Kategorie: Band XI

  • Unterweisung 320

    1.  Selig das Menschengeschlecht, weil es die mensch­gewordene Gegenwart ihres Herrn gehabt hat. Glücklich sei die menschliche Gattung, weil sie jenes Liebeserbe empfangen hat.

    2.  Mein Dasein auf der Welt durch Jesus geschah im Land Palästina, mein Predigen dauerte nur drei Jahre, es waren nur wenige Dörfer, die Ich besuchte, und die Menschenmenge, die Mich nach Golgatha begleitete, war nicht sehr zahlreich. Dennoch ist jenes Wort, das von den Lippen Jesu kam, zur Menschheit aller Zeiten gelangt. Es ist nicht nötig gewesen, auf der Suche nach Jüngern zu allen Ländern jener Zeit zu gehen, weil Ich wusste, dass mein Wort gleich einem Samen bald aus jenem Land hinausgetragen würde, um sich über alle Völker des Erdballs zu verstreuen. Jene, die Jesus vernahmen und seinen Tod miterlebten, waren stellvertretend für alle Generationen dabei, die danach kommen würden. Denn die Essenz meiner Lehre und die Liebe, mit der sich jenes Blut verströmte, waren für alle bestimmt.

    3.  Verurteilt nicht jenes Volk, weil es in Jesus nicht den Messias erkannt hat, und weil es Ihn geopfert hat. Seid nicht empört bei dem Gedanken, dass Der, den sie verhöhnt haben, Gott Selbst gewesen ist. Wahrlich, Ich sage euch, Ich allein bin Richter. Viele von denen, die jenes Volk als ungerecht verurteilen und ihm nicht vergeben, dass es den Meister geopfert hat, erfahren einen Zerfall in ihrem Herzen, ohne sich dessen bewusst zu sein, weil sie einen Platz eingenommen haben, der ihnen nicht zusteht.

    4.  So, wie Ich, als Ich sterbend am Kreuz hing, angesichts einer Menge, die sich an meinen Leiden weidete, ausrief: „Mein Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, so könnte derselbe Satz von Mir täglich an euch gerichtet wiederholt werden. Denn obwohl ihr meinen Namen von Geburt an kennt, und ihr in eurem Gewissen meine Lehre, meine Gebote und meine Gesetze in euch habt, hört ihr nicht auf, Mir Beleidigungen entgegenzuschleudern und euch über meine Grundsätze lustig zu machen.

    5.  Drei Zeitalter geistiger Offenbarungen habt ihr durchlebt, doch noch immer hat die Menschheit nicht den Tempel errichtet, den Ich erwarte. Dennoch: In dieser Dritten Zeit werden die Menschen auf dem Grund ihres Herzens das Allerheiligste aufrichten, wo die Lade sein wird, welche der Geist ist, der in seinem Inneren die Tafeln des Gesetzes aufbewahrt, welches in eurem Gewissen ist.

    6.  Euch erscheint die moralische und geistige Umwandlung der Menschheit unmöglich, weil ihr euch sehr von den Prinzipien entfernt habt, die euch offenbart worden sind. Ihr könnt euch keine Welt vorstellen und noch weniger an eine glauben, in der die Liebe regiert, Frieden herrscht und Gerechtigkeit existiert.

    7.  Ich sage euch, dass ihr an all dies nicht glauben könnt, weil ihr weder den Sinn meines Wortes, noch den meiner Werke erforschen wolltet. Wenn ihr ein bisschen eurer Zeit der geistigen Betrachtung widmen würdet, würdet ihr große Inspirationen erhalten und Weisheit erlangen.

    8.  Wer von den Menschen vor zweitausend Jahren hatte eine Vor­stellung von der gegenwärtigen Welt, die ihr durch die Kraft eurer Intelligenz geschaffen habt? Niemand. Daher wurden viele der alten Prophezeiungen nicht geglaubt, die diese Welt von heute ange­kündigt haben.

    9.  Ich kündige euch prophetisch eine neue Welt und eine vergeistigte Menschheit an, doch wenn dieses Wort bekannt wird, wird es wiederum nicht geglaubt werden.

    10.  Generation um Generation wird vergehen, der Hochmut der Menschen wird Unwetter und Überschwemmungen, Seuchen und Plagen entfesseln, und das Wehgeschrei der Menschheit wird den Weltraum erschüttern. Doch nach alldem werden die neuen Erdenbewohner ein Leben der Selbstbetrachtung und der Vergeistigung beginnen und dabei den unermesslichen Schatz an Erfahrung nutzen, den die vergangenen Generationen ihnen vermachten, und der göttliche Same wird zu keimen beginnen.

    11.  In jedem Geist existiert der göttliche Keim, da er aus Mir hervorgegangen ist, und so wie eure Kinder die Züge oder den Charakter ihrer Eltern erben, so werden die Geistwesen schließlich das offenbaren, was sie von ihrem Himmlischen Vater geerbt haben: die Liebe.

    12.  Erinnert euch an jenen Tag, an dem Ich aus Liebe zu euch als Mensch am Kreuz starb. Erinnert euch an meine Passion ─ ja, aber tut es nicht mehr in der herkömmlichen Weise, an die ihr euch jahrhundertelang gewöhnt habt ─ eine äußerliche und sinnenhafte Weise, die in eurem Geist keine Saat hinterlassen hat, weil ihr euch nicht in den Sinn und die Essenz vertieft habt.

    13.  Ich sehe, dass ihr, um euer Herz zu bewegen, meinen Tod durch blutige Darstellungen und Bilder dramatisiert, dass ihr weint und Trauerkleider tragt, als ob gerade ein Mensch gestorben wäre, und dass ihr Jahr für Jahr der Mutter euer Beileid bezeugt, ohne euch dessen bewusst zu sein, was ihr tut.

    14.  Warum Maria Beileid bezeugen, obwohl sie niemanden verloren hat, da Der, der am Kreuz starb, zum ewigen Leben auferstand? Warum wegen Mir Tränen vergießen, da Ich doch jenseits des Schmerzes und des Todes bin?

    15.  Wahrlich, Ich sage euch, ihr solltet lieber um euch selbst weinen und Trauer über eure Sünden empfinden und in eurem Herzen trauern wegen so vieler Tugenden und edlen Gefühle, die in euch gestorben sind.

    16.  Ich möchte, dass ihr, ohne auf Jahrestage, Daten oder traditionelle Gedenktage zu warten, euch in Zusammenkünften oder im Schoß eurer Familien vereinigt und, indem ihr jene Beispiele und Werke nochmals durchgeht, die Ich euch in der Zweiten Zeit lehrte, euch voller Vergeistigung und Erhebung sammelt, um über mein Wort zu meditieren und es auszulegen. Denn dann hättet ihr wirklich einen Nutzen für euren Geist, weil ihr den Sinngehalt oder die Essenz meiner Werke und meiner Worte entdecken würdet.

    17.  Versucht nicht, Mitleid mit Mir zu fühlen, denn in Mir gibt es nichts, das die Menschen zum Bedauern veranlassen könnte. Lasst euch stattdessen von jener Liebe inspirieren, die Ich euch während eines ganzen Lebens bewies, und wendet jenes Mitleid, jenes Bedauern darüber, zu beleidigen, und jene Gewissensbisse bei euren Nächsten an, unter denen es Tausende gibt, die jedes Mitleids und jedes Mitgefühls würdig sind: die einen, weil sie sehr leiden; andere, weil sie sich in den Schmutz des Lasters gestürzt haben; wieder andere, weil sie nicht das Licht der Wahrheit kennen, und weitere, weil sie ohne Liebe leben, oder weil sie Hunger und Durst nach Gerechtigkeit und Frieden haben.

    18.  Fühlt für sie wirklich Mitleid und Erbarmen, weint und bittet für sie. Aber tut vor allem etwas, das ihren Schmerz lindert oder ihr Leben verbessert. Dann werdet ihr wirklich auf dem Weg sein, meine Lehre zu begreifen, meinen Opfertod zu verstehen und meinen Willen richtig zu deuten.

    19.  Die Liebe untereinander wird die einzige Verhaltensweise sein, um mein Wort zu befolgen und meinem Geist wohlgefällig zu sein.

    20.  Ich sagte am Kreuz durch Jesus: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Nach vielen Jahrhunderten kann Ich dieser Menschheit erneut sagen, dass sie noch immer nicht weiß, was sie tut. Denn häufig verfälscht sie den Sinngehalt des Gesetzes oder der Lehre, die Ich ihr offenbart habe, und verstößt gegen beide, im Glauben, sie zu ehren und sie zu erfüllen.

    21.  Wenn ihr meine Lehre verstehen und fühlen würdet, würde Liebe durch eure Adern strömen und zu euren Geschwistern fließen, die ein Teil von Mir sind. Aber ihr seid weit davon entfernt, einander zu lieben, und davon gebt ihr mit nahezu allen euren Werken Beweise.

    22.  Erinnert euch in euren Gedächtnisfeiern, dass Ich, der Göttliche Meister, aus Liebe zu euch das Geistige Reich verließ und Mensch wurde, um bei den Menschen zu wohnen ─ dass Ich mein Reich verließ, um Mich in eurer Welt als ein Menschenwesen im Dienst der Notleidenden zu zeigen ─ dass der Vater alles Geschaffenen, in Christus seiend, zu euch kam, um der Demütigste zu sein, und um euch sein ganzes Leben zu widmen.

    23.  Meine Lehre lehrte, dass man, je mehr man besitzt, desto mehr geben muss, und dass man, je größer man ist, desto demütiger sein muss.

    24.  Welche sind die, die Mich in dieser Zeit zum Vorbild nehmen? Welche sind fähig, von einem Thron oder von einem Ehrenstuhl herabzusteigen, um sich unter Armen und Notleidenden aufzuhalten und ihnen Leben zu spenden? Ich entdecke sie nicht, obwohl eure Welt so groß und die Menschheit so zahlreich ist.

    25.  Wenn einmal solche Beispiele in Überfülle auf der Erde zu finden sind, dann werdet ihr sagen können, dass ihr mein Wort und meine Beispiele beherzigt; dass ihr sie lebt.

    26.  Von Generation zu Generation und von einem Zeitalter zum anderen haben sich die Menschen immer mehr von den göttlichen Gesetzen entfernt, wodurch ein Rückschritt in der geistigen Ordnung entstand.

    27.  Wenn ihr einen Augenblick innehaltet, um eure Welt zu betrachten, um sie durch die Vernunft zu sehen, als ob ihr auf der Höhe eines Berges wäret und eine Stadt betrachtet, so würdet ihr beobachten, dass die Menschen ihre Leidenschaften und ihre Intelligenz entfaltet haben und sie immer für irdische Ziele eingesetzt haben.

    28.  Wenn ihr euch erforscht und nachdenkt, werdet ihr entdecken, dass sich nirgendwo ein Zeichen von wahrer Vergeistigung zeigt ─ etwas, das beweist, dass im Menschen ein Lichtwesen wohnt.

    29.  Wenn ihr von diesem Berg eurer Betrachtungen herab­steigt, werdet ihr es bekümmert, traurig tun ─ mit der Erkenntnis, dass ihr euch weit von den göttlichen Gesetzen entfernt habt, die das geistige Leben regieren.

    30.  Auf eurem Weg werdet ihr den kleinen, tieferstehenden Wesen begegnen: einer Biene, einer Ameise, einem Wurm, und ihr werdet sagen: „Vater, warum erlaubst Du diesen Wesen, die unter uns stehen nicht, zu sündigen, und lässt dagegen deine geistigen Kinder, wie wir es sind, sehr wohl sündigen?“ Ach, ihr Kleinen, die ihr es wagt, eurem Herrn solch unsinnige Fragen zu stellen!

    31.  Ich habe euch schon dabei überrascht, wie ihr diese Geschöpfe um die Unbeschwertheit und den Frieden beneidet, in dem sie leben. Ich habe euch schon die Vögel beneiden sehen wegen der Freude in ihren Nestern, die sie zu einem Heim gemacht haben, und Ich habe vernommen, wenn euer Herz sich gesagt hat: „Verdienen diese Wesen etwa größere Segnungen als die Kinder Gottes?“ Jetzt sage Ich euch, dass ihr euch so fragt und abquält, weil ihr meine Lehre nicht zu studieren versteht, bis ihr die Wahrheit findet.

    32.  Seht ihr nicht, dass diese Geschöpfe nur eine Heimstatt haben, welche die Erde ist, und dass es gerecht ist, dass sie auf ihr ihren Himmel und ihre Wonne haben? Erkennt ihr nicht, dass Ich sie dazu veranlasse, einer Macht zu folgen, welche das Naturgesetz ist? Da sie innerhalb des Gesetzes leben, müssen sie in den Genuss von all dem kommen, was das Gesetz enthält, welches Liebe, Frieden, Wohlergehen, Wonne, Aktivität, Leben ist.

    33.  Ihr Menschen habt die Möglichkeit, etwas kennenzulernen, das jenseits der irdischen Natur ist, und welches das Geistige Leben ist. Dafür wurde euch der Weg offenbart, der zum Reich eures Vaters führt. Aber Ich habe euch die Freiheit gelassen, diesen Weg einzuschlagen, oder auch nicht ─ aufwärts zu steigen oder abzusteigen, euch zu nähern oder zu entfernen. Denn dies ist die Weise, wahre Verdienste gegenüber dem Vater zu erwerben und Ihm zugleich eure Liebe zu beweisen.

    34.  Das vernunftlose Wesen leitet der Instinkt, der seine innere Stimme, sein Meister, sein Führer ist. Er ist wie ein Licht, das von seiner Mutter, der Natur, stammt und ihm den Weg erhellt, den es in seinem Leben zurückzulegen hat ─ auch dies ein Weg der Gefahren und Risiken. Euch Menschen leitet der Geist, euch Geistwesen führt das Gewissen, welches das Licht ist, das der Göttliche Geist in seine geistigen Kinder gelegt hat.

    35.  Die Bestimmung der Kinder der Natur ist auf der Erde, hier beginnt sie und hier endet sie. Die Bestimmung des Geistes dagegen beginnt bei Mir und wird niemals enden. Denn wenn er sich über das irdische Leben erhebt, wenn er über die Welten der Ver­vollkommnung hinausgelangt und in die Ewigkeit eingeht, wird er von einer Heimstatt zur anderen ziehen und dabei neue Welten voller Weisheit entdecken, immer mehr Freude empfinden, immer mehr lieben.

    36.  Hört nicht auf, über eure Bestimmung nachzudenken, und versäumt auch nicht, eure tieferstehenden Geschwister zu beobachten, denn bei ihnen werdet ihr unendlich viele Beispiele von Weisheit entdecken, die euch ─ auf euer Leben angewendet ─ gute Früchte ernten lassen werden.

    37.  Nehmt euch ein Beispiel an der Harmonie, mit der jede Gattung lebt, an der Aktivität derer, die emsig sind. Beherzigt die Beispiele von Treue oder von Dankbarkeit. Es sind Beispiele, die göttliche Weisheit enthalten, da sie von meinen Geschöpfen stammen, gleichfalls aus Mir hervorgegangen, damit sie euch umgeben und begleiten auf eurer Welt, damit sie an dem teilhaben, was Ich in die Erde gelegt habe, und damit ihr in ihnen die Stimme entdeckt, die euch sagt, dass, wenn ihr das göttliche Gesetz buchstabengetreu erfüllt und euch von der Stimme des Gewissens leiten lasst, wie sie sich vom Instinkt leiten lassen, ihr die Harmonie kennenlernen, ihr den Frieden erfahren werdet, und es euch zur Mehrung eurer Güter, zum Überfluss und zum geistigen und menschlichen Fortschritt bringen wird.

    38.  Glaubt ihr, dass derjenige, der über all dies tief nachdenkt, danach fähig wäre, einen Krieg zu schüren? Glaubt ihr, dass derjenige, der die Stimme seines Gewissens klar vernommen hat, sich aufmacht, um seine eigenen Nächsten zu demütigen? Nein, geliebtes Volk. Kommt also zu dem Schluss, dass ihr über meine Offenbarungen meditieren müsst, dass auch die Welt nachdenken muss, damit der Geist sich bei jenen Betrachtungen erhebt, der Verstand in Verzückung gerät, und ─ mit einem Wort ausgedrückt ─ der Mensch wirklich die Stimme des Gewissens vernimmt und befolgt.

    39.  Denkt über die Lektion dieses Tages nach und lehrt (andere), über sie nachzudenken. Sie ist eine Botschaft, die ihr den Herzen eurer Geschwister mit der Herzlichkeit nahebringen müsst, wie Ich sie euch gegeben habe. Denn ihr müsst eine Mission erfüllen, und darum bin Ich in dieser Zeit gekommen, um euch mein Wort zu bringen. Doch habe Ich Mich für diese Kundgabe nicht derer bedient, die ihren Verstand in der Gelehrsamkeit dieser Welt stark geschult haben, sondern derer, die in ihrer Demut meine Jünger der Zweiten Zeit zum Vorbild genommen haben.

    40.  Zeigt ihr mein Werk ohne Furcht, denn es muss die Welt zu allen Zeiten erleuchten.

    41.  Bereitet euch zu, damit mein Wort in euren Herzen geschrieben bleibt, damit ihr wie euer Meister seid; damit ihr, weil ihr demütig seid, meine wahren Jünger seid. Bringt die Wahrheit, damit durch sie die ganze Menschheit erleuchtet wird.

    42.  Übt die Tugenden aus und schließt euch wie zu einem einzigen Jünger zusammen. Aus diesem Buch werden alle die Unterweisungen mit sich nehmen, und so werden die Letzten die Ersten sein.

    43.  Geliebtes Volk: Mit welcher Hingabe vernehmt ihr dieses Wort, das euch unterweist und euch die Ereignisse ankündigt, die ihr in Kürze bei euch in Erfüllung gehen sehen werdet.

    44.  Die Menschheit wird große Schritte auf die Vergeistigung zu machen. Ihr Geist wird die menschlichen Grenzen überschreiten und zu höheren Lebenswelten gelangen können, um mit ihren Geschwistern Zwiesprache zu halten und das Licht zu empfangen, das sie ihr anzubieten haben. Sie wird auch zu den Lebensebenen herabkommen können, auf denen sich Wesen von geringerer Erhebung, zurückgebliebene Wesen, aufhalten, um ihnen zu helfen, ihr armseliges Dasein hinter sich zu lassen, und sie auf einen besseren Lebensplan zu setzen. Die Stufenleiter, auf jene der Geist zu seiner Vervollkommnung emporsteigt, ist sehr lang; auf ihr werdet ihr Wesenheiten von unendlich vielen verschiedenen Ent­wicklungsstufen begegnen, und ihr werdet ihnen etwas von dem, was ihr besitzt, anbieten, und auch sie werden euch ihrerseits etwas von ihrem geistigen Reichtum schenken.

    45.  Dann werdet ihr entdecken, dass dies nicht die einzige Welt ist, die um ihre Verbesserung ringt. Ihr werdet erfahren, dass sich auf allen Planeten der Geist entwickelt, dass er sich auf allen regt und wächst in Erfüllung seiner Bestimmung, und Ich will, dass ihr euch vorbereitet, damit ihr mit all euren Geschwistern einen Bund schließt, dass ihr euch mit ihnen austauscht in jenem heiligen Verlangen, einander zu erkennen, zu lieben und beizustehen. Tut es in meinem Namen und in unbedingtem Gehorsam, mittels eurer Gedanken. Wenn ihr mit dieser Übung beginnt, werdet ihr nach und nach ihre Bitten, ihre Lehren und Wohltaten richtig zu deuten wissen.

    46.  Ich sehne Mich danach, dass ihr mit euren Geschwistern auf diesem und außerhalb dieses Planeten, der derzeit euer Heim ist, in Einklang seid. Schließt Bande der Freundschaft, bittet um Hilfe, wenn ihr sie benötigt, und eilt auch denen zu Hilfe, die euch um das bitten, was ihr besitzt.

    47.  Wie sehr lieben und beschützen euch die Wesen, die in dieser Zeit dazu bestimmt sind, euch zur Erkenntnis meiner Wieder­kunft zu bringen, und wie wohltätig nehmen sie Einfluss auf diese Menschheit! Ich allein sehe diese ständige Bemühung und kenne ihre Verdienste. Ich segne sie, weil ihr Werk groß ist. Wenn ihr in euer geistiges Leben einzudringen verstündet, würdet ihr es mit Fürsorge, mit Wundertaten erfüllt sehen, die ihr euren geistigen Wohltätern verdankt. Sie arbeiten in verschiedenen Missionen auf eurer Welt, ohne dass ihr ihre Güte und ihre Bemühung auch nur erahnt. Ich sage euch nur, dass sie ständig darum ringen, das Leben der Menschen wieder zur Ordnung und zur Gerechtigkeit zurück­zubringen.

    48.  Helft ihnen bei ihrer schwierigen Mission, begreift ihre Liebe, ihre Selbstlosigkeit, und werdet zu ihren Mitarbeitern in diesem großen Werk!

    49.  Nicht nur in dieser Zeit, sondern seit der erste Mensch die Erde bewohnte, wurde die Geisterwelt gesandt und sie hat sich bekundet, wobei sie an euren Leiden und an euren Freuden Anteil nahm. Ich habe es so bestimmt, damit ihr euch nicht verlassen oder fern von euren geistigen Geschwistern fühlt. Wenn ihr einmal zur Einfachheit zurückkehrt, wenn ihr einmal in Kontakt mit diesen Wesen seid und sie von Nahem seht, werdet ihr ihr Werk erkennen und sie segnen. Und wenn ihr einmal die Erde verlasst, um die Reise zu eurer nächsten Wohnstatt anzutreten, werdet ihr mit ihnen, welche die Beschützer eures Lebens waren, gemeinsam (dorthin) gehen. Doch nachdem ihr die Tugend eurer geistigen Geschwister kennengelernt habt ─ wünscht ihr dann nicht für eure kleinen Geschwister das zu sein, was für euch eure Schutzengel sind?

    50.  Ich offenbare euch derzeit das, was eurem Weltverständnis verborgen war, weil Ich nicht will, dass euch unbekannt bleibt, was in eurem Leben grundlegend ist: die Unsterblichkeit eures Geistes, sein immer aufwärtsführender Weg und sein Endziel in Mir.

    51.  Legt den Weg Schritt für Schritt zurück, lebt auf der Erde, aber blickt immer zum Himmel empor. Denkt daran, dass ihr vom Augenblick an, an dem ihr eure Reise begonnen habt, das ewige Leben lebt, und dass jede Prüfung, die ihr durchmacht, euch Mir näher bringt, und dass jede zurückgelegte Wegstrecke die Zeit eures Rückweges kürzer macht.

    52.  Ihr habt die ersten Lichter dieser Ära der Vergeistigung erblickt, aber deren volle Entfaltung werdet ihr nicht von dieser Welt aus sehen. Es werden eure Nachkommen sein, die euer Werk fortsetzen werden. Doch Ich werde euch gewähren, eure Saat weiterhin zu betreuen, so wie Ich erlaubt habe, dass die Geistwesen derer, die eure Eltern gewesen sind, weiterhin über eure Auftragserfüllung wachen.

    53.  Wirkt für das Gute auf dieser Welt, bringt mein Wort zu den Herzen. Oftmals werdet ihr bei den einen kein Gehör finden, aber bei anderen werdet ihr Widerhall finden, und ihnen sollt ihr diese Lehre in reichem Maß zuteilwerden lassen, die Ich euch gegeben habe, damit ihr sie allen euren Geschwistern übermittelt.

    54.  Heute habt ihr mein Wort, das die gleiche und einzige Essenz offenbart, die Ich euch zu allen Zeiten übergeben habe: die Liebe. Die Prinzipien, auf die sich mein Gesetz und meine Lehre gründen, sind unwandelbar und ewig.

    55.  Heute komme Ich im Geist, um meine Wahrheit und meine Gegenwart mittels des Göttlichen Lichts zu offenbaren, so wie Ich in jener Zweiten Zeit mein Wort in Jesus Mensch werden ließ, um euch meine Wahrheit durch das Wort zu offenbaren und es mit Blut zu besiegeln. Es war notwendig, zu den Menschen zu kommen, mit ihnen zusammenzuleben, sich so fühlen und sehen zu lassen, wie sie sehen und fühlen, um ihnen Beweise von der unendlichen Liebe zu geben, die mein Geist zu den Menschen fühlt.

    56.  Ich, Christus, offenbarte durch den Menschen Jesus die Herrlichkeit des Vaters, seine Weisheit und seine Macht. Die Macht wurde angewandt, um Wunder zu vollbringen zum Wohl derer, die in ihrem Geist Glauben benötigten, in ihrem Verstand Licht und in ihrem Herzen Frieden. Jene Macht, welche die Kraft der Liebe selbst ist, wurde über die Notleidenden ausgegossen, um sich ihnen ganz hinzugeben, was so weit ging, dass Ich sie für meinen eigenen Körper nicht gebrauchte, der sie in der Todesstunde gleichfalls benötigte.

    57.  Ich wollte keinen Gebrauch von meiner Macht machen, um den durchdringenden Schmerz meines Körpers zu vermeiden. Denn als Ich Mensch wurde, geschah es in der Absicht, um euretwillen zu leiden und euch einen greifbaren göttlichen und menschlichen Beweis meiner unendlichen Liebe und meines Mitleids mit den Kleinen, den Notleidenden, den Sündern zu geben.

    58.  Alle Macht, die Ich an anderen offenbarte ─ sei es, dass Ich einen Aussätzigen heilte, einem Blinden das Augenlicht wiedergab und Beweglichkeit dem Lahmen oder dass Ich die Sünder bekehrte und Tote auferweckte ─ alle Vollmacht, die Ich vor den Menschenscharen offenbarte, um ihnen Beweise für meine Wahrheit zu geben, indem Ich ihnen meine Autorität über die Naturelemente und meine Macht über Leben und Tod bewies, wollte Ich für Mich nicht anwenden, womit Ich zuließ, dass mein Körper jene Passion durchlebte und jenen Schmerz erlitt. Zwar hätte meine Macht meinem Körper jeden Schmerz ersparen können, aber welches Verdienst hätte ich dann in euren Augen gehabt? Welches für den Menschen begreifbare Vorbild hätte Ich hinterlassen, wenn Ich von meiner Macht Gebrauch gemacht hätte, um Mir den Schmerz zu ersparen? Es war nötig, Mich in jenen Augenblicken meiner Macht zu entäußern, die göttliche Kraft zurückzuweisen, um den Schmerz des Fleisches, die Trauer angesichts der Undankbarkeit, die Einsamkeit, den Todeskampf und den Tod zu fühlen und zu erleben.

    59.  Daher baten die Lippen Jesu in der Todesstunde um Hilfe, da sein Schmerz echt war. Aber es war nicht nur der physische Schmerz, der den fiebernden und erschöpften Körper Jesu überwältigte ─ es war auch das geistige Empfinden eines Gottes, der mittels jenes Körpers geschunden und zum Gespött gemacht wurde von seinen blinden, undankbaren und hochmütigen Kindern, für die er jenes Blut vergoss.

    60.  Jesus war stark durch den Geist, der ihn belebte, welches der Göttliche Geist war, und Er hätte gegenüber dem Schmerz unempfindlich sein können und gegenüber den Angriffen seiner Verfolger unbesiegbar; aber es war notwendig, dass er Tränen vergoss, dass er fühlte, dass er immer wieder vor den Augen der Menge zu Boden stürzte, dass die Kräfte seines Körpers erschöpft waren und dass er sterben sollte, nachdem sein Körper den letzten Tropfen Blut verloren hatte.

    61.  So wurde meine Mission auf Erden erfüllt; so endete das Dasein Jenes auf der Welt, den das Volk wenige Tage zuvor zum König ausgerufen hatte, als Er in Jerusalem einzog.

    62.  Diejenigen, die Mich empfangen hatten, waren dieselben, die Mich zur Schädelstätte begleiteten, und viele, die gesungen hatten: „Hosianna! Hosianna!“ schrien später: „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“ Aber viele, die Mich in ihr mit Liebe und mit Glauben zubereitetes Herz aufnahmen, folgten Mir auch treu bis zum letzten Augenblick nach und ließen ihre Tränen auf die Blutspur fallen, die der Meister hinterließ.

    63.  Für die, die Mich durch das Licht ihres Geistes sahen, war Ich der menschgewordene Gott Selbst. Für jene, die Mich nur durch ihre Sinne sahen, war Ich nicht die Wahrheit, da sie mein Tod als Mensch verwirrte und sie sich betrogen fühlen. Diese waren es, die sich lustig machten, die sich Betrogene nannten in Erinnerung an die Nachdrücklichkeit, mit der Jesus ihnen ein Reich voller Freuden verhieß. Doch nun, da sie Ihn unter der Last des Kreuzes gebeugt und danach an ein schmachvolles Kreuz genagelt sahen, konnten sie nur noch lachen und hinausschreien, dass Jesus ein falscher Prophet war, der nicht zu leben verdiente.

    64.  Es waren arme unwissende Verstandesmenschen, arme vermaterialisierte Geistwesen, die sich in ihren eigenen Mutmaßungen verfingen: „Wenn er der Sohn Gottes ist ─ warum ist er dann nicht aus den Händen seiner Unterdrücker und Henker gerettet worden? Wenn in seiner Stimme und in seiner Rechten die Macht ist ─ warum klagte er dann am Kreuz, dass er verlassen worden sei? Wenn er das Leben ist, der Tote auferweckte ─ warum starb er dann unter den Händen bedeutungsloser Menschen?“

    65.  Es war noch nicht an der Zeit, dass das Licht die Geistwesen jener Geschöpfe erreichte. Sie mussten weiterhin auf den Wegen des Lebens wandern, um die göttliche Wahrheit meines Schmerzes und meines Todes verstehen zu lernen. Diejenigen dagegen, die Mich mit dem Geist liebten, hatten nicht einen Augenblick von Be­stürzung oder Zweifel, und je mehr sie ihren Herrn leiden sahen, desto größer war ihre Bewunderung angesichts jener Beweise unendlicher Liebe, vollkommenster Gerechtigkeit und Weisheit.

    66.  Selbst der Räuber Dimas, von dem alle gesagt hätten, dass er ein Herz voller Finsternis besäße ─ unfähig, auch nur ein Atom meiner Wahrheit zu entdecken, vermochte meine Göttlichkeit zu erkennen, gerade dort, wo andere sie nicht mehr erkannten: am Kreuz. Er vermochte mein Licht zu erkennen, er konnte meine Liebe entdecken, er sah die Demut Jesu und die Blindheit der Welt, und da er auf Erden viel gelitten hatte, verurteilt worden war und das Blutgerüst kennengelernt hatte, verstand er Mich und sagte er sich in seinem Herzen: „Es ist richtig, dass ich als Räuber und Übeltäter an einem Kreuz sterbe. Aber warum reicht ihr diesen Kelch dem Meister ─ diesem Menschen, von dem ihr nur Wohltaten empfangen habt?“ Und als er die Geduld und die Demut sah, mit welcher der gerechte Jesus mit dem Tod rang, konnte er sich nicht zurückhalten und rief aus: „Herr, gedenke meiner, wenn Du in deinem Reich bist!“

    67.  Ja, lieber Dimas, du warst mit Mir im Paradies des Lichts und des geistigen Friedens, wohin Ich deinen Geist als Belohnung für deinen Glauben trug. Wer hätte denen, die daran zweifelten, dass in Jesus ─ sterbend und blutend, wie Er war ─ ein Gott wohnte, wohl sagen können, dass sich im Räuber, der zu seiner Rechten im Todeskampf lag, ein Lichtgeist verbarg? Die Zeit verging, und als die Ruhe sich wieder einstellte, drangen viele von denen, die Mich abgelehnt und verspottet hatten, in das Licht meiner Wahrheit ein, weshalb ihre Reue groß und ihre Liebe in meiner Nachfolge unzerstörbar war.

    68.  Ich habe der Welt vom Kreuz herab das Buch des Lebens und der geistigen Weisheit vermacht ─ ein Buch, das im Lauf der Jahrhunderte, der Zeitalter und Epochen von den Menschen gedeutet und verstanden werden sollte. Daher sagte Ich zu der vom Schmerz erschütterten Maria zu Füßen des Kreuzes: „Frau, dies ist Dein Sohn“, wobei Ich mit dem Blick auf Johannes zeigte, der in diesem Augenblick die Menschheit verkörperte ― jedoch die in einen guten Jünger Christi verwandelte Menschheit, die vergeistigte Menschheit.

    69.  Auch an Johannes wandte Ich Mich mit den Worten: „Sohn, dies ist Deine Mutter“ ─ Worte, die Ich euch nun erläutern werde.

    70.  Maria verkörperte die Reinheit, den Gehorsam, den Glauben, das Zartgefühl und die Demut. Jede dieser Tugenden ist eine Sprosse der Leiter, auf der Ich zur Welt herabkam, um im Schoß jener heiligen und reinen Frau Mensch zu werden.

    71.  Jenes Zartgefühl, jene Reinheit und Liebe sind der göttliche Schoß, in welchem der Same des Lebens befruchtet wird.

    72.  Jene Leiter, auf der Ich zu euch herabstieg, um Mensch zu werden und bei meinen Kindern zu wohnen, ist die gleiche wie jene, die Ich euch anbiete, damit ihr auf ihr zu Mir emporsteigt, indem ihr euch von Menschen in Lichtgeister verwandelt.

    73.  Maria ist die Leiter, Maria ist der mütterliche Schoß. Wendet euch ihr zu, und ihr werdet Mich finden.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 321

    1.  Seid gesegnet, Jünger, weil ihr euren guten Willen einsetzt, um mein Wort auszulegen. So werdet ihr die Gaben entfalten können, die ihr habt, und sie zum Wohl eurer Geschwister anwenden können.

    2.  Ihr seid nun in der Zeit, in der die Menschen Beunruhigung über das Ewige, über jenes Leben fühlen, das jenseits der flüchtigen menschlichen Existenz ist. Doch ihr, die ihr in dieser Zeit meine Jünger gewesen seid, sollt euch immer bewusst sein, dass der Schlüssel, der die Tür zur geistigen Weisheit öffnet, die Liebe ist.

    3.  Ich habe euch während der ganzen Zeit meiner Unterweisungen erklärt, wie dieses Leben auf der Erde dem Geist als Schule, Erfahrung, Prüfstein und zur Entfaltung dient, aber dass er das höchste Wissen über das Geistige Leben erst erlangen wird, wenn er einmal die Körpermaterie verlassen hat und sich im unendlichen Tal befindet, jenseits des Materiellen.

    4.  Bewundert die Schlichtheit meiner Lehre, die auf jede Tätigkeit, auf jedes Gebiet angewendet werden kann, weil ihr Licht das ganze Universum erhellt und belebt. Wenn sich ihre Essenz auf euer Verstandesvermögen ergießt, offenbart sie den Menschen die Art und Weise, sich zu bessern, bis sie die geistige Vollkommenheit erreichen. Diese Essenz ist das Gute, das in eurem Gott als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration in eurem Leben vorhanden ist.

    5.  Meine Lehre ist einfach und daher im Fassungsbereich des menschlichen Geschöpfes, für alle verständlich, da ihr alle Geist besitzt. Wo Kompliziertes, Mystifizierung oder Materialismus eine Rolle spielt, ist nicht meine Wahrheit, welche Licht ist.

    6.  Strebt nach Einfachheit, liebt die Demut, dann werden die Geheimnisse sowie die undurchdringlichsten Mysterien eurem Verstandesvermögen wie die Seiten eines Buches erscheinen, das seinen ganzen Inhalt klar darlegt. Wenn Ich zu euch von Mysterien und Geheimnissen spreche, die die Menschen nicht aufklären konnten oder wollten, nehme Ich Bezug auf all das, was Ich für die Erkenntnis meiner Kinder in meiner geheimen Schatzkammer bereithalte. Ich spreche nicht von dem, was ihr niemals erfahren werdet, weil es allein eurem Vater vorbehalten ist.

    7.  In der Zweiten Zeit gab Ich euch eine Lehre, durch die Ich den Menschen begreiflich machte, dass sie nicht nur aus Körpermaterie bestehen, sondern dass in jedem von ihnen ein Wesen wohnt, dessen Leben höher als das menschliche ist, und dessen Wohnstätte nicht für immer auf dieser Welt ist, sondern in einem unendlich höheren Reich als dem der Erde. Jene Lehre, obwohl tiefgehend bis in die Ewigkeit, wurde dennoch in schlichter und einfacher Form ausgedrückt, damit alle Menschen sie verstünden, da alle ein Recht darauf hatten, sie kennenzulernen.

    8.  Diese Lehre war die Vorbereitung darauf, dass die Menschheit sich in dieser Dritten Zeit ganz auf das geistige Gebiet begeben würde. Denn heute, da Ich meine Stimme erneut vermenschliche, um Mich den Menschen hörbar zu machen, bin Ich zu ihnen gekommen, um jene Lektion zu erweitern, sie zu entfalten und sie zu erläutern, weil Ich sehe, dass diese Menschheit nun fähig ist, den Sinngehalt all dessen zu verstehen, was anfangs wie eine Verheißung war.

    9.  Ich werde alle Menschen und alle Völker um meine neue Botschaft scharen, werde sie rufen wie der Hirte seine Schafe und werde ihnen den Frieden eines Stalles verschaffen, wo sie vor rauem Wetter und Stürmen Zuflucht finden.

    10.  Ihr werdet noch erleben, wie viele, obwohl sie scheinbar nicht die geringste Spur von Glauben oder Vergeistigung haben, im Reinsten ihres Geistes die unsterblichen Prinzipien des Geistigen Lebens bewahrt haben ─ werdet noch sehen, wie viele von denen, die für euch den Anschein erwecken, als ob sie keinerlei Gottesverehrung hätten, im Innersten ihres Wesens einen unzerstörbaren Altar in sich tragen.

    11.  Vor diesem inneren Altar werden die Menschen geistig niederknien müssen, um über ihre Verfehlungen, ihre bösen Werke und ihre Beleidigungen zu weinen, in aufrichtiger Reue über ihren Ungehorsam. Dort, vor dem Altar des Gewissens, wird der menschliche Hochmut zusammenbrechen, so dass die Menschen sich nicht mehr aufgrund ihrer Rassen für überlegen halten. Dann werden die Verzichtleistungen, die Wiedergutmachung und schließlich der Friede kommen als gesetzmäßige Frucht der Liebe und der Demut, des Glaubens und des guten Willens.

    12.  Jene Menschen, die derzeit nur ehrgeiziges Streben nach Macht und irdischen Herrlichkeiten nähren, wissen, dass ihr mächtigster Gegner die Spiritualität ist, deshalb bekämpfen sie sie. Und da sie den Kampf, der bereits näher rückt ─ die Schlacht des Geistes gegen das Böse ─ vorausfühlen, fürchten sie, ihre Besitztümer zu verlieren, und widersetzen sich daher dem Licht, das sie in Form von Inspiration fortwährend überrascht.

    13.  Wer ─ glaubt ihr ─ ist am Ende der Sieger: der Geist oder das Fleisch? Sicherlich wird der Geist siegen, der, nachdem er Sklave der Welt gewesen ist, nun die Leidenschaften des Fleisches beherrschen wird. Es wird die Zeit sein, in der ihr „Gott das geben werdet, was Gottes ist, und der Welt, was der Welt ist.“

    14.  Mit prophetischem Wort sage Ich euch an diesem Tag, dass die Zeit naht, in der alle Völker der Erde geistig in Einklang kommen werden. Wer von euch wird imstande sein, dieses Werk zu vollbringen? Welches Menschenwesen wird die Kraft und das Licht haben, meine Prophetie Wirklichkeit werden zu lassen? Keines, geliebtes Volk, es gibt keinen Menschen, der fähig wäre, in den Finsternissen, die euch umgeben, das Licht zu entzünden. Wie immer werde Ich es sein, der die Schatten vertreibt, der das Unwetter besänftigt und euch alle um meinen Tisch der Liebe vereint sein lässt als wahre Geschwister, als Kinder eines einzigen Vaters, die ihr seid. Dennoch werde Ich nicht allein sein im Kampf, dieses Volk wird mit Mir zusammenarbeiten, diese Jünger werden meine Dolmetscher gegenüber der Menschheit sein. Sie werden meine treuen Zeugen gegenüber den Auskundschaftern sein, sie werden die Werkzeuge sein, derer Ich Mich bediene, um der Welt Beweise meiner Macht, meiner Liebe, meiner Gegenwart zu geben.

    15.  Niemals werdet ihr die ganze Last meines Kreuzes tragen ─ sage Ich euch noch einmal. Aber der Teil, den zu tragen euch zukommt ─ wie heikel wird er sein! Eure Verantwortung wird groß sein.

    16.  Der Kampf wird heftig werden, aber immer wird er durch günstige Ereignisse erleichtert werden, die der Beweis dafür sein werden, dass Ich mit euch bin. Sie werden wie meine Stimme sein, die zu eurem Herzen spricht.

    17.  Wie wird sich euer Geist über jedes Volk freuen, das nach und nach zum Licht des neuen Tages erwacht, zum Licht der Dritten Zeit, in dem alle Menschen sich vereinigen werden, um als Huldigung für euren Gott den geistigen Tempel zu errichten, das innere Heiligtum, in dem die unauslöschliche Flamme des Glaubens und der Liebe strahlen wird.

    18.  Derzeit fühlt ihr euch dem Frieden, der Harmonie, der Geschwisterlichkeit noch sehr fern, und ihr habt Grund dazu. Denn bei jedem Menschen sind die Vorstellungen über Gott, über das Leben, über die Wahrheit so unterschiedlich, dass der Eindruck entsteht, als ob es viele Götter gäbe und für jeden Menschen ein eigener Gott existieren würde.

    19.  Habt ihr nicht wenigstens in der Natur, die euch umgibt, beobachtet, wie alles einem einzigen Prinzip gehorcht, wie alles ein- und demselben Auftrag folgt, und alles in einem einzigen Gesetz harmoniert?

