, die sich euch nähern, euch alle gleichermaßen zubereitet antreffen. Der Ungläubige muss Beweise haben, um die Wunder des Vaters anzuerkennen, damit sein Geist seinen Gott aufgrund meines Wortes erkennt.

    10.  Die Beweise sollen aus Liebe bestehen, denn dann muss selbst dem härtesten Felsen kristallklares Wasser entquellen.

    11.  Erhebt euch zu Mir, dann werde Ich euch von jeder Krankheit frei machen, denn Ich bin der Arzt aller Ärzte. Ich werde alles bei euch zurücklassen, was die Menschheit geistig benötigt, und wenn ihr einmal anerkannt seid, werden Mich alle Doktrinen der Erde in meinem Geistwerk anerkannt haben, weil dies mein Wille ist.

    12.  Ich habe euch als Schutzwehr das Gebet hinterlassen. Darum sage Ich euch: Wacht und betet, damit die Menschheit durch euch Heil erlangt, damit ihr ihr zur rechten Zeit das Wort bringt, das ihr derzeit empfangt.

    13.  Die Zeit, in der ihr lebt, die von so großer geistiger Transzendenz für alle Menschen ist, geht unbeachtet von der Menschheit vorüber. Dennoch wird der Zeitpunkt kommen, an dem sie als eine Zeit von großer Bedeutung anerkannt wird ─ nicht nur im Leben des Volkes, das diese Botschaft erhielt, sondern auch in der Geschichte aller Völker der Erde.

    14.  Bedenkt die Herrlichkeit, die es bedeutet, mein Wort zu vernehmen. Ruht euch jedoch nicht auf euren Lorbeeren aus, denn zur gleichen Zeit, da ihr Wonne darüber fühlen dürft, diese Gnade zu haben, sollt ihr euch bewusst sein, dass eure Verantwortung gegenüber den Völkern, euren Geschwistern, sehr groß ist, da ihr ihnen das Zeugnis von all dem, was ihr in diesen Zeiten empfangen habt, bringen müsst.

    15.  Gesegnet seien, die in ihrem Herzen mein Wort bewahren, denn sie werden ihr Kreuz lieben und mit ihm auf den Schultern an die Türen ihrer Geschwister klopfen und ihnen die Botschaft des Lichts, des Friedens und der Liebe bringen, die Ich diesem Volk in meinem Wort anvertraut habe.

    16.  Jede meiner Lektionen dieses Jahres 1950 dient der Vorbereitung, damit ihr, wenn der Augenblick kommt, meine Kundgabe bei euch für beendet zu erklären, keine Tränen vergießt, da Ich euch alles gebe, damit euch nichts fehlt. Weint dann nicht wegen des Ausbleibens meines Wortes, Volk. Ich habe euch schon gesagt, dass meine Essenz in euren Herzen bewahrt bleiben wird, und wenn euer Gedächtnis schwach sein sollte, Ich einige meiner Kinder dazu inspirieren werde, die Seiten und Schriften, die sie von meinem Wort geschaffen haben, in Büchern und Alben zu vereinigen.

    17.  Stärkt euch in der Meditation und im Gebet. Ihr seid menschlich und klein, und beim Abschied meiner Kundgebung wird euer ganzes Wesen erschüttern. Wie sollte dies Volk an jenem Tag nicht erschüttert werden, da die Menschen auf der ganzen Erde ihn auf die eine oder andere Weise fühlen werden, obwohl sie nicht einmal eine Ahnung von meiner Gegenwart in der Dritten Zeit haben?

    18.  Wenn einmal das Licht im Verstand der Menschen aufgegangen ist, werden die Menschen zum Verständnis dessen gelangen, dass alle Ereignisse, die um das Ende des Jahres 1950 herum geschahen, das Zeugnis dafür waren, dass der Zeitabschnitt meiner Kundgabe abgeschlossen war, ebenso wie der Anbruch dieser Zeit gleichfalls durch Ereignisse angekündigt wurde, die die Menschen des ganzen Erdkreises erschüttert haben.

    19.  Ich bereite euch vor und warne euch im Hinblick auf die Zeit der Verwirrung der Weltanschauungen, damit ihr euch vom inneren Ringen des Geistes und der Marter der Gedanken freimachen könnt. Denn alle Weltanschauungen, Doktrinen, Theologien, Philosophien und Glaubensbekenntnisse der Menschheit werden erschüttert werden und damit ein Unwetter versinnbildlichen, einen wahren Sturm des Geistes, auf dessen aufgewühlten Wogen ihr nach meinem Willen segeln und obenauf bleiben sollt, bis der Sturm und die Finsternis vorüber sind. Ich gebe euch kein besseres Rezept, um diese Prüfung heil zu überstehen, als das Gebet und die Befolgung meines Wortes, wodurch euer Glaube sich unaufhörlich gestärkt fühlen wird.

    20.  Jener Kampf der Weltanschauungen, jener Zusammenstoß der Glaubensbekenntnisse und Ideologien, jene Schlacht ist unbedingt notwendig, damit alle Gebrechen und Irrtümer, die sich auf dem Grund jedes Kultes und jeder Institution angesammelt haben, an die Oberfläche kommen. Erst nach diesem Unwetter wird eine moralische und geistige Reinigung der Menschen einsetzen können; denn sie werden die Wahrheit ans Licht kommen sehen, werden sie erkennen, sie in sich fühlen und werden sich nicht mehr von Einbildungen und Vortäuschungen nähren können.

    21.  So wie jeder Mensch freiwillig und ganz für sich von der lebensnotwendigen Wirkung der Sonne auf seinen Körper Gebrauch macht, weil er erkennt, dass sich auf ihr Licht, ihre Wärme und ihren Einfluss das materielle Leben gründet, so werden sie vom Licht der Wahrheit all das verwenden, was sie für die Erhaltung, Stärkung und Erleuchtung ihres Geistes benötigen.

    22.  Dann wird eine vom Menschen noch niemals empfundene Kraft wirksam werden, weil sein Leben sich immer mehr den wahren Lebensprinzipien anpassen wird, den von meinem Gesetz aufgestellten Normen.

    23.  Eure Aufgabe, Volk, besteht darin, meine Botschaft der Vergeistigung, die Ich euch gebracht habe, durch die Welt zu tragen. Doch Ich will, dass ihr versteht, dass die Art und Weise, dieses Licht zu verbreiten, zwei Aspekte hat: Den einen, völlig geistigen, mittels der Gedanken, des Gebets, womit ihr eine Atmosphäre von Vergeistigung schafft, und den anderen geistigen und zugleich menschlichen, mittels des Wortes, der körperlichen Gegenwart, der Erläuterung meines Wortes dem Kranken gegenüber. Erinnert euch an das Beispiel Jesu.

    24.  Wenn ihr einen großen Glauben und ein größeres Wissen über die Macht des Gebets hättet ─ wie viele Werke der Barmherzigkeit würdet ihr durch euer Denkvermögen tun. Aber ihr habt ihm nicht all die Macht beigemessen, die es besitzt, und deshalb wird euch oftmals nicht bewusst, was ihr in einem Augenblick echt empfundenen und wahren Gebets abwendet.

    25.  Merkt ihr nicht, dass etwas Höheres verhindert, dass auf eurer Welt der unmenschlichste aller eurer Kriege ausbricht? Begreift ihr nicht, dass auf dieses Wunder Millionen Gebete von Männern, Frauen und Kindern Einfluss haben, die mit ihrem Geist die Finsternisse bekämpfen und dem Kriegstreiben entgegenwirken? Betet weiterhin, wacht fernerhin, doch legt in diese Betätigung all euren Glauben, dessen ihr fähig seid.

    26.  Betet, Volk, und breitet über den Krieg, den Schmerz und das Elend den Friedensmantel eurer Gedanken, mit denen ihr einen Schild bilden werdet, unter dessen Schutz eure Geschwister Erleuchtung und Zuflucht finden.

    27.  Da die Welt derzeit so blind ist, dass sie das Licht der Wahrheit nicht erkennen, noch in ihrem innersten Wesen meinen Ruf vernehmen kann, sollt ihr beten und geistigen Boden gewinnen. Denn derzeit würdet ihr nicht angehört werden, weil alle Völker damit beschäftigt sind, sich darauf vorzubereiten, zu zerstören und sich zu verteidigen.

    28.  Die Menschen werden noch blinder werden, wenn die Verzweiflung, der Hass, der Terror und der Schmerz ihre Grenzen erreichen.

    29.  Auch dies wäre nicht die richtige Stunde, um meine Botschaft zu überbringen, denn ihr wäret wie Rufer inmitten einer Wüste; niemand würde euch beachten.

    30.  Vergesst nicht, dass das menschliche Herz wie das Ackerland ist, das bestellt werden soll: Zuerst muss es gereinigt werden, indem man Felsbrocken aus ihm entfernt und das Unkraut, das es bedeckt, ausreißt. Dann muss es durch Regen fruchtbar gemacht werden, damit in seinem Inneren eine Saat keimen kann; und schließlich muss die Zeit kommen, um das Saatkorn auszusäen ― bevor das Erdreich des Wartens überdrüssig ist, und der günstige Zeitabschnitt vorüber ist.

    31.  Ebenso vollzieht sich in dieser Menschheit eine Reinigung, in welcher der Mensch, ohne sich dessen bewusst zu sein, sich selbst den Leidenskelch gereicht hat, der ihm seine Reinheit zurückgeben wird.

    32.  All der Schmerz, den er sich selbst bereitet, wird dazu dienen, sein Herz zu erweichen, damit er schließlich alles aus dem Tiefsten seines Wesens hinauswirft, was in ihm an Schlechtem aufgekeimt ist. Wenn er dann nicht mehr leiden kann und nicht noch mehr Angst ertragen kann, wird er zu seinem Herzen das Licht des Gewissens kommen fühlen, das Wohlgefühl der Reue, den Lebenssaft eines neuen Lebens für seinen Geist.

    33.  Der Mensch wird, sobald er zubereitet, rein und durch den Schmerz geläutert und später durch den Tau der Reue und der Selbstbesinnung fruchtbar geworden ist, den Punkt erreicht haben, den göttlichen Samen der Vergeistigung zu empfangen, weil sein Inneres ─ nun durch die Reue und den Vorsatz zur Besserung und zur Erneuerung veredelt ─ begierig sein wird, in seinem Schoß das Saatkorn der Liebe, des Friedens und der Weisheit zu empfangen.

    34.  Was würde aus dieser Menschheit, wenn zum Zeitpunkt, da sie das Kommen meiner Botschaft ersehnt, dieses Volk hier sich nicht darauf vorbereitet hätte, bei ihren Geschwistern als Boten oder Arbeiter meines Wortes in Erscheinung zu treten?

    35.  Wie groß ist eure Verantwortung, Jünger ─ so groß, dass ihr euch für jede Minute, die Ich euch für die Durchführung eurer Mission anvertraut habe, Mir gegenüber werdet verantworten müssen.

    36.  Ich habe euch gesagt, dass ihr vorerst euer Gebet erheben sollt, das heißt, damit beginnen sollt, euch eine wirkliche Erkenntnis der Mission anzueignen, die ihr zu erfüllen habt ─ dass ihr euer Herz durch die Ausübung der Barmherzigkeit einstimmen ─ nach und nach euer Wesen zartfühlend machen sollt, indem ihr euch bemüht, eure Selbstsucht zu bekämpfen, welche Frucht des Materialismus ist. Dann wird immer mehr die Vergeistigung in euch einziehen.

    37.  Seid keine kleinen Kinder mehr, damit ihr, wenn Ich euch sage, dass ihr beten sollt, versteht, dass Ich euch um gute Werke bitte, und nicht eure Worte oder Gedanken es sind, die wirklich zu meinem Geist sprechen. Wenn ein Gedanke, so schön er auch sei, nicht empfunden wird, fehlt es ihm an Essenz. Wenn ein Wort oder ein Satz, so schön er auch ausgedrückt wird, nicht zu einem Werk wird, wird er kein Leben haben ― und ihr wisst bereits, dass das, was kein Leben hat, nicht existiert, weswegen es von Mir nicht empfangen werden kann.

    38.  Ihr wisst nun: Wenn Ich zu euch sage, betet, dann sollt ihr euch nicht darauf beschränken, eure Gedanken in innerlicher Andacht zu sammeln, sondern auch dieses Heiligtum wieder verlassen und in jedem eurer Geschwister ein Liebespfand wahrer Geschwisterlichkeit hinterlassen als der sicherste Beweis dafür, dass ihr für eure Nächsten wachend und betend lebt.

    39.  So werden eure Fehler nach und nach beseitigt, ihr werdet eure Uneinigkeit bekämpfen und jene Zubereitung erlangen, von der Ich in meinen Unterweisungen so oft zu euch spreche.

    40.  Wenn dies Volk sich zum Zeitpunkt, da die Menschen in ihrem Herzen nach meiner neuen Botschaft verlangen, sich nicht durch die Ausübung vorbereitet haben sollte, noch sich in einem Kampf der Liebe gegen den Hass, der Barmherzigkeit gegen den Egoismus und des Friedens gegen die Zwietracht, die Krankheiten und Leiden geläutert haben sollte, dann soll es nicht erwarten, allein durch das Wort bis auf den Grund der Herzen zu gelangen und sie von meiner Wahrheit zu überzeugen.

    41.  Daher sage Ich euch zur gleichen Zeit, da Ich euch mein Wort gebe, dass ihr es ausüben sollt, weil ihr nur so die Essenz meiner Unterweisungen, ihren Sinngehalt und ihre unendliche Güte werdet verstehen können.

    42.  Von 1866 bis 1950 sind 84 Jahre vergangen, eine ganze Epoche geistiger Offenbarungen, in der das göttliche Licht unablässig auf jeden Geist und auf alles Fleisch herabgestrahlt hat ─ in der die Geistige Welt sich diesem Volk in der einen Weise, und der ganzen Menschheit auf vielerlei Weise offenbart hat.

    43.  Nun naht der Augenblick, euch durch das für meine Kundgabe in dieser Zeit von Mir gewählte Mittel zu verabschieden. Doch Ich werde in Erwartung eurer Zubereitung und eurer Vergeistigung bleiben, um meine Kundgabe an die Menschheit wiederaufzunehmen, auch wenn Ich dann nicht mehr Gehirne verwende, um meine Botschaften zu übermitteln, sondern die direkte Kundgabe von meinem Geist an den euren gebrauche.

    44.  Als Ich durch den Mund eines Propheten des Altertums sagte, dass Zeiten kommen würden, in der mein Geist auf jeden Geist und auf alles Fleisch ausgegossen würde, und dass die Menschen Gesichte und prophetische Träume haben würden, nahm Ich gerade auf die Zeit Bezug, die näher rückt, in der die Gaben in Erscheinung treten werden, die jeder Geist besitzt, und in der er die göttliche Wahrheit sucht und die Erfüllung all dessen bezeugt, was euch prophezeit worden war.

    45.  Fürchtet nicht den Tag, an dem Ich zum letzten Mal zu euch sprechen werde, und fürchtet auch nicht die Zeit der Meditation, in der ihr meine Worte nicht mehr durch menschliche Lippen vernehmen werdet. Denn wahrlich, Ich sage euch, Ich werde gegenwärtig sein, werde euch erhören und euch keinen Augenblick lang im Stich lassen, werde euren Glauben durch meine Liebe ermutigen, werde euch meine Gegenwart in verschiedenen Formen fühlbar machen, werde eure Versammlungen mit Essenz und göttlichen Inspirationen erfüllen, indem Ich euch Gedanken, Werke und Worte eingebe, werde eure Schritte leiten und euch Stürze und Straucheln ersparen.

    46.  Habt keine Angst vor der neuen Zeit, zweifelt nicht an meiner Gegenwart im Geist, denn Ich werde euch meine Stimme hören lassen, euren Zweifel beseitigen und euch sagen: Ach ihr kleingläubigen Menschen, die ihr sehen und berühren müsst, um glauben zu können.

    47.  Wenn ihr wirklich in die Vergeistigung eindringen wollt, um euch zu Recht in dieser Dritten Zeit mit Würde meine Jünger zu nennen, so denkt tief über diese feierlichen Augenblicke, diese Unterweisungen nach, die zu den letzten gehören, die ihr noch empfangen werdet.

    48.  Ich will, dass ihr euch als gute Jünger euren Meister zum Vorbild nehmt in seiner Wahrhaftigkeit, damit ihr auf eurer ganzen Wanderschaft eure Mission erfüllt, ohne jemals von der Wegrichtung abzuweichen, die durch das Gesetz und das Gewissen vorgezeichnet ist.

    49.  Da Ich euch schon vor vielen Jahrhunderten mein Kommen angekündigt habe, habe Ich mein Versprechen erfüllt. Da Ich ─ nachdem Ich durch meine Stimmträger mit euch in Verbindung getreten war ─ eine Zeit der Wohlgefälligkeiten verhieß, in der Ich unablässig vom Geistigen Reich sprechen würde, habe Ich es getan. Doch da Ich euch das Datum offenbarte, an dem Ich diese Botschaft beenden würde, will und muss Ich dies einhalten. Denn in meinem Willen kann es keinerlei Wandel geben, noch können meine göttlichen Pläne eine Änderung erfahren, noch gibt es eine andere Macht oder einen anderen Willen, um die Bestimmung des Lebens und der Menschen zu ändern.

    50.  Alles ist von Ewigkeit her von Mir vorgesehen gewesen, nichts entging meiner Weisheit. Jede Zeit wurde von Anfang an festgelegt, und jede Bestimmung wurde vorgezeichnet. Auch wenn die Menschen niemals ihren Willen mit dem meinen in Einklang gebracht haben, hat sich dennoch mein Wille vollzogen.

    51.  Ich habe euch immer Zeit gegeben für eure Vorbereitung und euch Mittel bereitgestellt, um euch zu retten. Bevor Ich euch mein Gericht sandte, um am Ende eines Zeitalters oder eines Zeitabschnitts von euch Rechenschaft zu fordern, habe Ich euch meine Liebe bekundet, indem Ich euch warnte, erweckte und zur Reue, zur Besserung und zum Guten ermahnte. Doch wenn die Stunde des Gerichts gekommen war, habe Ich Mich nicht mehr eingestellt, um euch zu fragen, ob ihr bereits bereut habt, ob ihr euch schon vorbereitet habt, oder ob ihr noch immer im Bösen und im Ungehorsam verharrt. Mein Gericht ist in der festgesetzten Stunde gekommen, und der, der seine Arche rechtzeitig zu bauen verstand, war gerettet. Doch der, der spottete, als ihm die Stunde des Gerichts angekündigt wurde, und der nichts für seine Rettung tat, musste zugrunde gehen.

    52.  Meditiert darüber, was Ich euch gerade sage, damit ihr wisst, dass euer Wille niemals den meinen wird ändern können, auch wenn es euch manchmal so erscheinen mag ─ dass, wenn die Stunde des Gerichts gekommen ist, Ich euch aufsuchen und euch heimsuchen werde, um einem jeden nach seinen Verdiensten zu geben. Denn schon vorher sprach Ich zu euch voller Liebe und Licht, damit ihr rechtzeitig die rettende Arche bauen würdet ─ jene, die euch in den Tagen größten Gerichts davor bewahren könnte, in den Fluten der universellen Reinigung umzukommen.

    53.  Wenn dieses Ereignis bei den Kinderschülern und Letzten noch keine Gestalt angenommen hat, liegt die Verantwortung dafür bei den Älteren, bei den Ersten, bei den Jüngern, damit sie ihre kleinen Geschwister lehren, wie man den Willen des Vaters befolgt, und wie man sein Gesetz erfüllt. Doch Ich sage euch: Falls sie kein Beispiel von Gehorsam geben sollten, noch das Zeugnis von meiner Wahrheit, werde Ich ihnen gewisslich einen weiteren Beweis von meiner Gerechtigkeit geben, und davon, wie mein Wille über alles hinweg in Erfüllung geht.

    54.  Ihr fragt euch auf dem Grund eures Herzens, warum Ich eurem Geist so schwere Vorwürfe mache. Doch Ich sage euch: Wenn Ich, als Ich euch erschaffen habe, euch eine meiner Eigenschaften verweigert hätte, hättet ihr Grund dazu, euch über meine Vorwürfe zu beklagen oder darüber erstaunt zu sein. Aber da Ich weiß, dass Ich in euer Wesen etwas von jeder meiner Fähigkeiten, Tugenden und Eigenschaften gelegt habe, und Ich euch außerdem Offenbarungen über mein Gesetz, über eure Bestimmung und über das Leben gegeben habe, und Ich euch die nötige Zeit für euer Verständnis, eure Entwicklung und Entfaltung gewährt habe, müsst ihr es für gerecht halten, dass Ich zu euch herabkomme, um eure Werke zu richten und den Gebrauch, den ihr von meinen Gaben gemacht habt.

    55.  Ich sage euch noch einmal, dass, wenn Ich euch eine einzige meiner Eigenschaften versagt hätte, Ich nicht berechtigt wäre, euch die Fehler vorzuwerfen, die ihr in eurem Leben begeht.

