Kategorie: Band III

  • Unterweisung 82

    1. Warum fühlen sich einige meiner Kinder unwürdig, Mich Vater zu nennen? Kommt zu Mir, Sünder, lasst eure Schmerzenslast hinter euch. Erhebt euer Angesicht und schaut auf Mich, meine Liebe macht euch würdig. Wenn nicht Ich euch vergebe — wer wird euch dann vergeben?

    2. Ihr hattet Hunger nach Frieden, denn euer Gewissen warf euch eure Fehler vor, bis ihr zur Kundgebung meines Wortes kamt und euer Weinen euch reingewaschen hat. Nur Ich weiß, zu wem und zu welchen Ich in dieser Weise spreche, und nur sie wissen, an wen diese Worte gerichtet sind.

    3. Schon seit langem habt ihr meinen Namen nicht mehr gesegnet; eure Qualen und Leiden ließen euch glauben, dass ihr euch in einer Hölle ohne Ende befändet. Der Grund dafür ist, dass eure Augen sich der Wahrheit verschlossen hatten — jenem Lichte, das euch überall meine Gegenwart zeigt. Euch genügte nicht die Herrlichkeit der Natur, die euch umgibt, noch die wunderbare Art und Weise, in der das tägliche Brot zu euren Lippen gelangte, um an meine Segnungen zu glauben. Ihr saht nur Finsternis in eurer Umgebung, und nur das Feuer eurer Leiden war es, was ihr fühltet. Doch als ihr nahe daran wart, zusammenzubrechen, kam der Göttliche Helfer, um euch aufzurichten, um euch euer Kreuz tragen zu helfen.

    4. Eure Augen öffnen sich immer mehr für ein Leben des Lichtes und des Glaubens. Von ganzem Herzen sagt ihr Mir: Herr, wie blind war ich, wie verstört war mein Herz! Heute sehe ich auf Schritt und Tritt und an jedem Orte deine Gegenwart und fühle deine Segnungen.

    5. Wahrlich, Ich sage euch, gerade die, die viel gelitten und Mich oft verletzt haben, werden Mich am brennendsten lieben, ihrem Herzen wird beständig eine Opfergabe für meine Göttlichkeit entströmen. Es werden keine materiellen Gaben sein, noch Psalmen oder irdische Altäre. Sie wissen, dass die wohlgefälligste Opfergabe und Verehrung für Mich die Werke der Liebe sind, die sie an ihren Brüdern tun.

    6. Geliebte Kinder, die ihr zu Mir gekommen seid wie der Verlorene Sohn, vergesst nicht die Liebe, mit der Ich euch empfing, und die Demut, mit der ihr hierherkamt — es wäre traurig, wenn ihr eitel würdet gegenüber euren Brüdern, sobald ihr euch im Leben wieder voller Frieden fühlt, oder egoistisch gegenüber denen, die euch aufsuchen werden, um von euch etwas vom dem zu erbitten, was ihr heute besitzt, denn dann wärt ihr in meinen Augen undankbare Kinder. Wachet und betet immerdar, damit ihr nicht in Versuchung fallt.

    7. Begreift, geliebte Jünger, dass dies Dasein, dessen ihr euch heute erfreut, eine gute Gelegenheit ist, euren Geist aufwärtszuentwickeln. Für manche wird dies die letzte Inkarnation sein, andere werden aufs neue zur Erde zurückkehren müssen. — Dies ist die rechte Zeit dafür, in dieser Weise zu euch zu sprechen; niemand soll daran Anstoß nehmen oder sich darüber wundern.

    8. Jesus offenbarte euch damals viele unbekannte Lehren und vollbrachte viele Werke, die anfangs Verwirrung verursachten, die später jedoch als wahre göttliche Offenbarungen erkannt wurden. Beachtet dies eben Gesagte, damit ihr in dieser Zeit keine waghalsigen Urteile fällt, ohne zuvor meine Unterweisungen gründlich studiert zu haben.

    9. Wenn die Menschheit die Prophetien der Ersten und der Zweiten Zeit zu ergründen verstanden hätte, wäre sie angesichts der Verwirklichung derselben nicht verwirrt. Das gleiche geschah in der Zweiten Zeit, als der Messias unter den Menschen geboren wurde, ebenso wie es jetzt geschieht, wo Ich im Geiste gekommen bin.

    10. Der Sinngehalt meiner Unterweisung ist in beiden Zeiten derselbe. Sie bereitet euch zu, damit ihr aus diesem Leben ein liebevolles, wenngleich vergängliches Heim macht, wo die Menschen sich als Geschwister betrachten und behandeln und sie einander die Wärme wahrer Brüderlichkeit entgegenbringen. — Bereitet auch den Geist darauf vor, nach diesem Leben jene Welten oder Heimstätten zu betreten, die der Herr für seine Kinder bereithält. mein Wunsch ist, dass ihr, wenn ihr zu ihnen gelangt, euch nicht fremd fühlt, sondern eure Vergeistigung und eure innere Erkenntnis euch alles schauen lassen, was ihr antrefft, so als ob ihr bereits früher dort gewesen wäret. Daran wird viel Wahres sein, wenn ihr schon hier mit dem Geistigen in Verbindung steht mittels des Gebetes.

    11. Öffnet eure geistigen Augen, bis ihr den Glanz des Lichtes schaut, den meine Wahrheit ausstrahlt, damit ihr euch nicht in Finsternis gehüllt fühlt, wenn ihr in die andere Heimat hinübergeht.

    12. Unter so vielen Wohnungen, wie sie das Haus des Vaters besitzt, gibt es nicht eine einzige Welt der Finsternis, in allen ist sein Licht; doch wenn die Geistwesen sie mit einer Binde vor den Augen betreten aufgrund ihrer Unwissenheit — wie können sie dann jene Herrlichkeit schauen?

    13. Wenn ihr hier auf der Welt einen Blinden fragt, was er sieht, wird er euch antworten: nur Finsternis. Nicht weil das Licht der Sonne nicht vorhanden wäre, sondern weil er es nicht sehen kann.

    14. Erkennt, dass die Liebe, mit der Ich euch meine Unterweisung gebe, sehr groß ist, auch wenn die Zahl derer, die Zusammenkommen, um Mich zu vernehmen, klein ist.

    15. Unter euch befinden sich jene, die Zeugnis dafür ablegen werden, dass dies die Dritte Zeit ist, in welcher der Heilige Geist zu allen Menschen durch das Gewissen spricht.

    16. Unter diesen Menschenscharen sind die Geister, die zu anderen Zeiten den Stämmen Israels angehörten, genannt „das Volk Gottes“, weil ihnen das Gesetz und die Offenbarungen anvertraut wurden, damit sie diese auf der Welt verbreiten sollten. Einige von diesen Wesen kommen zum letzten Mal zur Erde, um eine Mission abzuschließen und eine geistige Wiedergutmachung zu beenden. Sie werden bei ihrem Aufstieg die Stufen bilden, auf denen ihre Brüder aufwärtssteigen können, die (vorerst) noch im Erdental bleiben.

    17. Das Licht und die Liebe, die mein Wort besitzt, hat das Wunder vollbracht, reine und schöne Blumen aus dem Morast hervorsprießen zu lassen; sorgt dafür, dass euer Geist sich voll Reinheit und Licht von eurem Körper löst, wenn dieser zu Erdenstaub wird.

    18. O Geister, die ihr gerade meine Lehre empfangt, seid demütig und gehorsam, wenn ihr einst in meine Gegenwart kommt, und lasst zu, dass nur mein Wille an euch geschieht! Viele Male seid ihr auf der Erde inkarniert, weil ihr es inständig vom Vater erbeten habt. Jetzt sage Ich euch, dass ihr Mich nicht mehr darum bitten sollt. Lasst zu, dass sich mein Wille an euch vollzieht.

    19. Wann immer ihr zur Welt gekommen seid, weil Ich es so anordnete, habe Ich von euch bei eurer Rückkehr unerbittlich Rechenschaft verlangt über eure Werke. Was wird geschehen, wenn ihr zurückkehrt, nachdem ihr (zur Erde) gekommen seid, weil ihr es vom Herrn erbeten habt? Wie wird euer Gerichtsverfahren enden, und wie werdet ihr euch verantworten?

    20. Ihr seid verwundert, wenn ihr meiner Unterweisung lauscht, und sprecht in euren Herzen: Wie vollkommen sind die Lehren des Meisters. Darauf sage Ich euch, dass diese noch gering sind, da sie alle nur zum Ziele haben, unvollkommene Wesen zu berichtigen und zu formen. Wenn ihr erst die geistige Vollkommenheit erreicht habt, dann werdet ihr das Wort Gottes in seiner Fülle vernehmen.

    21. Jetzt hat euer Geist mittels des menschlichen Verstandesorgans die Zeit meiner neuen Offenbarung erlebt, und durch diese fühlt ihr meine göttliche Gegenwart. Meine Kundgebung ist ein weiteres Mal die des Meisters gewesen, Ich bin es, der euch die Unterweisung gibt, doch Ich habe auch Diener, die euch die Unterweisung, die ihr empfangen habt, hernach erläutern. Es sind keine menschlichen Wesen, denn wahrlich, Ich sage euch, auf Erden gibt es niemanden, der meine neuen Offenbarungen richtig auslegen kann. Es ist die geistige Lichtwelt, die euch zur Hilfe kommt, damit ihr nicht Irrtümern anheimfallt, noch neue Geheimnisse aus Lehren bildet, die so klar sind wie das Licht des Tages.

    22. Alles ist für die Verwirklichung dieses geistigen Werkes vorbereitet worden. Nicht nur euer Geist ist zubereitet worden, um diesen Weg zu betreten, auch euer Fleisch, die Erde, auf der ihr geht, die Umgebung um euch her — alles wurde vorbereitet, damit mein Licht im Tiefsten eures Wesens erstrahlen würde.

    23. Der Geist reinigte sich im Jenseits von den Befleckungen, die er in früheren Inkarnationen bekommen hatte, der Körper wusch sich in Schmerzen und Tränen, die Erde forderte von den Menschen ihre ursprüngliche Reinheit zurück, und die Umwelt wurde mit Bitten und Gebeten gesättigt. Auf der Stufenleiter zur Vollkommenheit stieg der Herr zu seinem Volke herab und gelangte bis zu der Stufe, auf der ihr euch befandet, und von dort aus ließ Er euch seine Stimme vernehmen durch seine Boten und Stimmträger.

    24. Wie viele Lehren, wie viele Unterweisungen habe Ich euch seit dem Augenblick gegeben, an dem Ich euch meine erste Kundgebung gab. Durch diese sollt ihr nach meinem Willen zu der Einsicht gelangen, dass Ich die Menschen nicht entzweie, sondern vereine. Euch, die ihr euch zu einer Religionsgemeinschaft bekennt, sage Ich : Lest mein Buch der göttlichen Liebe und Weisheit, damit ihr lernt, im Geiste mit allen euren Mitmenschen verbunden zu sein ungeachtet der Glaubensbekenntnisse, Religionen oder Ideologien.

    25. Dies wird euch anfangs schwerfallen, doch wenn ihr einmal diese Lehre begriffen habt, werdet ihr euch in Wahrheit mit allen Menschenwesen identifizieren, weil ihr im Innersten eines jeden eurer Nächsten einen Geist schwingen fühlen werdet, welcher, da er ein Kind Gottes ist, euer Bruder sein muss.

    26. Lerne, geliebtes Volk, damit du der Jünger der Dritten Zeit wirst, der sich durch seine Vergeistigung auszeichnet.

    27. Denkt nach, und ihr werdet begreifen, dass ihr in der rechten Zeit lebt, um meine Lehre zu studieren. Kommt Jünger, kommt zu Mir, denn Ich werde die Last eures Kreuzes erleichtern. Ich werde euch helfen, den Platz zu erringen, der im Verheißenen Lande für jeden von euch vorgesehen ist.

    28. Fühlt meine Liebe in eurem Wesen, damit ihr begreift, dass Ich existiere, und fühlt das göttliche Verlangen, euch zu retten. Mein Licht ist über die ganze Menschheit ausgegossen, denn keine Kreatur könnte meinem Blick entkommen.

    29. Was würde aus den Menschen, wenn Ich ihnen in den gegenwärtigen Zeiten der Prüfung und des Schmerzes mein geistiges Licht verweigern würde? — Die Finsternis würde ihre Vernunft trüben, ihr Denken würde in Verwirrung geraten, und — einmal ohne Hoffnung — würde die Menschheit dem Tod entgegeneilen und im Abgrund verderben. Doch wenn die Menschen trotz des Chaos, in dem sie sich abquälen, heimlich eine Hoffnung auf Rettung nähren, so deshalb, weil mein Göttliches Licht ihnen mittels ihres Gewissens Zuversicht einflößt und sie lehrt, alles von der unendlichen Macht des allmächtigen Gottes zu erwarten.

    30. Wahrlich, Ich sage euch, mein Wort wird das Gepräge eurer gegenwärtigen Welt und eures ganzen Lebens umwandeln.

    Für die Menschen der heutigen Zeit sind die Welt und ihre Vergnügungen der Sinn ihres Lebens. Doch bald werden sie den Geist höher bewerten als den Körper, und den Körper höher als die Kleidung, und statt den weltlichen Herrlichkeiten nachzulaufen, werden sie die Unsterblichkeit des Geistes suchen.

    31. Anfangs wird es Fanatismus um des Geistigen willen geben, das Streben danach wird ins Extreme gesteigert werden; doch hernach werden sich die Herzen beruhigen und die Vergeistigung wird voll Wahrhaftigkeit und Lauterkeit erblühen.

    32. Wenn ihr die Welt betrachtet, wie sie von Kriegen geschüttelt wird, vor Hunger verschmachtet oder von der Gewalt der Naturkräfte gerüttelt wird, so gibt es immer welche, die sagen, dass es meine Gerechtigkeit ist, die die Menschheit zerstört; doch wahrlich, Ich sage euch, dass Ich nicht gekommen bin, euch zu vernichten, sondern zu retten.

    Die, welche glauben, dass ihr Leben nur in ihrem materiellen Körper wurzelt und die nicht an das Überleben des Geistes glauben, sehen ihren Schritt ins Jenseits als das Ende ihres Daseins und halten Mich daher für unerbittlich und grausam.

    33. Wenn ihr doch begreifen würdet, dass es oftmals nötig ist, der Welt abzusterben, um im Geistigen weiterleben zu können, und dass manchmal nur ein herber Schmerz oder ein grausamer Tod fähig ist, einen im Materialismus erschlafften Geist zu erwecken und zu erschüttern.

    34. Was wisst ihr vom Leben und vom Tod? Was wisst ihr vom Geist? Sehr wenig, und eben darum unterrichte Ich euch, damit ihr im Einklang mit der Herrlichkeit des euch umgebenden Lebens zu leben versteht.

    35. In dieser Zeit gibt es Hunger in der Welt, Hunger des Körpers und des Geistes. Euch quält mehr der des Körpers, und dieser lässt euch zu Mir sagen: „Herr, in vergangenen Zeiten hast Du auf dein Volk das Manna der Wüste herabgesandt, um es nicht umkommen zu lassen. Hernach hast Du ihm ein an Segnungen reiches Land anvertraut, vom Wasser des Jakobsbrunnens tranken seine Kinder und seine Enkelkinder und viele weitere Generationen, und als du zur Welt kamst, um mit deinem Worte zu lehren und Du die Menschenmenge in die Wüste mitnahmst, hattest Du Mitleid mit ihrer Müdigkeit und ihrem Hunger und tatest Du Wunder, damit sie Brot und Fische zu essen hätten. Warum bewegt Dich heute nicht unser Hunger und unser Elend, wo Du uns so sehr leiden siehst, um das tägliche Brot zu erlangen?“

    36. Wenn Ich euch sagen würde, dass die Antwort auf all diese Fragen in eurem Gewissen vorhanden ist, so würdet ihr es nicht glauben. Ich muss daher zu euch sprechen und euch sagen, dass Ich euch nichts von dem, was Ich euch in der Welt für euren Unterhalt und eure Erhaltung gegeben habe, entzogen habe. Alles ist da, doch wenn es nicht zu allen gelangt, dann darum, weil ihr jene Saat statt mit dem Regen der Brüderlichkeit mit Egoismus und Verderbtheit bewässert habt.

    37. Darum ist es notwendig, dass ein Licht der Gerechtigkeit auf die Geister herabfällt, und dies ist meine Inspiration, die sich in dieser Zeit auf jedes Menschenwesen ergießt.

    38. Wenn die Menschen einmal der bitteren Früchte überdrüssig werden, die sie erzeugt haben, und ihre Augen Mir zuwenden, werden sie entdecken, dass das Geistige Leben und die materielle Natur den Kindern des Herrn niemals ihre Früchte versagt haben. Sie sind im Innern einer jeden Kreatur vorhanden, und der Mensch ist es, der seine Augen der Vernunft und sein Ahnungsvermögen für das ewige Leben verschloss. Dann werden die, die zuvor lästerten, bekennen, dass in der Wüste dieses Lebens niemals das Manna fehlte, dass der Jakobsbrunnen noch immer kristallklares Wasser spendet, und dass der Herr Tag für Tag ein Wunder tut, damit die Menschheit nicht vor Hunger oder Durst vergeht.

    39. Wenn der Geist der Menschen seine Augen dem Lichte öffnet, wird er ein neues Leben innerhalb eben jenes Lebens schauen, das er bisher ganz genau zu kennen glaubte und das er in Wirklichkeit niemals richtig zu würdigen wusste.

    40. Ich komme zu euch als der Göttliche Arzt, der sich den an Körper und Geist Kranken zuwendet, um ihnen die verlorene Gesundheit zurückzugeben. Ich erwecke jene zu neuem Leben, die für die Wahrheit und für das wahre Leben gestorben sind. Meine Barmherzigkeit ist bereit, die Tränen derer zu trocknen, die viel geweint haben. Sie alle werde Ich mit einem einzigen Heilbalsam salben, welcher der der Liebe ist.

    41. Willkommen seien die Armen, die Weinenden und die auf Erden Hunger und Durst nach Gerechtigkeit leiden und die alles mit Geduld ertragen, denn sie suche Ich auf, um ihre Ergebung und ihren Glauben zu belohnen.

    42. Diese Zeitepoche ist eine Gelegenheit, um die Aufwärtsentwicklung des Geistes zu erreichen. Alles, selbst das Leid wirkt dahingehend, dass die Menschheit sich vom Materialismus abwendet, der sie versklavt hat.

    43. Die Menschen werden den Heiligen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sie Mir begegnen werden; aber noch vor ihnen werde Ich bereits einen neuen Kalvarienweg im Herzen der Menschen zurückgelegt haben, und werde Ich ein weiteres Mal am Kreuz meiner Mission angenagelt werden.

    44. Auf Sünden, Hass und Lastern werde Ich keine neue Welt errichten, Ich werde auf festen Fundamenten der Erneuerung, Erfahrung und Reue aufbauen, Ich werde alles in euch umwandeln. Selbst aus der Finsternis wird das Licht hervorbrechen, und aus dem Tode werde Ich das Leben schaffen.

    45. Auch wenn die Menschen die Erde befleckt und entweiht haben — morgen werden sie mit ihren guten Werken diese Heimstatt würdig machen, welche als Land der Verheißung erkannt werden wird, zu dem sie kommen werden, um edle Aufgaben zu vollbringen. Wer könnte dann noch an der Umwandlung der Welt zweifeln?

    46. Ich sage euch: Wenn diese Menschheit aufgrund ihrer Gottlosigkeit, ihrer Abkehr von der Gerechtigkeit und dem Guten noch mehr gegen Mich sein sollte, werde Ich auf ihrem Wege voll Herrlichkeit erscheinen, wie Ich es vor Saulus tat, und werde sie meine Stimme vernehmen lassen. Dann werdet ihr erleben, wie viele von denen, die — ohne sich dessen bewusst zu sein — Mich verfolgt haben, sich verwandelt und erleuchtet aufmachen werden, um Mir auf den Wegen des Guten, der Liebe und der Gerechtigkeit nachzufolgen. Ihnen werde Ich sagen: Bleibt stehen, Wanderer, und trinkt von diesem Quell kristallklaren Wassers. Erholt euch von der schweren Lebensreise, die Ich euch auferlegt habe. Vertraut Mir eure Sorgen an und lasst zu, dass mein Blick tief in euren Geist dringt, denn Ich will euch mit Gnade erfüllen und euch trösten.

    47. Wer von euch könnte seinem Meister sagen, dass er kein Leid trägt, dass er Frieden im Herzen hat, dass er in diesem Leben voll Kampf und Heimsuchungen gesiegt hat? Ich sehe euch in einem Meer von Prüfungen umherkreuzen, und darum will Ich euch Mut machen. Lernet im Buch des Lebens zu lesen, das Ich euch immerdar vor Augen führe, denn morgen sollt ihr Meister sein. Jeder einzelne von euch soll Mich zum Vorbild nehmen und das Gesetz erfüllen, um an Geist und Körper gesund zu sein. Ihr werdet vielen Lehren auf eurem Wege begegnen, die euch nicht zu Mir hinführen werden; Ich weise euch den geraden Weg, den kürzesten, den der Vergeistigung.

    48. In der Zweiten Zeit gab Ich euch nur drei Jahre lang mein Wort, und in ihnen bereitete Ich meine Jünger zu. In dieser dritten Zeitepoche habe ich viele Jahre länger zu euch gesprochen, doch meine Jünger haben keine Fortschritte gemacht, noch haben meine Apostel die Welt hinter sich gelassen, um Mir nachzufolgen.

    49. Wer Mir nachfolgen will, lege an seine Füße schlichte Sandalen an und nehme keine zweite Reisetasche mit, denn auf meinem Wege wird er keinen Mangel haben.

    50. Entfaltet euer geistiges Sehvermögen, damit ihr in der Dritten Zeit das sehen könnt, was in den geistigen Regionen geschieht. Dann könnt ihr der Welt verkünden, dass Ich herabgekommen bin, um jeden Geist zu erleuchten. Bereitet euch innerlich, damit ihr Mich fühlt und das aufzunehmen versteht, was Ich euch gebe. Ich werde der Menschheit ein Buch hinterlassen, und jede seiner Seiten wird ein Beweis von Liebe sein. Ihr sollt dies Buch mit den früheren Schriften von Moses und meinen Aposteln vereinen, und die Werke meiner Jünger aller Zeiten sollen gleichfalls in diesem Buche niedergeschrieben sein, welches meine Weisheit enthalten soll.

    51. Wenn ihr Mir noch keine große Ernte darbringen könnt, so betet und bittet Mich um Kraft. Wachet, damit eure Lampe mit größerer Helligkeit erstrahlt und sie euren Pfad erhellt. Ich habe euch weinen sehen, wenn ihr erlebt, dass die Hindernisse euch nicht zu wirken gestatten. Ihr habt Mir gesagt: „Meister, mache unseren Weg frei von Dornen, damit wir weiter vorankommen.“ — Macht eure Körperhülle, die Ich euch gegeben habe, liebevoll gefügig, und zeigt euch nicht schwach oder ablehnend. Sagt Mir nicht, dass ihr schwach seid, denn Ich habe euch stark gemacht. Sagt nicht, dass die Erfüllung eures Auftrags ein Opfer sei. Arbeitet mit Liebe, und eure Werke werden niedergeschrieben bleiben. Erklimmt den Berg der Vervollkommnung, bis ihr meine Gegenwart findet. Stützt euch auf den Stab, den euch Elias anbietet, blickt auf sein Vorbild. Er, der durch einen bejahrten Mann versinnbildlicht wird, der sich auf einen Stab stützt, ruht nicht einen Augenblick, ist immer auf der Suche nach seinen verirrten Schafen, um sie zu retten und in meine Gegenwart zu führen. Sein Geist verzagt nicht angesichts des Ungehorsams und der Widerspenstigkeit, sein Eifer und seine Beharrlichkeit lassen nicht nach. So sollt auch ihr sein. Macht euch auf den Weg und fürchtet nicht die Welt noch die Versuchung. Seid stark durch den Geist, den Ich euch gegeben habe.

    52. Viele Landstriche sind schon vorbereitet und erwarten die Arbeiter, doch diese haben ihre Aufgabe noch nicht zu erfüllen gelernt. Wenn ihr erst die ganze Bedeutung eures Auftrags fühlt, werdet ihr willig den Weg auf euch nehmen und eurer Bestimmung nachkommen. Setzt der tätigen Nächstenliebe in jener Zeit keine Grenzen, doch geht auch nicht bis zur Selbstaufopferung; ihr könntet ermatten und das Kreuz im Stich lassen.