    20.  Wenn es verschiedene Aufträge gäbe, wenn ihr andere Gesetze entdeckt hättet als jene, die Ich euch offenbart habe, und jemand anderen als Mich, so hättet ihr einen Grund dafür, dass es in euren Glaubensüberzeugungen, in euren Anbetungsformen, Vorstellungen und Lebensweisen Unterschiede gäbe. Doch Ich sage euch nochmals, dass es nur ein Licht ist, das aus der Ewigkeit auf das Firmament eures menschlichen und geistigen Lebens herabgestrahlt hat.

    21.  Für keinen Menschen wird es ein Opfer sein, sich zu dieser Lehre zu bekehren, noch wird er sich den Kopf zerbrechen müssen, noch wird er all das Gute, Wahre oder Gerechte ablehnen müssen, was er in seinem Herzen trägt.

    22.  Das einzige, was mein Werk bezweckt, ist die Vergeistigung aller Menschen, denn in der Vergeistigung werden sie eins werden und einander verstehen. In der Vergeistigung werden sie die Namen, die äußeren Formen ihrer Religionen verschwinden sehen, welche die Ursache für ihre geistige Getrenntheit gewesen sind, da jede ihrenGott auf andere Weise gedeutet hat.

    23.  Sobald sich alle auf ihren unterschiedlichen Wegen der Vergeistigung annähern, werden sie begreifen, dass das einzige, was ihnen fehlte, darin bestand, sich von ihrem Materialismus zu befreien, um geistig deuten zu können, was sie immer in materiellem Sinn aufgefasst hatten.

    24.  So wird jener, der vor einem Bildnis niederkniete, um in ihm meine Gegenwart zu erkennen, Mich danach in seinem Geist zu fühlen verstehen, ohne das Bedürfnis, irgendeine Gestalt zu schaffen, um Mich durch sie darzustellen.

    25.  Wer lange Wallfahrten gemacht hat, um an einen Ort zu gelangen, von dem man ihm gesagt hatte, dass Ich dort sei, und dass er dort gesund werden könnte, der wird lernen, dass es nicht nötig ist, sich von einem Punkt der Erde zu einem anderen zu begeben, um Mich zu finden; da der Mensch Mich durch die göttliche Gabe des Gebets ungeachtet des Ortes in jedem Augenblick seines Lebens finden kann.

    26.  Dann werden die Menschen sich selbst durch aufrichtige Reue läutern und von Geist zu Geist mit meiner Göttlichkeit ihre Sünden bekennen, wobei sie ihr Gewissen in jenen geistigen Akt einbeziehen.

    27.  Es wird geistigerweise kein anderes Brot noch einen anderen Wein geben als die Essenz meines Wortes ─ eine Essenz, von der sich die Menschen nähren werden, um in der Liebe, in der Rechtschaffenheit, in der Gerechtigkeit, in der Barmherzigkeit zu erstarken.

    28.  Und jene, die ihr Leben dem Studium der Schriften vergangener Zeiten widmen, und sich aufgrund unterschiedlicher Auslegungen dieser Worte in Sekten und Gemeinden aufgespaltet haben, werden einander ebenfalls in der Vergeistigung näherkommen; denn die Erhebung, die sie beim Ergründen und Auslegen (derselben) haben werden, wird den einen wie den anderen die wahre Essenz offenbaren, die sie nie entdeckt hatten, weil sie der göttlichen Offenbarung immer einen menschlichen und irdischen Sinn gegeben hatten.

    29.  Vergeistigung ist alles, was Ich in dieser Zeit von den Menschen verlange, und im Rahmen des Erlaubten werden sie ihre höchsten Ideale erfüllt und ihre schwersten Konflikte gelöst sehen.

    30.  In dieser Zeit der Verwirrung wird mein Wort auf der Welt wie ein Rettungsboot erscheinen. Die Menschen werden sich zu einem neuen Leben voller Licht, Frieden und Geschwisterlichkeit erheben können.

    31.  Schon bald wird die Menschheit die Friedenstaube über die Nationen hinwegfliegen sehen, die in ihrem Schnabel den symbolischen Olivenzweig trägt.

    32.  Mein Strahl ist zu euch herabgekommen, und obwohl ihr ihn nicht materiell sichtbar wahrnehmen könnt, fühlt euer Geist doch die Gegenwart meines Lichts, das euch erleuchtet.

    33.  Ihr werdet nun in eurem Wesen etwas mehr als die Organe eures Körpers entdecken, und dies werden die Gaben, Fähigkeiten, Kräfte und Eigenschaften des Geistes sein, die viele Jahrhunderte lang im Menschen geschlummert haben. Ihr werdet dabei weder Substanz noch eine Form entdecken, weshalb Ich euch sage, dass es nicht eure Wissenschaft sein wird, die dieses Geheimnis entdeckt.

    34.  Bisher hat für euch nur das existiert, was ihr mit dem Verstand entdeckt und mit den Sinnen betastet habt. Aber der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr begreift, dass die wahren Werte im Geistigen liegen, in jenem Leben, das ihr nicht kennenlernen wolltet. Dann wird euer Dasein durch ein neues Licht erhellt werden, das euch die größten Geheimnisse und die schönsten Lehren offenbaren wird. Ich werde euch segnen, denn endlich werdet ihr mit eurem Vater bei der Entfaltung des Lebens und der Entwicklung eures Geistes zusammenarbeiten.

    35.  Derzeit befindet ihr euch in einem Stillstand, ohne euch dessen bewusst werden zu können, ohne das Ende eines Zeitabschnitts und den Beginn eines anderen zu bemerken, ohne den Sinn eurer Prüfungen zu entdecken, und ohne dass ihr die göttlichen Zeichen zu beseitigen vermögt, die Ich euch auf Schritt und Tritt gebe.

    36.  Ihr wisst nicht, ob ihr innerhalb oder außerhalb von Mir seid, auch nicht, ob ihr für das Geistige Leben lebendig oder tot seid, denn noch immer sind eure Empfindungen in eurem Wesen eingeschlafen.

    37.  Wahrlich, Ich sage euch, nur meine Stimme kann euch aufwecken, nur mein Ruf kann euch auferwecken, und dafür bin Ich voll Erbarmen gekommen, um euch zu retten. Schon nähert sich mein Licht einem jeden Herzen, schon dringt es unmerklich in euer Auffassungsvermögen ein, so wie ein Dieb in tiefer Nacht in ein Schlafzimmer eindringt: Auf Zehenspitzen, ohne das geringste Geräusch zu machen.

    38.  Wenn meine Stimme sich in geistiger Weise in der Menschheit vernehmen lässt, werden die Menschen etwas schwingen fühlen, das immer in ihnen gewesen ist, obschon es sich nicht in Freiheit äußern konnte. Es wird der Geist sein, der ─ durch die Stimme seines Herrn ermutigt ─ sich aufrichtet und auf meinen Ruf antwortet.

    39.  Dann wird ein neues Zeitalter auf Erden beginnen, denn ihr werdet das Leben nicht mehr von unten aus betrachten, sondern es von den Höhen eurer geistigen Erhebung aus schauen, erkennen und genießen.

    40.  Erkennt, dass meine Liebe nicht wartet, bis ihr von selbst erwacht, sondern dass sie euch zu Hilfe kommt, um euch aus dem tiefen Schlaf des Materialismus aufzurichten.

    41.  Ich sehe euch klein, und Ich will, dass ihr groß seid, dass ihr mit euren Fähigkeiten, eurer Intelligenz und euren Sinnen alles in euch aufnehmt, was mit meiner Zustimmung euer sein soll.

    42.  Lasst zu, dass die Intuition erwacht, dass die Empfindsamkeit für das Geistige einsetzt, dass eure Inspiration aktiv zu werden beginnt, dass sich euer Herz von Sünden reinigt, dass sich euer Verstand klärt.

    43.  Bemüht euch um eure gegenseitige Anerkennung, wirkt dahingehend, dass ihr alle miteinander im Einklang seid. Bekämpft jene ständige Feindseligkeit, in der ihr auf der Erde gelebt habt, bis ihr sie ausgerottet habt. Sorgt dafür, dass das Gute auf der Welt zur Geltung kommt, dass euer Leben durch die Befolgung meiner Lehre veredelt wird, aus welcher das Gesetz der Liebe und der Gerechtigkeit entspringt. Dann werdet ihr euch für die alleredelste Sache eingesetzt haben, und euer Geist wird Mir näher gekommen sein.

    44.  Die Vernichtung des Bösen, das ihr in eurer Welt verewigen wolltet und das, auch wenn ihr es nicht glaubt, viele zu ihrem Gott gemacht haben, da sie ihm all ihre Kräfte und Gedanken ihres Wesens widmen, muss euer Ziel sein, indem ihr gegen es kämpft, inspiriert von der Idee, es auszurotten und aus eurem Leben zu verbannen.

    45.  Für diesen gesegneten Kampf sollt ihr einen Vorrat an Glauben, Willen, Mut, Kraft, Geduld und Beharrlichkeit schaffen.

    46.  Auch in diesem Kampf werdet ihr nicht allein sein. Ich werde meine Kraft in euren Arm legen, und mein Licht in eure Intelligenz. Ich werde aus jedem eurer Werke Wundertaten machen, wenn sie von Barmherzigkeit und Liebe inspiriert sind.

    47.  Nehmt diese Lektion und bewahrt sie in eurem Herzen. Setzt euren ganzen Willen zugunsten des Verlangens ein, euch besser kennenzulernen. Wie? Indem ihr versucht, euren Geist in seinen Gaben, Fähigkeiten, Aufgaben, Wiedergutmachungen und allem, was er als euer Erbe in sich birgt, zu entdecken.

    48.  Seid nicht entmutigt, wenn ihr die Tage verstreichen seht, ohne irgendetwas davon in euch zu entdecken. Betet und meditiert, handelt gemäß meinen Beispielen und Lektionen, und wenn ihr es am wenigsten denkt, wird sich irgendeine Gabe eures Geistes durch eure Werke offenbaren.

    49.  Macht eure Augen auf und verfeinert eure Sinne, damit ihr jene unsichtbare Welt wahrnehmt, die um euch lebt und webt. Ihr habt euch darauf versteift, jenes Geistige Leben nicht zur Kenntnis zu nehmen, das sich unaufhörlich innerhalb, außerhalb und über euch regt, ohne euch vorstellen zu können, dass ihr so eng mit ihm verbunden seid, wie ihr es mit der Luft seid, die ihr atmet.

    50.  Der Grund dafür ist, dass ihr euch allzu sehr für die irdische Wissenschaft interessiert habt und die geistige Weisheit vergessen habt.

    51.  Ihr wisst, dass man, um in den unendlichen Ozean des Geistigen Lebens vorzudringen, Willensstärke, Güte, Glauben und Liebe zu Gott haben muss, und dies erscheint euch schwierig und schwer erfüllbar, weshalb ihr immer die menschlichen Wissenschaften bevorzugt, die eurer Meinung nach nicht jene Reinheit und Erhebung erfordern, die das Studium des Geistigen verlangt.

    52.  Wenn ihr erfahren würdet, dass es kein Werk von euch gibt, auf das nicht irgendein Geistwesen Einfluss hat, würde euch dies unbegreiflich erscheinen, und doch ist es so.

    53.  Jenseits eures menschlichen Lebens existiert eine Welt von Geistwesen, eure Geschwister, für den Menschen unsichtbare Wesen, die untereinander kämpfen, um euch zu erobern.

    54.  Jener Kampf hat seinen Grund in der Unterschiedlichkeit der Entwicklung, in der die einen und die anderen sich befinden. Während die Wesen des Lichts, getragen vom Ideal der Liebe, der Harmonie, des Friedens und der Vervollkommnung, den Weg der Menschheit mit Licht bestreuen, ihr immer das Gute inspirieren und ihr all das offenbaren, was zum Wohl der Menschen ist, besäen die Wesen, die noch immer am Materialismus der Erde festhalten, die sich nicht von ihrer Selbstsucht und ihrer Liebe zur Welt zu lösen vermochten oder die auf unbestimmte Zeit menschliche Süchte und Neigungen nähren, den Weg der Menschheit mit Verwirrungen, indem sie den Verstand verdunkeln, die Herzen blind machen, den Willen versklaven, um sich der Menschen zu bedienen und sie zu Werkzeugen ihrerPläne zu machen, oder um sie zu besetzen, als ob sie ihre eigenen Körper wären.

    55.  Während die Geistige Welt des Lichts den Geist der Menschheit zu gewinnen sucht, um ihm eine Bresche zur Ewigkeit hin zu öffnen; während jene gesegneten Heerscharen sich unablässig abmühen, sich in Liebe vermehren, zu Krankenpflegern am Schmerzenslager werden, zu Ratgebern an der Seite des Menschen, der die Last einer großen Verantwortung trägt, zu Beratern der Jugend, zu Beschützern der Kinder, zu Gefährten derer werden, die vergessen und allein leben, wirken die Legionen von Wesen ohne das Licht der geistigen Weisheit und ohne das erhebende Gefühl der Liebe gleichfalls unablässig unter der Menschheit. Aber ihr Ziel ist es nicht, euch den Weg zum Geistigen Reich zu erleichtern ─ nein; die Absicht dieser Wesen ist völlig entgegengesetzt, ihr Bestreben ist es, die Welt zu beherrschen, weiterhin die Herren derselben zu sein, sich auf der Erde zu verewigen, die Menschen zu beherrschen und sie zu Sklaven und Werkzeugen ihres Willens zu machen ─ mit einem Wort: Sich nicht das wegnehmen zu lassen, was sie immer als das ihre betrachteten: die Welt.

    56.  Also, Jünger: Unter den einen und den anderen Wesen wogt ein heftiger Kampf ─ ein Kampf, den eure körperlichen Augen nicht sehen, dessen Widerspiegelungen sich jedoch Tag für Tag in eurer Welt fühlbar machen.

    57.  Damit die Menschheit sich verteidigen und von den schlechten Einflüssen befreien kann, benötigt sie Kenntnis von derWahrheit, die sie umgibt, muss sie lernen, mit dem Geist zu beten, und muss auch wissen, mit welchen Fähigkeiten ihr Wesen ausgestattet ist, um sie in dieser großen Schlacht des Guten gegen das Böse, des Lichts gegen die Finsternis, der Vergeistigung gegen den Materialismus als Waffen gebrauchen zu können.

    58.  Gerade die Geistige Welt des Lichts wirkt und kämpft und bereitet alles vor, damit die Welt sich eines Tages auf den Weg zur Vergeistigung macht.

    59.  Denkt über all dies nach, und ihr werdet euch die Heftigkeit dieses Kampfes eurer geistigen Geschwister vorstellen können, die sich um die Rettung der Menschen bemühen ─ ein Kampf, der für sie ein Kelch ist, mit dem ihr ihnen fortwährend die Galle der Undankbarkeit zu trinken gebt, da ihr euch darauf beschränkt, von ihnen all das Gute zu empfangen, das sie euch bescheren, aber ohne euch jemals an ihre Seite zu stellen, um ihnen in ihrem Kampf beizustehen.

    60.  Nur wenige sind es, die sich ihnen anzuschließen verstehen, wenige sind es, die für ihre Inspirationen empfänglich sind und ihre Hinweise befolgen. Aber wie stark gehen diese durch das Leben, wie beschützt fühlen sie sich, welche Wonnen und Inspirationen beflügeln ihren Geist!

    61.  Die Mehrheit der Menschen ist zwischen den beiden Einflüssen hin- und hergerissen, ohne sich für einen zu entscheiden, ohne sich völlig dem Materialismus zu verschreiben, aber auch ohne sich anzustrengen, um sich von ihm zu befreien und ihr Leben zu vergeistigen, das heißt, um es durch das Gute, durch Wissen und geistige Kraft zu erheben. Diese liegen noch ganz im Kampf mit sich selbst.

    62.  Jene, die sich ganz dem Materialismus verschrieben haben und nicht mehr auf die Stimme des Gewissens achten, die alles missachten, was sich auf ihren Geist bezieht, kämpfen nicht mehr, sie sind im Kampf bezwungen worden. Sie glauben gesiegt zu haben, glauben frei zu sein und merken nicht, dass sie Gefangene sind und dass es nötig sein wird, dass die Legionen des Lichts zur Finsternis herabkommen, um sie zu befreien.

    63.  Diese Botschaft des Lichts sende Ich allen Völkern der Erde, damit die Menschen erwachen, damit sie sich bewusst werden, wer der Feind ist, den sie bekämpfen müssen, bis sie ihn besiegt haben, und welche Waffen sie, ohne es zu wissen, mit sich führen.

    64.  Wahrlich, Ich sage euch, wenn Ich in dieser Zeit als Mensch gekommen wäre, hätten eure Augen meine Wunden noch frisch und blutend sehen müssen, weil die Sünde der Menschen nicht aufgehört hat und sie sich auch nicht erlösen wollten im Gedenken an jenes Blut, das von Mir auf Golgatha vergossen wurde und das ein Beweis meiner Liebe zur Menschheit war. Aber Ich bin im Geist gekommen, um euch die Schande zu ersparen, das Werk derer zu betrachten, die Mich auf Erden richteten und verurteilten.

    65.  Alles ist vergeben; aber in jedem Geist existiert etwas von dem, was Ich für alle am Kreuz vergoss. Glaubt nicht, dass jene Lebenskraft und jenes Blut sich auflösten oder verlorengingen. Sie verkörperten das Geistige Leben, das Ich von jenem Augenblick an auf alle Menschen verströmte. Durch jenes Blut, das mein Wort besiegelte und alles bekräftigte, was Ich auf Erden gesprochen und getan hatte, werden sich die Menschen im Verlangen nach Erneuerung ihres Geistes aufmachen.

    66.  Mein Wort, meine Werke und mein Blut waren nicht und werden nicht vergeblich sein. Wenn es euch bisweilen so vorkommt, dass man meinen Namen und mein Wort fast vergessen hat, werdet ihr bald miterleben, wie sie aufs Neue voller Lebenssaft, Leben und Reinheit in Erscheinung treten, als ein Same, der, obwohl er unablässig bekämpft wird, niemals vergeht.

    67.  Auch mein Wort und meine Manifestationen in dieser Zeit werden nicht vergehen. Es wird zwar Zeitpunkte geben, in denen der Eindruck entsteht, dass all dies zu Ende ist, ohne eine Fährte oder Spuren auf der Welt zu hinterlassen. Doch plötzlich, wenn ihr es am wenigsten denkt, wird die Lehre der Vergeistigung, die Ich euch gelehrt habe, mit ebenso großer oder noch größerer Macht wiederauferstehen.

    68.  Mein geduldiges Wirken mittels eures Verstandesvermögens wird nicht vergeblich sein, da Ich so, wie Ich seinerzeit mein Leben durch jenes Blut symbolisch vergoss, um euch die Liebe zu lehren, Ich jetzt meinen Geist auf euch ergieße, um euch den Weg der Erhebung bis in die Ewigkeit zu öffnen. Wenn jedoch mein Blut nicht unfruchtbar gewesen ist, wird es noch weniger das Licht meines Geistes sein.

    69.  Jetzt könnt ihr die Tragweite des Wortes, das ihr derzeit vernehmt, noch nicht ermessen. Aber euer Lichtgeist, der seinen Ursprung in der Ewigkeit hat, wird die Wahrheit und die Erfüllung all dessen, was Ich der Welt in dieser Dritten Zeit durch ungebildete und unreine Stimmträger und der Geistigen Lichtwelt offenbart habe, miterleben können.

    70.  Manchmal fragt ihr euch bei euren Betrachtungen, wie die Geistwesen im Raum wohl vorgehen, um sich von einem Punkt zum anderen zu versetzen, wenn man im gleichen Augenblick in verschiedenen Teilen der Erde nach ihnen verlangt. Eure Vorstellungskraft lässt sie euch dann unablässig, schnell wie das Licht, von einem Punkt zum anderen und von einem Ende der Welt zum anderen fliegen.

    71.  Ihr denkt: Wie schwer und schwierig ist ihre Aufgabe! Ihr sagt: „Wie leidvoll ist ihre Wiedergutmachung!“

    72.  Ich muss euch sagen, dass jene Mission nicht so ist, wie sie sich euer Verstand vorgestellt hat. Jene Wesen haben, wenn sie die notwendige Entwicklungshöhe erreicht haben, um die Aufgabe von Führern, Beschützern, Beratern und Wohltätern zu erhalten, eine so weite Ausstrahlung, dass sie sich nicht von einem Ort zum anderen versetzen müssen; da sie von dort aus, wo sie sind, auf ihre Geschwister, die sie benötigen, einwirken können. Von dort aus können sie sehen, vernehmen, fühlen und die Werke vollbringen, die zu ihrem Auftrag gehören.

    73.  Die Entfernungen verschwinden für den hochstehenden Geist aufgrund seiner Weisheit und Liebe, und sein Wirkungsbereich entspricht der Erhebung, die er erreicht hat.

    74.  Nun könntet ihr jedoch denken, dass ein Geist ohne irgendeine Erhebung es gewiss nötig hat, sich zu versetzen, um Entfernungen zu überwinden, da seine wertvollsten Eigenschaften nicht entfaltet wurden.

    75.  Versucht euch auch nicht den Ort vorzustellen, wo sich jenes Wesen aufhält, an welches ihr euch erinnert. Denn es ist weder nahe, noch ist es ferne, ebenso wie Ich, der euch weder ferne noch nahe bin, da Ich in allem und überall gegenwärtig bin.

    76.  Die einzige Entfernung, die zwischen euch und Gott oder zwischen euch und einem Geistwesen existiert, ist nicht eine materielle Entfernung, sondern eine geistige, verursacht durch euren Mangel an Vorbereitung, an Reinheit oder Bereitschaft, die Inspiration und den geistigen Einfluss zu empfangen.

    77.  Stellt niemals jene Entfernung zwischen euch und euren Meister oder zwischen euch und die Geistige Welt, dann werdet ihr euch immer der Wohltaten erfreuen, die meine Liebe über jene ausschüttet, die sie zu suchen verstehen. Immer werdet ihr das Gefühl haben, dass die Geistige Welt dem Herzen derer nahe ist, die sich vorbereiten, um sie zu fühlen.

    78.  Wie groß ist die Entfernung, die die Menschheit dieser Zeit zwischen sich und das Geistige Leben stellt! Sie ist so groß, dass die Menschen von heute Gott deshalb unendlich fern von sich fühlen und das Himmelreich für fern und unerreichbar halten.

    79.  Je mehr Zeit vergeht, desto ferner fühlen sich die Menschen dem Geistigen Reich. Sie verlieren die gesegnete Vorstellung, es einmal zu bewohnen, und wenn sie sterben und zulassen, dass der Geist sich vom Fleisch trennt, haben sie nur die Eindrücke vom Irdischen, der sie jede Vorstellung vom Geistigen verlieren lassen.

    80.  Meine Liebesbotschaft in dieser Zeit löscht Entfernungen aus, beseitigt Irrtümer, löst Finsternisse auf und bewirkt, dass der Geist des Menschen, der bereits im unendlichen geistigen Gefilde gelebt hat, betend und meditierend zu seinem Ursprung zurückkehrt, seine Essenz entdeckt und sie dem Menschen, dem Verstand und dem Herzen des Wesens offenbart, das ihm als Werkzeug anvertraut worden ist, um auf der Erde eine Aufgabe zu erfüllen.

    81.  Ihr seht, dass ein Augenblick geistiger Erleuchtung genügt, damit diese dem Anschein nach so große Entfernung verschwindet und bewirkt, dass ihr all die Freude erlebt, derer ihr euch so lange Zeit hindurch beraubt habt, während ihr Mich für fern hieltet.

    82.  Heute seid ihr befähigter für eure Umwandlung, obwohl sie euch schwierig erscheint. Ich sage euch dies, weil euer ganzes Wesen sich sowohl im Geistigen als auch im Körperlichen entfaltet (und) entwickelt hat, ohne auf dem ganzen Weg eurer Willensfreiheit stehenzubleiben.

    83.  So, wie die verstandesmäßige Aufnahmefähigkeit der Menschen von heute viel größer ist als jene der Menschen vergangener Zeiten, weil sich ihre Fähigkeiten entfaltet haben, ebenso hat sich der Geist in seiner fortwährenden Lebenserfahrung entfaltet, wodurch er das verstehen, begreifen, glauben und annehmen kann, was die Menschen anderer Zeiten nicht zu erlangen vermochten.

    84.  Daher habe Ich, um Mich der Menschheit zu offenbaren, die vollkommene Form gewählt, das heißt die geistige, weil Ich weiß, dass ihr nun imstande seid, sie zu verstehen. Nicht so in den vergangenen Zeiten, in denen Ich materielle Formen suchen musste, um Mich den Menschen hörbar und verständlich zu machen.

    85.  Jetzt ist die Zeit, in der die Menschheit darum ringen wird, die geistige Verehrung für Gott zu begründen. Doch ist es nur natürlich, dass dies erst nach einer Auseinandersetzung geschieht, wenn das Verständnis und die Ruhe zu den Herzen gelangt sind.

    86.  Ihr, die ihr Mich durch diese Lehre vernehmt, habt eure Herzen von Vorurteilen und Fanatismus frei zu machen verstanden und verehrt Mich auf eine natürliche und schlichte Weise und fühlt Mich in eurem Inneren. Ihr könnt euch für bevorzugte Wesen unter den Menschen halten, und Ich werde euch als Wegbereiter des Zeitalters der Vergeistigung gebrauchen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 322

    1. Ich mache euch mit einer weiteren Seite des Buches meiner Unterweisung bekannt, welches Liebe und Licht für euren Geist ist. Wohl euch, die ihr eurem Meister wirklich zuhört, denn Ich unterweise euch klar und vollkommen, damit ihr eure Bestimmung und die Mission versteht, die Ich eurem Geist anvertraut habe.

    2. Ihr kommt, um meine Unterweisungen zu studieren und zu verstehen, um sie an eure Geschwister weiterzugeben, und obwohl sie euch manchmal zurückgewiesen haben, habt ihr euch nicht verletzt gefühlt, sondern wart befriedigt darüber, dass ihr deren Fragen beantworten konntet.

    3. Ihr sprecht zu Mir im Innersten eures Herzens, um Mich auf die Ungläubigkeit eurer Geschwister hinzuweisen. Und Ich sage euch: Wenn ihr die Herzen wie harte Felsen angetroffen habt, werde Ich durch ihr Gewissen zu ihnen sprechen, damit sie den Wunsch verspüren, bei Mir zu sein. Eure Aufgabe ist es, euch um das Wohl der Menschheit zu bemühen, indem ihr dem Weg folgt, den Ich euch vorgezeichnet habe, ohne die Zeit oder die Entfernung zu ermessen.

    4. Ihr werdet viele Bedürftige im Geist, Kranke und Sklaven antreffen, die ihr heilen und befreien müsst, indem ihr ihre Ketten zerbrecht und ihnen liebevoll meine Unterweisung zuteilwerden lasst. Denn der Tag wird kommen, an dem ihr mein Wort nicht mehr vernehmen werdet, und dann sollt ihr als Lehrmeister zurückbleiben, damit ihr die kommenden Generationen zurüsten könnt.

    5. Mit dem Schwert des Lichts werdet ihr Finsternis vertreiben und euren Geschwistern eine Bresche schlagen können. Ich will, dass die Menschen in dieser Dritten Zeit Frieden, Eintracht und guten Willen haben können. Von wem sollen sie die Unterweisungen dafür erhalten? Von meinen Jüngern, geliebtes Volk — von jenen, die Mich lieben und nicht müde werden, bei Mir zu sein — die Mich im Grunde ihres eigenen Herzens fühlen.

    6. Wohl denen, die immer bei Mir sind und die Versuchungen zurückweisen, indem sie sich von den Ausschweifungen der Welt fernhalten. Ihre geistigen Augen werden im Jenseits die ewige Herrlichkeit schauen — das Reich, in dem der Geist wohnen wird.

    7. In euch lasse Ich die Unterweisung zur Vereinigung und Geschwisterlichkeit zurück. Wacht und betet, damit euch die Versuchung nicht das entreißt, was Ich euch anvertraut habe — damit ihr die Boten und Jünger seid, die — wenn die Zeit dafür gekommen ist — von Mir zur Menschheit gesandt werden. Wenn ihr einmal von jeder Vermaterialisierung frei seid, nur mit meiner Liebe und mit meinem Licht bekleidet, werdet ihr meine Stimme in eurem Geist vernehmen, werdet ihr die Stimme eures Hirten erkennen, und dann werdet ihr demütig wie ein Schaf den Berg emporsteigen, um zur göttlichen Heimat zu gelangen.

    8. Eure himmlische Mutter ist wie ein Hirtenmädchen, das euren Schritten folgt. Maria pflegt euch in ihrem lieblichen Garten wie Rosen und Lilien, sie gibt euch den Duft, damit ihr wie Blumen seid, die ihrem Vater ihre Essenz darbringen.

    9. In der Zweiten Zeit sagte Ich euch, dass Ich erneut bei euch sein würde. Und jetzt, da Ich euch mein Versprechen erfüllt habe, haben Mich die einen erkannt, und andere haben an meiner Gegenwart gezweifelt. Einige von euch haben Freudentränen vergossen, weil sie Mich erneut vernommen und mit den Augen ihres Geistes geschaut haben. Ich habe vernommen, dass ihr Mir sagt: „Meister, wenn das Opfer meiner Körpermaterie notwendig wäre, würde ich sie mit ganzer Ergebenheit und Demut für die Rettung meines Geistes und jener der Menschheit hingeben.“

    10. Ich habe euch meiner Geistigen Lichtwelt anvertraut, damit sie euer Berater und Beschützer sei — damit sie euch auf dem Weg führe und euch bei der Erfüllung eurer Mission beistehe. Jenen von euch, die Mich nicht verstanden haben, sage Ich: Zweifelt nicht, denn Ich habe Mich zu allen Zeiten durch die Menschen kundgetan. Doch Ich wollte sie mit meinen Kundgebungen nicht überraschen, weshalb Ich zuvor meine Boten gesandt habe. Ich habe den Wegbereiter gesandt, um den Weg und das Herz der Menschheit vorzubereiten.

    11. Während des Jahres 1950 werde Ich euch meine letzten Unterweisungen geben, und Ich will, dass ihr, bevor Ich meine Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen beende, versteht, wie ihr mein Liebeswort aussäen sollt, und wie ihr es von Herz zu Herz, von Provinz zu Provinz, an allen Orten der Erde verbreiten sollt, wo man Mich in dieser Zeit nicht vernommen hat und Mich nicht fühlen konnte.

    12. Ihr seid die starken Geistwesen voll Liebe und Licht. Werdet nicht zu Schriftgelehrten und prahlt auch nicht vor den Menschen, denn in eurer Demut wird die Gnade und das Licht eures Vaters sein.

    13. Eure Blicke sollen voller Herzlichkeit sein, eure Wissenschaft soll die der Liebe sein, eure Hände sollen liebkosen, euer Wort soll Trost für die Menschen sein, dann wird die Welt euer Beispiel annehmen und nicht länger die Kriege schüren, die sie von Jahrhundert zu Jahrhundert und von Zeitalter zu Zeitalter entfesselt hat.

    14. Dann wird mein Wille und der Wille jener in Erfüllung gehen, die sich sehr abgemüht und viele Tränen vergossen haben, um die Vereinigung der Menschheit zu erreichen. Dann wird es keine Unterscheidungen nach Rassen oder Farben mehr geben. Dies ist meine Verheißung für euch.

    15. Heute glaubt jeder Mensch, die Wahrheit voll und ganz zu kennen. Jede Religion behauptet, die Wahrheit zu besitzen. Die Wissenschaftler erklären, dass sie die Wahrheit gefunden haben. Ich sage euch, dass niemand die absolute Wahrheit kennt, da der Mensch nicht einmal den Teil, der ihm offenbart worden ist, mit seinem Verstand zu fassen vermochte.

    16. Alle Menschen tragen einen Teil der Wahrheit und der Irrtümer in sich, die sie mit dem Licht der Wahrheit vermengen.

    17. Der Kampf rückt näher, in dem all diese Kräfte einander bekämpfen und jede ihre Idee durchsetzen will. Doch am Ende wird weder der Sieg einer menschlichen Idee noch einer wissenschaftlichen Theorie, noch eines religiösen Glaubensbekenntnisses vorherrschen, sondern die harmonische Gesamtheit aller guten Ideen, aller hochstehenden Glaubensüberzeugungen, aller zu höchster Geistigkeit erhobenen Kultformen, aller dem Dienst wahren menschlichen Fortschritts gewidmeten Wissenschaften.

    18. Ich werde zulassen, dass die Menschen über ihre Vorstellungen sprechen und sie vortragen, dass andere ihre Kultformen und Riten öffentlich vorführen, dass man diskutiert und sich bekämpft, dass die Wissenschaftler ihre fortschrittlichsten Theorien verbreiten, dass alles, was in jedem Geist verborgen existiert, aufbricht, ans Tageslicht kommt und sich kundgibt. Denn nahe ist der Tag des Schnitters — jener Tag, an dem das Gewissen wie eine unerbittliche Sichel alles mit der Wurzel abschneidet, was es im Herzen der Menschheit an Falschem gibt.

    19. Ihr, Volk, seid wachsam und vergesst nicht, dass Ich euch diesen Kampf angekündigt habe, damit ihr nicht verzagt, wenn ihr die Menschen leidenschaftlich diskutieren seht, wenn ihr Zeugen davon seid, wie sich die Religionen bekriegen, und wie das Gewissen mit ihnen kämpft.

    20. Lasst die Welt sich erregen, lasst das Unwetter ausbrechen und den Kampf entbrennen, damit der Mensch erwacht und bei seinem Erwachen das Licht erblickt, das zu bewundern er lange Zeit erträumt hat — damit die selbstsüchtigen Menschen, welche die Tore des Weges, der zur Erkenntnis der Wahrheit führt, verschlossen haben, von ihren Hochsitzen, ihren Thronen und Sockeln herabsteigen und die nach dem Licht des Geistes hungernden und dürstenden Menschenscharen hindurchgehen lassen.

    21. Ihr alle werdet mein Licht suchen müssen, ihr alle werdet einen Leuchtturm suchen müssen, um in den Tagen der Finsternis den Pfad erkennen zu können — in den Tagen der Besinnung und Reue, in den Tagen tiefer Selbstprüfung eurem Gewissen gegenüber, in denen es kein menschliches Geschöpf geben wird, das sich ruhig fühlt und das sagen kann: Ich fürchte nichts, weil ich immer in rechter Weise gewirkt habe.

    22. Nein, es wird nicht einen geben, der dies ausruft oder denkt, weil sich das Gewissen in jedem Geist vernehmbar machen wird.

    23. Nur die, die beten und bereuen, werden die Läuterung ihres Geistes erreichen. Nur jene, die ihre Eitelkeiten, ihre Machtausübung über andere und ihren Hochmut aufgeben, werden es schaffen, sich im Rettungsboot niederzulassen. Denn jene, die an ihren Torheiten festhalten, die sich an ihre Irrtümer und ihre Traditionen klammern — bereit, sie bis zum Ende aufrechtzuerhalten, trotz der Urteile und Weisungen des Gewissens — diese werden sich wider besseres Wissen auf den Abgrund der Verwirrung und Finsternis zubewegen, in den nach dem Willen eures Vaters niemand stürzen soll.

    24. Diese Liebes- und Barmherzigkeitsbotschaft, die Ich euch zur rechten Zeit für eure Rettung gebracht habe, sollt ihr der Menschheit rechtzeitig bekannt machen.

    25. Meine Weisheitsbotschaft hat die Aufgabe, die Menschen geistig zu vereinen, sie vor dem Wirbelsturm der Verwirrung zu bewahren, sie aus der Finsternis zu retten, wenn sie den Glauben verloren haben.

    26. Nur mein Wort wird die Macht haben, diejenigen aufzuhalten, die sich mit rasender Geschwindigkeit auf den Abgrund zubewegen, weil es alles offenbart, weil es nicht zögert, ein Geheimnis zu enträtseln, weil es von der Barmherzigkeit und Liebe eures Vaters durchdrungen ist.

    27. Wer außer Mir könnte all diese Menschen ohne Glauben an das höhere Leben und ohne Wissen über meine Gerechtigkeit retten? Wer hat wirklich die Bedeutung und den Ursprung des Schmerzes in ihrem Leben voller Trübsale, Bedrückungen und Ängste verstanden? Wie wenige Meister und Führer der Menschheit sehe Ich! Was wissen die Menschen vom Geist? Sie beschäftigen sich nur mit der menschlichen Seite, ohne das entdecken zu können, was es jenseits der irdischen Bedürfnisse und Sorgen gibt. Daher haben die Menschen — enttäuscht davon, dass sie weder in den Wissenschaften, noch in den Religionen eine befriedigende Antwort auf ihre Fragen finden können — sich der Aufgabe gewidmet, von sich aus die Wahrheit zu suchen. Manche kommen dem Pfad näher, während andere infolge ihrer geringen Vergeistigung sich neue Irrtümer zu eigen machen.

    28. Die Menschen, die im Leben einen Leidenskelch nach dem anderen getrunken haben, sagen Mir: „Herr, warum gibt es niemanden, der uns den Grund für unseren Schmerz erklärt, damit in uns ein Glaube entbrennt, der uns hilft, die Last unseres Kreuzes zu tragen?“

    29. Zu diesen Kindern lasse Ich als himmlischen Heilbalsam mein Licht für ihren Verstand und meine Ermutigung für ihr Herz gelangen. Denn Ich habe unendlich viele Möglichkeiten, jedes Geschöpf zu erreichen.

    30. Ach, wenn doch alle Mich zu fragen verstünden, wenn doch alle geistig beten würden, wenn sich doch alle dafür interessieren würden, die Wahrheit kennenzulernen! Wahrlich, Ich sage euch, sie würden das Ersehnte erhalten. Denn niemand hat gesucht, der nicht gefunden hat — niemand hat an meine Tür geklopft, dem nicht geöffnet worden wäre.

    31. Hinterlasst auf eurem Weg eine Spur der Demut. Lasst nicht zu, dass der Stolz in euer Herz dringt, weil ihr euch für die einzigen mit geistigem Wissen haltet.

    32. Seid euch immer bewusst, dass ihr vor Mir alle gleich seid, dass ihr alle den gleichen Ursprung hattet und alle das gleiche Ziel habt, auch wenn sich äußerlich jedes Schicksal anders zeigt.

    33. Vergesst nie, dass ihr alle zu Mir gelangen müsst, was bedeutet, dass ihr alle — obschon auf unterschiedliche Weise — die notwendigen Verdienste erbringen müsst, um die größte geistige Höhe zu erreichen. Betrachtet daher niemals jemanden als minderwertig.

    34. Im Spiritualisten darf niemals die Eitelkeit Wurzeln schlagen. Dagegen soll immer echte Bescheidenheit sein Begleiter sein, dann werden seine Taten, statt mit falschem Licht zu blenden, im Herzen seiner Geschwister Anklang finden.

    35. Ihr sollt euer Kreuz mit Liebe auf euch nehmen — nicht, wie man eine Pflicht übernimmt, nicht mit dem Gedanken, dass, wenn ihr es nicht tut, euch im Leben Böses widerfahren wird — nein, es soll nicht aus Furcht vor meiner Gerechtigkeit geschehen. Ihr seid geistig genügend entwickelt, um von euch zu verlangen — wie Ich es gerade tue — dass eure Auftragserfüllung in meinem Gesetz aus Liebe zu euren Geschwistern geschieht, und dass dieses Gefühl von der Liebe zu Mir inspiriert ist.

    36. Lasst die Zeiten hinter euch, in denen die Menschen ihre Verfehlungen nicht aus Reue darüber, Mich verletzt zu haben, bereuten, sondern aus Furcht vor der ewigen Verdammnis, so wie die Menschen sie sich vorgestellt hatten.

    37. Entfernt aus eurem Herzen die Auffassung, dass ihr eure Reue auf den letzten Augenblick verschieben könnt im Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes, und denkt daran, dass das einzige, was euer Geist in jenem Gerichtsmoment ernten wird, das sein wird, was er während seines ganzen Daseins auf Erden ausgesät hat. Seine Ernte oder seine Früchte werden die Entwicklung, der Fortschritt, die Erhebung sein, die er durch das Leben erlangt hat, das ihm anvertraut war.

    38. Wie verschieden ist die geistige Wirklichkeit von all dem, was die Menschen sich vorgestellt haben! Weder ist meine Gerechtigkeit so, wie ihr glaubt, noch ist göttliche Strafe das, was ihr mit diesem Namen bezeichnet, noch ist der Himmel so, wie ihr denkt, noch wird er so leicht und schnell erlangt, wie ihr es euch vorstellt, wie auch die geistige Sühne nicht so ist, wie ihr sagt, noch ist die Versuchung ein Geistwesen.

    39. Ihr müsst die göttlichen Offenbarungen studieren, die Ich euch zu allen Zeiten gegeben habe, müsst die bildliche Sprache verstehen, in der zu euch gesprochen wurde, müsst auf diese Weise eure geistigen Sinne empfindsam machen, damit ihr erkennt, welches das Wort Gottes ist und was Menschenwort ist, damit ihr die Essenz meiner Unterweisungen entdeckt.

    40. Nur von einem geistigen Gesichtspunkt aus werdet ihr die richtige und wahrheitsgemäße Auslegung meines Wortes finden können — sowohl jenes, das Ich euch durch die Propheten sandte, als auch jenes, das Ich euch durch Jesus vermachte, oder dieses Wortes, das Ich euch durch Vermittlung der Sprachrohre der Dritten Zeit gebe.

    41. Wenn diese Menschheit einmal den wahren Sinngehalt des Gesetzes, der Lehre, der Prophetien und der Offenbarungen gefunden hat, wird sie das Schönste und Tiefste entdeckt haben in Bezug auf ihr Dasein.