    56.  Somit werdet ihr begreifen können, dass es kein menschliches Wesen gibt, noch jemals gegeben hat, in dem kein Geist gewesen ist, der es beseelt hat, noch jemals ein Geist existiert hat, der ohne Gewissen ist.

    57.  Welche größere Herrlichkeit gibt es für den Menschen, als zu wissen, dass ihn ein Lichtwesen beseelt, ein Bewohner des Geistigen Reiches, ein Abgesandter oder Botschafter einer höheren Welt? Und auf der anderen Seite ─ welch größeres Glück gibt es für den Geist, als zu wissen, dass ewig der strahlende Leuchtturm des Gewissens mit ihm ist, welches das Licht der Göttlichkeit ist, das seinen Weg erhellt? Da ihr jedoch die Zeit vergeudet habt, nur mit Irdischem beschäftigt, und euch täglich mehr von den Gedanken über das Geistige Leben entfernt habt ─ da selbst eure Religionen unter einem Mangel an Vergeistigung leiden, habt ihr eine müde-, kranke- und schwermütig-gewordene Menschheit, die, wenn sie die Stimme ihres Vaters vernimmt, der sich einstellt, um sie zu richten und zur Rechenschaft zu ziehen, von der Rechenschaftsforderung betroffen ist und sich fragt: Warum so große Strenge gegenüber diesem schwachen, kleinen, kranken und unwissenden Volk? Doch es ist sich nicht bewusst, dass es nicht im Recht ist, wenn es so auf die Stimme seines Meisters antwortet. Denn es ist weder schwach, da es die Kraft in sich trägt, die ihm Gott verlieh, noch ist es klein, denn in seiner geistigen und körperlichen Formung liegt die Weisheit und die Vollkommenheit, mit der Ich es geschaffen habe, noch ist es unwissend, weil es sich mittels des Gewissens vollkommen bewusst ist, was es tut, was es tun soll und was es lassen soll. Wenn es sich jedoch krank fühlt, dann deshalb, weil sein Mangel an Harmonie, sowohl mit dem Geistigen als auch mit dem Materiellen, es von den ursprünglichen Quellen des Lebens entfernt hat, wie es die geistige Zwiesprache mit Mir und der Kontakt mit seiner Mutter, der Natur, ist.

    58.  Ich fordere euch auf, tief über mein Wort nachzudenken, und muss euch sagen: Wenn jemand ─ nachdem er Mich gehört hat ─ meine Vorwürfe und meine Urteile weiterhin für ungerecht hält, wird dies nur deshalb sein, weil er nicht den Sinngehalt meines Wortes erfassen konnte, und Ich werde dann seine Herzens- und Verstandesverhärtung vergeben müssen.

    59.  Ihr werdet seit langem geprüft, geliebtes Volk, weil es notwendig ist, dass ihr euch läutert, damit ihr würdig werdet, mein Wort an eure Geschwister weiterzugeben ─ heute, da die Nationen so sehr eine Friedensbotschaft benötigen.

    60.  Ich werde nicht solche als Sendboten aussenden, die für das Leben der Gnade tot sind, denn sie würden nichts zu geben haben. Ich werde diese Mission nicht solchen anvertrauen, die ihr Herz nicht von Selbstsucht gereinigt haben.

    61.  Der Bote meines Wortes wird ein Jünger von Mir sein müssen, dessen bloße Gegenwart schon meinen Frieden in den Herzen spürbar macht. Er muss die Fähigkeit haben, seine Geschwister selbst in den schwersten Augenblicken des Lebens trösten zu können, und seinen Worten muss immer ein Licht entströmen, das alle Finsternis des Geistes oder des Verstandes vertreibt.

    62.  Ich traf dieses Volk tot an und erweckte es mit dem Licht meines Wortes zum Leben. Warum sollten meine Jünger nicht dasselbe an ihren Geschwistern tun können, da es das ist, was Ich sie gelehrt habe?

    63.  Wenn Ich von Toten spreche, meine Ich jene, die bezüglich des Glaubens, des Guten, der Wahrheit gestorben sind, und Ich kann euch sagen, dass in jedem von euch ein Toter war, als ihr zu meiner Kundgebung gekommen seid.

    64.  Als mein Wort die Grabplatte eures Herzens berührte, ließ es den seit langem unter dem Materialismus eures Lebens begrabenen Geist erbeben.

    65.  Unbekannte Empfindungen, verschüttete Liebesgefühle und Wonnen des Geistes ließ euch mein Wort erfahren. Begierig kamt ihr zu dem durch den Stimmträger kundgegebenen göttlichen Strahl, um jene Essenz zu genießen, die ihr aus der Unendlichkeit zu eurem Herzen herniederkommen fühltet.

    66.  Es sind Augenblicke wahren Friedens für euch gewesen, in denen ihr, in eine Welt voll Licht und Vollkommenheit versetzt, eure irdischen Geschicke vergessen habt.

    67.  Da strömte euer Herz vor Dankbarkeit über, weil gerade dann, als ihr vom Leben nichts als Schmerz erwartetet, der Schleier des Geheimnisses zerriss, und ein Strahl göttlichen Lichts als eine Botschaft der Liebe, der Wahrheit und des Trostes auf euren Geist herabfiel.

    68.  In eurem dunklen, schmerzerfüllten und eintönigen Leben geschah das unerwartete Wunder meiner Wiederkunft durch eine geistige und zugleich verstandesmäßig fassbare Kundgabe.

    69.  Von diesem Tag an zeigte sich ein neues Leben vor euren Augen. Die Schatten des Zweifels und der Ungewissheit verschwanden, und in eurem Herzen ging das Licht auf.

    70.  Dies ist die neue Morgenröte, von der Ich in meinem Wort so oft spreche, dies ist der neue Tag, zu dem ihr erwacht seid.

    71.  Ihr habt nun Hoffnung, fühlt euch sicher und wisst nun, was ihr tun müsst, um innerhalb dieses Weges zu leben.

    72.  In eurem Herzen wurden edle Vorsätze, gute Absichten, schöne Vorhaben geboren.

    73.  Der Weg breitet sich lichtvoll vor euren Augen aus und lädt euch unablässig dazu ein, ihn zu begehen, um euch seine Schönheiten zu zeigen und euch auf Schritt und Tritt neue Lehren zu offenbaren.

    74.  Wer von euch wünscht dieses wunderbare Erwachen nicht der ganzen Menschheit? Wer von euch möchte diesen Schatz nur für sich? Niemand. Ich sehe in jedem Herzen den Wunsch nach einer weltweiten Auferstehung, den Wunsch nach Frieden und Licht in allen Menschen. Wahrlich, Ich sage euch, dieser Wunsch, der täglich größer wird in eurem Herzen, wird die Kraft sein, die euch morgen dazu bringt, für die Verwirklichung des Ideals zu kämpfen, das mein Wort in eurem Geist hat aufkeimen lassen.

    75.  Ich werde meinem Volk die Mittel bereitstellen, um meine Botschaft zu allen Nationen zu bringen. Ich werde dafür sorgen, dass es auf seinem Weg Menschen guten Willens findet, die ihm helfen, meine Kundgaben bis an die Grenzen der Erde zu tragen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 324

    1.  Ich bin zu eurem Herzen herabgekommen, das Ich bereit gefunden habe, Mich zu empfangen. Wer von euch hat Mich gesucht, der Mich nicht gefunden hätte?

    2.  Ihr wandert derzeit in einer Wüste, doch ihr habt meine Gegenwart in dieser Stimme, die euch in den zahllosen Prüfungen des Weges unablässig ermutigt. Ihr seid mit dem Brot des Geistes genährt worden, während viele Menschenscharen in Wüsten wohnen, wo sie weder Wasser, noch Nahrung, noch einen Führer gefunden haben.

    3.  Ich komme zu allen hernieder, habe keine Rasse bevorzugt. Mein Geist kommt zu allen Menschen herab, doch nur jene, die zubereitet sind, empfangen Mich und erquicken sich an meiner Gegenwart.

    4.  Ich segne das Volk Israel, das die Türen seines Herzens geöffnet hat, um Mir Herberge zu gewähren ─ jene, die ihre Augen dem Licht geöffnet haben und in diesem Werk die ganze Wahrheit und Herrlichkeit entdeckt haben, die es enthält. Denn sie werden gerettet werden, und durch sie werden die kommenden Generationen gerettet werden. Ihr, das auserwählte Volk, das Mich zu allen Zeiten gehört hat, kommt heute ein weiteres Mal herbei, verneigt euch vor Mir und sagt Mir: „Vater, lenke unsere Schritte, entflamme unseren Glauben noch mehr, lasse nicht zu, dass wir in Versuchung fallen.“ Ihr sagt Mir in eurem Gebet, dass ihr große Trübsale habt, dass ihr einen Leidenskelch geleert habt, dass eure Füße sich an den Dornen des Weges verletzt haben. Doch der Meister antwortet euch: Seid geduldig in den Prüfungen, trinkt euren Leidenskelch mit Ergebung und erwartet den morgigen Tag, während ihr euch in meiner Lehre betätigt.

    5.  Ihr seid vorausgewarnt worden, ihr wusstet, was diese Zeiten mit sich bringen, weil Ich es euch angekündigt habe. Ihr seid nicht blind, ihr wandert auf dem Pfad voller Licht. Andere sind es, die straucheln, stürzen und Tränen vergießen: Es sind die Unwissenden, die nicht wissen, wohin sie gehen, die ein unfruchtbares und nutzloses Leben führen. Aber ihr, Volk, welche die Kenntnis davon habt, dass ihr alle Gaben des Geistes besitzt, dass ihr meine Gegenwart in meinem Wort habt, und Mich Tag für Tag in meinen Unterweisungen empfangen habt, seid der Starke, der Mir seinen Kämpfergeist zeigt ─ ein Geist, der die Widrigkeiten besiegt hat, der über die großen Hindernisse hinweggegangen ist und die großen Barrieren durchbrochen hat im Verlangen nach Mir, nach der Vollkommenheit. Denn ihr müsst der Erste sein, der Starke unter den Menschen, der die Wahrheit sagt und Zeugnis von dem ablegt, was er erlebt hat.

    6.  Wenn jene große Endprüfung näher rückt, sollt ihr zu euren Geschwistern sprechen. Eure Worte sollen das Schweigen durchbrechen, in das die Menschheit für kurze Zeit verfallen wird, verstört durch jene große Heimsuchung. Es soll die Stimme Israels sein, die sich erhebt, zur Welt spricht und ihr das ankündigt, was Ich ihr verheißen habe: Friede den Menschen guten Willens, Heil für die gläubigen Menschen, Vollmacht und Stärke für jeden, der sich zu einem reinen Ideal erhebt. Um euch zu ermutigen, werde Ich meine Worte auf eure Lippen legen, meine Inspirationen in euer Herz, damit ihr diese Menschheit sicher führen könnt. Ihr seid ausgiebig vorbereitet worden. In jeder einzelnen meiner Unterweisungen habe Ich vor euren Augen einen unendlichen Weg voller Ideale und Vergeistigung aufgetan.

    7.  Euer Verstand und noch mehr euer Geist haben sich erquickt, während ihr die Wonnen dieses Wortes genossen habt und es in eurem Herzen bewahrt habt, um es später zu studieren. Schon naht der Zeitpunkt großen Studiums für das Volk Israel, in dem ihr über die Worte, die Ich euch sagte, über die Unterweisungen, die Ich euch als ein Testament für euch und für die ganze Menschheit gab, meditieren werdet.

    8.  Sei vorbereitet, Volk, denn allen Herzen werden viele Ideen entspringen, eure Gedanken werden aufeinanderprallen, und ihr werdet keine geistige Verwandtschaft unter den Menschen finden. Es ist die Zeit des angekündigten Kampfes. Während die einen aufbrechen, um meine Wahrheit zu verteidigen und meine Lehre zu verbreiten, werden die anderen sie zerstören wollen, werden Stein um Stein dieses Werkes zu Fall bringen wollen, das Ich im Herzen des Volkes Israel errichtet habe.

    9.  Sie werden sich mit Fanatismus und Unwissenheit erheben, weil jeder es seinem Begriffsvermögen entsprechend aufgefasst haben wird. Doch Ich, das Licht, werde zu euch herabkommen, um euch zu führen. Ich, die Gerechtigkeit, werde die Wahrheit im Herzen derer erstrahlen lassen, die Mich mit zubereitetem Geist gehört haben.

    10.  Volk Israel: In diesem großen Kampf sollt ihr nur die Waffen der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit bei euch tragen. Was würde aus euch, wenn ihr das zweischneidige Schwert ergreifen würdet, das verletzt und tötet? Vor allem sollt ihr mein Licht erstrahlen lassen und den Herzen mein Wort bringen. Ihr sollt euch mit Geduld, Klugheit und Liebe wappnen und euch an diese Unterweisungen erinnern, die Ich euch inmitten dieses Friedens gab.

    Obwohl Ich die Gemeinden sich in großen Stürmen, in großen Verwirrungen streiten sah, ist mein Wort wie ein Leuchtturm in diesem Meer gewesen, das von Weltanschauungen, Vorstellungen, unterschiedlichen Auslegungen aufgewühlt war. Jeder von euch soll ein Herold der Wahrheit sein, ihr alle sollt Mich zum Vorbild nehmen, ihr alle sollt euch an die Liebe erinnern, mit der Ich jeden meiner Jünger unterwies ─ an die Geduld, mit der Ich jeden meiner kleinen Schüler schulte ─ an die Vergebung, die Ich allen zuteilwerden ließ, wenn sie Fehler begingen und einer Versuchung erlagen.

    11.  So werdet ihr, Israel, die als Jünger von Mir zurückbleiben werden, die von diesem Meister Zeugnis ablegen wollen, Mich zum Vorbild nehmen. Dann wird der Augenblick der Prüfung, eure Gelegenheit sein, dann werdet ihr euch selbst erkennen, dann werdet ihr die Größe eures Geistes erkennen. Wenn ihr jedoch nicht zubereitet sein solltet, werdet ihr eure Schwachheit beklagen. Ich als Meister habe euch gelehrt, habe euch unendlich viele Unterweisungen zuteilwerden lassen, und wenn dieses Jahr 1950 zu Ende geht ─ ein Jahr der Gnade, das letzte, in dem Ich in dieser Form sprechen werde ─ werdet ihr vorbereitet sein, und alles, was ihr nicht mittels des Stimmträgers vernommen haben solltet, werdet ihr durch Intuition in eurem Geist empfangen.

    12.  Auf diese Weise werdet ihr große Lehren verstehen. Der Weg, den Ich euch vorgezeichnet habe, ist unendlich. Niemals werdet ihr sagen können, dass ihr nun ans Ende gelangt seid, dass ihr nichts mehr zu lernen oder zu studieren habt, dass ihr alles verstanden habt. Nein, Volk, eine kurze Zeit wird euch nicht genügen, um meine Lehre zu verstehen, ihr werdet während dieser ganzen Reise auf der Erde studieren müssen, und danach im Jenseits wird euer Geist in die geistigen Regionen weiterziehen im Verlangen nach der Essenz und der Weisheit meines Geistes, und ihr werdet immer noch weitere Horizonte entdecken, eure Ideale werden größer werden, und dann werdet ihr begreifen, dass euer Vater unendlich ist in seinem Licht und in seiner Liebe zu seinen Kindern.

    13.  Heute seid ihr nicht mehr der Kleine, ihr seid nicht mehr das Kind in diesem Werk, ihr seid in Erfüllung eurer Mission weit gewandert. Ich habe zu euch gesprochen und euch gesagt, dass das Volk Israel auf der Erde gegründet wurde, um Mich zu empfangen. Daher gibt es viele Epochen, in denen Mich euer Geist vernommen hat.

    14.  Ihr habt bereits einige Lebensstufen durchschritten, habt euch entwickelt. Ihr habt die Erfahrung und die Früchte, die ihr in den vergangenen Zeiten geerntet habt. Ihr habt bereits große Prüfungen durchlebt, daher wird sich euer Geist nicht durch falsche Lichter betören lassen. Ihr kennt den Geschmack meines Wortes, habt eure Augen geöffnet und kennt das reinste geistige Licht. Ihr habt im großen Buch meiner Weisheit gelesen und werdet durch die unvollkommenen Wissenschaften nicht in Verwirrung gebracht werden können.

    15.  Ich habe euch das wahre Licht und die wahre Wissenschaft, die in Mir ist, zur Kenntnis gebracht. Ich habe euch dem Geist nach zu Großen gemacht, weil Ich will, dass ihr Mich mehr mit ihm als mit dem Verstand sucht, damit ihr in Wahrheit Spiritualisten sein könnt. Denn schon naht der Zeitpunkt der großen Gelegenheiten für das Volk Israel. Wenn ihr euch heute als Gefangene gefühlt habt, mit einem eingeschränkten Wirkungsfeld zur Betätigung meiner Lehre, so ist nun der Augenblick nahe, an dem Ich die Wege für jeden von euch öffnen werde, und dort werdet ihr meine Lehre zur Anwendung bringen, und beim Ausüben derselben werdet ihr die Größe jedes meiner Worte entdecken.

    16.  Nur so werdet ihr Mich verstehen können, so werdet ihr mein Wort richtig auslegen und in eurem Verstand keine Theorien und Vorstellungen bilden, die euch verwirren und euch nicht zum Verständnis meiner Lehre führen. Ihr müsst die Liebe, den Frieden und die Barmherzigkeit ausüben, um mit eurem Vater eins zu werden, dann könnt ihr euch selbst erkennen, so wie Ich euch zubereitet habe ─ voller Gaben und Gnaden. Ich habe euch gesagt, dass Ich euch nach meinem Bild und Gleichnis geschaffen habe, dass jeder von euch große Werke auf dem Weg tun kann, die von Mir Zeugnis ablegen sollen, die euch Mir ähnlich machen, und aufgrund eurer Tugend könnt ihr sie vollbringen.

    17.  Seid ihr schon bereit? Habt ihr euch schon zubereitet, um Mich nachzuahmen? Wahrlich, Ich sage euch, es fehlt euch nichts hierfür, ihr seid bereits zur geistigen Reife gelangt, und von diesem Punkt an könnt ihr aktiv werden und Mir die ersten Früchte eurer Auftragserfüllung darbringen, während ein großer Teil der Menschheit weiterhin schläft, während sie den Stoß oder das Rütteln erwartet, das sie aufwecken wird.

    18.  Ihr wacht und betet, haltet euren Glauben brennend. Ihr betet für all jene, die sich enterbt und vom geistigen Weg abgekommen fühlen, und dieses Gebet umgibt die Menschen und rettet sie, erlöst sie. Der Zeitpunkt wird kommen, an dem jene Herzen ― in welche ihr die Liebe gesät habt und die ihr noch nicht kennt, weil ihr sowohl für jene, die ihr kennt, als auch für jene, die ihr nicht kennt, gebetet habt ― auf euren Weg gelangen werden, oder ihr werdet auf eurem Weg zu ihnen gelangen und sie entdecken, und dann werdet ihr miteinander eins werden, dann wird euer Geist die Saat erkennen, die er gesät hat.

    19.  Die Provinzen erwarten euch, viel habe Ich darüber zu euch gesprochen, doch ihr habt es als etwas Fernes gesehen, weil ihr es nicht sofort eintreten saht. Aber der Augenblick wird kommen, in dem ihr euch verstreut, und dann werdet ihr dieses Saatkorn als überreichen Samen mit euch nehmen, um ihn auf den Feldern der Menschheit zu verstreuen. Dort werdet ihr euren Fortschritt erkennen, dort werdet ihr euer Ideal voranzubringen beginnen, dort werdet ihr durch eure Taten der Liebe und der Aufopferung für die Menschheit groß werden.

    20.  Es ist notwendig, dass ihr durch diese Prüfungen geht, damit ihr meine Lehre verstehen könnt. Jeder von euch muss zu einem Apostel werden, und Ich werde euch vom Jenseits aus erleuchten und segnen.

    21.  Ihr habt die gleichen Gaben, die jene damals hatten. Ja, Volk Israel, denn ihr seid in dieser Zeit meine Jünger gewesen, ebenso wie jene Zwölf und alle, die Mich in der Zweiten Zeit vernommen haben. In euch habe Ich meinen Samen gelegt, meine Weisheit hat euren Geist umhüllt. Doch wenn ihr euch für kurze Zeit nicht von ihr erfüllt gefühlt habt, dann deshalb, weil ihr noch nicht meditiert und studiert habt.

    22.  Ich gewähre euch nun eine Zeit des Friedens, eine Zeit der Entfernung von eurem irdischen Leben, damit ihr studieren könnt und dann vorbereitet eure Mission beginnt. Wenn dieser Zeitpunkt kommt, so lasst ihn nicht unbeachtet verstreichen, widmet diese Zeit, die Ich euch nun gewähre, nicht dem weltlichen Leben. Ich werde euch das für den Lebensunterhalt Notwendige obendrein geben, und für den Geist alles, was ihr nötig habt.