    53. Wenn ihr die Kranken geheilt und ihre dunklen Gedanken beseitigt habt, wird ihr schlummernder Geist erwachen und zu einem neuen Leben auferstehen. Ich werde euch immer beschützen, wenn ihr innerhalb meiner Gesetze lebt, denn die Wissenschaftler werden an euch herantreten und euch zur Rechenschaft ziehen, weil ihr Kranke geheilt habt, ohne in den Schulen der Welt Doktorgrade erworben zu haben, und die Männer, die die Geschicke eurer Nation lenken, werden euch gleichfalls fragen, wie euer Gesetz beschaffen ist, und ihr sollt dann von meiner Kundgebung in dieser Zeit und meinen Offenbarungen sprechen.

    54. Um meine Lehre zu bezeugen, verherrlicht meinen Namen durch eure Werke, dann wird eure Opfergabe zu mir gelangen.

    55. Die Kranken, Aussätzigen, Betrübten sollen zu Mir kommen — diejenigen, die keinen Frieden in ihren Herzen haben, und auch die, die gesündigt oder gelästert haben; sie alle werde Ich an Körper und Geist heilen.

    56. Wahrlich, Ich sage euch, jener Kranke, der eines meiner Lebensworte zu bewahren, zu ergründen und in die Tat umzusetzen verstünde, würde gesund werden, weil er in seinem Herzen einen Tropfen meines göttlichen Balsams aufbewahren würde.

    57. Ich habe euch Beweise meiner Macht und meiner Liebe gegeben, damit ihr den Weg voll Vertrauen beschreitet. Empfangt diese Botschaft der Hoffnung, damit ihr in dieser Zeit stark seid, in welcher die Sünde wie eine ansteckende Krankheit um sich gegriffen hat.

    58. Ein Aussatz von nicht körperlicher Art hat sich auf der Erde ausgebreitet, zerfrißt Herzen und zerstört den Glauben und die Tugend. Mit geistigen Lumpen bedeckt leben die Menschen dahin, sie meinen, dass niemand diese Erbärmlichkeit aufdecken kann, weil die Menschen nicht über das hinaussehen, was Materie ist. Doch die Stunde des Gewissens rückt näher, es ist dasselbe, als ob ihr sagtet, der Tag des Herrn, oder sein Gericht, steht vor der Tür. Dann wird in den einen Scham aufsteigen, und Reue bei den andern.

    59. Diejenigen, die diese innere Stimme vernehmen, brennend heiß und unerbittlich, werden in ihrem Innern das Feuer spüren, das verzehrt, das vernichtet und läutert. Diesem Gerichtsfeuer kann weder die Sünde noch irgendetwas widerstehen, das nicht lauter ist. Nur der Geist kann ihm standhalten, weil er mit göttlicher Kraft begabt ist. Wenn er daher durch das Feuer ihres Gewissens hindurchgegangen ist, wird er, von seinen Fehlern gereinigt, neu erstehen.

    60. Oft habe Ich in vergangenen Zeiten von diesem Feuer, diesem Gericht, dieser Sühne zu euch gesprochen; doch die Sinnbilder, mit denen diese Lehren dargestellt wurden, habt ihr in materiellem Sinne aufgefasst, und eure Phantasie entwertete die Wirklichkeit dieser Offenbarungen.

    61. Wie viele verfälschende Auslegungen gaben die Menschen diesen göttlichen Unterweisungen. Sie lassen Mich als einen Richter von entsetzlicher Grausamkeit erscheinen. Wie viele Widersinnigkeiten hat der menschliche Verstand geschaffen und sie hernach (den Menschen) als höchste Wahrheit auferlegt.

    62. Heute komme Ich im Geiste, um euch dazu zu bringen, meine göttlichen Unterweisungen zu verstehen und zu leben.

    63. Das Gebet der Vögel ist ihr Gesang, das Gebet der Menschen sind ihre lauteren Gedanken, die zu Mir aufsteigen. Alles Geschaffene hat eine Gabe für seinen Schöpfer. Auch der Vater hat für jedes seiner Geschöpfe ein Geschenk. Dennoch gibt es im menschlichen Geschlechte Not, Elend und Schmerz. Es ist das Ergebnis des Gebrauchs der Willensfreiheit, ohne auf die Stimme des Gewissens zu hören, es ist das Fehlen von Harmonie zwischen dem Göttlichen und dem Materiellen im Leben der Menschen; aber all dieser Schmerz, der heute auf der Welt lastet, wird dazu dienen, sie aus ihrem tiefen Schlafe wachzurütteln. Wenn die Menschheit eines Tages die Wahrheit erkennt und ihr Leben danach ausrichtet, wird sie die Harmonie des Geistigen mit der materiellen Natur, die sie umgibt, entdecken.

    64. Mein neues Wort wird zur Menschheit als eine Botschaft des Lichtes gelangen, welche die Finsternis der Unwissenheit beseitigen wird.

    65. Ich bereite in dieser Zeit die neuen Geistesfischer vor, welche die Schiffbrüchigen aus den aufgewühlten Wogen retten sollen. Unter diesen Fischern werden die sein, die mein Wort in dieser Zeit vernehmen, auch werden es solche sein, die, ohne Mich gehört zu haben, die Gaben der inneren Wahrnehmung und der Inspiration in sich erweckt haben, um meine Offenbarungen zu empfangen. Sie werden an verschiedenen Punkten der Erde auftreten und sich zu verbinden und zu vereinigen wissen, um stark im Kampfe zu sein.

    66. Viele Mittel und Wege werden meine neuen Jünger für die Verbreitung dieser gesegneten Saat haben; aber vergesst niemals die Demut und die Schlichtheit, denn so bin Ich zu euch gekommen, und auf dieselbe Weise sollt ihr euch den Herzen, Heimen und Völkern nahen. Wenn ihr so kommt, werdet ihr als Boten einer geistigen Botschaft anerkannt werden, und euer Kampf wird Früchte wahrer Vergeistigung, Erneuerung und Brüderlichkeit tragen.

    67. Als Jesus in der Zweiten Zeit seine göttliche Mission am Kreuze vollendet hatte, richtete Er seine Augen in die Unendlichkeit und sprach: „Alles ist vollbracht.“

    68. Wenn Ich euch in dieser Dritten Zeit mein letztes Wort durch das menschliche Verstandesorgan übergebe, werde Ich die gleichen Worte wiederholen, ebenso wie Ich sie zum letzten Male aussprechen werde, wenn ihr alle einst im Geiste im Lande der Verheißung seid, wo ihr Mich von meinem Kreuze der Erlösung herabsteigen seht, um euch aufs neue zu sagen: „Alles ist vollbracht.“

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 81

    1. Ihr kommt an diesem Tag herbei, um des neuen Bundes zu gedenken, den ihr mit eurem Vater geschlossen habt. In dieser Gerichtszeit ist mein Geist unter euch gegenwärtig, um die ersten Rechenschaftsberichte über eure Arbeit, über eure Werke zu verlangen, und euch zu fragen, was ihr seit dem Augenblicke getan habt, an dem ihr Mir versprochen habt, mein Gesetz zu erfüllen: einander zu lieben.

    2. Unter dieser Schar hier befinden sich die „Ersten“, denen Ich die Verantwortung für die „Felder“ und die „Arbeiter“ anvertraute, denen Ich das kristallklare Wasser der Brüderlichkeit übergab, damit sie mit ihm die „Bäume“ bewässern sollten.

    3. Wirft euch euer Gewissen nichts vor? Hat sich euer Mund nur geöffnet, um zu beraten, zu lehren und zu leiten? Oder hat er drauflos geredet, vergleichbar einem zweischneidigen Schwert, das zur Rechten und zur Linken verletzt? Seid ihr auf dem geistigen Pfade gegangen und habt Spuren der Einigkeit, des Friedens und des guten Willens hinterlassen, oder habt ihr ihm schlechte Beispiele aufgeprägt?

    4. Wenn mein Wort gelegentlich streng wird, dann nur, weil Ich nicht will, dass es im Schoße meines Volkes Lüge, Laster oder Betrug gibt. Wenn der, der eine Gemeinde leitet, schlechte Beispiele gibt, werden die, die ihm folgen, auf Hindernisse stoßen. In dieser Gerichtszeit werde Ich euch zu jedem Zeitpunkt die Frucht eurer Saat vor Augen führen. Fordert nicht meine Gerechtigkeit heraus, erinnert euch zuvor daran, dass Ich vor allem ein unversiegbarer Quell der Güte bin.

    5. Ich kann euch nicht als kleine Kinder betrachten, denen man alle Unvollkommenheiten nachsieht; denn euer Geist, als er in dieser Zeit mit meiner Göttlichkeit einen Bund geschlossen hat, hatte zuvor schon einen großen Teil des Weges zurückgelegt. Wer in der Ersten Zeit ein Schüler meines Gesetzes war, in der Zweiten ein Jünger des Lehrwortes Jesu, muss im jetzigen Entwicklungsabschnitt dem Meister ähnlich werden.

    6. Ich vertraue eurer Pflege die gute, angenehme und süße Frucht an, welche Leben gibt, damit sie euch den Gegensatz zu dem bitteren Geschmack und den Verheerungen spüren lässt, welche die Frucht vom Baume des Bösen unter den Menschen verursacht hat.

    7. Ich sehe die Erde und die Gewässer mit Menschenblut befleckt, sehe die Menschen einander missachten, als ob sie Wesen verschiedener Gattung wären, und einander töten ohne Mitgefühl oder Mitleid. Dieser Baum des ehrgeizigen Machtstrebens und des Hasses ist von den Menschen großgezogen worden, und seine Früchte haben die Völker der Erde vergiftet. Lasst nicht zu, dass dieser Same in eure Mitte eindringt.

    8. Heute könnte sich die Stimme Jesu nicht erheben und sagen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, denn euer Geist trägt das Wissen um meine Liebeslehre in sich.

    9. Elias öffnete das Tor zu einem neuen Zeitalter, er bereitete die Wege des Herrn. Er hat euch vorbereitet, damit ihr die Erstlingsfrüchte meiner Offenbarung und meiner Unterweisung empfinget. Ergründet meine Lehren und bezeugt sie durch eure Werke.

    10. In dieser Zeit ist das Sechste Siegel gelöst, sein Licht verbreitet sich über den Erdkreis, damit die Männer und Frauen, die meine Stimme hören, rechtzeitig erwachen und sich zum Kampfe erheben.

    11. Der Weg ist ein einziger, ihr kennt ihn bereits. Ihr sollt ihm folgen, damit ihr niemals von ihm abirrt. Es ist eben jener Weg, den Ich euch vorzeichnete, seit ihr aus Mir hervorgegangen seid. In der gegenwärtigen Zeit habe Ich euch gewährt, in Versammlungsstätten zusammenzukommen, um meine Liebeslehren zu vernehmen, und damit ihr in ihnen die Menge der Bedürftigen empfangt, die Tag für Tag an eure Tür klopfen werden, welche die meine ist.

    12. Wie sollt ihr euch an jedem neuen Tage innerlich einstellen, um die Bedürftigen zu empfangen? — Mit absoluter Demut, nicht mit Krone und Zepter der Eitelkeit.

    13. Wenn dies Volk sich einmal geistig vereinigt hat, werde Ich auf dem ganzen Erdkreis davon Kunde geben.

    14. Ich vertraue euch einen Teil meines Werkes an, welches weißer als die Schneeflocke und reiner als das Wasser eurer Quellen ist. Ich will, dass ihr es so erhaltet bis zum Ende des Entwicklungsweges.

    15. Als ob eine Glocke im Innern eures Herzens geläutet hätte, so habt ihr euch heute erinnert, dass ein Tag der Gnade ist — ein Tag, an dem der Meister herabkommt, um mit seinen Jüngern zu sprechen. Mein Geist erscheint unter euch und öffnet sich wie ein Buch voller Weisheit. Euer Gewissen zeigt sich vor Mir wie eine blanke Seite, und darauf schreibe Ich meine Unterweisung.

    16. Das Licht meines Geistes, das auf alle Materie und jeden Geist ausgegossen ist in Erfüllung einer Verheißung der ersten Zeiten, senkt sich auf das Verstandesvermögen dieser Erwählten, genannt Stimmträger, um euch die Göttliche Unterweisung vernehmbar zu machen.

    17. Die einen nehmen meine Kundgebung voller Glauben auf, andere fühlen, während sie Mir zuhören, dass der Zweifel sich ihres Herzens bemächtigt hat. Doch Ich tadle sie nicht, denn der Zweifel wird sie dazu veranlassen, sich in das Studium meiner Lehre zu vertiefen, und dadurch werden sie schließlich auch zum Glauben finden.

    18. Ein neues Leben erwartet die Menschen. Nicht etwa, dass die Natur sich verwandelt. Der Grund ist, dass die Menschheit, während sie sich mittels dieser Unterweisung vergeistigt, alles mit den Augen der Liebe, des Glaubens und der Barmherzigkeit betrachten wird, das heißt, dass der Mensch das Leben mittels des Geistes sehen wird. Wenn ihr heute das, was euch umgibt, erblickt, fühlt und urteilt ihr mit einem auf das Materielle ausgerichteten Verstand und einem selbstsüchtigen Herzen. Dieses Leben muss euch als ein Tränental erscheinen, als eine Welt der Sünden und zuweilen sogar als ein Ort der Strafe. Eure Augen entdecken keine Schönheiten, der Geist findet keinen Platz für sich, noch Nahrung oder Anregung. Doch wenn ihr den Geist sich aufschwingen lasst und er das, was euch umgibt und euch einhüllt, aus der Höhe betrachtet, werdet ihr euch vor eurem Vater beugen müssen und bekennen, dass ihr taub, blind und unempfindsam für seine göttliche Gegenwart gewesen seid, die sich in allem geistig oder materiell Existierenden offenbart.

    19. Dann wird die Verbitterung von euch abfallen, und ihr werdet die Güte erkennen, die allem Geschaffenen entströmt, denn alles ist Frucht des Göttlichen Baumes.

    20. Das Leid, das heute die Menschheit erduldet, kommt vom schlechten Gebrauch ihrer Willensfreiheit und durch ihren Ungehorsam gegenüber meinem Gesetze. Ihre letzten Früchte werden so bitter sein, dass sie dieselben weit von sich schleudern wird, und dies wird ihr die Augen für das Licht und das Herz für die Reue öffnen.

    21. Macht den Körper gefügig und folgsam, damit er nicht ein Hindernis für euren Geist ist. Unterwerft ihn, bis ihr aus ihm das beste Werkzeug und den besten Mitarbeiter bei eurer geistigen Aufgabe gemacht habt. Lasst zu, dass das Licht, welches das Sechste Siegel ausstrahlt, sowohl den Geist, als auch das Fleisch betrachtet, denn ihr wisst ja, dass dies Licht sich auf alles Sein ergießt.

    22. Begreift meine Unterweisungen, und ihr werdet meine guten Jünger sein, die — wenn die Stunde gekommen ist — ihre Brüder aufsuchen und die Offenbarung der Sieben Siegel darlegen sollen. Haltet eure Schritte nicht auf, weil ihr denkt, dass ihr wegen der Werke eures Fleisches meiner Gnade nicht würdig seid. Ich habe euch schon gesagt, dass ihr den rasenden Lauf dieses widerspenstigen und schwachen Geschöpfes aufhalten sollt, das euch auf Erden anvertraut worden ist, und dass ihr in diesem Kampfe Verdienste erwerbt, um meine Gnade zu erlangen.

    23. Jetzt ist nicht die Stunde, dass ihr euch traurig oder beschämt fühlt wegen eurer Vergangenheit. Denkt nur daran, dass ihr euren Geist läutern müsst. Jetzt ist der Zeitpunkt da, dass ihr euch als die Glücklichsten auf Erden fühlen sollt, weil ihr das Göttliche Konzert meines Wortes vernehmt. Ja, Volk, mein Lichtstrahl wird zur Inspiration und zum menschlichen Worte, damit ihr in dieser Form meine Gegenwart habt. Hört auf, an eure Vergangenheit zu denken, und denkt stattdessen an eure Zukunft.

    24. Bereitet eure Waffen der Liebe vor, um mit den menschlichen Ideen und Theorien zu kämpfen. Stärkt euer Herz im Glauben, damit ihr euch nicht klein, unwissend und schwach fühlt gegenüber denen, die ihr Gebildete und Gelehrte nennt; denn sie mögen etwas von Wissenschaft und von Religion verstehen, aber von meinen neuen Offenbarungen wissen sie nichts.

    25. Wenn Ich eure Erneuerung gefordert habe, geschah es, damit der Verstand und das Herz, sobald sie rein sind, mein Göttliches Licht widerspiegeln können.

    26. Ich habe gesehen, wie viele von euch mein Wort durchforscht und gerichtet haben; doch Ich habe euch deshalb nicht getadelt, weil Ich weiß, dass morgen unter denen, die Mich richten, die glühenden Jünger erstehen werden. Später werdet ihr auf eurem Wege lehren und werdet verspottet werden. Erinnert euch dann an die Unterweisung des Meisters, und statt euren Mitmenschen ihren Zweifel und ihren Spott übelzunehmen, sollt ihr ihnen vergeben, im Bewusstsein, dass unter ihnen jene sind, die ihr Urteil bereuen werden und zum Glauben kommen.

    27. Niemand fühle sich dazu gezwungen, mein Soldat zu sein. Folgt Mir, sobald euer Wille fest ist und eure Liebe euch antreibt, meine Unterweisungen in die Tat umzusetzen. Die Zeit wird vergehen, und dann werdet ihr alles begreifen und würdigen, was euch der Herr in dieser Dritten Zeit gewährte, und ihr werdet dann Schmerz darüber empfinden, dass ihr nicht verständig und gehorsam wart, solange Ich euch mein Wort gab. Aber Ich gewähre euch einige weitere kurze Zeitabschnitte, damit ihr eure Fehler wiedergutmacht und die Zeit einholt, die ihr verloren habt.

    28. Während die Welt euch mittels eures Körpers anzieht, ruft euch meine Stimme in die Geistigen Sphären, die ihr rein von jedem Schandflecken und von Licht erfüllt betreten sollt. Dort wird meine Stimme im Gewissen ertönen und euch sagen, ob ihr eure Aufgabe auf Erden erfüllt habt, und ob ihr schon eine weitere Stufe auf der Leiter zur geistigen Vollkommenheit aufwärtssteigen könnt.

    29. An dem Tag, den ihr heute der Erholung widmet, komme Ich herab, um Mich an euch zu erfreuen. Es ist der Augenblick, an dem ihr besser erkennt, dass ihr nicht nur vom Brot leben könnt, sondern dass Ihr meines Wortes bedürft, das eure geistige Nahrung ist. Viele von euch kommen, um Mich zu hören, doch ihr glaubt nicht alle an meine Gegenwart. Manche würden es vorziehen, Mich zu sehen, statt Mich durch diese Verstandesorgane zu hören, oder wenigstens meine Stimme im Unendlichen, im Geistigen Raum zu vernehmen. Doch wie wollt ihr Mich geistig schauen und vernehmen, wenn ihr ganz und gar an die körperlichen Sinne gebunden seid? Darum sollt ihr an euch arbeiten, damit ihr jene hohe geistige Schwingung erreicht, von der Ich euch durch das Verstandesorgan des Menschen Kenntnis gebe. Nach dieser Zeit meiner Kundgabe in dieser Form sollt ihr in der Lage sein, meine Eingebung oder Inspiration von Geist zu Geist zu empfangen. Dies wird die vollkommene Geistverbindung sein.

    30. Euch erstaunen die Fortschritte der Wissenschaft. Begreift, dass ihr vor einigen Jahrhunderten noch nicht geglaubt hättet, was der Mensch heute durch die Entwicklung des Geistes und die Beharrlichkeit seiner materiellen Natur verwirklicht hat.

    31. Warum solltet ihr euch nicht geistig entwickeln, wenn ihr beharrlich seid? Wieso erhebt ihr den Anspruch, dass euch neue Lehren offenbart werden, wenn ihr die vergangenen noch nicht verstanden habt?

    32. Die an mein Dasein Glaubenden und die Nicht-Gläubigen aller Zeiten hätten Mich heute lieber für menschliche Augen sichtbar betrachtet, in irgendeiner Gestalt materialisiert. Doch warum müsst ihr Mir eine Gestalt zuschreiben, obwohl Ich eine solche als Geist nicht habe? Ich bin sowohl für die Augen eures Körpers, als auch für die eures Geistes sichtbar und berührbar, aber es ist dafür nötig, dass ihr zu sehen versteht. Es ist ungerecht, dass ihr sagt, dass Gott sich vor euren Blicken verbirgt — wenn ihr sagt, dass Ich egoistisch bin, weil Ich Mich nicht von denen hören oder sehen lasse, die Ich Kinder meiner Göttlichkeit nenne. Ich bin immer bereit, Mich sehen zu lassen, aber da ihr euch gegenüber dem Geistigen für blind haltet, obwohl alles in eurer Reichweite liegt, vermögt ihr es nicht zu sehen und werdet ihr euch meiner Gegenwart nicht bewusst, obwohl ihr Mich berührt.

    33. In jedem Zeitalter musste ein Gottgesandter kommen, um die Menschen zu lehren, ihren Herrn zu suchen, zu beten, Ihm Verehrung darzubringen, Ihn zu fühlen, zu schauen, zu hören und zu deuten. In dieser Zeit ist Elias gekommen, den Weg zu bereiten, damit der menschliche Geist die Gegenwart und die Offenbarung des Heiligen Geistes empfangen könnte.

    34. Damit die Stimme und die Schritte Elias‘ in einer durch ihren Materialismus für jede geistige Offenbarung tauben Welt vernommen und empfunden würden, bereitete Ich einen Mann zu, welcher beim Erlangen der Lebensreife das Licht jenes großen Geistes durch sich kundgeben ließ, der ihn inspirierte, der wunderbare Werke durch seine Vermittlung vollbrachte und die Menschen durch sein Licht für das Kommen einer neuen Zeit vorbereitete. Elias musste den Weg bahnen, auf dem es viele Dornen, viel Unkraut und auch Felsbrocken gab. Es waren der religiöse Fanatismus, die Unwissenheit, die Verfolgung jeder Inspiration, die als neuartig angesehen wurde. Doch Elias inspirierte Gesetze, bereitete Herzen und säte einen Samen, der die Entfaltung einer göttlichen Offenbarung und die geistige Erfüllung eines Volkes förderte, welches im verborgensten Winkel der Welt die angezeigte Zeit erwartete, um sich an die Durchführung seiner Aufgabe zu machen.

    35. Jener Mann, der von Mir erwählt wurde, damit er das Sprachrohr Elias‘ sei, hieß Roque Rojas. Er gab der Welt 1866 bekannt, dass sich ein neues Zeitalter für die Menschheit auftat, welches von demselben Gesetze regiert würde, das der Herr in den Drei Zeitepochen offenbart hat, in welchen Ich euch immer gesagt habe: Liebet einander!

    36. Nur wenige vermochten die Gegenwart des Gottgesandten wirklich zu empfinden. Ein weiteres Mal war er die Stimme, die in der Wüste rief, und aufs neue bereitete er das Herz der Menschen für das bevorstehende Kommen des Herrn. So löste sich das Sechste Siegel, ließ seinen Inhalt schauen und ergoss sich als ein Strom von Gerechtigkeit und Licht über die Menschheit. So wurden viele Verheißungen und Prophetien erfüllt.

    37. Elias erleuchtete wie Jesus und Moses die Augen eures Geistes, damit ihr den Vater schauen würdet. Moses lehrte euch: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Jesus sagte euch: „Liebet einander!“ Elias gebot euch, mehr und mehr Mitgefühl mit euren Brüdern zu haben, und fügte sogleich hinzu: „und ihr werdet meinen Vater in all seiner Herrlichkeit schauen.“

    38. Es ist „Das Wort“, das in dieser Zeit zu euch spricht. Ich bin nicht Mensch geworden, dennoch könnt ihr Ähnlichkeit zwischen meiner früheren Manifestation und dieser entdecken: So wie die Wiege Jesu ärmlich war und sein Tod auf dem Kreuz der Sünde der Welt geschah, ebenso kann der Ort, an dem heute das Licht der Dritten Zeit geboren wurde, nicht ärmlicher und bescheidener sein, und das Kreuz, von dem aus Ich euch mein letztes Wort geben werde, wird der Mensch selbst sein, durch den Ich Mich kundtue.

    39. Durch diesen Mittler, durch den Ich zu euch spreche, habe Ich gleichfalls Spott, Geißelung, Zweifel, Verwundung empfangen. So war es mein Wille, denn mein Kreuz seid jetzt ihr.

    40. Heute sage Ich euch: Da sich eure Augen dem Lichte geöffnet haben, so erkennet, wie eure Welt, ihre Wissenschaft, ihre Moral und ihre Religionsgemeinschaften sich dem Ende ihres Daseins nähern. Von alledem wird nur der Geist überleben, der sich auf den Trümmern seines vergangenen Lebens zu einem neuen geistigen Zeitalter erheben wird.