    42. Dann werden die Menschen die wahre Gerechtigkeit kennenlernen, und ihr Herz wird den wahren Himmel erahnen; dann werdet ihr auch wissen, was Sühne, Läuterung und Wiedergutmachung ist.

    43. Heute seid ihr noch mit dem Schleier der Unwissenheit bedeckt, den ihr in eurem irdischen Materialismus und eurem religiösen Fanatismus voll falscher Ängste und Vorurteile nicht zu zerreißen gewagt habt. Wenn eine Prüfung in euer Leben trifft und ihr dafür keinen klaren Grund findet, ruft ihr daher aus: „Was habe ich bloß getan, dass ich so gestraft werde?“, ohne zu wissen, dass meine Gerechtigkeit manchmal Jahrhunderte — und sogar Jahrtausendelang auf sich warten lässt. Doch meine Gerechtigkeit kommt immer, und auch wenn sie dem Anschein nach zeitlich zu spät oder unpassend kommt, so ist doch gewiss, dass sie sich immer auf weise Art bekundet.

    44. Meine Geistlehre hat verschiedene Ziele oder Aufgaben: eine ist jene, den Geist in seiner Verbannung zu trösten und ihm begreiflich zu machen, dass der Gott, der ihn schuf, ihn ewig in seinem Reich des Friedens erwartet. Eine andere ist, ihn wissen zu lassen, über wie viele Gaben und Fähigkeiten er verfügen kann, um seine Rettung und seine Erhebung oder Vervollkommnung zu erreichen.

    45. Dies Wort beinhaltet die Botschaft der Vergeistigung, die den Menschen die Augen öffnet, damit sie die Wirklichkeit direkt schauen, die sie vermeintlich nur in dem, was sie sehen, in dem, was sie berühren, oder in dem, was sie mit ihrer menschlichen Wissenschaft beweisen, zu finden glauben ― ohne sich bewusst zu werden, dass sie dabei das Vergängliche „Realität“ nennen und das „Ewige“, wo die wahre Wirklichkeit existiert, verkennen und leugnen.

    46. Lasst diese Botschaft von Nation zu Nation, von Haus zu Haus gehen und ihre Saat des Lichts, des Trostes und des Friedens zurücklassen, damit die Menschen einige Augenblicke innehalten und ihrem Geist eine Ruhepause gönnen, die unerlässlich ist, damit er sich besinnt und sich erinnert, dass jeder Augenblick, der seiner Rückkehr zur Geistigen Welt sein kann, und dass von seinen Werken und seiner Saat auf der Welt die Frucht abhängt, die er bei seiner Ankunft im Geistigen Leben erntet.

    47. Heute treffe Ich euch bekümmert, niedergeschlagen und ohne Hoffnung an, und ihr sagt Mir in eurem Gebet, dass das Leben euch seit langem seine Gunst entzogen hat. Der Meister sagt euch hierzu, dass diese Zeiten, die ihr durchlebt, jene sind, die die Propheten der Ersten Zeit angekündigt haben, und später das Göttliche Wort seinem Volk bestätigte. Doch wenn es auch wahr ist, dass ihr einen sehr bitteren Kelch leert, so wisst, dass euer Schmerz nicht nutzlos sein wird, wenn ihr ihn liebevoll und geduldig zu ertragen versteht. Es war notwendig, dass die Menschen bis zu diesem Punkt gelangen, an dem der Schmerz alle Fasern ihres Wesens durchdringen und berühren würde, damit sie aus dem tiefen Schlaf erwachen, in dem ihr Geist lebt, und sie ein Leben der Selbstbestimmung beginnen, in dem sie ihrem Schöpfer den Tribut und die Anerkennung darbringen, die sie Ihm schuldig sind.

    48. Seit langem schon dämme Ich ihre Willensfreiheit ein und zeige ihnen damit, dass der Zeitpunkt der Besinnung und des guten Handelns gekommen ist, damit sie nicht weiterhin leiden und sich in ein Chaos stürzen. Ich wollte ihren Sturz vermeiden, indem Ich sie beriet und warnte, aber sie sind meinen Worten gegenüber taub gewesen. Doch Ich werde diese so geliebte Menschheit weiterhin rufen, sie zur Besserung und zur Ehrbarkeit bei allen ihren Handlungen auffordern, bis Ich sie zu einer würdigen Schülerin meiner Unterweisungen gemacht habe.

    49. Ich bin zu euch zurückgekehrt, wie Ich es euch versprochen hatte, um euch zu trösten und euch in euren Trübsalen Hoffnung zu geben. Doch nicht nur dies, sondern auch um euch zu erleuchten, damit ihr große Schritte auf dem geistigen Pfad macht. Ich habe euch die Unterweisung gegeben, die ihr gerade in diesen Momenten der Verwirrung benötigt, die ihr sehnsüchtig erwartet habt, um eure Wunden zu heilen und den rettenden Weg zu finden.

    50. Ich habe alles vorbereitet, damit ihr ein großes Werk vollbringt und am Ende desselben ruhig, zufrieden und im Frieden mit Mir und mit euren Geschwistern zu Mir kommt. In jenem Augenblick der Gemeinschaft mit meinem Geist werde Ich von euch keinen Tribut verlangen, eure Verdienste werden daher nicht für Mich sein, sondern für euch selbst, und das, was ihr Mir darbringt, werde Ich euch als Segnungen und Wohltaten ohne Ende mit Zinsen zurückgeben.

    51. Seht, wie sehr Ich euch liebe. Wenn ihr noch mehr Beweise für die Liebe eures Vaters wollt, bittet darum, und Ich werde euch gewähren, da meine Liebe unerschöpflich ist. Wenn ihr meine Geduld, meine Ergebenheit prüfen wollt, so tut auch dies. Aber nachdem ihr empfangen habt, nach eurer Anerkennung dessen, tut an euren Geschwistern das, was Ich an euch getan habe.

    52. Vergebt so oft, wie ihr beleidigt werden mögt. Beachtet nicht einmal die Zahl der Fälle, in denen ihr vergeben müsst. Eure Bestimmung ist so hoch, dass ihr euch nicht in diesen Stolpersteinen des Weges verfangen dürft; denn weiter vorne warten sehr große Aufgaben auf euch. Euer Geist soll immer bereit sein zur Liebe, zum Verständnis und zum Guten, damit ihr euch auf höhere Ebene begeben könnt. So wie in vergangenen Zeiten viele eurer Geschwister mit ihren Werken schöne Seiten in das ewige Buch des Geistes schrieben, sollt ihr in ihrer Nachfolge jene Geschichte fortsetzen, als Vorbild und zur Freude der neuen Generationen, die auf die Erde kommen werden.

    53. Seid stark, denn ihr durchlebt derzeit Zeiten der Prüfung. Jedes Geschöpf — vom Kleinkind an, das kaum seine Augen für das Licht dieser Welt geöffnet hat, bis zu dem von der Last der Jahre gebeugten Greis — erleidet eine Prüfung, einen Prozess der Wiedergutmachung. Doch Ich gebe euch meine Kraft, meinen Einfluss, damit ihr mit Glauben und Gelassenheit durch diese Prüfungen geht, die euch gegenüber dem Schmerz unverwundbar machen werden.

    54. Es wird einen Kampf der Weltanschauungen geben, und der Glaube und die Überzeugung der einen wie der anderen wird auf die Probe gestellt werden. Doch jene, die ihr Werk auf Treibsand errichtet haben, werden es zusammenstürzen sehen, weil seine Fundamente nicht fest waren. In dieser Zeit werden die Starken die Schwachen unterstützen müssen. Jene, die nicht zu beten noch in die Wahrheit meiner Unterweisungen einzudringen verstanden, werden über ihre Unwissenheit, ihre Bedürftigkeit und ihren Mangel an Verdiensten weinen. Viele von ihnen sind jedoch unschuldig, weil sie keine wirkliche Führung von Seiten ihrer Geschwister gehabt haben, und Hirten wie Schafe werden wegen ihrer Ungewissheit und ihrer Verwirrtheit Tränen vergießen.

    55. Ihr, Volk, das von Mir dazu bestimmt wurde, euren Einfluss auf diese Welt auszuüben, sollt für ihren Frieden und ihre Rettung wachen und beten. Ihr sollt eure Flügel ausbreiten, um die Menschheit in diesen Stunden der Gefahr und der Angst zu bedecken.

    56. Daher habe Ich euch das Gebet von Geist zu Geist gelehrt und habe jedes Symbol oder Darstellung meiner Göttlichkeit entfernt. Ihr habt einen Tempel in eurem Inneren errichtet, und von dort aus liebt und verherrlicht ihr Mich. Ich habe euch den Respekt vor den Glaubensüberzeugungen eurer Geschwistern gelehrt und habe euch zu Wächtern ausgebildet, die wachsam sind, um den Glauben derer zu verteidigen, die in diesem bevorstehenden Kampf schwach werden. Wenn ihr dann eure Mission beendet habt, werdet ihr Mir mit Genugtuung sagen können: „Unser Vater, wir kämpfen mit dem Schwert, das nicht verwundet, mit der Liebe und gutem Willen. Wir sprechen das göttliche Wort aus, wir fordern die Menschen auf, zu Dir zu beten. Wir bringen denen Trost, die leiden, bekehren jene zum Guten, die gegen das Gesetz verstoßen hatten. Wir richten Männer und Frauen auf, die in ihrer Unwissenheit nicht weiterwussten, und erwecken ihren Glauben und ihr Vertrauen in Dich, und seitdem lieben sie uns und folgen uns nach.“ Und Ich werde euch als Soldaten meiner Sache empfangen und euch den Lohn geben, den ihr verdient habt.

    57. Mein Werk wird sich auf der Erde ausbreiten. Den Ersten werden sich andere anschließen und danach weitere, denn es steht geschrieben, dass der Mensch sich im Verlangen nach seiner geistigen Vervollkommnung über seinen gegenwärtigen Zustand erheben wird.

    58. Wie sehr müsst ihr kämpfen, um die Erde vorzubereiten, damit Ich mein Friedensreich zu den Menschen herniederkommen lasse!

    59. Betet und meditiert über meine Worte, dann werdet ihr entdecken, dass sie einen Ozean an Liebe enthalten. Ich habe zu euch durch das begrenzte Verstandesvermögen des Menschen gesprochen, und dieser vermag selbst bei aller Vorbereitung nicht die Bedeutung (und) den Grund auszudrücken, die meine Lehre enthält. Dringt mit dem Geist in sie ein, damit ihr mit größerer Klarheit verstehen könnt als mit dem Herzen oder dem beschränkten Verstand eures menschlichen Wesens. Da euch mein Werk der Zweiten Zeit großartig erschienen ist, werdet ihr auch mein Kommen in dieser Zeit als einen Beweis der unendlichen Liebe eures Vaters erkennen.

    60. Je mehr ihr euch vervollkommnet, desto näher werdet ihr das Ziel sehen. Ihr wisst zwar nicht, ob ihr nur noch einen Schritt von eurem Heil entfernt seid oder ob ihr noch eine lange Wegstrecke zurücklegen müsst. Ich sage euch nur, dass ihr euch willig und folgsam von diesem Wort leiten lassen sollt, das die Stimme meines Göttlichen Geistes ist. Hütet euch, gegen das Gesetz zu verstoßen, wiederholt den gleichen Fehler zu begehen. Beherzigt diesen Ruf, der eine Aufforderung zur Besserung ist — eine Bitte, die euer Vater an euch richtet, weil Ich euch nicht vergeblich auf Erden leben und hernach über euren Ungehorsam weinen sehen möchte.

    61. Arbeitet unablässig für euren Fortschritt, und ihr werdet erleben, dass jene Prüfungen, die euch heute leiden lassen und deren Sinn ihr nicht verstanden habt, zu eurem Wohl sind und euer Wesen mit Frieden und Freude erfüllen werden. Es sind weise Prüfungen, die Ich euch sende, um euren Geist im Kampf zu läutern und zu stählen, so wie Ich so viele Wesen geformt habe, die ihr heute liebt und verehrt, deren Stärke und erprobte Tugend ihr anerkennt. Es sind eure Geschwister, die über diese Welt gegangen sind und eine Spur der Reinheit und Heiligkeit hinterlassen haben. Ich will, dass ihr euch mit ihnen vereinigt und ihnen nachfolgt. Denn eure Bestimmung ist die gleiche, ihr alle seid groß in meinen Augen, ihr alle seid würdig, und Ich will euch in der Friedenswelt wohnen sehen, die sie bewohnen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 323

    1.  Ich komme, um eurem Geist meine Unterweisung zu geben, ihn mit meiner Liebe zu nähren und zu stärken.

    2.  Geliebte Kinder, ihr seid meine Kinderschüler, meine kleinen Kinder, die über die Erde gehen und dabei Bitternis und Leiden ertragen. Wohl jenen unter euch, die den Weg der Sünde verlassen, damit ihr Geist Mir näherkommt.

    3.  Der Vater lehrt euch, wie ihr empfangen und wie ihr bitten sollt. Denn wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr euch von Sünde reinigt, werdet ihr meine Vergebung haben und werdet gestärkt werden.

    4.  Ich will euch von jedem Flecken reinigen, damit ihr von eurem Vater Barmherzigkeit empfangen könnt. Verliert diese Barmherzigkeit jedoch niemals, denn sie stammt aus meinem Göttlichen Geist und ist das Erbe, das ihr auf eurem Weg bei euch tragen sollt. Ich bin der Meister und gebe euch erneut meine Lehre, damit ihr sie in eurem Herzen tragt und sie so weiter gebt, wie Ich sie euch gegeben habe.

    5.  Das Gewissen ist wie ein Spiegel, in dem sich euer Geist erblickt. Ich sage euch: Es ist nicht mehr an der Zeit, dass ihr euch in diesem Spiegel bedürftig seht, denn Ich habe euch mein Licht, mein erhabenes Wort gegeben, damit es euch morgen an nichts mangelt, damit ihr meinem Gesetz gehorcht und den Menschen weiterhin ein Beispiel gebt, so wie es meine Apostel der Zweiten Zeit taten.

    6.  Es ist nicht der Stimmträger, von dem ihr diese Unterweisung erhaltet, denn er ist ein Sünder wie ihr. Ich habe ihn von seinen Wegen weggebracht und ihn vorbereitet, um euch durch seine Vermittlung mein Wort zu geben. Die Essenz dieser Lehre ist meine eigene Essenz.

    7.  Schon in der Zweiten Zeit habe Ich euch gesagt: „Liebt einander“, denn der, der seine Nächsten liebt, liebt Mich.

    8.  Ich unterscheide euch nicht nach Rassen oder Hautfarben, noch nach Klassen. Ich spreche zu allen gleichermaßen, damit ihr einen einzigen Willen habt, damit ihr eure Geschwister, die aus verschiedenen Nationen herbeikommen, mit einem Lächeln und mit offenen Armen empfangt. Wenn ihr diese Liebe ausübt, wird es morgen keine Kriege mehr geben, der Tod wird sich nicht mehr der Menschheit bemächtigen. Gebt nicht Mir die Schuld an euren Kriegen, oh Menschheit.

    9.  Geratet nicht in Verwirrung, baut keinen neuen Turm von Babel, damit jene, die sich euch nähern, euch alle gleichermaßen zubereitet antreffen. Der Ungläubige muss Beweise haben, um die Wunder des Vaters anzuerkennen, damit sein Geist seinen Gott aufgrund meines Wortes erkennt.

    10.  Die Beweise sollen aus Liebe bestehen, denn dann muss selbst dem härtesten Felsen kristallklares Wasser entquellen.

    11.  Erhebt euch zu Mir, dann werde Ich euch von jeder Krankheit frei machen, denn Ich bin der Arzt aller Ärzte. Ich werde alles bei euch zurücklassen, was die Menschheit geistig benötigt, und wenn ihr einmal anerkannt seid, werden Mich alle Doktrinen der Erde in meinem Geistwerk anerkannt haben, weil dies mein Wille ist.

    12.  Ich habe euch als Schutzwehr das Gebet hinterlassen. Darum sage Ich euch: Wacht und betet, damit die Menschheit durch euch Heil erlangt, damit ihr ihr zur rechten Zeit das Wort bringt, das ihr derzeit empfangt.

    13.  Die Zeit, in der ihr lebt, die von so großer geistiger Transzendenz für alle Menschen ist, geht unbeachtet von der Menschheit vorüber. Dennoch wird der Zeitpunkt kommen, an dem sie als eine Zeit von großer Bedeutung anerkannt wird ─ nicht nur im Leben des Volkes, das diese Botschaft erhielt, sondern auch in der Geschichte aller Völker der Erde.

    14.  Bedenkt die Herrlichkeit, die es bedeutet, mein Wort zu vernehmen. Ruht euch jedoch nicht auf euren Lorbeeren aus, denn zur gleichen Zeit, da ihr Wonne darüber fühlen dürft, diese Gnade zu haben, sollt ihr euch bewusst sein, dass eure Verantwortung gegenüber den Völkern, euren Geschwistern, sehr groß ist, da ihr ihnen das Zeugnis von all dem, was ihr in diesen Zeiten empfangen habt, bringen müsst.

    15.  Gesegnet seien, die in ihrem Herzen mein Wort bewahren, denn sie werden ihr Kreuz lieben und mit ihm auf den Schultern an die Türen ihrer Geschwister klopfen und ihnen die Botschaft des Lichts, des Friedens und der Liebe bringen, die Ich diesem Volk in meinem Wort anvertraut habe.

    16.  Jede meiner Lektionen dieses Jahres 1950 dient der Vorbereitung, damit ihr, wenn der Augenblick kommt, meine Kundgabe bei euch für beendet zu erklären, keine Tränen vergießt, da Ich euch alles gebe, damit euch nichts fehlt. Weint dann nicht wegen des Ausbleibens meines Wortes, Volk. Ich habe euch schon gesagt, dass meine Essenz in euren Herzen bewahrt bleiben wird, und wenn euer Gedächtnis schwach sein sollte, Ich einige meiner Kinder dazu inspirieren werde, die Seiten und Schriften, die sie von meinem Wort geschaffen haben, in Büchern und Alben zu vereinigen.

    17.  Stärkt euch in der Meditation und im Gebet. Ihr seid menschlich und klein, und beim Abschied meiner Kundgebung wird euer ganzes Wesen erschüttern. Wie sollte dies Volk an jenem Tag nicht erschüttert werden, da die Menschen auf der ganzen Erde ihn auf die eine oder andere Weise fühlen werden, obwohl sie nicht einmal eine Ahnung von meiner Gegenwart in der Dritten Zeit haben?

    18.  Wenn einmal das Licht im Verstand der Menschen aufgegangen ist, werden die Menschen zum Verständnis dessen gelangen, dass alle Ereignisse, die um das Ende des Jahres 1950 herum geschahen, das Zeugnis dafür waren, dass der Zeitabschnitt meiner Kundgabe abgeschlossen war, ebenso wie der Anbruch dieser Zeit gleichfalls durch Ereignisse angekündigt wurde, die die Menschen des ganzen Erdkreises erschüttert haben.

    19.  Ich bereite euch vor und warne euch im Hinblick auf die Zeit der Verwirrung der Weltanschauungen, damit ihr euch vom inneren Ringen des Geistes und der Marter der Gedanken freimachen könnt. Denn alle Weltanschauungen, Doktrinen, Theologien, Philosophien und Glaubensbekenntnisse der Menschheit werden erschüttert werden und damit ein Unwetter versinnbildlichen, einen wahren Sturm des Geistes, auf dessen aufgewühlten Wogen ihr nach meinem Willen segeln und obenauf bleiben sollt, bis der Sturm und die Finsternis vorüber sind. Ich gebe euch kein besseres Rezept, um diese Prüfung heil zu überstehen, als das Gebet und die Befolgung meines Wortes, wodurch euer Glaube sich unaufhörlich gestärkt fühlen wird.

    20.  Jener Kampf der Weltanschauungen, jener Zusammenstoß der Glaubensbekenntnisse und Ideologien, jene Schlacht ist unbedingt notwendig, damit alle Gebrechen und Irrtümer, die sich auf dem Grund jedes Kultes und jeder Institution angesammelt haben, an die Oberfläche kommen. Erst nach diesem Unwetter wird eine moralische und geistige Reinigung der Menschen einsetzen können; denn sie werden die Wahrheit ans Licht kommen sehen, werden sie erkennen, sie in sich fühlen und werden sich nicht mehr von Einbildungen und Vortäuschungen nähren können.

    21.  So wie jeder Mensch freiwillig und ganz für sich von der lebensnotwendigen Wirkung der Sonne auf seinen Körper Gebrauch macht, weil er erkennt, dass sich auf ihr Licht, ihre Wärme und ihren Einfluss das materielle Leben gründet, so werden sie vom Licht der Wahrheit all das verwenden, was sie für die Erhaltung, Stärkung und Erleuchtung ihres Geistes benötigen.

    22.  Dann wird eine vom Menschen noch niemals empfundene Kraft wirksam werden, weil sein Leben sich immer mehr den wahren Lebensprinzipien anpassen wird, den von meinem Gesetz aufgestellten Normen.

    23.  Eure Aufgabe, Volk, besteht darin, meine Botschaft der Vergeistigung, die Ich euch gebracht habe, durch die Welt zu tragen. Doch Ich will, dass ihr versteht, dass die Art und Weise, dieses Licht zu verbreiten, zwei Aspekte hat: Den einen, völlig geistigen, mittels der Gedanken, des Gebets, womit ihr eine Atmosphäre von Vergeistigung schafft, und den anderen geistigen und zugleich menschlichen, mittels des Wortes, der körperlichen Gegenwart, der Erläuterung meines Wortes dem Kranken gegenüber. Erinnert euch an das Beispiel Jesu.

    24.  Wenn ihr einen großen Glauben und ein größeres Wissen über die Macht des Gebets hättet ─ wie viele Werke der Barmherzigkeit würdet ihr durch euer Denkvermögen tun. Aber ihr habt ihm nicht all die Macht beigemessen, die es besitzt, und deshalb wird euch oftmals nicht bewusst, was ihr in einem Augenblick echt empfundenen und wahren Gebets abwendet.

    25.  Merkt ihr nicht, dass etwas Höheres verhindert, dass auf eurer Welt der unmenschlichste aller eurer Kriege ausbricht? Begreift ihr nicht, dass auf dieses Wunder Millionen Gebete von Männern, Frauen und Kindern Einfluss haben, die mit ihrem Geist die Finsternisse bekämpfen und dem Kriegstreiben entgegenwirken? Betet weiterhin, wacht fernerhin, doch legt in diese Betätigung all euren Glauben, dessen ihr fähig seid.

    26.  Betet, Volk, und breitet über den Krieg, den Schmerz und das Elend den Friedensmantel eurer Gedanken, mit denen ihr einen Schild bilden werdet, unter dessen Schutz eure Geschwister Erleuchtung und Zuflucht finden.

    27.  Da die Welt derzeit so blind ist, dass sie das Licht der Wahrheit nicht erkennen, noch in ihrem innersten Wesen meinen Ruf vernehmen kann, sollt ihr beten und geistigen Boden gewinnen. Denn derzeit würdet ihr nicht angehört werden, weil alle Völker damit beschäftigt sind, sich darauf vorzubereiten, zu zerstören und sich zu verteidigen.

    28.  Die Menschen werden noch blinder werden, wenn die Verzweiflung, der Hass, der Terror und der Schmerz ihre Grenzen erreichen.

    29.  Auch dies wäre nicht die richtige Stunde, um meine Botschaft zu überbringen, denn ihr wäret wie Rufer inmitten einer Wüste; niemand würde euch beachten.

    30.  Vergesst nicht, dass das menschliche Herz wie das Ackerland ist, das bestellt werden soll: Zuerst muss es gereinigt werden, indem man Felsbrocken aus ihm entfernt und das Unkraut, das es bedeckt, ausreißt. Dann muss es durch Regen fruchtbar gemacht werden, damit in seinem Inneren eine Saat keimen kann; und schließlich muss die Zeit kommen, um das Saatkorn auszusäen ― bevor das Erdreich des Wartens überdrüssig ist, und der günstige Zeitabschnitt vorüber ist.

    31.  Ebenso vollzieht sich in dieser Menschheit eine Reinigung, in welcher der Mensch, ohne sich dessen bewusst zu sein, sich selbst den Leidenskelch gereicht hat, der ihm seine Reinheit zurückgeben wird.

    32.  All der Schmerz, den er sich selbst bereitet, wird dazu dienen, sein Herz zu erweichen, damit er schließlich alles aus dem Tiefsten seines Wesens hinauswirft, was in ihm an Schlechtem aufgekeimt ist. Wenn er dann nicht mehr leiden kann und nicht noch mehr Angst ertragen kann, wird er zu seinem Herzen das Licht des Gewissens kommen fühlen, das Wohlgefühl der Reue, den Lebenssaft eines neuen Lebens für seinen Geist.

    33.  Der Mensch wird, sobald er zubereitet, rein und durch den Schmerz geläutert und später durch den Tau der Reue und der Selbstbesinnung fruchtbar geworden ist, den Punkt erreicht haben, den göttlichen Samen der Vergeistigung zu empfangen, weil sein Inneres ─ nun durch die Reue und den Vorsatz zur Besserung und zur Erneuerung veredelt ─ begierig sein wird, in seinem Schoß das Saatkorn der Liebe, des Friedens und der Weisheit zu empfangen.

    34.  Was würde aus dieser Menschheit, wenn zum Zeitpunkt, da sie das Kommen meiner Botschaft ersehnt, dieses Volk hier sich nicht darauf vorbereitet hätte, bei ihren Geschwistern als Boten oder Arbeiter meines Wortes in Erscheinung zu treten?

    35.  Wie groß ist eure Verantwortung, Jünger ─ so groß, dass ihr euch für jede Minute, die Ich euch für die Durchführung eurer Mission anvertraut habe, Mir gegenüber werdet verantworten müssen.

    36.  Ich habe euch gesagt, dass ihr vorerst euer Gebet erheben sollt, das heißt, damit beginnen sollt, euch eine wirkliche Erkenntnis der Mission anzueignen, die ihr zu erfüllen habt ─ dass ihr euer Herz durch die Ausübung der Barmherzigkeit einstimmen ─ nach und nach euer Wesen zartfühlend machen sollt, indem ihr euch bemüht, eure Selbstsucht zu bekämpfen, welche Frucht des Materialismus ist. Dann wird immer mehr die Vergeistigung in euch einziehen.

    37.  Seid keine kleinen Kinder mehr, damit ihr, wenn Ich euch sage, dass ihr beten sollt, versteht, dass Ich euch um gute Werke bitte, und nicht eure Worte oder Gedanken es sind, die wirklich zu meinem Geist sprechen. Wenn ein Gedanke, so schön er auch sei, nicht empfunden wird, fehlt es ihm an Essenz. Wenn ein Wort oder ein Satz, so schön er auch ausgedrückt wird, nicht zu einem Werk wird, wird er kein Leben haben ― und ihr wisst bereits, dass das, was kein Leben hat, nicht existiert, weswegen es von Mir nicht empfangen werden kann.

    38.  Ihr wisst nun: Wenn Ich zu euch sage, betet, dann sollt ihr euch nicht darauf beschränken, eure Gedanken in innerlicher Andacht zu sammeln, sondern auch dieses Heiligtum wieder verlassen und in jedem eurer Geschwister ein Liebespfand wahrer Geschwisterlichkeit hinterlassen als der sicherste Beweis dafür, dass ihr für eure Nächsten wachend und betend lebt.

    39.  So werden eure Fehler nach und nach beseitigt, ihr werdet eure Uneinigkeit bekämpfen und jene Zubereitung erlangen, von der Ich in meinen Unterweisungen so oft zu euch spreche.

    40.  Wenn dies Volk sich zum Zeitpunkt, da die Menschen in ihrem Herzen nach meiner neuen Botschaft verlangen, sich nicht durch die Ausübung vorbereitet haben sollte, noch sich in einem Kampf der Liebe gegen den Hass, der Barmherzigkeit gegen den Egoismus und des Friedens gegen die Zwietracht, die Krankheiten und Leiden geläutert haben sollte, dann soll es nicht erwarten, allein durch das Wort bis auf den Grund der Herzen zu gelangen und sie von meiner Wahrheit zu überzeugen.

    41.  Daher sage Ich euch zur gleichen Zeit, da Ich euch mein Wort gebe, dass ihr es ausüben sollt, weil ihr nur so die Essenz meiner Unterweisungen, ihren Sinngehalt und ihre unendliche Güte werdet verstehen können.

    42.  Von 1866 bis 1950 sind 84 Jahre vergangen, eine ganze Epoche geistiger Offenbarungen, in der das göttliche Licht unablässig auf jeden Geist und auf alles Fleisch herabgestrahlt hat ─ in der die Geistige Welt sich diesem Volk in der einen Weise, und der ganzen Menschheit auf vielerlei Weise offenbart hat.

    43.  Nun naht der Augenblick, euch durch das für meine Kundgabe in dieser Zeit von Mir gewählte Mittel zu verabschieden. Doch Ich werde in Erwartung eurer Zubereitung und eurer Vergeistigung bleiben, um meine Kundgabe an die Menschheit wiederaufzunehmen, auch wenn Ich dann nicht mehr Gehirne verwende, um meine Botschaften zu übermitteln, sondern die direkte Kundgabe von meinem Geist an den euren gebrauche.

    44.  Als Ich durch den Mund eines Propheten des Altertums sagte, dass Zeiten kommen würden, in der mein Geist auf jeden Geist und auf alles Fleisch ausgegossen würde, und dass die Menschen Gesichte und prophetische Träume haben würden, nahm Ich gerade auf die Zeit Bezug, die näher rückt, in der die Gaben in Erscheinung treten werden, die jeder Geist besitzt, und in der er die göttliche Wahrheit sucht und die Erfüllung all dessen bezeugt, was euch prophezeit worden war.

    45.  Fürchtet nicht den Tag, an dem Ich zum letzten Mal zu euch sprechen werde, und fürchtet auch nicht die Zeit der Meditation, in der ihr meine Worte nicht mehr durch menschliche Lippen vernehmen werdet. Denn wahrlich, Ich sage euch, Ich werde gegenwärtig sein, werde euch erhören und euch keinen Augenblick lang im Stich lassen, werde euren Glauben durch meine Liebe ermutigen, werde euch meine Gegenwart in verschiedenen Formen fühlbar machen, werde eure Versammlungen mit Essenz und göttlichen Inspirationen erfüllen, indem Ich euch Gedanken, Werke und Worte eingebe, werde eure Schritte leiten und euch Stürze und Straucheln ersparen.

    46.  Habt keine Angst vor der neuen Zeit, zweifelt nicht an meiner Gegenwart im Geist, denn Ich werde euch meine Stimme hören lassen, euren Zweifel beseitigen und euch sagen: Ach ihr kleingläubigen Menschen, die ihr sehen und berühren müsst, um glauben zu können.

    47.  Wenn ihr wirklich in die Vergeistigung eindringen wollt, um euch zu Recht in dieser Dritten Zeit mit Würde meine Jünger zu nennen, so denkt tief über diese feierlichen Augenblicke, diese Unterweisungen nach, die zu den letzten gehören, die ihr noch empfangen werdet.

    48.  Ich will, dass ihr euch als gute Jünger euren Meister zum Vorbild nehmt in seiner Wahrhaftigkeit, damit ihr auf eurer ganzen Wanderschaft eure Mission erfüllt, ohne jemals von der Wegrichtung abzuweichen, die durch das Gesetz und das Gewissen vorgezeichnet ist.

    49.  Da Ich euch schon vor vielen Jahrhunderten mein Kommen angekündigt habe, habe Ich mein Versprechen erfüllt. Da Ich ─ nachdem Ich durch meine Stimmträger mit euch in Verbindung getreten war ─ eine Zeit der Wohlgefälligkeiten verhieß, in der Ich unablässig vom Geistigen Reich sprechen würde, habe Ich es getan. Doch da Ich euch das Datum offenbarte, an dem Ich diese Botschaft beenden würde, will und muss Ich dies einhalten. Denn in meinem Willen kann es keinerlei Wandel geben, noch können meine göttlichen Pläne eine Änderung erfahren, noch gibt es eine andere Macht oder einen anderen Willen, um die Bestimmung des Lebens und der Menschen zu ändern.

    50.  Alles ist von Ewigkeit her von Mir vorgesehen gewesen, nichts entging meiner Weisheit. Jede Zeit wurde von Anfang an festgelegt, und jede Bestimmung wurde vorgezeichnet. Auch wenn die Menschen niemals ihren Willen mit dem meinen in Einklang gebracht haben, hat sich dennoch mein Wille vollzogen.

    51.  Ich habe euch immer Zeit gegeben für eure Vorbereitung und euch Mittel bereitgestellt, um euch zu retten. Bevor Ich euch mein Gericht sandte, um am Ende eines Zeitalters oder eines Zeitabschnitts von euch Rechenschaft zu fordern, habe Ich euch meine Liebe bekundet, indem Ich euch warnte, erweckte und zur Reue, zur Besserung und zum Guten ermahnte. Doch wenn die Stunde des Gerichts gekommen war, habe Ich Mich nicht mehr eingestellt, um euch zu fragen, ob ihr bereits bereut habt, ob ihr euch schon vorbereitet habt, oder ob ihr noch immer im Bösen und im Ungehorsam verharrt. Mein Gericht ist in der festgesetzten Stunde gekommen, und der, der seine Arche rechtzeitig zu bauen verstand, war gerettet. Doch der, der spottete, als ihm die Stunde des Gerichts angekündigt wurde, und der nichts für seine Rettung tat, musste zugrunde gehen.

    52.  Meditiert darüber, was Ich euch gerade sage, damit ihr wisst, dass euer Wille niemals den meinen wird ändern können, auch wenn es euch manchmal so erscheinen mag ─ dass, wenn die Stunde des Gerichts gekommen ist, Ich euch aufsuchen und euch heimsuchen werde, um einem jeden nach seinen Verdiensten zu geben. Denn schon vorher sprach Ich zu euch voller Liebe und Licht, damit ihr rechtzeitig die rettende Arche bauen würdet ─ jene, die euch in den Tagen größten Gerichts davor bewahren könnte, in den Fluten der universellen Reinigung umzukommen.

    53.  Wenn dieses Ereignis bei den Kinderschülern und Letzten noch keine Gestalt angenommen hat, liegt die Verantwortung dafür bei den Älteren, bei den Ersten, bei den Jüngern, damit sie ihre kleinen Geschwister lehren, wie man den Willen des Vaters befolgt, und wie man sein Gesetz erfüllt. Doch Ich sage euch: Falls sie kein Beispiel von Gehorsam geben sollten, noch das Zeugnis von meiner Wahrheit, werde Ich ihnen gewisslich einen weiteren Beweis von meiner Gerechtigkeit geben, und davon, wie mein Wille über alles hinweg in Erfüllung geht.

    54.  Ihr fragt euch auf dem Grund eures Herzens, warum Ich eurem Geist so schwere Vorwürfe mache. Doch Ich sage euch: Wenn Ich, als Ich euch erschaffen habe, euch eine meiner Eigenschaften verweigert hätte, hättet ihr Grund dazu, euch über meine Vorwürfe zu beklagen oder darüber erstaunt zu sein. Aber da Ich weiß, dass Ich in euer Wesen etwas von jeder meiner Fähigkeiten, Tugenden und Eigenschaften gelegt habe, und Ich euch außerdem Offenbarungen über mein Gesetz, über eure Bestimmung und über das Leben gegeben habe, und Ich euch die nötige Zeit für euer Verständnis, eure Entwicklung und Entfaltung gewährt habe, müsst ihr es für gerecht halten, dass Ich zu euch herabkomme, um eure Werke zu richten und den Gebrauch, den ihr von meinen Gaben gemacht habt.

    55.  Ich sage euch noch einmal, dass, wenn Ich euch eine einzige meiner Eigenschaften versagt hätte, Ich nicht berechtigt wäre, euch die Fehler vorzuwerfen, die ihr in eurem Leben begeht.

    56.  Somit werdet ihr begreifen können, dass es kein menschliches Wesen gibt, noch jemals gegeben hat, in dem kein Geist gewesen ist, der es beseelt hat, noch jemals ein Geist existiert hat, der ohne Gewissen ist.

    57.  Welche größere Herrlichkeit gibt es für den Menschen, als zu wissen, dass ihn ein Lichtwesen beseelt, ein Bewohner des Geistigen Reiches, ein Abgesandter oder Botschafter einer höheren Welt? Und auf der anderen Seite ─ welch größeres Glück gibt es für den Geist, als zu wissen, dass ewig der strahlende Leuchtturm des Gewissens mit ihm ist, welches das Licht der Göttlichkeit ist, das seinen Weg erhellt? Da ihr jedoch die Zeit vergeudet habt, nur mit Irdischem beschäftigt, und euch täglich mehr von den Gedanken über das Geistige Leben entfernt habt ─ da selbst eure Religionen unter einem Mangel an Vergeistigung leiden, habt ihr eine müde-, kranke- und schwermütig-gewordene Menschheit, die, wenn sie die Stimme ihres Vaters vernimmt, der sich einstellt, um sie zu richten und zur Rechenschaft zu ziehen, von der Rechenschaftsforderung betroffen ist und sich fragt: Warum so große Strenge gegenüber diesem schwachen, kleinen, kranken und unwissenden Volk? Doch es ist sich nicht bewusst, dass es nicht im Recht ist, wenn es so auf die Stimme seines Meisters antwortet. Denn es ist weder schwach, da es die Kraft in sich trägt, die ihm Gott verlieh, noch ist es klein, denn in seiner geistigen und körperlichen Formung liegt die Weisheit und die Vollkommenheit, mit der Ich es geschaffen habe, noch ist es unwissend, weil es sich mittels des Gewissens vollkommen bewusst ist, was es tut, was es tun soll und was es lassen soll. Wenn es sich jedoch krank fühlt, dann deshalb, weil sein Mangel an Harmonie, sowohl mit dem Geistigen als auch mit dem Materiellen, es von den ursprünglichen Quellen des Lebens entfernt hat, wie es die geistige Zwiesprache mit Mir und der Kontakt mit seiner Mutter, der Natur, ist.

    58.  Ich fordere euch auf, tief über mein Wort nachzudenken, und muss euch sagen: Wenn jemand ─ nachdem er Mich gehört hat ─ meine Vorwürfe und meine Urteile weiterhin für ungerecht hält, wird dies nur deshalb sein, weil er nicht den Sinngehalt meines Wortes erfassen konnte, und Ich werde dann seine Herzens- und Verstandesverhärtung vergeben müssen.

    59.  Ihr werdet seit langem geprüft, geliebtes Volk, weil es notwendig ist, dass ihr euch läutert, damit ihr würdig werdet, mein Wort an eure Geschwister weiterzugeben ─ heute, da die Nationen so sehr eine Friedensbotschaft benötigen.

    60.  Ich werde nicht solche als Sendboten aussenden, die für das Leben der Gnade tot sind, denn sie würden nichts zu geben haben. Ich werde diese Mission nicht solchen anvertrauen, die ihr Herz nicht von Selbstsucht gereinigt haben.

    61.  Der Bote meines Wortes wird ein Jünger von Mir sein müssen, dessen bloße Gegenwart schon meinen Frieden in den Herzen spürbar macht. Er muss die Fähigkeit haben, seine Geschwister selbst in den schwersten Augenblicken des Lebens trösten zu können, und seinen Worten muss immer ein Licht entströmen, das alle Finsternis des Geistes oder des Verstandes vertreibt.

    62.  Ich traf dieses Volk tot an und erweckte es mit dem Licht meines Wortes zum Leben. Warum sollten meine Jünger nicht dasselbe an ihren Geschwistern tun können, da es das ist, was Ich sie gelehrt habe?

    63.  Wenn Ich von Toten spreche, meine Ich jene, die bezüglich des Glaubens, des Guten, der Wahrheit gestorben sind, und Ich kann euch sagen, dass in jedem von euch ein Toter war, als ihr zu meiner Kundgebung gekommen seid.

    64.  Als mein Wort die Grabplatte eures Herzens berührte, ließ es den seit langem unter dem Materialismus eures Lebens begrabenen Geist erbeben.

    65.  Unbekannte Empfindungen, verschüttete Liebesgefühle und Wonnen des Geistes ließ euch mein Wort erfahren. Begierig kamt ihr zu dem durch den Stimmträger kundgegebenen göttlichen Strahl, um jene Essenz zu genießen, die ihr aus der Unendlichkeit zu eurem Herzen herniederkommen fühltet.

    66.  Es sind Augenblicke wahren Friedens für euch gewesen, in denen ihr, in eine Welt voll Licht und Vollkommenheit versetzt, eure irdischen Geschicke vergessen habt.

    67.  Da strömte euer Herz vor Dankbarkeit über, weil gerade dann, als ihr vom Leben nichts als Schmerz erwartetet, der Schleier des Geheimnisses zerriss, und ein Strahl göttlichen Lichts als eine Botschaft der Liebe, der Wahrheit und des Trostes auf euren Geist herabfiel.

    68.  In eurem dunklen, schmerzerfüllten und eintönigen Leben geschah das unerwartete Wunder meiner Wiederkunft durch eine geistige und zugleich verstandesmäßig fassbare Kundgabe.

    69.  Von diesem Tag an zeigte sich ein neues Leben vor euren Augen. Die Schatten des Zweifels und der Ungewissheit verschwanden, und in eurem Herzen ging das Licht auf.

    70.  Dies ist die neue Morgenröte, von der Ich in meinem Wort so oft spreche, dies ist der neue Tag, zu dem ihr erwacht seid.

    71.  Ihr habt nun Hoffnung, fühlt euch sicher und wisst nun, was ihr tun müsst, um innerhalb dieses Weges zu leben.

    72.  In eurem Herzen wurden edle Vorsätze, gute Absichten, schöne Vorhaben geboren.

    73.  Der Weg breitet sich lichtvoll vor euren Augen aus und lädt euch unablässig dazu ein, ihn zu begehen, um euch seine Schönheiten zu zeigen und euch auf Schritt und Tritt neue Lehren zu offenbaren.