    23.  Ich bin um des Geistes des Menschen willen gekommen, um ihn aus der Finsternis zu retten, in der er gelebt hat. Die Körpermaterie ist zweitrangig, das irdische Leben ist, obwohl es für den Menschen wichtig ist, ebenfalls zweitrangig. Euch genügt ein Brot, um euch zu ernähren, eine Decke, um euren Körper zu bedecken und ihn vor den Unbilden der Witterung zu schützen, auch ein einfaches Gewand, und dies ist ausreichend. Doch der Geist, der einen weiten Weg zurücklegen muss, der mit großen Verdiensten zu Mir gelangen muss, um die großen Verheißungen zu erlangen, hat noch nicht seine Gelegenheit bei euch gehabt, ist noch immer angekettet, ruft noch immer ständig nach Rettung und Befreiung. Er erhebt sich im Kern eures Wesens und rührt euer hartes Herz an. Doch er ist es, der das Fleisch regieren soll, und nicht dieses soll den Geist beherrschen.

    24.  Die körperliche Hülle ist nur das Gewand, das Werkzeug, das Ich euch auf der Erde gegeben habe, damit ihr eine Zeitlang auf ihr leben könnt. Ich werde zu dem Zeitpunkt, an dem ihr dieses Gewand abgelegt habt, von dem Geist Rechenschaft verlangen über seine Körpermaterie. Doch der Materialismus, in dem ihr lebt, ist ein Kerker, in dem ihr euren Geist unterdrückt habt. Ich werde nun dessen Türen öffnen, werde euch Freiheit geben, damit ihr sehr nahe bei Mir leben könnt und diese Menschheit mit allen Kräften eures Wesens lieben könnt.

    25.  Ich will, dass das Volk Israel wie eine zärtliche Mutter ist, die diese schutzlose Menschheit empfängt, dass euer Schoß warm ist, dass eure Augen voller Liebe und Mitgefühl für diese Menschheit sind. Ich vertraue sie euch an, damit ihr sie als eine jüngere Schwester, oder ─ wenn ihr wollt ─ als eine Tochter betrachtet. Ich werde euch als Stellvertreter von Mir zurücklassen, und so, wie Ich die Menschheit liebe, segne und umarme, sollt auch ihr tun. Sie hungert nach Liebe, nach Vorbildern und nach Licht. Ich werde der Menschheit sagen: Sucht das Volk Israel auf, in ihm werdet ihr meine Stellvertretung und meine Wundertaten finden, auf dieses werde Ich meine Unterweisung und meine Wohltaten ergießen!

    26.  Wie groß ist eure Aufgabe, geliebtes Volk, ihr habt sie noch immer nicht verstanden! Doch seid unbesorgt. Wenn ihr an Mich glaubt, werdet ihr euch zu deren Erfüllung erheben können und jenen ehrenvollen Platz gegenüber der Menschheit einnehmen. Bereitet euch jetzt vor, da ihr noch Zeit habt, um nachzudenken und zu meditieren ─ jetzt, da ihr noch nicht predigend vor den großen Menschenscharen steht und noch selbst die Fehler korrigieren könnt. Dringt in euer Inneres ein, um das zu erkennen, was es an Gutem und Schlechtem birgt und um die Tugenden zu fördern, die ihr entdeckt, die Ich seit Anbeginn in euren Geist geprägt habe, seit ihr geschaffen worden seid. Doch das, was ihr an Schlechtem entdecken solltet ─ alle Unvollkommenheiten, die in euch vorhanden sein sollten, sollt ihr in Vollkommenheiten umwandeln.

    27.  Die Erde ist ein Tal der Sühne und der Prüfung für den Geist. Aber er wird durch die Stärke und Vollmacht, die Ich ihm verliehen habe, siegen, weil er ein Teil von Mir selbst ist, meine eigene Essenz, mein eigenes Leben. Ihr seid meine Geschöpfe, Mir ähnlich. Auf welche Hindernisse werdet ihr daher auf eurem Weg stoßen, die ihr nicht auf dem Weg der Vergeistigung und der Erhebung überwinden könntet?

    28.  Volk: Es genügt, wenn ihr täglich betet und euch im Studium meiner Lehre schult, um euch durch eure eigene Anstrengung einen Weg zu bahnen, alle Prüfungen zu bestehen, mit Geduld zu warten, wenn ihr warten müsst, und alles so entgegenzunehmen, wie es mein Wille ist. Ich habe euch keinen blumigen Weg versprochen. Ich habe euch nicht gesagt, dass ihr glücklich sein und auf dieser Erde das vollkommene Glück genießen werdet. Ich habe euch gelehrt, dass ihr Prüfungen unterworfen seid und einen Sühneweg durchlauft und eure früheren Verfehlungen wiedergutmacht, auf diese Weise erwerbt ihr Verdienste, um aufwärts zu steigen.

    29.  Das ist es, was Ich euch gesagt habe, Volk. Seid daher ergeben in den Trübsalen, ertragt euer Leben mit Freuden. Hofft darauf, dass ihr das, was ihr bei Anbruch der Nacht nicht empfangen habt, bei Tagesanbruch empfangen werdet. Denn jeder, der auf Mich vertraut, empfängt ─ jeder, der betet, ist stark. Daher geleitet dieser Meister euch Jünger immer zum Gebet, zum Studium der geistigen Unterweisungen, zum Studium des menschlichen Lebens, damit ihr jederzeit klug und gerecht sein könnt ― damit ihr bei allen euren Entscheidungen gerecht seid, damit ihr davon Zeugnis ablegen könnt, dass ihr meine Apostel seid, und ihr euch selbst voller Frieden fühlt aufgrund der Gerechtigkeit, die ihr in euren Handlungen zur Geltung gebracht habt.

    30.  So bereite Ich euch vor, Volk Israel, Ich habe euch in dieser Gemeinde vereinigt. Diejenigen unter euch, die in den letzten Stunden meines Wortes hinzugekommen sind, habe Ich gelehrt und sie erhoben, um euch alle in einem einzigen Gedanken, im gleichen Studium zu vereinen, damit ihr einen gleichen Entwicklungsgrad mit denen erlangt, die Mich schon seit langem vernommen haben.

    31.  Ich sehe euch alle dieselbe Stufenleiter betreten und hohe Ideale nähren, wobei ihr immer den Geist voranstellt, betet und alles von Mir erwartet. Ich segne euch und sage euch: Dies erwarte Ich auch von der Menschheit. Wann wird sie bekehrt sein? Wann wird sie ihren Mantel der Unreinheit abgelegt haben? Wann wird sie sich von ihrem Materialismus losgesagt haben, um sich auf die Suche nach dem geistigen Gewand zu machen? Dieses große Werk werdet nicht ihr vollbringen. Ich, der Ich unermüdlich wirke, werde die Menschheit in der dafür nötigen Zeit bekehren. Sie wird sich entwickeln, sie wird in einem Augenblick große Schritte tun, weil Ich die Prüfungen und Umstände vorbereite, die sie zur Vergeistigung bringen werden. Ihr sollt im jetzigen Zeitabschnitt euren Auftrag erfüllen, Ich jedoch werde zu allen Zeiten wirken und erfüllen.

    32.  Ihr habt mein Wort kennengelernt, habt erkannt, dass es von Mir stammt, doch ihr verlangt manchmal auch nach der Wärme und Zärtlichkeit der mütterlichen Liebe. Der Meister fragt euch jedoch: Habt ihr in diesem Wort des Meisters nicht auch die Zärtlichkeit und die Liebe der Mutter erkannt? Ich habe euch gesagt, dass Ich ein einziger Meister bin, ein einziger Geist, und in Mir alle Arten von Liebe sind. Wenn ihr Verlangen nach Maria habt, so sucht sie in meinem eigenen Wort ─ in diesem Wort, das euch in jedem Augenblick segnet und liebkost.

    33.  Ja, Volk Israel, in Mir sprechen der Vater und die Mutter, in Mir sprechen alle Arten von Liebe. In diesem meinem Wort, das Ich zu allen Zeiten gesprochen habe, werdet ihr ─ wenn ihr Mich erkennt ─ alles finden, was ihr ersehnt. Es wird keine Leere in eurem Herzen geben, in Mir werdet ihr den Vater, den Freund, den Bruder, den Meister finden, jedoch auch die Mutter. Ich bin die vollkommene Liebe, die Liebe aller Lieben. Seid getrost, Volk, und dankt Mir, weil Ich euch diese Lektionen zur Kenntnis gebracht habe.

    34.  Ich erfülle euren Weg an jedem Gnadenmorgen mit Segnungen. Wer von euch, der Mich mit Angst oder mit Sehnsucht bittet, ist nicht erhört worden? Ich sehe alles und weiß alles. Ich spreche vom Jenseits aus zu euch. Ihr gehört zu denen, die zu Mir kommen, die sich erheben, um Mich in den Regionen des Geistes zu finden. Ich habe die Erde in dieser Zeit nicht betreten, Ich komme geistig herab und setze Mich mittels des Universellen Strahls mit euch in Verbindung, und von dort aus sehe und vernehme Ich alles, spreche Ich zu euch und segne Ich euch, und an diesem Gnadenmorgen sage Ich euch: Erwerbt Verdienste, denn schon geht ihr auf die Mitte dieses Jahres zu. Wenn ihr es richtig genutzt habt, so seid gesegnet. Doch Ich als Meister rate euch: Nutzt jeden Tag und jeden Augenblick, damit ihr euch mein Wort einprägen und es für immer in eurem Herzen bewahren könnt. Diese Atmosphäre, dieser Friede, dieses Licht, diese Freude und diese Liebe sollen weiterhin bestehen, ihr sollt sie nach diesem Jahr in euren Versammlungen und außerhalb von ihnen weiterhin einatmen, Ich werde es euch gewähren. Wo immer ihr euch versammelt, werdet ihr meine Gegenwart haben, wo ihr Mich auch anruft, dort werde Ich bei euch sein.

    35.  Also, Volk, erkennt, dass der Göttliche Meister sich in dieser Zeit inmitten einer Atmosphäre von Frieden, von Verständnis und Vergeistigung kundgibt. Ich habe euer Denken vereinigt, und ihr habt einen geistigen Tempel errichtet, zu dem Ich herniederkomme. Dort offenbare Ich Mich und mache Ich mich fühlbar. Dort werdet ihr Mich nach diesem Jahr erkennen, denn auf diese Weise werde Ich Mich weiterhin inmitten von Frieden und Vergeistigung bekunden. Euer Geist soll die Zwietracht beseitigen und eine Atmosphäre von Harmonie, von Einigkeit der Anschauungen schaffen.

    36.  Wenn die Zeit gekommen ist, werdet ihr euch zerstreuen, ohne Parteien zu bilden, noch Verwirrungen oder schlechte Beispiele zu hinterlassen.

    37.  Ihr sollt aus eurem Herzen und eurem Geist heraus voller Frieden sprechen, dann werden in einem eurer Sätze die ganze Gerechtigkeit und Wahrheit zusammengefasst enthalten sein können, die Ich dieser Welt bekannt machen will. Achtet dann darauf, euren Frieden, eure geistige Energie und euren Glauben gut zu bewahren, damit ihr zu jedem Zeitpunkt die Stimme der Wahrheit sein könnt, die Stimme, die weissagt, die Stimme, die den Bösen zum Schweigen bringt und den Geist durch die Stimme des Gewissens erweckt.

    38.  Diese sollt ihr sein, Volk, inmitten der verstörten Menschheit, dafür habe Ich euch vorbereitet. Jeder von euch wird innerhalb einer Menschenschar seinen Auftrag erfüllen, doch ihr alle werdet geistig vereint sein, auch wenn ihr körperlich fern voneinander sein solltet. Und ihr sollt euch miteinander austauschen, sei es in geistiger Weise, sei es mittels Briefen. So werdet ihr nach und nach mein Werk entfalten, so werdet ihr es der Welt nahebringen. Dafür habe Ich in dieser Zeit das Ideal in euch erweckt, durch Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit die Gaben zu entfalten, damit ihr immer rechtschaffen und spirituell seid.

    39.  Ich lasse euch vereinigt wie eine einzige Familie zurück, in der es keine Streitereien geben soll. Ihr alle sollt euch als Geschwister betrachten, alle auf der gleichen Entwicklungsstufe, mit derselben Bereitschaft, ihren Auftrag zu erfüllen, und mit einem hohen Ideal. Ihr alle werdet von meinem Geist Segen, Aufmunterung empfangen, und das, was ihr für euren Kampf benötigt. Ich stärke euch an diesem Gnadenmorgen. Prägt euch jede meiner Unterweisungen ein, sie enthalten, auch wenn sie kurz sind, großes Licht.

    40.  Seid gesegnet. Ich bin immerzu in Erwartung jener, die sich geistig erheben wollen ─ jene, die jenseits dessen suchen, was ihre Augen erblicken können ─ jene, die mit den Augen ihres Geistes im Jenseits das Ewige Leben entdecken.

    41.  Ich mache euch mit euren Gaben bekannt und lasse den Ruf an euch ergehen. Doch jeder von euch muss durch seine Verdienste zu Mir gelangen.

    42.  An diesem Gnadenmorgen segne Ich durch das Gebet des Volkes Israel, das in verschiedenen Gemeinden innerhalb und außerhalb dieser Nation versammelt ist, die ganze Menschheit und gebe ihr meinen Frieden und meine Barmherzigkeit.

    43.  So bereite Ich euch derzeit auf die schweren Zeiten vor. Eure Worte werden das Schweigen durchbrechen, das sich auf die Menschheit legen wird, die von dem vielen Unheil bestürzt, durch die Unterschiedlichkeit der Weltanschauungen verwirrt sein wird, die unter den geistigen Führern verschiedener Sekten zutage treten werden. An jenem Tag der Angst, von dem ihr nicht wisst, wie lange er dauern wird, wird sich in jedem Geist eine Stimme erheben, die sagen wird: „Friede den Menschen guten Willens.“ Dann werden die gerettet sein, die in ihrem Herzen Glauben fühlen, die ihre Lampe brennend erhalten. Diese werden eine große Vollmacht in sich fühlen.

    44.  Schon naht die Zeit des Studiums für dieses Volk, in der es über meine Worte und Gebote beraten wird, und ihr sollt für diesen Kampf vorbereitet sein. Eure Gedanken werden aufeinanderstoßen, ihr werdet in euren Schlussfolgerungen unterschiedlicher Meinung sein. Doch über allen euren Vorstellungen wird mein Licht strahlen, und Ich werde Mich jener bedienen, die mit gesundem Geist aufbrechen, um meine Pläne zu verwirklichen.

    45.  Ich gebe euch für diesen Kampf nur die Waffen der Liebe, der Besonnenheit und der Geduld. Doch bei der Durchführung dieser Mission werdet ihr euch mit Wehmut an diese Stunden des Friedens, diese beglückende Atmosphäre erinnern, in der Ich euch unterwies und euch auf kommende Zeiten vorbereitete. Doch in jenem Meer von unterschiedlichen Weltanschauungen, Vorstellungen und Be­trachtungsweisen sollt ihr darum ringen, euren Frieden und eure Würde als Jünger von Mir zu bewahren.

    46.  Es genügt nicht, meine Lehre zu ergründen und ihren Sinngehalt zu verstehen, um das Heil zu erlangen. Es ist nötig, ihre Anweisungen zu befolgen, damit ihr mit Mir eins werdet, und euer Geist immer mehr Reife, Festigkeit in seinen Überzeugungen erlangt.

    47.  Ich habe euch keinen blumigen Weg auf dieser Welt versprochen, aber trotz seiner Mühsale könnt ihr euer Leben mit Freude leben, vertrauensvoll auf die Zukunft hoffen und bei allen euren Handlungen gerecht und ausgewogen sein. Wirkt und erfüllt eure Aufgabe in diesem Zeitabschnitt, und Ich werde zu allen Zeiten wirken.

    48.  Bewahrt eure Vergeistigung, damit ihr zu jedem Zeitpunkt die Stimme seid, die die Wahrheit ausspricht, die den Bösen zum Schweigen bringt und ihre Aufgabe erfüllt, seine Geschwister zu führen und zu unterweisen. Ruft eure Himmlische Mutter in jeder eurer Zusammenkünfte liebevoll an. Doch der Meister sagt euch: Ihr Geist und der Meine sind ein einziger. Habt ihr in meinem Wort nicht ihre Zärtlichkeit und ihre Gnade erkannt? In dieser Lehre spricht der Vater und eure Mutter in einer vollkommenen göttlichen Verbindung.

    49.  Wie oft habe Ich die Menschen dabei ertappt, als sie sich selbst gefragt haben, ob es nicht irgendeine Art gibt, mit Gott in Zwiesprache zu treten, und oftmals haben sie seufzend ausgerufen: „Ach, wenn Ich doch dem Herrn eine Frage stellen und die Antwort erhalten könnte!“ Doch danach resignieren sie, weil sie glauben, dass dies unmöglich ist, und suchen meine Barmherzigkeit weiterhin in äußeren Kultformen und materiellen Opfergaben ― obschon sie im Innersten ihres Wesens nicht begreifen können, wie ein Vater, der immer gesagt hat, seine Geschöpfe so sehr zu lieben, sich nicht für würdig hält, ihnen zu antworten, wenn sie Ihn bitten und Ihn rufen.

    50.  Ach ihr unreifen, dem materiellen Leben verfallenen Menschenwesen, wenn ihr doch wüsstet, dass jenes Bedürfnis, mit Mir Zwiesprache zu halten, der Durst ist, den Ich in meinem Geist fühle! Wenn ihr doch wüsstet, dass euch jene Zwiesprache, die ihr ersehnt, nicht nur gewährt worden ist, sondern dass alle meine euch offenbarten Unterweisungen zu allen Zeiten den Zweck haben, euch zur Zwiesprache von Geist zu Geist zu führen! Aber da ihr vermaterialisiert lebt, habt ihr meine Stimme hören wollen, wie sie auf jene Worte antwortet, die eure Lippen aussprechen; und dies kann und soll nicht sein. Denn dann wäre es keine geistige Zwiesprache mehr, sondern eine, in der euer Herr sich auf das Niveau eures Materialismus herabwürdigen würde.

    51.  Daher muss die Art und Weise, die Ich in dieser Zeit gewählt habe, wenn Ich Mich mittels dieser Stimmträger kundgebe, kurz sein, weil sie nicht die vollkommene Offenbarungsform ist. Wenn sie einmal vorüber ist wird die Zeit der Zubereitung kommen, in der viele Menschen mit ihrer Entfaltung hin zur Zwiesprache von Geist zu Geist beginnen werden.

    52.  Ich bin niemals fern von euch gewesen, wie ihr zuweilen geglaubt habt, noch sind Mir eure Leiden jemals gleichgültig gewesen, noch war Ich taub für eure Rufe. Was geschah, ist, dass ihr euch nicht darum bemüht habt, eure höheren Sinne zu verfeinern, und erwartet habt, Mich mit den Sinnen des Fleisches wahrzunehmen. Doch Ich sage euch, dass die Zeit, in der Ich den Menschen dies gewährte, schon sehr weit zurückliegt.

    53.  Wenn ihr euch ein wenig darum bemüht hättet, einige eurer geistigen Fähigkeiten zu entfalten, wie die Erhebung durch den Gedanken, das Gebet, das Ahnungsvermögen, den prophetischen Traum oder das Geistige Gesicht ─ Ich versichere euch, durch jede derselben würdet ihr mit Mir Zwiesprache halten und daher Antwort auf eure Fragen und göttliche Inspiration in euren Gedanken erhalten.

    54.  Ich bin immer bereit, mit euch zu sprechen, bin immer in Erwartung eurer Erhebung und geistigen Bereitschaft, um euch zu erfreuen und euch das Glück zu bereiten, Mich eurem Geist kundzutun. Dafür ist nur nötig, dass ihr euch mit größter Lauterkeit bereit macht, um diese Gnade zu erlangen.

    55.  Zwar empfange Ich euch und gebe euch meine Wohltaten, ganz gleich, in welcher Form meine Barmherzigkeit erfleht wird. Aber wenn ihr von Mir auch das erhaltet, worum ihr gebeten habt, wird euer Geist dabei niemals das Glück erleben, sich jenes Gutes würdig gemacht zu haben.

    56.  Ich muss euch sagen, dass an jenem Tag, da ihr mit euren Bitten bis zur Höhe des Geistigen zu gelangen versteht, euer Glück beim Empfang meiner Barmherzigkeit unvergleichlich größer sein wird. Denn jener, der zu bitten versteht, wird naturgemäß auch zu empfangen verstehen. Ich sage euch dies, weil manche von Mir das erlangen, was sie begehren, obwohl sie nicht zu bitten verstanden. Welchen Wert können sie dann dem beimessen, was sie nicht einmal zu erflehen oder zu erbitten verstanden? Sie gehören zu denen, die nicht zu empfangen verstehen, die die Liebe, mit der ihr Vater ihre Bitte gewährt hat, nicht verstehen könnten. Doch meine Pflicht als Vater ist es, den Kindern in ihrem Lebenskampf zu helfen, sie zu beschützen, ihnen beizustehen und sie zu trösten. Daher kann mein Erbarmen niemals aufhören, sich auf meine Kinder zu ergießen.