    41. Alle Zeichen, die als Ankündigung meiner neuen Offenbarung unter euch vorausgesagt waren, sind bereits in Erfüllung gegangen. Wird die Welt auf weitere Manifestationen warten, und daher weiterhin mein Kommen erwarten? Wird sie tun, was das jüdische Volk tat, das die Prophetien über das Kommen des Messias besaß, die Erfüllung derselben miterlebte, in seiner Mitte den Heiland empfing und ihn nicht erkannte und ihn noch immer erwartet? Diese Erfahrung ist zu schwer und leidvoll für diese Menschheit, als dass sie sich noch immer auf ihren Materialismus versteifen könnte.

    Da die Vorzeichen und die Heimsuchungen in Erfüllung gegangen sind und Ich weder in der Synagoge noch in irgendeiner Kirche erschienen bin — ahnt da die Welt nicht, dass Ich Mich gegenwärtig an irgendeinem Ort offenbaren muss, da Ich nicht gegen mein Wort verstoßen kann?

    42. Jünger, haltet an meiner Unterweisung fest, damit ihr morgen Zeugnis von Mir ablegt.

    43. Fürchtet nicht das Elend, es ist nur vorübergehend, und in ihm sollt ihr beten und die Geduld Hiobs zum Vorbild nehmen. Der Überfluss wird zurückkehren, und dann werdet ihr nicht genug Worte haben, um Mir Dank zu sagen.

    44. Wenn euch einmal Krankheit niederdrückt, o gesegnete Kranke, so verzweifelt nicht; euer Geist ist nicht krank. Erhebt euch im Gebet zu Mir, und euer Glaube und eure Vergeistigung werden euch die Gesundheit des Körpers zurückgeben. Betet in der Form, die Ich euch gelehrt habe: geistig.

    45. Begreift, dass ihr das Licht eures Meisters habt. Jesus ist auch fernerhin das vollkommene Vorbild, dem ihr nacheifern sollt. Weder vor noch nach Ihm könnt ihr in der Welt ein gleiches Vorbild finden.

    46. Jesus, der Christus, ist das klarste Lehrbeispiel gewesen, das Ich euch auf der Welt gab, um euch zu zeigen, wie groß die Liebe und die Weisheit des Vaters ist. Jesus war die lebende Botschaft, die der Schöpfer auf die Erde sandte, damit ihr die hohen Eigenschaften Dessen erkennen würdet, der euch erschuf.

    Die Menschen sahen in Jehova einen zürnenden und unversöhnlichen Gott, einen schrecklichen und rachsüchtigen Richter; doch durch Jesus befreite Ich euch aus eurem Irrtum.

    47. Seht im Meister die Mensch gewordene Göttliche Liebe. Er richtete alle eure Werke durch sein Leben der Demut, des Opfers und der Barmherzigkeit, doch statt euch mit dem Tode zu bestrafen, bot Er euch sein Blut an, um euch das wahre Leben erkennen zu lassen, das der Liebe. Jene göttliche Botschaft erleuchtete das Leben der Menschheit, und das Wort, das der Göttliche Meister den Menschen übergab, wurde zum Ursprung von Religionsgemeinschaften und Sekten, mittels derer die Menschen Mich gesucht haben und noch immer suchen. Doch wahrlich, Ich sage euch, sie haben den Inhalt dieser Botschaft noch nicht verstanden.

    Die Menschheit gelangt zwar zu der Auffassung, dass die Liebe Gottes zu seinen Kindern unbegrenzt ist, da Er in Jesus aus Liebe zu den Menschen starb. Sie ist sogar innerlich bewegt von den Leiden Jesu vor seinen Richtern und Henkern, erkennt nach und nach auch in dem Sohn den Vater, aber den geistigen Gehalt, die Tragweite all dessen, was der Herr den Menschen durch jene Offenbarung sagen wollte, die in einer Jungfrau begann und in der „Wolke“ von Bethanien endete, ist bis heute nicht richtig gedeutet worden.

    48. Ich musste auf derselben „Wolke“ wiederkommen, in der sich „Das Wort“ zum Vater erhob, um euch die Erklärung zu geben und den wahren Gehalt all dessen aufzuzeigen, was euch mit der Geburt, dem Leben, den Werken und dem Tode Jesu offenbart wurde.

    49. Der Geist der Wahrheit, der damals von Christus Verheißene, ist diese Göttliche Kundgebung, welche die Finsternis erhellt und die Geheimnisse erklärt hat, die der Verstand oder das Herz der Menschen nicht zu durchdringen vermochte.

    50. Mein Gesetz ist immer dasselbe, es ist das eine Mal nicht weniger tief als ein andermal. Euer Geist ist es, der zuweilen das Licht des Herrn besser widerspiegelt als ein anderes Mal. Dies ist abhängig von der Entwicklung, die euer Geist erreicht hat.

    51. Heute sage Ich euch: Das geistige Festmahl erwartet euch, setzt euch zu Tische und esst von der Speise. Die Brotvermehrung habe Ich euch auch in dieser Zeit gewährt, denn Tausende und Abertausende lauschen derzeit meinem Worte in vielen Provinzen.

    52. Ich vermache euch ein Erbe, ohne dass eure Sünde ein Grund wäre, euch für unwürdig zu halten. Die Pforten meines Reiches bleiben offen in Erwartung derer, die hernach ankommen werden. Da habt ihr meine Barmherzigkeit vor Augen, von der ihr nicht erwartet habt, dass sie soweit gehen würde, mit euch in Verbindung zu treten.

    53. Jetzt, da in der Welt Mangel an Liebe ist — fühlt die reine Liebe eures Meisters, damit ihr von all euren Wunden genest.

    54. Wenn euer Herz voll eitlem Samen, Unkraut und Disteln zu Mir kommt, werde Ich ihm vergeben, es läutern und zum Erblühen bringen. Ich erwarte nur, dass ihr aufwärts strebt, dann werde Ich euch alles offenbaren, was Ich für euren Geist noch in Bereitschaft halte. Doch wenn ihr dann Besitzer dessen seid, was Ich euch verspreche, sollt ihr keine Katakomben aufsuchen, um euch vor den Blicken der Menschen zu verbergen; im Gegenteil, ihr sollt in das Licht des Tages hinaustreten und in jener Helligkeit diese Wahrheit offenbaren. Öffnet euer Herz, euren Verstand und euer Gehör, damit ihr meine Lehren in euren Geist dringen lasst.

    55. Auf welche Zeit wartet ihr, um von Mir zu lernen? Wartet ihr, bis das Jahr 1950 kommt, um aus eurem Schlummer zu erwachen? Nein, mein Volk, denn dann werdet ihr mein Wort nicht mehr vernehmen. Es ist notwendig, dass ihr zu der absoluten Überzeugung gelangt, dass ihr auf die Welt gekommen seid, um euren Brüdern zu dienen.

    56. Ihr blickt einander an und erkennt, dass Ich aus Sündern, aus Unwissenden eine Gemeinschaft gebildet habe, und ihr fürchtet, in den Prüfungen nicht bestehen zu können. Doch Ich weiß, was Ich tue; eure Sache ist es allein, zu glauben, zu vertrauen und folgsam zu sein. Der Tag wird kommen, an dem ihr Mir den Samen darbringt, den Ich von euch gefordert habe.

    57. Volk, bereite dich vor, lass zu, dass neue Menschenscharen zu euch kommen. Unter ihnen werden jene kommen, die meine Liebe erwählen wird, damit Ich durch ihre Vermittlung mein Wort verkünde; denn ihr wisst sehr wohl, dass nicht euer Verstand sie auswählen kann. Nur Ich kenne die Bestimmung und die Gaben eines jeden.

    58. Reinigt euer Denken, richtet es empor, damit ihr euch in diesem Augenblicke mit den reinen Geistern vereinigt, die in meiner Nähe leben. Sendet ein Gebet empor, das von der Liebe zu Gott inspiriert ist, selbst von eurem Schmerz oder von der Reue für die begangenen Verfehlungen, wie auch vom Dank für die empfangenen Güter. Dies wird euren Geist dem Vater näherbringen.

    59. Alles, was euch umgibt, zielt darauf ab, euch zu läutern, doch nicht alle haben es so aufgefasst. Lasst den Schmerz, den ihr aus eurem Leidenskelch trinkt, nicht unfruchtbar sein. Aus dem Schmerz könnt ihr Licht gewinnen, welches Weisheit, Sanftmut, Stärke und Empfindsamkeit ist.

    60. Fürchtet nicht, dass ihr bei der Ankunft in der Geistigen Welt an das denken müsst, was ihr auf Erden gesündigt habt. Wenn ihr euch vom Schmerz reinwaschen lasst und die Reue aus eurem Herzen hervorbricht — wenn ihr darum ringt, eure Verfehlungen wiedergutzumachen, werdet ihr würdig und rein in meine Gegenwart gelangen, und niemand, nicht einmal euer Gewissen wird es wagen, eure vergangenen Unvollkommenheiten zu erwähnen.

    61. In der vollkommenen Heimat gibt es für jeden Geist einen Ort, welcher in der Zeit oder in der Ewigkeit die Ankunft seines Besitzers erwartet. Auf der Stufenleiter der Liebe, der Barmherzigkeit, des Glaubens und der Verdienste werdet ihr einer nach dem andern in mein Reich gelangen.

    62. Zeigt vor euren Kindern gute Beispiele, die ihnen als Stab auf ihrem Wege dienen, um ihren Aufstieg zu Mir fortzusetzen. Haltet sie nicht für geistig unbedeutend, weil ihr sie dem Körper nach als Kinder seht. Beobachtet sie, und ihr werdet erkennen, dass ihre Fähigkeiten entwickelter als die euren sind. Sie sollen meine Unterweisungen durch euch lernen, doch hernach werden sie euch lehren, sie zu ergründen.

    63. Ihr, die ihr heute Jugendliche seid, werdet, wenn ihr ins Greisenalter gelangt, durch die neuen Generationen von Spiritualisten viele Wunder erlebt haben.

    64. Ich sage den Familienvätern, dass sie ebenso, wie sie sich um die materielle Zukunft ihrer Kinder sorgen, sich auch um die geistige Zukunft kümmern sollen, aufgrund der Mission, die sie in dieser Hinsicht auf die Welt mitgebracht haben.

    65. Bedenkt, dass diese Wesen, bevor sie ins Fleisch kamen, bereits für euch gebetet haben; sie haben euch beschützt und sind euch in eurem Lebenskampfe beigestanden. Jetzt kommt es euch zu, sie bei den ersten Schritten zu unterstützen, die sie mittels des schwachen Fleisches nach und nach auf Erden tun.

    66. Kommt zu Mir, Jünger. Hier ist der Friede, nicht dessen Vortäuschung, welche die Welt euch gibt, sondern jener, der meinem Geiste entströmt. Erfüllt euer Herz mit ihm, damit ihr Mich vernehmen und verstehen könnt und meine Unterweisung hernach in die Tat umsetzt.

    67. Eine bestimmte Anzahl von Herzen ist jedem meiner Arbeiter zugewiesen. Es ist das Land, das jeder von ihnen zu bearbeiten hat, damit es Früchte trägt und er Mir am Ende eine reiche Ernte vorweisen kann.

    68. Niemand wäre fähig, einen Tempel zu errichten wie den, den Ich in eurem Geist aufbaue. Die Liebe des Universellen Schöpfers errichtet dies Heiligtum mit unendlicher Geduld. Dieser Tempel wird unzerstörbar sein, und während die von Menschenhand gemachten Tempel Stein für Stein unter dem Einfluss der Zeit und der Stürme zerfallen, wird dieser unerschütterlich fortbestehen, denn seine Fundamente werden in eurem Geiste verankert sein, und seine Türme werden das Reich der Himmel berühren.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 80

    1. Volk, Ich habe dich mit meinen Gefälligkeiten überschüttet, um dich zurückzuhalten und dich mein Wort hören zu lassen. Ich habe in dieser Zeit des Gedenkens ein Fest gefeiert, damit — wenn ihr mein Wort einmal nicht mehr hört — ihr zugerüstet seid, und eure Zusammenkünfte wie ein Festmahl der Brüderlichkeit sind, zu welchem jene herzueilen, die diese Stimme nicht vernahmen und die im Verlangen nach euch herbeikommen. Doch wenn mein Wort einst in seiner ganzen Reinheit und Geistesessenz zu den Menschenmassen gelangt, werden diese ausrufen: „Der Heilige Geist hat tatsächlich Licht über uns ausgegossen!“ Und sie werden meine Unterweisung begreifen, in der Ich euch sagte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Worte, das von Gott kommt.“

    2. Sie werden nicht mehr niederknien, um zu beten, denn sie werden gelernt haben, im Verlangen nach der geistigen Zwiesprache mit ihrem Meister ihre Gedanken emporzusenden. Euer Geist wird erstarken, in der Zeit des Kampfes wird er unermüdlich darin sein, das göttliche Wort durch Werke, Worte und Gedanken zu verbreiten. Er wird den Bedürftigen aufsuchen, um ihm eine geistige Botschaft zu bringen. Ein andermal wird er seine Mission in der Abgeschiedenheit seiner Schlafkammer erfüllen, indem er für seine Brüder betet.

    3. Es kommen Zeiten des Schmerzes, in denen viele Menschen, die sich für vorbereitet halten, um die Menschen geistig zu unterstützen, nichts oder nur sehr wenig zu tun vermögen, weil sie sich nur damit beschäftigt haben, den Verstand mit der Gelehrsamkeit und Wissenschaft der Welt anzufüllen, und sie ihre Herzen leer gelassen haben.

    4. Ihr, die ihr Mich hört, solltet denen den Weg bereiten, die Mich geistig empfangen werden. Es ist nicht der Zufall gewesen, der diejenigen in meine Gegenwart brachte, die meine Unterweisung empfangen haben, so wenig wie es der Zufall sein wird, der die Geistesgaben bei denen entwickelt, die meine Gegenwart ohne die Notwendigkeit eines menschlichen Stimmträgers fühlen sollen.

    5. Feinfühligkeit, Ahnungsvermögen, Offenbarung, Prophetie, Inspiration, Sehertum, Heilgabe, Inneres Wort — all dies und weitere Gaben werden aus dem Geiste hervorgehen, und durch dieselben werden die Menschen bestätigen, dass eine neue Zeit für die Menschen angebrochen ist.

    6. Heute zweifelt ihr daran, dass es diese Geistesgaben gibt, weil manche sie vor der Welt verheimlichen, da sie deren Meinung fürchten; morgen wird es das Natürlichste und Schönste sein, sie zu besitzen.

    Ich komme in dieser Dritten Zeit zu euch, weil ihr krank seid an Körper und Geist. Der Gesunde bedarf des Arztes nicht, noch der Gerechte der Läuterung.

    7. Meine Vaterliebe hat alle Beleidigungen vergessen, welche die Menschheit Mir entgegengeschleudert hat, und meine Liebe ist unerschöpflich geflossen, um ihr Leben zu geben. Jahrhunderte sind über viele Generationen von Sündern, von Brudermördern hinweggegangen, und während der Mensch immer mehr die Hoffnung verliert, das Heil zu finden, komme Ich und setze weiterhin mein Vertrauen in euch, weil Ich weiß, dass ihr Mich schließlich lieben werdet. Eure Liebe wird euch in dieser Zeit erretten.

    8. Heute fragt der Vater nicht: Wer ist imstande und bereit, das Menschengeschlecht mit seinem Blut zu retten? Noch wird Jesus antworten: Herr, Ich bin das Lamm, das bereit ist, mit seinem Blut und seiner Liebe den Weg zur Entsühnung der Menschheit zu bahnen.

    9. Auch werde Ich mein „Wort“ nicht senden, um in dieser Zeit Mensch zu werden. Dieses Zeitalter ist für euch vorüber und ließ seine Lehre und Erhebung in eurem Geist zurück. Jetzt habe Ich eine neue Epoche geistigen Fortschritts eingeleitet, in welcher ihr diejenigen sein sollt, die Verdienste erwerben.

    10. Das „Wort“ Gottes, welches Geist, Licht und Leben ist, kam damals bereitwillig von seinem Reiche hernieder, um direkt zu seinen Kindern zu sprechen. Christus war hinsichtlich seiner körperlich-irdischen Natur unter den Menschen ein Beispiel von Demut; hinsichtlich seines Geistes war Er die Vollkommenheit.

    11. Als für „Das Lamm“ der letzte Augenblick auf Erden kam, sprach es mit der gleichen Sanftmut, mit der es seine Mission annahm, zum Vater: „Alles ist vollbracht.“ Jenes Opfer ist die größte Lehre der Liebe und Barmherzigkeit, die Ich der Menschheit gab. Jenes Werk war wie ein Same, der auf jeden Geist niederfiel.

    12. Warum erwarten manche den Geist der Wahrheit als Mensch, um von neuem jenes Opfer zu vollbringen? In dieser Zeit bin Ich im Geiste gekommen — so wie Ich es anbot — um mein Licht in Form von Inspiration unter die Menschen zu ergießen, damit diese, von diesem Lichte erleuchtet, durch ihre eigenen Verdienste das Heil finden. Erscheint es euch schwierig, einander zu lieben und im Leben beizustehen?

    13. Ich verlange nicht von euch, dass ihr alles hinter euch lasst, wie Ich es von denen verlangte, die Mir in der Zweiten Zeit nachfolgten. Unter ihnen verließ mancher seine Eltern, ein anderer seine Lebensgefährtin; sie verließen ihr Haus, ihr Gestade, ihr Fischerboot und ihre Netze — all dies ließen sie hinter sich, um Jesus nachzufolgen. Ebenso wenig sage Ich euch, dass es notwendig ist, dass ihr in dieser Zeit euer Blut vergießt.

    14. Ich habe euch gesagt, dass dort, wo ein jeder von euch wohnt, er Tag für Tag viel tun kann. Sucht im Innersten eures Wesens den guten Kern, den Ich in jedes der Kinder meiner Göttlichkeit gelegt habe; dieser Kern gehört nicht dem Herzen an, sondern dem Geiste.

    15. Vergesst nicht, dass euer Ursprung in meiner Liebe ist. Heute ist euer Herz durch Selbstsucht verhärtet, doch wenn es einmal wieder für jede geistige Inspiration empfänglich wird, wird es Liebe für seine Nächsten empfinden und fremden Schmerz mitfühlen, als ob es der eigene wäre. Dann werdet ihr fähig sein, das Gebot zu erfüllen, das euch sagt: „Liebet einander.“

    16. Dies ist meine Waffe: die der Liebe, die Ich euch nie verheimlicht habe, die Ich im Kampfe gegen die Finsternis der Sünde immer deutlich zeige. Wer mein Soldat sein will, ergreife das Schwert der Liebe. So kann Ich nur zu einem Volke sprechen, das über Jahrhunderte und Zeitalter hinweg im Schmerz geschmiedet wurde.

    17. Euer Geist hat es erreicht, gefasst zu sein, und er hofft und vertraut nur noch meinem Willen.

    18. In dieser Zeit kam Elias als Wegbereiter, um den Geist des Menschen für die Verbindung mit Mir vorzubereiten. Das Wort Elias‘ erweckt euch, rüttelt euch auf und macht euch wachsam, denn sein Licht ist wie das eines Blitzstrahls.

    19. Euer Geist ist in der heutigen Zeit fähig, zu begreifen, wer Elias ist. Seit langem schon habt ihr die geistige Kindheit hinter euch gelassen. Es ist der Glaube und das Ahnungsvermögen, die euch meine Gegenwart und jede meiner Offenbarungen in dieser Zeit fühlbar machten, in welcher meine Lehre den Menschen wahre Größe verleihen wird — nicht die falsche, die die Welt gibt, sondern jene, die der Demut und Tugend entspringt.

    20. Eine schwierige Aufgabe erwartet jeden, der sich aufmacht und Mir nachfolgt. Ohne Kreuz kann Mich niemand zum Vorbild haben; doch wahrlich, Ich sage euch, das Kreuz, das Ich auf eure Schultern lege, hat nicht den Zweck, euch niederzudrücken, sondern euch auf dem leidvollen Weg eures Lebens aufrechtzuerhalten. Wer sein Kreuz von sich wirft, wird fallen müssen, wer es liebt, wird zum Ziel gelangen. Wer es auf Erden bis zu dem Augenblicke trägt, da er sein Leben aushaucht, der wird in diesem Augenblick erleben, wie sein Kreuz ihn aufrichtet, ihn emporträgt und zu Mir geleitet. Jeder, der vom Tode überrascht wird, während er sein Kreuz auf den Schultern trägt, braucht keine Furcht zu haben, ins Ungewisse zu fallen. Da werden sich viele Geheimnisse auflösen, die der Mensch nicht entziffern konnte. Glaubt ihr, dem Vater ist es lieber, wenn ihr Unwissende auf Erden seid? — Nein, Volk, Ich bin für die Menschen eine beständige Offenbarungsquelle von Geheimnissen. Doch diese beharren darauf, gegenüber dem Offenkundigen blind zu sein und taub für meine Stimme.

    21. Diejenigen, die an Mich glauben, wissen, dass Ich rein und gerecht bin; doch da der Mensch das Böse liebt, zieht ihn das Unreine an und versucht ihn die Sünde. Er zieht die Ungebundenheit seiner Leidenschaften der Erleuchtung des Geistes vor. Die Anziehungskraft, welche die Sünde für den Menschen hat, ist ähnlich jener, die ihr angesichts der Leere und der Tiefe eines Abgrunds fühlt. Wie schwer erscheint es dem, der hinabgestürzt ist und Mich nicht kennt, sich zu retten, und wie leicht erscheint es anderen, sich zu retten, da sie meinen, dass es genügt, wenn sie im letzten Augenblick ihres Lebens ihre Verfehlungen bekennen, um Vergebung der Sünden zu erlangen und einen Platz im Reiche des Herrn einzunehmen!

    22. Wisset, dass nur das Wasser der Reue die Schandflecken abwäscht, nicht die Furcht vor dem Gericht; dass das, was euch dem Herrn näherbringt, die Wiedergutmachung eines reuigen Geistes für alle seine Verfehlungen ist.

    23. Alle glauben an Mich, auch wenn nicht alle es bekennen, nicht alle Mich lieben. Glaubt nicht an den Atheisten, Ich sehe keine Atheisten, und es kann sie auch gar nicht geben. Das „Fleisch“ mag Mich leugnen, doch nicht der Geist. Kann irgendein Mensch etwa seinen leiblichen Vater leugnen, auch wenn er ihn nicht gekannt hat? Ebenso wenig kann der Geist seinen geistigen Vater leugnen, auch wenn er Ihn nicht kennt. Kann es eine Baumfrucht geben, die nicht zuvor am Baume gewesen wäre?

    24. Vom Anbeginn der Zeiten an lehre und richte Ich euch mit Liebe. Falls ihr meine Gerechtigkeit ungebührlicherweise Strafe oder Verurteilung nennt, dann sage Ich euch, dass Ich euch mit Liebe strafe und richte. — Ich spreche so zu euch, weil ihr in einer Zeit lebt, in welcher nicht mehr die Furcht vor meiner Gerechtigkeit euch zur Befolgung meiner Gebote bringen soll, sondern die Hinwendung zu meiner Liebe, zu meinem Gesetze, denn in ihm ist die Liebe eures Vaters. Doch wenn ihr wollt, dass meine Gesetze euch nicht richten, so lernt sie durch meine Unterweisung kennen und lebt nach ihnen. Wie wollt ihr nach eigenem Gutdünken abseits des Weges leben, ohne dass euch unvermutet Schmerz trifft? Wer die Gesetze verletzt, wird augenblicklich durch sie heimgesucht. Wollt ihr noch größere Beweise von Liebe?

    25. Diese Natur, die Ich euch anvertraut habe, ist eine wirkliche Quelle von Leben und Gesundheit. Trinket ihr Wasser, und ihr werdet ohne Trübsale leben; ihr werdet Kraft, Licht und Freude auf eurem Lebensweg haben, und euer Geist wird seine Bestimmung besser erfüllen. Wie könnt ihr den Anspruch erheben, an Körper und Geist gesund zu sein, wenn ihr diese Wohltaten nicht dort sucht, wo sie sind? Ihr sucht die Gesundheit des Körpers auf Erden beim Arzt, dessen Herz nicht immer Barmherzigkeit birgt, und ihr sucht die Gesundheit des Geistes, indem ihr euch von etwas Materiellem entäußert, um es angesichts der Stimme eures Gewissens hinzugeben.

    26. Wahrlich, Ich sage euch, die Natur besitzt einen Busen ähnlich dem einer liebevollen Mutter; erquickt euch an ihm, solange ihr in ihr lebt; denn der Geist nimmt auch an den Wonnen des Körpers teil, durch dessen Vermittlung der Herr ihm so viele und so schöne Lehren der Liebe schenkt.