    74.  Wer von euch wünscht dieses wunderbare Erwachen nicht der ganzen Menschheit? Wer von euch möchte diesen Schatz nur für sich? Niemand. Ich sehe in jedem Herzen den Wunsch nach einer weltweiten Auferstehung, den Wunsch nach Frieden und Licht in allen Menschen. Wahrlich, Ich sage euch, dieser Wunsch, der täglich größer wird in eurem Herzen, wird die Kraft sein, die euch morgen dazu bringt, für die Verwirklichung des Ideals zu kämpfen, das mein Wort in eurem Geist hat aufkeimen lassen.

    75.  Ich werde meinem Volk die Mittel bereitstellen, um meine Botschaft zu allen Nationen zu bringen. Ich werde dafür sorgen, dass es auf seinem Weg Menschen guten Willens findet, die ihm helfen, meine Kundgaben bis an die Grenzen der Erde zu tragen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 324

    1.  Ich bin zu eurem Herzen herabgekommen, das Ich bereit gefunden habe, Mich zu empfangen. Wer von euch hat Mich gesucht, der Mich nicht gefunden hätte?

    2.  Ihr wandert derzeit in einer Wüste, doch ihr habt meine Gegenwart in dieser Stimme, die euch in den zahllosen Prüfungen des Weges unablässig ermutigt. Ihr seid mit dem Brot des Geistes genährt worden, während viele Menschenscharen in Wüsten wohnen, wo sie weder Wasser, noch Nahrung, noch einen Führer gefunden haben.

    3.  Ich komme zu allen hernieder, habe keine Rasse bevorzugt. Mein Geist kommt zu allen Menschen herab, doch nur jene, die zubereitet sind, empfangen Mich und erquicken sich an meiner Gegenwart.

    4.  Ich segne das Volk Israel, das die Türen seines Herzens geöffnet hat, um Mir Herberge zu gewähren ─ jene, die ihre Augen dem Licht geöffnet haben und in diesem Werk die ganze Wahrheit und Herrlichkeit entdeckt haben, die es enthält. Denn sie werden gerettet werden, und durch sie werden die kommenden Generationen gerettet werden. Ihr, das auserwählte Volk, das Mich zu allen Zeiten gehört hat, kommt heute ein weiteres Mal herbei, verneigt euch vor Mir und sagt Mir: „Vater, lenke unsere Schritte, entflamme unseren Glauben noch mehr, lasse nicht zu, dass wir in Versuchung fallen.“ Ihr sagt Mir in eurem Gebet, dass ihr große Trübsale habt, dass ihr einen Leidenskelch geleert habt, dass eure Füße sich an den Dornen des Weges verletzt haben. Doch der Meister antwortet euch: Seid geduldig in den Prüfungen, trinkt euren Leidenskelch mit Ergebung und erwartet den morgigen Tag, während ihr euch in meiner Lehre betätigt.

    5.  Ihr seid vorausgewarnt worden, ihr wusstet, was diese Zeiten mit sich bringen, weil Ich es euch angekündigt habe. Ihr seid nicht blind, ihr wandert auf dem Pfad voller Licht. Andere sind es, die straucheln, stürzen und Tränen vergießen: Es sind die Unwissenden, die nicht wissen, wohin sie gehen, die ein unfruchtbares und nutzloses Leben führen. Aber ihr, Volk, welche die Kenntnis davon habt, dass ihr alle Gaben des Geistes besitzt, dass ihr meine Gegenwart in meinem Wort habt, und Mich Tag für Tag in meinen Unterweisungen empfangen habt, seid der Starke, der Mir seinen Kämpfergeist zeigt ─ ein Geist, der die Widrigkeiten besiegt hat, der über die großen Hindernisse hinweggegangen ist und die großen Barrieren durchbrochen hat im Verlangen nach Mir, nach der Vollkommenheit. Denn ihr müsst der Erste sein, der Starke unter den Menschen, der die Wahrheit sagt und Zeugnis von dem ablegt, was er erlebt hat.

    6.  Wenn jene große Endprüfung näher rückt, sollt ihr zu euren Geschwistern sprechen. Eure Worte sollen das Schweigen durchbrechen, in das die Menschheit für kurze Zeit verfallen wird, verstört durch jene große Heimsuchung. Es soll die Stimme Israels sein, die sich erhebt, zur Welt spricht und ihr das ankündigt, was Ich ihr verheißen habe: Friede den Menschen guten Willens, Heil für die gläubigen Menschen, Vollmacht und Stärke für jeden, der sich zu einem reinen Ideal erhebt. Um euch zu ermutigen, werde Ich meine Worte auf eure Lippen legen, meine Inspirationen in euer Herz, damit ihr diese Menschheit sicher führen könnt. Ihr seid ausgiebig vorbereitet worden. In jeder einzelnen meiner Unterweisungen habe Ich vor euren Augen einen unendlichen Weg voller Ideale und Vergeistigung aufgetan.

    7.  Euer Verstand und noch mehr euer Geist haben sich erquickt, während ihr die Wonnen dieses Wortes genossen habt und es in eurem Herzen bewahrt habt, um es später zu studieren. Schon naht der Zeitpunkt großen Studiums für das Volk Israel, in dem ihr über die Worte, die Ich euch sagte, über die Unterweisungen, die Ich euch als ein Testament für euch und für die ganze Menschheit gab, meditieren werdet.

    8.  Sei vorbereitet, Volk, denn allen Herzen werden viele Ideen entspringen, eure Gedanken werden aufeinanderprallen, und ihr werdet keine geistige Verwandtschaft unter den Menschen finden. Es ist die Zeit des angekündigten Kampfes. Während die einen aufbrechen, um meine Wahrheit zu verteidigen und meine Lehre zu verbreiten, werden die anderen sie zerstören wollen, werden Stein um Stein dieses Werkes zu Fall bringen wollen, das Ich im Herzen des Volkes Israel errichtet habe.

    9.  Sie werden sich mit Fanatismus und Unwissenheit erheben, weil jeder es seinem Begriffsvermögen entsprechend aufgefasst haben wird. Doch Ich, das Licht, werde zu euch herabkommen, um euch zu führen. Ich, die Gerechtigkeit, werde die Wahrheit im Herzen derer erstrahlen lassen, die Mich mit zubereitetem Geist gehört haben.

    10.  Volk Israel: In diesem großen Kampf sollt ihr nur die Waffen der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit bei euch tragen. Was würde aus euch, wenn ihr das zweischneidige Schwert ergreifen würdet, das verletzt und tötet? Vor allem sollt ihr mein Licht erstrahlen lassen und den Herzen mein Wort bringen. Ihr sollt euch mit Geduld, Klugheit und Liebe wappnen und euch an diese Unterweisungen erinnern, die Ich euch inmitten dieses Friedens gab.

    Obwohl Ich die Gemeinden sich in großen Stürmen, in großen Verwirrungen streiten sah, ist mein Wort wie ein Leuchtturm in diesem Meer gewesen, das von Weltanschauungen, Vorstellungen, unterschiedlichen Auslegungen aufgewühlt war. Jeder von euch soll ein Herold der Wahrheit sein, ihr alle sollt Mich zum Vorbild nehmen, ihr alle sollt euch an die Liebe erinnern, mit der Ich jeden meiner Jünger unterwies ─ an die Geduld, mit der Ich jeden meiner kleinen Schüler schulte ─ an die Vergebung, die Ich allen zuteilwerden ließ, wenn sie Fehler begingen und einer Versuchung erlagen.

    11.  So werdet ihr, Israel, die als Jünger von Mir zurückbleiben werden, die von diesem Meister Zeugnis ablegen wollen, Mich zum Vorbild nehmen. Dann wird der Augenblick der Prüfung, eure Gelegenheit sein, dann werdet ihr euch selbst erkennen, dann werdet ihr die Größe eures Geistes erkennen. Wenn ihr jedoch nicht zubereitet sein solltet, werdet ihr eure Schwachheit beklagen. Ich als Meister habe euch gelehrt, habe euch unendlich viele Unterweisungen zuteilwerden lassen, und wenn dieses Jahr 1950 zu Ende geht ─ ein Jahr der Gnade, das letzte, in dem Ich in dieser Form sprechen werde ─ werdet ihr vorbereitet sein, und alles, was ihr nicht mittels des Stimmträgers vernommen haben solltet, werdet ihr durch Intuition in eurem Geist empfangen.

    12.  Auf diese Weise werdet ihr große Lehren verstehen. Der Weg, den Ich euch vorgezeichnet habe, ist unendlich. Niemals werdet ihr sagen können, dass ihr nun ans Ende gelangt seid, dass ihr nichts mehr zu lernen oder zu studieren habt, dass ihr alles verstanden habt. Nein, Volk, eine kurze Zeit wird euch nicht genügen, um meine Lehre zu verstehen, ihr werdet während dieser ganzen Reise auf der Erde studieren müssen, und danach im Jenseits wird euer Geist in die geistigen Regionen weiterziehen im Verlangen nach der Essenz und der Weisheit meines Geistes, und ihr werdet immer noch weitere Horizonte entdecken, eure Ideale werden größer werden, und dann werdet ihr begreifen, dass euer Vater unendlich ist in seinem Licht und in seiner Liebe zu seinen Kindern.

    13.  Heute seid ihr nicht mehr der Kleine, ihr seid nicht mehr das Kind in diesem Werk, ihr seid in Erfüllung eurer Mission weit gewandert. Ich habe zu euch gesprochen und euch gesagt, dass das Volk Israel auf der Erde gegründet wurde, um Mich zu empfangen. Daher gibt es viele Epochen, in denen Mich euer Geist vernommen hat.

    14.  Ihr habt bereits einige Lebensstufen durchschritten, habt euch entwickelt. Ihr habt die Erfahrung und die Früchte, die ihr in den vergangenen Zeiten geerntet habt. Ihr habt bereits große Prüfungen durchlebt, daher wird sich euer Geist nicht durch falsche Lichter betören lassen. Ihr kennt den Geschmack meines Wortes, habt eure Augen geöffnet und kennt das reinste geistige Licht. Ihr habt im großen Buch meiner Weisheit gelesen und werdet durch die unvollkommenen Wissenschaften nicht in Verwirrung gebracht werden können.

    15.  Ich habe euch das wahre Licht und die wahre Wissenschaft, die in Mir ist, zur Kenntnis gebracht. Ich habe euch dem Geist nach zu Großen gemacht, weil Ich will, dass ihr Mich mehr mit ihm als mit dem Verstand sucht, damit ihr in Wahrheit Spiritualisten sein könnt. Denn schon naht der Zeitpunkt der großen Gelegenheiten für das Volk Israel. Wenn ihr euch heute als Gefangene gefühlt habt, mit einem eingeschränkten Wirkungsfeld zur Betätigung meiner Lehre, so ist nun der Augenblick nahe, an dem Ich die Wege für jeden von euch öffnen werde, und dort werdet ihr meine Lehre zur Anwendung bringen, und beim Ausüben derselben werdet ihr die Größe jedes meiner Worte entdecken.

    16.  Nur so werdet ihr Mich verstehen können, so werdet ihr mein Wort richtig auslegen und in eurem Verstand keine Theorien und Vorstellungen bilden, die euch verwirren und euch nicht zum Verständnis meiner Lehre führen. Ihr müsst die Liebe, den Frieden und die Barmherzigkeit ausüben, um mit eurem Vater eins zu werden, dann könnt ihr euch selbst erkennen, so wie Ich euch zubereitet habe ─ voller Gaben und Gnaden. Ich habe euch gesagt, dass Ich euch nach meinem Bild und Gleichnis geschaffen habe, dass jeder von euch große Werke auf dem Weg tun kann, die von Mir Zeugnis ablegen sollen, die euch Mir ähnlich machen, und aufgrund eurer Tugend könnt ihr sie vollbringen.

    17.  Seid ihr schon bereit? Habt ihr euch schon zubereitet, um Mich nachzuahmen? Wahrlich, Ich sage euch, es fehlt euch nichts hierfür, ihr seid bereits zur geistigen Reife gelangt, und von diesem Punkt an könnt ihr aktiv werden und Mir die ersten Früchte eurer Auftragserfüllung darbringen, während ein großer Teil der Menschheit weiterhin schläft, während sie den Stoß oder das Rütteln erwartet, das sie aufwecken wird.

    18.  Ihr wacht und betet, haltet euren Glauben brennend. Ihr betet für all jene, die sich enterbt und vom geistigen Weg abgekommen fühlen, und dieses Gebet umgibt die Menschen und rettet sie, erlöst sie. Der Zeitpunkt wird kommen, an dem jene Herzen ― in welche ihr die Liebe gesät habt und die ihr noch nicht kennt, weil ihr sowohl für jene, die ihr kennt, als auch für jene, die ihr nicht kennt, gebetet habt ― auf euren Weg gelangen werden, oder ihr werdet auf eurem Weg zu ihnen gelangen und sie entdecken, und dann werdet ihr miteinander eins werden, dann wird euer Geist die Saat erkennen, die er gesät hat.

    19.  Die Provinzen erwarten euch, viel habe Ich darüber zu euch gesprochen, doch ihr habt es als etwas Fernes gesehen, weil ihr es nicht sofort eintreten saht. Aber der Augenblick wird kommen, in dem ihr euch verstreut, und dann werdet ihr dieses Saatkorn als überreichen Samen mit euch nehmen, um ihn auf den Feldern der Menschheit zu verstreuen. Dort werdet ihr euren Fortschritt erkennen, dort werdet ihr euer Ideal voranzubringen beginnen, dort werdet ihr durch eure Taten der Liebe und der Aufopferung für die Menschheit groß werden.

    20.  Es ist notwendig, dass ihr durch diese Prüfungen geht, damit ihr meine Lehre verstehen könnt. Jeder von euch muss zu einem Apostel werden, und Ich werde euch vom Jenseits aus erleuchten und segnen.

    21.  Ihr habt die gleichen Gaben, die jene damals hatten. Ja, Volk Israel, denn ihr seid in dieser Zeit meine Jünger gewesen, ebenso wie jene Zwölf und alle, die Mich in der Zweiten Zeit vernommen haben. In euch habe Ich meinen Samen gelegt, meine Weisheit hat euren Geist umhüllt. Doch wenn ihr euch für kurze Zeit nicht von ihr erfüllt gefühlt habt, dann deshalb, weil ihr noch nicht meditiert und studiert habt.

    22.  Ich gewähre euch nun eine Zeit des Friedens, eine Zeit der Entfernung von eurem irdischen Leben, damit ihr studieren könnt und dann vorbereitet eure Mission beginnt. Wenn dieser Zeitpunkt kommt, so lasst ihn nicht unbeachtet verstreichen, widmet diese Zeit, die Ich euch nun gewähre, nicht dem weltlichen Leben. Ich werde euch das für den Lebensunterhalt Notwendige obendrein geben, und für den Geist alles, was ihr nötig habt.

    23.  Ich bin um des Geistes des Menschen willen gekommen, um ihn aus der Finsternis zu retten, in der er gelebt hat. Die Körpermaterie ist zweitrangig, das irdische Leben ist, obwohl es für den Menschen wichtig ist, ebenfalls zweitrangig. Euch genügt ein Brot, um euch zu ernähren, eine Decke, um euren Körper zu bedecken und ihn vor den Unbilden der Witterung zu schützen, auch ein einfaches Gewand, und dies ist ausreichend. Doch der Geist, der einen weiten Weg zurücklegen muss, der mit großen Verdiensten zu Mir gelangen muss, um die großen Verheißungen zu erlangen, hat noch nicht seine Gelegenheit bei euch gehabt, ist noch immer angekettet, ruft noch immer ständig nach Rettung und Befreiung. Er erhebt sich im Kern eures Wesens und rührt euer hartes Herz an. Doch er ist es, der das Fleisch regieren soll, und nicht dieses soll den Geist beherrschen.

    24.  Die körperliche Hülle ist nur das Gewand, das Werkzeug, das Ich euch auf der Erde gegeben habe, damit ihr eine Zeitlang auf ihr leben könnt. Ich werde zu dem Zeitpunkt, an dem ihr dieses Gewand abgelegt habt, von dem Geist Rechenschaft verlangen über seine Körpermaterie. Doch der Materialismus, in dem ihr lebt, ist ein Kerker, in dem ihr euren Geist unterdrückt habt. Ich werde nun dessen Türen öffnen, werde euch Freiheit geben, damit ihr sehr nahe bei Mir leben könnt und diese Menschheit mit allen Kräften eures Wesens lieben könnt.

    25.  Ich will, dass das Volk Israel wie eine zärtliche Mutter ist, die diese schutzlose Menschheit empfängt, dass euer Schoß warm ist, dass eure Augen voller Liebe und Mitgefühl für diese Menschheit sind. Ich vertraue sie euch an, damit ihr sie als eine jüngere Schwester, oder ─ wenn ihr wollt ─ als eine Tochter betrachtet. Ich werde euch als Stellvertreter von Mir zurücklassen, und so, wie Ich die Menschheit liebe, segne und umarme, sollt auch ihr tun. Sie hungert nach Liebe, nach Vorbildern und nach Licht. Ich werde der Menschheit sagen: Sucht das Volk Israel auf, in ihm werdet ihr meine Stellvertretung und meine Wundertaten finden, auf dieses werde Ich meine Unterweisung und meine Wohltaten ergießen!

    26.  Wie groß ist eure Aufgabe, geliebtes Volk, ihr habt sie noch immer nicht verstanden! Doch seid unbesorgt. Wenn ihr an Mich glaubt, werdet ihr euch zu deren Erfüllung erheben können und jenen ehrenvollen Platz gegenüber der Menschheit einnehmen. Bereitet euch jetzt vor, da ihr noch Zeit habt, um nachzudenken und zu meditieren ─ jetzt, da ihr noch nicht predigend vor den großen Menschenscharen steht und noch selbst die Fehler korrigieren könnt. Dringt in euer Inneres ein, um das zu erkennen, was es an Gutem und Schlechtem birgt und um die Tugenden zu fördern, die ihr entdeckt, die Ich seit Anbeginn in euren Geist geprägt habe, seit ihr geschaffen worden seid. Doch das, was ihr an Schlechtem entdecken solltet ─ alle Unvollkommenheiten, die in euch vorhanden sein sollten, sollt ihr in Vollkommenheiten umwandeln.

    27.  Die Erde ist ein Tal der Sühne und der Prüfung für den Geist. Aber er wird durch die Stärke und Vollmacht, die Ich ihm verliehen habe, siegen, weil er ein Teil von Mir selbst ist, meine eigene Essenz, mein eigenes Leben. Ihr seid meine Geschöpfe, Mir ähnlich. Auf welche Hindernisse werdet ihr daher auf eurem Weg stoßen, die ihr nicht auf dem Weg der Vergeistigung und der Erhebung überwinden könntet?

    28.  Volk: Es genügt, wenn ihr täglich betet und euch im Studium meiner Lehre schult, um euch durch eure eigene Anstrengung einen Weg zu bahnen, alle Prüfungen zu bestehen, mit Geduld zu warten, wenn ihr warten müsst, und alles so entgegenzunehmen, wie es mein Wille ist. Ich habe euch keinen blumigen Weg versprochen. Ich habe euch nicht gesagt, dass ihr glücklich sein und auf dieser Erde das vollkommene Glück genießen werdet. Ich habe euch gelehrt, dass ihr Prüfungen unterworfen seid und einen Sühneweg durchlauft und eure früheren Verfehlungen wiedergutmacht, auf diese Weise erwerbt ihr Verdienste, um aufwärts zu steigen.

    29.  Das ist es, was Ich euch gesagt habe, Volk. Seid daher ergeben in den Trübsalen, ertragt euer Leben mit Freuden. Hofft darauf, dass ihr das, was ihr bei Anbruch der Nacht nicht empfangen habt, bei Tagesanbruch empfangen werdet. Denn jeder, der auf Mich vertraut, empfängt ─ jeder, der betet, ist stark. Daher geleitet dieser Meister euch Jünger immer zum Gebet, zum Studium der geistigen Unterweisungen, zum Studium des menschlichen Lebens, damit ihr jederzeit klug und gerecht sein könnt ― damit ihr bei allen euren Entscheidungen gerecht seid, damit ihr davon Zeugnis ablegen könnt, dass ihr meine Apostel seid, und ihr euch selbst voller Frieden fühlt aufgrund der Gerechtigkeit, die ihr in euren Handlungen zur Geltung gebracht habt.

    30.  So bereite Ich euch vor, Volk Israel, Ich habe euch in dieser Gemeinde vereinigt. Diejenigen unter euch, die in den letzten Stunden meines Wortes hinzugekommen sind, habe Ich gelehrt und sie erhoben, um euch alle in einem einzigen Gedanken, im gleichen Studium zu vereinen, damit ihr einen gleichen Entwicklungsgrad mit denen erlangt, die Mich schon seit langem vernommen haben.

    31.  Ich sehe euch alle dieselbe Stufenleiter betreten und hohe Ideale nähren, wobei ihr immer den Geist voranstellt, betet und alles von Mir erwartet. Ich segne euch und sage euch: Dies erwarte Ich auch von der Menschheit. Wann wird sie bekehrt sein? Wann wird sie ihren Mantel der Unreinheit abgelegt haben? Wann wird sie sich von ihrem Materialismus losgesagt haben, um sich auf die Suche nach dem geistigen Gewand zu machen? Dieses große Werk werdet nicht ihr vollbringen. Ich, der Ich unermüdlich wirke, werde die Menschheit in der dafür nötigen Zeit bekehren. Sie wird sich entwickeln, sie wird in einem Augenblick große Schritte tun, weil Ich die Prüfungen und Umstände vorbereite, die sie zur Vergeistigung bringen werden. Ihr sollt im jetzigen Zeitabschnitt euren Auftrag erfüllen, Ich jedoch werde zu allen Zeiten wirken und erfüllen.

    32.  Ihr habt mein Wort kennengelernt, habt erkannt, dass es von Mir stammt, doch ihr verlangt manchmal auch nach der Wärme und Zärtlichkeit der mütterlichen Liebe. Der Meister fragt euch jedoch: Habt ihr in diesem Wort des Meisters nicht auch die Zärtlichkeit und die Liebe der Mutter erkannt? Ich habe euch gesagt, dass Ich ein einziger Meister bin, ein einziger Geist, und in Mir alle Arten von Liebe sind. Wenn ihr Verlangen nach Maria habt, so sucht sie in meinem eigenen Wort ─ in diesem Wort, das euch in jedem Augenblick segnet und liebkost.

    33.  Ja, Volk Israel, in Mir sprechen der Vater und die Mutter, in Mir sprechen alle Arten von Liebe. In diesem meinem Wort, das Ich zu allen Zeiten gesprochen habe, werdet ihr ─ wenn ihr Mich erkennt ─ alles finden, was ihr ersehnt. Es wird keine Leere in eurem Herzen geben, in Mir werdet ihr den Vater, den Freund, den Bruder, den Meister finden, jedoch auch die Mutter. Ich bin die vollkommene Liebe, die Liebe aller Lieben. Seid getrost, Volk, und dankt Mir, weil Ich euch diese Lektionen zur Kenntnis gebracht habe.

    34.  Ich erfülle euren Weg an jedem Gnadenmorgen mit Segnungen. Wer von euch, der Mich mit Angst oder mit Sehnsucht bittet, ist nicht erhört worden? Ich sehe alles und weiß alles. Ich spreche vom Jenseits aus zu euch. Ihr gehört zu denen, die zu Mir kommen, die sich erheben, um Mich in den Regionen des Geistes zu finden. Ich habe die Erde in dieser Zeit nicht betreten, Ich komme geistig herab und setze Mich mittels des Universellen Strahls mit euch in Verbindung, und von dort aus sehe und vernehme Ich alles, spreche Ich zu euch und segne Ich euch, und an diesem Gnadenmorgen sage Ich euch: Erwerbt Verdienste, denn schon geht ihr auf die Mitte dieses Jahres zu. Wenn ihr es richtig genutzt habt, so seid gesegnet. Doch Ich als Meister rate euch: Nutzt jeden Tag und jeden Augenblick, damit ihr euch mein Wort einprägen und es für immer in eurem Herzen bewahren könnt. Diese Atmosphäre, dieser Friede, dieses Licht, diese Freude und diese Liebe sollen weiterhin bestehen, ihr sollt sie nach diesem Jahr in euren Versammlungen und außerhalb von ihnen weiterhin einatmen, Ich werde es euch gewähren. Wo immer ihr euch versammelt, werdet ihr meine Gegenwart haben, wo ihr Mich auch anruft, dort werde Ich bei euch sein.

    35.  Also, Volk, erkennt, dass der Göttliche Meister sich in dieser Zeit inmitten einer Atmosphäre von Frieden, von Verständnis und Vergeistigung kundgibt. Ich habe euer Denken vereinigt, und ihr habt einen geistigen Tempel errichtet, zu dem Ich herniederkomme. Dort offenbare Ich Mich und mache Ich mich fühlbar. Dort werdet ihr Mich nach diesem Jahr erkennen, denn auf diese Weise werde Ich Mich weiterhin inmitten von Frieden und Vergeistigung bekunden. Euer Geist soll die Zwietracht beseitigen und eine Atmosphäre von Harmonie, von Einigkeit der Anschauungen schaffen.

    36.  Wenn die Zeit gekommen ist, werdet ihr euch zerstreuen, ohne Parteien zu bilden, noch Verwirrungen oder schlechte Beispiele zu hinterlassen.

    37.  Ihr sollt aus eurem Herzen und eurem Geist heraus voller Frieden sprechen, dann werden in einem eurer Sätze die ganze Gerechtigkeit und Wahrheit zusammengefasst enthalten sein können, die Ich dieser Welt bekannt machen will. Achtet dann darauf, euren Frieden, eure geistige Energie und euren Glauben gut zu bewahren, damit ihr zu jedem Zeitpunkt die Stimme der Wahrheit sein könnt, die Stimme, die weissagt, die Stimme, die den Bösen zum Schweigen bringt und den Geist durch die Stimme des Gewissens erweckt.

    38.  Diese sollt ihr sein, Volk, inmitten der verstörten Menschheit, dafür habe Ich euch vorbereitet. Jeder von euch wird innerhalb einer Menschenschar seinen Auftrag erfüllen, doch ihr alle werdet geistig vereint sein, auch wenn ihr körperlich fern voneinander sein solltet. Und ihr sollt euch miteinander austauschen, sei es in geistiger Weise, sei es mittels Briefen. So werdet ihr nach und nach mein Werk entfalten, so werdet ihr es der Welt nahebringen. Dafür habe Ich in dieser Zeit das Ideal in euch erweckt, durch Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit die Gaben zu entfalten, damit ihr immer rechtschaffen und spirituell seid.

    39.  Ich lasse euch vereinigt wie eine einzige Familie zurück, in der es keine Streitereien geben soll. Ihr alle sollt euch als Geschwister betrachten, alle auf der gleichen Entwicklungsstufe, mit derselben Bereitschaft, ihren Auftrag zu erfüllen, und mit einem hohen Ideal. Ihr alle werdet von meinem Geist Segen, Aufmunterung empfangen, und das, was ihr für euren Kampf benötigt. Ich stärke euch an diesem Gnadenmorgen. Prägt euch jede meiner Unterweisungen ein, sie enthalten, auch wenn sie kurz sind, großes Licht.

    40.  Seid gesegnet. Ich bin immerzu in Erwartung jener, die sich geistig erheben wollen ─ jene, die jenseits dessen suchen, was ihre Augen erblicken können ─ jene, die mit den Augen ihres Geistes im Jenseits das Ewige Leben entdecken.

    41.  Ich mache euch mit euren Gaben bekannt und lasse den Ruf an euch ergehen. Doch jeder von euch muss durch seine Verdienste zu Mir gelangen.

    42.  An diesem Gnadenmorgen segne Ich durch das Gebet des Volkes Israel, das in verschiedenen Gemeinden innerhalb und außerhalb dieser Nation versammelt ist, die ganze Menschheit und gebe ihr meinen Frieden und meine Barmherzigkeit.

    43.  So bereite Ich euch derzeit auf die schweren Zeiten vor. Eure Worte werden das Schweigen durchbrechen, das sich auf die Menschheit legen wird, die von dem vielen Unheil bestürzt, durch die Unterschiedlichkeit der Weltanschauungen verwirrt sein wird, die unter den geistigen Führern verschiedener Sekten zutage treten werden. An jenem Tag der Angst, von dem ihr nicht wisst, wie lange er dauern wird, wird sich in jedem Geist eine Stimme erheben, die sagen wird: „Friede den Menschen guten Willens.“ Dann werden die gerettet sein, die in ihrem Herzen Glauben fühlen, die ihre Lampe brennend erhalten. Diese werden eine große Vollmacht in sich fühlen.

    44.  Schon naht die Zeit des Studiums für dieses Volk, in der es über meine Worte und Gebote beraten wird, und ihr sollt für diesen Kampf vorbereitet sein. Eure Gedanken werden aufeinanderstoßen, ihr werdet in euren Schlussfolgerungen unterschiedlicher Meinung sein. Doch über allen euren Vorstellungen wird mein Licht strahlen, und Ich werde Mich jener bedienen, die mit gesundem Geist aufbrechen, um meine Pläne zu verwirklichen.

    45.  Ich gebe euch für diesen Kampf nur die Waffen der Liebe, der Besonnenheit und der Geduld. Doch bei der Durchführung dieser Mission werdet ihr euch mit Wehmut an diese Stunden des Friedens, diese beglückende Atmosphäre erinnern, in der Ich euch unterwies und euch auf kommende Zeiten vorbereitete. Doch in jenem Meer von unterschiedlichen Weltanschauungen, Vorstellungen und Be­trachtungsweisen sollt ihr darum ringen, euren Frieden und eure Würde als Jünger von Mir zu bewahren.

    46.  Es genügt nicht, meine Lehre zu ergründen und ihren Sinngehalt zu verstehen, um das Heil zu erlangen. Es ist nötig, ihre Anweisungen zu befolgen, damit ihr mit Mir eins werdet, und euer Geist immer mehr Reife, Festigkeit in seinen Überzeugungen erlangt.

    47.  Ich habe euch keinen blumigen Weg auf dieser Welt versprochen, aber trotz seiner Mühsale könnt ihr euer Leben mit Freude leben, vertrauensvoll auf die Zukunft hoffen und bei allen euren Handlungen gerecht und ausgewogen sein. Wirkt und erfüllt eure Aufgabe in diesem Zeitabschnitt, und Ich werde zu allen Zeiten wirken.

    48.  Bewahrt eure Vergeistigung, damit ihr zu jedem Zeitpunkt die Stimme seid, die die Wahrheit ausspricht, die den Bösen zum Schweigen bringt und ihre Aufgabe erfüllt, seine Geschwister zu führen und zu unterweisen. Ruft eure Himmlische Mutter in jeder eurer Zusammenkünfte liebevoll an. Doch der Meister sagt euch: Ihr Geist und der Meine sind ein einziger. Habt ihr in meinem Wort nicht ihre Zärtlichkeit und ihre Gnade erkannt? In dieser Lehre spricht der Vater und eure Mutter in einer vollkommenen göttlichen Verbindung.

    49.  Wie oft habe Ich die Menschen dabei ertappt, als sie sich selbst gefragt haben, ob es nicht irgendeine Art gibt, mit Gott in Zwiesprache zu treten, und oftmals haben sie seufzend ausgerufen: „Ach, wenn Ich doch dem Herrn eine Frage stellen und die Antwort erhalten könnte!“ Doch danach resignieren sie, weil sie glauben, dass dies unmöglich ist, und suchen meine Barmherzigkeit weiterhin in äußeren Kultformen und materiellen Opfergaben ― obschon sie im Innersten ihres Wesens nicht begreifen können, wie ein Vater, der immer gesagt hat, seine Geschöpfe so sehr zu lieben, sich nicht für würdig hält, ihnen zu antworten, wenn sie Ihn bitten und Ihn rufen.

    50.  Ach ihr unreifen, dem materiellen Leben verfallenen Menschenwesen, wenn ihr doch wüsstet, dass jenes Bedürfnis, mit Mir Zwiesprache zu halten, der Durst ist, den Ich in meinem Geist fühle! Wenn ihr doch wüsstet, dass euch jene Zwiesprache, die ihr ersehnt, nicht nur gewährt worden ist, sondern dass alle meine euch offenbarten Unterweisungen zu allen Zeiten den Zweck haben, euch zur Zwiesprache von Geist zu Geist zu führen! Aber da ihr vermaterialisiert lebt, habt ihr meine Stimme hören wollen, wie sie auf jene Worte antwortet, die eure Lippen aussprechen; und dies kann und soll nicht sein. Denn dann wäre es keine geistige Zwiesprache mehr, sondern eine, in der euer Herr sich auf das Niveau eures Materialismus herabwürdigen würde.

    51.  Daher muss die Art und Weise, die Ich in dieser Zeit gewählt habe, wenn Ich Mich mittels dieser Stimmträger kundgebe, kurz sein, weil sie nicht die vollkommene Offenbarungsform ist. Wenn sie einmal vorüber ist wird die Zeit der Zubereitung kommen, in der viele Menschen mit ihrer Entfaltung hin zur Zwiesprache von Geist zu Geist beginnen werden.

    52.  Ich bin niemals fern von euch gewesen, wie ihr zuweilen geglaubt habt, noch sind Mir eure Leiden jemals gleichgültig gewesen, noch war Ich taub für eure Rufe. Was geschah, ist, dass ihr euch nicht darum bemüht habt, eure höheren Sinne zu verfeinern, und erwartet habt, Mich mit den Sinnen des Fleisches wahrzunehmen. Doch Ich sage euch, dass die Zeit, in der Ich den Menschen dies gewährte, schon sehr weit zurückliegt.

    53.  Wenn ihr euch ein wenig darum bemüht hättet, einige eurer geistigen Fähigkeiten zu entfalten, wie die Erhebung durch den Gedanken, das Gebet, das Ahnungsvermögen, den prophetischen Traum oder das Geistige Gesicht ─ Ich versichere euch, durch jede derselben würdet ihr mit Mir Zwiesprache halten und daher Antwort auf eure Fragen und göttliche Inspiration in euren Gedanken erhalten.

    54.  Ich bin immer bereit, mit euch zu sprechen, bin immer in Erwartung eurer Erhebung und geistigen Bereitschaft, um euch zu erfreuen und euch das Glück zu bereiten, Mich eurem Geist kundzutun. Dafür ist nur nötig, dass ihr euch mit größter Lauterkeit bereit macht, um diese Gnade zu erlangen.

    55.  Zwar empfange Ich euch und gebe euch meine Wohltaten, ganz gleich, in welcher Form meine Barmherzigkeit erfleht wird. Aber wenn ihr von Mir auch das erhaltet, worum ihr gebeten habt, wird euer Geist dabei niemals das Glück erleben, sich jenes Gutes würdig gemacht zu haben.

    56.  Ich muss euch sagen, dass an jenem Tag, da ihr mit euren Bitten bis zur Höhe des Geistigen zu gelangen versteht, euer Glück beim Empfang meiner Barmherzigkeit unvergleichlich größer sein wird. Denn jener, der zu bitten versteht, wird naturgemäß auch zu empfangen verstehen. Ich sage euch dies, weil manche von Mir das erlangen, was sie begehren, obwohl sie nicht zu bitten verstanden. Welchen Wert können sie dann dem beimessen, was sie nicht einmal zu erflehen oder zu erbitten verstanden? Sie gehören zu denen, die nicht zu empfangen verstehen, die die Liebe, mit der ihr Vater ihre Bitte gewährt hat, nicht verstehen könnten. Doch meine Pflicht als Vater ist es, den Kindern in ihrem Lebenskampf zu helfen, sie zu beschützen, ihnen beizustehen und sie zu trösten. Daher kann mein Erbarmen niemals aufhören, sich auf meine Kinder zu ergießen.

    57.  Dieser Vater, der euch so sehr liebt, kann euch nicht in geistige Unwissenheit versunken sehen, welche Finsternis, Armut und Armseligkeit ist. Deshalb erwecke Ich euer Gewissen, das wie ein Meister ist, der aus euch selbst ersteht und immer die Mittel und Wege sucht, um gehört und gefühlt zu werden, sich in Worten und Lehren zum Ausdruck zu bringen, die eure Fehler korrigieren und euch zu den Höhen des Lichts, der Erkenntnis, des Gewissens und der Geistesgröße zu erheben.

    58.  Vereinigt in eurem Verstand und Geist meine Manifestationen als Gott, die euch das Gesetz offenbaren; meine Manifestationen als Vater, die euch meine unendliche Liebe enthüllen, und meine Unterweisungen als Meister, die euch meine Weisheit offenbaren, dann erhaltet ihr aus alledem eine Essenz, einegöttliche Absicht: Dass ihr auf dem Pfad des geistigen Lichts zu Mir kommt ─ etwas mehr als nur eine Kommunikation mit euch. Ich will euch in mein eigenes Reich führen, wo ihr Mich für immer gegenwärtig haben werdet, wo Ich für immer in euch bin.

    59.  Bemüht euch zunächst darum, euch zu vergeistigen, damit eure verborgenen Gaben nach und nach erwachen, und ihr zuerst der Zwiesprache von Geist zu Geist und danach der Welt der Vollkommenheit Schritt für Schritt immer näher kommt.

    Mein Friede sei mit euch

  • Unterweisung 325

    1.  Wohl denen, die aus Liebe weinen, denn dies ist der Beweis dafür, dass ihr Geist und ihr Herz in Harmonie leben.

    2.  Es sind die Augenblicke eurer Selbstbetrachtung, die passende Stunde, um meine Liebe zu begreifen und zu fühlen, der Augenblick, in dem sich euer Herz ─ beinahe ohne dass ihr es merkt ─ wie eine Blume öffnet und aus euren Augen der süße Quell der Tränen hervorbricht.

    3.  Diese Tränen sprechen mehr als alle Worte und sagen mehr als alle Gedanken. In ihnen gibt es Aufrichtigkeit, gibt es Demut, gibt es Liebe, Dankbarkeit, Zerknirschung, Versprechungen.

    4.  Wenn ihr Mich so sprechen hört, fühlt ihr euch von Mir verstanden und geliebt. Ja, meine kleinen Kinder, Ich sehe euch alle und vernehme euch alle, Ich weiß eure Namen, kenne alle eure Nöte, höre euer Klagen und euer Flehen und empfange alle eure Bitten und Opfergaben.

    5.  Ja, ihr seid meine Kinder, weil ihr aus meinem Geist hervorgegangen seid. Wie sollte Ich euch nicht kennen und lieben?

    6.  Wenn manchmal trotz eurer Gebete der Schmerz oder das Leiden fortdauern, dann nicht, weil Ich euch nicht vernommen habe ─ auch nicht, weil Ich euch nicht ermutigen will, sondern deshalb, weil Ich euch prüfen will, um euch eine meiner Lektionen nach der anderen zu geben, weil es meine Pflicht als Vater ist, euch zu korrigieren, euch heimzusuchen und zu vervollkommnen auf jenem Weg, welcher das Leben ist.

    7.  Gesegnet seien, die Mich auf dem Altar der Schöpfung segnen und die Folgen ihrer Verfehlungen demütig entgegenzunehmen verstehen, ohne sie göttlichen Strafen zuzuschreiben.

    8.  Gesegnet seien, die meinen Willen zu befolgen wissen und ihre Prüfungen in Demut annehmen. Sie alle werden Mich lieben.

    9.  Ihr Menschenscharen kommt herbei, um eure Zuflucht bei Mir zu suchen, weil das, was auf eurer Welt geschieht, euch mit Furcht erfüllt. Ihr habt festgestellt, dass alle Gerechtigkeit, alle Liebe und alle Wahrhaftigkeit aus dem Herzen der Menschen gewichen ist. Da habt ihr euch gefragt: „Zu wem seine Zuflucht nehmen? Wen um Beistand anflehen und von wem etwas erhoffen?“ Und da habt ihr euch an Mich erinnert.

    10.  Ihr armen Völker der Erde ─ die einen versklavt, andere unterdrückt und die übrigen von ihren eigenen Führern und Repräsentanten ausgebeutet!

    11.  Euer Herz liebt jene nicht mehr, die euch auf Erden regieren, weil euer Vertrauen enttäuscht worden ist. Ihr habt kein Vertrauen mehr in die Gerechtigkeit oder Großmütigkeit eurer Richter, ihr glaubt nicht mehr an Versprechungen, an Worte oder lächelnde Gesichter. Ihr habt erlebt, dass die Heuchelei sich der Herzen bemächtigt und auf Erden ihr Reich der Lügen, Falschheiten und Betrügereien errichtet hat.

    12.  Arme Völker, die ihr auf euren Schultern die Mühsal wie eine unerträgliche Last tragt ─ jene Mühsal, die nicht mehr jenes gesegnete Gesetz ist, durch das der Mensch alles erhielt, was für seinen Lebensunterhalt nötig war, sondern die sich in einen verzweifelten und angsterfüllten Überlebenskampf verwandelt hat. Und was bekommen die Menschen dafür, dass sie ihre Kraft und ihr Leben opfern? Ein gehaltloses Stück Brot, einen Kelch voller Bitternis.

    13.  Wahrlich, Ich sage euch, dies ist nicht der Lebensunterhalt, den Ich zu eurer Wonne und Erhaltung in die Erde hineinlegte, dies ist das Brot der Zwietracht, der Eitelkeiten, der unmenschlichen Gefühle ─ kurzum der Beweis für den Mangel oder das Fehlen geistiger Reife bei denen, die euer menschliches Leben bestimmen.

    14.  Ich sehe, dass ihr einander das Brot entreißt, dass die nach Macht Strebenden nicht ertragen können, dass die anderen etwas besitzen, weil sie alles für sich haben möchten; dass die Starken sich des Brotes der Schwachen bemächtigen und diese sich damit begnügen müssen, die Mächtigen essen und genießen zu sehen.

    15.  Nun frage Ich euch: Worin besteht der moralische Fortschritt dieser Menschheit? Wo bleibt die Entfaltung ihrer edelsten Gefühle?