    57.  Dieser Vater, der euch so sehr liebt, kann euch nicht in geistige Unwissenheit versunken sehen, welche Finsternis, Armut und Armseligkeit ist. Deshalb erwecke Ich euer Gewissen, das wie ein Meister ist, der aus euch selbst ersteht und immer die Mittel und Wege sucht, um gehört und gefühlt zu werden, sich in Worten und Lehren zum Ausdruck zu bringen, die eure Fehler korrigieren und euch zu den Höhen des Lichts, der Erkenntnis, des Gewissens und der Geistesgröße zu erheben.

    58.  Vereinigt in eurem Verstand und Geist meine Manifestationen als Gott, die euch das Gesetz offenbaren; meine Manifestationen als Vater, die euch meine unendliche Liebe enthüllen, und meine Unterweisungen als Meister, die euch meine Weisheit offenbaren, dann erhaltet ihr aus alledem eine Essenz, einegöttliche Absicht: Dass ihr auf dem Pfad des geistigen Lichts zu Mir kommt ─ etwas mehr als nur eine Kommunikation mit euch. Ich will euch in mein eigenes Reich führen, wo ihr Mich für immer gegenwärtig haben werdet, wo Ich für immer in euch bin.

    59.  Bemüht euch zunächst darum, euch zu vergeistigen, damit eure verborgenen Gaben nach und nach erwachen, und ihr zuerst der Zwiesprache von Geist zu Geist und danach der Welt der Vollkommenheit Schritt für Schritt immer näher kommt.

    Mein Friede sei mit euch

  • Unterweisung 325

    1.  Wohl denen, die aus Liebe weinen, denn dies ist der Beweis dafür, dass ihr Geist und ihr Herz in Harmonie leben.

    2.  Es sind die Augenblicke eurer Selbstbetrachtung, die passende Stunde, um meine Liebe zu begreifen und zu fühlen, der Augenblick, in dem sich euer Herz ─ beinahe ohne dass ihr es merkt ─ wie eine Blume öffnet und aus euren Augen der süße Quell der Tränen hervorbricht.

    3.  Diese Tränen sprechen mehr als alle Worte und sagen mehr als alle Gedanken. In ihnen gibt es Aufrichtigkeit, gibt es Demut, gibt es Liebe, Dankbarkeit, Zerknirschung, Versprechungen.

    4.  Wenn ihr Mich so sprechen hört, fühlt ihr euch von Mir verstanden und geliebt. Ja, meine kleinen Kinder, Ich sehe euch alle und vernehme euch alle, Ich weiß eure Namen, kenne alle eure Nöte, höre euer Klagen und euer Flehen und empfange alle eure Bitten und Opfergaben.

    5.  Ja, ihr seid meine Kinder, weil ihr aus meinem Geist hervorgegangen seid. Wie sollte Ich euch nicht kennen und lieben?

    6.  Wenn manchmal trotz eurer Gebete der Schmerz oder das Leiden fortdauern, dann nicht, weil Ich euch nicht vernommen habe ─ auch nicht, weil Ich euch nicht ermutigen will, sondern deshalb, weil Ich euch prüfen will, um euch eine meiner Lektionen nach der anderen zu geben, weil es meine Pflicht als Vater ist, euch zu korrigieren, euch heimzusuchen und zu vervollkommnen auf jenem Weg, welcher das Leben ist.

    7.  Gesegnet seien, die Mich auf dem Altar der Schöpfung segnen und die Folgen ihrer Verfehlungen demütig entgegenzunehmen verstehen, ohne sie göttlichen Strafen zuzuschreiben.

    8.  Gesegnet seien, die meinen Willen zu befolgen wissen und ihre Prüfungen in Demut annehmen. Sie alle werden Mich lieben.

    9.  Ihr Menschenscharen kommt herbei, um eure Zuflucht bei Mir zu suchen, weil das, was auf eurer Welt geschieht, euch mit Furcht erfüllt. Ihr habt festgestellt, dass alle Gerechtigkeit, alle Liebe und alle Wahrhaftigkeit aus dem Herzen der Menschen gewichen ist. Da habt ihr euch gefragt: „Zu wem seine Zuflucht nehmen? Wen um Beistand anflehen und von wem etwas erhoffen?“ Und da habt ihr euch an Mich erinnert.

    10.  Ihr armen Völker der Erde ─ die einen versklavt, andere unterdrückt und die übrigen von ihren eigenen Führern und Repräsentanten ausgebeutet!

    11.  Euer Herz liebt jene nicht mehr, die euch auf Erden regieren, weil euer Vertrauen enttäuscht worden ist. Ihr habt kein Vertrauen mehr in die Gerechtigkeit oder Großmütigkeit eurer Richter, ihr glaubt nicht mehr an Versprechungen, an Worte oder lächelnde Gesichter. Ihr habt erlebt, dass die Heuchelei sich der Herzen bemächtigt und auf Erden ihr Reich der Lügen, Falschheiten und Betrügereien errichtet hat.

    12.  Arme Völker, die ihr auf euren Schultern die Mühsal wie eine unerträgliche Last tragt ─ jene Mühsal, die nicht mehr jenes gesegnete Gesetz ist, durch das der Mensch alles erhielt, was für seinen Lebensunterhalt nötig war, sondern die sich in einen verzweifelten und angsterfüllten Überlebenskampf verwandelt hat. Und was bekommen die Menschen dafür, dass sie ihre Kraft und ihr Leben opfern? Ein gehaltloses Stück Brot, einen Kelch voller Bitternis.

    13.  Wahrlich, Ich sage euch, dies ist nicht der Lebensunterhalt, den Ich zu eurer Wonne und Erhaltung in die Erde hineinlegte, dies ist das Brot der Zwietracht, der Eitelkeiten, der unmenschlichen Gefühle ─ kurzum der Beweis für den Mangel oder das Fehlen geistiger Reife bei denen, die euer menschliches Leben bestimmen.

    14.  Ich sehe, dass ihr einander das Brot entreißt, dass die nach Macht Strebenden nicht ertragen können, dass die anderen etwas besitzen, weil sie alles für sich haben möchten; dass die Starken sich des Brotes der Schwachen bemächtigen und diese sich damit begnügen müssen, die Mächtigen essen und genießen zu sehen.

    15.  Nun frage Ich euch: Worin besteht der moralische Fortschritt dieser Menschheit? Wo bleibt die Entfaltung ihrer edelsten Gefühle?

    16.  Wahrlich, Ich sage euch, in der Epoche, in welcher der Mensch in Höhlen lebte und sich mit Fellen bedeckte, entriss er sich gleichfalls gegenseitig die Nahrung vom Mund weg, nahmen sich die Stärksten ebenfalls den größten Teil, war die Arbeit der Schwachen auch zugunsten derer, die sich mit Gewalt durchsetzten, töteten sich die Menschen, die Stämme und die Völker gleichfalls gegenseitig.

    17.  Worin besteht dann der Unterschied zwischen der Menschheit von heute und der Menschheit jener Tage?

    18.  Ja, Ich weiß schon, dass ihr Mir sagen werdet, dass ihr viele Fortschritte erreicht hättet ─ Ich weiß, dass ihr Mich auf eure Zivilisation und eure Wissenschaft verweisen werdet. Doch dann werde Ich euch sagen, dass dies alles nur die Maske der Heuchelei ist, hinter der ihr eure wahren Gefühle und eure noch immer primitiven Instinkte versteckt, weil ihr euch nicht im geringsten um die Entfaltung eures Geistes, um die Erfüllung meines Gesetzes bemüht habt.

    19.  Ich sage euch nicht, dass ihr nicht wissenschaftlich forschen sollt ─ nein, im Gegenteil: Sucht, forscht, wachset und mehret euch an Wissen und Intelligenz im materiellen Leben, aber seid barmherzig miteinander, achtet die geheiligten Rechte eurer Nächsten, begreift, dass es kein Gesetz gibt, das den Menschen dazu ermächtigt, über das Leben seiner Geschwister zu verfügen ─ kurzum, Menschen, tut etwas, um mein Höchstgebot des „Liebt einander“ auf euer Leben anzuwenden, damit ihr dem moralischen und geistigen Stillstand entkommt, in den ihr geraten seid, und damit, wenn der Schleier der Lüge, der euer Gesicht bedeckte, abfällt, euer Licht leuchte, die Aufrichtigkeit erstrahle und in eurem Leben die Wahrhaftigkeit Einzug halte. Dann könnt ihr mit Recht sagen, dass ihr Fortschritte gemacht habt.

    20.  Werdet geistig stark in der Befolgung meiner Unterweisungen, damit eure Worte in Zukunft immer durch wirkliche Werke der Barmherzigkeit, Weisheit und Geschwisterlichkeit bestätigt werden.

    21.  Ich weiß, dass ihr euch im Grund eures Herzens fragt, ob ihr, wenn ihr mein Wort nicht mehr vernehmt, die notwendige Inspiration und Kraft haben werdet, um euch zum Kampf zu erheben und in ihm nicht zu erliegen.

    22.  Ihr fragt euch, ob ihr nicht die Bereitschaft oder Zurüstung verlieren werdet, die ihr erlangt, wenn ihr mein Wort vernehmt.

    23.  Ich sehe euch wankelmütig und unsicher, wenn ihr an den Tag denkt, an dem Ich zum letzten Mal zu euch spreche. Denn ihr begreift, dass dann die Stunde gekommen sein wird, in der ihr beginnen sollt, euch von Jüngern in Meister zu verwandeln, und ihr fühlt euch unfähig, ohne mein Wort zu leben.

    24.  Ich sage euch all dies, da Ich ― wenn Ich wüsste, dass es für euch ohne diese Kundgebungen unmöglich sein müsste, in eurem geistigen Kampf zu bestehen ― mein Wort nicht zurückziehen würde. Aber Ich weiß, dass es nötig ist, meine Botschaft zu beenden, damit ihr bald nicht mehr wie Jünger oder Schüler denkt, sondern wie Meister zu denken beginnt.

    25.  Versteht, dass ihr euer Leben nicht damit verbringen sollt, im Verlangen nach geistiger Wonne oder Trost zu diesen Versammlungsorten zu gehen. Ihr müsst begreifen, dass der Augenblick kommen muss, an dem euer Geist alles lehren wird, was er für den Fortschritt eurer Geschwister von Mir empfing.

    26.  Wahrlich, Ich sage euch, es ist für eure Vergeistigung notwendig, dass Ich aufhöre, Mich in dieser Form kundzutun. Wenn meine Botschaft einmal beendet ist, werdet ihr bemüht sein, euer Gebet und eure Verzückung zu vervollkommnen, um meine unsichtbare göttliche Gegenwart zu fühlen, und ihr werdet euch auch darum bemühen, eure Sinne und geistigen Fähigkeiten zu verfeinern.

    27.  Lebt jedoch wachsam, denn in euren Reihen werden Männer und Frauen auftreten, die leugnen werden, dass Ich meiner Kundgabe ein Ende gesetzt habe. Sie werden viele Argumente vorbringen und sagen, dass die göttliche Schwingung ewig ist, und dass es daher unmöglich ist, dass Ich Mich nicht mehr durch das menschliche Verstandesvermögen fühlbar mache. Doch schon heute sage Ich euch, dass ebenso, wie es gewiss ist, dass mein Geist ewig in den Menschen schwingt, es auch wahr ist, dass die Art und Weise, in der Ich Mich mittels dieser Stimmträger kundgebe, nicht ewig währen wird, weil sie nicht die vollkommenste ist, da Ich euch nun für eine Zwiesprache von Geist zu Geist vorbereite.

    28.  Diese Kundgebung unter euch darf nicht länger dauern, damit ihr aus ihr keine Tradition, keine Gewohnheit oder einen Ritus macht. Auch sollt ihr nicht auf jene hören, die sagen, dass die Zwiesprache von Geist zu Geist den Generationen einer sehr fernen Zukunft vorbehalten ist. Nein, Jünger. Zwar werdet ihr die vollkommene geistige Zwiesprache erst nach großer Entwicklung erreichen, aber dies wird mittels der Ausübung meiner Lehre geschehen, die immer ein höheres Niveau erreichen wird.

    29.  Betet direkt zu Mir, ohne das Bedürfnis nach Vermittlern, noch Worten, Symbolen, Riten oder Bildern. Dies wird der Beginn der Zwiesprache von Geist zu Geist sein, da es dann euer inneres und höheres Wesen ist, das sich im Verlangen nach Mir erhebt. Eure geistige Stimme hat Mich gerufen, und meine göttliche Stimme antwortet euch. Wie empfängt euer Wesen die Botschaft meines Geistes? Durch die Gaben der Intuition und Inspiration, das heißt, auf eine subtile und geistige Art.

    30.  Ist diese Art von Kommunikation nicht vollkommener und geistiger als jene, die ihr mittels eurer Stimmträger habt? Daher sage Ich euch auch, dass eure geistige Zwiesprache ihren Grad von Vollkommenheit je nach eurer Zubereitung haben wird ― so wie es auch bei den Stimmträgern und bei den Menschenscharen geschehen ist, die ihnen bei ihrer Zubereitung Beistand leisteten.

    31.  Übt immer mehr das geistige Gebet aus, damit ihr schon jetzt seine Güte und seine Wahrheit feststellt. Gewöhnt euch daran, die Inspiration und die Entfaltung eurer Intuition mittels dieser Art von Gebet zu suchen. Dann werdet ihr in eurem Verstand einen Strom von Licht erfahren, das darum ringt, sich in menschliche Ausdrücke und in Worte, in edle Gefühle und in gute Werke zu verwandeln.

    32.  Wenn ihr das Gebet, das der Beginn der Zwiesprache von Geist zu Geist ist, in dieser Weise entfaltet habt, werdet ihr nicht mehr das Verlangen nach Stimmträgern haben, die euch eine göttliche Botschaft übermitteln. Denn anstatt eine andere Person zu beauftragen, sich zuzubereiten, um jenes Licht zu empfangen und zu übermitteln, wird es dann jeder von euch selbst sein, der sich zubereitet, um von seinem Vater direkt und je nach den Verdiensten zu empfangen, die er Ihm gegenüber erworben hat.

    33.  Jünger, Ich bin es gewesen, der euch in dieser Zeit alle Fähigkeiten, die ihr besitzt, offenbart hat, damit ihr sie unter der Anleitung der Geistigen Welt immer mehr entfaltet, und ihr dadurch ─ wenn die Kundgabe eurer Geschwister, der geistigen Berater zu Ende ist ─ bereits vorbereitet seid, um eure Mission gut zu erfüllen.

    34.  Jetzt, da ihr meine letzten Unterweisungen empfangt, weil ihr euch im Jahr 1950 befindet, und da die Geistige Welt euch ihre letzten Kundgaben geben wird, werdet ihr euch wohl bewusst werden können, dass dies Volk hier diese Zeit der Vorbereitung und Entfaltung nicht genutzt hat.

    35.  Wie viele meiner Auserwählten haben nicht einmal den ersten Schritt auf die Zubereitung hin getan! Was werden sie tun, wenn sie nicht mehr die Möglichkeit haben, ihren Meister und ihre geistigen Geschwister vernehmen zu können, so wie sie jene während einer so langen Zeit gehabt haben?

    36.  Viele werden der verlorenen Zeit nachweinen müssen und sich selbst sagen: „Warum wussten wir jene gesegneten Augenblicke, die der Vater seinem Volk gewährte, nicht in ihrem ganzen Wert zu schätzen? Was wäre besser gewesen, als unter der Unterweisung des Meisters und dem Rat und der Aufsicht der Geistigen Welt mit der Entfaltung unserer Gaben einen Anfang gemacht zu haben?“ Aber nun wird es zu spät sein, weil der Wille des Menschen den durch meinen Willen festgesetzten Tag und die Stunde für das Ende dieses Zeitabschnitts der Kundgaben nicht wird ändern können. Dann wird ein neuer Zeitabschnitt beginnen, und mit ihm eine neue Art, um eure geistigen Gaben in einer einfacheren, höheren und geistigeren Weise zu entfalten.

    37.  Bei denen, die sich bemüht haben, die heutige Zeit zu nutzen, wird eine Ruhe in ihrem Herzen und ein Friede in ihrem Geist bleiben. Doch jene, die bis zu den letzten Morgenandachten gewartet haben, um aus ihrem tiefen Schlaf zu erwachen, werden mit Tränen in ihren Augen die Sonne meines Wortes, das diese Zeit erhellte, untergehen sehen, ohne ihr Licht genutzt zu haben, um den Samen der Vergeistigung auszusäen beginnen.

    38.  Die Erinnerung an diese Tage wird für die einen beglückend sein, während sie für andere quälend sein wird. Diese letzteren wird ihr Gewissen zur Wirklichkeit erwecken, und sie werden die Tragweite erkennen, die mein neues Wort für die Welt hat. Dies wird bewirken, dass die Liebe zum Studium meines Werkes in ihren Herzen erwacht und sie durch ihre Gebete und ihr Nachsinnen über das geschriebenen Wort Schritt für Schritt die verlorene Zeit wiedereinholen.

    39.  Wahrlich, Ich sage euch, bei all jenen, in denen die Reue sehr tief ist und der Wunsch nach Vergeistigung sehr groß wird, wird mein Beistand sich voll offenbaren, und bald werden sie zu den am meisten Fortgeschrittenen gehören können.

    40.  Der Zeitpunkt wird kommen, an dem alle, die Mich in dieser Zeit vernommen haben, das Bedürfnis fühlen werden, von meinem Wort Zeugnis abzulegen, denn die Welt wird sich wie ein unermesslich großes Feld präsentieren, das nach Wasser und nach Saat dürstet. Überlegt also: Was habt ihr bereits in eurem Herzen, um es euren Geschwistern anzubieten? Wie wollt ihr von meiner Wahrheit Zeugnis ablegen und die Größe meines Werkes aufzeigen?

    41.  Wenn die Stunde gekommen ist, in der die Menschen euch befragen, Beweise und Zeugnisse von euch verlangen über das, was ihr gesehen und von Mir gehört habt, wird jeder das geben, was er hat, und daher sage Ich euch schon jetzt, dass es besser ist, wenn ihr vorbereitet seid, damit niemanden die Stunde der Prüfung überrascht. Seht: Wenn euch eure Geschwister schlafend antreffen würden, dann würdet ihr kopflos, bestürzt aufwachen, und in euren Worten gäbe es Ungenauigkeiten und Falsches, weil ihr euch nicht rechtzeitig vorbereitet habt, und das überstürzte Vorgehen euch viele Fehler begehen ließe.

    42.  Nein, geliebtes Volk, Ich will nicht, dass die nach Licht Bedürftigen euch in Finsternis versunken überraschen, und daher spreche Ich zu euch mit voller Klarheit, damit ihr in der Zukunft Stürze vermeidet.

    43.  Seid euch immer bewusst, dass jede Zeit für die Entfaltung des Geistes und die Selbstbesinnung günstig sein kann.

    44.  Haben all jene Arbeiter, die mit Mir gearbeitet haben, dies etwa nicht inmitten ihres Lebenskampfes und ihrer Missgeschicke getan? Aber Ich unterwies sie, sich von allem, was sie umgab, zurückzuziehen, um sich in den Augenblicken geistiger Arbeiten ─ ob im Geist oder in der Körpermaterie ─ ganz ihrer Mission zu widmen.

    45.  Empfangt von Mir diese Unterweisungen und vergesst sie nicht, und empfangt von euren Geschwistern jenes Beispiel, damit ihr euch an ihm ermutigt.

    46.  Wenn ihr auf Friedenszeiten wartet, um euch an die Erfüllung eurer Mission machen zu können, so befindet ihr euch in einem Irrtum, weil jene Friedenszeiten gerade durch die Arbeit, den Kampf, die Anstrengung und selbst die Aufopferung meines Volkes kommen werden.

    47.  Welchen Sinn hätte es, auf ein Feld zu säen, das in voller Frucht steht? Ich habe euch Arbeiter genannt, weil es eure Aufgabe ist, zu säen. Doch gerade das Saatkorn, das Ich euch anvertraut habe, ist es, das euch den ersehnten Frieden geben wird, was bedeutet, dass ihr, um ihn zu ernten, ihn zuvor aussäen müsst.

    48.  Obwohl ihr euch für sehr unbedeutend haltet, sage Ich euch in Wahrheit, dass ihr der Menschheit sehr nützlich ─ geistig nützlich sein werdet. Dafür ist es nötig, dass ihr euch schon jetzt vorbereitet.

    49.  Ihr werdet weder die Gabe des Gabenträgers, noch die des Stimmträgers zu anderen Nationen tragen, denn dann wird die Zeit meiner Kundgabe bereits vorüber sein. Ihr sollt jedoch den Schatz an Inspiration und Weisheit weitertragen, den Ich euch in meinem Wort gebracht habe.

    50.  Für euer Wirken wird es erforderlich sein, dass ihr in meinem Werk vereint bleibt und so eine echte geistige Familie bildet. Doch ihr wisst bereits alle, dass es nach dem Ende des Jahres 1950 keine weiteren Kundgebungen in dieser Form geben wird. Dennoch versichere Ich euch als Aufmunterung und Trost, dass mein Geist immer bei euch sein wird, und dass ihr meine Gegenwart noch tiefer in eurem Wesen fühlen werdet.