    27. Heute lebt die Menschheit fern von jedem Quell des Lebens, daher ihre Trübsal. Infolgedessen glaubt die Welt, dass Ich unter den Menschen mein Gericht beenden soll, damit Friede und Wohlergehen zu ihnen zurückkehrt, während das einzige, was ihr tun müsst, darin besteht, auf den Weg des Gesetzes zurückzukehren.

    Der Mensch sagt, dass er einem Ideal nachstrebt, doch Ich sage ihm: Ist es möglich, dies Ideal zu erreichen, wenn er auf einem Pfad ohne Licht geht?

    28. Die Menschen haben eine Welt nach ihrer Vorstellung, nach ihrem Willen geschaffen. Ich habe sie gewähren lassen, um sie nicht ihres freien Willens zu berauben; doch diese Welt werden sie selbst zerstören, als Beweis dafür, dass sie auf Treibsand gebaut haben.

    „Wie sollte es möglich sein“, sagen die Mächtigen, „dass so viel Macht ausgelöscht wird?“ Und dennoch, — Reiche, Throne, Zepter, Wissenschaft und Reichtümer werden zugrundegehen. Ein schwacher Hauch, und nur die Geschichtsschreibung wird noch die Überbleibsel von so viel falscher Größe einsammeln!

    29. Falsch nenne Ich eure Welt; denn während euer Gesicht lacht, ist euer Herz — wenn nicht voll Bitterkeit, so doch voll Übelwollen. Und wenn ihr dies schon aus dem menschlichen Leben gemacht habt — was könnt ihr wohl sagen, was alles ihr hinsichtlich des Lebens und der Gesetze getan und unterlassen habt, die euren Geist betreffen? Ihr habt zugelassen, dass er sich so weit vom Quell des ewigen Lebens, von der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Liebe entfernt, die in eurem Schöpfer sind, dass er, obwohl er der Herr in der Welt und über dem Materiellen stehen soll, zu einem geschundenen und erniedrigten Sklaven wurde. Der Geist ist so den Schwachheiten und Neigungen des Körpers unterworfen. Er hat schließlich nachgegeben aufgrund der Liebe, die er für das Fleisch fühlt, an das er gebunden ist.

    Trotz der Liebe, die der Geist für die Welt fühlt, trotz des übermäßigen Materialismus, den er erreicht hat, gibt es nicht einen, der — sei es auch nur für einen Augenblick — nicht das Verlangen gefühlt hätte, über dieses Leben hinauszudringen in die Geistige Welt. Es gibt nicht einen, der nicht schon hier einen Augenblick innerer Erhebung gehabt hätte, der nicht das Dasein und den Frieden jenes Lebens erahnt hat. Meine geistigen Offenbarungen in dieser Welt sind eine Einladung in mein Reich.

    30. Der Tag wird kommen, an dem die ganze Menschheit meine Unterweisung kennt. Viele werden sie verneinen und sogar sagen, dass es der Versucher war, der diese Lehren eingab. Doch wenn diese von einem meiner Kinder geglaubt und ausgeübt werden, wird es erleben, wie selbst diejenigen, die Mich leugneten, gute Früchte tragen werden als Zeugnis für diese Wahrheit.

    31. Seid gesund an Körper und Geist und nehmt euch die guten Patriarchen zum Vorbild — jene, die dem Vater ihre Opfergabe darzubringen wussten und Freude daran hatten, ihre Pflichten auf Erden zu erfüllen. Ich spreche zu dir, Volk, und Ich spreche zur Menschheit. Zu euch, dem Volk Israel, spreche Ich, weil ihr, obwohl ihr Mir zuhört, nicht völlig auf dem rechten Wege geht, sondern versucht, mit dem rechten Fuß auf meinem Wege zu gehen, während ihr mit dem anderen neben ihm geht.

    32. Ich sage euch allen: Ich bin die Gesundheit, Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

    33. Der Geist Elias‘ führt euch in meine Gegenwart und hilft euch, würdig zu werden, dass Ich zu euch komme. Lehnt nicht Elias in dieser Zeit ab, so wie ihr Christus in der Zweiten Zeit ablehntet und Moses in der Ersten.

    34. Bedenkt, dass Elias den Schleier weggezogen hat, mit dem ihr viele Geheimnisse bedecktet, auf dass ihr die Herrlichkeit des Vaters schaut.

    35. Seid sanftmütig und gehorsam, damit ihr eurem Geist die Möglichkeit gebt, seine Aufgabe zu erfüllen. Er ist Besitzerin des Lichtes der Erfahrung, der Entwicklung und des Wissens.

    36. Der Geist wird in Mir geboren, er hat seine Kindheit, seine Entfaltung und seine Fülle; im Gegensatz zum „Fleisch“, das altert und stirbt, nimmt er immerdar an Wissen und an Liebe zu, das heißt an Vollkommenheit.

    Ihr wisst, dass ihr aus Mir hervorgegangen seid, doch wisst ihr nicht wie. Ihr wisst auch, dass ihr zum Vater zurückkehren müsst, aber ihr wisst nicht, auf welche Weise. Dies sind meine hohen Ratschlüsse, sind das Geheimnis, das ihr respektieren sollt.

    37. Ich habe Größe in den Menschen gelegt, aber nicht die, die er auf Erden erstrebt. Die Größe, von der Ich spreche, ist Aufopferung, Liebe, Demut, Barmherzigkeit. Der Mensch flieht beständig diese Tugenden, womit er sich von seiner wahren Größe und der Würde abwendet, welche der Vater ihm als seinem Kind verliehen hat.

    38. Ihr flieht die Demut, weil ihr glaubt, dass sie Armseligkeit bedeutet. Ihr flieht die Prüfungen, weil euch das Elend Furcht einjagt, ohne dass ihr dabei begreift, dass sie euren Geist befreien. Ihr flieht auch das Geistige, weil ihr meint, dass es Zeitverschwendung ist, euch in dies Wissen zu vertiefen, wobei ihr nicht begreift, dass ihr ein höheres Licht als jede menschliche Wissenschaft verachtet.

    39. Deshalb habe Ich euch gesagt, dass es viele gibt, die trotz ihrer Beteuerung, Mich zu lieben, Mich nicht lieben, und obwohl sie behaupten, an Mich zu glauben, keinen Glauben haben. Sie sind so weit gegangen, Mir zu sagen, dass sie bereit sind, Mir nachzufolgen, aber sie wollen Mir ohne Kreuz nachfolgen. Doch Ich habe ihnen gesagt, dass jeder, der Mir nachfolgen will, sein Kreuz auf sich nehmen und Mir folgen soll. Jeder, der sein Kreuz mit Liebe umfasst, wird zum Gipfel des Berges gelangen, wo er den letzten Atemzug auf dieser Erde aushauchen wird, um zum ewigen Leben aufzuerstehen.

    40. Das Geistige Leben, das von den einen ersehnt wird, wird von anderen gefürchtet, geleugnet und sogar verspottet; aber es erwartet euch alle unweigerlich. Es ist der Schoß, der alle aufnimmt, der Arm, der sich euch entgegenstreckt, das Vaterland des Geistes — ein unergründliches Geheimnis selbst für die Gelehrten. Aber in meine Geheimnisse kann man eindringen, wann immer der Schlüssel, den ihr benützt, um diese Pforte zu öffnen, jener der Liebe ist.

    41. Begreift, dass der Vater vom Beginn der Existenz des Menschen an für das Kind eine beständige Offenbarung von Geheimnissen gewesen ist. Freut euch bei dem Gedanken, dass wenn der Mensch in so vielen Zeitaltern eures Lebens (auf der Erde) nicht zu den Grenzen seiner Wissenschaft gelangt ist, er auch ewig neue Schönheiten, neue Wunder, neue Wesen, andere Welten entdecken wird, sobald er die Wege der Vergeistigung betritt. Diese neuen Erfahrungen werden bewirken, dass das Kind seinen Schöpfer mit immer größerer Vollkommenheit liebt, mit einer Liebe ähnlich jener, die Ich zu euch habe. Aufgrund dieser so lauteren und großen Empfindung, die Ich für die Menschheit hege, wurde Ich Mensch, damit ihr Mich nahe bei euch hättet. Doch nach jenem Opfergang sehe Ich, dass die Menschen dieser Zeit taub, blind und undankbar gegenüber jener Liebe sind, dass sie für sich eine Welt geschaffen haben, in der sie meine Gebote, meine gerechten Gesetze, meine Liebeslehre nicht zu befolgen brauchen.

    42. Der Abgrund zieht die Menschen an, das Verbotene verlockt sie, sie machen von ihrer Willensfreiheit auf ihre Weise Gebrauch. Einer derart den Leidenschaften, dem Gewinnstreben und den Vergnügungen der Erde verfallenen Menschheit erscheint ihr Untergang unabwendbar. Dem Geist erscheint es als sehr schwierig, das Heil zu finden, und er begreift nicht, dass er in der Göttlichen Gerechtigkeit, in der Liebe seines Vaters den Weg finden kann, auf dem er sich läutert, sich aufwärts entwickelt und das Heil findet.

    43. Alle Menschen glauben an mein Dasein, weil sie Geist besitzen und das tiefinnerliche Wissen bewahrt haben, dass Ich existiere. Selbst jener, der Mich leugnet, glaubt an Mich, denn meine Gegenwart ist in ihm und in allem, was ihn umgibt. Aber der Mensch ist den materiellen Anreizen und den Versuchungen erlegen. Und die Finsternis, die er auf diese Weise geschaffen hat, ist das, was der Menschheit nicht erlaubt, den Glanz zu schauen, mit welchem der Heilige Geist sich ihr in dieser Zeit nähert. Doch es wird keine menschliche Macht und keinen Geist geben, der meine Macht, mein Licht oder meine Liebe besiegt. Aber wenn die Kinder schluchzend vor den Vater treten, werden die einen um Vergebung bitten, und ihnen wird um ihrer Demut willen vergeben werden; die anderen werden Mich fragen: „Vater, warum hast Du mich bestraft?“ Ihnen werde Ich sagen: Ich strafe niemals; ihr habt auf eurem Wege nur das geerntet, was ihr auf ihm gesät habt. Ihr vermochtet nicht die Gesundheit des Körpers und des Geistes zu erhalten; doch wer meine Gesetze herausfordert oder sie verletzt, richtet sich aufgrund derselben selbst.

    44. Lebt in Einklang mit den Naturgesetzen und den geistigen Gesetzen, und ihr werdet immer an Leib und Geist gesund sein.

    45. Viel Wissenschaft besitzt die Menschheit heute, aber mit ihr hat sie eine befremdliche Welt geschaffen, die sie von dem trennt, was natürlich ist, vom Quell des Lebens, von den Elementen der Natur, die Ich ihr zu ihrer Erhaltung und Erquickung anvertraut habe. Wie kann der Mensch, der so lebt, an Leib und Geist gesund sein?

    46. Die Erde ist wie eine Mutter, die ihre Arme ausbreitet, um euch vom Augenblick eurer Geburt an zu umfangen; die Luft, die ihr auf ihr atmet, hat Ähnlichkeit mit meinem göttlichen Odem; das majestätische Königsgestirn, in seiner Pracht wie eine Feuerfackel, ist ein Abbild des Allmächtigen, denn es ist Licht, Wärme und Leben. Ihr habt in dieser eurer Natur auch das Wasser, welches der Wahrheit gleicht, weil es kristallklar, durchsichtig und rein ist; es löscht den quälenden Durst, läutert und reinigt; unter seiner Wirkung werden die Felder fruchtbar und keimen die Saaten. Diese vier Elemente, vereint durch Gesetze göttlicher Weisheit, bilden in ihrer Einheit und ihrem Zusammenklang eure Heimstätte. Um auf ihr zu leben, um sich ihrer bewusst zu erfreuen und in völliger Übereinstimmung mit ihren Gesetzen zu leben, beschenkte Ich den Menschen überreich mit allen Eigenschaften, Kräften und Sinnen, die für das Leben notwendig sind.

    47. Warum also — wenn ihr gewiss seid, dass Ich euch liebe — nennt ihr Mich ungerecht, wenn ihr durch eigene Schuld leidet, und sagt, dass der Vater euch züchtigt?

    48. Meine Liebe ist unwandelbar, sie kann nicht größer sein, weil sie vollkommen ist, noch kann sie jemals kleiner werden. Den Beweis dafür habe Ich euch gegeben, als Ich euch dies Leben gewährte, das eure Herberge ist und das sich immer verschwenderisch und mütterlich euch gegenüber zeigt. Hat euch einen einzigen Tag lang das Licht der Sonne gefehlt? Hat euch die Luft irgendeinmal nicht belebt? Sind die Meere ausgetrocknet, oder fließen die Flüsse nicht mehr, deren Wasser die ganze Erde umspült? Und der Planet in seinen Umdrehungen, ist er irgendeinmal unter euren Füßen entwichen, um euch ins Leere zu schleudern?

    49. Ich habe Mich nicht geirrt in dem, was Ich geschaffen habe, der Mensch jedoch hat den vorgezeichneten Weg und das Leben verfehlt; aber bald wird er zu Mir zurückkehren wie der Verlorene Sohn, der sein ganzes Erbe vergeudete.

    Mit seiner Wissenschaft hat er eine neue Welt geschaffen, ein falsches Reich. Er hat Gesetze gemacht, hat sich einen Thron errichtet und sich mit einem Zepter und einer Krone ausgestattet. Doch wie vergänglich und trügerisch ist seine Herrlichkeit: ein schwacher Hauch meiner Gerechtigkeit genügt, dass seine Grundfesten erbeben und sein ganzes Reich zerfällt. Jedoch das Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und Liebe ist dem Menschenherzen ferne, das es nicht zu gewinnen vermochte.

    50. Das Vergnügen und die Befriedigungen, die das Werk der Menschen ihnen beschert, sind nur eingebildet. An ihren Herzen nagt der Schmerz, die Ruhelosigkeit und die Enttäuschung, die sich hinter der Maske des Lächelns verbergen.

    Das hat man aus dem menschlichen Leben gemacht, und was das Leben des Geistes betrifft und die Gesetze, die ihn regieren, so sind diese verdreht worden, weil man vergaß, dass es auch Kräfte und Elemente gibt, die den Geist beleben und mit denen der Mensch in Kontakt bleiben muss, um den Prüfungen und Versuchungen standzuhalten und auf seinem Aufstiegswege zur Vollkommenheit alle Hindernissen und Widrigkeiten zu überwinden.

    51. Dies Licht, das aus der Unendlichkeit zu jedem Geist gelangt, stammt nicht vom Königsgestirn; die Kraft, welche der Geist aus dem Jenseits empfängt, ist nicht Ausfluss der Erde; die Quelle der Liebe, Wahrheit und Gesundheit, welche den Wissensdurst des Geistes löscht, ist nicht das Wasser eurer Meere oder eurer Quellen; die Atmosphäre, die euch umgibt, ist nicht nur materiell, sie ist Ausfluss, Atem und Inspiration, welche der menschliche Geist direkt vom Schöpfer aller Dinge empfängt — von Jenem, der das Leben geschaffen hat und es mit seinen vollkommenen und unwandelbaren Gesetzen regiert.

    52. Wenn der Mensch ein wenig guten Willen daransetzte, auf den Weg der Wahrheit zurückzukehren, würde er augenblicklich die Liebkosung des Friedens als einen Ansporn verspüren. Aber wann immer der Geist sich unter dem Einfluss der Materie vermaterialisiert, erliegt er deren Krallen, und anstatt der Herr dieses Lebens zu sein — der Steuermann, der sein Schiff lenkt, wird er zum Sklaven der menschlichen Schwächen und Neigungen und erleidet Schiffbruch in den Stürmen.

    53. Ich habe euch schon gesagt, dass der Geist vor dem Körper kommt, so wie der Körper vor der Kleidung. Diese Materie, die ihr besitzt, ist nur eine vorübergehende Bekleidung des Geistes.

    54. Niemand ist durch Zufall geboren worden, und wenn jemand sich für noch so unbedeutend, unfähig und armselig hält, so ist er doch durch die Gnade des Höchsten Wesens geschaffen worden, welcher ihn ebenso liebt wie die Wesen, die er für überlegen hält, und er hat eine Bestimmung, die ihn wie alle zum Schoße Gottes führen wird.

    55. Seht ihr jene Menschen, die als Ausgestoßene auf den Straßen dahinziehen und Laster und Elend mit sich schleppen, ohne zu wissen, wer sie sind und wohin sie gehen? Wisst ihr von den Menschen, die noch immer in Wäldern leben, von Raubtieren umlauert? Niemand ist von meiner Vaterliebe vergessen, alle haben sie eine Aufgabe zu erfüllen, alle besitzen sie den Keim zur Entwicklung und sind auf dem Wege, auf dem die Verdienste, die Anstrengung und der Kampf den Geist Stufe um Stufe zu Mir bringen werden.

    56. Wo ist jemand, der — wenn auch nur für einen einzigen Augenblick — meinen Frieden nicht ersehnt hat und sich nicht wünschte, vom irdischen Leben befreit zu sein? Jeder Geist hat Heimweh nach der Welt, die er zuvor bewohnte, nach dem Heim, in welchem er geboren wurde. Jene Welt erwartet alle meine Kinder und lädt sie ein, sich des ewigen Lebens zu erfreuen, das manche ersehnen, während andere nur den Tod erwarten, um dann aufzuhören zu sein, weil sie einen verwirrten Geist haben und ohne Hoffnung und ohne Glauben leben. Was könnte diese Wesen dazu bewegen, für ihre Erneuerung zu kämpfen? Was könnte in ihnen die Sehnsucht nach Ewigkeit erwecken? Sie erwarten nur das Nicht-mehr-Sein, das Schweigen und das Ende.

    57. Doch das „Licht der Welt“ ist zurückgekehrt, „der Weg und die Wahrheit“, um euch durch seine Vergebung zum Leben auferstehen zu lassen, um euer müdes Angesicht zu liebkosen, euer Herz zu trösten und zu bewirken, dass der, der sich nicht für wert hielt zu existieren, meine Stimme vernimmt, die ihm sagt: Ich liebe dich, komme zu Mir!

    58. Doch ebenso, wie Ich in euch ein Sehnen nach Ewigkeit und Vollkommenheit erwecke, sage Ich euch auch: Glaubt darum nicht, dass Ich will, dass ihr das materielle Leben missachtet. Legt meine Unterweisungen nicht falsch aus. Alles, was geschaffen und auf die Erde gestellt wurde, dient eurem Glücke.

    59. Die Patriarchen und die Gerechten zeigten euch mit ihrem Beispiel, auf Erden glücklich zu leben, indem sie sich der natürlichen Güter erfreuten und zugleich das Geistige Gesetz erfüllten. Nehmt sie zum Vorbild, und ihr werdet gesund und stark sein. Ich will ein starkes Volk unter euch haben, das kämpft und die Wahrheit verteidigt. Wenn Ich euch lehren würde, euch von der Natur abzusondern, dann würde sie sich gegen euch wenden.

    60. Bei Gott gibt es keine Widersprüche, auch wenn die Menschen manchmal glauben, sie in meinen Unterweisungen zu finden. Um euch zu helfen, sie zu verstehen, habe Ich eure Augen für das Licht aufgetan und euch gesagt: Wenn ihr die Gesundheit eures Körpers erstrebt, so kehrt in die Arme eurer Mutter, der Natur, zurück, aus der eure körperliche Hülle hervorging, in deren Schoß ihr euch gewiegt habt, mit der ihr verschmelzen werdet, wenn ihr Inneres euch von neuem aufnimmt. Auch habe Ich euch gesagt: Wenn ihr einen starken und gesunden Geist besitzen wollt und die Hoffnung, den Lohn zu erlangen, den Ich euch verheißen habe, so lebt mein Gesetz, indem ihr die Gebote erfüllt, die euch sagen: „Du sollst deinen Gott lieben von ganzem Herzen und ganzem Geist“, und „Liebet einander“.

    61. Um mein Gesetz zu erfüllen genügt es nicht, von Mir zu sprechen, noch ist es genug, dass ihr große Erforscher meines Werkes seid, um zu glauben, dass ihr meine Apostel seid; denn größer wird vor Mir jenes schlichte Gemüt sein, das mein Wort nicht auszudrücken versteht, aber das stattdessen Liebe und Barmherzigkeit unter seinen Mitmenschen auszuüben versteht.

    62. In der Zweiten Zeit genügten Mir drei Lehrjahre und zwölf Menschen, um die Menschheit umzuwandeln. Heute haben viele Jahre der Vorbereitung und eine große Zahl von Jüngern nicht ausgereicht.

    63. Der Grund ist, dass ihr zu sehr dem Materiellen verhaftet seid. Nur fünf Minuten denkt ihr an Mich, und den Rest der Zeit widmet ihr den weltlichen Beschäftigungen.

    64. Ich flöße euch neuen Mut ein, damit ihr auf eurem Entwicklungsweg nicht stehenbleibt. Wachet, denn bald werdet ihr erleben, wie es mit den Herren der Welt ein Ende nimmt, und wenn sie abtreten, wird es keine Sklaven mehr geben. Dann wird die Menschheit sich als eine einzige Familie betrachten. Aus den Herzen der Menschen wird ein Fünkchen gegenseitigen guten Willens hervorbrechen, und der Friede wird zu ihnen kommen.

    65. Verirrte Geister, Geister ohne Frieden und ohne Gesetz, kommt herbei! Nicht Finsternis oder das Nichts ist das, was euch erwartet, es ist meine Vaterliebe, es ist die Harmonie aller Welten und Wesen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 79

    1. Einige haben mein Wort in dieser Zeit frühzeitig gehört, andere sind spät gekommen, doch wahrlich, Ich sage euch, nicht die Länge oder die Kürze der Zeit, in der ihr Mir zugehört habt, ist es, was euch geistigen Aufstieg und Fortschritt geben wird, sondern die Inbrunst und die Liebe, mit der ihr meine Lehre umarmt, und die Barmherzigkeit, die in euren Werken vorhanden ist.

    2. Kommt zu Mir, die ihr müde, traurig und nach Liebe hungernd seid — jene, welche die Menschheit schlecht behandelt hat. Kommt zu Mir, ihr Kranken. Ich werde euch die süße Liebe meiner Barmherzigkeit fühlen lassen. Ich will euren Kummer beseitigen und euch zu Kindern des Friedens, des Lichtes und des Glaubens machen.

    Ihr fragt Mich, warum Ich zu euch gekommen bin: Weil Ich sehe, dass ihr den Weg vergessen habt, auf dem ihr zu dem Schoße zurückkehren sollt, aus dem ihr hervorgegangen seid, und Ich zeige ihn euch von neuem.

    3. Der Weg ist mein Gesetz, und durch dessen Befolgung wird der Geist Unsterblichkeit erlangen. Ich zeige euch die Pforte, die ebenso schmal ist wie der Weg, den Ich euch seinerzeit mit meiner Unterweisung vor Augen führte.

    4. Ich baue derzeit den Tempel wieder auf, auf den Ich Mich bezog, als Ich meinen Jüngern, die bewundernd den Tempel Salomons betrachteten, sagte: „Wahrlich, Ich sage euch, von ihm wird kein Stein auf dem andern bleiben, doch Ich werde ihn in drei Tagen wiederaufbauen.“ Ich wollte damit sagen, dass jeder äußerliche Kult, so prächtig er den Menschen auch erscheint, aus dem Herzen der Menschen verschwinden wird, und Ich an seiner Stelle den wahren, geistigen Tempel meiner Göttlichkeit aufrichten werde. Jetzt ist die Dritte Zeit, das heißt der dritte Tag, an dem Ich den Wiederaufbau meines Tempels beenden werde.

    5. Jünger, mein Wort ergießt sich über euren Verstand, damit, wenn die Stunde kommt, in der ihr es nicht mehr hört, in euren Herzen kein Hunger oder Durst vorhanden ist, Mich zu hören.

    6. Liebt einander schon hier auf Erden und denkt daran, dass ihr alle durch unlösliche geistige Bande verbunden seid, und dass unweigerlich der Zeitpunkt kommen wird, an dem ihr alle in der Geistigen Welt vereint seid. Verursacht nicht nur Selbstanklagen für jenes Leben, und wartet nicht, bis ihr euch in Gegenwart jener schämen müsst, die ihr beleidigt habt.

    7. Diejenigen, die die Sehergabe entwickelt haben, können meine Gegenwart bezeugen; doch jene, die sie nicht zu entwickeln vermochten, und denen Glauben fehlt, sagen: „Ich möchte sehen, um glauben zu können.“

    8. Ihr möchtet, dass Ich euch meine Wunde zeige, um sie zu betrachten und eure Finger in sie zu versenken. Doch Ich sage euch: Thomas erbat zwar diesen Beweis und er wurde ihm gewährt, doch hernach weinte er über seinen Mangel an Glauben und gab sein Leben hin, um meine Lehre zu bezeugen. Wenn Ich euch diese Gnade gewährte — würdet ihr das gleiche tun wie jener Jünger?