    16.  Wahrlich, Ich sage euch, in der Epoche, in welcher der Mensch in Höhlen lebte und sich mit Fellen bedeckte, entriss er sich gleichfalls gegenseitig die Nahrung vom Mund weg, nahmen sich die Stärksten ebenfalls den größten Teil, war die Arbeit der Schwachen auch zugunsten derer, die sich mit Gewalt durchsetzten, töteten sich die Menschen, die Stämme und die Völker gleichfalls gegenseitig.

    17.  Worin besteht dann der Unterschied zwischen der Menschheit von heute und der Menschheit jener Tage?

    18.  Ja, Ich weiß schon, dass ihr Mir sagen werdet, dass ihr viele Fortschritte erreicht hättet ─ Ich weiß, dass ihr Mich auf eure Zivilisation und eure Wissenschaft verweisen werdet. Doch dann werde Ich euch sagen, dass dies alles nur die Maske der Heuchelei ist, hinter der ihr eure wahren Gefühle und eure noch immer primitiven Instinkte versteckt, weil ihr euch nicht im geringsten um die Entfaltung eures Geistes, um die Erfüllung meines Gesetzes bemüht habt.

    19.  Ich sage euch nicht, dass ihr nicht wissenschaftlich forschen sollt ─ nein, im Gegenteil: Sucht, forscht, wachset und mehret euch an Wissen und Intelligenz im materiellen Leben, aber seid barmherzig miteinander, achtet die geheiligten Rechte eurer Nächsten, begreift, dass es kein Gesetz gibt, das den Menschen dazu ermächtigt, über das Leben seiner Geschwister zu verfügen ─ kurzum, Menschen, tut etwas, um mein Höchstgebot des „Liebt einander“ auf euer Leben anzuwenden, damit ihr dem moralischen und geistigen Stillstand entkommt, in den ihr geraten seid, und damit, wenn der Schleier der Lüge, der euer Gesicht bedeckte, abfällt, euer Licht leuchte, die Aufrichtigkeit erstrahle und in eurem Leben die Wahrhaftigkeit Einzug halte. Dann könnt ihr mit Recht sagen, dass ihr Fortschritte gemacht habt.

    20.  Werdet geistig stark in der Befolgung meiner Unterweisungen, damit eure Worte in Zukunft immer durch wirkliche Werke der Barmherzigkeit, Weisheit und Geschwisterlichkeit bestätigt werden.

    21.  Ich weiß, dass ihr euch im Grund eures Herzens fragt, ob ihr, wenn ihr mein Wort nicht mehr vernehmt, die notwendige Inspiration und Kraft haben werdet, um euch zum Kampf zu erheben und in ihm nicht zu erliegen.

    22.  Ihr fragt euch, ob ihr nicht die Bereitschaft oder Zurüstung verlieren werdet, die ihr erlangt, wenn ihr mein Wort vernehmt.

    23.  Ich sehe euch wankelmütig und unsicher, wenn ihr an den Tag denkt, an dem Ich zum letzten Mal zu euch spreche. Denn ihr begreift, dass dann die Stunde gekommen sein wird, in der ihr beginnen sollt, euch von Jüngern in Meister zu verwandeln, und ihr fühlt euch unfähig, ohne mein Wort zu leben.

    24.  Ich sage euch all dies, da Ich ― wenn Ich wüsste, dass es für euch ohne diese Kundgebungen unmöglich sein müsste, in eurem geistigen Kampf zu bestehen ― mein Wort nicht zurückziehen würde. Aber Ich weiß, dass es nötig ist, meine Botschaft zu beenden, damit ihr bald nicht mehr wie Jünger oder Schüler denkt, sondern wie Meister zu denken beginnt.

    25.  Versteht, dass ihr euer Leben nicht damit verbringen sollt, im Verlangen nach geistiger Wonne oder Trost zu diesen Versammlungsorten zu gehen. Ihr müsst begreifen, dass der Augenblick kommen muss, an dem euer Geist alles lehren wird, was er für den Fortschritt eurer Geschwister von Mir empfing.

    26.  Wahrlich, Ich sage euch, es ist für eure Vergeistigung notwendig, dass Ich aufhöre, Mich in dieser Form kundzutun. Wenn meine Botschaft einmal beendet ist, werdet ihr bemüht sein, euer Gebet und eure Verzückung zu vervollkommnen, um meine unsichtbare göttliche Gegenwart zu fühlen, und ihr werdet euch auch darum bemühen, eure Sinne und geistigen Fähigkeiten zu verfeinern.

    27.  Lebt jedoch wachsam, denn in euren Reihen werden Männer und Frauen auftreten, die leugnen werden, dass Ich meiner Kundgabe ein Ende gesetzt habe. Sie werden viele Argumente vorbringen und sagen, dass die göttliche Schwingung ewig ist, und dass es daher unmöglich ist, dass Ich Mich nicht mehr durch das menschliche Verstandesvermögen fühlbar mache. Doch schon heute sage Ich euch, dass ebenso, wie es gewiss ist, dass mein Geist ewig in den Menschen schwingt, es auch wahr ist, dass die Art und Weise, in der Ich Mich mittels dieser Stimmträger kundgebe, nicht ewig währen wird, weil sie nicht die vollkommenste ist, da Ich euch nun für eine Zwiesprache von Geist zu Geist vorbereite.

    28.  Diese Kundgebung unter euch darf nicht länger dauern, damit ihr aus ihr keine Tradition, keine Gewohnheit oder einen Ritus macht. Auch sollt ihr nicht auf jene hören, die sagen, dass die Zwiesprache von Geist zu Geist den Generationen einer sehr fernen Zukunft vorbehalten ist. Nein, Jünger. Zwar werdet ihr die vollkommene geistige Zwiesprache erst nach großer Entwicklung erreichen, aber dies wird mittels der Ausübung meiner Lehre geschehen, die immer ein höheres Niveau erreichen wird.

    29.  Betet direkt zu Mir, ohne das Bedürfnis nach Vermittlern, noch Worten, Symbolen, Riten oder Bildern. Dies wird der Beginn der Zwiesprache von Geist zu Geist sein, da es dann euer inneres und höheres Wesen ist, das sich im Verlangen nach Mir erhebt. Eure geistige Stimme hat Mich gerufen, und meine göttliche Stimme antwortet euch. Wie empfängt euer Wesen die Botschaft meines Geistes? Durch die Gaben der Intuition und Inspiration, das heißt, auf eine subtile und geistige Art.

    30.  Ist diese Art von Kommunikation nicht vollkommener und geistiger als jene, die ihr mittels eurer Stimmträger habt? Daher sage Ich euch auch, dass eure geistige Zwiesprache ihren Grad von Vollkommenheit je nach eurer Zubereitung haben wird ― so wie es auch bei den Stimmträgern und bei den Menschenscharen geschehen ist, die ihnen bei ihrer Zubereitung Beistand leisteten.

    31.  Übt immer mehr das geistige Gebet aus, damit ihr schon jetzt seine Güte und seine Wahrheit feststellt. Gewöhnt euch daran, die Inspiration und die Entfaltung eurer Intuition mittels dieser Art von Gebet zu suchen. Dann werdet ihr in eurem Verstand einen Strom von Licht erfahren, das darum ringt, sich in menschliche Ausdrücke und in Worte, in edle Gefühle und in gute Werke zu verwandeln.

    32.  Wenn ihr das Gebet, das der Beginn der Zwiesprache von Geist zu Geist ist, in dieser Weise entfaltet habt, werdet ihr nicht mehr das Verlangen nach Stimmträgern haben, die euch eine göttliche Botschaft übermitteln. Denn anstatt eine andere Person zu beauftragen, sich zuzubereiten, um jenes Licht zu empfangen und zu übermitteln, wird es dann jeder von euch selbst sein, der sich zubereitet, um von seinem Vater direkt und je nach den Verdiensten zu empfangen, die er Ihm gegenüber erworben hat.

    33.  Jünger, Ich bin es gewesen, der euch in dieser Zeit alle Fähigkeiten, die ihr besitzt, offenbart hat, damit ihr sie unter der Anleitung der Geistigen Welt immer mehr entfaltet, und ihr dadurch ─ wenn die Kundgabe eurer Geschwister, der geistigen Berater zu Ende ist ─ bereits vorbereitet seid, um eure Mission gut zu erfüllen.

    34.  Jetzt, da ihr meine letzten Unterweisungen empfangt, weil ihr euch im Jahr 1950 befindet, und da die Geistige Welt euch ihre letzten Kundgaben geben wird, werdet ihr euch wohl bewusst werden können, dass dies Volk hier diese Zeit der Vorbereitung und Entfaltung nicht genutzt hat.

    35.  Wie viele meiner Auserwählten haben nicht einmal den ersten Schritt auf die Zubereitung hin getan! Was werden sie tun, wenn sie nicht mehr die Möglichkeit haben, ihren Meister und ihre geistigen Geschwister vernehmen zu können, so wie sie jene während einer so langen Zeit gehabt haben?

    36.  Viele werden der verlorenen Zeit nachweinen müssen und sich selbst sagen: „Warum wussten wir jene gesegneten Augenblicke, die der Vater seinem Volk gewährte, nicht in ihrem ganzen Wert zu schätzen? Was wäre besser gewesen, als unter der Unterweisung des Meisters und dem Rat und der Aufsicht der Geistigen Welt mit der Entfaltung unserer Gaben einen Anfang gemacht zu haben?“ Aber nun wird es zu spät sein, weil der Wille des Menschen den durch meinen Willen festgesetzten Tag und die Stunde für das Ende dieses Zeitabschnitts der Kundgaben nicht wird ändern können. Dann wird ein neuer Zeitabschnitt beginnen, und mit ihm eine neue Art, um eure geistigen Gaben in einer einfacheren, höheren und geistigeren Weise zu entfalten.

    37.  Bei denen, die sich bemüht haben, die heutige Zeit zu nutzen, wird eine Ruhe in ihrem Herzen und ein Friede in ihrem Geist bleiben. Doch jene, die bis zu den letzten Morgenandachten gewartet haben, um aus ihrem tiefen Schlaf zu erwachen, werden mit Tränen in ihren Augen die Sonne meines Wortes, das diese Zeit erhellte, untergehen sehen, ohne ihr Licht genutzt zu haben, um den Samen der Vergeistigung auszusäen beginnen.

    38.  Die Erinnerung an diese Tage wird für die einen beglückend sein, während sie für andere quälend sein wird. Diese letzteren wird ihr Gewissen zur Wirklichkeit erwecken, und sie werden die Tragweite erkennen, die mein neues Wort für die Welt hat. Dies wird bewirken, dass die Liebe zum Studium meines Werkes in ihren Herzen erwacht und sie durch ihre Gebete und ihr Nachsinnen über das geschriebenen Wort Schritt für Schritt die verlorene Zeit wiedereinholen.

    39.  Wahrlich, Ich sage euch, bei all jenen, in denen die Reue sehr tief ist und der Wunsch nach Vergeistigung sehr groß wird, wird mein Beistand sich voll offenbaren, und bald werden sie zu den am meisten Fortgeschrittenen gehören können.

    40.  Der Zeitpunkt wird kommen, an dem alle, die Mich in dieser Zeit vernommen haben, das Bedürfnis fühlen werden, von meinem Wort Zeugnis abzulegen, denn die Welt wird sich wie ein unermesslich großes Feld präsentieren, das nach Wasser und nach Saat dürstet. Überlegt also: Was habt ihr bereits in eurem Herzen, um es euren Geschwistern anzubieten? Wie wollt ihr von meiner Wahrheit Zeugnis ablegen und die Größe meines Werkes aufzeigen?

    41.  Wenn die Stunde gekommen ist, in der die Menschen euch befragen, Beweise und Zeugnisse von euch verlangen über das, was ihr gesehen und von Mir gehört habt, wird jeder das geben, was er hat, und daher sage Ich euch schon jetzt, dass es besser ist, wenn ihr vorbereitet seid, damit niemanden die Stunde der Prüfung überrascht. Seht: Wenn euch eure Geschwister schlafend antreffen würden, dann würdet ihr kopflos, bestürzt aufwachen, und in euren Worten gäbe es Ungenauigkeiten und Falsches, weil ihr euch nicht rechtzeitig vorbereitet habt, und das überstürzte Vorgehen euch viele Fehler begehen ließe.

    42.  Nein, geliebtes Volk, Ich will nicht, dass die nach Licht Bedürftigen euch in Finsternis versunken überraschen, und daher spreche Ich zu euch mit voller Klarheit, damit ihr in der Zukunft Stürze vermeidet.

    43.  Seid euch immer bewusst, dass jede Zeit für die Entfaltung des Geistes und die Selbstbesinnung günstig sein kann.

    44.  Haben all jene Arbeiter, die mit Mir gearbeitet haben, dies etwa nicht inmitten ihres Lebenskampfes und ihrer Missgeschicke getan? Aber Ich unterwies sie, sich von allem, was sie umgab, zurückzuziehen, um sich in den Augenblicken geistiger Arbeiten ─ ob im Geist oder in der Körpermaterie ─ ganz ihrer Mission zu widmen.

    45.  Empfangt von Mir diese Unterweisungen und vergesst sie nicht, und empfangt von euren Geschwistern jenes Beispiel, damit ihr euch an ihm ermutigt.

    46.  Wenn ihr auf Friedenszeiten wartet, um euch an die Erfüllung eurer Mission machen zu können, so befindet ihr euch in einem Irrtum, weil jene Friedenszeiten gerade durch die Arbeit, den Kampf, die Anstrengung und selbst die Aufopferung meines Volkes kommen werden.

    47.  Welchen Sinn hätte es, auf ein Feld zu säen, das in voller Frucht steht? Ich habe euch Arbeiter genannt, weil es eure Aufgabe ist, zu säen. Doch gerade das Saatkorn, das Ich euch anvertraut habe, ist es, das euch den ersehnten Frieden geben wird, was bedeutet, dass ihr, um ihn zu ernten, ihn zuvor aussäen müsst.

    48.  Obwohl ihr euch für sehr unbedeutend haltet, sage Ich euch in Wahrheit, dass ihr der Menschheit sehr nützlich ─ geistig nützlich sein werdet. Dafür ist es nötig, dass ihr euch schon jetzt vorbereitet.

    49.  Ihr werdet weder die Gabe des Gabenträgers, noch die des Stimmträgers zu anderen Nationen tragen, denn dann wird die Zeit meiner Kundgabe bereits vorüber sein. Ihr sollt jedoch den Schatz an Inspiration und Weisheit weitertragen, den Ich euch in meinem Wort gebracht habe.

    50.  Für euer Wirken wird es erforderlich sein, dass ihr in meinem Werk vereint bleibt und so eine echte geistige Familie bildet. Doch ihr wisst bereits alle, dass es nach dem Ende des Jahres 1950 keine weiteren Kundgebungen in dieser Form geben wird. Dennoch versichere Ich euch als Aufmunterung und Trost, dass mein Geist immer bei euch sein wird, und dass ihr meine Gegenwart noch tiefer in eurem Wesen fühlen werdet.

    51.  Ich werde Mich euch in euren Gedanken bekunden, werde Mich an euren Zusammenkünften erfreuen, Mich in eurem Herzen und in eurem Geist fühlbar machen und Mich auf vielerlei Weise in Barmherzigkeit ergießen und so euren Glauben und eure Vergeistigung belohnen und ermutigen.

    52.  Jeder, der in dieser Weise meinen Willen erfüllt, wird ein getreuer Zeuge meines Wortes sein, und sein Eifer und Gehorsam, meine Weisungen zu befolgen, werden das feste Fundament sein, auf dem er seinen geistigen Tempel errichtet. Diese werden meine Jünger sein, die meine Unterweisungen über die Erde verbreiten. Doch wenn es manche geben sollte, die nach 1950 darauf bestehen, dass Ich Mich weiterhin in dieser Form kundgebe, dann werden sie betrügen, und ihr Zeugnis wird falsch sein. Denn keinem meiner Jünger ist der angekündigte und festgelegte Tag für meine letzte Kundgebung unbekannt.

    53.  Ich habe diesem Volk genügend Zeit gegeben, um geistiges Licht anzusammeln, welches Weisheit und die Entfaltung aller Fähigkeiten des Geistes ist, damit er bei meinem Abschied als ein Meister auf der Welt zurückbleiben könnte.

    54.  Stellt schon jetzt eine geistige Kommunikation mit den anderen Völkern der Menschheit her, damit ihr nach und nach die Wege derer bereitet, die zu Boten meines Wortes werden sollen. Durch das Gebet werdet ihr jene geistige Kommunikation herstellen können, die Ich euch gerade eingebe.

    55.  Wenn ihr nun diesen Rat befolgt, den Ich euch in meiner Unterweisung dieses Tages soeben gegeben habe, dann denkt nicht daran, ob in dem Augenblick, in dem ihr für ein bestimmtes Volk oder eine Nation gebetet habt, jene Geschwister, für die ihr gebetet habt, es gefühlt haben oder es nicht bemerkt haben, dass jemand an sie gedacht und für sie gebetet hat. Auch sollt ihr ihre Antwort nicht in derselben Weise erwarten. Bedenkt, dass an dem Tag, da die Menschen sich mittels Gedanken verständigen, sie bereits einen großen Schritt auf das Zeitalter der Zwiesprache von Geist zu Geist zu getan haben werden ― doch kaum jetzt, wo ihr gerade erst beginnt, jene unsichtbaren Fäden der Geschwisterlichkeit, Liebe, Verständigung und geistiger Annäherung auszuspannen.

    56.  Alles wird zu seiner Zeit in Erfüllung gehen, weil alles, was prophezeit worden ist, immer einen tiefen Grund hatte, auch wenn die Menschen daran gezweifelt haben, wenn ihnen jene Ankündigung lange Zeit vor ihrer Erfüllung offenbart worden ist.

    57.  Ihr seht bereits, wie die Prophetien der vergangenen Zeiten in ihrer Mehrheit in Erfüllung gegangen sind. Vertraut darauf, dass das, was Ich euch jetzt angekündigt und verheißen habe, gleichfalls in Erfüllung gehen wird. Die Wahrheit wird sich durchsetzen, mein Wille wird sich erfüllen, das Licht wird erstrahlen.

    58.  Erkennt, wie sich täglich auf eurer Welt eine unsichtbare Macht offenbart. Fühlt die Gegenwart der Zeit des Gerichts unter den Menschen, seht, wie sich derzeit alles auf die Endschlacht vorbereitet, in der alle menschlichen Leidenschaften, die gegen das Gute und die Wahrheit kämpfen, besiegt werden und zunichte sein werden, um neuen Gefühlen und neuen Idealen Platz zu machen.

    59.  Die Sichel meiner Gerechtigkeit wird eure Felder abmähen, und Ich erkläre euch in Wahrheit und im Geist, dass alles, was keine tiefen Wurzeln des Guten hat, abgemäht werden wird, und dass all das, was überflüssig ist, beseitigt werden wird.

    60.  Die Zeit, in der der Böse die Entfaltung des Guten behindert, wird vorübergehen, und obwohl dieser Kampf immer bestehen wird, solange ein Geist in einem menschlichen Fleisch wohnt, wird das Gute dann vorherrschen und bestimmend sein.

    61.  Erwerbt Verdienste, um zu jener Welt des Lichts zu gehören, die Ich euch ankündige. Hinterlasst schon jetzt eine Saat, die morgen gute Früchte trägt. Denkt nicht daran, dass nicht mehr ihr es sein werdet, die jene Früchte ernten und genießen können. Vertreibt aus euren Herzen jeden Egoismus und denkt daran, dass es eure Kinder dem Blut nach oder eure Geschwister dem Geist nach sein werden, welche die Ernte ihrer älteren Geschwister einbringen werden, die sie Wegbereiter nennen und in ihren Gebeten segnen werden.

    62.  Die Menschen sprechen von vergangenen Zeiten, vom Altertum, von langen Jahrhunderten und endlos langen Zeitaltern, doch Ich sehe euch noch immer klein. Ich sehe, dass ihr geistig sehr wenig gereift seid. In meinen Augen befindet sich eure Welt noch immer in ihrer Kindheit, auch wenn es für euch den Anschein hat, als ob ihr zur Reife gelangt wäret.

    63.  Nein, Menschheit, solange es nicht der Geist ist, der jene Beweise von Reife, Erhebung, Vervollkommnung und Fortschritt auf den verschiedenen Gebieten eures Lebens gibt, werdet ihr Mir zwangsläufig menschliche Werke präsentieren, die nur dem Anschein nach groß sind, aber aufgrund des Mangels an Liebe ohne moralischen Gehalt und nicht von Dauer sind.

    64.  Meint ihr, dass Ich von euch die Frucht, die ihr Mir anbietet, annehmen könnte, wenn Ich euch in diesen Augenblicken zur Rechenschaft ziehen würde? Nein, Menschheit, niemand könnte Mir eine Meiner würdige Frucht anbieten ─ etwas, das ein Beweis von Liebe unter den Menschen, von ihrer Harmonie, von ihrem Glauben an Mich, von ihrem durch die Ausübung des Guten erhobenen Leben wäre.

    65.  Ich werde nicht einige annehmen und andere nicht annehmen, Ich werde die Zeit erwarten, bis ihr Mir die Frucht eurer Harmonie darbringt. Dies wird eure Wiedergutmachung auf der Erde sein.

    66.  Ihr sagt Mir, dass ihr Mich liebt? Ihr behauptet, dass ihr die Wahrheit und die Gerechtigkeit liebt? Dann sage Ich euch, dass ihr, wenn ihr alle die Wahrheit und die Gerechtigkeit lieben würdet, nicht so leben würdet, wie ihr lebt ─ getrennt durch Gesellschaftsklassen, durch Glaubensbekenntnisse, durch Rassen und Gebräuche.

    67.  Wenn ihr die Wahrheit und die Gerechtigkeit lieben würdet, würdet ihr einander lieben, würdet ihr bemüht sein, die Barrieren zu zerstören, die Entfernungen zu verkürzen und die Unterschiede zu beseitigen.

    68.  Habt ihr dies getan? Ihr wisst sehr wohl, dass dies nicht der Fall ist; vielmehr habt ihr euch dafür eingesetzt, dass diese Unterschiede weiterbestehen, dass es Starke gibt und Schwache, Reiche und Arme, Mächtige und Elende, Gebildete und Unwissende, und diesen schlechten Samen finde Ich überall.

    69.  Wollt ihr, dass Ich euch so empfange ─ befleckt durch Missgunst, durch Eitelkeiten und niedere Leidenschaften?

    70.  Wie wenig habt ihr den Sinn meines Kommens zur Welt in jener Zeit erfasst, als Ich unter euch als Mensch erschien, um euch zu erklären, dass der ganze Inhalt des Gesetzes in zwei Höchstgeboten besteht: der Liebe zu Gott und der Liebe unter den Geschwistern. Denn dies ist die Essenz des Lebens und das göttliche Band, das die Familie Gottes vereint!

    71.  Erkennt ihr, wie falsch ihr lebt, während ihr glaubt, auf dem Höhepunkt eurer Kraft und eures Wissens zu stehen? Wenn ihr noch nicht von dem überzeugt seid, was Ich euch gesagt habe, so antwortet Mir: Ist all das, was ihr mit eurer Wissenschaft erschafft, für das Glück eurer Nächsten, für die Lösung ihrer Probleme und für ihr Wohlergehen da? Ihr werdet Mir nicht mit „ja“ antworten können, weil ihr dann lügen würdet, noch werdet ihr Mir sagen können, dass ihr das Unkraut vernichten müsst, damit eine bessere Welt entstehen kann. Denn mein Gesetz hat den Menschen niemals ermächtigt, über das Leben seines Bruders zu verfügen.

    72.  Ist es etwa die Liebe, die eure Wissenschaft in diesen Augenblicken inspiriert? Dient all das, was ihr derzeit zubereitet, etwa nicht dazu, Hassgefühle und Machtstreben zu befriedigen? Unterwerft es also dem Urteil eures Gewissens, und ihr werdet erleben, wie es euch sagt, dass die meisten Werke der Menschen in dieser Zeit kein Beweis von geistigem Fortschritt sind, sondern die Verneinung all dessen, was Ich euch seinerzeit mit meinem Wort und mit meinem Leben gelehrt habe.

    73.  Ich bin euer Vater, und es ist notwendig, dass Ich in dieser Weise zu euch spreche. Ich kann euch nicht betrügen, noch will Ich, dass ihr als Betrogene lebt. Ich sende euch diese Botschaft und lasse sie zu allen gelangen. Doch wenn ihr sie nicht glauben solltet, weil das Wort schlicht und auch seine Stimmträger unbedeutend sind, so werden die Tatsachen, die Prüfungen und die Ereignisse euch überraschend treffen, und dann werdet ihr begreifen, dass diese Botschaft wahr gewesen ist, aber dass ihr sie nicht rechtzeitig vernehmen noch annehmen wolltet. Wiederum, wie in den Zeiten Noahs, werden sich die Menschen über die Prophezeiungen lustig machen, und erst, wenn sie spüren, dass die Wasserfluten bereits ihre Körper unter sich begraben, werden sie zu glauben und zu bereuen beginnen.

    74.  Meine Barmherzigkeit wollte euch immer in eurer Unbesonnenheit aufhalten, doch ihr wolltet nie auf Mich hören. Sodom und Gomorrha wurden gleichfalls ermahnt, in Furcht und Reue einzudringen und ihre Zerstörung zu vermeiden. Doch sie wollten nicht auf meine Stimme hören und gingen unter.

    75.  Auch Jerusalem forderte Ich auf, zu beten und zur wahren Gottesverehrung zurückzukehren. Aber sein ungläubiges und fleischlich gesinntes Herz verwarf meine väterliche Ermahnung und musste sich durch die Geschehnisse von der Wahrheit überzeugen lassen. Wie bitter waren jene Tage für Jerusalem!

    76.  Erkennt ihr nun die Wahrheit, dass ihr noch immer dieselben seid? Denn ihr habt eure geistige Kindheit nicht verlassen wollen, um zu wachsen und euch auf dem Weg der Weisheit, die in meinem Wort liegt, zu erheben.

    77.  Ich sende euch allen diese Botschaft, welche Völkern und Nationen als Prophetie zum Erwachen, zur Wachsamkeit dienen soll. Wohl euch, so ihr an ihren Inhalt glaubt. Meditiert über seine Essenz, doch wacht und betet danach. Denn wenn ihr so handelt, wird euch ein inneres Licht führen und eine höhere Kraft euch beschützen, bis ihr gerettet seid.

    78.  Heute seid ihr Zeugen davon, dass Ich die an Verstand kranken Menschen mit dem Heilbalsam der Wahrheit heile, aus der alle Weisheit stammt.

    79.  Es mangelt noch daran, dass ihr all jene Erkenntnisse, die ihr über das menschliche Leben erworben habt, mit dem Wissen über das geistige Leben vereint. Denn solange ihr keine Gewissheit über euren Ursprung, über eure Bestimmung und euer Endziel habt, werdet ihr euch nicht erkennen, noch werdet ihr wissen, wer ihr seid.

    80.  Im menschlichen Bereich wisst ihr, an welchem Tag ihr geboren seid, und ihr wisst auch, dass ihr den Leichnam begraben müsst, wenn jemand nicht mehr lebt. Aber wer kennt den Augenblick, an dem euer Geist meinem Schoß entsprang, die Art und Weise, in der er geboren wurde, die Art und Weise, in der er inkarniert, und wie seine Rückkehr zum Schoß ist, aus dem er hervorging? Etwas, aber sehr wenig ist es gewesen, was die Menschen erahnt haben, ohne die ganze Wahrheit entdecken zu können, weil der Mensch von sich aus niemals in das Lebensgeheimnis wird eindringen können.

    81.  Ich bin es, euer Meister, der sich ein weiteres Mal den Menschen nähert ― in einer Zeit geistiger Beunruhigung, in einer Zeit der Fragen, der Unzufriedenheit angesichts dessen, was in Geheimnis gehüllt geblieben ist.

    82.  Ich enthülle die Wahrheit und stille die geistige Beunruhigung der Menschen. Ich beantworte ihre Fragen und beseitige jene Angst, die sie angesichts ihrer Unfähigkeit, die Wahrheit zu finden, erfahren. Auch nähere Ich Mich, um ihnen zu sagen, dass vieles von dem, was sie in Geheimnis gehüllt sehen, etwas gewesen ist, was sie aus Mangel an Zubereitung und Reinheit nicht zu entdecken vermochten, das von Mir jedoch erlaubt war, damit sie seinen Kern kennenlernen würden.

    83.  Da Ich der Welt versprach, wiederzukommen, um mit meinem Licht die Geheimnisse aufzuklären und die Verfinsterung des menschlichen Verstandes zu beseitigen, so ist jetzt die passende Zeit für meine Wiederkunft, in der mein Geist aufs Neue das Buch der Weisheit öffnet, damit die Menschen in ihm alles finden, was zu wissen ihnen zukommt, was ihnen durch Mich gewährt ist.

    84.  Dies ganze Volk hat Mich gefragt, warum Ich in dieser Zeit die geistige Form gewählt habe, um Mich bei den Menschen kundzutun, obwohl dies für sie eine allzu hohe und schwer zu begreifende und zu fühlende Form ist.

    85.  Ich weiß, dass die Menschen von heute Mir dies sagen, weil sie wissen, dass Ich Mich in der Vergangenheit inkarnierte, Mich menschlich, sichtbar und berührbar machte. Aber dieses Volk hat nicht darüber meditiert, dass bevor Ich als Mensch zur Welt gekommen bin, Ich Mich den Menschen bereits geistig kundgegeben hatte, und sie Mich vernommen und Mir geglaubt hatten, Mich jedoch niemals baten, dass Ich zur Welt herabkommen solle, um Mich zu sehen.

    86.  Ich nahm die menschliche Gestalt an, weil es unbedingt notwendig war, ein vollkommenes und lebendiges Beispiel dafür zu geben, was die Erfüllung im Göttlichen Gesetz ist, und niemand anderer als Ich geeignet war, dies zu tun ─ Ich, der das Gesetz machte ─ Ich, der euch das Gesetz in Worten und Werken erklären sollte, die einer Lehre Gestalt gaben.

    87.  Wenn Ich, anstatt die menschliche Gestalt zu wählen, um unter euch zu wohnen, die Gestalt eines Engels angenommen hätte, hätten die Menschen sich unbedeutend und unfähig gefühlt, meinen Schritten zu folgen; und sie hätten mein Wort für etwas gehalten, das vom Menschen unmöglich zu verwirklichen ist, und andererseits hättet ihr nicht an eine Opferung von Mir aus Liebe zu euch geglaubt.

    88.  Wenn Ich nun, anstatt eine Gestalt zu wählen, die über der menschlichen steht, die Gestalt eines Vogels oder einer Pflanze angenommen hätte, oder Mich in einem der vielen unter dem Menschen stehenden Geschöpfe verborgen hätte, hättet ihr jene Manifestation nicht für vollkommen gehalten, hättet ihr euch gedemütigt gefühlt, weil ihr nicht als Mittel für die göttliche Offenbarung erwählt worden seid.

    89.  Jetzt sage Ich euch, dass jede Form, die Ich gebrauche, um Mich zu bekunden, richtig und vollkommen ist; und dass, wenn ihr euch nicht bewusst geworden seid, dass Ich in allen Reichen der Natur gegenwärtig, manifest, berührbar bin, der Grund dafür der ist, dass ihr euch nicht dafür interessiert habt, die göttliche Sprache kennenzulernen.

    90.  Die Zeitalter sind vorübergegangen, und nur zum Teil sind sie genutzt worden. Daher nähere Ich Mich euch nun, um euch die Vorgehensweise zu zeigen, die verlorene Zeit wiedereinzuholen.

    91.  Hier ist euer Meister, der euch daran erinnert, dass Ich in der Zweiten Zeit in Jesus Mensch wurde, um von Herz zu Herz zu euch zu sprechen, und dass Ich euch derzeit zubereite, damit ihr mit Mir von Geist zu Geist Zwiesprache haltet. Auch unterweise Ich euch darin, die Elemente der Natur zu beobachten, in denen sich meine Macht, meine Weisheit und meine Gerechtigkeit bekundet. Und schließlich, Jünger, habe Ich euch die geistige Sprache gelehrt, damit ihr meine Stimme vernehmt und versteht, die unablässig zu euch spricht, und die euch unterweist und euch führt.

    92.  Diese Lehre ist es, die dem Menschen zur Vergeistigung verhelfen wird, die er benötigt, um sich Schritt für Schritt, Stufe um Stufe zur geistigen Weisheit zu erheben, wo er seinen Ursprung, seine Essenz, seine Daseinsberechtigung entdecken wird; und dann wird seine Liebe zu Mir sehr groß sein und er wird das ganze Leben und alles, was existiert und ihn umgibt, segnen, weil er in allem die Gegenwart seines Himmlischen Vaters sehen, vernehmen und fühlen wird.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 326

    1.  Ihr beginnt mein Wort zu vernehmen, und eure Augen werden zu einem unerschöpflichen Quell von Tränen. Warum weint ihr, Volk? Nicht immer kennt ihr den Grund, manchmal geschieht es, weil der Lebenskampf grausam gewesen ist ─ manchmal, weil das Leben euch durch Undankbarkeit, Enttäuschungen, Scheitern, Krankheiten oder Trauerfälle gegeißelt hat. Aber es gibt Gelegenheiten, bei denen ihr, ohne irgendeinen dieser Gründe zu haben, viele Tränen vergießt, wenn ihr Mich vernehmt.

    2.  Ich weiß den Grund für dieses Weinen ohne offensichtlichen Anlass, Ich kenne seinen Ursprung: Es ist euer Geist, der weint und es mittels des Fleisches durch Tränen kundtut. Jede Träne ist ein Schatz an darin enthaltener Zärtlichkeit, an Schmerz, weil er sich gefangen fühlt, an Reue über begangene Fehler, an Qual, weil er schwach geworden ist, an Trauer wegen der vergeudeten Zeit.

    3.  Was weiß die Körpermaterie von alldem? Daher habt ihr oftmals geglaubt, dass ihr grundlos weint.

    4.  Ihr fragt Mich, ob es ein Fehler ist, bei Mir zu weinen. Wahrlich, Ich sage euch, wer nicht dieses Bedürfnis verspürt, einen Schmerz zu lindern oder eine höchste Freude auszudrücken, der trägt statt eines Herzens einen Stein in der Brust, da er meine Gegenwart auf keinerlei Weise fühlt.

    5.  Weint, geliebtes Volk, denn auch das Weinen ist ein Mittel, das Ich dem Menschen verliehen habe, um sich zu läutern und sich von einer Last zu befreien, die ihn niederdrückt. Seht, wie ihr euch danach freier, leichter und reiner fühlt, um das Tagwerk wiederaufzunehmen.

    6.  Euer Geist braucht diese Reinigung, um würdig zu werden, die Aufgabe zu erfüllen, die für ihn bestimmt ist, und er muss sich der Last entledigen, die sich im Lauf der Zeit in ihm angesammelt hat. Denn ein neuer Kampf erwartet ihn ─ ein Kampf, den er beginnen muss, ohne irgendeine Müdigkeit zu fühlen.

    7.  Ja, Jünger! Das Weinen in den Augenblicken eurer inneren Einkehr ist ein Beweis aufrichtiger Gefühlsbewegung, und jede Träne ist beredter als tausend der schönsten und ausdrucksvollsten Worte eurer Sprache. Aber nicht bei allen zeigt sich das Weinen des Geistes, die Reue oder die Freude durch Tränen. Bei vielen meiner Kinder ist dieses Gefühl innerlich, verschwiegen, nur für Mich sichtbar. Sie erscheinen gefühllos oder gleichgültig, aber ihr Herz ist ebenso oder noch empfindsamer als bei denen, die ihre Gefühle zum Ausdruck bringen.

    8.  Wenn ihr alle einmal die Vergeistigung verstanden habt und sie lebt, werdet ihr auch eure geistigen Gefühle unter Kontrolle haben, ohne sie gegenüber euren Geschwistern zur Schau zu stellen, weil ihr verstanden habt, dass Der, vor dem ihr beichten, bereuen und euch läutern sollt, euer Vater ist, und Ihn werdet ihr in eurem Wesen tragen.

    9.  Zunächst, geliebte Schüler und Jünger, ist von Bedeutung, dass euer Herz die Schwingung des Geistes in eurem Wesen zu fühlen beginnt, die Notwendigkeit versteht, sich zu läutern, um den Kelch der Bitternis anzunehmen, wenn er zu euren Lippen gelangt, und dass es geistig ebenso wohltuend ist, die Gefühle im Grunde eures Wesens verborgen zu spüren, wie sie äußerlich zu bekunden.

    10.  Eine ganze Welt erwartet euch, eine Menschheit wartet auf euch, und deshalb sollt ihr eure Läuterung anstreben, damit, wenn ihr den Weg in Angriff nehmt, zu Missionaren dieser geistigen Botschaft geworden, in eurem Herzen sich nicht die Tugenden mit den Untugenden vermischen, denn dann werdet ihr euch dauernd durch euch selbst betrogen sehen. Ihr werdet den Wunsch haben, aufrichtig zu sein, und die Heuchelei wird zutage treten, um euch zu betrügen. Ihr werdet den Wunsch haben, wohltätig zu sein, und die Selbstsucht eures Herzens wird es verhindern. Daher sage Ich euch, dass eure Läuterung wahrhaftig sein muss, um euch würdig zu machen, diese geistige Mission innezuhaben. Doch niemand außer euer Gewissen ist in der Lage, zu bewirken, dass diese innere Läuterung beständig und wahrhaftig ist, durch Selbstbetrachtung, Erfahrung, Meditation und die Anwendung meiner Unterweisungen.

    11.  Könnt ihr euch das Glück vorstellen, das euer Herz erfahren wird, wenn ihr zu euren Geschwistern von dem sprecht, was Ich euch in dieser Zeit offenbart habe, und ihr sie dann im Stillen weinen seht ─ mit einem Weinen, das nicht nur das des Fleisches sein wird, sondern auch des Geistes, der nach Zärtlichkeit dürstet?

    12.  Jedes Mal, wenn mein Wort von euren zuvor durch das Gebet vorbereiteten und an meiner Barmherzigkeit inspirierten Lippen ausgesprochen wird, wird meine Essenz lebendig und mein Wort ergreifend sein, weshalb Ich euch sage, dass es durch euren Mund die gleiche Wirkung erzeugen wird, wie es in den Herzen der Zuhörer bewirkte, als es durch Vermittlung der Stimmträger übermittelt wurde.

    13.  Jünger: Das Wort, das Ich euch in dieser Zeit gegeben habe, sollt ihr nicht als Grundlage für eine neue Religion verwenden, weil es nur die Erläuterung des Gesetzes ist, das Ich euch von den frühesten Zeiten an offenbart habe.

    14.  Bedenkt: Wenn es sich um eine Religion handeln würde, wäre es nur für diejenigen bestimmt, die sich zu ihr bekennen würden. Aber da es das unendliche Licht Gottes ist, strahlt es auf alle hernieder, kommt es zu allen herab, um die Wege der Menschheit ohne Unterscheidung nach Völkern, Rassen, Sprachen oder Glaubensüberzeugungen zu erhellen.

    15.  Mein Gesetz ist der Altar, zu dem alle werden kommen müssen, um ihren Herrn anzubeten. Wo immer ein Mensch existiert, dort wird der Altar in der Erhabenheit seines Geistes sein und seinen Tribut und seine Liebesgabe erwarten.

    16.  Begreift, Jünger: Ich will euch begreiflich machen, dass jeder, der diese Unterweisung empfängt, sich gleichfalls geistig mit allen vereinen und eins werden soll, ohne dass der äußerliche Unterschied der verschiedenen Anbetungsformen euch daran hindert, eure Nächsten als Geschwister in Mir zu erkennen und zu lieben.

    17.  Wenn ihr einmal so fühlt, werdet ihr euch meine Unterweisung zu eigen gemacht haben und in den harten Tagen der Prüfung, die näherkommen, eure Gaben mit anderen teilen und sie daran teilhaben lassen können, ohne irgendeinen eurer Geschwister auszuschließen.

    18.  Ich verlange von den Menschen nicht die Vereinheitlichung von Sitten, von irdischen Gesetzen oder von Kenntnissen über Wissenschaften. Denn schließlich und am Ende wird der Tag kommen, an dem die Vernunft die Völker zusammenführt. Das, wozu Ich euch inspiriere, ist die geistige Harmonie, die Vereinigung im Denken, dass die ganze Menschheit das geistige Gebet kennenlernt und ausübt, in welchem ihr euch alle werdet innerlich erheben und das Brot des ewigen Lebens von meinem Geist direkt empfangen können.

    19.  Viele Religionsgemeinschaften gibt es auf Erden, und in ihrer Mehrheit sind sie auf den Glauben an Christus gegründet. Dennoch lieben sie sich untereinander nicht, noch erkennen sie sich gegenseitig als Jünger des Göttlichen Meisters an.

    20.  Meint ihr nicht, dass, wenn sie alle meine Lehre verstünden, sie diese zur Anwendung gebracht hätten, indem sie die Konfessionen zur Versöhnung und zum Frieden geleitet hätten? Doch dem war nicht so. Sie alle haben sich distanziert zueinander verhalten, wodurch sie die Menschen geistig trennten und entzweiten, die sich dann als Feinde oder Fremde betrachten. Jeder sucht Mittel und Argumente, um den anderen zu beweisen, dass er der Besitzer der Wahrheit ist und dass die anderen sich irren. Doch niemand hat die Kraft und den Mut, für die Vereinigung aller zu kämpfen, noch hat jemand den guten Willen, um zu entdecken, dass in jeder Glaubensüberzeugung und in jeder Gottesverehrung etwas Wahrheit enthalten ist.