    51.  Ich werde Mich euch in euren Gedanken bekunden, werde Mich an euren Zusammenkünften erfreuen, Mich in eurem Herzen und in eurem Geist fühlbar machen und Mich auf vielerlei Weise in Barmherzigkeit ergießen und so euren Glauben und eure Vergeistigung belohnen und ermutigen.

    52.  Jeder, der in dieser Weise meinen Willen erfüllt, wird ein getreuer Zeuge meines Wortes sein, und sein Eifer und Gehorsam, meine Weisungen zu befolgen, werden das feste Fundament sein, auf dem er seinen geistigen Tempel errichtet. Diese werden meine Jünger sein, die meine Unterweisungen über die Erde verbreiten. Doch wenn es manche geben sollte, die nach 1950 darauf bestehen, dass Ich Mich weiterhin in dieser Form kundgebe, dann werden sie betrügen, und ihr Zeugnis wird falsch sein. Denn keinem meiner Jünger ist der angekündigte und festgelegte Tag für meine letzte Kundgebung unbekannt.

    53.  Ich habe diesem Volk genügend Zeit gegeben, um geistiges Licht anzusammeln, welches Weisheit und die Entfaltung aller Fähigkeiten des Geistes ist, damit er bei meinem Abschied als ein Meister auf der Welt zurückbleiben könnte.

    54.  Stellt schon jetzt eine geistige Kommunikation mit den anderen Völkern der Menschheit her, damit ihr nach und nach die Wege derer bereitet, die zu Boten meines Wortes werden sollen. Durch das Gebet werdet ihr jene geistige Kommunikation herstellen können, die Ich euch gerade eingebe.

    55.  Wenn ihr nun diesen Rat befolgt, den Ich euch in meiner Unterweisung dieses Tages soeben gegeben habe, dann denkt nicht daran, ob in dem Augenblick, in dem ihr für ein bestimmtes Volk oder eine Nation gebetet habt, jene Geschwister, für die ihr gebetet habt, es gefühlt haben oder es nicht bemerkt haben, dass jemand an sie gedacht und für sie gebetet hat. Auch sollt ihr ihre Antwort nicht in derselben Weise erwarten. Bedenkt, dass an dem Tag, da die Menschen sich mittels Gedanken verständigen, sie bereits einen großen Schritt auf das Zeitalter der Zwiesprache von Geist zu Geist zu getan haben werden ― doch kaum jetzt, wo ihr gerade erst beginnt, jene unsichtbaren Fäden der Geschwisterlichkeit, Liebe, Verständigung und geistiger Annäherung auszuspannen.

    56.  Alles wird zu seiner Zeit in Erfüllung gehen, weil alles, was prophezeit worden ist, immer einen tiefen Grund hatte, auch wenn die Menschen daran gezweifelt haben, wenn ihnen jene Ankündigung lange Zeit vor ihrer Erfüllung offenbart worden ist.

    57.  Ihr seht bereits, wie die Prophetien der vergangenen Zeiten in ihrer Mehrheit in Erfüllung gegangen sind. Vertraut darauf, dass das, was Ich euch jetzt angekündigt und verheißen habe, gleichfalls in Erfüllung gehen wird. Die Wahrheit wird sich durchsetzen, mein Wille wird sich erfüllen, das Licht wird erstrahlen.

    58.  Erkennt, wie sich täglich auf eurer Welt eine unsichtbare Macht offenbart. Fühlt die Gegenwart der Zeit des Gerichts unter den Menschen, seht, wie sich derzeit alles auf die Endschlacht vorbereitet, in der alle menschlichen Leidenschaften, die gegen das Gute und die Wahrheit kämpfen, besiegt werden und zunichte sein werden, um neuen Gefühlen und neuen Idealen Platz zu machen.

    59.  Die Sichel meiner Gerechtigkeit wird eure Felder abmähen, und Ich erkläre euch in Wahrheit und im Geist, dass alles, was keine tiefen Wurzeln des Guten hat, abgemäht werden wird, und dass all das, was überflüssig ist, beseitigt werden wird.

    60.  Die Zeit, in der der Böse die Entfaltung des Guten behindert, wird vorübergehen, und obwohl dieser Kampf immer bestehen wird, solange ein Geist in einem menschlichen Fleisch wohnt, wird das Gute dann vorherrschen und bestimmend sein.

    61.  Erwerbt Verdienste, um zu jener Welt des Lichts zu gehören, die Ich euch ankündige. Hinterlasst schon jetzt eine Saat, die morgen gute Früchte trägt. Denkt nicht daran, dass nicht mehr ihr es sein werdet, die jene Früchte ernten und genießen können. Vertreibt aus euren Herzen jeden Egoismus und denkt daran, dass es eure Kinder dem Blut nach oder eure Geschwister dem Geist nach sein werden, welche die Ernte ihrer älteren Geschwister einbringen werden, die sie Wegbereiter nennen und in ihren Gebeten segnen werden.

    62.  Die Menschen sprechen von vergangenen Zeiten, vom Altertum, von langen Jahrhunderten und endlos langen Zeitaltern, doch Ich sehe euch noch immer klein. Ich sehe, dass ihr geistig sehr wenig gereift seid. In meinen Augen befindet sich eure Welt noch immer in ihrer Kindheit, auch wenn es für euch den Anschein hat, als ob ihr zur Reife gelangt wäret.

    63.  Nein, Menschheit, solange es nicht der Geist ist, der jene Beweise von Reife, Erhebung, Vervollkommnung und Fortschritt auf den verschiedenen Gebieten eures Lebens gibt, werdet ihr Mir zwangsläufig menschliche Werke präsentieren, die nur dem Anschein nach groß sind, aber aufgrund des Mangels an Liebe ohne moralischen Gehalt und nicht von Dauer sind.

    64.  Meint ihr, dass Ich von euch die Frucht, die ihr Mir anbietet, annehmen könnte, wenn Ich euch in diesen Augenblicken zur Rechenschaft ziehen würde? Nein, Menschheit, niemand könnte Mir eine Meiner würdige Frucht anbieten ─ etwas, das ein Beweis von Liebe unter den Menschen, von ihrer Harmonie, von ihrem Glauben an Mich, von ihrem durch die Ausübung des Guten erhobenen Leben wäre.

    65.  Ich werde nicht einige annehmen und andere nicht annehmen, Ich werde die Zeit erwarten, bis ihr Mir die Frucht eurer Harmonie darbringt. Dies wird eure Wiedergutmachung auf der Erde sein.

    66.  Ihr sagt Mir, dass ihr Mich liebt? Ihr behauptet, dass ihr die Wahrheit und die Gerechtigkeit liebt? Dann sage Ich euch, dass ihr, wenn ihr alle die Wahrheit und die Gerechtigkeit lieben würdet, nicht so leben würdet, wie ihr lebt ─ getrennt durch Gesellschaftsklassen, durch Glaubensbekenntnisse, durch Rassen und Gebräuche.

    67.  Wenn ihr die Wahrheit und die Gerechtigkeit lieben würdet, würdet ihr einander lieben, würdet ihr bemüht sein, die Barrieren zu zerstören, die Entfernungen zu verkürzen und die Unterschiede zu beseitigen.

    68.  Habt ihr dies getan? Ihr wisst sehr wohl, dass dies nicht der Fall ist; vielmehr habt ihr euch dafür eingesetzt, dass diese Unterschiede weiterbestehen, dass es Starke gibt und Schwache, Reiche und Arme, Mächtige und Elende, Gebildete und Unwissende, und diesen schlechten Samen finde Ich überall.

    69.  Wollt ihr, dass Ich euch so empfange ─ befleckt durch Missgunst, durch Eitelkeiten und niedere Leidenschaften?

    70.  Wie wenig habt ihr den Sinn meines Kommens zur Welt in jener Zeit erfasst, als Ich unter euch als Mensch erschien, um euch zu erklären, dass der ganze Inhalt des Gesetzes in zwei Höchstgeboten besteht: der Liebe zu Gott und der Liebe unter den Geschwistern. Denn dies ist die Essenz des Lebens und das göttliche Band, das die Familie Gottes vereint!

    71.  Erkennt ihr, wie falsch ihr lebt, während ihr glaubt, auf dem Höhepunkt eurer Kraft und eures Wissens zu stehen? Wenn ihr noch nicht von dem überzeugt seid, was Ich euch gesagt habe, so antwortet Mir: Ist all das, was ihr mit eurer Wissenschaft erschafft, für das Glück eurer Nächsten, für die Lösung ihrer Probleme und für ihr Wohlergehen da? Ihr werdet Mir nicht mit „ja“ antworten können, weil ihr dann lügen würdet, noch werdet ihr Mir sagen können, dass ihr das Unkraut vernichten müsst, damit eine bessere Welt entstehen kann. Denn mein Gesetz hat den Menschen niemals ermächtigt, über das Leben seines Bruders zu verfügen.

    72.  Ist es etwa die Liebe, die eure Wissenschaft in diesen Augenblicken inspiriert? Dient all das, was ihr derzeit zubereitet, etwa nicht dazu, Hassgefühle und Machtstreben zu befriedigen? Unterwerft es also dem Urteil eures Gewissens, und ihr werdet erleben, wie es euch sagt, dass die meisten Werke der Menschen in dieser Zeit kein Beweis von geistigem Fortschritt sind, sondern die Verneinung all dessen, was Ich euch seinerzeit mit meinem Wort und mit meinem Leben gelehrt habe.

    73.  Ich bin euer Vater, und es ist notwendig, dass Ich in dieser Weise zu euch spreche. Ich kann euch nicht betrügen, noch will Ich, dass ihr als Betrogene lebt. Ich sende euch diese Botschaft und lasse sie zu allen gelangen. Doch wenn ihr sie nicht glauben solltet, weil das Wort schlicht und auch seine Stimmträger unbedeutend sind, so werden die Tatsachen, die Prüfungen und die Ereignisse euch überraschend treffen, und dann werdet ihr begreifen, dass diese Botschaft wahr gewesen ist, aber dass ihr sie nicht rechtzeitig vernehmen noch annehmen wolltet. Wiederum, wie in den Zeiten Noahs, werden sich die Menschen über die Prophezeiungen lustig machen, und erst, wenn sie spüren, dass die Wasserfluten bereits ihre Körper unter sich begraben, werden sie zu glauben und zu bereuen beginnen.

    74.  Meine Barmherzigkeit wollte euch immer in eurer Unbesonnenheit aufhalten, doch ihr wolltet nie auf Mich hören. Sodom und Gomorrha wurden gleichfalls ermahnt, in Furcht und Reue einzudringen und ihre Zerstörung zu vermeiden. Doch sie wollten nicht auf meine Stimme hören und gingen unter.

    75.  Auch Jerusalem forderte Ich auf, zu beten und zur wahren Gottesverehrung zurückzukehren. Aber sein ungläubiges und fleischlich gesinntes Herz verwarf meine väterliche Ermahnung und musste sich durch die Geschehnisse von der Wahrheit überzeugen lassen. Wie bitter waren jene Tage für Jerusalem!

    76.  Erkennt ihr nun die Wahrheit, dass ihr noch immer dieselben seid? Denn ihr habt eure geistige Kindheit nicht verlassen wollen, um zu wachsen und euch auf dem Weg der Weisheit, die in meinem Wort liegt, zu erheben.

    77.  Ich sende euch allen diese Botschaft, welche Völkern und Nationen als Prophetie zum Erwachen, zur Wachsamkeit dienen soll. Wohl euch, so ihr an ihren Inhalt glaubt. Meditiert über seine Essenz, doch wacht und betet danach. Denn wenn ihr so handelt, wird euch ein inneres Licht führen und eine höhere Kraft euch beschützen, bis ihr gerettet seid.

    78.  Heute seid ihr Zeugen davon, dass Ich die an Verstand kranken Menschen mit dem Heilbalsam der Wahrheit heile, aus der alle Weisheit stammt.

    79.  Es mangelt noch daran, dass ihr all jene Erkenntnisse, die ihr über das menschliche Leben erworben habt, mit dem Wissen über das geistige Leben vereint. Denn solange ihr keine Gewissheit über euren Ursprung, über eure Bestimmung und euer Endziel habt, werdet ihr euch nicht erkennen, noch werdet ihr wissen, wer ihr seid.

    80.  Im menschlichen Bereich wisst ihr, an welchem Tag ihr geboren seid, und ihr wisst auch, dass ihr den Leichnam begraben müsst, wenn jemand nicht mehr lebt. Aber wer kennt den Augenblick, an dem euer Geist meinem Schoß entsprang, die Art und Weise, in der er geboren wurde, die Art und Weise, in der er inkarniert, und wie seine Rückkehr zum Schoß ist, aus dem er hervorging? Etwas, aber sehr wenig ist es gewesen, was die Menschen erahnt haben, ohne die ganze Wahrheit entdecken zu können, weil der Mensch von sich aus niemals in das Lebensgeheimnis wird eindringen können.

    81.  Ich bin es, euer Meister, der sich ein weiteres Mal den Menschen nähert ― in einer Zeit geistiger Beunruhigung, in einer Zeit der Fragen, der Unzufriedenheit angesichts dessen, was in Geheimnis gehüllt geblieben ist.

    82.  Ich enthülle die Wahrheit und stille die geistige Beunruhigung der Menschen. Ich beantworte ihre Fragen und beseitige jene Angst, die sie angesichts ihrer Unfähigkeit, die Wahrheit zu finden, erfahren. Auch nähere Ich Mich, um ihnen zu sagen, dass vieles von dem, was sie in Geheimnis gehüllt sehen, etwas gewesen ist, was sie aus Mangel an Zubereitung und Reinheit nicht zu entdecken vermochten, das von Mir jedoch erlaubt war, damit sie seinen Kern kennenlernen würden.

    83.  Da Ich der Welt versprach, wiederzukommen, um mit meinem Licht die Geheimnisse aufzuklären und die Verfinsterung des menschlichen Verstandes zu beseitigen, so ist jetzt die passende Zeit für meine Wiederkunft, in der mein Geist aufs Neue das Buch der Weisheit öffnet, damit die Menschen in ihm alles finden, was zu wissen ihnen zukommt, was ihnen durch Mich gewährt ist.

    84.  Dies ganze Volk hat Mich gefragt, warum Ich in dieser Zeit die geistige Form gewählt habe, um Mich bei den Menschen kundzutun, obwohl dies für sie eine allzu hohe und schwer zu begreifende und zu fühlende Form ist.

    85.  Ich weiß, dass die Menschen von heute Mir dies sagen, weil sie wissen, dass Ich Mich in der Vergangenheit inkarnierte, Mich menschlich, sichtbar und berührbar machte. Aber dieses Volk hat nicht darüber meditiert, dass bevor Ich als Mensch zur Welt gekommen bin, Ich Mich den Menschen bereits geistig kundgegeben hatte, und sie Mich vernommen und Mir geglaubt hatten, Mich jedoch niemals baten, dass Ich zur Welt herabkommen solle, um Mich zu sehen.

    86.  Ich nahm die menschliche Gestalt an, weil es unbedingt notwendig war, ein vollkommenes und lebendiges Beispiel dafür zu geben, was die Erfüllung im Göttlichen Gesetz ist, und niemand anderer als Ich geeignet war, dies zu tun ─ Ich, der das Gesetz machte ─ Ich, der euch das Gesetz in Worten und Werken erklären sollte, die einer Lehre Gestalt gaben.

    87.  Wenn Ich, anstatt die menschliche Gestalt zu wählen, um unter euch zu wohnen, die Gestalt eines Engels angenommen hätte, hätten die Menschen sich unbedeutend und unfähig gefühlt, meinen Schritten zu folgen; und sie hätten mein Wort für etwas gehalten, das vom Menschen unmöglich zu verwirklichen ist, und andererseits hättet ihr nicht an eine Opferung von Mir aus Liebe zu euch geglaubt.

    88.  Wenn Ich nun, anstatt eine Gestalt zu wählen, die über der menschlichen steht, die Gestalt eines Vogels oder einer Pflanze angenommen hätte, oder Mich in einem der vielen unter dem Menschen stehenden Geschöpfe verborgen hätte, hättet ihr jene Manifestation nicht für vollkommen gehalten, hättet ihr euch gedemütigt gefühlt, weil ihr nicht als Mittel für die göttliche Offenbarung erwählt worden seid.

    89.  Jetzt sage Ich euch, dass jede Form, die Ich gebrauche, um Mich zu bekunden, richtig und vollkommen ist; und dass, wenn ihr euch nicht bewusst geworden seid, dass Ich in allen Reichen der Natur gegenwärtig, manifest, berührbar bin, der Grund dafür der ist, dass ihr euch nicht dafür interessiert habt, die göttliche Sprache kennenzulernen.

    90.  Die Zeitalter sind vorübergegangen, und nur zum Teil sind sie genutzt worden. Daher nähere Ich Mich euch nun, um euch die Vorgehensweise zu zeigen, die verlorene Zeit wiedereinzuholen.

    91.  Hier ist euer Meister, der euch daran erinnert, dass Ich in der Zweiten Zeit in Jesus Mensch wurde, um von Herz zu Herz zu euch zu sprechen, und dass Ich euch derzeit zubereite, damit ihr mit Mir von Geist zu Geist Zwiesprache haltet. Auch unterweise Ich euch darin, die Elemente der Natur zu beobachten, in denen sich meine Macht, meine Weisheit und meine Gerechtigkeit bekundet. Und schließlich, Jünger, habe Ich euch die geistige Sprache gelehrt, damit ihr meine Stimme vernehmt und versteht, die unablässig zu euch spricht, und die euch unterweist und euch führt.

    92.  Diese Lehre ist es, die dem Menschen zur Vergeistigung verhelfen wird, die er benötigt, um sich Schritt für Schritt, Stufe um Stufe zur geistigen Weisheit zu erheben, wo er seinen Ursprung, seine Essenz, seine Daseinsberechtigung entdecken wird; und dann wird seine Liebe zu Mir sehr groß sein und er wird das ganze Leben und alles, was existiert und ihn umgibt, segnen, weil er in allem die Gegenwart seines Himmlischen Vaters sehen, vernehmen und fühlen wird.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 326

    1.  Ihr beginnt mein Wort zu vernehmen, und eure Augen werden zu einem unerschöpflichen Quell von Tränen. Warum weint ihr, Volk? Nicht immer kennt ihr den Grund, manchmal geschieht es, weil der Lebenskampf grausam gewesen ist ─ manchmal, weil das Leben euch durch Undankbarkeit, Enttäuschungen, Scheitern, Krankheiten oder Trauerfälle gegeißelt hat. Aber es gibt Gelegenheiten, bei denen ihr, ohne irgendeinen dieser Gründe zu haben, viele Tränen vergießt, wenn ihr Mich vernehmt.

    2.  Ich weiß den Grund für dieses Weinen ohne offensichtlichen Anlass, Ich kenne seinen Ursprung: Es ist euer Geist, der weint und es mittels des Fleisches durch Tränen kundtut. Jede Träne ist ein Schatz an darin enthaltener Zärtlichkeit, an Schmerz, weil er sich gefangen fühlt, an Reue über begangene Fehler, an Qual, weil er schwach geworden ist, an Trauer wegen der vergeudeten Zeit.

    3.  Was weiß die Körpermaterie von alldem? Daher habt ihr oftmals geglaubt, dass ihr grundlos weint.

    4.  Ihr fragt Mich, ob es ein Fehler ist, bei Mir zu weinen. Wahrlich, Ich sage euch, wer nicht dieses Bedürfnis verspürt, einen Schmerz zu lindern oder eine höchste Freude auszudrücken, der trägt statt eines Herzens einen Stein in der Brust, da er meine Gegenwart auf keinerlei Weise fühlt.

    5.  Weint, geliebtes Volk, denn auch das Weinen ist ein Mittel, das Ich dem Menschen verliehen habe, um sich zu läutern und sich von einer Last zu befreien, die ihn niederdrückt. Seht, wie ihr euch danach freier, leichter und reiner fühlt, um das Tagwerk wiederaufzunehmen.

    6.  Euer Geist braucht diese Reinigung, um würdig zu werden, die Aufgabe zu erfüllen, die für ihn bestimmt ist, und er muss sich der Last entledigen, die sich im Lauf der Zeit in ihm angesammelt hat. Denn ein neuer Kampf erwartet ihn ─ ein Kampf, den er beginnen muss, ohne irgendeine Müdigkeit zu fühlen.

    7.  Ja, Jünger! Das Weinen in den Augenblicken eurer inneren Einkehr ist ein Beweis aufrichtiger Gefühlsbewegung, und jede Träne ist beredter als tausend der schönsten und ausdrucksvollsten Worte eurer Sprache. Aber nicht bei allen zeigt sich das Weinen des Geistes, die Reue oder die Freude durch Tränen. Bei vielen meiner Kinder ist dieses Gefühl innerlich, verschwiegen, nur für Mich sichtbar. Sie erscheinen gefühllos oder gleichgültig, aber ihr Herz ist ebenso oder noch empfindsamer als bei denen, die ihre Gefühle zum Ausdruck bringen.