    9. Der Tag, an dem Ich euch meine Unterweisung gebe, ist ein Gnadentag, weil der Friede meines Geistes sich auf das ganze Universum ergießt. Als uneingeschränkter Herr alles Geschaffenen mache Ich meine Gegenwart in allen fühlbar und fordere von jedem Wesen und jeder Kreatur, dass es Mir die Erfüllung seiner Aufgabe vorweist. Zuletzt suche Ich meinen Tempel im Herzen des Menschen, um in ihm zu wohnen.

    10. Das Volk, das mein Wort vernimmt, weiß nicht, ob seine Werke, wenn es sie Mir vor Augen führt, sich Mir als wohlgefällig erweisen. Ach, wenn ihr doch statt Furcht nur Wonne verspürtet, wann immer mein Göttlicher Strahl herabkommt. Doch euer Glaube ist klein, und euer Ahnungsvermögen hat euch noch nichts über die Schlacht gesagt, die auf euch zukommt, weshalb es notwendig ist, dass Ich euch sage, dass unter dem Lichte, welches das Sechste Siegel verbreitet, sich alle Glaubensgemeinschaften, Religionen und Sekten der Erde vereinen werden, um dem einen Gott, den alle suchen, eine einzige Art der Anbetung darzubringen.

    11. Auf diese trockenen Felder ist der fruchtbringende Regen des Schmerzes herabgefallen, und bald werden sie dafür aufnahmefähig sein, den geistigen Samen zu empfangen. Ich bilde derzeit ein Volk heran, das von Tag zu Tag wachsen wird. Ich werde es aus Menschen aller Rassen bilden, und seine erste Aufgabe wird darin bestehen, mit seinen Werken der Liebe Furchen auf der Erde zu ziehen, um später die Saat meiner Wahrheit zu säen.

    12. Wie sehr müsst ihr noch über meine Lehre nachdenken und euer Herz zubereiten, um euren Mitmenschen durch die Liebe und die Barmherzigkeit eurer Werke ein wahrhaftiges Zeugnis und Vorbild zu bieten!

    13. Nutzt diese Unterweisungen, denn dies ist der Augenblick, an dem mein Licht, wenn es zu dem Verstandesorgan des Stimmträgers gelangt, auf seinen Lippen zum Worte wird und zu euch vom Geistigen Reiche spricht, das ihr alle zu bewohnen eingeladen seid.

    14. Ich spreche zum Menschen, dessen Wesen dem Schöpferquell Gottes entsprang, und welcher, da er den Göttlichen Hauch in seinem Geiste empfing, in der Lage ist, seinen Vater zu verstehen und geistige Zwiesprache mit ihm zu halten.

    15. Ich bin euer Vater, aus meinem Geiste kam die Idee, euch zum Leben erstehen zu lassen, und diese Eingebung wurde verwirklicht. In meinem Geiste war der Wille, euch zu schaffen, und der Mensch wurde geschaffen. Ich wollte, dass ihr Ähnlichkeit mit Mir haben würdet, wie es zwischen einem Vater und seinen Kindern sein muss, und Ich gab euch Geist, und durch diesen Geist werdet ihr unter allen Geschöpfen die Mir nächsten sein.

    16. Ich habe dem Geist eine Aufgabe in der materiellen Welt anvertraut, damit er in ihr ein weites Feld für seine Entwicklung finde, eine Welt von Erfahrungen und kleinen und großen Prüfungen, welche Stufenleiter, Prüfstein und Sühnetal sein würden.

    17. Dem Geist wurde der menschliche Körper anvertraut, damit er in ihm das wirkungsvollste und vollkommenste Mittel finde, um sich zu entwickeln — ein Körper, der mit einem Gehirn ausgestattet ist, damit der Geist durch dasselbe seine Intelligenz bekunde; ein Träger von empfindlichen Nerven, damit er jedes Körpergefühl wahrnehme. Auch wurde in den Körper das Herz gepflanzt, damit die Liebe und alle guten Gefühle, die von ihm ausgehen, einen menschlichen Vermittler haben sollten. Doch Ich wollte, dass diese vom Vater mit so viel Gnade beschenkte geschöpfliche Kreatur, die dem in ihr inkarnierenden Geist als Stütze dienen würde, schwach sein sollte, damit der Geist in ihr kämpfe und sich niemals den Neigungen des Fleisches überlasse.

    18. Das Fleisch in seiner Schwachheit ist eigenwillig und sinnlich, es liebt das Niedere, und daher muss es regiert werden. Wer könnte diese Aufgabe besser erfüllen als der Geist, der mit Kraft, Licht, Intelligenz und Willen ausgestattet ist? — Damit der Fortschritt und die Entwicklung des Geistes vor Gott und vor ihm selbst verdienstvoll sein würde, wurde ihm der freie Wille gewährt, um den Weg des Guten oder des Bösen zu wählen, um so durch sich selbst aufwärtszusteigen oder zu fallen.

    19. So entstand der Kampf im Inneren des Menschen, ein Kampf des Geistes mit dem Körper. Wer wird wohl als Sieger aus der Schlacht hervorgehen? — Der Geist hatte keine Waffen, weil er seinen Entwicklungsweg erst begann; die Welt und die Materie dagegen hatten viele Waffen, um ihn zu besiegen, viele Versuchungen, um ihn zu Fall zu bringen, und viele Fallstricke, um ihn darin zu verderben.

    20. Der Vater — vorausschauend und barmherzig und auf den Sieg und das Heil des Geistes bedacht — entzündete in ihm ein Licht, das auf dem ganzen Weg als Leuchtfeuer dienen sollte, das ihn in der Finsternis leitet — ein innerer Richter bei jedem vollbrachten Werke — ein Berater, der den Menschen immer zum Guten anstiften und so davor bewahren würde, Fehler zu begehen. Dies Licht, das über den Geist zum materiellen Wesensteil des Menschen gelangt, ist das Gewissen, ist der göttliche Funke, der niemals erlischt — der Richter, der niemals zu bestechen ist — das Leuchtfeuer, das niemals seine Lage ändert — der Führer, der niemals den Weg verfehlt.

    21. Dies sind die drei Teile, aus denen der Mensch besteht, das heißt seine drei Naturen — die göttlich-geistige, die geistige und die materielle in einer vollkommenen Vereinigung, damit der Geist über die Prüfungen, über die Leidenschaften und die Stürme der Welt triumphiert und schließlich das Geistige Reich in Besitz nehmen kann.

    22. Wenn ihr in Betracht zieht, dass die Sünde, die Irrtümer, die Leidenschaften und das Böse in all seinen Formen unter den Menschen immer das Übergewicht hatten — glaubt ihr da, dass man sagen kann, dass der Geist die Schlacht verloren hat, oder dass das Gewissen kein Gehör gefunden hat? — Im Augenblick könnt ihr dies annehmen; denn es sind keine kleinen Prüfungen gewesen, denen die Menschen unterworfen waren, und daher haben viele dieselben nicht bestanden, und es war notwendig, dass sie in ihrem Sturz den Kelch des Leidens leerten, damit sie erwachen und auf jene Stimme hören würden, die so lange Zeit hindurch überhört worden ist.

    23. Jetzt ist die Zeit des Gewissens, des Gerichts und der Endabrechnung, so wie die Zweite Zeit die des Anbruchs der Vergeistigung und die Erste die des Naturgesetzes war.

    24. Ich habe Mich der Menschheit in drei verschiedenen Formen offenbart, wobei diese drei Formen jedoch einen einzigen Wesenskern darstellen; daher sehen manche drei Gottheiten, wo nur eine vorhanden ist.

    23. Ich bin Einer, und erlaube nur, dass ihr Mir eine Dreieinigkeit zuschreibt, wenn ihr begreift, dass Ich Mich in der Ersten Zeit in Gerechtigkeit kundtat, dass Ich euch in der Zweiten Zeit meine Liebe offenbarte, und dass Ich euch für diese letzte Zeit die Weisheit aufsparte.

    26. Die Weisheit ist das Buch, das sich heute vor euch auftut und euch seinen Inhalt an unendlichem Licht, an ungeahnten Offenbarungen und nie erreichten Erkenntnissen zeigt. Nur dort werdet ihr erfahren, was jenseits von euch existiert, und ihr werdet euch dann den Grund für viele meiner Unterweisungen der Gegenwart und vergangener Zeiten erklären können.

    27. Was wisst ihr über das Jenseits? Was weiß der Mensch von dem, was nach diesem Leben kommt? Was wisst ihr über den Grund, warum ihr geboren werdet, und darüber, warum ihr sterbt?

    28. All das, was ihr Ungerechtigkeiten Gottes oder Ironie des Schicksals nennt und das ihr Gerechtigkeit nennen solltet, werdet ihr euch einleuchtend erklären, wenn ihr die Lektionen lernt, die euch das Buch der Weisheit in der Dritten Zeit durch euer Gewissen offenbart.

    29. Wurde euch nicht geweissagt, dass jedes Auge Mich in dieser Zeit schauen würde? Damit wollte Ich euch sagen, dass ihr alle die Wahrheit erkennen würdet, die Ich bin.

    30. Wie könnt ihr annehmen — obwohl ihr euch im Lichte des Heiligen Geistes befunden habt — dass ihr für immer in der Finsternis bleiben könntet?

    31. Betrachtet die Menschen, wie sie sich vernichten und hassen, einander die Macht entreißen, ohne vor dem Verbrechen, dem Betrug oder dem Verrat zurückzuschrecken. Da gibt es Menschen, die zu Millionen als Opfer ihrer Mitmenschen sterben, und andere, die unter der Wirkung des Lasters zugrundegehen. Ist etwa Licht in ihnen? Spricht etwa der Geist, der in ihnen lebt? Das, was da ist, ist Finsternis und Schmerz, das Ergebnis des Missbrauchs der Gabe der Willensfreiheit und des Nicht-Hörens auf die innere Stimme, und weil sie ihr Augenmerk nicht auf das Licht jenes Gottesfunkens richteten, den ihr alle in eurem Wesen tragt, welcher der göttliche Lichtstrahl ist, den ihr Gewissen nennt.

    32. Bis in den Abgrund ist der Mensch gesunken, und bis dorthin hat ihn das Gewissen begleitet in Erwartung des geeigneten Zeitpunkts, um Gehör zu finden. Bald wird diese Stimme sich in der Welt mit einer so großen Gewalt vernehmen lassen, wie ihr es euch jetzt noch nicht vorstellen könnt. Doch dies wird die Menschheit dazu bringen, aus ihrem Abgrund des Hochmuts, des Materialismus und der Sünde emporzusteigen, um sich in den Tränenströmen ihrer Reue zu waschen und damit zu beginnen, sich auf dem Wege der Vergeistigung aufwärts zu entwickeln.

    Ich werde allen meinen Kindern beistehen, denn Ich bin die Auferstehung und das Leben, das die „Toten“ aus ihrem Grab emporhebt. In jenem Leben, das Ich der Menschheit heute anbiete, werden die Menschen meinen Willen tun und aus Liebe auf die Willensfreiheit verzichten, überzeugt davon, dass, wer den Willen des Vaters tut, weder ein Knecht noch ein Sklave ist, sondern ein wahres Kind Gottes. Dann werdet ihr das wahre Glück und den vollkommenen Frieden kennenlernen, welche die Frucht der Liebe und der Weisheit sind.

    33. Volk, du bittest Mich um Vergebung für alle Fehler, die ihr begangen habt, denn mein Wort hat euren Geist tief bewegt. Doch Ich frage euch: Warum fühlt ihr nicht die gleiche Reue, wenn die Stimme eures Gewissens irgendeines eurer Werke missbilligt? Sind diese innere Stimme und diejenige, die sich durch diese Stimmträger kundgibt, etwa voneinander verschieden? Denkt nach und begreift, dass ihr Mich nicht immerdar in dieser Form hört, um euch zur Reue zu bewegen. Es ist notwendig, dass ihr euch nach und nach vergeistigt, und dass ihr die Stimme eures Gewissens von Tag zu Tag mit größerer Klarheit vernehmt, welches in euch als ein Buch der Weisheit und Liebe existiert.

    34. Begreift: Obwohl die Schöpfung dem Anschein nach abgeschlossen ist, entwickelt sich dennoch alles, verwandelt und vervollkommnet sich alles. Kann euer Geist sich etwa diesem göttlichen Gesetz entziehen? Nein, meine Kinder. Niemand kann das letzte Wort über das Geistige, über die Wissenschaft, oder über das Leben sagen, denn sie sind meine Werke, die kein Ende haben.

    35. Ich lehre euch, den Platz, den Ich einem jeden bestimmt habe, in würdiger Weise einzunehmen, und mit Folgsamkeit und zugleich mit Unbeirrbarkeit dem Pfad zu folgen, den meine Vaterliebe für euch angelegt hat. Mein Himmlisches Wort erleuchtet sowohl den, der die Stellung eines Herrn innehat, als auch den, der die Aufgabe eines Untergebenen erfüllt; es ist wie das Licht der Sonne, das alle bescheint.

    36. Noch haben die Menschen auf Erden nicht ihre größten Werke vollbracht — jene, die meinem Vaterherzen eine göttliche Genugtuung verschaffen. Noch immer erweisen sich ihre aus menschlicher Sicht wunderbaren Werke als klein, wenn ihre Urheber sie mit meinen Gesetzen der Liebe beurteilen. Das ist der Grund, weshalb viele Wissenschaftler sich nicht um das Geistige bemühen wollen, denn sie wissen, dass dort die Gegenwart Dessen ist, der alles weiß — Dessen, der alles sieht und alles richtet. Sie ziehen es vor, mein Dasein zu leugnen, in der Meinung, damit die Stimme ihres Gewissens zum Schweigen zu bringen.

    37. Glaubt nicht, dass Ich meine Kinder um der Tatsache willen schlecht beurteile, weil sie die Geheimnisse der Natur kennenlernen wollen. Nein, meine Weisheit ist das göttliche Erbe, das Ich für meine Kinder bereithalte. Doch Ich richte sehr wohl den Zweck oder die Absicht der Wissenschaftler, wenn diese Absicht nicht nach den Zielen ausgerichtet ist, für welche ihnen die Naturgeheimnisse offenbart wurden.

    38. Wenn Ich euch sage, dass meine Weisheit euer sein wird — glaubt ihr da, dass ein einziges Erdenleben ausreichen kann, um alles zu erfahren, was Ich euch zu offenbaren habe? Wenn Ich euch sage, dass ihr die menschliche Wissenschaft nicht erlangen könnt, ohne den weiten Entwicklungsweg zurückzulegen, so könnt ihr noch weniger die Erkenntnis des Geistigen erwerben ohne eine vollständige Entwicklung eures Geistes.

    39. Ich stelle nicht die Vergeistigung in einen Gegensatz zur Wissenschaft, denn dieser Irrtum war jener der Menschen, niemals der meine. Im Gegenteil, Ich lehre euch, das Geistige mit dem Materiellen in Einklang zu bringen, das Menschliche mit dem Göttlichen, das Vergängliche mit dem Ewigen. Dennoch erkläre Ich euch, dass man, um auf den Pfaden des Lebens zu wandeln, zuvor den Weg kennen muss, den euch das Gewissen bahnt, dessen Geistiges Gesetz dem Göttlichen Geiste entspringt.

    40. Der Mensch glaubt, nach seinem Willen zu handeln, er glaubt, von jedem höheren Einfluss auf ihn frei zu sein, und hält sich schließlich für unabhängig und für den Gestalter seines eigenen Schicksals, ohne zu ahnen, dass die Stunde kommen wird, in der alle begreifen werden, dass es mein Wille war, der sich an ihnen vollzog.

    41. Viele Werke der Göttlichen Gerechtigkeit werden auf Erden zu sehen sein; unter ihnen werdet ihr auch das erleben können, dass Wissenschaftler ungebildete, einfache Leute aufsuchen, die in ihrem Herzen den Samen der Vergeistigung tragen, oder die die Gabe der Zwiesprache von Geist zu Geist entwickelt haben, um durch sie die Offenbarungen zu vernehmen, die ihr Verstand nicht entdeckte.

    42. Dir, Volk, das Mir zuhört, sage Ich noch einmal, dass du meine Unterweisungen beherzigen sollst, denn der Zeitpunkt rückt näher, an dem diese Kundgebung zu Ende geht, und dann wird der, der sich nährte, lernte und das Geistesgut bewahrte, stark sein; doch wer es nicht verstand oder es nach seinem Gutdünken auslegte, wird schwach sein.

    43. Seht ihr, wie viele Menschenscharen Mich in dieser Zeit der Kundgabe durch das menschliche Verstandesorgan umgeben? Wahrlich, Ich sage euch, nach 1950 werden es nur noch wenige sein, die Mir nachfolgen.

    44. Heute versteht ihr nicht, was Ich euch sage, doch alsdann werdet ihr es begreifen.

    45. Erahnt mit eurem Geiste die Stufenleiter, die sich vor euch in die Unendlichkeit erhebt. Es ist wie ein leuchtender Pfad, der euch einlädt, zum Schoße des Vaters zu kommen, welcher ein Schoß des Friedens und unaussprechlicher Freude ist.

    46. Ich fand euch verloren wie Schiffbrüchige ohne Kompass, wie verirrte Wanderer in der Wüste; doch Ich sandte euch ein Licht, das euch half, einen Weg voller Hoffnung, Glauben und Trost zu finden, der euren Geist ermutigte und mit Lebenskraft und Energie durchflutete, um dem verheißenen Ziel entgegenzugehen.

    47. Am Ende der Stufenleiter, dort auf dem Gipfel, gibt es eine Heimstatt, zu der zu gelangen ihr alle bestimmt seid, die ihr jedoch durch Verdienste, durch Glauben, durch große Liebe und grenzenlose Barmherzigkeit erringen müsst, wobei ihr Hindernisse niederreißen, Widrigkeiten besiegen und Feinde überwinden müsst, bis ihr schließlich zum Neuen Gelobten Lande kommt, das nicht von dieser Welt ist.

    48. Diese Stufenleiter ist ein gerader Weg, auf dem es keine Fallstricke oder Labyrinthe gibt, womit Ich euch begreiflich machen will, dass ihr bei der Erfüllung meines Gesetzes keine Schwierigkeiten vorfinden werdet.

    49. Geht festen Schrittes auf diesem Wege, kämpft für euren Aufstieg, Ich werde euch stark machen. Begreift: Wenn es nicht mit meiner Macht und meinem Lichte ist — mit welchen Waffen wollt ihr dann kämpfen und euch verteidigen? Wenn Ich euch nicht mein Lichtschwert gewährte — womit würdet ihr eure Versuchungen überwinden? Wenn Ich euch nicht mit meinem Mantel deckte — wie könntet ihr euch von euren Feinden befreien? Doch wahrlich, Ich sage euch, auch meinen Schutz und das Licht meines Schwertes müsst ihr durch eure Verdienste gewinnen!

    50. Eure Spuren sollen auf dem geistigen Pfade sichtbar bleiben, der sich vor euch auftut. Es sollen Beispiele guter Werke, von Entsagungen, edlen Taten, hoher Liebe und Barmherzigkeit ohne Grenzen sein.

    51. Einem jeden ist seine Bestimmung vorgezeichnet durch seine geistige Aufgabe und seine menschliche Aufgabe. Beide müssen in Einklang miteinander sein und auf dasselbe Ziel gerichtet sein. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich werde nicht nur eure geistigen Werke in Betracht ziehen, sondern auch die materiellen, denn auch durch sie kann der Geist Verdienste erwerben, wenn in ihnen Liebe und Barmherzigkeit gegenüber euren Brüdern vorhanden ist.

    52. Ihr werdet nicht allein sein auf der Wanderschaft; vor euch gibt es viele Wesen — die einen sehr nahe und die anderen weiter entfernt — die gleichfalls Schritt für Schritt voranschreiten und die wachen und beten für die, die hinter ihnen wandern. Sie haben nicht die Wunschvorstellung, alleine anzukommen oder als erste, sondern ihren Brüdern den Weg zu ebnen, damit eines Tages die Freude der Ersten die Freude aller ist.

    53. Wie herrlich ist dieser Weg in meinen Augen! Wie erquickt sich mein Geist, wenn er den Fortschritt meiner Kinder und ihre Anstrengung sieht, aufwärtszusteigen, um neue Grade der Vollkommenheit zu erreichen!

    54. Da gibt es Wesen von allen Welten und Jenseitssphären, die einen im Geiste und die andern inkarniert, und alle erfüllen unterschiedliche Aufgaben. In der Unendlichkeit ist es, wo ihr eure Heimstatt errichtet, um morgen den Frieden des Geistes zu genießen.

    55. Solange ihr noch auf das Ziel zugeht — lasst euren Verstand zur Ruhe kommen, der manchmal einem Sturme gleicht, und lauscht auf mein Wort, schenkt ihm Aufmerksamkeit und ergründet es, denn es ist das Licht des Leuchtfeuers zu eurer Errettung. Viele sind als Schiffbrüchige zu Mir gekommen; doch Ich habe ihnen meinen Frieden gegeben, der wie ein Rettungsboot gewesen ist, und Ich habe sie von neuem aufs Meer entsandt, um ihre Brüder zu suchen, die verirrt sind.

    56. Wer die Gewissheit hatte, zugrundezugehen, und plötzlich spürte, dass eine behutsame Hand ihn vor dem Abgrund rettete, versteht natürlich seine Mitmenschen, wenn er sie in eben derselben Situation sieht und ihnen die Hand entgegenstreckt.

    57. Wer meine Liebe nicht kennt, wird sie seinen Mitmenschen nicht fühlbar machen können; doch wer sie während seines ganzen Lebens zu fühlen vermag, der legt Zeugnis von Mir ab und findet tiefe Beglückung darin, an seinen Mitmenschen das zu tun, was der Vater an ihm getan hat.

    58. O geliebtes Volk, der Meister möchte, dass du seinen Unterricht verstehst und nach seiner Unterweisung handelst. Ich habe euch gesagt, dass meine Lehre ein schmaler Weg ist; denn wenn ihr auf der einen Seite von ihm abweicht, werdet ihr euch von meinen Gesetzen der Liebe entfernen, und auf der anderen Seite werdet ihr in Gefahr sein, dem Fanatismus anheimzufallen, was Blindheit und Stillstand bedeutet. Die Versuchungen sind auf beiden Seiten des Pfades, doch das Göttliche Licht leuchtet immer vorn am Horizont und lädt euren Geist zur Aufwärtsentwicklung und zur Vollkommenheit ein auf dem geraden und schmalen Weg des Guten.

    59. Jemand fragt Mich in seinem Herzen: „Ist es zwingend notwendig, zu lieben, um das Heil zu finden?“ Doch der Meister antwortet: Nein, es ist nicht „zwingend notwendig“, zu lieben, um das Heil zu finden, denn Liebe wird nicht unter Zwang gegeben, sie soll natürlich und spontan entstehen. Derjenige, der diese Frage gestellt hat, tat dies nur deshalb, weil in ihm diese Empfindung noch nicht geboren wurde; doch sie wird schließlich in ihm keimen und erblühen, und dann wird er begreifen, dass die Liebe in dem Geist etwas ist, das mit ihm geboren wurde wie die Früchte der Erde; dass es das Natürlichste ist, dass er in seinem Herzen den Samen trägt, welcher ein Keim des Lebens ist. So ist die Liebe in dem Geist der Keim für die Ewigkeit.

    60. Ihr habt verstanden, Jünger; doch sogleich kommen euch Zweifel, ob diese Menschheit sich durch die Liebe retten kann, da es gerade dies ist, was ihr fehlt. Darauf sage Ich euch, dass die Liebe wie ein göttlicher Same ist, der niemals absterben kann, der im geheimsten Winkel des menschlichen Herzens verborgen bleibt, und wenn er bis jetzt noch nicht gekeimt hat, so nur, weil er nicht mit dem Wasser der Wahrheit bewässert wurde; denn das Wasser, das er empfangen hat, ist nur scheinbare Liebe gewesen. Selbstsucht, Falschheit, Heuchelei, leere Worte (vorgetäuschten) „Lichts“, das ist es, was das Herz der Menschen Tag für Tag erhält. Doch ist es möglich, dass das Herz sich von etwas nährt, das keine Lebensessenz der Ewigkeit enthält?

    61. Ich, der Göttliche Sämann, welcher die Felder mit Liebe bearbeitet, um ihnen Leben zu geben, kam, um sie mit meinem eigenen Blut zu bewässern, und jetzt, in dieser Dritten Zeit, werde ich euch einen weiteren Beweis der Macht und des Lebens geben, die der Same der Liebe in sich birgt.