    21.  Ich erwarte von der Welt Vergeistigung. Bei Mir haben die Namen, durch die jede Religion oder Sekte sich unterscheidet, keinerlei Bedeutung, noch die mehr oder weniger große Pracht ihrer Riten und äußerlichen Kultformen. Dies erreicht nur die menschlichen Sinne, doch nicht meinen Geist.

    22.  Ich erwarte von den Menschen Vergeistigung, denn sie bedeutet Erhebung des Lebens, Ideal der Vervollkommnung, Liebe zum Guten, Hinwendung zur Wahrheit, Ausübung der Liebestätigkeit, Harmonie mit sich selbst, was Harmonie mit den anderen und daher mit Gott ist.

    23.  Ich gebe derzeit den Regen, der die Felder vorbereiten wird, auf denen morgen mein Same aufgehen und Frucht tragen wird. Heute erscheint es noch als unmöglich, dass diese Welt sich materiell und geistig umwandeln kann, in Anbetracht dessen, dass das Böse sich im Herzen dieser Menschheit verwurzelt hat. Doch Ich sage euch, dass nicht viel Zeit vergehen wird, bis ihr den Beginn der geistigen Transformation eurer Völker erlebt.

    24.  Wer hätte seinerzeit geglaubt, dass sich im heidnischen, sündigen und sinnlichen Rom ─ einer Stadt, in der das Leben eine ständige Orgie von Lastern und Vergnügungen, Sünden und Verbrechen war, früher als in irgendeinem anderen Volk der Glaube an das Wort der Liebe, an Christus entzünden würde? Und dennoch geschah dies.

    25.  Rom musste zuvor viel sündigen und bis zur Erschöpfung und zum Ekel gelangen, um den Punkt zu erreichen, in seinem Herzen den Samen meines Wortes aufzunehmen. Doch als es zu ihnen kam, öffneten sich jene vom Vergnügen ermatteten und durch Enttäuschung und Schmerz zerrissenen Herzen beim Kontakt mit der Essenz meiner Botschaft, wie sich welke Blütenkelche von Blumen öffnen, wenn ein feuchtes Lüftchen herabweht, um sie zu liebkosen.

    26.  Das Herz jenes Volkes schlug mit Macht, und sein Geist wurde erschüttert. Seine Sünden wurden ihm dank seines Glaubens und seines Mutes, auf meinen Ruf zu antworten, vergeben.

    27.  Mut und Opferbereitschaft benötigte jenes Volk, um seinen Glauben und seine Wahrheitsliebe erstarken lassen zu können, die sein Herz zu erleuchten begann. Doch sie verstanden es starke Männer und Frauen zu sein, ob es sich dabei um Erwachsene, Jugendliche oder Kinder handelte.

    28.  Begreift ihr, Jünger? Dann vergleicht jene Herrschaft der Eitelkeiten, der Laster und der Liebe zur Welt mit dieser Menschheit von heute, und ihr werdet entdecken, dass auch sie ─ angeekelt und der Eitelkeiten müde und vom Sündigen krank ─ sich immer mehr dem Tag nähert, an dem ihr Geist von dem Hauch der göttlichen Brise überrascht wird, die ihn erwecken wird ─ eine dem Tau vorhergehende Brise, welcher den geistigen Durst löschen wird, der ihn quält, und der die Vorbereitung dafür sein wird, dass später der Same der Vergeistigung zu allen Herzen herabfällt.

    29.  Wie oft habt ihr Mich in eurem Herzen gefragt, warum Ich euch das Geistige Leben nicht in ganzer Klarheit gezeigt habe. Und Ich sage euch: Wenn ihr jenes Leben mit euren körperlichen Sinnen wahrnehmen würdet, würdet ihr niemals auch nur die geringste Anstrengung unternehmen, irgendeine Vergeistigung zu erlangen. Niemals würdet ihr eure geistigen Gaben und Fähigkeiten entfalten, noch würdet ihr euch darum bemühen, Verdienste zu erwerben, um meine Offenbarungen zu verdienen.

    30.  Zwischen euch und dem Geistigen Tal gibt es einen Schleier, der niemandem erlaubt, die Reinheit jenes Heiligtums zu entweihen, und nur dem ist es gestattet, jene Schwellen zu überschreiten, der mit Ehrfurcht und Demut, Lauterkeit und einem edlen Ziel, mit Liebe und wahrem Glauben bekleidet ist.

    31.  Ich sage wahrem Glauben, denn es gibt scheinbaren Glauben, der von etwas Unwirklichem inspiriert ist ─ von etwas, das, weil es falsch ist, verschwindet und verblasst, sobald man die Wahrheit kennt.

    32.  Es gibt viele, die versucht haben, sich das Geistige Leben vorzustellen, um daran glauben zu können. Große und Kleine, Unwissende und Gebildete, sie alle haben wissen wollen, wie der Himmel ist, wie Gott ist, welche Gestalt die Geistwesen haben, wie das Licht und das Dasein in jener Welt ist. Dann haben sie sich jenseits der Sterne ein schönes Gefilde vorgestellt, einen majestätischen Palast, einen Thron, und auf ihm Gott in menschlicher Gestalt sitzend. Auch den Geistwesen habt ihr menschliche Gestalt beigemessen und habt sie euch wie Vögel fliegend vorgestellt, um sich von einem Ort zum anderen zu versetzen. All dies erblickt ihr voller Licht ─ einem Licht ähnlich dem, das ihr auf der Erde habt, alles wie Gold glänzend und mit dem Schönsten geschmückt, was ihr auf der materiellen Welt kennt: Himmlischen Gesängen und göttlicher Musik, die den Raum erfüllt, während Millionen von Wesen ewig den Herrn anbeten, immer vor seinem Throne kniend, Ihn lobpreisend und Ihm Weihrauch darbringend.

    33.  So wird das Geistige Leben in der Vorstellung vieler Menschen aufgefasst, und wenn sie jenes Bild einmal in ihrem Verstand geschaffen haben, haben sie geglaubt, dass es so ist, dass es so sein muss, und darauf haben sie sich glaubensmäßig festgelegt.

    34.  Was wird mit ihnen geschehen, wenn sie diese Lehre kennenlernen und erfahren, dass das, was sie sich vorgestellt haben, nicht der Wirklichkeit entspricht? Die einen werden ihre Augen sogleich dem Licht der Wahrheit öffnen, da sie die durch ihren Materialismus geschaffenen Irrtümer erkennen. Andere werden verwirrt sein und die Wahrheit meiner Offenbarungen leugnen.

    35.  Ich sage euch nur, dass es nötig ist, dass ihr aus eurem Verstand alle Bilder verbannt, die ihr über das Geistige Leben geschaffen habt, weil Gott weder Menschengestalt hat, noch auf einem Thron sitzt, wie es die Könige der Erde tun, noch der Himmel jenseits der Sterne liegt, noch sein Licht wie das der Sonne ist, noch der Geist menschliche Gestalt hat. Alles ist anders als das, was ihr euch vorgestellt habt ─ in dem Maß, dass, selbst wenn Ich euch erklären würde, wie das Geistige Leben in Wirklichkeit ist, ihr es nicht verstehen würdet, weil selbst eure Sprache nicht imstande wäre, die Wahrheit, die unendliche Herrlichkeit, die Schönheit und die Vollkommenheit des Ewigen auszudrücken.

    36.  Könntet ihr Mir sagen, welche Gestalt oder welches Volumen das Gewissen hat? Könntet ihr Mir sagen, von welcher Gestalt die Liebe oder die Intelligenz ist? „Nein, Meister“, sagt ihr Mir. So wie weder das Gewissen noch die Intelligenz noch die Liebe eine Form haben, ebenso wenig könnt ihr die irdischen Dinge mit denen des Geistigen Lebens vergleichen. Dennoch gibt es nichts Schöneres als die Eigenschaften des Geistes, der eine Gesamtheit von Gaben und Tugenden ist, die keinerlei Gestalt benötigen, um existieren zu können.

    37.  Gott hat keine Gestalt, denn wenn Er sie hätte, wäre Er ein begrenztes Wesen, wie es das der Mensch ist, und dann wäre Er nicht Gott. Sein Thron ist die Vollkommenheit, die Gerechtigkeit, die Liebe, die Weisheit, die Schöpferkraft, die Ewigkeit.

    38.  Der Himmel ist die höchste Seligkeit, die ein Geist auf seinem Vervollkommnungsweg erreicht, wenn er sich in Weisheit und Liebe so hoch erhebt, dass er einen Reinheitsgrad erlangt, den keine Sünde und kein Schmerz mehr erreicht.

    39.  Wenn meine Propheten vom Geistigen Leben sprachen, taten sie es manchmal mittels menschlicher Erscheinungsformen und euch bekannter Gegenstände.

    40.  Die Propheten sahen Throne gleich denen der Könige auf Erden: Bücher, Wesen mit menschlicher Gestalt, Paläste mit Wandbehängen, Leuchter, das Lamm und viele weitere Gestalten. Aber heute müsst ihr begreifen, dass all dies nur ein Sinnbild, ein Symbol, einen göttlichen Sinngehalt, eine Offenbarung umschloss, die für euch in einer bildhaften Form zum Ausdruck gebracht werden musste, da ihr nicht in der Lage wart, eine andere, höhere zu verstehen.

    41.  Nun ist es an der Zeit, dass ihr den Sinngehalt aller meiner Gleichnisse und Unterweisungen, die Ich euch mittels Sinnbildern offenbart habe, richtig auslegt, damit die Bedeutung in euren Geist dringt und die sinnbildliche Form verschwindet.

    42.  Wenn ihr zu dieser Erkenntnis gelangt, wird euer Glaube wahrhaftig sein, da ihr ihn dann auf Wahrheit gegründet habt.

    43.  Ihr Menschen, Ich prophezeie euch in meinem Wort eine bessere Welt als die, in der ihr lebt, und zwar dann, wenn euer Herz seine Unreinheit im Blut abgewaschen hat, das Ich am Kreuz vergoss ─ ein Blut, das die Verkörperung der göttlichen Liebe, der höchsten Vergebung und der Erlösung aller Menschen gewesen ist.

    44.  Ihr ─ Ungläubige und Zweifler ─ könnt nicht an eine Welt der Gerechtigkeit glauben, noch könnt ihr euch ein Leben der Liebe und Tugend auf eurer Erde vorstellen. Mit einem Wort: Ihr haltet euch zu nichts Gutem fähig, noch habt ihr Glauben an euch selbst.

    45.  Ich jedoch glaube an euch, kenne das Saatkorn, das in jedem meiner Kinder ist, denn Ich erschuf sie, denn Ich gab ihnen durch meine Liebe Leben.

    46.  Ich setze sehr wohl meine Hoffnung auf den Menschen, glaube an seine Rettung, an sein Würdigwerden und seine Erhebung. Denn als Ich ihn schuf, bestimmte Ich ihn dazu, Herr zu sein auf der Erde, auf der er eine Stätte der Liebe und des Friedens schaffen sollte, und Ich bestimmte auch, dass sein Geist im Lebenskampf stark werden müsse, um durch Verdienste dahin zu gelangen, im Licht des Reiches der Vollkommenheit zu leben, das ihm als ewiges Erbe zusteht.

    47.  Diese Erde, die ihr Tränental oder Verbannungsort nennt, wurde von Mir mit unendlicher Liebe vorbereitet, um sie den Kindern anzubieten, die sie zu bewohnen hätten. Alles auf ihr strotzte vor Leben, Überfluss, Segen und Wonne für die, die sie besitzen würden. Es gab nichts auf ihr, das geschaffen worden wäre, um dem Menschen Schmerz zu bereiten ─ ganz im Gegenteil wurde alles in der Weise bereitgestellt, dass, wenn die Menschheit mit ihren Irrtümern sich Schaden zufügen würde, sie auf ihrem Weg und überall die notwendigen Mittel selbst finden würde, um ihre Leiden zu heilen und über ihre Missgeschicke zu triumphieren.

    48.  Viele Jahrhunderte sind über den Menschen auf der Erde hinweggegangen, und noch immer vermochte er auf ihr nicht glücklich zu sein. Warum? Einfach deshalb, weil er dieses Glück finden wollte, ohne es auf dem wahren Pfad zu suchen, welcher der Weg ist, den mein Gesetz, das Gesetz der Liebe und Gerechtigkeit, der Harmonie und Lauterkeit vorzeichnet.

    49.  Glaubt ihr etwa, dass es unbedingt notwendig ist, auf der Erde zu leiden, um den Himmel zu verdienen? Nein, Menschheit, das einzige, was ihr mit dem Leiden erreicht, ist eine gewisse Läuterung. Denn die wahre und absolute Reinheit des Geistes erlangt man durch die Liebe, die euch mein Gesetz inspiriert.

    50.  Welches Verdienst liegt darin, dass manche, die auf der Erde viel gelitten haben, aus diesem Grund mit dem Verlangen leben, in den Himmel zu kommen? Es ist nur natürlich, dass, wenn sie sehen, dass die Welt ihnen nun nichts mehr zu bieten hat, an das Geistige Leben denken. Ein wirkliches Verdienst ist das von jenem, der ─ obwohl er auf der Welt alles hat, in jedem Augenblick bereit wäre, auf seine Besitztümer und Bequemlichkeiten zu verzichten. Denn dann würde er wirklich seine geistige Erhebung beweisen und bezeugen, dass der Himmel oder die Seligkeit nicht der bestimmte Ort ist, der von der Vorstellungskraft der Menschen über die Zeiten und Zeitalter  hinweg geschaffen worden ist, sondern ein Zustand des Geistes, den er schon in seinem mensch­lichen Leben zu erleben, zu erfahren und zu genießen beginnen kann ─ ein Zustand, der in dem Maß immer reiner und vollkommener wird, in dem der Geist auf der Stufenleiter emporsteigt, die ihn von der irdischen Welt bis zum Gipfel des Geistigen Lebens führt.

    51.  Wenn Ich nicht wüsste, dass eure Bestimmung so hoch ist, würde Ich nicht in dieser Weise zu euch sprechen, hätte Ich euch auch nicht mein Gesetz gesandt, noch hätte Ich mein Leben für euch hingegeben, wenn Ich gewusst hätte, dass ihr niemals durch dasselbe erlöst würdet.

    52.  Ich habe nur deshalb die Vorgehensweise gesucht, Mich den Menschen in drei Zeitaltern kundzugeben, weil Ich wusste, dass ihr euch am Ende der Zeiten über die Leidenschaften, die Fleischlichkeit und die menschlichen Nöte erheben und ein edles Leben voll hoher Inspirationen, voll von Werken leben würdet, die eure geistige Reife offenbaren würden.

    53.  Meint ihr, dass dann, wenn die Menschen einmal auf eine solche Weise leben, sie noch Hunger und Durst nach Gerechtigkeit fühlen oder noch Richter und Regierende benötigen, die sie auf der Welt führen und sie richten und ihre Handlungen bestrafen? Meint ihr, dass es auf einer Welt, in der der gute Wille untereinander herrscht und wo Geschwisterlichkeit und Gerechtigkeit existiert, noch Kriege, Elend und Schmerz geben kann? Nein, Menschheit. Ihr werdet dann erleben, wie diese Erde euch nur Wärme und Leben, Nahrung und Wohlergehen, Weisheit und Glückseligkeit bescheren kann ─ eine Seligkeit, die, wenn auch nicht in ihrem höchsten Grad ─ denn diesen lernt man erst kennen, wenn man zur Höhe der Vollkommenheit gelangt ─ so doch ein Glück ist, das diejenigen gerecht belohnt, die darum ringen, in der Wahrheit zu verbleiben.

    54.  Darauf bewegt ihr euch alle zu, auf jenes Leben des Frohsinns und des Friedens, nicht auf den Abgrund und den Tod zu, wie es euer Herz zu erahnen glaubt. Zwar müsst ihr noch viel Bitteres erleben, bevor die Zeit eurer Vergeistigung da ist. Doch weder der Tod noch Krieg, noch Seuche, noch Hunger werden den Lauf des Lebens und die geistige Entwicklung dieser Menschheit aufhalten. Ich bin stärker als der Tod, und daher werde Ich euch dem Leben zurückgeben, wenn ihr umkommen solltet, und werde euch zur Erde zurückkehren lassen, wann immer es notwendig ist. Ich habe euch noch vieles zu offenbaren, geliebte Menschheit, mein Buch der Göttlichen Weisheit hält noch viele Überraschungen bereit.

    55.  Die Natur hält noch viele Lehren für euch bereit, und die Erde hat euch noch nicht alles gegeben, was sie in ihrem Schoß birgt.

    56.  Ihr seid gebrechliches Fleisch und empfindlich gegenüber Schmerz, ihr seid schwach und klein, und daher habe Ich Erbarmen mit euch.

    57.  Der Kampf des Geistes, solange er in der Körpermaterie weilt, ist sehr groß, aber gerade dort ist es, wo er gestählt wird, wo er seine Verdienste erwirbt, und wo er geprüft wird.

    58.  Meine göttliche Unterweisung ist nicht nur für den Geist bestimmt ─ nein, sie muss auch das menschliche Herz erreichen, damit sowohl der geistige als auch der körperliche Wesensteil harmonisch werden.

    59.  Das göttliche Wort ist dazu bestimmt, den Verstand zu erleuchten und das Herz des Menschen empfindsam zu machen, und die in diesem Wort enthaltene Essenz ist dazu bestimmt, den Geist zu nähren und zu erheben.

    60.  Damit das Leben des Menschen vollständig ist, benötigt er unbedingt geistiges Brot, ebenso sehr wie er für die materielle Nahrung arbeitet und sich abmüht.

    61.  „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, sagte Ich euch in der Zweiten Zeit, mein Wort ist weiterhin gültig, denn niemals werden die Menschen auf geistige Nahrung verzichten können, ohne auf der Erde von Krankheiten, Schmerz, Finsternis, Unglücksfällen, Elend und Tod heimgesucht zu werden.

    62.  Die Materialisten könnten dagegenhalten, dass die Menschen bereits von dem allein leben, was ihnen die Erde und die Natur bescheren, ohne dass sie nach etwas Geistigem zu streben brauchen, das sie nährt, das sie während ihrer Lebensreise stärkt. Aber Ich muss euch sagen, dass dies kein vollkommenes und erfülltes Leben ist, sondern ein Dasein, dem das Wesentliche, wie es die Geistigkeit ist, fehlt.

    63.  Vergeistigung bedeutet nicht Frömmelei, noch setzt sie die Ausübung irgendeines Ritus voraus, und sie ist auch keine äußerliche Verehrungsform.

    64.  Vergeistigung bedeutet Entfaltung aller Fähigkeiten des Menschen ─ sowohl jener, die seinem menschlichen Teil zugehören, als auch derjenigen, die jenseits der körperlichen Sinne liegen und Kräfte, Eigenschaften, Fähigkeiten und Sinne des Geistes sind.

    65.  Vergeistigung ist die richtige und gute Anwendung aller Gaben, die der Mensch besitzt.

    66.  Vergeistigung ist die Harmonie mit allem, was euch umgibt.

    67.  Das Bedürfnis, sich geistig zu nähren, wird immer größer im Menschen; aber dieser ist mit allen möglichen Mitteln darum bemüht, sich durch das zufriedenzustellen, was er auf der Welt besitzt.

    68.  Dieses Verlangen wird sich in dem Maß, in dem der Geist sich entwickelt, täglich stärker fühlbar machen müssen, bis es die Merkmale eines unendlichen Durstes und Hungers erreicht, bis er Verzweiflung und Angst spürt wie jene, die der verirrte Wanderer inmitten einer heißen und dürren Wüste fühlt ─ wie jene, die der auf eine einsame Insel verschlagene Schiffbrüchige fühlt.

    69.  Doch eines Tages, wenn die Menschheit es am wenigstens denkt, werden die Völker erwachen und nach Gerechtigkeit, Licht, Wahrheit und Liebe rufen, werden die Menschen so vieler Sünde und so vieler Falschheit müde sein und begreifen, dass in ihrem Leben eine unermessliche Leere bestanden hat, die sie niemals auszufüllen vermochten, und ein Hunger, den sie niemals stillen konnten.

    70.  Zwar praktizieren Tausende und Abertausende von Männern und Frauen einen Kult aus und bemühen sich durch ihre verschiedenen Religionen, ihren Geist zu nähren. Aber es ist so wenig, was sie tun, und es ist so unvollkommen, dass kaum etwas das Herz durch die Sinne erreicht, weil es nicht bis zum Geist zu gelangen vermag, da der Geist nur geistiges Brot essen und Wein trinken kann, die göttliche Essenz sind.

    71.  Wenn die Menschen, die das Licht mittels Zeremonien und liturgischen Handlungen suchen, einmal auf jeden Ritus und äußeren Kult verzichten, werden sie sogleich das Licht der Wahrheit in Fülle erscheinen sehen wie einen wundersamen Korb voller Brote und Fische, der angesichts der Begierde der Menschen unerschöpflich seine Gaben spendet.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 327

    1.  Der Geist Elias‘ ist vor euch hergezogen, hat euren Geist mit Licht und Liebe berührt und den Zeitpunkt und den Weg für euch bereitet. Elias ist auf dem Weg jedes seiner Schafe wie ein Schwert, wie ein Schild, der euch hilft, die vielerlei Hindernisse, die Versuchungen zu überwinden, die sich euch in den Weg stellen. Und jener, der ihn zu fühlen vermag, der ihn anruft und ihn sucht, wie das verirrte Schaf seinen Hirten sucht, wird ihn immer finden, wird in seinem Klagen, in seinem Flehen immer gehört und erhört.

    2.  Oftmals fragt ihr euch: Warum halten mich, obwohl im Grunde meines Herzens die Sehnsucht lebt, dem Meister nachzufolgen, so viele Hindernisse davon ab, zu Ihm zu kommen und Ihm zu dienen? Dann erhebt sich euer Geist in einem Gebet, das flehentliche Bitte um göttlichen Beistand ist, und in diesem Augenblick eilt Elias, der den Auftrag Gottes hat, in der Dritten Zeit über die Herde zu wachen, eilig herbei, zeigt sich auf eurem Weg und hilft euch, die Schwierigkeit zu überwinden. Dann richtet ihr euer Angesicht triumphierend empor und dankt dem Vater, und das Lämpchen eures Glaubens entflammt wieder, und ihr wandert mit Frieden und Vertrauen auf Mich weiter auf dem Pfad.

    3.  In Wahrheit sagt euch der Meister: Ich habe für jeden Geist ein Reich des Friedens und der Vollkommenheit vorbereitet. Doch diesem Reich, das Ich bereitet habe, stellt sich ein anderes Reich entgegen: die Welt. Während man mein Reich durch Demut, Liebe und Tugend erringt, erfordert die Inbesitznahme des anderen Reiches Hochmut, Ehrgeiz, Stolz, Habgier, Egoismus und Bosheit. Zu allen Zeiten hat sich die Welt meinem Reich widersetzt, allezeit sind jene, die Mir nachfolgen, auf ihrem Weg bedrängt und in Versuchung geführt worden, sei es durch sichtbare Einflüsse oder durch unsichtbare Kräfte. Dies ist nicht die einzige Zeit, in der ihr über Dornen schreitet, um zu Mir zu gelangen, es ist nicht das erste Mal, dass euer Geist im Bemühen, meine Gegenwart zu erreichen, strauchelt. Zu allen Zeiten habt ihr den Kampf im Innersten eures Wesens ausgetragen. Die Inspiration meines Geistes, die Licht in euer Inneres bringt, hat eine Schlacht entfacht mit den dunklen Kräften, mit den falschen Lichtern, den falschen Tugenden, mit der Materie, mit allem Überflüssigen, mit der ganzen falschen Herrlichkeit dieser Welt.

    4.  Euer Geist hat seine Vergangenheit und seinen Lebensweg in das Buch der Sieben Siegel geschrieben. Dort sind alle eure Handlungen, jeder eurer Schritte, Gedanken und Worte aufgezeichnet. Die großen Taten eures Geistes, die großen Schicksalsschläge und Lebenswege, seine großen Prüfungen, seine Leidenskelche ─ alles ist dort wahrheitsgemäß niedergeschrieben. Vieles hat euer Geist erlebt, aber euer Fleisch weiß es nicht. Wenn eure Körpermaterie die ersten Schritte eurer Kindheit vergessen hat ─ wie sollte sie dann die Entwicklung eures Geistes während seiner langen Lebensreise kennen? Wie wenig hat euer Geist seiner Körpermaterie zu offenbaren vermocht ─ Ich habe es euch wegen eures Mangels an Entwicklung noch nicht gewährt.

    5.  Es werden Zeiten kommen, in denen der menschliche Verstand und das menschliche Herz, gereinigt und geläutert in der Vergeistigung, durch Intuition die Stimme ihres eigenen Geistes zu empfangen vermögen; in denen sie mit Klarheit und Reinheit jede Offenbarung zu empfangen verstehen, die der Geist seiner Körperhülle macht.

    6.  Heute seid ihr noch nicht so weit, während eures menschlichen Lebens die Vergangenheit eures Geistes zu sehen. Dennoch sagt der Vater euch: Wie weit ist euer Reiseweg gewesen! Wie sehr hat euer Geist gekämpft, um auf dem rechten Weg zu bleiben! Wie oft hat er sich an den Dornen des Lebens verletzt, und wie viele Strecken eures Pfades sind mit der Blutspur eurer Schritte gekennzeichnet worden! Doch trotz aller Prüfungen und Missgeschicke folgt ihr dem Vater, eurem Meister nach, den ihr liebt ─ dem Gott, der Quelle von Licht und von Trost für euren Geist ist. Und selbst jetzt in der Dritten Zeit stoßt ihr, wenn ihr Mir nachfolgen wollt, auf Schwierigkeiten, strauchelt ihr durch die Missgeschicke. Die einen nennt ihr Prüfungen, und die anderen nennt ihr Versuchungen. Da ihr Mich so sehr liebt und so sehr wünscht, Mir auf dem Weg nachzufolgen und zu Mir zu kommen ─ warum lässt dann euer Vater zu, dass ihr so geprüft und versucht werdet? Wahrlich, Ich sage euch: Weil der Weg, der zu Mir führt, schmal ist, und in dieser Beengtheit gibt es Mühsale. Er ist so schmal wie der Passionsweg, er hat seine Stürze, er hat seine Dornen, viele Verständnislosigkeiten und Undankbarkeiten und alle Leiden des Lebens.

    7.  Doch um zu diesem Reich der Vollkommenheit zu gelangen, gibt es nur diesen Weg. Der breite Weg führt zum Reich der Welt und der Sünde.

    8.  Mein Reich ist stark und mächtig, und wenn Ich zugelassen habe, dass sich vor meiner Kraft und meiner Macht eine andere Macht erhebt ─ die des Bösen ─ so deshalb, um die meine zu beweisen; damit ihr angesichts des Betruges, der Finsternis, die Kraft meines Lichts und meiner Wahrheit erlebt und schaut. Es geschieht, damit ihr erkennt, dass jenes Reich der Finsternis der Verirrungen und Versuchungen, obschon es große Macht hat, mein Werkzeug ist und Ich Mich in Wirklichkeit seiner bediene.

    9.  Wenn Ich euch prüfe, geschieht dies nicht, um euch auf eurem Entwicklungsweg aufzuhalten, denn Ich erwarte eure Ankunft in meinem Reich. Aber Ich will, dass ihr nach den Schlachten siegreich zu Mir kommt, nach dem Kampf stark seid, voll Licht der geistigen Erfahrung nach der langen Pilgerschaft, voller Verdienste im Geist, damit ihr euer Angesicht demütig erheben und den Vater schauen könnt in dem Augenblick, da Er sich naht, um euch seinen göttlichen Kuss zu geben ─ ein Kuss, der alles Glück und alle Vollkommenheiten für euren Geist enthält.

    10.  Um in allen Prüfungen siegen zu können, tut das, was der Meister euch gelehrt hat: Wacht und betet, damit eure Augen immer wachsam sind und ihr nicht von der Versuchung überwältigt werdet. Bedenkt, dass das Böse großen Spürsinn hat, um euch zu versuchen, um euch zu Fall zu bringen, euch zu besiegen und sich eure Schwachheit zunutze zu machen. Seid scharfsichtig, damit ihr es zu entdecken versteht, wenn es euch auflauert. Denn obwohl ihr große Prüfungen und Versuchungen gehabt habt, in denen ihr gesiegt habt, um Mir in dieser Zeit nachfolgen zu können, so werdet ihr im gegenwärtigen Jahr sehr große Prüfungen und Versuchungen haben. Der Kampf in eurem Inneren ist groß, der Kampf im Schoß der Menschheit ist groß, der geistige Kampf im ganzen Universum ist gleichfalls sehr groß. Es ist die entscheidende Zeit für meine Herrschaft, für meine Gerechtigkeit, für meine Macht. Und die, welche jetzt bei Mir sind, die von meinem Wort gelernt haben, die sich derzeit bei Mir stärken, müssen alles kennen und verstehen, um siegen zu können, um in den großen Prüfungen bestehen zu können, die auf die Menschen zukommen.

    11.  Ich lehre euch, zu wachen und zu beten ─ nicht nur für euch, sondern auch für die anderen, damit ihr wie geistige Propheten seid, die ihren Geschwistern durch ihr Gebet Intuition übermitteln, die sie die Gefahren, die Versuchungen erahnen lassen. Denn dadurch könnt ihr der Menschheit die schwerwiegenden schlechten Entscheidungen ersparen. Dies ist für manche unverständlich, für andere unmöglich, aber Ich sage euch: Es ist das, was der Heilige Geist in der Dritten Zeit seinen Jüngern gebracht hat: Die Vergeistigung, die Entfaltung des Geistes durch die Geistlehre, damit er sich erhebt, damit er seinen geistigen Horizont entdeckt, sein geeignetes Feld, um zu keimen, um die Stufenleiter zu finden, damit er beim Aufstieg immer die Gegenwart des Meisters findet, die Stufenleiter, auf die er sich stützt und auf der er auf die Vollkommenheit zugeht.

    12.  Wie wenige fühlten in dieser Zeit, als Ich an jeden von euch den Ruf ergehen ließ, bei der ersten Berührung schon die innere Erleuchtung. Wie wenige waren es, die bekannt haben, dass ihr Geist das Wunder vorausahnte, dass ihr Geist fühlte, dass die Erfüllung der göttlichen Verheißung nun in ihm Wirklichkeit wurde: die Wiederkunft des Meisters. Doch wie viele von euch verfingen sich in den Netzen des Zweifels und des Widerspruchsgeistes.

    13.  Andere von euch, die sich bereits zu meinem Wort und meiner Gegenwart aufmachen wollten, wurden von Festen, Vergnügungen, von irdischen Liebesbeziehungen und Zuneigungen, von ihren menschlichen Geschäften in Anspruch genommen, und der Meister wartete weiter auf euch. Aber schließlich siegte euer Geist mit meiner Hilfe und kam zu Mir, um sich von meiner Gegenwart zu überzeugen, dass das Unmögliche möglich war, dass meine Verheißung Wirklichkeit geworden war.

    14.  Da ihr geprüft worden seid, während ihr noch schwach wart ─ wie sehr werdet ihr es jetzt werden, da ihr stark seid!

    15.  Wird der Vater zulassen, dass große Verwirrungen oder Versuchungen an seine Jünger herantreten? Wahrlich, Ich sage euch: Gewiss lasse Ich dies nun zu. Doch nicht in der Absicht, euch in diesen Prüfungen durch die Versuchung besiegt zu sehen ─ nein, sondern damit ihr die Finsternis in Licht verwandelt und, eure Feinde besiegend, diese zu Freunden und Geschwistern macht ─ damit auch ihr euch über die Sünden der Menschen erhebt, Spuren des Guten und der Tugend hinterlasst, die Menschen in gute Menschen verwandelt. Darum werde Ich zulassen, dass die Prüfungen zu euch gelangen. Ich habe euch bereits gelehrt, wie ihr bestehen könnt: Indem ihr wacht, betet und meine Lehre zur Anwendung bringt.

    16.  Wie werden jene Prüfungen sein, die auf euch zukommen und die bald eintreffen werden? In vielerlei Weisen. Einige von ihnen habt ihr bereits durchlebt, andere erlebt ihr gerade, und weitere werden später kommen. Es soll weder Traurigkeit noch Furchtsamkeit in eurem Geist sein. So, wie jeder Tag für euch eine Befriedigung und ein Brot mit sich bringt, so bringt euch auch jeder Tag einen Schmerz. Fasst diese Prüfungen als große Lektionen auf, die euch das Leben gibt, in denen ihr meine Unterweisungen zur Anwendung bringen sollt. Vom Schüler bis zum Fortgeschrittenen ─ ihr alle werdet Prüfungen auf dem Weg haben, und Ich weise euch schon jetzt darauf hin, dass es mein Wille ist, dass ihr wach seid. Ich wünsche nicht, dass irgendeiner von euch bei solchen Prüfungen scheitert. Wenn jemand ins Straucheln gerät, wird an seiner Seite immer eine freundschaftliche Hand, eine geschwisterliche Hand sein, die ihn auf dem Pfad wiederaufrichtet. Wenn jemand schläft und in seinem Schlaf überrascht wird, so geht bei passender Gelegenheit zu jenem, der eingeschlafen ist und weckt ihn auf. Falls der Schlaf tief ist und er nicht aufwacht, soll jener, der wach ist, der Wachposten für den sein, der eingeschlafen ist.

    17.  So unterweise Ich euch, so bereite Ich euch vor und mache euch für eine völlige Aussöhnung bereit, damit auch ihr zu vergeben versteht.

    18.  Bedenkt, Volk, ihr wisst nicht, ob nicht viele Prüfungen, die ihr vor langer Zeit gehabt habt, und die ihr aus Liebe zu meiner Sache glücklich überstanden habt, euch Verzweiflung verursachen, wenn sie sich erneut auf eurem Weg einstellen. Ihr wisst nicht, ob nicht Krankheiten oder der Mangel an dem für euer Leben Notwendigen euch für Augenblicke an meiner Barmherzigkeit (und) an eurer Zubereitung zweifeln lassen werden.

    19.  Ich spreche über all dies zu euch, weil die Versuchung alle ihre Künste, all ihre Kräfte gebrauchen wird, um meine Jünger zu treffen ─ meine Jünger, die nicht nur im Spiritualismus zu finden sind, weil sie im ganzen Universum sind. Ich sehe sie verstreut, wenn auch spärlich, aber sie sind überall, weil Ich sie gesandt habe. Sie werden aufgesucht werden, um ihren Geist in seiner Tugend, in seiner Liebe zu Mir, in seiner Liebe zu den anderen auf die Probe zu stellen, um ihn zu beugen, um ihm die Reichtümer dieser Welt, die irdischen, vergänglichen Herrlichkeiten, den Glanz des Ruhmes und irdische Größe anzubieten. Aber ebenso, wie Ich euch mittels des Verstandesvermögens des Menschen warne, so warne Ich all jene Jünger durch Offenbarungen und durch Intuition.

    20.  Seid wachsam, sagt euch der Meister! Wenn ihr durch Prüfungen im irdischen Leben berührt werdet und in ihnen oft siegen werdet, werden auch andere Prüfungen für den Geist kommen. Das Jahr 1950 neigt sich seinem Ende zu, und all jene, die sich innerhalb dieses meines Volkes nicht zubereitet haben, werden meine Stimmträger, meine Geistige Welt, die Gemeindeleiter und auch die Arbeiter in Versuchung führen.

    21.  Viele, die mit dem Aufhören meines Wortes nicht einverstanden sind, werden sich erheben ─ all jene, die sich unfähig fühlen, bereits ohne diese Kundgebung zu leben, werden sich erheben, um den Meister zu bitten, dass Er seine Anordnung widerruft, seine Entscheidung ändert und neue Anordnungen für sein Volk erlässt. Doch in all dem wird die Versuchung sein, die ihren Samen sät und die Herzen der Stimmträger berührt, aller ohne Ausnahme. Auf jene, die sie wachend und betend, durch ihr Gewissen erleuchtet antrifft, wird dies keinen Einfluss haben. Doch jene, die sie bereits durch mangelnde Zubereitung, durch Aufbegehren, durch Verwirrtheit und Furcht vor Verlassenheit beeinflusst antrifft, wird sie gewiss inspirieren, in ihnen wird sie einen Stützpunkt finden, und diese Herzen werden versuchen, meine Lehre in großem Maß zu verfälschen.

    22.  Wer ist jener, der bewirken kann, dass der Vater seine göttlichen Entscheidungen ändert? Wahrlich, ich sage euch, nicht einmal Jesus erwirkte dies vom Vater. Als in der Zweiten Zeit die Stunde des Opfertodes des Meisters nahte, suchte Jesus die Einsamkeit des Gartens auf und ließ sich von seinen Jüngern begleiten. Trauer überflutete die Herzen der Apostel, die Vorahnung schwerer Prüfungen bedrückte sie. Aber auch das Herz Jesu war von großer Trauer durchdrungen. Da sagte der Meister zu seinen Jüngern: „Wacht und betet einige Augenblicke mit Mir.“ Doch als der Meister wachte und betete, tat er es nicht nur für jene Jünger, sondern für die ganze Welt.

    23.  Das Herz des Meisters als Mensch fühlte sich einen Augenblick lang von allen verlassen, unverstanden und allein, und aus seinem Körper quoll blutiger Schweiß. Dies geschah, als Jesus, seinen Blick und seine Stimme emporrichtend, zum Vater sprach: „Mein Gott, wenn es möglich ist, so nimm diesen so bitteren Kelch von Mir. Doch nicht mein Wille, sondern der Deine geschehe.“

    24.  Angesichts der Bitte des Sohnes, dass der Vater seinen Willen zurücknehmen solle, wenn es möglich wäre ─ erhörte der Vater da etwa jene Worte? Wahrlich, Ich sage euch: Nein. Es war niedergeschrieben und angeordnet, und der Meister aller Meister musste sich über jenen gesegneten Körper fühlbar machen, damit der Geist über den Leib siegen würde. Als Ich dann zu den Jüngern zurückkehrte, die schliefen, sagte Ich ihnen: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“

    25.  Wie liebevoll war sein Vorwurf für jenen Körper!

    26.  Die Dritte Zeit nähert sich ihrer Vollendung, und daher will der Meister, dass ihr wacht. Ja, meine Jünger dieser Zeit. Denn wenn die (Jünger) des Zweiten Zeitalters in jener gesegneten und feierlichen Stunde schliefen, und der Herr für alle wachte und betete, so will Ich heute, dass ihr wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt, damit ihr zulasst, dass der Vater seinen Willen unter euch vollzieht. Und wenn Er die Stunde seines Abschieds angekündigt hat, wenn Er euch den Augenblick angezeigt hat, an dem Er sein Wort zurückziehen wird, so habt ihr die hohen Anordnungen des Herrn zu befolgen, auch wenn es eine große Prüfung für euch ist. Doch ihr wisst bereits, dass mein Geist ewig gegenwärtig sein wird, dass Ich Mich von Geist zu Geist kundgeben werde, und dass meine Geistige Welt für euch einstehen und euch beschützen wird.

    27.  Ihr seid an diese während so langer Zeit erhaltenen Kundgebung gewohnt, habt euch in großem Maß an sie gewöhnt, weshalb ihr durch die Beendigung dieser Kundgebungen Schmerz fühlt. Aber seid stark gegenüber diesem Schmerz, meine Kinder, gebt angesichts dieser Prüfung Zeichen eurer geistigen Erhebung. Doch wahrlich, Ich sage euch: All jene Stimmträger, die diesen Tag gut zugerüstet erreichen, werden fühlen, dass selbst sie für kurze Zeit der Tod streift. Doch Ich werde sie danach auferwecken. Andere werden das Gefühl haben, als ob sie verwaist wären. Doch das einzige, was ausbleiben wird ─ das einzige, was sie verlieren werden, wird der Ton der körperlichen Stimme, der Klang des menschlichen Wortes sein, weil die Schwingung meines Lichts, meines Geistes und meiner Inspirationen euch überallhin folgen wird. Und je stärker eure Vergeistigung dann ist, desto größer wird auch das sein, was der Heilige Geist euch offenbart.

    28.  Ach, wenn Ich doch meine Lehre wirklich allen meinen Jüngern dieser Zeit geben könnte, in einer einzigen Schar vereint ─ wenn mein ganzes Volk diese Warnungen vernehmen würde! Aber der letzte Augenblick dieses Zeitabschnitts rückt näher, und Ich treffe euch noch immer entzweit an, geistig distanziert, ohne Liebe der einen zu den anderen. Noch immer werden aus dem Reinsten eures Herzens nicht geistiger Respekt und Nächstenliebe geboren; doch dort sind die Tugenden, die Ich als göttliche Saat in das Herz aller meiner Kinder gesät habe in Erwartung der geistigen Entwicklung, um zum Leben der Gnade wiedergeboren zu werden.

    29.  Nur die Vergeistigung wird euch die Vereinigung geben. Solange ihr nicht die Vergeistigung in meinem Werk erreicht habt, wird es keine Barmherzigkeit, noch Verständnis, noch Liebe geben, und ohne diese Tugenden werdet ihr nicht mit Mir vereint sein können. Ich will, dass ihr miteinander vereint seid, damit ihr Zeugnis von eurem Meister ablegt, und Ich auch von euch. Wenn ihr unter den Menschen sagt: „Dies ist mein Meister“, so will auch Ich dem ganzen Erdkreis sagen: „Dies sind meine Jünger.“ Doch Ich muss noch immer an euch arbeiten, und ihr müsst noch lernen und euch betätigen.