    8.  Wenn ihr alle einmal die Vergeistigung verstanden habt und sie lebt, werdet ihr auch eure geistigen Gefühle unter Kontrolle haben, ohne sie gegenüber euren Geschwistern zur Schau zu stellen, weil ihr verstanden habt, dass Der, vor dem ihr beichten, bereuen und euch läutern sollt, euer Vater ist, und Ihn werdet ihr in eurem Wesen tragen.

    9.  Zunächst, geliebte Schüler und Jünger, ist von Bedeutung, dass euer Herz die Schwingung des Geistes in eurem Wesen zu fühlen beginnt, die Notwendigkeit versteht, sich zu läutern, um den Kelch der Bitternis anzunehmen, wenn er zu euren Lippen gelangt, und dass es geistig ebenso wohltuend ist, die Gefühle im Grunde eures Wesens verborgen zu spüren, wie sie äußerlich zu bekunden.

    10.  Eine ganze Welt erwartet euch, eine Menschheit wartet auf euch, und deshalb sollt ihr eure Läuterung anstreben, damit, wenn ihr den Weg in Angriff nehmt, zu Missionaren dieser geistigen Botschaft geworden, in eurem Herzen sich nicht die Tugenden mit den Untugenden vermischen, denn dann werdet ihr euch dauernd durch euch selbst betrogen sehen. Ihr werdet den Wunsch haben, aufrichtig zu sein, und die Heuchelei wird zutage treten, um euch zu betrügen. Ihr werdet den Wunsch haben, wohltätig zu sein, und die Selbstsucht eures Herzens wird es verhindern. Daher sage Ich euch, dass eure Läuterung wahrhaftig sein muss, um euch würdig zu machen, diese geistige Mission innezuhaben. Doch niemand außer euer Gewissen ist in der Lage, zu bewirken, dass diese innere Läuterung beständig und wahrhaftig ist, durch Selbstbetrachtung, Erfahrung, Meditation und die Anwendung meiner Unterweisungen.

    11.  Könnt ihr euch das Glück vorstellen, das euer Herz erfahren wird, wenn ihr zu euren Geschwistern von dem sprecht, was Ich euch in dieser Zeit offenbart habe, und ihr sie dann im Stillen weinen seht ─ mit einem Weinen, das nicht nur das des Fleisches sein wird, sondern auch des Geistes, der nach Zärtlichkeit dürstet?

    12.  Jedes Mal, wenn mein Wort von euren zuvor durch das Gebet vorbereiteten und an meiner Barmherzigkeit inspirierten Lippen ausgesprochen wird, wird meine Essenz lebendig und mein Wort ergreifend sein, weshalb Ich euch sage, dass es durch euren Mund die gleiche Wirkung erzeugen wird, wie es in den Herzen der Zuhörer bewirkte, als es durch Vermittlung der Stimmträger übermittelt wurde.

    13.  Jünger: Das Wort, das Ich euch in dieser Zeit gegeben habe, sollt ihr nicht als Grundlage für eine neue Religion verwenden, weil es nur die Erläuterung des Gesetzes ist, das Ich euch von den frühesten Zeiten an offenbart habe.

    14.  Bedenkt: Wenn es sich um eine Religion handeln würde, wäre es nur für diejenigen bestimmt, die sich zu ihr bekennen würden. Aber da es das unendliche Licht Gottes ist, strahlt es auf alle hernieder, kommt es zu allen herab, um die Wege der Menschheit ohne Unterscheidung nach Völkern, Rassen, Sprachen oder Glaubensüberzeugungen zu erhellen.

    15.  Mein Gesetz ist der Altar, zu dem alle werden kommen müssen, um ihren Herrn anzubeten. Wo immer ein Mensch existiert, dort wird der Altar in der Erhabenheit seines Geistes sein und seinen Tribut und seine Liebesgabe erwarten.

    16.  Begreift, Jünger: Ich will euch begreiflich machen, dass jeder, der diese Unterweisung empfängt, sich gleichfalls geistig mit allen vereinen und eins werden soll, ohne dass der äußerliche Unterschied der verschiedenen Anbetungsformen euch daran hindert, eure Nächsten als Geschwister in Mir zu erkennen und zu lieben.

    17.  Wenn ihr einmal so fühlt, werdet ihr euch meine Unterweisung zu eigen gemacht haben und in den harten Tagen der Prüfung, die näherkommen, eure Gaben mit anderen teilen und sie daran teilhaben lassen können, ohne irgendeinen eurer Geschwister auszuschließen.

    18.  Ich verlange von den Menschen nicht die Vereinheitlichung von Sitten, von irdischen Gesetzen oder von Kenntnissen über Wissenschaften. Denn schließlich und am Ende wird der Tag kommen, an dem die Vernunft die Völker zusammenführt. Das, wozu Ich euch inspiriere, ist die geistige Harmonie, die Vereinigung im Denken, dass die ganze Menschheit das geistige Gebet kennenlernt und ausübt, in welchem ihr euch alle werdet innerlich erheben und das Brot des ewigen Lebens von meinem Geist direkt empfangen können.

    19.  Viele Religionsgemeinschaften gibt es auf Erden, und in ihrer Mehrheit sind sie auf den Glauben an Christus gegründet. Dennoch lieben sie sich untereinander nicht, noch erkennen sie sich gegenseitig als Jünger des Göttlichen Meisters an.

    20.  Meint ihr nicht, dass, wenn sie alle meine Lehre verstünden, sie diese zur Anwendung gebracht hätten, indem sie die Konfessionen zur Versöhnung und zum Frieden geleitet hätten? Doch dem war nicht so. Sie alle haben sich distanziert zueinander verhalten, wodurch sie die Menschen geistig trennten und entzweiten, die sich dann als Feinde oder Fremde betrachten. Jeder sucht Mittel und Argumente, um den anderen zu beweisen, dass er der Besitzer der Wahrheit ist und dass die anderen sich irren. Doch niemand hat die Kraft und den Mut, für die Vereinigung aller zu kämpfen, noch hat jemand den guten Willen, um zu entdecken, dass in jeder Glaubensüberzeugung und in jeder Gottesverehrung etwas Wahrheit enthalten ist.

    21.  Ich erwarte von der Welt Vergeistigung. Bei Mir haben die Namen, durch die jede Religion oder Sekte sich unterscheidet, keinerlei Bedeutung, noch die mehr oder weniger große Pracht ihrer Riten und äußerlichen Kultformen. Dies erreicht nur die menschlichen Sinne, doch nicht meinen Geist.

    22.  Ich erwarte von den Menschen Vergeistigung, denn sie bedeutet Erhebung des Lebens, Ideal der Vervollkommnung, Liebe zum Guten, Hinwendung zur Wahrheit, Ausübung der Liebestätigkeit, Harmonie mit sich selbst, was Harmonie mit den anderen und daher mit Gott ist.

    23.  Ich gebe derzeit den Regen, der die Felder vorbereiten wird, auf denen morgen mein Same aufgehen und Frucht tragen wird. Heute erscheint es noch als unmöglich, dass diese Welt sich materiell und geistig umwandeln kann, in Anbetracht dessen, dass das Böse sich im Herzen dieser Menschheit verwurzelt hat. Doch Ich sage euch, dass nicht viel Zeit vergehen wird, bis ihr den Beginn der geistigen Transformation eurer Völker erlebt.

    24.  Wer hätte seinerzeit geglaubt, dass sich im heidnischen, sündigen und sinnlichen Rom ─ einer Stadt, in der das Leben eine ständige Orgie von Lastern und Vergnügungen, Sünden und Verbrechen war, früher als in irgendeinem anderen Volk der Glaube an das Wort der Liebe, an Christus entzünden würde? Und dennoch geschah dies.

    25.  Rom musste zuvor viel sündigen und bis zur Erschöpfung und zum Ekel gelangen, um den Punkt zu erreichen, in seinem Herzen den Samen meines Wortes aufzunehmen. Doch als es zu ihnen kam, öffneten sich jene vom Vergnügen ermatteten und durch Enttäuschung und Schmerz zerrissenen Herzen beim Kontakt mit der Essenz meiner Botschaft, wie sich welke Blütenkelche von Blumen öffnen, wenn ein feuchtes Lüftchen herabweht, um sie zu liebkosen.

    26.  Das Herz jenes Volkes schlug mit Macht, und sein Geist wurde erschüttert. Seine Sünden wurden ihm dank seines Glaubens und seines Mutes, auf meinen Ruf zu antworten, vergeben.

    27.  Mut und Opferbereitschaft benötigte jenes Volk, um seinen Glauben und seine Wahrheitsliebe erstarken lassen zu können, die sein Herz zu erleuchten begann. Doch sie verstanden es starke Männer und Frauen zu sein, ob es sich dabei um Erwachsene, Jugendliche oder Kinder handelte.

    28.  Begreift ihr, Jünger? Dann vergleicht jene Herrschaft der Eitelkeiten, der Laster und der Liebe zur Welt mit dieser Menschheit von heute, und ihr werdet entdecken, dass auch sie ─ angeekelt und der Eitelkeiten müde und vom Sündigen krank ─ sich immer mehr dem Tag nähert, an dem ihr Geist von dem Hauch der göttlichen Brise überrascht wird, die ihn erwecken wird ─ eine dem Tau vorhergehende Brise, welcher den geistigen Durst löschen wird, der ihn quält, und der die Vorbereitung dafür sein wird, dass später der Same der Vergeistigung zu allen Herzen herabfällt.

    29.  Wie oft habt ihr Mich in eurem Herzen gefragt, warum Ich euch das Geistige Leben nicht in ganzer Klarheit gezeigt habe. Und Ich sage euch: Wenn ihr jenes Leben mit euren körperlichen Sinnen wahrnehmen würdet, würdet ihr niemals auch nur die geringste Anstrengung unternehmen, irgendeine Vergeistigung zu erlangen. Niemals würdet ihr eure geistigen Gaben und Fähigkeiten entfalten, noch würdet ihr euch darum bemühen, Verdienste zu erwerben, um meine Offenbarungen zu verdienen.

    30.  Zwischen euch und dem Geistigen Tal gibt es einen Schleier, der niemandem erlaubt, die Reinheit jenes Heiligtums zu entweihen, und nur dem ist es gestattet, jene Schwellen zu überschreiten, der mit Ehrfurcht und Demut, Lauterkeit und einem edlen Ziel, mit Liebe und wahrem Glauben bekleidet ist.

    31.  Ich sage wahrem Glauben, denn es gibt scheinbaren Glauben, der von etwas Unwirklichem inspiriert ist ─ von etwas, das, weil es falsch ist, verschwindet und verblasst, sobald man die Wahrheit kennt.

    32.  Es gibt viele, die versucht haben, sich das Geistige Leben vorzustellen, um daran glauben zu können. Große und Kleine, Unwissende und Gebildete, sie alle haben wissen wollen, wie der Himmel ist, wie Gott ist, welche Gestalt die Geistwesen haben, wie das Licht und das Dasein in jener Welt ist. Dann haben sie sich jenseits der Sterne ein schönes Gefilde vorgestellt, einen majestätischen Palast, einen Thron, und auf ihm Gott in menschlicher Gestalt sitzend. Auch den Geistwesen habt ihr menschliche Gestalt beigemessen und habt sie euch wie Vögel fliegend vorgestellt, um sich von einem Ort zum anderen zu versetzen. All dies erblickt ihr voller Licht ─ einem Licht ähnlich dem, das ihr auf der Erde habt, alles wie Gold glänzend und mit dem Schönsten geschmückt, was ihr auf der materiellen Welt kennt: Himmlischen Gesängen und göttlicher Musik, die den Raum erfüllt, während Millionen von Wesen ewig den Herrn anbeten, immer vor seinem Throne kniend, Ihn lobpreisend und Ihm Weihrauch darbringend.

    33.  So wird das Geistige Leben in der Vorstellung vieler Menschen aufgefasst, und wenn sie jenes Bild einmal in ihrem Verstand geschaffen haben, haben sie geglaubt, dass es so ist, dass es so sein muss, und darauf haben sie sich glaubensmäßig festgelegt.

    34.  Was wird mit ihnen geschehen, wenn sie diese Lehre kennenlernen und erfahren, dass das, was sie sich vorgestellt haben, nicht der Wirklichkeit entspricht? Die einen werden ihre Augen sogleich dem Licht der Wahrheit öffnen, da sie die durch ihren Materialismus geschaffenen Irrtümer erkennen. Andere werden verwirrt sein und die Wahrheit meiner Offenbarungen leugnen.

    35.  Ich sage euch nur, dass es nötig ist, dass ihr aus eurem Verstand alle Bilder verbannt, die ihr über das Geistige Leben geschaffen habt, weil Gott weder Menschengestalt hat, noch auf einem Thron sitzt, wie es die Könige der Erde tun, noch der Himmel jenseits der Sterne liegt, noch sein Licht wie das der Sonne ist, noch der Geist menschliche Gestalt hat. Alles ist anders als das, was ihr euch vorgestellt habt ─ in dem Maß, dass, selbst wenn Ich euch erklären würde, wie das Geistige Leben in Wirklichkeit ist, ihr es nicht verstehen würdet, weil selbst eure Sprache nicht imstande wäre, die Wahrheit, die unendliche Herrlichkeit, die Schönheit und die Vollkommenheit des Ewigen auszudrücken.

    36.  Könntet ihr Mir sagen, welche Gestalt oder welches Volumen das Gewissen hat? Könntet ihr Mir sagen, von welcher Gestalt die Liebe oder die Intelligenz ist? „Nein, Meister“, sagt ihr Mir. So wie weder das Gewissen noch die Intelligenz noch die Liebe eine Form haben, ebenso wenig könnt ihr die irdischen Dinge mit denen des Geistigen Lebens vergleichen. Dennoch gibt es nichts Schöneres als die Eigenschaften des Geistes, der eine Gesamtheit von Gaben und Tugenden ist, die keinerlei Gestalt benötigen, um existieren zu können.

    37.  Gott hat keine Gestalt, denn wenn Er sie hätte, wäre Er ein begrenztes Wesen, wie es das der Mensch ist, und dann wäre Er nicht Gott. Sein Thron ist die Vollkommenheit, die Gerechtigkeit, die Liebe, die Weisheit, die Schöpferkraft, die Ewigkeit.

    38.  Der Himmel ist die höchste Seligkeit, die ein Geist auf seinem Vervollkommnungsweg erreicht, wenn er sich in Weisheit und Liebe so hoch erhebt, dass er einen Reinheitsgrad erlangt, den keine Sünde und kein Schmerz mehr erreicht.

    39.  Wenn meine Propheten vom Geistigen Leben sprachen, taten sie es manchmal mittels menschlicher Erscheinungsformen und euch bekannter Gegenstände.

    40.  Die Propheten sahen Throne gleich denen der Könige auf Erden: Bücher, Wesen mit menschlicher Gestalt, Paläste mit Wandbehängen, Leuchter, das Lamm und viele weitere Gestalten. Aber heute müsst ihr begreifen, dass all dies nur ein Sinnbild, ein Symbol, einen göttlichen Sinngehalt, eine Offenbarung umschloss, die für euch in einer bildhaften Form zum Ausdruck gebracht werden musste, da ihr nicht in der Lage wart, eine andere, höhere zu verstehen.

    41.  Nun ist es an der Zeit, dass ihr den Sinngehalt aller meiner Gleichnisse und Unterweisungen, die Ich euch mittels Sinnbildern offenbart habe, richtig auslegt, damit die Bedeutung in euren Geist dringt und die sinnbildliche Form verschwindet.

    42.  Wenn ihr zu dieser Erkenntnis gelangt, wird euer Glaube wahrhaftig sein, da ihr ihn dann auf Wahrheit gegründet habt.

    43.  Ihr Menschen, Ich prophezeie euch in meinem Wort eine bessere Welt als die, in der ihr lebt, und zwar dann, wenn euer Herz seine Unreinheit im Blut abgewaschen hat, das Ich am Kreuz vergoss ─ ein Blut, das die Verkörperung der göttlichen Liebe, der höchsten Vergebung und der Erlösung aller Menschen gewesen ist.

    44.  Ihr ─ Ungläubige und Zweifler ─ könnt nicht an eine Welt der Gerechtigkeit glauben, noch könnt ihr euch ein Leben der Liebe und Tugend auf eurer Erde vorstellen. Mit einem Wort: Ihr haltet euch zu nichts Gutem fähig, noch habt ihr Glauben an euch selbst.

    45.  Ich jedoch glaube an euch, kenne das Saatkorn, das in jedem meiner Kinder ist, denn Ich erschuf sie, denn Ich gab ihnen durch meine Liebe Leben.

    46.  Ich setze sehr wohl meine Hoffnung auf den Menschen, glaube an seine Rettung, an sein Würdigwerden und seine Erhebung. Denn als Ich ihn schuf, bestimmte Ich ihn dazu, Herr zu sein auf der Erde, auf der er eine Stätte der Liebe und des Friedens schaffen sollte, und Ich bestimmte auch, dass sein Geist im Lebenskampf stark werden müsse, um durch Verdienste dahin zu gelangen, im Licht des Reiches der Vollkommenheit zu leben, das ihm als ewiges Erbe zusteht.

    47.  Diese Erde, die ihr Tränental oder Verbannungsort nennt, wurde von Mir mit unendlicher Liebe vorbereitet, um sie den Kindern anzubieten, die sie zu bewohnen hätten. Alles auf ihr strotzte vor Leben, Überfluss, Segen und Wonne für die, die sie besitzen würden. Es gab nichts auf ihr, das geschaffen worden wäre, um dem Menschen Schmerz zu bereiten ─ ganz im Gegenteil wurde alles in der Weise bereitgestellt, dass, wenn die Menschheit mit ihren Irrtümern sich Schaden zufügen würde, sie auf ihrem Weg und überall die notwendigen Mittel selbst finden würde, um ihre Leiden zu heilen und über ihre Missgeschicke zu triumphieren.

    48.  Viele Jahrhunderte sind über den Menschen auf der Erde hinweggegangen, und noch immer vermochte er auf ihr nicht glücklich zu sein. Warum? Einfach deshalb, weil er dieses Glück finden wollte, ohne es auf dem wahren Pfad zu suchen, welcher der Weg ist, den mein Gesetz, das Gesetz der Liebe und Gerechtigkeit, der Harmonie und Lauterkeit vorzeichnet.

    49.  Glaubt ihr etwa, dass es unbedingt notwendig ist, auf der Erde zu leiden, um den Himmel zu verdienen? Nein, Menschheit, das einzige, was ihr mit dem Leiden erreicht, ist eine gewisse Läuterung. Denn die wahre und absolute Reinheit des Geistes erlangt man durch die Liebe, die euch mein Gesetz inspiriert.

    50.  Welches Verdienst liegt darin, dass manche, die auf der Erde viel gelitten haben, aus diesem Grund mit dem Verlangen leben, in den Himmel zu kommen? Es ist nur natürlich, dass, wenn sie sehen, dass die Welt ihnen nun nichts mehr zu bieten hat, an das Geistige Leben denken. Ein wirkliches Verdienst ist das von jenem, der ─ obwohl er auf der Welt alles hat, in jedem Augenblick bereit wäre, auf seine Besitztümer und Bequemlichkeiten zu verzichten. Denn dann würde er wirklich seine geistige Erhebung beweisen und bezeugen, dass der Himmel oder die Seligkeit nicht der bestimmte Ort ist, der von der Vorstellungskraft der Menschen über die Zeiten und Zeitalter  hinweg geschaffen worden ist, sondern ein Zustand des Geistes, den er schon in seinem mensch­lichen Leben zu erleben, zu erfahren und zu genießen beginnen kann ─ ein Zustand, der in dem Maß immer reiner und vollkommener wird, in dem der Geist auf der Stufenleiter emporsteigt, die ihn von der irdischen Welt bis zum Gipfel des Geistigen Lebens führt.

    51.  Wenn Ich nicht wüsste, dass eure Bestimmung so hoch ist, würde Ich nicht in dieser Weise zu euch sprechen, hätte Ich euch auch nicht mein Gesetz gesandt, noch hätte Ich mein Leben für euch hingegeben, wenn Ich gewusst hätte, dass ihr niemals durch dasselbe erlöst würdet.

    52.  Ich habe nur deshalb die Vorgehensweise gesucht, Mich den Menschen in drei Zeitaltern kundzugeben, weil Ich wusste, dass ihr euch am Ende der Zeiten über die Leidenschaften, die Fleischlichkeit und die menschlichen Nöte erheben und ein edles Leben voll hoher Inspirationen, voll von Werken leben würdet, die eure geistige Reife offenbaren würden.

    53.  Meint ihr, dass dann, wenn die Menschen einmal auf eine solche Weise leben, sie noch Hunger und Durst nach Gerechtigkeit fühlen oder noch Richter und Regierende benötigen, die sie auf der Welt führen und sie richten und ihre Handlungen bestrafen? Meint ihr, dass es auf einer Welt, in der der gute Wille untereinander herrscht und wo Geschwisterlichkeit und Gerechtigkeit existiert, noch Kriege, Elend und Schmerz geben kann? Nein, Menschheit. Ihr werdet dann erleben, wie diese Erde euch nur Wärme und Leben, Nahrung und Wohlergehen, Weisheit und Glückseligkeit bescheren kann ─ eine Seligkeit, die, wenn auch nicht in ihrem höchsten Grad ─ denn diesen lernt man erst kennen, wenn man zur Höhe der Vollkommenheit gelangt ─ so doch ein Glück ist, das diejenigen gerecht belohnt, die darum ringen, in der Wahrheit zu verbleiben.