    62. Wenn Ich euch „Arbeiter auf meinen Feldern“ genannt habe, geschah dies nicht, weil ihr es schon tatsächlich seid, sondern weil Ich will, dass ihr mit Mir zusammen an dieser Göttlichen Aufgabe arbeitet, eure Brüder aus Liebe zu retten.

    63. Ihr seid weit gewandert, und Ich sage euch in dieser Zeit: Haltet inne und ruht euch aus! Durch alle Wechselfälle des Lebens hindurch seid ihr meiner Spur treu geblieben. Lasst all diese Bitternis hinter euch, die ihr auf dem Lebensweg erfahren habt. Wenn ihr diesen Samen (meines Wortes) in euren Herzen aufzunehmen beginnt, erkennt ihr, dass Ich euch immer mehr übergebe und keine Rechenschaft darüber von euch fordere. Doch wisset, dass ihr die Pflicht habt, diesen Samen in eurem Leben zu pflegen, denn der Tag wird kommen, an dem Ich als Verwalter meiner Ländereien erscheine und von euch Rechenschaft verlange über eure Arbeit. Arbeitet mit Liebe und Eifer, aber auch mit Einfachheit und Natürlichkeit. Ich will nicht, dass sie euch Fanatiker nennen, Ich will nicht, dass mein Werk in eurem Verstande zu einer Besessenheit wird. Gebt meine Wahrheit durch wahre Nächstenliebe weiter und verlangt nichts dafür, denn Ich werde euch Gerechtigkeit widerfahren lassen.

    64. Seid frohgemut in dem Bewusstsein, dass ihr eine schöne Aufgabe habt, die euer Vater euch anvertraut hat, und denkt immer daran, dass, wenn euer Kreuz schwer ist, ihr den Allmächtigen als Beistand habt. Steigt den steilen Berghang hinauf, denn es ist nicht zwangsläufig Golgatha, das euch erwartet, sondern meine Vaterliebe.

    65. Wachet, damit diese Offenbarung von niemandem verfälscht wird. Läutert eure Andachtsformen, soviel ihr könnt, und vermehrt euer Verständnis und eure Vergeistigung. Mein Werk ist in jeder Hinsicht vollkommen; doch wenn ihr einmal etwas entdecken solltet, das ihr für unvollkommen haltet, so seid gewiss, dass diese Unvollkommenheit nicht göttlich ist, sondern menschlich. — Betet für alle Nationen der Welt, erkennt, wie sie Tag für Tag durch den Schmerz geläutert werden und sie sich immer wieder durch die Sünde beflecken. Betet, damit es in ihnen licht wird und sie — wenn sie den Zeitpunkt erkennen, an dem sie rein sind — diese Lauterkeit zu bewahren verstehen. Denn dann werden sie würdig sein, Mich bei sich zu haben, und genügend empfindsam, um meine Gegenwart zu fühlen.

    66. Ich segne alle Völker — jene, die Mich lieben, und die, welche Mich ablehnen — sowohl die, die Mir nachfolgen, als auch jene, die sich von Mir entfernt haben. Alle sind dazu berufen, in meine Gegenwart zu gelangen, und früher oder später werden sie den Weg finden, der sie zum Heim des Vaters führt, der sie liebevoll erwartet.

    67. Ihr alle werdet zu dem Tische gelangen, an dem sich „die Ersten“ erquickt haben, und ihr werdet erleben, dass genügend Plätze und Speisen da sind, die auch euch erwarten. Bringt dies Gleichnis zur Anwendung, sowohl im materiellen Leben, als auch im geistigen, und ihr werdet begreifen, dass für diejenigen, welche die Gesetze des menschlichen Lebens und die des Geistes erfüllen, kein Grund besteht, Schmerz fühlen zu müssen. Denkt über diese Unterweisung nach, und — auf das Innerste eures Herzens konzentriert — vernehmt die Stimme eures Gewissens.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 78

    1. Die Klarheit und Einfachheit meiner Unterweisung haben euch Mut gemacht, die ersten Schritte in der Dritten Zeit zu tun, und schon beginnt ihr meine göttlichen Worte zu stammeln. Ihr fangt an zu erkennen, dass es eine Erquickung für das Herz ist, den Schmerz eines Mitmenschen zu beseitigen und ihm Liebe und Barmherzigkeit entgegenzubringen.

    2. Nennt Mich nicht ungerecht, wenn euch für kurze Zeit Schmerz und Prüfungen bedrängen. Ihr müsst wissen, dass sie den Geist stärken, und dass dies Volk überdies zu allen Zeiten Werkzeug meines Willens gewesen ist, um der Menschheit durch dasselbe ein Vorbild zu geben. Seid stark, damit ihr in euren Heimsuchungen Beweise von Liebe und Gehorsam gegenüber meinem Willen gebt.

    3. Ergründet und begreift alle Unterweisungen, die Ich euch derzeit gebe, und macht keinen schlechten Gebrauch von ihnen, denn dann werdet ihr mit zerrissenen Kleidern und einem Herzen voller Bitterkeit zurückkehren wie der verlorene Sohn des Gleichnisses. Macht aus eurem Herzen eine Kornkammer und bewahrt dort das göttliche Saatkorn auf. Wenn die Zeit gekommen ist, werde Ich die Menschen herbeirufen und sie einladen, zu dieser Nation zu kommen, die ihre Tore für die Ausländer, für die Heimatlosen öffnen wird, welche Frieden, Licht und Gesundheit suchen. Und die Türen eurer Herzen sollen dann offen sein gleich jenen des Zweiten Jerusalems, der Geistigen Stadt, deren blendendes Weiß heller ist als Schneeflocken und deren Tore von Ewigkeit her offen stehen in Erwartung der Kinder des Herrn.

    4. Groß ist die geistige Mission der Einwohner dieses Landes. Bereitet daher eure Herzen, damit ihr jedem Mitmenschen Obdach gewährt, der sich an euch wendet, ohne Rasse, Hautfarbe oder äußere Erscheinung zu beachten.

    5. Euer Geist ist noch nicht fähig, die ganze Größe der Offenbarung zu begreifen, die er in dieser Zeit empfangen hat, doch euer Herz ahnt, dass etwas Großes zu euch herabgekommen ist. Eure Welt von früher ist verschwunden, seit ihr mein Wort vernommen habt, denn eure Selbstsucht wurde von ihm bloßgestellt. Diese Welt war klein, denn sie beschränkte sich auf die persönlichen Neigungen, auf das, was ihr auf Erden besitzt, und auf die unvollkommene Vorstellung, die ihr von dem habt, was das Gesetz Gottes ist. Jetzt hat sich euer Horizont bis zur Unendlichkeit hin erweitert, und in ihr ahnt ihr eine unbekannte Welt, die ihr schließlich durch eure geistige Aufwärtsentwicklung erobern werdet. Heute seht ihr in jedem menschlichen Wesen einen Bruder und in jedem Menschen ein Kind meiner Göttlichkeit. Heute betrachtet ihr das menschliche Leben als eine Stufe auf der unendlichen Stufenleiter eures Aufstiegs hin zum Schöpfer. Heute wisst ihr, dass die, die in diesem Tränentale leiden, von Gott nicht vergessen sind, dass alle das Licht seiner Liebe empfangen.

    6. Jünger, bleibt in dem Frieden, den Ich euch gebe, lasst nicht zu, dass die Welt mit ihren Versuchungen ihn euch entreißt, denn ihr sollt für eure Nächsten beten. Doch wie könnt ihr an sie denken, wenn in euren Herzen kein Friede ist? Überwindet die Schwierigkeiten eures Lebens, haltet sie nicht für unüberwindlich; die Kraft, die im Menschen ist, ist groß; was euch gefehlt hat, ist der Glaube. Seid beharrlich im Glauben, in den guten Werken, dann werdet ihr durch sie Berge versetzen.

    7. Meint nicht, dass euer Leben unfruchtbar ist, wenn ihr daran denkt, dass ihr keine großen Werke vollbracht habt. Wenn es rein ist, habt ihr etwas Gutes vollbracht, denn Ich habe euch gesagt, dass „die Letzten“ Mich durch die „Ersten“ erkennen werden. Nehmt diese Aufgabe gerne an.

    8. Ich empfange die Klage einiger Herzen, in der sie Mir darlegen, dass unter ihren Angehörigen Ungläubige sind, die vom Wege abgeirrt sind. Sie sagen Mir, dass sie viel mit ihnen gesprochen und nichts erreicht haben. Ich sage euch, dass ihr lernen müsst, durch Werke zu sprechen, auch durch Schweigen, dass ihr einfühlsam sein sollt, damit ihr nicht ungeschickt seid. Wenn ihr euch vorbereitet, wenn ihr beharrlich seid, wird euer Blick durchdringend werden, und ihr werdet dann nicht den günstigen Zeitpunkt verpassen, an dem ihr jenem Herzen die letzte Formung mit eurem „Meißel“ geben müsst. Euer Sieg wird euch zeigen, dass jene, die ihr für stark in ihrer Hartnäckigkeit hieltet, in Wirklichkeit schwach waren. Setzt meine göttlichen Ratschläge in die Tat um, dann werdet ihr bald Zeugnis von meiner Wahrheit geben. Ich werde euch diese Gnade gewähren, denn Ich habe euch mehr zu geben als ihr von Mir zu erbitten habt.

    9. Unter euren Angehörigen sind jene, die mein Werk oftmals mit ihrer Zunge zerrissen haben und euer Herz bluten ließen. Ich werde euch nicht rächen, denn meine Gerechtigkeit ist vollkommen; doch bald werde Ich sie heimsuchen, weil die Zeit gekommen ist, in der „jedes Auge Mich schauen wird.“

    10. Fragt euch selbst: Wäret ihr hier und würdet ihr Mir zuhören, wenn euch nicht der Schmerz heimgesucht hätte? Es gab manche, die lästerten, die schimpften und Mich ablehnten; aber der Schmerz war stärker als sie und beugte sie. Da kamen sie hierher zu meiner Kundgebung und weinten aus Reue. Heute segnen sie jenen Schmerz, der sie zu Mir kommen ließ.

    11. Euch kommt es zu, für die zu beten, die Mich heute verleugnen. Macht ihnen begreiflich, dass Ich im Verlangen nach eurem Geist komme, denn Ich sehe ihn hungernd und dürstend nach meiner göttlichen Lebenskraft. Ich wende Mich nicht an euren Körper, denn er hat auf Erden alles, wessen er bedarf.

    12. Ich muss euch sagen: Glaubt nicht, dass der Geist den menschlichen Körper und das Leben in der Welt unbedingt braucht, um sich entwickeln zu können. Aber die Lektionen, die er in dieser Welt erhält, sind doch von großem Nutzen für seine Vervollkommnung.

    13. Die Materie hilft dem Geiste in seiner Entwicklung, in seinen Erfahrungen, bei seiner Sühne und in seinen Kämpfen; dies ist die Aufgabe, die ihm zukommt, und das könnt ihr bei dieser Kundgebung meiner Göttlichkeit durch den Menschen bestätigt finden, bei der Ich Mich seines Gehirnes bediene und es als Empfangsgerät benütze, um meine Botschaft zu übermitteln. Begreift, dass nicht nur der Geist für das Geistige bestimmt ist, sondern dass selbst das Kleinste innerhalb des Materiellen für geistige Ziele geschaffen worden ist.

    14. Einen Denkanstoß und einen Aufruf richte Ich an euren Geist, damit er sich über den Einfluss des Materiellen, das ihn beherrscht, hinwegsetzt und sein Licht unter Anwendung der Gabe der Intuition dem Herzen und dem Verstande zukommen lässt.

    15. Dieses mein Licht bedeutet für euren Geist den Weg zu seiner Befreiung, diese meine Lehre bietet ihm die Mittel an, sich über das menschliche Leben zu erheben und Lenker all seiner Werke zu sein, Herr über seine Gefühle und nicht Sklave niederer Leidenschaften, noch Opfer von Schwächen und Nöten.

    16. Wenn der Geist sich vom Einfluss all dessen, was ihn auf Erden umgibt, beherrschen lässt, wird er schließlich in einem solchen Maße mit seinem Körper eins, dass er seine wahre Natur vergisst, dass er sich vom Geistigen Leben dermaßen weit entfernt, dass es ihm fremd wird, und so kommt es, dass, wenn sein Körper stirbt, er notwendigerweise verwirrt und verstört ist.

    17. Wie leicht stirbt der Körper, aber wie schwierig ist es für den Geist, der sich nicht vorzubereiten wusste, sich aus seiner tiefen Verwirrung zu befreien.

    18. Während die einen in ihrer Verwirrung an ihren toten Körper gebunden bleiben, glauben andere, da sie in ihrem Geist die Eindrücke seiner Körperhülle bewahren, weiterhin Menschen zu sein und können sich nicht zu der Heimstätte erheben, die ihnen entspricht, wobei sie an das gebunden bleiben, was sie auf der Welt liebten.

    19. Es gibt auf der Erde keinen bittereren Kelch noch einen stärkeren Schmerz als den der verwirrten Geister. Die Hindernisse, das Nichtbegreifen-Können dessen, was in ihrer Umgebung geschieht, die Gewissensbisse, das Heimweh nach dem, was sie verließen, die Einsamkeit, das Schweigen und die Unfähigkeit, aufwärtszusteigen, stellen das Feuer dar, in dem sie sich läutern müssen, bis sie das Licht erreichen.

    20. Glaubt ihr, dass es übertrieben ist, wenn Ich euch sage, dass von dieser Welt Millionen von Geistern im Zustand der Verwirrung scheiden? Es ist das Ergebnis der Unwissenheit der Menschen infolge ihres Mangels an geistiger Betrachtung und Gebet.

    21. Meine Lehre der Zweiten Zeit offenbarte den Menschen das Geistige Leben, aber anstatt meine Lehren zu ergründen und meine Gebote zu erfüllen, schufen sie um meine Lehren herum Religionsgemeinschaften, die sich auf die Einhaltung von äußerlichen Riten und Zeremonien beschränkten, die ihren Geistern kein Mehr an Licht gaben, sie jedoch vom Pfade der Erfüllung ihrer geistigen Aufgaben abbrachten.

    22. Manche unter euch fragen Mich, ob sie beim Verlassen dieses Lebens in die Finsternis fallen. Darauf sage Ich ihnen: Wenn sie mein Wort nicht ergründet haben und es auch nicht ausüben, wird es ihnen nichts nützen, unter diesen Scharen gewesen zu sein, die meiner Lehre des Lichtes lauschen.

    23. Das, was der Geist hegt und pflegt, das wird er auch ernten; dies ist das Gesetz und die Gerechtigkeit.

    24. Ich, euer Heiland, habe euch zu allen Zeiten den wahren Weg gewiesen, und Ich habe euch die Mittel offenbart, um Schmerz, Verwirrung und Finsternis zu vermeiden.

    25. Heute komme Ich ein weiteres Mal zu euch in Erfüllung dieser Aufgabe und mache Licht auf euren ungewissen Wegen, rüttle euch aus eurer Lethargie auf und erinnere euren Geist daran, dass er eine neue Heimstätte erwartet, zu der er vorbereitet kommen muss, um ewig in ihr wohnen und sich ihrer erfreuen zu können.

    26. Ich komme zu euch, um euch zu erwecken und euch zu fragen: Wer von euch ist Jünger aus eigenem Willen? — Niemand, Ich bin es, der euch berufen hat. Um aufs neue mein Wort zu vernehmen, musstet ihr verschiedene Male auf der Erde sein. Zwischen einer Einkörperung und der nächsten habe Ich euch eine Besinnungs- und Vorbereitungspause für ein neues Erdenleben gewährt.

    27. Solange der Geist im Erdenkörper ist, hat er Anteil an der Ermüdung desselben, und er bedarf nach einem Kampfe einer Erholungszeit ebenso wie der Besinnung, um den Plan zu gestalten, dem er folgen soll, bevor er eine neue Schlacht beginnt. Ohne diese Erholungs- oder Ruhepausen auf eurem Wege würdet ihr sehr wenig auf eurem Pfade vorankommen. Aber es ist notwendig, dass eine lautere und reine Lehre euch diese Lektionen in voller Klarheit lehrt, damit euer Herz, von dieser Wahrheit überzeugt, eine Erkenntnis der Ursache vieler der Erscheinungen und Ereignisse erlangt, die ihr ohne meine Offenbarung niemals zu begreifen vermöchtet. In meiner erbarmenden Liebe liegt die Zeit, das Leben, die Bestimmung aller, nichts entgeht meiner Macht.

    28. Ihr habt Mich zuerst als einen Vater kennengelernt, der in seiner Gerechtigkeit gegenüber euren Verfehlungen unerbittlich ist. Dieser Vater wandelte sich euch gegenüber in den gütigsten und liebevollsten Meister. Dennoch verstandet ihr es nicht, seine Unterweisungen richtig auszulegen, weil ihr glaubtet, dass Er diejenigen, die Ihn nicht lieben, mit ewigem Feuer strafe. Jetzt zeige Ich euch, dass der Vater seine Kinder nicht verstößt, nur weil sie Ihn nicht lieben; Ich lege euch dar, dass die Göttliche Liebe keine Grenzen hat, und dass diese Liebe und diese Gerechtigkeit durch das Gesetz der Wiedereinkörperung zum Ausdruck kommen, das Ich euch erläutert habe. Nun werdet ihr begreifen, dass es aufgrund dieses göttlichen Gesetzes keine Verfehlung gibt, so schwer sie auch sei, welche die ewige Bestrafung eines Geistes verdient. Um jedoch zu Mir zu kommen, müsst ihr zuvor diese Verfehlung wiedergutmachen.

    29. Was würde Ich bei euch erreichen, wenn Ich euch als Strafe tatsächlich ewiges Feuer zuteil werden ließe? Wie würdet ihr da ewig gegen einen Gott lästern, den ihr als ungerecht, grausam und rachsüchtig beurteilen würdet!

    30. Meine Pflicht als Vater ist es, euch auf Schritt und Tritt Gelegenheit zur Vervollkommnung zu geben und euch durch vollkommene Unterweisungen den rechten Weg zu zeigen. Ich habe euch gelehrt, euren Feinden zu vergeben und sie zu lieben, und habe euch gesagt: Tut an euren Mitmenschen das, was Ich nach eurer eigenen Erfahrung an euch getan habe. Würde Ich euch ein Beispiel hierfür geben, wenn ihr erlebtet, dass Ich die, die Mich nicht liebten, mit einer ewigwährenden Verdammnis bestrafe? Glaubt ihr, dass Ich nicht Macht habe, jene, die Mich gehasst haben, dazu zu bringen, dass sie Mich lieben? Sie sind es, denen Ich nicht ewige Strafe, sondern genügend Zeit gebe, damit aus ihnen das Licht, die Erneuerung und schließlich die Liebe hervorbricht. Ebenso, wie man wartet, bis die Erde fruchtbar ist, damit in ihr der Same keimt, so warte Ich auf euch, dass ihr mein Gebot erfüllt, das euch sagt: „Liebet einander.“

    31. Wer kann euren Geist in dieser Welt kennen? Die Geistlichen der Religionsgemeinschaften nicht, denn da sie sich selbst nicht kennen, können sie andere noch weniger erkennen. Eure Eltern mit all ihrem Einfühlungsvermögen sind kaum in der Lage, die Schwellen der Herzen zu überschreiten. Wenig, sehr wenig weiß die Menschheit von dem Geist, denn sie hat dies Licht mit Geheimnissen umgeben; doch es gibt da kein Geheimnis, nur Unwissenheit. Wer könnte dann in der Zukunft den Geist der Menschen auf Wege des Lichtes führen? Wer könnte ihn von seinen großen Irrtümern befreien? Nur meine Lehre — diese Lehre, die Ich in euren Geist schreiben werde. Aus ihr wird das Licht hervorbrechen, das euch den Weg weist, die Stimme, die euch führt. Doch wisset, dass ein jeder, der nicht auf diese Stimme achtet, welche sich in seinem Herzen voll Liebe hören lässt, den Ursprung seines geschöpflichen Seins verleugnet. Denn in dem Augenblicke, da Ich ihn aus meinem Geiste gebar, entzündete Ich in ihm diesen göttlichen Funken, welcher das Gewissen ist, damit es ihm während seines ganzen Daseins wiederhole, dass er mein Kind ist.

    32. Wahrlich, Ich sage euch, die Sünde und die Verwirrung in dem Geist sind nur vorübergehend gegenüber der Ewigkeit, weshalb die Läuterung und das Gericht nicht ewig sein können.

    33. Jetzt werdet ihr euch dessen bewusst, was ihr hinsichtlich eures Geistes getan habt und bezüglich des Schatzes an Unterweisungen, den ihr nicht genutzt habt. Die Stimme eures Gewissens wird klarer und stärker vernehmbar, sie spricht zu euch vom Vergangenen, vom Gegenwärtigen, und bereitet euch auf das Zukünftige vor. Lernt diese Stimme erkennen, denn in ihr spreche Ich zu euch, und wenn ihr sie vernehmt, so habt Glauben an sie. Weh euch, falls ihr zweifeln solltet! Diese Stimme wird euch immer zum Guten lenken; doch wenn ihr eine Stimme vernehmen solltet, die euch zum Bösen verführt, so ist es nicht die eures Gewissens — es ist die Stimme eurer Leidenschaften, die euch der Einfluss der Sinnenwelt eingibt.

    34. Morgen werden sie euch bekämpfen, weil ihr an diese Lehre glaubt. Denn ebenso, wie ihr euch beeilt und euch Mühe gebt, dies Wort zu ergründen, so werden die Menschen sich gleichfalls vorbereiten, um gegen euch zu kämpfen. Sie werden Wunder an menschlichem Wissen und Können vollbringen, um euch zu beweisen, dass sie die Wahrheit besitzen. Ihr dagegen sollt durch eure Werke der Liebe für eure Brüder ohne Prahlerei geistige Wunder vollbringen.

    35. Elias, der Wegbereiter, verkündet der Menschheit aufs neue die geistige Gegenwart des Herrn, das Kommen des Geistes der Wahrheit, welcher das Geheimnis der Wiedereinkörperung aufklärt und offenbart.

    36. Ich gebe euch dieses Wissen, weil die Welt euch umzingeln wird und euch weder nach Osten noch nach Westen, weder nach Norden noch nach Süden entkommen lassen wird. Dann sollt ihr von der Vollmacht Gebrauch machen, die Ich euch gegeben habe, um euch von euren Unterdrückern zu befreien.

    37. Fürchtet euch nicht, denn ihr seid nicht die einzigen auf der Welt, die die Befreiung ihres Geistes erstrebt haben. In dieser Zeit richten sich die Menschen auf im Verlangen nach Licht, nach Wahrheit und der Aufwärtsentwicklung des Geistes.

    38. Erinnert euch an Elias, welcher in der Ersten Zeit den wahren Gott bezeugte. Höret:

    39. Das Volk Israel verfiel der Abgötterei und betete einen heidnischen Gott an. Um es von seiner Verirrung und seiner Gottlosigkeit zu überzeugen, sprach Elias zu den Priestern des Götzenbildes in Gegenwart des versammelten Volkes auf einem Berg: „Errichtet einen Brandopferaltar aus dürrem Holz und legt das Opfertier darauf. Ich werde in gleicher Weise einen anderen Brandopferaltar herrichten. Ruft dann die Namen eurer Götter an, und ich werde den Namen meines Herrn anrufen, und der Gott, der Feuer herabsendet, um das Opfer zu verzehren, soll als der wahre Gott anerkannt werden.“

    40. Das Götzenbild blieb taub gegenüber den Bitten seiner Priester. Elias sprach zu ihnen: „Schreit lauter, damit euer Gott euch hört, damit er erwacht, denn vielleicht schläft er.“ Als die Götzendiener ihre Anstrengungen als vergeblich betrachteten, widmete sich der Prophet dem Gebet und bat seinen Herrn, sich als der lebendige und wahre Gott zu zeigen. Kaum hatte Elias sein Gebet zu Ende gesprochen, als ein Strahl vom Himmel herabfuhr und das Brandopfer verzehrte.

    41. Das Volk erkannte den Betrug der Baalspriester und erkannte zugleich, dass Jehova, der Gott Elias‘, der einzige und wahre Gott ist.

    42. Dieser Elias, der in jenen Zeiten für diese Zeit verheißen wurde, ist ein weiteres Mal unter euch. Der Göttliche Meister verhieß es euch in der Zweiten Zeit, und er ist zur rechten Zeit gekommen.

    43. Lasst Elias in jedem von euch sein, besonders, wenn ihr euch einer Prüfung unterworfen seht. Doch erinnert euch dann daran, dass Elias ganz Liebe, Glaube und Demut ist, damit ihr ihm nacheifert und dann an euch die Prophetie wahr wird.