    30.  Schreitet mit Mir voran, oh meine Kinder, denn Ich werde euch helfen, jede Prüfung zu bestehen. Ich werde euch das Licht geben, damit es auf eurem Weg keine Finsternis gibt. Ich werde immer die liebevolle Stimme sein, die euch nicht erlaubt, zu schlafen. Und wenn dann jene Stunde näher rückt, die bereits sehr nahe ist, in der Ich euch das letzte Wort durch diese Kundgabe sage, dann will Ich unter euch geistige Versenkung, Ergebenheit, wirkliches Verständnis und das Bestreben antreffen, Fortschritte zu machen. Aber weh jenen, die sich meinem Willen widersetzen! Weh jenen, die meine Stimmträger verführen! Weh jenen, die sie in Netze der Versuchung fallen lassen! Denn niemand wird sagen können, dass er unwissend war, niemand wird vor dem Tribunal meiner Gerechtigkeit behaupten können, dass er nicht wusste, was er tat. Welcher Spiritualist weiß nicht, dass Ende 1950 diese Form der Kundgebung durch den Menschen enden wird? Wer weiß nicht, dass Ich allein in meinen hohen Ratsschlüssen dies zu bestimmen habe? Wer hat nicht vernommen, dass Ich ein unerbittlicher Richter bin?

    31.  Wenn Ich euch also mein letztes Wort sage, das „Mein Friede sei mit euch!“ sein wird, wird im Materiellen Stille eintreten. Euer Vater wird sein Wort nicht mehr durch den menschlichen Verstand ertönen lassen. Ich habe keinerlei Strafe vorgesehen, habe keinen Galgen für die Kinder aufgerichtet, die Mir nicht gehorchen oder sich meinem Gebot widersetzen ─ für jene, die Mich zu jenem entscheidenden Zeitpunkt auf die Probe stellen. Sie werden Angeklagte ihrer selbst sein, Angeklagte vor ihrem Gewissen. Sie werden jene sein, die ihren eigenen Urteilsspruch unterschreiben, und sie werden auch ihre (eigenen) Henker sein.

    32.  Doch welche Frucht werden sie überreichen können, welche Essenz werden sie auf die Herzen der Menschen gießen können? Jener, der sich derartig in Ungehorsam erheben sollte, wird sich mit eigener Hand der Vollmacht, der Gaben und der Aufträge berauben.

    33.  Ich kann euch nicht betrügen! Ich bin niemals in einem Akt der Falschheit, Ich verberge Mich nicht im Dunkeln. Meine Wahrheit ist immer nackt. Doch wenn die Menschen die Nacktheit meines Geistes nicht zu sehen vermochten, dann nur, weil sie es nicht wollten. Ich verberge euch meine Wahrheit nicht durch irgendein Gewand. Meine Nacktheit ist göttlich und ist rein, meine Nacktheit ist heilig, und Ich werde sie allen Wesen des Universums zeigen. Als ein Sinnbild derselben kam Ich als Mensch nackt auf die Welt, und nackt ging Ich wieder von euch.

    34.  Ich will, dass unter den Meinen immer Wahrheit herrscht, denn Ich bin und werde immer in eurer Wahrheit sein. Ich will, dass Liebe unter euch ist, und meine Liebe wird immer in eurer Liebe sein. Es gibt nur eine Wahrheit, eine einzige wahre Liebe; und wenn diese Wahrheit und diese Liebe in euch sind, werden eure Liebe und eure Wahrheit die meine sein, und meine Wahrheit und meine Liebe werden die eure sein.

    35.  So will Ich, dass meine Jünger so sind; denn auch nach 1950 werde Ich weiterhin mit ihnen sprechen: in den Augenblicken ihrer Meditation, bei euren Zusammenkünften, wenn ihr alleine seid. Wenn ihr miteinander unterwegs seid, werdet ihr immer dem Reisenden, dem Wanderer begegnen, der euren Weg kreuzt und euch bittet, dass ihr ihn einladet, mit euch zu gehen, und meine Inspirationen werden sehr groß sein. Dann wird euer Geist Trost erfahren und sagen: „Das, was der Vater vom Jenseits aus sendet, hat Er niemals durch das Verstandesvermögen des Stimmträgers gesagt. Der Grund dafür ist, dass der Vater sein Werk unter uns fortsetzt.“

    36.  So will Ich euch in Wahrheit sehen ─ mit dieser Demut, mit dieser Sanftmut, um Mich euch kundgeben zu können. Denn Ich halte für die Zukunft noch große Lektionen bereit ─ all das, was Ich euch in dieser Zeit nicht übergeben habe. Meine Geistige Welt wird zu eurem Geist kommen, und dies wird die kraftvolle Ermutigung sein, die euch tröstet und euch auf dem Weg aufmuntert: die Nähe des Vaters, die wirkliche Gegenwart von Ihm und seiner Geistigen Welt, die Nähe seines Reiches unter euch. Und wenn ihr dann zu den Menschenscharen geht, sollt ihr bei ihnen Zeugnis ablegen und ihnen erzählen, dass Ich und meine Geistige Welt bei euch gewesen sind, übermittelt durch das menschliche Verstandesvermögen ─ dass ihr es gewesen seid, die mit dem Vater gesprochen haben, und die mit meinen gesegneten Wesen Gespräche geführt haben.

    37.  Wenn die Welt euch fragen sollte: „Und dieser Gedanken­austausch und jene geistigen Gespräche ― haben diese bei euch aufgehört?“ Dann sollt ihr sagen: „Die Zwiesprache mit dem Vater ist ewig. Er hat seine Kinder vom Beginn ihrer Entwicklung an aufgesucht, und in jedem Augenblick hat Er mit seinen Geschöpfen kommuniziert. Doch im Lauf der Zeit hat Er eine bessere, vollkommenere, höhere und geistigere Kundgebungsform angestrebt.“ Wenn ihr mit dieser Einfachheit sprecht, wird die Menschheit viele göttliche Offenbarungen verstehen, und ihr werdet bewirken, dass die dunkle Augenbinde abfällt, die verhindert, dass der Geist meine Wahrheit begreift. So werdet ihr bewirken, dass auch sie meine Größe erkennen, und dass der Fanatismus und die Abgötterei aus den Herzen verschwinden.

    38.  Auf diese Weise werden die stolzen Bauwerke, die Altäre aus Gold und Silber, die Riten voller Pomp fallen, sie alle werden von selbst fallen, nur von der Zeit besiegt. Doch es ist die Abgötterei, der Tempel des Fanatismus, der im Herzen der Menschen lebt, der nach meinem Willen einstürzen, zerstört werden soll. Und den Menschen, die Mich am meisten verletzt haben, werde Ich alles entreißen, was sie in ihren Herzen bewahren, damit keine Spur von diesen Entweihungen zurückbleibt.

    39.  Oh gesegnetes Volk Israel! Seid erfüllt von meiner Kraft und meinem Licht. Denn wenn Ich euch in meinem Wort immer schwere Prüfungen und schmerzliche Ereignisse ankündige, dann deshalb, damit ihr euch vor ihnen schützen könnt und sie heil übersteht. Aber in meinem Wort verströme Ich auch immer Heilbalsam und Freude, Zuversicht und Hoffnung in euer Herz und euren Geist. Eurem Herzen kündige Ich ein besseres Leben auf der Erde an und bereite es vor. Ich tröste und segne euer menschliches Herz ─ sei es das eines Kindes, eines Jugendlichen, eines Mannes oder einer Frau im reifen Alter oder im höheren Alter ─ und eröffne euch neue Möglichkeiten auf dem Lebensweg, um Segnungen auf euren Weg zu gießen. Ich lehre euch die beste Art und Weise, auf der Welt Frieden zu finden, die Früchte kennenzulernen, die süß im Mund schmecken. Ich lehre euch, welche jene erlaubten Werke sind, die euch auf dieser Welt, die ein Tränental ist, glücklich und meines Friedens würdig machen können. Ich stärke eure Bande der Liebe zu euren Kindern, Eltern, Geschwistern, Verwandten oder Freunden und zwischen Völkern. Auch lehre Ich euren Geist ein weiteres Mal das Leben im Jenseits, das ihr durch Verdienste erreichen könnt. Denn ihr alle werdet unausweichlich ohne irgendeine Ausnahme ins Jenseits gelangen; denn der Tod kommt nicht nur im Alter, er kommt nicht nur mit der Müdigkeit des Lebens ─ er kommt zu jeder Stunde, an jedem Tag, in dem am wenigstens erwarteten Moment. Denkt daran, dass ihr alle ─ absolut alle ─ dieses Leben hinter euch lassen werdet.

    40.  Doch wenn ihr dieses menschliche Leben, das ihr lebt, genießt und erforscht ─ wenn ihr dieses Leben, dessen ihr euch erfreut und das ihr erleidet, das ihr so sehr studiert und dem ihr auch dient, niemals ganz erkannt habt ─ wie wird dann wohl jenes andere sein, das über diesem steht? Euer Geist kennt etwas von ihm, aber dieses Etwas ist nicht alles. Die einen mehr und die anderen weniger ─ sie alle haben das Tal des Geistes durchlebt, jene hohen Regionen, jene höheren Welten als diese Welt. Aber dennoch muss euer Geist immer bereit sein, um in andere Welten einzudringen ─ nicht in diejenige, die ihr das letzte Mal verlassen habt, sondern in eine andere, höhere, auf einer höheren Stufe der Leiter zur geistigen Vollkommenheit. Deswegen komme Ich zu euch, deshalb spreche Ich zu euch nicht über das irdische Leben, sondern auch über das Leben des Geistes. Denn es ist länger, es ist das vollkommene Leben, weil es die Wohnstätte ist, in der ihr ewig bleiben werdet, und Ich nicht will, dass ihr verstört seid, wenn ihr zu ihr gelangt. Ich will nicht, dass euer Geist sich unwürdig fühlt, an meine Tür zu klopfen ─ Ich will nicht, dass euch der Schritt von diesem Leben zum anderen verwirrt. Denn dieser Schritt ist von entscheidender Bedeutung, er ist eine Prüfung, ein Kampf, in Wahrheit.

    41.  Ich ziehe nicht euer ganzes Denken vom menschlichen Leben ab. Ich bin es, der euch eine Körpermaterie gegeben hat, der euren Geist inkarnieren ließ. Es ist meine Barmherzigkeit, die euch aus­gesandt hat, um auf der Erde zu leben, der diesen Planeten mit jeder Art von Gaben, Naturreichen, Elementen, Geschöpfen voller Nutzen für eure Ernährung, Erhaltung, Erquickung und Entwicklung ge­schmückt und gesegnet hat. Ich bin es, der euch verehelicht, der euch den Auftrag gibt, zu wachsen und euch zu vermehren.

    42.  Ich bin es, der die Arbeitswerkzeuge in eure Hände legt, und der diese Arbeit und eure Frucht segnet. Ich bin es, der den Schweiß auf eurer Stirn segnet. Daher kann Ich nicht der sein, der euch von eurer Pflichterfüllung abhält, solange ihr wirklich mit ihr beschäftigt seid. Aber erfüllt sie, wie es sich für euch gehört, mit Demut, mit Achtung und Barmherzigkeit gegenüber euch selbst und auch mit Barmherzigkeit gegenüber den anderen, dann werdet ihr mit den geringsten irdischen Mühen eine Frucht ernten, die eurem Herzen Frieden und Lieblichkeit schenkt.

    43.  Doch abgesehen von jenen Pflichten, jenen Liebes­beziehungen, Gefühlen und Banden, die euch miteinander vereinen, verlange Ich auch Aufmerksamkeit und Zeit für euren Geist, für jenes höhere Wesen, das allen Regungen eures Herzens, eures Verstandes und eures ganzen Wesens vorsteht ─ für jenes Wesen, das eure Körperhülle regiert, für jenes Wesen, das mein Diener ist, und dem eure Körpermaterie dienen soll. Ich will, dass ihr auch ihm Zeit gewährt für seine Meditation, für seine Arbeit, für seine Entfaltung, für seine Gottesverehrung, für seine geistigen Pflichten gegenüber seinem Vater und gegenüber den anderen Geistwesen.

    44.  In meiner Lehre und in meinem Gesetz habe Ich zu allen Zeiten alle Gesetze, alle Pflichten, alle Verehrungsformen vereinigt. Ebenso komme Ich in dieser Dritten Zeit zu euch und unterweise mit dieser Weite, damit ihr nicht in neuen Fanatismus geratet, damit ihr nicht in Geheimniskrämerei noch in Versuchung fallt und bei der Erfüllung aller eurer Pflichten einfach seid, damit der Geist nicht fanatisch wird, und die Körperhülle nicht an der Erfüllung ihrer Pflichten hindert ─ damit der Geist weder für das Herz noch für den Verstand ein Hindernis ist, sodass auch die Körpermaterie willig ist und sich das Gewissen in der Körpermaterie fühlbar macht, damit auch sie nicht den Geist an seiner Erfüllung hindert.

    45.  Dies sind meine Jünger. Wohl denen, die meine Lektion wirklich nutzen. Wohl denen, die wachen und beten in diesem Prüfungsjahr ─ in diesem Jahr, in dem Versuchungen und Verwirrungen auf euch treffen werden. So könnt ihr stark sein, könnt ihr alles durch das Gebet, durch Wachsamkeit, durch die Ausübung meiner Lehre überwinden und möget ihr euch vereinigen und einander lieben und Barmherzigkeit erweisen. Ich will nicht, dass Hindernisse für die Entfaltung meiner Manifestationen entstehen, dass unter euch Unterschiede auftreten, sondern dass Verständnis herrscht. Dann werde Ich Mich weiterhin durch mein Wort im Schoß dieses Volkes kundgeben und durch alle Stimmträger in allen Versammlungsstätten.

    46.  Wacht für alle, wacht für euch selbst, damit das Gute und der Friede schließlich eure Differenzen überwinden, damit mein Reich bei euch das Reich der Lüge, der Finsternis und des Bösen besiegt.

    47.  Ich will Mich in euch als Sieger erheben; Ich will, dass ihr euren Vater als König der Heerscharen betrachtet, der das Böse in euch besiegt, und euch selbst als Soldaten voll geistiger Würde, voll Zufriedenheit und Frieden. Dann wird man den Hymnus der universellen Harmonie beim größten der Siege vernehmen ─ jenem Triumph, der kommen wird, bei dem jedoch weder euer Vater noch ihr selbst bekümmert sein werdet, wenn es durch eure Liebe Besiegte geben wird. Unsere Besiegten werden nicht die Geistwesen sein ─ es wird das Böse sein, alle Dunkelheiten, Sünden und Unvollkommenheiten. Der Triumph des Vaters wird in der Errettung aller zurückgebliebenen Geistwesen bestehen, die in der Finsternis und im Bösen verwurzelt waren. Ihr befindet euch in einem Irrtum, wenn ihr glaubt, dass jemand verlorengehen wird. Ich wäre nicht mehr Gott, wenn ein einziger Geist keine Erlösung finden würde. All jene, die ihr Dämonen nennt, sind gleichfalls Geistwesen, die aus Gott hervorgegangen sind, und wenn sie heute verwirrt sind, so werden auch sie Erlösung finden. Wann wird das wahre Licht in ihnen sein? Dann, wenn ihr zusammen mit den geistigen Heerscharen des Lichts ihre Unwissenheit und ihre Sünde mit eurem Gebet und euren Werken der Liebe und Barmherzigkeit bekämpft.

    48.  Eures Vaters und euer vollkommenes Glück wird der Große Tag des Herrn sein. Das universelle Festmahl wird stattfinden, wenn ihr euch einst alle an seinem Tisch vom Brot des Ewigen Lebens nährt.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 328

    1.  Seid willkommen in meiner Gegenwart als Geist und als Körpermaterie! Denn beide erquicken sich, sättigen sich an meiner göttlichen Essenz und stärken sich an Mir, um im Tagwerk fortzufahren.

    2.  Hier ist mein Geist, und hier ist auch der eure!

    3.  Der Vater und die Kinder sind zugegen, sie schauen sich liebevoll von Angesicht zu Angesicht, sie erkennen einander, lieben sich und segnen sich. Wahrlich, Ich sage euch, Volk, zu keiner Zeit vor der jetzigen hatte euer Geist den sicheren Weg gefunden, um zu Mir zu gelangen. Heute findet ihr Mich durch einen Augenblick der Erhebung, der Freimachung von den irdischen Pflichten, durch einen Augenblick wahrer Reue und die Kenntnis des Weges zum geistigen Gebet.

    4.  Es ist nicht mehr die Zeit der Bußübungen, der Zeremonien oder Riten, damit ihr mit Mir Zwiesprache halten könnt, damit ihr glauben könnt, dass ihr Mich verherrlicht und Mir wohlgefällig seid. Diese Zeit habt ihr schon lange hinter euch gelassen. Euer Geist hat sich befreit, und er erquickt sich in der Dritten Zeit, indem er seine geistigen Flügel ausbreitet und die Unendlichkeit beherrscht, sich zu Mir erhebt und versetzt und sich von den irdischen Leiden und Nöten freimacht. Wenn er nach seiner Erhebung zu seiner Körpermaterie zurückkehrt, teilt er ihr seine Kraft und sein Licht mit, erhebt er sie, stärkt und tröstet er sie. Indem der Geist seine eigene Körpermaterie in die Arme nimmt, wie es ein Erwachsener mit einem kleinen Kind tut, trägt er sie auf die Wege des Lebens und des Lichts, belebt er sie mit Glauben und mit Hoffnung.

    5.  In dem Maß, wie die Zeit vergeht, hört euer Geist auf, sich schwach zu fühlen, fühlt er sich durch meine Unterweisungen und durch das in seinen Prüfungen und seinem Kampf erworbene Licht immer stärker. Daher will Ich meine Schüler zu Jüngern, zu Aposteln dieses Werkes voller Licht, Geistigkeit und Liebe werden sehen, um euch an meiner Stelle zurücklassen zu können, um die Menschen zu unterweisen, um ihnen die von ihnen nicht entdeckten Lektionen aufzuzeigen und ihnen beharrlich und standhaft den Weg zur Wahrheit zu zeigen ─ den Weg, der zum Frieden dieser Erde und zur Herrlichkeit und dem ewigen Frieden des Geistes führt.

    6.  Von meinem hohen Thron aus sende Ich meinen Universellen Strahl, der sich ausbreitet und sich in Liebe auf alle existierenden Geschöpfe ergießt. Doch bei euch, auserwähltes Volk, wird mein Strahl zum Menschenwort, zu einem verständlichen Wort, das Klarheit schafft. Mein Wort kommt zu meinem ganzen Volk herab, und wahrlich, Ich sage euch: Obwohl meine Kinder oftmals gesagt haben: „In diesem Stimmträger und in dieser Gemeinde existiert der Betrug“, so ist doch ungeachtet jedes Betrugs und jeder fehlenden Zubereitung mein Geist gegenwärtig gewesen. Erinnert ihr euch nicht daran, dass Ich euch oft gesagt habe: Ich blicke nicht auf den Makel oder die mangelnde Vorbereitung meiner Kinder?

    7.  Es ist meine Zeit. Es ist die Zeit der Erfüllung für den Vater, von Ihm selbst auferlegt aus Liebe zu seinen Kindern. Warum sollte Ich Mich angesichts eurer Sünde zurückhalten, da gerade sie es ist, mit der Ich kämpfe, und die Ich durch mein Licht und durch meine Liebe besiegen werde?

    8.  Verurteilt niemanden als Betrüger, verurteilt niemanden als Lügner oder als Befleckten. Seht ihr nicht, dass ihr alle meine Jünger seid, dass ihr alle derzeit von Mir lernt? Nach 1950, wenn mein Universeller Strahl nicht mehr zu menschlichem Wort unter euch wird, dann wirklich: Wehe, wehe jenem, der ─ so groß seine Zubereitung auch sein mag ─ zu bewirken versucht, dass mein Universeller Strahl sich wie in dieser Zeit kundtut! Denn trotz seiner großen Vergeistigung und Zubereitung wird er durch seinen Ungehorsam ein Betrüger sein. Es wird die Zeit sein, in der ihr nicht mehr mit der Gegenwart des Vaters in der Form rechnen sollt, in der ihr sie vom Beginn dieser Offenbarung an bis 1950 gehabt habt, weil meine Gesetze und meine Anordnungen unwandelbar sind. Ich ändere mein Werk niemals, meine Gerechtigkeit ist unerbittlich, und meine Jünger müssen in Einklang mit ihrem Vater, im Gehorsam Ihm gegenüber und in völliger Übereinstimmung mit Ihm leben. Dennoch versichere Ich euch als Meister, dass Ich den Wortübermittlern, durch die Ich Mich kundgebe, trotz ihres großen Unvorbereitetseins und ihrer Unvollkommenheit jetzt, in der Zeit meiner Kundgabe vergebe, und Ich Mich kundgebe und meine Barmherzigkeit auf die Menschenscharen verströme. Wenn in meinem Wort, das Reinheit und Vollkommenheit ist, die Unvollkommenheiten des Fleisches vorkommen, so habe Ich euch darin unterwiesen, den Baum an seiner Frucht zu erkennen, damit ihr die menschlichen Unvollkommenheiten vergebt und am geistigen Geschmack der Frucht die Gegenwart, Macht und Essenz eures Herrn zu entdecken versteht.

    9.  Ich schaffe derzeit ein geistiges Gedenkbuch in eurem Gewissen, und aufgrund meiner göttlichen Weisung wird auch ein materielles Buch meines Wortes geschaffen. Es ist das göttliche Testament, das Ich für die Nachwelt, für die künftigen Generationen, für die späteren Generationen hinterlasse, die nach euch kommen werden. Aber wahrlich, Ich sage euch: Sie werden den Geschmack eurer Unvollkommenheiten nicht kennenlernen. Mein Wort ─ sei es das, welches euer Gewissen bewahrt hat, oder das, welches auf Papier festgehalten ist ─ wird vollkommen sein, wird rein sein ohne jeden Makel, ohne jede Unreinheit und Unvollkommenheit, und es wird das kristallklare Wasser sein, dessen Wunderkraft den Durst des Menschen, den Durst des Geistes stillt. Es wird das Brot und der Wein sein, mit denen der Geist der Menschen viele Male eine Feier begehen wird. Es wird der strahlende Leuchtturm und auch der durch das Licht des Heiligen Geistes erhellte Weg sein, auf dem die Wanderer und die verirrten Schiffbrüchigen die Richtung entdecken können, um zum sicheren Hafen zu gelangen.

    10.  Die Durchsetzung des Spiritualismus auf der Welt soll euch nicht schwierig, und noch weniger unmöglich erscheinen. Denn Ich habe die Äcker fruchtbar gemacht, und der Samen, den Ich euch anvertraut habe, ist keimfähig. Die Äcker harren darauf, und obschon nicht alle vorbereitet sind, erwarten die einen die Aussaat, andere werden gerade gesäubert, und diese Säuberung ist eine Bewässerung mit Gerechtigkeit, mit Prüfungen, mit Weisheit und Liebe von Seiten eures Vaters.

    11.  Jetzt erhält die Menschheit, die in Völker, Rassen, Sprachen und Hautfarben geteilt ist, von meinem Göttlichen Geist ihren jeweiligen Gerichtsanteil, die Prüfungen, die jedem zukommen, den Kampf, den Schmelztiegel und die Wiedergutmachung, die Ich für jeden Menschen und jede Rasse vorgesehen habe. Aber ihr wisst, dass mein Gericht die Liebe zur Grundlage hat, dass die Prüfungen, die der Vater den Menschen schickt, Liebesprüfungen sind ─ dass alles zum Heil, zum Guten geleitet wird, auch wenn es in diesen Prüfungen scheinbar Unglück, Verhängnis oder Elend gibt. Hinter alldem ist das Leben, die Erhaltung des Geistes, die Erlösung desselben. Immerdar ist der Vater in Erwartung des Verlorenen Sohnes, um ihn mit größter Liebe zu umarmen.

    12.  Es gibt ganze Rassen, die Mich nicht anerkennen, es gibt Völker, die sich hartnäckig von meinen Gesetzen entfernen, die meine Lehre nicht kennenlernen wollen, die sich ihr widersetzen, weil sie sie für unzeitgemäß halten. Jene, die Mich nicht verstanden haben, sind es, die auf irdische Freiheiten bestehen. Es sind auch solche, die oftmals das Gute aus eigenem Vorteil heraus tun und nicht aus Hochherzigkeit. Doch jedem Volk und jeder Rasse sind meine Gerechtigkeit und Prüfungen zugedacht, und diese treffen Tag für Tag ein, um deren Herzen und Geister schließlich fruchtbar zu machen, als ob sie bestellbare Felder wären, und um nach ihrer Bearbeitung den Samen in sie zu legen, das ewige Saatkorn meiner Liebe, meiner Gerechtigkeit und meines Lichts. Jene Völker werden von Mir mit Liebe sprechen, jene Rassen werden dann ihre Hoffnung auf Mich setzen, und in den Geistern aller Völker dieser Menschheit werden Jubellieder erklingen, Chöre des Lobpreises und der Liebe zum einzigen Herrn aller Menschen.

    13.  Jetzt ist jedoch Prüfungs- und Kampfeszeit. Selbst euer Gott kämpft derzeit. Er ist Herr der Heerscharen und hat euch zu seinen Soldaten ernannt. Heute seid ihr noch schwach und misstraut ihr euch selbst. Ihr ermesst die Prüfungen, stellt euch den Kampf vor und lasst zu, dass euer Geist und euer Herz feige wird. Euer Gewissen erschafft in sich selbst eine Waage, und in die rechte Waagschale legt es das Gute und in die linke das Böse dieser Menschheit. Solange ihr seht, dass das Gute nur wie ein Getreidekorn ist, das Böse jedoch wie hundert Scheffel, wisst ihr nicht, was ihr tun sollt. Dann blickt ihr in euer Inneres und seht, dass ihr weder gerecht, noch tugendhaft, noch heilig seid und denkt, dass nur Gerechte, Tugendhafte und Heilige die Erlösung dieser im Bösen abgestumpften, im Hass verhärteten, in den Leidenschaften, in den Lastern und im Elend vermaterialisierten Menschheit vollbringen können.

    14.  Ihr beurteilt euer eigenes Heiligtum und erblickt in ihm eure kleine Opfergabe, eure schwache Flamme. Ihr dringt in das Heiligtum der anderen ein und seht, dass es kein Zügel mehr ist, um den rasenden Lauf der Menschen aufzuhalten. Dann denkt ihr, dass, wenn ihr von Gott sprecht, man nicht auf euch hört ─ dass, wenn ihr von den Fähigkeiten des Geistes sprecht, ihr ausgelacht werdet.

    15.  Warum so wenig Vertrauen zu dem Schatz von unschätzbarem Wert, den Ich euch in diesem Werk anvertraut habe, das Ich euch offenbart habe? Wahrlich, Ich sage euch: Ohne heilig oder gerecht zu sein, werdet ihr große Werke der Erlösung unter den Menschen, große Wunder unter der Menschheit tun können, und ihr werdet auch ein Vorbild unter den Menschen sein können. Wenn Ich Heilige und vollkommene Wesen zu dieser Menschheit senden würde, damit sie den Menschen ein Beispiel geben würden, würde es ihnen unmöglich erscheinen, diesen auch nur ähnlich zu werden! Ich will unter die Menschen bekehrte Sünder senden, die ─ ohne gerecht oder heilig zu sein ─ ein Beispiel von Erneuerung, von Reue, Stärke, Eifer für die Lehre des Vaters, Sehnsucht, Fortschritt und von geistiger Entwicklung zu geben verstehen, und diese seid ihr!

    16.  Euer Geist wird eines Tages zur Vollkommenheit gelangen, doch ihr wisst nicht wann. Der Vater wird euch nicht zwingen, noch werdet ihr eure Schritte erzwingen. Aber dennoch sollt ihr nie stehenbleiben. Auch wenn euer Schritt langsam ist, will Ich, dass er immer fest und aufwärtsführend ist.

    17.  Dass ihr unter den Menschen werdet kämpfen müssen? Das ist wahr. Dass das Zeugnis, das ihr ihnen abgebt ― dass Ich Mich durch das menschliche Verstandesvermögen kundgab, um euch dieses Wort zu bringen ― in Zweifel gezogen wird? Das ist gewiss. Doch dies soll euch nicht kränken, denn zu allen Zeiten hat die Menschheit an meiner Gegenwart und meinem Kommen zu dieser Welt gezweifelt, und zwar deshalb, weil die Menschen sich selbst nicht erkannt haben ─ weil die Menschheit, obwohl sie sagt, dass sie vom Vater geliebt wird, niemals das Ausmaß dieser Liebe verstanden hat ─ weil sie, obwohl sie ihren Herrn zu kennen glaubt, nicht weiß, dass eine seiner schönsten Eigenschaften die der Demut ist. Daher bin Ich immer in demütiger Weise zu den Menschen gekommen, niemals habe Ich bei meinen göttlichen Manifestationen meine ganze Macht, noch meine ganze Pracht, noch meine ganze Herrlichkeit eingesetzt. Die Menschen könnten Mich dann nicht schauen, sie könnten Mir auch nicht widerstehen!

    18.  Ich habe Mich immer begrenzt, aber Ich habe Mich in der Demut, in der Liebe und in der Zärtlichkeit begrenzt. Denn mit der gleichen Liebe, mit der Ich euch heute liebe, liebte Ich euch in der Zweiten Zeit, in der Ersten, und werde Ich euch bis in alle Ewigkeit lieben. Ich kann euch in Wahrheit sagen, dass der Vater euch schon liebte, bevor ihr existiert habt.

    19.  Unter euch gibt es Jünger, die sich selbst fragen: „Warum vermochte unser Geist nicht im Guten und in der Tugend zu verbleiben und darin auszuharren, obwohl er einem Vater voller Liebe, voller Reinheit und Vollkommenheit entsprang?“ Der Meister antwortet euch: Ich sandte euren Geist zur Erde, mit allen Eigenschaften ausgestattet, die es im Vater gibt, und erschuf ihn als ein seinem Schöpfer ähnliches Kind. Es wurde ihm für seinen Gang über die Erde eine Körpermaterie anvertraut, doch diese Körpermaterie ist für den Geist der Grund für Prüfungen und Kampf gewesen, weil das Fleisch schwach ist. Es musste so sein ─ gebrechlich ─, um die Stärke des Geistes zu erproben.

    20.  Die Tugend zeigt sich nur in der Prüfung. Das Licht strahlt am stärksten in der Finsternis, das Licht strahlt nicht im Licht, und so war es notwendig, dass euer Geist geprüft und geläutert würde. Denn euer Geist hat einen Anfang, doch in seiner Unschuld hatte er keine Verdienste, fehlte es ihm an Erfahrung, an Entfaltung und an Vollkommenheit. Dafür wurde ihm eine niedere Lebensstufe anbefohlen, um zu einer anderen, höheren aufsteigen zu können, und so weiter auf den sieben Stufen der Stufenleiter zur Vollkommenheit, bis er als vollkommener und reiner Geist in die Gegenwart des Vaters gelangt ─ voller Licht, durch die Entfaltung all seiner Gaben entwickelt, in all seinen Fähigkeiten vervollkommnet, mit vielen im Kampf erworbenen Verdiensten, voll Erkenntnis seiner selbst, seines Vaters und des Lebens, sich seiner Herkunft bewusst, wozu er geschaffen worden ist, und wohin er zurückgekehrt war.

    21.  Wenn der Geist im Fleisch den Beginn seines Kampfes auf dem Erdenweg vorfand, so traf er auch auf eine unendliche Zahl von Prüfungen und Versuchungen ─ manche Prüfungen handgreiflich und andere unsichtbar; so mächtige Versuchungen und Prüfungen, dass diese ihn mittels des Fleisches zu Fall brachten ─ die einen sichtbar und andere nur für den Geist, für das Gewissen wahrnehmbar ― für die zarten Saiten des Herzens und des Verstandes.

    22.  Der Geist ist von seinem Ursprung an auf alle Arten geprüft worden. Da er durch das Böse geprüft worden ist ─ meint ihr etwa, dass der Vater das Böse besitzen könnte, um seine Kinder zu versuchen? Wahrlich, Ich sage euch: Nein. Aber auch das Böse existiert von eurem Ursprung an, es hat die Schwachheit, die Verführbarkeit des Geistes und des Fleisches bewirkt. Da die Geistwesen nicht von ihrer eigenen Stärke Gebrauch zu machen verstanden, und das Fleisch den Versuchungen erlag ─ was hat der Vater angesichts dessen getan? Er hat zugelassen, dass die Kräfte des Bösen euch auf die Probe stellen. Einmal und tausend Male habe Ich es zugelassen, um in euch mein eigenes Licht, das Ich euch anvertraut habe, auf die Probe zu stellen, um eure eigene Tugend, welche die meine ist, einer Prüfung zu unterziehen, um euch im Schmerz, in den schwierigen Krisenzeiten, im Chaos des Lebens zu läutern; damit euer Geist während dieser Prüfungen und dieser schwierigen Geschehnisse Anlässe zur Vervollkommnung, zur Gesetzeserfüllung findet ─ Gelegenheiten, um euren Geschwistern und eurem Vater seine Stärke und die Standhaftigkeit in meinen Gesetzen zu beweisen.

    23.  Immer schon habt ihr mein Gesetz intuitiv erkannt ─ mein Gesetz, welches das Gute befiehlt und das Böse verabscheut. Intuitiv erkennt jedes menschliche Wesen von seinen ersten Schritten auf Erden an, was das Gute ist und wo das Böse ist. Doch ihr seid nicht fähig gewesen, euch wie die ersten Menschen an das Naturgesetz zu halten, wie es mein Volk vor dem Kommen Moses tat. Glaubt ihr, dass mein Volk Israel, das im Entstehen begriffen war, vor der Ankunft Moses‘ seinen Vater nicht erkannte? Wahrlich, Ich sage euch: So war es nicht. Seit Anbeginn dieser Menschheit hat es (immer) jemanden gegeben, der Mich erkannt hat, und durch ihn bin Ich von den anderen erkannt worden. Aber als unter der Menschheit das Böse größeres Gewicht bekam als das Gute, musste Ich kommen, um den Menschen an das Gute zu erinnern, musste Ich Mich körperlich vermaterialisieren, um mich den Menschen sichtbar und fühlbar zu machen ― wie es am Sinai geschah, als Ich vor Moses, der von seinem Volk umgeben war, mein Gesetz verkündete und es ihm in Stein gemeißelt übergab und ihn zu seinem Volk sandte, damit es die Saat unter allen Nationen sein würde.

    24.  Durch dieses Gesetz wurde mein Volk gerettet, befreite es sich und erlangte es Wohlergehen und Glück auf dieser Erde und Hoffnung auf das Jenseits. Aber es kam der Tag der Verfälschung meines Gesetzes, der Tag der Gewöhnung an dasselbe, und erneut breitete sich das Böse aus, bis es mehr wog als das Gute selbst. Als jene Gebote nach und nach verdreht wurden, als die Menschen neue Wege innerhalb des meinen zu schaffen begannen, da musste Ich erneut kommen, aber nun als Messias, Mensch geworden unter den Menschen, um die Wege gerade zu machen und sie mit dem Weg der Wahrheit zu verbinden, um die Menschen zur Wahrheit und zum Guten hinzuziehen, um sie auf den Weg der Gerechtigkeit und der Liebe einzuladen ─ um die Betrüger zu entlarven, um alles Falsche, allen Aberglauben, zu zerstören und ihnen zu sagen: „Dies ist das Gesetz, das war es, was Ich in jener Ersten Zeit übergab!“

    25.  Durch dieses mein Kommen fanden neue Völker der Erde und neue Rassen gleichfalls den Weg, den Frieden, das geistige Glück, Nahrung und Hoffnung auf das Jenseits.

    26.  Während eines langen Zeitalters nährte sich diese Menschheit vom reichen Mahl des Himmelreiches. Aber siehe da, auch dieses Mahl wurde verunreinigt, und bereits in diesem Zustand zu den hungernden Menschen gebracht, wurde meine Lehre verfälscht, meine Unterweisungen gleichfalls verdreht und falsch ausgelegt. Die Gesetzeserfüllung der Kinder und ihre Gottesverehrung waren nicht das, was der Vater angeordnet hatte, und so wurde es notwendig, zu den Menschen zurückzukehren und damit ein Versprechen einzulösen. Denn Ich wusste im Voraus, dass meine Gegenwart unter den Menschen von Zeit zu Zeit notwendig war. Daher ist jetzt das angekündigte Zeitalter, in dem der Herr erneut zu euch kommen würde, um von euch Rechenschaft über das Gesetz der vergangenen Zeiten, über die Offenbarungen, Unterweisungen und Wunder zu fordern, mit denen ihr in den zwei Zeitaltern reichlich gesegnet wurdet, die zuvor vorübergegangen sind.

    27.  Das ist der Grund, weshalb Ich gekommen bin. Denn ihr wart nicht imstande, im Guten standhaft zu sein und darin zu verbleiben, weil ihr den Schwächen des Fleisches nachgegeben habt, weil ihr in sowohl sichtbaren, als auch unsichtbaren Versuchungen gefallen seid ─ unter jene übernatürliche Macht des Bösen, die über euch existiert.

    28.  Glaubt ihr etwa, dass in jener Ersten Zeit alle Zeugen meines Kommens angesichts desselben zu Gläubigen wurden? Wahrlich, nicht alle!

    29.  Glaubt ihr etwa, dass jene Offenbarung von allen geglaubt wurde, als sie zu anderen Ländern, zu Ländern von Heiden getragen wurde? Nein. Viele begriffen nicht, dass jenes Gesetz ein göttliches Werk sein sollte. Vielmehr glaubten sie, dass es Menschenwerk war. Aber als jenes Gesetz sich durch seine Gerechtigkeit, durch ihre eigenen Taten durchsetzte und manifestierte, da erforschten es die großen Ungläubigen.

    30.  Ebenso war es in der Zweiten Zeit. Tausende und Abertausende von Männern und Frauen vernahmen Mich. Viele haben wirklich geglaubt, aber noch mehr zweifelten und dachten nicht, dass jener Mensch der Messias sei, sondern dass Er ein Mensch wie alle anderen sei. Sein Wort wurde durch ihre Ungläubigkeit unverständlich und konfus, und es war nur für die Gutgläubigen einleuchtend und klar. Daher wurde Ich von den Ungläubigen bekämpft, verspottet und verfolgt, und mein Leiden, meine Taten, meine Wunder wurden vom Ungläubigen nicht als göttliche Werke, sondern als Menschenwerk betrachtet.

    31.  Als meine Lehre sich durch ihre eigenen Manifestationen über die Menschheit verbreitete, als meine Zeugen gleichfalls Beweise davon gaben, dass sie meine wahren Jünger, meine wahren Zeugen waren, da bekehrte sich die ungläubige Menschheit zu meiner Lehre, vergoss Tränen der Reue und wurde gleichfalls meine Jüngerin.

    32.  Warum sollte es euch wundern, dass dies auch in dieser Zeit geschieht?

    33.  Manche werden an eurem Zeugnis zweifeln und daran, dass Ich Mich dem Menschen durch das Verstandesvermögen kundgetan habe. Manche werden, wenn sie ihre Blicke auf jene materiellen Bücher richten, die mein Wort enthalten, anzweifeln, dass es ein göttliches Werk ist, das durch Inspiration empfangen worden ist. Dann werden sie alles euch, den Menschen, der menschlichen Eitelkeit zuschreiben, weil es in dieser Menschheit Misstrauen gibt. Aber ihr sollt über das Misstrauen und über die Ungläubigkeit hinwegsehen, ohne eure Geschwister zu verurteilen, ohne euch damit Gewalt anzutun, weil ihr wisst, dass nach dem Misstrauen und der Ungläubigkeit infolge eurer eigenen Taten der Glaube eintreten wird. Lasst sie eure Werke sehen, lasst eure Zeugnisse wirklich voller Licht sein, sodass es weder die Bücher, noch eure Worte sind, welche die Welt bekehren, sondern eure guten Werke, mit denen ihr das Zeugnis besiegelt, dass Ich bei euch gewesen bin, dass Ich auf der Wolke gekommen bin, um Mich mittels meines Strahles durch einen Stimmträger bzw. einen Menschen, kundzutun, der von meinem Göttlichen Geist so bezeichnet worden ist.

    34.  Ich werde euch auf alle Wege des Erdballs senden, ebenso wie eure Kinder, die gleichfalls Jünger des Heiligen Geistes sein werden, und auch deren Kinder werden meine Saat hinaustragen. Doch wahrlich, Ich sage euch, es werden keine drei Generationen nach der euren vergehen, bis diese Menschheit angesichts des Spiritualismus, des Kommens des Heiligen Geistes, durch außerge­wöhnliche Ereignisse bis in ihre Grundfesten erschüttert werden wird, von denen Ich einige unter euch verwirklicht habe, während Ich andere für die Zukunft bereithalte. Ebenso werdet ihr das Reich des Bösen nach und nach beseitigen. Diese Macht wird durch eure Werke der Liebe und Gerechtigkeit immer mehr zerfallen.

    35.  Jeder Mensch, der zum Spiritualismus bekehrt wird, wird einer weniger sein, der zu jenem Reich gehört. Aber wenn ihr glaubt, dass Ich euch die Aufgabe oder den Auftrag gebe, durch eure Werke der Liebe und des Lichts die Atmosphäre des Bösen zu überwinden, so sage Ich euch in Wahrheit, dass noch nicht die Zeit ist, in der ihr es völlig besiegen könnt, denn es ist noch stärker, als ihr es seid. Aber verbergt wegen dieser Worte, die Ich euch sage, nicht eure Waffen und unterlasst nicht, sie zu zücken ─ nein, meine Kinder. Bedenkt: Auch wenn euer Schwert nicht allmächtig ist, so bin doch Ich allmächtig, und Ich bin in eurem Schwert.