    54.  Darauf bewegt ihr euch alle zu, auf jenes Leben des Frohsinns und des Friedens, nicht auf den Abgrund und den Tod zu, wie es euer Herz zu erahnen glaubt. Zwar müsst ihr noch viel Bitteres erleben, bevor die Zeit eurer Vergeistigung da ist. Doch weder der Tod noch Krieg, noch Seuche, noch Hunger werden den Lauf des Lebens und die geistige Entwicklung dieser Menschheit aufhalten. Ich bin stärker als der Tod, und daher werde Ich euch dem Leben zurückgeben, wenn ihr umkommen solltet, und werde euch zur Erde zurückkehren lassen, wann immer es notwendig ist. Ich habe euch noch vieles zu offenbaren, geliebte Menschheit, mein Buch der Göttlichen Weisheit hält noch viele Überraschungen bereit.

    55.  Die Natur hält noch viele Lehren für euch bereit, und die Erde hat euch noch nicht alles gegeben, was sie in ihrem Schoß birgt.

    56.  Ihr seid gebrechliches Fleisch und empfindlich gegenüber Schmerz, ihr seid schwach und klein, und daher habe Ich Erbarmen mit euch.

    57.  Der Kampf des Geistes, solange er in der Körpermaterie weilt, ist sehr groß, aber gerade dort ist es, wo er gestählt wird, wo er seine Verdienste erwirbt, und wo er geprüft wird.

    58.  Meine göttliche Unterweisung ist nicht nur für den Geist bestimmt ─ nein, sie muss auch das menschliche Herz erreichen, damit sowohl der geistige als auch der körperliche Wesensteil harmonisch werden.

    59.  Das göttliche Wort ist dazu bestimmt, den Verstand zu erleuchten und das Herz des Menschen empfindsam zu machen, und die in diesem Wort enthaltene Essenz ist dazu bestimmt, den Geist zu nähren und zu erheben.

    60.  Damit das Leben des Menschen vollständig ist, benötigt er unbedingt geistiges Brot, ebenso sehr wie er für die materielle Nahrung arbeitet und sich abmüht.

    61.  „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, sagte Ich euch in der Zweiten Zeit, mein Wort ist weiterhin gültig, denn niemals werden die Menschen auf geistige Nahrung verzichten können, ohne auf der Erde von Krankheiten, Schmerz, Finsternis, Unglücksfällen, Elend und Tod heimgesucht zu werden.

    62.  Die Materialisten könnten dagegenhalten, dass die Menschen bereits von dem allein leben, was ihnen die Erde und die Natur bescheren, ohne dass sie nach etwas Geistigem zu streben brauchen, das sie nährt, das sie während ihrer Lebensreise stärkt. Aber Ich muss euch sagen, dass dies kein vollkommenes und erfülltes Leben ist, sondern ein Dasein, dem das Wesentliche, wie es die Geistigkeit ist, fehlt.

    63.  Vergeistigung bedeutet nicht Frömmelei, noch setzt sie die Ausübung irgendeines Ritus voraus, und sie ist auch keine äußerliche Verehrungsform.

    64.  Vergeistigung bedeutet Entfaltung aller Fähigkeiten des Menschen ─ sowohl jener, die seinem menschlichen Teil zugehören, als auch derjenigen, die jenseits der körperlichen Sinne liegen und Kräfte, Eigenschaften, Fähigkeiten und Sinne des Geistes sind.

    65.  Vergeistigung ist die richtige und gute Anwendung aller Gaben, die der Mensch besitzt.

    66.  Vergeistigung ist die Harmonie mit allem, was euch umgibt.

    67.  Das Bedürfnis, sich geistig zu nähren, wird immer größer im Menschen; aber dieser ist mit allen möglichen Mitteln darum bemüht, sich durch das zufriedenzustellen, was er auf der Welt besitzt.

    68.  Dieses Verlangen wird sich in dem Maß, in dem der Geist sich entwickelt, täglich stärker fühlbar machen müssen, bis es die Merkmale eines unendlichen Durstes und Hungers erreicht, bis er Verzweiflung und Angst spürt wie jene, die der verirrte Wanderer inmitten einer heißen und dürren Wüste fühlt ─ wie jene, die der auf eine einsame Insel verschlagene Schiffbrüchige fühlt.

    69.  Doch eines Tages, wenn die Menschheit es am wenigstens denkt, werden die Völker erwachen und nach Gerechtigkeit, Licht, Wahrheit und Liebe rufen, werden die Menschen so vieler Sünde und so vieler Falschheit müde sein und begreifen, dass in ihrem Leben eine unermessliche Leere bestanden hat, die sie niemals auszufüllen vermochten, und ein Hunger, den sie niemals stillen konnten.

    70.  Zwar praktizieren Tausende und Abertausende von Männern und Frauen einen Kult aus und bemühen sich durch ihre verschiedenen Religionen, ihren Geist zu nähren. Aber es ist so wenig, was sie tun, und es ist so unvollkommen, dass kaum etwas das Herz durch die Sinne erreicht, weil es nicht bis zum Geist zu gelangen vermag, da der Geist nur geistiges Brot essen und Wein trinken kann, die göttliche Essenz sind.

    71.  Wenn die Menschen, die das Licht mittels Zeremonien und liturgischen Handlungen suchen, einmal auf jeden Ritus und äußeren Kult verzichten, werden sie sogleich das Licht der Wahrheit in Fülle erscheinen sehen wie einen wundersamen Korb voller Brote und Fische, der angesichts der Begierde der Menschen unerschöpflich seine Gaben spendet.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 327

    1.  Der Geist Elias‘ ist vor euch hergezogen, hat euren Geist mit Licht und Liebe berührt und den Zeitpunkt und den Weg für euch bereitet. Elias ist auf dem Weg jedes seiner Schafe wie ein Schwert, wie ein Schild, der euch hilft, die vielerlei Hindernisse, die Versuchungen zu überwinden, die sich euch in den Weg stellen. Und jener, der ihn zu fühlen vermag, der ihn anruft und ihn sucht, wie das verirrte Schaf seinen Hirten sucht, wird ihn immer finden, wird in seinem Klagen, in seinem Flehen immer gehört und erhört.

    2.  Oftmals fragt ihr euch: Warum halten mich, obwohl im Grunde meines Herzens die Sehnsucht lebt, dem Meister nachzufolgen, so viele Hindernisse davon ab, zu Ihm zu kommen und Ihm zu dienen? Dann erhebt sich euer Geist in einem Gebet, das flehentliche Bitte um göttlichen Beistand ist, und in diesem Augenblick eilt Elias, der den Auftrag Gottes hat, in der Dritten Zeit über die Herde zu wachen, eilig herbei, zeigt sich auf eurem Weg und hilft euch, die Schwierigkeit zu überwinden. Dann richtet ihr euer Angesicht triumphierend empor und dankt dem Vater, und das Lämpchen eures Glaubens entflammt wieder, und ihr wandert mit Frieden und Vertrauen auf Mich weiter auf dem Pfad.

    3.  In Wahrheit sagt euch der Meister: Ich habe für jeden Geist ein Reich des Friedens und der Vollkommenheit vorbereitet. Doch diesem Reich, das Ich bereitet habe, stellt sich ein anderes Reich entgegen: die Welt. Während man mein Reich durch Demut, Liebe und Tugend erringt, erfordert die Inbesitznahme des anderen Reiches Hochmut, Ehrgeiz, Stolz, Habgier, Egoismus und Bosheit. Zu allen Zeiten hat sich die Welt meinem Reich widersetzt, allezeit sind jene, die Mir nachfolgen, auf ihrem Weg bedrängt und in Versuchung geführt worden, sei es durch sichtbare Einflüsse oder durch unsichtbare Kräfte. Dies ist nicht die einzige Zeit, in der ihr über Dornen schreitet, um zu Mir zu gelangen, es ist nicht das erste Mal, dass euer Geist im Bemühen, meine Gegenwart zu erreichen, strauchelt. Zu allen Zeiten habt ihr den Kampf im Innersten eures Wesens ausgetragen. Die Inspiration meines Geistes, die Licht in euer Inneres bringt, hat eine Schlacht entfacht mit den dunklen Kräften, mit den falschen Lichtern, den falschen Tugenden, mit der Materie, mit allem Überflüssigen, mit der ganzen falschen Herrlichkeit dieser Welt.

    4.  Euer Geist hat seine Vergangenheit und seinen Lebensweg in das Buch der Sieben Siegel geschrieben. Dort sind alle eure Handlungen, jeder eurer Schritte, Gedanken und Worte aufgezeichnet. Die großen Taten eures Geistes, die großen Schicksalsschläge und Lebenswege, seine großen Prüfungen, seine Leidenskelche ─ alles ist dort wahrheitsgemäß niedergeschrieben. Vieles hat euer Geist erlebt, aber euer Fleisch weiß es nicht. Wenn eure Körpermaterie die ersten Schritte eurer Kindheit vergessen hat ─ wie sollte sie dann die Entwicklung eures Geistes während seiner langen Lebensreise kennen? Wie wenig hat euer Geist seiner Körpermaterie zu offenbaren vermocht ─ Ich habe es euch wegen eures Mangels an Entwicklung noch nicht gewährt.

    5.  Es werden Zeiten kommen, in denen der menschliche Verstand und das menschliche Herz, gereinigt und geläutert in der Vergeistigung, durch Intuition die Stimme ihres eigenen Geistes zu empfangen vermögen; in denen sie mit Klarheit und Reinheit jede Offenbarung zu empfangen verstehen, die der Geist seiner Körperhülle macht.

    6.  Heute seid ihr noch nicht so weit, während eures menschlichen Lebens die Vergangenheit eures Geistes zu sehen. Dennoch sagt der Vater euch: Wie weit ist euer Reiseweg gewesen! Wie sehr hat euer Geist gekämpft, um auf dem rechten Weg zu bleiben! Wie oft hat er sich an den Dornen des Lebens verletzt, und wie viele Strecken eures Pfades sind mit der Blutspur eurer Schritte gekennzeichnet worden! Doch trotz aller Prüfungen und Missgeschicke folgt ihr dem Vater, eurem Meister nach, den ihr liebt ─ dem Gott, der Quelle von Licht und von Trost für euren Geist ist. Und selbst jetzt in der Dritten Zeit stoßt ihr, wenn ihr Mir nachfolgen wollt, auf Schwierigkeiten, strauchelt ihr durch die Missgeschicke. Die einen nennt ihr Prüfungen, und die anderen nennt ihr Versuchungen. Da ihr Mich so sehr liebt und so sehr wünscht, Mir auf dem Weg nachzufolgen und zu Mir zu kommen ─ warum lässt dann euer Vater zu, dass ihr so geprüft und versucht werdet? Wahrlich, Ich sage euch: Weil der Weg, der zu Mir führt, schmal ist, und in dieser Beengtheit gibt es Mühsale. Er ist so schmal wie der Passionsweg, er hat seine Stürze, er hat seine Dornen, viele Verständnislosigkeiten und Undankbarkeiten und alle Leiden des Lebens.

    7.  Doch um zu diesem Reich der Vollkommenheit zu gelangen, gibt es nur diesen Weg. Der breite Weg führt zum Reich der Welt und der Sünde.

    8.  Mein Reich ist stark und mächtig, und wenn Ich zugelassen habe, dass sich vor meiner Kraft und meiner Macht eine andere Macht erhebt ─ die des Bösen ─ so deshalb, um die meine zu beweisen; damit ihr angesichts des Betruges, der Finsternis, die Kraft meines Lichts und meiner Wahrheit erlebt und schaut. Es geschieht, damit ihr erkennt, dass jenes Reich der Finsternis der Verirrungen und Versuchungen, obschon es große Macht hat, mein Werkzeug ist und Ich Mich in Wirklichkeit seiner bediene.

    9.  Wenn Ich euch prüfe, geschieht dies nicht, um euch auf eurem Entwicklungsweg aufzuhalten, denn Ich erwarte eure Ankunft in meinem Reich. Aber Ich will, dass ihr nach den Schlachten siegreich zu Mir kommt, nach dem Kampf stark seid, voll Licht der geistigen Erfahrung nach der langen Pilgerschaft, voller Verdienste im Geist, damit ihr euer Angesicht demütig erheben und den Vater schauen könnt in dem Augenblick, da Er sich naht, um euch seinen göttlichen Kuss zu geben ─ ein Kuss, der alles Glück und alle Vollkommenheiten für euren Geist enthält.

    10.  Um in allen Prüfungen siegen zu können, tut das, was der Meister euch gelehrt hat: Wacht und betet, damit eure Augen immer wachsam sind und ihr nicht von der Versuchung überwältigt werdet. Bedenkt, dass das Böse großen Spürsinn hat, um euch zu versuchen, um euch zu Fall zu bringen, euch zu besiegen und sich eure Schwachheit zunutze zu machen. Seid scharfsichtig, damit ihr es zu entdecken versteht, wenn es euch auflauert. Denn obwohl ihr große Prüfungen und Versuchungen gehabt habt, in denen ihr gesiegt habt, um Mir in dieser Zeit nachfolgen zu können, so werdet ihr im gegenwärtigen Jahr sehr große Prüfungen und Versuchungen haben. Der Kampf in eurem Inneren ist groß, der Kampf im Schoß der Menschheit ist groß, der geistige Kampf im ganzen Universum ist gleichfalls sehr groß. Es ist die entscheidende Zeit für meine Herrschaft, für meine Gerechtigkeit, für meine Macht. Und die, welche jetzt bei Mir sind, die von meinem Wort gelernt haben, die sich derzeit bei Mir stärken, müssen alles kennen und verstehen, um siegen zu können, um in den großen Prüfungen bestehen zu können, die auf die Menschen zukommen.

    11.  Ich lehre euch, zu wachen und zu beten ─ nicht nur für euch, sondern auch für die anderen, damit ihr wie geistige Propheten seid, die ihren Geschwistern durch ihr Gebet Intuition übermitteln, die sie die Gefahren, die Versuchungen erahnen lassen. Denn dadurch könnt ihr der Menschheit die schwerwiegenden schlechten Entscheidungen ersparen. Dies ist für manche unverständlich, für andere unmöglich, aber Ich sage euch: Es ist das, was der Heilige Geist in der Dritten Zeit seinen Jüngern gebracht hat: Die Vergeistigung, die Entfaltung des Geistes durch die Geistlehre, damit er sich erhebt, damit er seinen geistigen Horizont entdeckt, sein geeignetes Feld, um zu keimen, um die Stufenleiter zu finden, damit er beim Aufstieg immer die Gegenwart des Meisters findet, die Stufenleiter, auf die er sich stützt und auf der er auf die Vollkommenheit zugeht.

    12.  Wie wenige fühlten in dieser Zeit, als Ich an jeden von euch den Ruf ergehen ließ, bei der ersten Berührung schon die innere Erleuchtung. Wie wenige waren es, die bekannt haben, dass ihr Geist das Wunder vorausahnte, dass ihr Geist fühlte, dass die Erfüllung der göttlichen Verheißung nun in ihm Wirklichkeit wurde: die Wiederkunft des Meisters. Doch wie viele von euch verfingen sich in den Netzen des Zweifels und des Widerspruchsgeistes.

    13.  Andere von euch, die sich bereits zu meinem Wort und meiner Gegenwart aufmachen wollten, wurden von Festen, Vergnügungen, von irdischen Liebesbeziehungen und Zuneigungen, von ihren menschlichen Geschäften in Anspruch genommen, und der Meister wartete weiter auf euch. Aber schließlich siegte euer Geist mit meiner Hilfe und kam zu Mir, um sich von meiner Gegenwart zu überzeugen, dass das Unmögliche möglich war, dass meine Verheißung Wirklichkeit geworden war.

    14.  Da ihr geprüft worden seid, während ihr noch schwach wart ─ wie sehr werdet ihr es jetzt werden, da ihr stark seid!

    15.  Wird der Vater zulassen, dass große Verwirrungen oder Versuchungen an seine Jünger herantreten? Wahrlich, Ich sage euch: Gewiss lasse Ich dies nun zu. Doch nicht in der Absicht, euch in diesen Prüfungen durch die Versuchung besiegt zu sehen ─ nein, sondern damit ihr die Finsternis in Licht verwandelt und, eure Feinde besiegend, diese zu Freunden und Geschwistern macht ─ damit auch ihr euch über die Sünden der Menschen erhebt, Spuren des Guten und der Tugend hinterlasst, die Menschen in gute Menschen verwandelt. Darum werde Ich zulassen, dass die Prüfungen zu euch gelangen. Ich habe euch bereits gelehrt, wie ihr bestehen könnt: Indem ihr wacht, betet und meine Lehre zur Anwendung bringt.

    16.  Wie werden jene Prüfungen sein, die auf euch zukommen und die bald eintreffen werden? In vielerlei Weisen. Einige von ihnen habt ihr bereits durchlebt, andere erlebt ihr gerade, und weitere werden später kommen. Es soll weder Traurigkeit noch Furchtsamkeit in eurem Geist sein. So, wie jeder Tag für euch eine Befriedigung und ein Brot mit sich bringt, so bringt euch auch jeder Tag einen Schmerz. Fasst diese Prüfungen als große Lektionen auf, die euch das Leben gibt, in denen ihr meine Unterweisungen zur Anwendung bringen sollt. Vom Schüler bis zum Fortgeschrittenen ─ ihr alle werdet Prüfungen auf dem Weg haben, und Ich weise euch schon jetzt darauf hin, dass es mein Wille ist, dass ihr wach seid. Ich wünsche nicht, dass irgendeiner von euch bei solchen Prüfungen scheitert. Wenn jemand ins Straucheln gerät, wird an seiner Seite immer eine freundschaftliche Hand, eine geschwisterliche Hand sein, die ihn auf dem Pfad wiederaufrichtet. Wenn jemand schläft und in seinem Schlaf überrascht wird, so geht bei passender Gelegenheit zu jenem, der eingeschlafen ist und weckt ihn auf. Falls der Schlaf tief ist und er nicht aufwacht, soll jener, der wach ist, der Wachposten für den sein, der eingeschlafen ist.

    17.  So unterweise Ich euch, so bereite Ich euch vor und mache euch für eine völlige Aussöhnung bereit, damit auch ihr zu vergeben versteht.

    18.  Bedenkt, Volk, ihr wisst nicht, ob nicht viele Prüfungen, die ihr vor langer Zeit gehabt habt, und die ihr aus Liebe zu meiner Sache glücklich überstanden habt, euch Verzweiflung verursachen, wenn sie sich erneut auf eurem Weg einstellen. Ihr wisst nicht, ob nicht Krankheiten oder der Mangel an dem für euer Leben Notwendigen euch für Augenblicke an meiner Barmherzigkeit (und) an eurer Zubereitung zweifeln lassen werden.

    19.  Ich spreche über all dies zu euch, weil die Versuchung alle ihre Künste, all ihre Kräfte gebrauchen wird, um meine Jünger zu treffen ─ meine Jünger, die nicht nur im Spiritualismus zu finden sind, weil sie im ganzen Universum sind. Ich sehe sie verstreut, wenn auch spärlich, aber sie sind überall, weil Ich sie gesandt habe. Sie werden aufgesucht werden, um ihren Geist in seiner Tugend, in seiner Liebe zu Mir, in seiner Liebe zu den anderen auf die Probe zu stellen, um ihn zu beugen, um ihm die Reichtümer dieser Welt, die irdischen, vergänglichen Herrlichkeiten, den Glanz des Ruhmes und irdische Größe anzubieten. Aber ebenso, wie Ich euch mittels des Verstandesvermögens des Menschen warne, so warne Ich all jene Jünger durch Offenbarungen und durch Intuition.

    20.  Seid wachsam, sagt euch der Meister! Wenn ihr durch Prüfungen im irdischen Leben berührt werdet und in ihnen oft siegen werdet, werden auch andere Prüfungen für den Geist kommen. Das Jahr 1950 neigt sich seinem Ende zu, und all jene, die sich innerhalb dieses meines Volkes nicht zubereitet haben, werden meine Stimmträger, meine Geistige Welt, die Gemeindeleiter und auch die Arbeiter in Versuchung führen.

    21.  Viele, die mit dem Aufhören meines Wortes nicht einverstanden sind, werden sich erheben ─ all jene, die sich unfähig fühlen, bereits ohne diese Kundgebung zu leben, werden sich erheben, um den Meister zu bitten, dass Er seine Anordnung widerruft, seine Entscheidung ändert und neue Anordnungen für sein Volk erlässt. Doch in all dem wird die Versuchung sein, die ihren Samen sät und die Herzen der Stimmträger berührt, aller ohne Ausnahme. Auf jene, die sie wachend und betend, durch ihr Gewissen erleuchtet antrifft, wird dies keinen Einfluss haben. Doch jene, die sie bereits durch mangelnde Zubereitung, durch Aufbegehren, durch Verwirrtheit und Furcht vor Verlassenheit beeinflusst antrifft, wird sie gewiss inspirieren, in ihnen wird sie einen Stützpunkt finden, und diese Herzen werden versuchen, meine Lehre in großem Maß zu verfälschen.