    44. Viele Arten von Götzendienst existieren in der Gegenwart. Die Wissenschaft, der Krieg, das Gold, die Macht, der religiöse Fanatismus, die Vergnügungen sind andere zahlreiche Götzen, denen sich die Menschen bereitwillig unterwerfen.

    45. Nährt euch von meinem Worte, damit ihr stark seid. Bedenkt, dass ihr viele Worte werdet anhören müssen, die im Widerspruch zu dem sind, was Ich euch gelehrt habe, und keines davon darf euch verwirren oder euch zweifeln lassen.

    46. Das Buch ist aufgeschlagen, lest in ihm, denn so wie euer Vater ein Buch der Weisheit ist, könnt auch ihr ein Buch der Unterweisung und Erfahrung für eure Brüder sein.

    47. Das Leben, das euch umgibt, ist eines der so vielen Seiten des Göttlichen Buches. Darum habe Ich euch viele Male gesagt: Lernt die tägliche Lektion, die euch das Leben gibt. In dieser Zeit müsst ihr die guten Ratgeber werden, die mit Worten und auch durch Taten sprechen. Könntet ihr von Erneuerung reden, wenn eure Brüder euch an zwielichtigen Orten überraschen würden? Könntet ihr sie lehren, in Frieden zu leben, wenn sie entdecken sollten, dass in eurem Heim keine Eintracht vorhanden ist?

    48. Ich sehe, dass viele der Herzen dieses Volkes noch schlafen, ohne begreifen zu wollen, dass der Tag schon nahe ist, an dem Ich aufhören werde, euch meine Unterweisungen in dieser Form zu geben. Doch wenn sie erleben, dass das Buch sich geschlossen hat, werden sie ihr Unverständnis beweinen; aber dann wird es zu spät sein.

    49. Glücklich sind die, die sich vorbereiten und bereitfinden, dem Willen ihres Meisters zu gehorchen, denn sie werden beim Eintritt des neuen Zeitabschnitts sich in Gedanken mit Mir zu verbinden wissen und werden ausrufen: „Herr, dein Buch ist weiterhin offen.“

    50. Ich habe mein Wort mit dem Weizenkorn verglichen, das Ich mit unendlicher Liebe in euer Herz gesät habe. Das Herz ist das Erdreich, wo es zu keimen beginnt, weil euer Herz mit Empfindsamkeit ausgestattet ist; aber seine Eindrücke übermittelt es an dem Geist, welche in Wahrheit mein Wort bewahrt. Auch wenn das Herz seinen Vater vergisst und nicht mehr schlägt für das Leben, wird jenes Samenkorn in des Geistes aufbewahrt bleiben und der Zeitpunkt kommen, an dem es keimt. Dieser Zeitpunkt kann nahe oder ferne sein, je nach dem Erwachen des Geistes für die Liebe des Schöpfers. Doch da die geistige Entwicklung der Ewigkeit angehört, ist keine Ungeduld im Vater. Ihr seid es, die — ob als Menschen oder als Geistwesen — ihre Schritte beschleunigen müssen, um durch Ausübung des Guten leidvolle Erfahrungen zu vermeiden.

    51. Das Buch der Göttlichen Weisheit, mit sieben Siegeln versiegelt, wurde vom Lamme gelöst. Es war die Liebe des Göttlichen Meisters zu den Menschen, die bewirkte, dass sich ihnen die Geheimnisse seines verborgenen Ratschlusses offenbarten. Das Sechste Siegel zeigt seinen Inhalt in dieser Zeit und spricht von tiefen Wahrheiten, lässt euch die Zukunft eurer Welt schauen und bahnt euch den Weg zur geistigen Ewigkeit.

    52. Ich habe euch gelehrt, dass man durch das Gebet Weisheit erlangt; doch deshalb will Ich nicht, dass ihr eure Gebete verlängert. Ich habe von euch das Gebet von fünf Minuten verlangt, und damit will Ich sagen, dass ihr kurz beten sollt, damit ihr euch in diesen Augenblicken wirklich eurem Vater hingebt; doch eure übrige Zeit sollt ihr euren geistigen und materiellen Pflichten gegenüber euren Mitmenschen widmen.

    53. Besät euren Lebensweg mit Liebe, mit Barmherzigkeit und guten Werken, und wenn ihr dann die Materie verlasst und euren Geist von ihr befreit, wird er, statt zu den Niederungen der Sühne hinabzusinken, sich zu jenen Welten erheben, in denen er unter Lichtgeistern alle Frucht seiner Aussaat erntet. Wenn ihr euch nicht so verhaltet, werdet ihr Schmerz auf eurem Wege ernten, und dafür könnt ihr nicht Mir die Schuld geben, da Ich den Schmerz nicht geschaffen habe, obwohl Ich alles geschaffen habe, was euch umgibt. Der Schmerz ist eure Schöpfung, er ist das Ergebnis eurer Unvollkommenheiten. Ich lasse nur zu, dass ihr den Leidenskelch leert, weil Ich weiß, dass ihr euch nur vervollkommnen könnt, wenn ihr das Ergebnis eurer Werke kennenlernt, denn an der Frucht erkennt ihr den Baum.

    54. Jünger, stellt aus meinem Wort ein Gedenkbuch her, an dem ihr euren Geist erquicken könnt, und damit ihr morgen dies Zeugnis und diese Beglückung euren Brüdern bringen könnt. Mein Wort muss bis ans Ende der Welt gelangen und alle Geister anrühren, wodurch es das Leben der Menschen wandelt. Mein Wort wird das Wunder vollbringen, dass der Friede auf diese Erde zurückkehrt.

    55. Die Naturkräfte zeigen sich nur deshalb feindlich und gewalttätig, weil zwischen ihnen und den Menschen keine Harmonie besteht. Wenn die Menschen einmal in demselben Gehorsam gegenüber meinen Gesetzen leben, in dem die übrigen Geschöpfe leben, werden sie in diesem Planeten das Abbild des Ewigen Lebens erkennen, jenes Paradies, das in seinem Schoße diejenigen beherbergen wird, die sich läutern und auf dem Wege der Liebe aufwärts steigen, auf den Christus beständig hinweist.

    56. Derzeit ersteht das Volk Israel auf der Erde zu neuem Leben. Heute lebt es noch gefangen, aber mein Licht befreit es nun. Vor ihm zeigt sich der Weg und die göttliche Verheißung, die es einlädt, die Sandalen zu schnüren, den Wanderstab zu ergreifen, vor Jehova zu beten und sich in die Wüste zurückzuziehen im Verlangen nach der Göttlichen Stimme, nach dem Gesetze Gottes und seinen Wundern.

    57. Schon beginnt das Erwachen, schon habt ihr die Stimme Elias‘ gehört, des neuen Befreiers. Er hat euch zum Fuße des neuen Berges Zion gebracht, der sich in dieser Dritten Zeit vor eurem Geiste erhebt, damit ihr die lebendige Stimme des Herrn durch das menschliche Verstandesorgan vernehmt.

    58. Verzückt seid ihr bei der Göttlichen Stimme verharrt, als ihr sie hörtet; aber sie hat euch angekündigt, dass ihre Kundgebung kurz sein werde, damit ihr euch aufmacht, die begonnene Reise fortzusetzen, die euren Geist zu den Toren des Verheißenen Landes führen wird.

    59. Auch in anderen Teilen der Welt erwachen nun die Völker, weil Elias an ihre Pforten pocht.

    60. Ich habe euch Israel genannt, weil ihr das Wesentliche der Offenbarungen der Dritten Zeit sammeln werdet, weil ihr die sein werdet, die meinem Worte die geistige und richtige Deutung geben werden, und weil sich bei euch die Geschichte jenes Volkes wiederholen wird — mit seinen Prüfungen, seinen Kämpfen und seinen Schlachten, um das Gelobte Land zu erreichen, und endlich der Triumph, welcher in der Eroberung und dem Besitz eines Ideals bestand.

    61. Wisset, dass ihr Israel seid, denkt daran, dass ihr das Volk Gottes seid, macht euch dies Ideal zu eigen, damit ihr auf der langen Pilgerreise mutiger seid; doch posaunt nicht aus, dass ihr Kinder Israels seid, weil man euch nicht verstehen wird, sich vielmehr über eure Worte lustig machen wird. Wer wird schon darauf kommen, dass das Neue Israel das Israel nach dem Geiste ist?

    62. Bewahrt dieses durch euren Vater offenbarte Wissen in euren Herzen. Doch wenn die Auskundschafter und die Unwissenden zu euch kommen und euch fragen: Seid ihr das Volk Israel? so antwortet ihnen, wie Ich den Pharisäern und den Unwissenden antwortete, als sie Mich fragten, ob Ich der Sohn Gottes sei: „Ihr habt es gesagt.“

    63. Nachdem Ich euch dies gesagt habe, sollt ihr wissen, dass dies Volk, das sich noch kaum zu sammeln beginnt, auf seinem Wege andere Gemeinschaften dazu einladen wird, sich ihm anzuschließen — wobei es diese weniger durch das Wort, als durch das Vorbild einlädt — und dass es den geistigen Pfad von Dornen säubern wird, damit die Nachfolgenden den Weg gepflegt vorfinden; denn Ich lasse den Ruf an alle Völker und Nationen der Welt ergehen, da das Neue Volk Israel von Menschen aller Rassen, Klassen und Glaubensbekenntnisse gebildet wird.

    64. Diejenigen, die glauben, dass das wahre Volk Israel jenes der Ersten Zeit war, befinden sich im Irrtum; jenes war nur das Ebenbild des Volkes, das im Laufe der Zeit das wahre Volk Gottes sein soll, in welchem alle Menschen verschmelzen müssen, indem sie ihren Vater in ihren menschlichen Geschwistern lieben. So sagte es das Gesetz in der Ersten Zeit: „Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und von ganzem Geiste. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ So sagte es Christus in der Zweiten Zeit, als Er die Menschheit ein neues Gebot lehrte: „Liebet euch untereinander.“ Denen, die diese höchsten Gebote erfüllen, hat Elias in dieser Zeit verkündet, dass sie den Vater in all seiner Herrlichkeit schauen werden.

    65. Jedem wird eine Aufgabe anvertraut sein, und jedem werden seine Geistesgaben enthüllt sein, damit alle in sich selbst die Mittel haben, das Gute zu säen und Licht zu verbreiten. Auch in der damaligen Zeit wurde jedem Stamm eine Aufgabe anvertraut und ihm seine Geistesgaben offenbart, damit alle vereint dem Vater eine Frucht der Ergebung, der Harmonie und des Glaubens darbringen würden.

    66. Geliebtes Volk, Ich versorge euch mit allem, was ihr für die Wanderschaft benötigt. Eure Reisetasche wird von meinen Segnungen übervoll sein, und ihr sollt nicht befürchten, dass sie ausgehen. Doch wenn sich der Mangel einstellen sollte, um euren Glauben auf die Probe zu stellen, sollt ihr nicht vergessen, dass Israel in der Ersten Zeit von Moses lernte, dass, wer auf den Herrn vertraut, niemals zugrunde geht.

    67. Wache und bete, Israel! O Volk, das dazu bestimmt ist, das Banner der Vergeistigung durch die Welt zu tragen — lerne, in deinem Herzen die Stiftshütte zu tragen, in deinem Geiste die Bundeslade, und in deinem Gewissen das Gesetz.

    68. Macht euch auf den Weg und verkündet euren Mitmenschen, dass die Stunde der Freiheit gekommen ist, und dass jene Stimme, die in der Stille der Nacht zu hören ist, die Stimme Elias ist, welcher von einem Ende der Welt zum andern eilt und die eingeschlafenen Geister erweckt. Habt keine Angst vor dem Spott und Hohn eurer Mitmenschen; doch wenn die Welt euch hasst, so wisset, dass sie Mich vor euch gehasst hat.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 77

    1. Seid willkommen, geliebte Arbeiter, die ihr euch in meine Kampf- und Arbeitsgefährten verwandelt habt.

    2. Freudig bringen Mir jene die Frucht ihrer Arbeit dar, die dies Kreuz mit Liebe umfangen haben, denn sie sind glücklich, zu wissen, dass sie Ihrem Vater dienen. Andere kommen traurig und niedergeschlagen zu Mir; es sind jene, die, als sie hörten, dass man ihnen auf der Straße Ketzer, Verräter oder Hexenmeister nachrief, sich von Furcht und Scham ergriffen fühlten, und die sich seitdem vor den Blicken ihrer Mitmenschen verbergen, und wenn sie endlich einmal von meinem Werke sprechen, so tun sie es kurz, mit Furcht und Unsicherheit. Welche Frucht werden diese furchtsamen Herzen erzeugen können, und welchen Frieden kann ihnen das Wissen bringen, Schüler dieser Lehre zu sein?

    3. Ich will, dass meine Jünger sich bei allen Gelegenheiten als Herren ihrer selbst fühlen, dass sie durch ihre Liebeswerke vor ihren Mitmenschen die Wahrheit meiner Lehre bezeugen, das Antlitz erhoben und mit Frieden in ihrem Herzen, denn all dies wird ein Beweis der festen Überzeugung von der Wahrheit sein, der sie sich hingegeben haben, und ein Zeugnis von Glaube und Würdigkeit bei ihren Brüdern.

    4. Zu den Schwachen und Furchtsamen will Ich mit Worten sprechen, die ihren bedrückten Geist aufrichten und ihren Glauben entflammen. Ich will sie überzeugen, dass niemand auf der Welt ihnen eine vollkommenere und geistigere Lehre vorlegen kann als die, die Ich euch in dieser Zeit offenbart habe.

    5. Wenn diese Gewissheit ihr Herz durchdringt, werden sie sich nicht mehr vor den Blicken ihrer Mitmenschen verbergen, noch sich schämen, noch werden sie weiterhin schweigen. Sie werden ihr Antlitz erheben, werden in ihre Handlungen das Licht hineinlegen, das meine Unterweisung ausstrahlt, und werden niemandes Urteil fürchten, weil sie in Frieden mit ihrem Gewissen sind.

    6. Ich habe euch eine Lehre gegeben und habe sie euch mit leicht verständlichen Worten erklärt, damit ihr sie bald ausübt. Ich habe euch Grundsätze gelehrt, die ihr, da sie unzerstörbar in eure Herzen eingeprägt sind, euch in jedem Augenblicke eures Lebens vergegenwärtigen könnt, damit ihr ohne Zagen und ohne Furcht von meiner Wahrheit Zeugnis ablegen könnt, wenn die Menschen Beweise von euch verlangen.

    7. Ich habe euch keine Throne, Kronen oder Schätze der Welt geboten, sondern die Kenntnis der Fähigkeiten des Geistes. Doch wahrlich, Ich sage euch, eine einzige dieser Geistesgaben ist mehr wert als alle Reiche der Erde.

    8. Doch Ich sage euch: Obwohl ihr wisst, dass das, was Ich euch übergeben habe, von unendlichem Wert ist, sollt ihr deswegen nicht eitel werden. Seid euch bewusst, dass Ich, euer König, der Eigentümer alles Geschaffenen, demütig und ohne Prahlen zu euch gekommen bin.

    9. Wer mein Reich kennenlernen will, in ihm wohnen und seine Reichtümer besitzen will, muss sie durch Liebe und durch Demut gewinnen.

    10. Mein Geist lädt alle in mein Reich ein, nicht nur die Bewohner dieses Landes, sondern die Menschen aller Völker. Mein Same ist über die ganze Welt verstreut; es sind die mit dem Blute des Lammes Gekennzeichneten, die unter die Menschheit gekommen sind und weiterhin kommen werden, um die Frohe Botschaft weiterzugeben, die Menschen aus ihrer Lethargie wachzurütteln und den Weg zu ebnen. Sie werden große Menschenscharen erwecken und ihnen den Weg zur Vergeistigung weisen. Sie werden den Völkern vorangehen wie jener Stern, der die Magier in der Zweiten Zeit führte und ihnen den Ort der Geburt des Heilandes anzeigte.

    11. Es ist bestimmt, dass Ich Mich durch jeden meiner Gekennzeichneten bekunden werde, und meine Manifestationen werden voll Licht, Macht und Trost sein. Sie werden meine Wegbereiter sein, meine Propheten, meine Inspirierten, sie werden Apostel der Vergeistigung, Ärzte, Führer und Berater sein. All dies, von dem Ich zu euch spreche, stand bereits geschrieben und war vorhergesehen.

    12. Hier hattet ihr den Sendboten der Dritten Zeit, durch dessen Mund Elias sprach, welcher das Neue Zeitalter vorbereitete; ihr hattet die Stimmträger, durch deren Vermittlung mein Wort erklang. In anderen Gegenden wird man meine Botschaft in unterschiedlichen Formen haben, was der geistigen Zubereitung dienen soll, so wie es für euch diese Kundgabe getan hat.

    13. Die Botschaft wird kurz sein, doch wenn sie gegeben ist, werden die, die sie empfingen, sich aufmachen müssen, um ihr mit ihren Werken der Liebe Folge zu leisten.

    14. Die Menschheit wird sich durch diese Botschaften geistig vereinen, denn der Sinngehalt von ihnen allen wird ein einziger sein: Meine Wahrheit.

    15. Niemand verfälsche oder ändere den Sinngehalt meiner Offenbarungen, damit, wenn die Stunde eures Zusammentreffens kommt, ihr nicht an unterschiedlichen Auslegungen Anstoß nehmt.

    16. Ihr, die ihr eine klare und umfangreiche Offenbarung empfangt, wie es mein zum Wort gewordener Lichtstrahl ist, seid in dieser Ära die am meisten Verantwortlichen gegenüber diesem Werk und der Menschheit. Wohl den Jüngern, die meiner Unterweisung treu sind, gesegnet seien, die mein Wort emsig suchen, denn in ihnen wird Weisheit sein.

    17. Manche nehmen an meinen Kundgebungen aus Gewohnheit teil, und während mein Wort zu ihren Herzen spricht, schweifen ihre Gedanken an verschiedene Orte, entweder mit schweren Sorgen beschäftigt oder mit unnützen Plänen. Ich sage euch: Schlaft nicht bei meinen Belehrungen, denn ihr kennt nicht den Zeitpunkt, an dem Ich euch berufe, eine schwierige Mission zu erfüllen.

    18. Ihr fragt Mich, warum Ich Mich durch Vermittlung eines Unwissenden kundtue, und Ich sage euch, dass seine Unwissenheit in seinem ungeschulten Verstand ist, doch nicht in seinem Geist, welcher bereits entwickelt ist. — Einige sagen: „Herr, mit welcher Genauigkeit gehen deine Voraussagen in Erfüllung“ Andere sagen Mir mit Trauer in ihren Herzen, dass sie befürchten, es dem Verräter unter meinen Aposteln gleichzutun, von der schweren Last der Sorgen und Pflichten genötigt, die sie auf Erden haben. Doch Ich sage euch: Seht Mich an, Ich muss auf die Bedürfnisse aller Welten und aller Wesen achten, welche das Universum bilden, und komme dennoch zu euch herab, um euch ein Licht, eine Hoffnung oder einen Tropfen heilenden Balsams zu bringen.

    19. Ich versprach euch einstmals, zur Menschheit zurückzukommen, und hier bin Ich, um jenes Versprechen zu erfüllen, auch wenn viele Jahrhunderte vergangen sind. Euer Geist sehnte sich nach meiner Gegenwart in seinem Verlangen nach Frieden, in seinem Hunger nach Wahrheit, in seinem Sehnen nach Wissen, und mein Geist ist herabgekommen, um euch eine Unterweisung hören zu lassen gemäß der Zeit, in der ihr lebt. Wie können die Menschen weiterhin ein Leben führen wollen, wie sie es bisher getan haben? Es entspricht nicht mehr der Zeit, weiterhin in geistigem Stillstand zu verharren, oder in geistiger Trägheit in der Ausübung von Riten und Traditionen.

    20. Die Menschen sollten ihren Vater bereits besser kennen, in ihren Herzen den Schmerz ihrer Nächsten fühlen und mit den Augen des Geistes die Wesen schauen, die ohne Licht sind, die durch den Raum schweifen und ihre inkarnierten Brüder mit Schmerz und Dunkelheit erfüllen, damit diese sie mit ihren Gebeten auf den Weg des geistigen Aufstiegs führen.

    21. Zu eurer Rechten und eurer Linken sind die Bedürftigen, auch die für das Leben der Gnade Toten, und ihr lasst sie vorübergehen, weil ihr nicht wisst, was ihr mit ihnen tun sollt. Doch wenn ihr nicht wisst, was ihr an einem eurer Brüder tun sollt — was wollt ihr dann tun, wenn ihr seht, dass Weltkriege ausbrechen und der Schmerz sich vervielfacht und überschäumt? Ihr fühlt euch zu unbedeutend und machtlos, um denen, die leiden, irgendwie zu helfen.

    22. Es war notwendig, dass Ich in dieser Zeit des Schmerzes kam, um euch an vergessene Unterweisungen zu erinnern und euch neue Lehren zu offenbaren. Es wird nicht nötig sein, dass ihr Wunder tut, wie ihr sie euch vorstellt. Wahrlich, Ich sage euch, ihr vollbringt oftmals wirkliche Wunder, die nur Ich kenne, weil nicht einmal ihr euch derselben bewusst werdet.

    23. Ich bitte euch nur darum, dass euer Glaube groß ist, dass ihr das geistige Gebet ausübt, und dass ihr im Guten beständig bleibt, dann werden eure Augen Zeugen großer Wunder sein.

    24. Ich versprach der Menschheit, in einer anderen Zeit wiederzukommen, und hier bin Ich und erfülle mein Versprechen. Ich musste abermals kommen, um eine Unterweisung abzuschließen, die Ich euch während zweier Epochen offenbart hatte und deren letzter Teil für diese Dritte Zeit aufgespart war.

    25. Nicht euer Herz war es, das Mich erwartet hat, da es keine Kenntnis von der Verheißung meiner Wiederkunft besaß, weil mein Wort und meine Prophetien der Zweiten Zeit kaum bekannt sind. Euer Geist war es, der Mich empfangen hat, weil er mein Versprechen in sich bewahrte und durch den Weckruf des Gewissens die Gegenwart des Schöpfers zu fühlen vermochte und den Sinngehalt des göttlichen Wortes zu schätzen wusste, als es die zarten Saiten eurer Herzen berührte.

    26. Eine Gnadenzeit ist dies gewesen, in der ihr nach meinem Willen die Gegenwart des Geistigen sehr nahe fühlen solltet, da Ich mein Wort vermenschlichte, die Inanspruchnahme der Geistigen Welt für irdische Angelegenheiten bis zu einer bestimmten Grenze erlaubte und zuließ, dass ihr mittels der Gabe des geistigen Gesichts etwas vom Jenseits und auch von der Zukunft schautet.

    27. All diese geistigen Bekundungen haben euren Verstand für kurze Zeit geblendet, denn Ich finde euch verwirrt. Ihr hört mein Wort, und obwohl es klar ist, gelingt es euch nicht, seinen Sinngehalt zu begreifen. Ihr wisst, dass diese Lehre von Mir herniedergekommen ist, frei von jedem menschlichen Einfluss, und dennoch vermengt ihr sie mit Kulten und Riten, die Götzendienern und Fanatikern eigen sind. Ihr wisst zur Genüge, dass diese Unterweisung geistig ist, und möchtet, dass sie etwas Handgreifliches oder für die materiellen Augen Sichtbares wäre.

    28. Die Flut des Lichtes hat euch geblendet, die sich über euren Geist ergossen hat. Noch gelingt es euch nicht, den Wesenskern dieser Offenbarung zu entdecken. Doch wahrlich, Ich sage euch, diese Verwirrung wird nur vorübergehend sein, und in dem Maße, in dem ihr zum Kern meines Wortes vordringt, werdet ihr Erkenntnis der Wahrheit und Vergeistigung gewinnen — sowohl beim Auslegen der Lehre, als auch bei ihrer Ausübung.

    29. Nicht alles in euch ist unvollkommen und unrein gewesen, es war etwas vorhanden, das euch ermöglichte, die Botschaft der Dritten Zeit gefühlsmäßig zu erfassen, und dieses Etwas ist eure Empfindsamkeit für das Geistige gewesen, weshalb Ich euch Wegbereiter des Spiritualismus unter den Völkern der Erde nannte.

    30. Diese Botschaft, die ihr durch den Stimmträger von eurem Meister empfangt, ist eine vorbereitende Unterweisung gewesen, denn meine Kundgabe in dieser Form wird bald enden, und dann sollt ihr euch von Geist zu Geist mit Mir zu verbinden beginnen und zu den Völkern und Nationen aufbrechen, um die Botschaft der Vergeistigung zu überbringen, die der Menschheit verkündet, dass die Dritte Zeit angebrochen ist, dass die geistige Epoche begonnen hat.