    36.  Kämpft gegen die Versuchungen, entdeckt die Fallen, zerreißt die verführerischen Netze und Stricke, entdeckt sie durch eure Intuition, wenn sie sich hinter dem Schleier des Jenseits verbergen, entdeckt sie, wenn sie sich unter den Menschen oder in den Kämpfen der Menschen verbergen ─ kämpft immer. Ich sage euch: Ihr sollt in diesem Kampf mit Mir sein. Ich bin in ihm wie ein großer Krieger gegen die Finsternis und alles bestehende Böse, und am Ende werde Ich es sein, der den letzten Schlag ausführt und siegt, der euch beisteht, und ihr werdet diejenigen sein, die Mir helfen zu siegen. Der endgültige Sieg über die Versuchung und das Böse wird euch, meinem Volk, in dieser Zeit nicht gelingen. Ich werde jene Macht eine Zeitlang binden müssen, aber eure Verdienste dabei werden euch zugerechnet werden. Die Zeit, in der jene Macht gebunden sein wird, wird dazu dienen, dass das Gute im Herzen der Menschen Wurzeln treibt, dass das Gute in all seinen Formen an Stärke zunimmt. Wenn der Mensch dann im Guten stark geworden ist, wenn das Gute auf der Waage meiner Gerechtigkeit mehr wiegt als das Böse, dann wird die Versuchung in all ihren Formen für eine weitere Zeitspanne losge­lassen sein, und in eben dieser Zeit wird es nicht mein Schwert sein, das sie besiegt, sondern eure eigenen Waffen.

    37.  Ich werde nur von der Unendlichkeit aus wachen, weil ihr dann die nötige Kraft haben werdet, um den Feind zu besiegen. Die Tugend in all ihren Formen wird sich auf dieser Welt durchgesetzt haben, und die Versuchung wird keinen Winkel, noch eine offene Tür, noch einen Raum finden, und ihre größten Fallen, ihre größten Fallstricke werden zunichte sein bis zum letzten Element jener Macht der Versuchung. Wenn dann ihr Reich zerbrochen und zerteilt ist, wird der Beginn eures Triumphes kommen, und die Finsternis wird sich in Licht verwandeln, das Böse wird zu Gutem werden, und die Verirrten werden gefunden werden.

    38.  Seht, dies wird der Triumph in eurem Geist sein, und wenn ihr dann euren Lobgesang anstimmt, wird es der Triumph des Lichts, der Gerechtigkeit und der Liebe sein. Denn ihr werdet nicht als Gescheiterte von dieser Welt gehen, werdet nicht durch die Versuchung zugrunde gerichtet scheiden. Nein, meine Kinder. Obwohl ihr während einer langen Zeit zu Fall gekommen seid und weiterhin durch diese Fallstricke stürzen werdet, wird der Tag eures Triumphes kommen, an dem ihr euer Angesicht emporrichtet und auf euren Herrn blickt, so wie sich der Soldat vor seinem Befehlshaber aufrichtet.

    39.  Volk, Ich bereite euch auf die kommenden Auseinandersetzungen vor. Ich will euch in allen Kämpfen immer siegreich sehen. Aber Ich will nicht, dass diese Siege eurem Stolz schmeicheln. Es sollen keine Siege für eure Eitelkeit sein, sie sollen für mein Reich sein. Sie sollen für eure geistige Demut tiefe, innigste Befriedigungen sein, die sich nicht einmal auf eurem eigenen Gesicht abzeichnen.

    40.  Eure Werke der Liebe und Barmherzigkeit sollen nicht bekanntgemacht werden, unter euch soll es keine Pharisäer geben, die mit der unter ihren Geschwistern ausgeübten Wohltätigkeit Feiern veranstalten. Ihr sollt jene sein, die im Stillen Gutes tun. Ihr lebt bereits in der Zeit des Heiligen Geistes, und euer Geist entfaltet sich nun in all seinen Fähigkeiten, um mittels derselben Gutes zu tun. Ihr werdet geben können ─ nicht nur die Güter, die ihr auf Erden besitzt, sondern auch jene, die euer Verstand, euer Herz und euer Geist besitzt. Was ihr nicht durch euer Wort, durch eure irdische Persönlichkeit tun könnt, tut durch das Gebet. Sprecht mit Mir, erhebt euch zu Mir, und ihr werdet von dort aus große Werke der Barmherzigkeit und Liebe vollbringen können. Doch wenn euer Gewissen euch sagt, dass ihr euch von etwas Materiellem trennen müsst, um es dem Notleidenden zu geben, so beabsichtigt nicht, jene Wohltat durch ein Gebet zu ersetzen. Seid nicht bestrebt, euren Egoismus durch geistige Gebete zu verbergen oder zu verschleiern. Hegt nicht den Wunsch, dass das, was ihr tun könnt, der Vater tun soll.

    41.  Lasst zu, dass euch immer euer Gewissen befiehlt und sagt, in welcher Weise ihr Wohltätigkeit ausüben müsst, und wenn in dieser Wohltätigkeit die Notwendigkeit liegt, dass ihr euch von etwas Eigenem trennen müsst, soll es euer Herz nicht bedauern. Reicht die Hand, und ihr werdet Glück in eurem Geist spüren. Dann wird auch euer Herz die Freude in eurem Vater vorausfühlen.

    42.  Ich bereite euch auf die großen Kämpfe unter der Menschheit vor und sage euch: Die Menschen von heute interessieren sich für das Jenseits ─ nicht wirklich alle, aber man erforscht doch an allen Punkten der Erde das Geistige, man ist bestrebt, die geheime Schatzkammer des Herrn zu erforschen, man bespricht und studiert die Bücher, die Menschen dringen in die Philosophien und Wissenschaften ein. Der Grund dafür ist, dass Ich gesucht werde, dass meine Gegenwart von allen empfunden wird, und sie Mich zu finden versuchen. Die Geistwesen wissen, dass Ich die Quelle von Liebe und Vergebung bin, und so wagen sie es trotz ihrer Verfehlungen, Mich zu suchen, weil sie Vergebung und Erlösung erhoffen. Sie wissen, dass Ich eine unerschöpfliche Quelle von Barmherzigkeit bin, und dass Ich auch ein mit Speisen bedeckter Tisch bin, um ihren Hunger und Durst zu stillen.

    43.  Meint ihr, dass die Menschen bei dieser Suche nicht stark werden und sich vorbereiten? Meint ihr, dass sie bei ihren Studien keine Entwicklung und Entfaltung erreichen? Doch, Volk. Wenn ihr euch einmal auf den Weg macht, werdet ihr überrascht sein. Wenn ihr mit euren Geschwistern sprecht, die sich unter dem Schatten anderer Bäume nähren ─ die andere Früchte als die essen, die Ich euch angeboten habe, werdet ihr erleben, dass auch sie sich genährt haben, dass auch sie stark sind. Und wenn der Augenblick des Kampfes gekommen ist, wenn ihr vom Schwert eurer Vernunft, eures Wissens und eurer geistigen Erhebung Gebrauch machen müsst, werdet ihr erleben, dass auch das Schwert euer Geschwister Lichtkraft besitzt.

    44.  Schlaft nicht, damit ihr kämpfen könnt, aber lernt, den Sieg zu erkennen. Denn oftmals wird der Sieg in eurer Niederlage sein, wird die Niederlage gegenüber dem Gegner nur scheinbar sein. Der Sieg wird in euch selbst sein, und hernach wird er sich auf dem Gesicht dessen, der euch scheinbar besiegte, widerspiegeln.

    45.  Versteht Mich, Volk. Denn der Augenblick wird kommen, an dem ihr schweigen müsst, an dem ihr den Nacken in wahrer Demut demütig beugen müsst, und dann wird der Gegner sich über euch erheben und seinen Schlag ausführen. Aber ihr werdet geschwiegen haben, werdet euch absichtlich gebeugt haben, und später werdet ihr sehen, wie im Geist desselben die Saat aufgeht, die ihr hinterlassen habt, und dass der Schlag eures Schwertes des Lichts und der Liebe eine tiefe Wunde im Herzen eures Geschwisters ─ nicht eures Feindes ─ hinterließ, und durch diese Wunde wird der Hochmut jenes Herzens vergehen und die Saat des Meisters eindringen.

    46.  Ihr hattet bereits Erfahrung, denn ihr seid oft zu meinem Heiligtum gekommen, um Mir zu sagen: „Meister, ich habe mit großer Liebe in ein Herz gesät, aber seine Ohren haben mich nicht gehört, er blieb kalt und hart, und seine Lippen haben mich verspottet.“ Doch der Meister hat liebevoll gelächelt, hat euch mit Frieden und Hoffnung erfüllt und hat euch gesagt: „Wartet ab, denn euer Same ist nicht verlorengegangen, er gelangte bis auf den Grund jenes Herzens. Lasst ihn dort! Ich werde ihm Regen geben und ihn fruchtbar machen. “ Ich werde das Unkraut und die Felsbrocken beseitigen, die eure Hand vorerst nicht entfernen konnte. Aber bittet für jenen, vergesst es nicht, bittet geistig und hofft darauf, dass der Zeitpunkt euer Genugtuung und eurer Beglückung kommen wird. Doch wenn jener Zeitpunkt spät gekommen ist, hat er Zweifel in euch aufkommen lassen. Aber damit der Zweifel nicht ewig fortbesteht, habe Ich euch gesagt: „Denkt an das Samenkorn, das ihr ausgesät habt. Es verschwand dem Anschein nach, aber an seiner Stelle ist ein Strauch hochgewachsen. Pflegt ihn nun, damit er Früchte trägt.“ Da ist eure Freude und die der anderen groß gewesen.

    47.  Ich bereite euch vor, Volk, damit ihr nicht ungeduldig seid, damit die geistige Geduld die Auftragserfüllung bestimmt. Denn der Same, den Ich euch ein weiteres Mal anvertraue, hat keine zeitliche Begrenzung, um zu keimen, wie der Same auf der Erde. Er entfaltet sich innerhalb der Ewigkeit, und diese Zeit kann sowohl kurz, als auch lang sein. Ihr wisst dies nicht, eure Aufgabe ist es nur, ihn durch euer Gebet und eure Liebe zu pflegen und zu behüten.

    48.  So bereitet euch der Meister für die Zeit nach seinem Abschied vor. Ich will, dass die Glückseligkeit, die ihr heute genießt, wenn ihr mein Wort durch das menschliche Verstandesvermögen vernehmt, nach meinem Abschied fortbesteht. Volk, wenn mein Geist in jenem Jenseits das Nahen eures Geistes mittels des Gebets erwartet, sei es einzeln oder gemeinsam ─ dann will Ich im Herzen meiner Kinder die Glückseligkeit und Wonne erblicken, die Ich heute sehe. Dass ihr in voller Erkenntnis all dessen, was in dieser Zeit geschah ─ all dessen, was der Vater euch gab und des Endpunktes, den Er seiner Kundgebung durch das Verstandesvermögen setzte, herbeikommt, um Ihm euren unendlichen Dank darzubringen. Dass ihr mit einem Loblied herbeikommt, das eure Lippen verschweigen, das aber in eurem Geist brennt, um Ihm zu sagen: „Vater, wie vieles hast Du uns zuteilwerden lassen! Wie viel Wonne in unseren Geistern während jener Zeiten! Wie lichtüberflutet hast Du die Geister zurückgelassen, und welch kostbares Erbe hast Du der Menschheit hinterlassen!“

    49.  So glückserfüllt will Ich euch sehen, oh Volk! Ich will unter euch keinen Geist sehen, der zurückgeblieben ist, will niemanden sehen, der weiterhin im Unglauben umherschweift, der inmitten seiner Sünden und seiner mangelnden Nutzung meiner Gnade sich die Haare rauft. Ich will Eintracht unter dem Volk sehen, sodass Ich in meinem eigenen Geist seine Ausstrahlung und seine Gebete fühlen kann, die Folgendes zum Ausdruck bringen: EINIGKEIT, FRIEDEN UND GUTEN WILLEN ─ GLAUBEN, HOFFNUNG UND BARMHERZIGKEIT.

    50.  So will Ich diese Tugenden sehen ― von eurem Geist gepflegt und wie eine Standarte im Wind wehend, im Unendlichen, damit Ich euch den Befehl geben kann, zu allen Völkern, zu den Volksmassen aufzubrechen, die Mich wirklich erwarten und mit brennendem Herzen die Wiederkunft des Messias, des Erlösers zu den Menschen ersehnen. Einige sagen: „Der Meister ist bereits unter uns, aber Er ist unsichtbar.“ Ich sage euch: Gesegnet sei die Intuition und das Ahnungsvermögen dieser Geistwesen. Andere sagen: „Nein, Er ist noch nicht gekommen, Er muss sichtbar und berührbar kommen wie in der Zweiten Zeit.“ Der Grund dafür ist, dass jene die Wolke vergessen haben ─ jene geistige Wolke, in der Ich in dieser Dritten Zeit gekommen bin.

    51.  Es gibt andere, die jene Verheißung ganz vergessen haben und weder wachen noch beten. Aber ihr seid zubereitet, euch ist mit lebendiger Stimme die Offenbarung der Dritten Zeit übergeben worden, damit ihr ohne Wanken, mit voller Gewissheit zu euren Geschwistern geht und angesichts der großen Menschenmassen nicht eingeschüchtert werdet. Denn wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werdet ihr ausgefragt werden und sollt ihr die Herzen durch euer Zeugnis befriedigt zurücklassen. Die Gläubigen werden Legionen bilden, auch die Ungläubigen werden solche bilden und kämpfen. Aber die Heere der Ungläubigen werden bald dezimiert werden, weil dann die Zeit ist, in der der Heilige Geist die Oberhand gewinnt. Denn Er wird in alle Herzen einsickern.

    52.  Stärkt euch, Jünger, nährt euch, werdet bei Mir gesund, besteht die irdischen Prüfungen, seid guten Mutes angesichts des Lebens. Blickt nicht gleichgültig auf den Schmerz, der euch bedrängt, denn dieser Prüfstein wird euch vervollkommnen. Verwünscht nicht den Schmerz, und verflucht ihn auch nicht, segnet ihn vielmehr. Wenn der Leidenskelch von euch getrunken werden muss, so trinkt ihn. Falls seine Hefen von euch nicht getrunken werden können, werde Ich sie trinken. Aber seid ergeben und geduldig. Betrachtet den Schmerz mehr mit dem Geist als mit dem Fleisch, oder fühlt ihn mehr mit dem Geist als mit dem Körper, dann werdet ihr erleben, wie viel Stärkung ihr in den Meditationen eures Geistes finden werdet. Ihr werdet erleben, wie viel Licht das Gewissen dem Geist zuteilwerden lässt und dieser seiner Körperhülle. In eurem Geist werdet ihr den göttlichen Balsam, den wahren Heilbalsam finden, der alle Leiden lindert und heilt, und durch ihn werdet ihr wirklich genesen.

    53.  Seid der wahre Spiritualist, seid mein wahrer Jünger, oh Volk! Dann werden alle Dornen, Stolpersteine und Hindernisse auf dem Weg leichter und gelinder werden. Jene Last, die zeitweilig auf euren Schultern lastet, wird unerklärlicherweise leichter sein, wenn ihr meditiert und betet. Die Erklärung dafür werdet ihr in euch selbst haben. Es kommt daher, dass der Geist sich erheben wird, und er erhoben stark ist und sein Fleisch stark macht. Daher will Ich, dass ihr ein erhobenes Leben führt, damit ihr von dort aus dieses Leben beherrscht, und euer Geist in allen Prüfungen kämpft und siegt ─ damit er von dort aus das Fleisch, dessen Leidenschaften, Schwächen und Nöte beherrscht.

    54.  Erhebt euch immer mehr, mein Volk, dann werden der Friede und das Reich des Vaters in eurer Reichweite sein, und noch während ihr diese Erde bewohnt, wird euer Geist Bewohner des Friedensreiches des Vaters sein!

    55.  Dies ist mein Lehrwort, das Ich euch in dieser Morgenandacht als Lektion gebe. Nehmt sie in eurem Geist auf, in ihr ist die ganze Liebe des Meisters enthalten, in ihr ist eine Waffe mit der Kraft, sich in der Zukunft zu erheben und zu kämpfen.

    56.  Bittet in diesem Augenblick für die ganze Menschheit, sagt euch der Meister, und bittet in Wahrheit für alle eure geistigen Geschwister! Jetzt ist der Augenblick des Gebets gekommen. Mein Geist der Liebe und des Friedens wird seinen Mantel über das ganze Universum breiten, um alle meine Kinder in diese Liebkosung, in diesen Heilbalsam und in diesen väterlichen Segen einzuhüllen, oh gesegnetes Volk meiner Göttlichkeit!

    Mein Friede sein mit euch!

  • Unterweisung 329

    1. Wohl euch, die ihr eure Kenntnisse erweitern wollt, um das Höchste zu entdecken.

    2.  Glücklich und selig seien, die klar erkennen wollen. Doch wahrlich, Ich sage euch, ihr müsst mein Wort studieren und ergründen, damit die Binde fällt, die eure Augen bedeckt.

    3.  Der Mensch hat sich doppelt schuldig gemacht. Nicht nur, weil er keine Anstrengung macht, damit jene Binde fällt, die ihn an der Erkenntnis meiner Lehre hindert, sondern auch, weil er sich in den Banden des Fleisches entkräftet, die ihn zu materiellen Vergnügungen führen, zum Nachteil der geistigen Freuden. So kommt es, dass er zu einem Sklaven seiner Leidenschaften geworden ist und seine Willenskraft zur Erneuerung zerstört hat.

    4.  Die Blinden wollen die Blinden führen, und jene, die meine Lehre nicht praktiziert haben, wollen die Sünder leiten. Der Mensch ist schwach, weil er sich nicht bemüht hat, sich mit meinem Wort zu erneuern und zu läutern. Er wollte keinen Gebrauch machen von jener Kraft, mit der er ausgestattet ist, welche der Wille ist, um gegen seine Laster zu kämpfen und sich selbst zu überwinden. Wenn euer Geist diese Schlacht gewinnt, dann könnt ihr sagen, dass ihr befreit seid. Wenn euer Geist die Herrschaft über das Fleisch hat, werdet ihr erleben, dass selbst die Raubtiere sich eurem Liebesruf sanft beugen.

    5.  Wenn der Mensch sich vergeistigt, wird er durch das Licht meines Heiligen Geistes alles verstehen, was er in Gott und in der Natur als ein Geheimnis betrachtet hat.

    6.  Sagt nicht, dass ihr an Mich glaubt, wenn eure Werke oder eure Gedanken gerade das Gegenteil besagen. Der Tag wird kommen, an dem ihr aufgrund eurer Vergeistigung fühlen werdet, dass Ich in euch bin und ihr in Mir seid. Wenn ihr meine wahren Jünger sein wollt, so trachtet nach dieser Vergeistigung.

    7.  Mein Tisch ist gedeckt, kommt und nährt euch von dem Brot des ewigen Lebens, bereitet euch mit meinen Liebeslektionen zu, beseitigt eure Unwissenheit durch mein Licht, macht euch frei von den Leidenschaften, seid die Kinder des Lichts.

    8.  Dann werden eure Werke und eure Vergeistigung wie ein Lobgesang sein, den euer Geist anstimmt, um euren Vater zu verherrlichen.

    9.  Bereitet euch vor, Jünger, denn der Tag rückt näher, an dem Ich zum letzten Mal durch dieses Mittel zu euch spreche; und ihr werdet dann stark sein müssen, um den neuen Tag, die neue Zeit zu erwarten, in der Ich nicht mehr das Gehirn eurer Stimmträger als Instrument gebrauchen werde, die mein Wort übermitteln, sondern Ich im Geist gegenwärtig sein werde ─ bereit, meine Inspiration in den Geist eines jeden von euch einfließen zu lassen.

    10.  Nur noch einige Monate bleiben euch, um euch an diesen Kundgebungen zum letzten Mal zu erquicken; es ist eine genügend lange Zeit, um über meine Botschaft und meine Offenbarungen zu meditieren, damit ihr euch durch Studium, durch Gebet und durch Ausübung (derselben) vorbereitet, damit ihr Kräfte ansammelt, euren Geschwistern beisteht, jene aufrichtet, die gefallen sind, denen Trost spendet, die in ihren schweren Prüfungen Tränen vergießen, und mit jedem eurer Schritte eine echte Spur von Vergeistigung hinterlasst.

    11.  Wer in der wichtigsten Stunde, in der Ich euch mein letztes Wort gebe, auf seinem Posten steht, der wird im Kampf standhaft bleiben, der wird bestehen. Doch jeder, der Fehltritte macht, wird zu Fall kommen, weil nur das fest Gegründete dem Lauf der Wirbelstürme widerstehen wird, die danach zu diesem Volk gelangen werden, weshalb Ich euch sage, dass jedes Werk, das nicht auf Fundamenten der Wahrheit, der Hingabe, der Nächstenliebe und der Vergeistigung errichtet sein sollte, niedergerissen werden wird.

    12.  Lernt, die Essenz meines Wortes zu erkennen, damit ihr euren Geist nur von ihr nährt. Denn Ich habe gesehen, dass ─ weil ihr euch nicht darum bemüht habt, meine Essenz zu entdecken ─ ihr euch stattdessen die Ausdrucksweise der Stimmträger und der Gabenträger zu eigen gemacht habt. Doch vergesst nicht, dass der Geschmack, den ihr der Welt bringen sollt, nicht ein menschlicher, sondern ein göttlicher Geschmack sein soll.

    13.  Wahrlich, Ich sage euch, wenn die Körper der Stimmträger sich auf die Durchführung ihrer so hohen und heiklen Aufgabe vorbereitet hätten, hätten deren Lippen beim Übermitteln meiner Botschaft nicht nötig gehabt, so viel zu sprechen, um meine Inspiration auszudrücken, noch hätten sich meine Kundgebungen über Stunden hingezogen.

    14.  Wenn sie die Weisung ihres Gewissens verstanden und befolgt hätten, und sie sich von der Liebe zum Volk und von der Barmherzigkeit zu den nach geistigem Licht Bedürftigen hätten inspirieren lassen, hätte sich mein Wort auf einige Sätze beschränkt, die jedoch selbst in der Form so vollkommen gewesen wären, dass sie jene erschüttert hätten, die sich auf Erden für die Gelehrtesten halten. Und meine Botschaften hätten nur Minuten gedauert, aber in diesen wäre so viel Essenz übermittelt worden, dass der Geist der Zuhörer sich in die Ewigkeit versetzt gefühlt hätte, wo die Zeit weder lang noch kurz ist. Und meine Gegenwart hättet ihr in ihrer ganzen Intensität empfunden, weil sie nicht durch die Unvollkommenheiten, die Unreinheiten und Vermaterialisierung eurer Stimmträger getrübt worden wäre.

    15.  Ach, meine Kinder, Ich sehe euch in diesen Augenblicken weinen, aber leider schon zu spät. Denn für den Rest eurer Auftragserfüllung, reicht die Zeit nicht mehr aus, um eine vollkommene Frucht zu erlangen ─ jene Frucht, die ihr während eines ständigen Ringens, zur Erlangung der Vergeistigung hättet reifen lassen müssen! Dennoch werdet ihr etwas in diesen letzten Morgenstunden tun können.

    16.  Jetzt werde Ich euch sagen, wie ihr eure Irrtümer berichtigen könnt, um sie nicht länger mit euch zu schleppen und noch viel weniger an eure Geschwister weiterzugeben, als ob sie ein Teil der Wahrheit wären.

    17.  Nehmt das Wort so, wie ihr es von den Lippen des Stimmträgers gehört habt, und erhebt dann euren Verstand, ruhig und besonnen, mittels des Gebets. Meditiert über jene Lektionen nach, bis ihr ihren Sinn, ihren Grund, ihren Gehalt entdeckt habt. Dies wird die göttliche Essenz sein, die ihr in eurem Herzen bewahren, und die ihr hernach der Menschheit als Botschaft des Lichts bringen sollt.

    18.  Wenn ihr einmal auf die leeren Worte, auf die Förmlichkeiten, auf die symbolischen Handlungen und die Zeremonien verzichtet, werdet ihr den Schleier zerrissen haben, der euch daran hindert, die Wahrheit zu erkennen. Wenn ihr das Äußerliche und das Überflüssige zurückweist, wird es ein Zeichen dafür sein, dass die Vergeistigung von euch allmählich empfunden und gelebt wird. Dann werden sich euer Geist, euer Herz und Verstand und selbst eure Sinne nicht mehr so leicht von oberflächigen oder nur wenig bedeutenden Zurschaustellungen beeindrucken lassen. Der Geist wird in allem die Essenz, die Wahrheit, das Leben, das Grundsätzliche suchen.

    19.  Könnte einer von diesen Jüngern seinen Geschwistern eine Botschaft bringen, in der das Reine mit dem Unreinen, das Göttliche mit dem Fleischlichen und das Hohe mit dem Gemeinen vermischt ist? Nein, Volk, es ist nur natürlich und richtig, dass ihr denkt, dass diese guten Jünger nur eine himmlische Botschaft verbreiten, die sowohl in ihrer Essenz, als auch in ihrer Form ein lebendiges Zeugnis von Licht und Wahrheit ist.

    20.  Welchen werde Ich das Werk anvertrauen, mein Wort in Schriften zu verwandeln, damit sie ein weiteres Mittel sind, um euer Zeugnis zu verbreiten? Ich allein weiß es. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich werde sie sehr prüfen, und sie werden unter denen ausgewählt werden, die am meisten Liebe dafür hegen, dass die Spiritualität meiner Lehre sich unter ihren Geschwistern verbreitet.

    21.  Stärkt euch an diesen Unterweisungen, damit ihr in der letzten Stunde meiner Kundgebung standhaft sein könnt und dann zu den Soldaten gehört, die für die Essenz, Spiritualität und Schlichtheit dieses Werkes kämpfen.

    22.  Wenn dieser mein Same im Herzen der Völker, welche die Menschheit bilden, aufgegangen ist, wird es im Leben der Menschen einen umfassenden Wandel geben. Wie groß wird der Unterschied sein, den sie sowohl in ihrem menschlichen Leben als auch in ihrer geistigen Gottesverehrung zeigen, wenn man den Vergleich zieht zwischen der Art zu leben, zu glauben, anzubeten, zu kämpfen und zu denken der Menschen früherer Zeiten und denen, die die Spiritualität leben.

    23.  Von jener Zeit des Fanatismus, der Abgötterei, der Vermaterialisierung und absurder Glaubensdogmen wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Alle Irrtümer, die eure Vorfahren und ihr selbst jenen kommenden Generationen vermacht, werden beseitigt werden. Alles, was keine Essenz des Guten und Wahren in sich trägt, wird nicht überdauern. Aber alles Gute, das ihr geerbt habt, werden sie bewahren.

    24.  Diese Lehre, die in einer geistigeren Form als in den vergangenen Zeiten dargelegt ist, wird unter den Menschen, Völkern, Kirchen und Sekten kämpfen müssen, um sich durchzusetzen und Fuß zu fassen. Doch sobald die kurze Zeit der Verwirrtheit vorüber ist, wird der Friede zu den Menschen kommen, und sie werden jubeln, wenn sie meinem Wort den Sinngehalt entnehmen, den es schon immer in sich barg.

    25.  Die Vorstellungen über meine Göttlichkeit, über das Geistige Leben und über den Zweck eures Daseins wird in die richtigen Bahnen gelenkt werden, weil jeder Mensch ein guter Ausleger all dessen sein wird, was euch von eurem Meister, seinen Boten und Propheten in Gleichnissen und Sinnbildern gesagt worden ist.

    26.  Jene Ausdrucksweise wurde von den Menschen nur zum Teil verstanden. Es war die Lektion, die ihnen entsprechend ihrer geistigen und verstandesmäßigen Fassungskraft zugewiesen worden war. Aber da sie alles wissen wollten, verstrickten sie sich in immer mehr Widersprüche und falsche Vorstellungen, weil sie dem, was nur in geistiger Weise gedeutet werden konnte, materielle Auslegungen gaben.

    27.  Nun erstrahlt das Licht aufs Neue in jedem Geist, und ihr werdet daher in den Kern jener und dieser Offenbarungen eindringen können. Doch vergesst nicht, dass ─ wenn ihr wirklich danach trachtet, den Sinngehalt oder die Essenz meines Wortes zu erkennen, ihr euch dem Studium dieser Offenbarungen widmen müsst, indem ihr sie geistig ergründet. Dann wird es einfach werden, sein Sinngehalt wird offensichtlich, klar, schlicht erscheinen. Die Geheimnisse werden beseitigt werden und damit die Unwissenheit. Dann wird die Erde nach und nach lichtvolle Wesen zum Geistigen Tal zurücksenden und nicht dunkle Wesen, die in den Schleier der Unwissenheit gehüllt sind.

    28.  Seit diese Kundgabe sich zu offenbaren begann, wurde euer Geist durch meine Lehre erleuchtet, obschon sich auch Ungläubige zeigten ─ sowohl bei denen, die den Verstand geschult haben, als auch bei den Ungebildeten und Unwissenden.

    29.  Wie viele Argumente, um diese Offenbarung zu leugnen! Wie viele Versuche, dies Wort zu vernichten! Doch nichts hat den Lauf meiner Botschaft aufgehalten ─ im Gegenteil: Je mehr man dies Werk bekämpft hat, desto mehr wurde der Glaube der Menschen entzündet, und je mehr Zeit verging, desto größer wurde die Zahl derer, durch die Ich mein Wort übermittle.

    30.  Was ist daraus zu lernen? Dass Menschenmacht niemals imstande sein wird, zu verhindern, dass die göttliche Macht ihre Ratschlüsse durchführt.

    31.  Wenn der gegenwärtige Mensch mit all seiner Wissenschaft nicht imstande ist, die Elemente der Natur seinem Willen zu unterwerfen ─ wie könnte er dann seine Macht den geistigen Kräften aufzwingen?

    32.  Ebenso wie die Gestirne im Kosmos ihrer unwandelbaren Ordnung folgen, ohne dass der Wille des Menschen sie ihre Bahn oder ihre Bestimmung verändern lassen kann, so kann auch die Ordnung, die im Geistigen existiert, von niemandem verändert werden.

    33.  Ich schuf den Tag und die Nacht, das heißt, Ich bin das Licht, und niemand anderer als Ich kann es zurückhalten. Dasselbe gilt für das Geistige.

    34.  Ich bin das Licht eures Geistes, und Ich allein weiß, wann Ich euch den Schatz an göttlicher Klarheit senden muss.

    35.  Den Lauf des Lebensflusses wird niemand ändern können, das Vordringen des Lichts wird niemand verhindern können. Daher seht ihr, dass ─ nachdem meine Kundgabe sich euch in dieser Form so manche Jahre kundgetan hat, sie nun auf ihre Beendigung zugeht, ohne dass einer der so vielen Gegner dieser Lehre es erreicht hätte, auch nur einen Tag des Vollzugs meiner Kundgebung zu verhindern.

    36.  Der Stimmträger hat sich beim Kontakt mit meinem Licht stark, unbesiegbar, unverwundbar gefühlt, und so ist es wirklich gewesen.

    37.  Wenn das Volk im Innern dieser Versammlungsorte zusammenkam, hat es dies immer ohne Furcht vor der Welt getan, immer voll Vertrauen in meine Gegenwart und meinen Schutz, und Ich habe ihm bewiesen, dass sein Glaube auf Wahrheit beruhte.

    38.  Angesichts der Beweise, die Ich diesem Volk für die Wahrheit meiner Gegenwart gegeben habe, sind die Menschenscharen immer mehr herbeigeströmt, und die Anzahl der Orte, in denen Ich mein Wort kundtue, hat sich vervielfacht.

    39.  Ich muss euch auch sagen, dass sich die Zahl der Ungläubigen, der Zweifler und Leugner vermehrt hat. Denn solange die Menschheit von Mir nicht die Vorstellung hat, die der Wahrheit entspricht, wird es immer welche geben, die Mich leugnen. Wegen ihrer Verwirrtheit können sie Mich nicht verstehen, noch können sie Mich vernehmen, noch fühlen, und dann müssen sie Mich leugnen und das bekämpfen, was für sie nicht wahr sein kann, weil es außerhalb ihres Auffassungsvermögens ist.

    40.  Ich vergebe ihnen, weil es nicht ihre Absicht ist, Mir irgendwie zu schaden, noch wären sie dazu imstande. Sie sind wirklich der Meinung, dass diese Menschenscharen Opfer einer Verführung oder eines Betruges sind und würden ihnen dies gerne ersparen.

    41.  Doch es werden auch andere Leugner kommen, die ─ wenn sie die Bedeutung dieser Lehre vernehmen ─ vor seiner Wahrheit und seiner Gerechtigkeit erzittern, und da sie ihre Macht und ihren Namen in Gefahr sehen, werden sie mein Werk mit unedlen Waffen bekriegen und bekämpfen. Bei diesen Herzen wird es nicht die Unwissenheit noch die ehrliche Überzeugung sein, die sie veranlasst, dieses Volk zu bekämpfen ─ es wird die Missgunst, der Hass und die Furcht davor sein, dass es in der Menschheit licht wird. Doch niemand wird verhindern können, dass es hell wird, wenn für den Geist die Stunde des Tagesanbruchs kommt.

    42.  Wisst ihr, was der Ursprung jenes Lichts ist, das in dem von den Lippen der Stimmträger gesprochenen Wort enthalten ist? Sein Ursprung ist im Guten, in der göttlichen Liebe, im universellen Licht, das von Gott ausgeht. Es ist ein Strahl oder ein Funke jenes leuchtenden All-Seins, das euch das Leben gibt; es ist ein Teil der unendlichen Kraft, die alles bewegt und unter der alles schwingt, sich regt und unaufhörlich seine Kreise zieht. Es ist das, was ihr göttliche Ausstrahlung nennt, es ist das Licht des Göttlichen Geistes, das die Geistwesen erleuchtet und belebt.

    43.  Jene Ausstrahlung bekundet sich sowohl im Geist als auch in der Körpermaterie, sowohl in den Welten als auch im Menschen, den Pflanzen und allen Wesen der Schöpfung. Sie ist geistig für den Geist, ist materiell für die Materie, ist Intelligenz für das Verstandesvermögen, ist Liebe in den Herzen. Sie ist Wissen, ist Talent und ist Selbstbesinnung, ist Instinkt, ist Intuition und steht über den Sinnen aller Wesen gemäß ihrer Ordnung, ihrer Beschaffenheit, ihrer Art und ihrem Entwicklungsgrad. Aber der Ursprung ist ein einziger: Gott; und ihre Essenz eine einzige: die Liebe. Was kann also unmöglich daran sein, dass Ich den Verstand dieser Geschöpfe erleuchte, um euch eine Botschaft geistigen Lichts zu senden?

    44.  Die Pflanzen empfangen die Lebensausstrahlung, die ihnen mein Geist sendet, damit sie Früchte tragen. Die Sterne empfangen die Kraft, die mein Geist auf sie ausstrahlt, um auf ihren Umlaufbahnen kreisen zu können. Die Erde, die das gegenwärtige, lebendige Zeugnis ist, all euren Sinnen zugänglich, empfängt unaufhörlich die Ausstrahlung von Leben, die so viele Wunder aus ihrem Schoß hervorgehen lässt. Weshalb sollte es dann unmöglich sein, dass der Mensch, in dessen Wesen wie ein Juwel die Gegenwart eines Geistes strahlt, worin seine Ähnlichkeit mit Mir begründet ist, direkt von meinem Geist zu seinem Geist die göttliche Ausstrahlung empfängt, welche der geistige Same ist, der in ihm Frucht bringen soll?

    45.  Lernt Mich alle kennen, damit Mich niemand leugnet ─ erkennt Mich, damit eure Vorstellung von Gott auf Wahrheit beruht und ihr wisst, dass dort, wo sich das Gute zeigt, Ich bin.

    46.  Das Gute vermischt sich mit nichts. Das Gute ist Wahrheit, ist Liebe, ist Barmherzigkeit, ist Verständnis.

    47.  Das Gute ist klar erkennbar und unverwechselbar. Erkennt es, damit ihr euch nicht irrt. Jeder Mensch kann einen anderen Weg gehen; aber wenn sie alle an einemPunkt zusammentreffen, welcher das Gute ist, werden sie sich schließlich erkennen und vereinigen. Nicht so, wenn sie sich hartnäckig selbst betrügen, indem sie dem Guten den Anschein des Bösen geben und das Böse als Gutes maskieren, wie es bei den Menschen dieser Zeit geschieht.

    48.  Meditiert über diese Unterweisung nach, Ungläubige meiner Kundgebung und meines Wortes, und urteilt erst dann. Aber erinnert euch zuvor daran, dass Ich, als Ich unter den Menschen gewesen bin, euch gesagt habe, dass mein Reich nicht von dieser Welt ist, womit Ich ihnen begreiflich machte, dass meine Wohnstätte geistig ist. Als Ich zu ihnen über das Geistige Leben sprach, tat Ich es mittels Gleichnissen, da sie es nicht hätten verstehen können, wenn Ich ihnen das Himmelreich in all seiner Herrlichkeit und Wahrheit beschrieben hätte.

    49.  Fälschlicherweise haben die Menschen meine sinnbildlichen Gleichnisse und Unterweisungen wörtlich aufgefasst, weil sie in ihrer Vorstellung allem Göttlichen materielle oder menschliche Formen gegeben haben.

    50.  Wegen der materiellen Auslegung, die der menschliche Ver­stand meinen Offenbarungen gegeben hat, sind viele Vorstellungen über das Geistige Leben so weit von der Wahrheit entfernt.

    51.  Wie könnten die Menschen so dem, was Ich Himmelreich genannt habe, eine richtige Auslegung geben? Wie könnten sie meine Gerechtigkeit erkennen, solange sie glauben, dass es eine Hölle wie jene gibt, die ihre Vorstellungskraft geschaffen hat, und wann werden sie akzeptieren und begreifen, dass das Gesetz der Reinkarnation nicht nur eine Theorie ist, noch ein falscher Glaube einiger Menschen, sondern ein Gesetz ewiger Gerechtigkeit und liebevollen Ausgleichs, durch das der Geist sich läutert, vervollkommnet, formt und erhebt?

    52.  Hört Mich erneut, Menschheit: Jetzt ist die Dritte Zeit, in der Ich Mich eingestellt habe, um euch zu sagen, dass Ich nicht gekommen bin, um auch nur ein einziges der von Mir offenbarten Worte, als Ich auf der Erde gewesen bin, auszulöschen, sondern um aus euren Herzen alle falschen Auslegungen zu löschen, die ihr meinen Unterweisungen gegeben habt.

    53.  Wenn ihr euren Fanatismus ablegt, der euch blind macht und euch daran hindert, die Wahrheit zu erkennen, werdet ihr diese Lehre allmählich verstehen, und werdet vor euch voller Licht den Inhalt meiner Offenbarungen sowohl dieser Zeit, als auch der vergangenen Zeiten zutage kommen sehen. Dann werdet ihr das, was ihr bis heute Geheimnis genannt habt, vollkommene Gerechtigkeit nennen, und werdet dem Unwandelbaren seinen ewigen Wert, und dem Menschlichen, das vergänglich ist, seine richtige Bedeutung zu geben verstehen.

    54.  Auf diese Weise werdet ihr wissen, dass ein einziges Dasein auf der Erde ─ da es so kurz ist im Vergleich mit dem Geistigen Leben ─ nicht für die Ewigkeit eines Geistes entscheidend sein kann. Das heißt, dass es weder ausreichend sein wird, damit einer von euch innerhalb desselben die Vollkommenheit erreicht ─  die euch direkt in das Reich der höchsten Vergeistigung bringt, die ihr Himmel nennt, noch werden die Fehler eines Lebens auf der Erde entscheiden können, dass ein Geist in der Finsternis oder im Schmerz für ewig zugrunde geht.

    55.  Zwar hat ein Menschenleben, das einem Geist gewährt worden ist, einen so großen Wert, und stellt eine für den Fortschritt eines Geistes so günstige Gelegenheit dar, dass die Tatsache, sie nicht zu nutzen oder schlecht zu verwenden bedeutet, dass meine immer unerbittliche Gerechtigkeit sich auf dem Pfad dessen bekundet, der so heilige Gaben wie jene, die Ich jedem Geist anvertraue, wenn Ich ihn zur Erde sende, herabwürdigt. Aber dass von einem so kurzen Dasein, wie es das des Menschen auf der Welt ist, die ganze Ewigkeit seines Geistes abhängt, ist ein Irrtum ─ umso mehr, wenn ihr in Betracht zieht, dass die menschlichen Fehler den Wesen eigen sind, denen Entfaltung, Licht und Erhebung fehlen.

    56.  Meine Lehre voll Licht und Liebe stärkt den Geist, damit er seine Macht über das Fleisch ausüben und es derart empfindsam machen kann, dass diesem die Eingebungen des Gewissens immer leichter wahrnehmbar werden.

    57.  Vergeistigung ist das Ziel, das der Mensch anstreben soll, da er dadurch imstande sein wird, voll und ganz mit seinem Gewissen eins zu werden und schließlich das Gute vom Bösen zu unterscheiden. Denn aufgrund des Mangels an geistiger Erhebung der Menschen konnte jene tiefgründige und weise, unbeirrbare und gerechte innere Stimme nicht genügend vernommen und gedeutet werden, und daher hat der Mensch keine uneingeschränkte Erkenntnis erlangt, die ihm wirklich das Gute vom Bösen zu unterscheiden erlaubt. Doch nicht nur dies, Er soll in sich auch die notwendige Kraft finden, um jedem guten Impuls zu folgen und jeder lichtvollen Eingebung zu gehorchen, und zugleich jede Versuchung, jeden unlauteren oder schlechten Gedanken oder Gefühlsimpuls zurückweisen.

    58.  Die besten Waffen, um alle seine Feinde zu besiegen, wird der Mensch in seinem eigenen Geist finden, und das Gewissen wird es sein, das ihm die Vorgehensweise offenbart, wie er in jener Schlacht kämpfen und sich verteidigen soll, die er unausweichlich gegen das Böse führen soll ─ jene Macht, zu der sich der Mensch so hingezogen fühlt und die er in einem Geist personifiziert, dem er so viele Namen gegeben und eine Gestalt verliehen hat.

    59.  Ich sage euch, dass ihr das Böse, die Versuchung und die Finsternis bekämpfen müsst, jedoch nicht in jenem Wesen, das ihr in eurer Phantasie geschaffen habt, sondern innerlich, in euch selbst, dort wo die Schwächen, schlechten Neigungen und die Finsternis zu Hause sind. Denn die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht.

    Mein Friede sei mit euch!