    22.  Wer ist jener, der bewirken kann, dass der Vater seine göttlichen Entscheidungen ändert? Wahrlich, ich sage euch, nicht einmal Jesus erwirkte dies vom Vater. Als in der Zweiten Zeit die Stunde des Opfertodes des Meisters nahte, suchte Jesus die Einsamkeit des Gartens auf und ließ sich von seinen Jüngern begleiten. Trauer überflutete die Herzen der Apostel, die Vorahnung schwerer Prüfungen bedrückte sie. Aber auch das Herz Jesu war von großer Trauer durchdrungen. Da sagte der Meister zu seinen Jüngern: „Wacht und betet einige Augenblicke mit Mir.“ Doch als der Meister wachte und betete, tat er es nicht nur für jene Jünger, sondern für die ganze Welt.

    23.  Das Herz des Meisters als Mensch fühlte sich einen Augenblick lang von allen verlassen, unverstanden und allein, und aus seinem Körper quoll blutiger Schweiß. Dies geschah, als Jesus, seinen Blick und seine Stimme emporrichtend, zum Vater sprach: „Mein Gott, wenn es möglich ist, so nimm diesen so bitteren Kelch von Mir. Doch nicht mein Wille, sondern der Deine geschehe.“

    24.  Angesichts der Bitte des Sohnes, dass der Vater seinen Willen zurücknehmen solle, wenn es möglich wäre ─ erhörte der Vater da etwa jene Worte? Wahrlich, Ich sage euch: Nein. Es war niedergeschrieben und angeordnet, und der Meister aller Meister musste sich über jenen gesegneten Körper fühlbar machen, damit der Geist über den Leib siegen würde. Als Ich dann zu den Jüngern zurückkehrte, die schliefen, sagte Ich ihnen: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“

    25.  Wie liebevoll war sein Vorwurf für jenen Körper!

    26.  Die Dritte Zeit nähert sich ihrer Vollendung, und daher will der Meister, dass ihr wacht. Ja, meine Jünger dieser Zeit. Denn wenn die (Jünger) des Zweiten Zeitalters in jener gesegneten und feierlichen Stunde schliefen, und der Herr für alle wachte und betete, so will Ich heute, dass ihr wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt, damit ihr zulasst, dass der Vater seinen Willen unter euch vollzieht. Und wenn Er die Stunde seines Abschieds angekündigt hat, wenn Er euch den Augenblick angezeigt hat, an dem Er sein Wort zurückziehen wird, so habt ihr die hohen Anordnungen des Herrn zu befolgen, auch wenn es eine große Prüfung für euch ist. Doch ihr wisst bereits, dass mein Geist ewig gegenwärtig sein wird, dass Ich Mich von Geist zu Geist kundgeben werde, und dass meine Geistige Welt für euch einstehen und euch beschützen wird.

    27.  Ihr seid an diese während so langer Zeit erhaltenen Kundgebung gewohnt, habt euch in großem Maß an sie gewöhnt, weshalb ihr durch die Beendigung dieser Kundgebungen Schmerz fühlt. Aber seid stark gegenüber diesem Schmerz, meine Kinder, gebt angesichts dieser Prüfung Zeichen eurer geistigen Erhebung. Doch wahrlich, Ich sage euch: All jene Stimmträger, die diesen Tag gut zugerüstet erreichen, werden fühlen, dass selbst sie für kurze Zeit der Tod streift. Doch Ich werde sie danach auferwecken. Andere werden das Gefühl haben, als ob sie verwaist wären. Doch das einzige, was ausbleiben wird ─ das einzige, was sie verlieren werden, wird der Ton der körperlichen Stimme, der Klang des menschlichen Wortes sein, weil die Schwingung meines Lichts, meines Geistes und meiner Inspirationen euch überallhin folgen wird. Und je stärker eure Vergeistigung dann ist, desto größer wird auch das sein, was der Heilige Geist euch offenbart.

    28.  Ach, wenn Ich doch meine Lehre wirklich allen meinen Jüngern dieser Zeit geben könnte, in einer einzigen Schar vereint ─ wenn mein ganzes Volk diese Warnungen vernehmen würde! Aber der letzte Augenblick dieses Zeitabschnitts rückt näher, und Ich treffe euch noch immer entzweit an, geistig distanziert, ohne Liebe der einen zu den anderen. Noch immer werden aus dem Reinsten eures Herzens nicht geistiger Respekt und Nächstenliebe geboren; doch dort sind die Tugenden, die Ich als göttliche Saat in das Herz aller meiner Kinder gesät habe in Erwartung der geistigen Entwicklung, um zum Leben der Gnade wiedergeboren zu werden.

    29.  Nur die Vergeistigung wird euch die Vereinigung geben. Solange ihr nicht die Vergeistigung in meinem Werk erreicht habt, wird es keine Barmherzigkeit, noch Verständnis, noch Liebe geben, und ohne diese Tugenden werdet ihr nicht mit Mir vereint sein können. Ich will, dass ihr miteinander vereint seid, damit ihr Zeugnis von eurem Meister ablegt, und Ich auch von euch. Wenn ihr unter den Menschen sagt: „Dies ist mein Meister“, so will auch Ich dem ganzen Erdkreis sagen: „Dies sind meine Jünger.“ Doch Ich muss noch immer an euch arbeiten, und ihr müsst noch lernen und euch betätigen.

    30.  Schreitet mit Mir voran, oh meine Kinder, denn Ich werde euch helfen, jede Prüfung zu bestehen. Ich werde euch das Licht geben, damit es auf eurem Weg keine Finsternis gibt. Ich werde immer die liebevolle Stimme sein, die euch nicht erlaubt, zu schlafen. Und wenn dann jene Stunde näher rückt, die bereits sehr nahe ist, in der Ich euch das letzte Wort durch diese Kundgabe sage, dann will Ich unter euch geistige Versenkung, Ergebenheit, wirkliches Verständnis und das Bestreben antreffen, Fortschritte zu machen. Aber weh jenen, die sich meinem Willen widersetzen! Weh jenen, die meine Stimmträger verführen! Weh jenen, die sie in Netze der Versuchung fallen lassen! Denn niemand wird sagen können, dass er unwissend war, niemand wird vor dem Tribunal meiner Gerechtigkeit behaupten können, dass er nicht wusste, was er tat. Welcher Spiritualist weiß nicht, dass Ende 1950 diese Form der Kundgebung durch den Menschen enden wird? Wer weiß nicht, dass Ich allein in meinen hohen Ratsschlüssen dies zu bestimmen habe? Wer hat nicht vernommen, dass Ich ein unerbittlicher Richter bin?

    31.  Wenn Ich euch also mein letztes Wort sage, das „Mein Friede sei mit euch!“ sein wird, wird im Materiellen Stille eintreten. Euer Vater wird sein Wort nicht mehr durch den menschlichen Verstand ertönen lassen. Ich habe keinerlei Strafe vorgesehen, habe keinen Galgen für die Kinder aufgerichtet, die Mir nicht gehorchen oder sich meinem Gebot widersetzen ─ für jene, die Mich zu jenem entscheidenden Zeitpunkt auf die Probe stellen. Sie werden Angeklagte ihrer selbst sein, Angeklagte vor ihrem Gewissen. Sie werden jene sein, die ihren eigenen Urteilsspruch unterschreiben, und sie werden auch ihre (eigenen) Henker sein.

    32.  Doch welche Frucht werden sie überreichen können, welche Essenz werden sie auf die Herzen der Menschen gießen können? Jener, der sich derartig in Ungehorsam erheben sollte, wird sich mit eigener Hand der Vollmacht, der Gaben und der Aufträge berauben.

    33.  Ich kann euch nicht betrügen! Ich bin niemals in einem Akt der Falschheit, Ich verberge Mich nicht im Dunkeln. Meine Wahrheit ist immer nackt. Doch wenn die Menschen die Nacktheit meines Geistes nicht zu sehen vermochten, dann nur, weil sie es nicht wollten. Ich verberge euch meine Wahrheit nicht durch irgendein Gewand. Meine Nacktheit ist göttlich und ist rein, meine Nacktheit ist heilig, und Ich werde sie allen Wesen des Universums zeigen. Als ein Sinnbild derselben kam Ich als Mensch nackt auf die Welt, und nackt ging Ich wieder von euch.

    34.  Ich will, dass unter den Meinen immer Wahrheit herrscht, denn Ich bin und werde immer in eurer Wahrheit sein. Ich will, dass Liebe unter euch ist, und meine Liebe wird immer in eurer Liebe sein. Es gibt nur eine Wahrheit, eine einzige wahre Liebe; und wenn diese Wahrheit und diese Liebe in euch sind, werden eure Liebe und eure Wahrheit die meine sein, und meine Wahrheit und meine Liebe werden die eure sein.

    35.  So will Ich, dass meine Jünger so sind; denn auch nach 1950 werde Ich weiterhin mit ihnen sprechen: in den Augenblicken ihrer Meditation, bei euren Zusammenkünften, wenn ihr alleine seid. Wenn ihr miteinander unterwegs seid, werdet ihr immer dem Reisenden, dem Wanderer begegnen, der euren Weg kreuzt und euch bittet, dass ihr ihn einladet, mit euch zu gehen, und meine Inspirationen werden sehr groß sein. Dann wird euer Geist Trost erfahren und sagen: „Das, was der Vater vom Jenseits aus sendet, hat Er niemals durch das Verstandesvermögen des Stimmträgers gesagt. Der Grund dafür ist, dass der Vater sein Werk unter uns fortsetzt.“

    36.  So will Ich euch in Wahrheit sehen ─ mit dieser Demut, mit dieser Sanftmut, um Mich euch kundgeben zu können. Denn Ich halte für die Zukunft noch große Lektionen bereit ─ all das, was Ich euch in dieser Zeit nicht übergeben habe. Meine Geistige Welt wird zu eurem Geist kommen, und dies wird die kraftvolle Ermutigung sein, die euch tröstet und euch auf dem Weg aufmuntert: die Nähe des Vaters, die wirkliche Gegenwart von Ihm und seiner Geistigen Welt, die Nähe seines Reiches unter euch. Und wenn ihr dann zu den Menschenscharen geht, sollt ihr bei ihnen Zeugnis ablegen und ihnen erzählen, dass Ich und meine Geistige Welt bei euch gewesen sind, übermittelt durch das menschliche Verstandesvermögen ─ dass ihr es gewesen seid, die mit dem Vater gesprochen haben, und die mit meinen gesegneten Wesen Gespräche geführt haben.

    37.  Wenn die Welt euch fragen sollte: „Und dieser Gedanken­austausch und jene geistigen Gespräche ― haben diese bei euch aufgehört?“ Dann sollt ihr sagen: „Die Zwiesprache mit dem Vater ist ewig. Er hat seine Kinder vom Beginn ihrer Entwicklung an aufgesucht, und in jedem Augenblick hat Er mit seinen Geschöpfen kommuniziert. Doch im Lauf der Zeit hat Er eine bessere, vollkommenere, höhere und geistigere Kundgebungsform angestrebt.“ Wenn ihr mit dieser Einfachheit sprecht, wird die Menschheit viele göttliche Offenbarungen verstehen, und ihr werdet bewirken, dass die dunkle Augenbinde abfällt, die verhindert, dass der Geist meine Wahrheit begreift. So werdet ihr bewirken, dass auch sie meine Größe erkennen, und dass der Fanatismus und die Abgötterei aus den Herzen verschwinden.

    38.  Auf diese Weise werden die stolzen Bauwerke, die Altäre aus Gold und Silber, die Riten voller Pomp fallen, sie alle werden von selbst fallen, nur von der Zeit besiegt. Doch es ist die Abgötterei, der Tempel des Fanatismus, der im Herzen der Menschen lebt, der nach meinem Willen einstürzen, zerstört werden soll. Und den Menschen, die Mich am meisten verletzt haben, werde Ich alles entreißen, was sie in ihren Herzen bewahren, damit keine Spur von diesen Entweihungen zurückbleibt.

    39.  Oh gesegnetes Volk Israel! Seid erfüllt von meiner Kraft und meinem Licht. Denn wenn Ich euch in meinem Wort immer schwere Prüfungen und schmerzliche Ereignisse ankündige, dann deshalb, damit ihr euch vor ihnen schützen könnt und sie heil übersteht. Aber in meinem Wort verströme Ich auch immer Heilbalsam und Freude, Zuversicht und Hoffnung in euer Herz und euren Geist. Eurem Herzen kündige Ich ein besseres Leben auf der Erde an und bereite es vor. Ich tröste und segne euer menschliches Herz ─ sei es das eines Kindes, eines Jugendlichen, eines Mannes oder einer Frau im reifen Alter oder im höheren Alter ─ und eröffne euch neue Möglichkeiten auf dem Lebensweg, um Segnungen auf euren Weg zu gießen. Ich lehre euch die beste Art und Weise, auf der Welt Frieden zu finden, die Früchte kennenzulernen, die süß im Mund schmecken. Ich lehre euch, welche jene erlaubten Werke sind, die euch auf dieser Welt, die ein Tränental ist, glücklich und meines Friedens würdig machen können. Ich stärke eure Bande der Liebe zu euren Kindern, Eltern, Geschwistern, Verwandten oder Freunden und zwischen Völkern. Auch lehre Ich euren Geist ein weiteres Mal das Leben im Jenseits, das ihr durch Verdienste erreichen könnt. Denn ihr alle werdet unausweichlich ohne irgendeine Ausnahme ins Jenseits gelangen; denn der Tod kommt nicht nur im Alter, er kommt nicht nur mit der Müdigkeit des Lebens ─ er kommt zu jeder Stunde, an jedem Tag, in dem am wenigstens erwarteten Moment. Denkt daran, dass ihr alle ─ absolut alle ─ dieses Leben hinter euch lassen werdet.

    40.  Doch wenn ihr dieses menschliche Leben, das ihr lebt, genießt und erforscht ─ wenn ihr dieses Leben, dessen ihr euch erfreut und das ihr erleidet, das ihr so sehr studiert und dem ihr auch dient, niemals ganz erkannt habt ─ wie wird dann wohl jenes andere sein, das über diesem steht? Euer Geist kennt etwas von ihm, aber dieses Etwas ist nicht alles. Die einen mehr und die anderen weniger ─ sie alle haben das Tal des Geistes durchlebt, jene hohen Regionen, jene höheren Welten als diese Welt. Aber dennoch muss euer Geist immer bereit sein, um in andere Welten einzudringen ─ nicht in diejenige, die ihr das letzte Mal verlassen habt, sondern in eine andere, höhere, auf einer höheren Stufe der Leiter zur geistigen Vollkommenheit. Deswegen komme Ich zu euch, deshalb spreche Ich zu euch nicht über das irdische Leben, sondern auch über das Leben des Geistes. Denn es ist länger, es ist das vollkommene Leben, weil es die Wohnstätte ist, in der ihr ewig bleiben werdet, und Ich nicht will, dass ihr verstört seid, wenn ihr zu ihr gelangt. Ich will nicht, dass euer Geist sich unwürdig fühlt, an meine Tür zu klopfen ─ Ich will nicht, dass euch der Schritt von diesem Leben zum anderen verwirrt. Denn dieser Schritt ist von entscheidender Bedeutung, er ist eine Prüfung, ein Kampf, in Wahrheit.

    41.  Ich ziehe nicht euer ganzes Denken vom menschlichen Leben ab. Ich bin es, der euch eine Körpermaterie gegeben hat, der euren Geist inkarnieren ließ. Es ist meine Barmherzigkeit, die euch aus­gesandt hat, um auf der Erde zu leben, der diesen Planeten mit jeder Art von Gaben, Naturreichen, Elementen, Geschöpfen voller Nutzen für eure Ernährung, Erhaltung, Erquickung und Entwicklung ge­schmückt und gesegnet hat. Ich bin es, der euch verehelicht, der euch den Auftrag gibt, zu wachsen und euch zu vermehren.

    42.  Ich bin es, der die Arbeitswerkzeuge in eure Hände legt, und der diese Arbeit und eure Frucht segnet. Ich bin es, der den Schweiß auf eurer Stirn segnet. Daher kann Ich nicht der sein, der euch von eurer Pflichterfüllung abhält, solange ihr wirklich mit ihr beschäftigt seid. Aber erfüllt sie, wie es sich für euch gehört, mit Demut, mit Achtung und Barmherzigkeit gegenüber euch selbst und auch mit Barmherzigkeit gegenüber den anderen, dann werdet ihr mit den geringsten irdischen Mühen eine Frucht ernten, die eurem Herzen Frieden und Lieblichkeit schenkt.

    43.  Doch abgesehen von jenen Pflichten, jenen Liebes­beziehungen, Gefühlen und Banden, die euch miteinander vereinen, verlange Ich auch Aufmerksamkeit und Zeit für euren Geist, für jenes höhere Wesen, das allen Regungen eures Herzens, eures Verstandes und eures ganzen Wesens vorsteht ─ für jenes Wesen, das eure Körperhülle regiert, für jenes Wesen, das mein Diener ist, und dem eure Körpermaterie dienen soll. Ich will, dass ihr auch ihm Zeit gewährt für seine Meditation, für seine Arbeit, für seine Entfaltung, für seine Gottesverehrung, für seine geistigen Pflichten gegenüber seinem Vater und gegenüber den anderen Geistwesen.

    44.  In meiner Lehre und in meinem Gesetz habe Ich zu allen Zeiten alle Gesetze, alle Pflichten, alle Verehrungsformen vereinigt. Ebenso komme Ich in dieser Dritten Zeit zu euch und unterweise mit dieser Weite, damit ihr nicht in neuen Fanatismus geratet, damit ihr nicht in Geheimniskrämerei noch in Versuchung fallt und bei der Erfüllung aller eurer Pflichten einfach seid, damit der Geist nicht fanatisch wird, und die Körperhülle nicht an der Erfüllung ihrer Pflichten hindert ─ damit der Geist weder für das Herz noch für den Verstand ein Hindernis ist, sodass auch die Körpermaterie willig ist und sich das Gewissen in der Körpermaterie fühlbar macht, damit auch sie nicht den Geist an seiner Erfüllung hindert.

    45.  Dies sind meine Jünger. Wohl denen, die meine Lektion wirklich nutzen. Wohl denen, die wachen und beten in diesem Prüfungsjahr ─ in diesem Jahr, in dem Versuchungen und Verwirrungen auf euch treffen werden. So könnt ihr stark sein, könnt ihr alles durch das Gebet, durch Wachsamkeit, durch die Ausübung meiner Lehre überwinden und möget ihr euch vereinigen und einander lieben und Barmherzigkeit erweisen. Ich will nicht, dass Hindernisse für die Entfaltung meiner Manifestationen entstehen, dass unter euch Unterschiede auftreten, sondern dass Verständnis herrscht. Dann werde Ich Mich weiterhin durch mein Wort im Schoß dieses Volkes kundgeben und durch alle Stimmträger in allen Versammlungsstätten.

    46.  Wacht für alle, wacht für euch selbst, damit das Gute und der Friede schließlich eure Differenzen überwinden, damit mein Reich bei euch das Reich der Lüge, der Finsternis und des Bösen besiegt.

    47.  Ich will Mich in euch als Sieger erheben; Ich will, dass ihr euren Vater als König der Heerscharen betrachtet, der das Böse in euch besiegt, und euch selbst als Soldaten voll geistiger Würde, voll Zufriedenheit und Frieden. Dann wird man den Hymnus der universellen Harmonie beim größten der Siege vernehmen ─ jenem Triumph, der kommen wird, bei dem jedoch weder euer Vater noch ihr selbst bekümmert sein werdet, wenn es durch eure Liebe Besiegte geben wird. Unsere Besiegten werden nicht die Geistwesen sein ─ es wird das Böse sein, alle Dunkelheiten, Sünden und Unvollkommenheiten. Der Triumph des Vaters wird in der Errettung aller zurückgebliebenen Geistwesen bestehen, die in der Finsternis und im Bösen verwurzelt waren. Ihr befindet euch in einem Irrtum, wenn ihr glaubt, dass jemand verlorengehen wird. Ich wäre nicht mehr Gott, wenn ein einziger Geist keine Erlösung finden würde. All jene, die ihr Dämonen nennt, sind gleichfalls Geistwesen, die aus Gott hervorgegangen sind, und wenn sie heute verwirrt sind, so werden auch sie Erlösung finden. Wann wird das wahre Licht in ihnen sein? Dann, wenn ihr zusammen mit den geistigen Heerscharen des Lichts ihre Unwissenheit und ihre Sünde mit eurem Gebet und euren Werken der Liebe und Barmherzigkeit bekämpft.

    48.  Eures Vaters und euer vollkommenes Glück wird der Große Tag des Herrn sein. Das universelle Festmahl wird stattfinden, wenn ihr euch einst alle an seinem Tisch vom Brot des Ewigen Lebens nährt.

    Mein Friede sei mit euch!