    31. Solange ihr die Lehre des Spiritualismus nicht ergründet noch versteht, werde Ich nicht zulassen, dass ihr zu predigen anhebt, denn mein Wort ist göttlicher Weizen, der nimmermehr mit einem anderen Samenkorn oder mit Spreu vermischt werden darf.

    32. Bevor in eurem Verstande Licht wird, wird es in eurer Mitte Kämpfe geben. Doch es ist notwendig, dass dieser Kampf entbrennt, damit er euch zwingt, nachzudenken und euch in mein Werk zu vertiefen, bis ihr es genau und klar erkennt, bis ihr seine Wahrheit und seinen Wesenskern entdeckt. Wenn dann dieser Kampf endet, die Gemüter sich beruhigen und der Wirbelwind sich legt, wird das Volk aus der Finsternis ins Licht gelangen und zum Verkünder einer Friedenslehre werden, einer Lehre göttlicher Moral und einer tiefen und wahrhaftigen Weisheit, welche den Menschen die unerwartetsten Geheimnisse enthüllen wird, die ihnen helfen werden, geistig groß, weise, stark und hochstehend zu sein.

    33. Sucht die Unsterblichkeit des Geistes, indem ihr meine Liebeslehre ausübt. Die Felder sind in geeignetem Zustand, um darauf meinen Samen zu säen. Erkennt die Verwirrung überall, die Menschen sind wie Winde, die nicht wissen, woher sie kommen, noch wohin sie gehen. Es war notwendig, dass mein Licht auf dem Wege der Menschheit erschien. Das Licht ist bereits angebrochen, Ich habe es ausgesandt, die Menschen brauchen nur noch ihre Augen für dasselbe zu öffnen. Derzeit bereite Ich euch zu, damit ihr eure Brüder lehrt, ihre Augen zur Unendlichkeit zu erheben, wo sie das Göttliche Licht schauen können.

    34. Doch wahrlich, Ich sage euch — wie hart und kalt treffe Ich eure Herzen an, obwohl sie Stunde um Stunde diese Himmlische Unterweisung vernehmen; die Tore eurer Barmherzigkeit öffnen sich noch nicht. Ich habe euch gelehrt, den Kranken auf seinem Lager zu besuchen, Gefängnisse und Krankenhäuser aufzusuchen, um einen Lichtstrahl an diese Orte der Sühne zu tragen. Ich habe euch gelehrt, einen weisen Rat oder ein Wort wahren Trostes zu geben. Wisst ihr, wozu Ich euch alle zum Besuch jener Orte aussende? — Damit die, die den Schmerz ihrer Mitmenschen zu empfinden vermögen, Nächstenliebe üben, und damit die Kaltherzigen, wenn sie diesen Bildern des Schmerzes gegenüberstehen, bewegt werden und in ihren Herzen der Same des Mitleids und der Barmherzigkeit zu keimen beginnt.

    35. Sorgt dafür, dass euer Dasein auf Erden fruchtbar ist, damit, wenn ihr einst in meine Gegenwart gelangt, ihr nicht voller Gewissensbisse bekennen müsst, dass ihr die Zeit nicht zu nutzen verstandet, und dass euer Leben geistig unfruchtbar gewesen ist.

    36. Es ist der Augenblick, in dem euer Gewissen spricht und euch sagt, ob ihr in Lauterkeit gewirkt habt oder nicht, ob ihr miteinander in Harmonie gelebt habt, ob ihr die Notleidenden, die Kranken und Armen mit Liebe und Barmherzigkeit empfangen habt.

    37. Betet, geliebte Jünger, damit euch immer gute Eingebungen begleiten und ihr morgen nicht in der Versuchung fallet. Ich will euch in meinem Werke vereinigt sehen, einander liebend und lebend, um euren Brüdern zu dienen.

    38. Jede Versammlungsstätte, in der ihr Mir eure Liebe darbringt, ist wie ein Ast; alle vereinigt bilden einen mächtigen Baum. Manche Äste sind groß und stark, andere sind noch klein und schwach, aber alle sind von Bedeutung, denn aus ihrer Vereinigung entsteht die Frische, der Schatten und der Zufluchtsort für die Wanderer. Jeder soll für seinen Ast Sorge tragen, denn es nähern sich Wirbelstürme, die das Laub des Baumes mit Heftigkeit und Wut durchschütteln werden. Diese Prüfung ist notwendig, damit die dürren Blätter und die faulen Früchte herabfallen, was dazu führt, dass die Menschenscharen, die bei euch Zuflucht suchen, wohltätigen Schatten für ihre müden Glieder finden und reife Früchte, um ihren Hunger zu stillen.

    39. Die trockenen Blätter und die schlechten Früchte sind all jene rituellen Handlungen und Gebräuche, die ihr in meinem Werke eingeführt habt, obwohl sie nicht zu ihm gehören — die, weil ihr sie Tag für Tag und Jahr für Jahr beharrlich ausgeübt habt, ihr schließlich so anseht, als ob sie das Gesetz selbst wären.

    40. Ich will, dass ihr eure Augen für die Wahrheit öffnet, damit ihr euch der Reinheit meiner Lehre bewusst werdet und euch nach und nach alles Überflüssigen entledigt, das ihr euren religiösen Bräuchen beigemengt habt.

    41. Das Unwetter rückt näher, doch es kommt nicht, um euch zu vernichten, sondern um euch eine sehr große Wohltat zu hinterlassen, wenn ihr besonnen bleibt und seine Lehren zu nutzen versteht. Doch wenn ihr aufgrund eures Fanatismus‘ an euren Gebräuchen festhaltet und die Prüfung nicht nutzt, werdet ihr einem tiefen Stillstand verfallen, von dem ihr nicht wisst, wie lange er anhalten wird. Hernach wird ein neuer, noch stärkerer Wirbelsturm kommen, um euch aus eurem Schlaf, euren Irrtümern und eurem Ungehorsam zu reißen.

    42. Denkt gründlich über den Zweck meiner neuen Kundgebung nach, und ihr werdet zur Überzeugung kommen, dass Ich kam, um euch von den Herren der Welt zu befreien, von den Ketten der Unwissenheit und des Fanatismus, womit Ich euren Geist in Freiheit setzte, um ihm zu helfen, sich zu Mir zu erheben und seinen Nächsten zu dienen, indem er von seinen geistigen Fähigkeiten Gebrauch macht. Doch nachdem Ich euch diese Freiheit gegeben habe — wollt ihr da von neuem in Finsternis geraten und in ein noch leidvolleres Joch? Denkt mit der Reife eines entwickelten und unterrichteten Geistes darüber nach, damit ihr die Folgen ermeßt, die euch ein neuer Ungehorsam einbringen könnte.

    43. Gewinnt schon jetzt die Überzeugung, dass Ich euch nicht rief, damit ihr neue Symbole anbeten solltet, sondern damit ihr eine Liebeslehre lerntet. Begreift, dass es nicht einmal mein Wille ist, dass ihr immerdar in der Wärme dieser Versammlungsstätten beisammen bleibt, sondern dass ihr, sobald ihr stark seid, euch aufmachen sollt, um die gelernte Lektion zur Tat werden zu lassen. Es ist nicht von Bedeutung, dass ihr euch dabei von jenen entfernt, die mit euch gemeinsam dem Meister zuhörten, da ihr am Ende im Geistigen für immer vereint seid.

    44. Denkt daran, dass Ich euch gesagt habe, dass Wissenschaftler, Theologen und Philosophen zu euch kommen werden, um euch auszufragen, und dass ihr nicht durch unwürdige Kulthandlungen und verwirrte Worte den Glanz des Lichtes verbergen sollt, das Ich in eurem Geist entzündete, und ihr auch nicht die Lauterkeit eines Werkes ohne Makel, wie es das euch anvertraute ist, trüben dürft, sondern den Fragenden die Weisheit zeigen sollt, die Ich euch zu eigen gab.

    45. Denkt an eure Kinder, an diese Generationen von morgen, die euch als bevorzugte Wesen betrachten werden, weil ihr das unvergleichliche Glück gehabt habt, durch seine Stimmträger der Stimme des Heiligen Geistes zu lauschen, und die natürlich in euren Werken die Tugend und Lauterkeit, die Vergeistigung und Weisheit sehen möchten, die ihr von Mir als Erbe empfangen habt. Habt ihr einmal an all dies gedacht? — Dennoch, wenn ihr euch vorbereitet, könnt ihr alle Mir dienen, könnt ihr alle gut sein und euch zu Mir erheben. Wenn es nicht so wäre, hätte Ich euch nicht gerufen in der Dritten Zeit.

    46. Jetzt seid ihr Menschenwesen, doch Ich werde aus euch Engel machen, die in meinem Lichtreich leben werden. Heute steht ihr in der Prüfung, ihr läutert euch in diesem Schmelztiegel der Heimsuchungen, aus dem ihr rein und stark hervorgehen werdet.

    47. Ebenso, wie Ich eure Unvollkommenheiten aufzeige, damit ihr sie korrigiert, so segne und lobe Ich auch eure guten Eigenschaften und guten Werke. Glaubt ihr, dass Ich euch nicht für die Kranken beten sah? Glaubt ihr, dass Ich nicht eure Bemühungen gesehen habe, die Kenntnis von meiner Lehre zu verbreiten, und dass Ich eure Anstrengung nicht bemerkt habe, euch zu erneuern, ebenso wie eure Entsagungen und Opfer, um meine Barmherzigkeit zu verdienen? All das weiß Ich, all das sehe Ich, und Beweis dafür ist, dass Ich bei jedem guten Werk, das ihr vollbringt, euch meinen Frieden fühlen lasse und eine tiefe Befriedigung, weil ihr Gutes getan habt.

    48. In diesen Augenblicken höre Ich, dass ihr Mir sagt: „Vater, wie viel Schmerz hinterlässt der Krieg auf seiner Bahn unter der Menschheit. Wir können die Kranken „salben“, die in unserer Reichweite sind, aber was können wir für jene tun, die in fernen Nationen leiden?“ Der Meister sagt euch allen, die ihr um eure Brüder zu weinen vermögt: Besucht und „salbt“ auch fernerhin die, die ihr erreichen könnt, und betet für die Entfernten, denn Ich werde das tun, was ihr nicht zu tun vermögt. Bald wird die Zeit kommen, in der ihr euch über die Welt verstreuen müsst und den Nationen meine Botschaft geistiger Freiheit, des Friedens und des Heils bringen werdet; der Zeitpunkt wird bald da sein, an dem meine Sendboten der Menschheit die Milde meines Heilbalsams im Wesenskern meines Wortes spürbar machen werden.

    49. Esst jetzt alle vom Brot meines Wortes und fühlt die Vergebung eures Vaters, setzt euch alle an den Tisch. Ich frage euch nicht, wer seine Hände gewaschen hat, bevor er das Brot nahm, und wer nicht. Ich will, dass sowohl der, der sein Herz vorzubereiten weiß, um mein Wort zu hören, als auch jener, der ohne diese Vorbereitung kommt, sich freut, das göttliche Brot zu essen, denn alle sind meine Kinder, und alle werde Ich in Apostel der Wahrheit verwandeln. Der Baum, die Quelle und der Weg sind für alle da.

    50. Siehe, hier ist der Geist der Wahrheit im 20. Jahrhundert und erläutert das, was er in der Zweiten Zeit sprach und was ihr nicht zu deuten vermochtet. Meine Apostel von damals gerieten in Verwirrung, als sie Mir zuhörten, und bei der Erörterung unter sich sagten sie: „Es scheint so, dass der Meister sich zuweilen widerspricht.“ Doch es kam die Zeit, in der sie voll des Heiligen Geistes waren, und die Größe meines Wortes erkennend, begriffen sie, dass die menschliche Sprache zu arm ist, um das Göttliche auszudrücken, und daher glaubten sie zuweilen, dass der Meister einen Fehler begangen hatte, als Er sie lehrte.

    51. Sie setzten mein Heilswerk fort und schrieben durch Werke der Liebe und Demut ihre Namen neben den ihres Meisters und bezeugten so meine Wahrheit.

    52. Seht, wie viel Zeit ist seit damals über diese Menschheit hinweggegangen, die sich Christus-gläubig nennt und meine Apostel als Nachfolger des Meisters anerkennt, doch jene Lebensessenz und jenen Samen mehr und mehr aus ihrem Herzen entfernt hat, wodurch nur mein Name übrigblieb, den sie weder mit Ehrfurcht auszusprechen noch durch ihre Werke zu ehren versteht.

    53. Sucht meinen Namen auf Erden, und ihr werdet ihn auf den Lippen der Mehrheit der Menschen finden; sucht meine Gegenwart, und ihr werdet sie nur in Bildnissen dargestellt finden, die von Menschenhänden gemacht sind. Sucht meine Spur, und ihr werdet sie in den Herzen der Menschen nicht finden, denn dort wurde sie ausgelöscht.

    54. Dies Volk hat Mir in der heutigen Zeit zugehört und hat jenen offenbarenden Satz vernommen, der euch gesagt hat: „Ihr und jene (von damals) sind dieselben.“ Derjenige, der den Sinn dieses Ausspruchs begreift, sagt sich dann: „Wie ist es möglich, dass ich in der Undankbarkeit verharre und Mich für immer in meinem Egoismus abkapsle?“ Doch bei dieser Überlegung erwacht er und macht sich an die Erfüllung seiner Mission.

    55. Ich sage euch, es ist nötig, dass die Menschen wissen, dass ihr Geist viele Male auf die Erde gekommen sind und sie es noch nicht verstanden haben, auf dem Wege meines Gesetzes aufwärtszusteigen, um den Gipfel des Berges zu erreichen.

    56. In der Mitte des gegenwärtigen Jahrhunderts werde Ich dies Wort beenden, das heute in euch und morgen in allen meinen Kindern fruchtbarer Same sein wird.

    57. Studiert mein Wort und sucht in seinem Kern die göttliche Lebensessenz, dann werdet ihr die höchste Wonne erleben, Sämänner auf den Feldern des Herrn zu sein.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 76

    1. Es ist ein Tag der Gnade für euch. Ihr kommt, mein liebevolles Wort zu hören, das euer Herz mit Liebe durchflutet. Ihr erbebt vor Jubel beim Gedanken daran, dass ihr die Wegbereiter jener Generationen meiner Jünger seid, die bald zur Erde kommen werden. Dann bekennt ihr vor Mir, dass ihr zu unbeholfen und zu schwach seid, um eine Aufgabe durchzuführen, die Meiner würdig ist. Ihr zweifelt, weil ihr Mich nicht verstanden habt. Doch Ich würde euch nicht aussenden, um einen so schwer erfüllbaren Auftrag durchzuführen, wenn Ich euch schwach sehen würde, wie ihr es in diesem Augenblick seid. Meine Unterweisungen kommen Tag für Tag zu euch hernieder, um euch zu lehren und zu stärken, damit Ich euch in den Kampf senden kann, sobald ihr in eurem Glauben stark seid.

    2. Wahrlich, Ich sage euch, wenn jemand meint, dass die Sünder nicht wert sind, dass Ich sie rette, so kennt Mich dieser nicht. Ich will für keines meiner Kinder den Tod, und abermals bin Ich zum Opfer bereit, um sie zu retten und zum wahren Leben zu führen. Begreift, dass es nicht möglich ist, dass es ein Wesen gibt, welches — für ein bestimmtes Ziel geschaffen — imstande ist, den Willen des Schöpfers zur Änderung zu veranlassen; und ihr seid geschaffen worden, um auf dem Wege der Wahrheit zu Mir emporzusteigen. Dies ist der Weg, den die Menschen durch ihren Materialismus verloren haben und den Ich euch aufs neue durch meine Liebe vorzeichne.

    3. Ich werde bewirken, dass diese Menschheit ebenso wie das Volk Israel die Ketten der Knechtschaft zerreißt und zum Fuße des Berges aufbricht, wo sie meine Stimme hören wird, die ihr den Weg zum Gelobten Lande zeigen wird.

    4. Nicht der ganzen Menschheit gewährte Ich die Gnade, in dieser Dritten Zeit mein Wort zu hören; dies tat Ich nur bei denen, die Mich in dieser Form fühlen und Mir glauben konnten. Diese Kundgebung, dies Wort soll der Vorbereitung dienen, damit die ganze Menschheit später meine Gegenwart in einer einzigen Form empfindet: der geistigen.

    5. Fürchte dich nicht, Volk, habe die Gewissheit, dass ihr in dieser Schicksalsstunde nicht allein sein werdet; denn die Natur wird sprechen, und die Naturgewalten werden meine Prophetien bezeugen und erfüllen, damit die Menschheit erkennt, dass dies die Dritte Zeit ist, diejenige der Kundgebung des Heiligen Geistes.

    6. Meine Gerechtigkeit wird über jedes Geschöpf kommen und jedes menschliche Wesen berühren, so wie der Engel des Herrn über Ägypten kam und mein Gericht ausführte, bei dem sich nur jene retteten, welche ihre Tür mit dem Blut eines Lammes gekennzeichnet hatten.

    7. Wahrlich, Ich sage euch, in dieser Zeit wird jeder gerettet werden, der wacht und Glauben hat an das Wort und die Verheißungen des Heilands, des Göttlichen Lammes, das sich opferte, um euch beten zu lehren und mit vollkommener Liebe die Aufgaben eures Sühneweges zu erfüllen, weil mein Blut euch wie ein Mantel aus Liebe beschützen wird. Doch wer nicht wacht, wer nicht glaubt oder wer lästert, der wird heimgesucht werden, damit er aus seiner Lethargie erwacht.

    8. Das Jahr 1950 rückt näher, und bald wird die Gerichtszeit kommen, von der Ich zu euch spreche, die Zeit des Kampfes des Lichtes wider die Finsternis. Bereite dich, Volk, wache und bete, fühle den Schmerz deiner Brüder. Seht, wie die Körperhüllen und die Geister immer mehr krank werden; voll Angst vor den Gefahren, die ihr auflauern, sucht sie ein Leuchtfeuer, das sie erhellt, und einen Balsam, der ihre Übel heilt. Ich habe euch vorbereitet, damit ihr Hirten dieser verirrten Schafe seid und sie zu Mir bringt, um ihre Geister zu reinigen, ihre Körper zu heilen und ihnen den Weg zu ebnen, wobei Ich ihnen Liebe und Rechtschaffenheit eingebe, damit sie ein neues Leben beginnen.

    9. Mein Licht ist auf dieser Erde erschienen und verbreitet sich überall; es versammelt um Mich meine Kinder aller Rassen und Glaubensbekenntnisse. Ihr, die ihr jetzt mein Wort hört, habt eure Geistesgaben zurückgewonnen, ihr seid geheilt und seid voller Stärke. Wenn die Menschheit einst diese Ereignisse erfährt, wird sie euch Begnadete nennen. Sie wird euch bitten, ihr ein wenig von dieser Wahrheit zu geben, die Ich euch offenbart habe, und wird begierig euren Worten lauschen. Es gibt viele, die bereits in diesem Buche lesen sollten, die aber ihr Kommen verzögert haben, und die herbeikommen werden, wenn mein Wort beendigt ist. Doch für diesen Zeitpunkt sollt ihr vorbereitet sein, und ihr sollt sie mit Liebe lehren, so wie Ich euch gelehrt habe.

    10. Fürchtet nicht die Finsternis, in der eure Brüder leben, noch den „Aussatz“, noch das Schwert ihrer Zunge. Sie werden an euch herantreten, die einen widerwillig, die anderen verständnisvoll, und alle sollt ihr liebevoll unterweisen. Ich habe mit Liebe zu euch gesprochen, und meine Worte sind eine Liebkosung und ein Trost für alle meine Kinder gewesen. Ich habe Mich vor großen Menschenscharen eingefunden, ohne darauf zu achten, dass die einen meinem Worte glauben und die anderen es verneinen. Ich habe das menschliche Herz gehegt und gepflegt ohne irgendeine Bevorzugung. Diese Bewässerung durch meine Liebe wird es fruchtbar machen, und in kurzer Zeit wird sich das Leben des Menschen wandeln. Nachdem mein Wort beendet sein wird, werdet ihr als meine Jünger weiterhin da sein, und ihr werdet meinen Schritten folgen und mit euren Werken die Wahrheit meiner Lehre bezeugen.

    11. Ich will aus euch ein starkes Volk machen, einen Streiter, der die Hindernisse überwindet und zum Ziel seiner Mission gelangt, um den hohen Lohn zu gewinnen, den Ich ihm verheißen habe. Als Ich euch gesalbt habe, habe Ich euch eure Geistesgaben erkennen lassen, und ihr wart ausgerüstet für das große Tagewerk. Stellt diese Geistesgaben nicht auf die Probe, glaubt vielmehr an sie und verstoßt nicht gegen den Glauben. Stellt Mich nicht auf die Probe, denn falls ihr dies tut, werde Ich immer zeigen, Wer Ich bin! Doch wenn Ich euch einer Prüfung unterwerfe, würdet ihr schwach werden.

    12. Wenn ihr die Kranken heilen wollt, so tut es in meinem Namen und führt eure Aufgabe mit Demut aus. Wenn Ich das Lebensende eurer Geschwister erkennbar mache, so bittet Mich nicht, dass Ich ihr Dasein verlängere. Werdet zu Führern jener Geistwesen, die ins Jenseits abberufen werden und die Ich eurer Barmherzigkeit anvertraue. Doch wenn es eure Aufgabe ist, die Gesundheit des Körpers zurückzugeben, so fühlt den Schmerz eures Bruders und gebraucht eure Geistesgaben, beratet und ermutigt, dann wird eure Liebe Wunder vollbringen.

    13. Ihr anempfehlt Mir die Herzen, die infolge ihrer Unempfindsamkeit meine Lehre nicht angenommen haben. Wappnet euch mit Geduld, denn wenn ihr Glauben an mein Wort habt, werdet ihr dieses Saatkorn in alle Herzen säen, und Ich werde den euch anvertrauten Menschen die notwendigen Beweise für ihre Überzeugung gewähren.

    14. Ich will, dass ihr euch immerdar meine Lehren in Erinnerung ruft, denn Ich bin nicht gekommen, um ins Leere hinein zu reden, sondern um mein Licht in euren Geist und euer Herz zu legen. Bedenkt: Wenn ihr meine Unterweisungen nicht nutzt, gehen viele Hungernde leer aus, die Mich seit langem erwarten, weil sie wissen, dass Ich kommen werde, um alle Irrtümer zu berichtigen.

    15. Meine Auserwählten sind weise in alle Nationen verstreut, sie alle haben einen Auftrag von Mir zu erfüllen. Einige werden zu dieser Nation kommen, dem Anschein nach von materiellen Gründen bewogen: die einen auf der Suche nach Arbeit, die anderen nach Ruhe. Ich will, dass ihr bis zu dieser Zeit zubereitet seid, dass ihr bereits meine Jünger seid. Nur so wird mein Wort Glauben finden — durch das Vorbild und den Glauben, den das Volk seinen Brüdern zu geben vermag.

    16. Ich bin der Göttliche Verwalter, der euch zur rechten Zeit aussenden wird, um den Samen auszustreuen. Doch Ich möchte von meinen Jüngern nicht folgende Worte hören: „Meister, Du hast mir gesagt, dass das Erdreich vorbereitet und gereinigt sei, und ich habe Dornen und Steine vorgefunden, an denen ich gestrauchelt bin.“ Doch Ich antworte euch: Ich habe euch keinen blumenbesäten Weg angeboten, Ich habe euch gesagt, dass es der gleiche ist, den Jesus in der Zweiten Zeit zurücklegte, und nach Ihm alle seine Jünger.

    17. Ihr alle könnt Mir nachfolgen, weil ihr rein seid. Bevor Ich euch zu Mir zog, habe Ich euch geläutert. Daher seid ihr würdig, meine Saat in das Herz eurer Brüder zu streuen. Die Felder sind bereitet, denn der Geist Elias’ ist in dieser Zeit wie der Schall einer Glocke gewesen, welche jeden aufgeweckt hat, der schlief. Er erweckt euch, damit ihr meine Stimme vernehmt und ihr den Meister nicht einsam in der Wüste sprechen lasst. Ihr alle, die ihr erquickt werdet, wenn ihr mein Wort hört, seid durch die Gnade jenes geistigen Hirten wachgerüttelt worden. Wahrlich, Ich sage euch, wenn Ich euch versammelt sehe, wie ihr Mir zuhört, ist Wonne in Mir, und wenn ihr euch nicht dem Baume nähert, um von seiner Frucht zu essen, ist Traurigkeit in eurem Vater.

    18. Ich bin gekommen, euch mit dem Volke zu vereinigen, das seit langem in der Welt verstreut ist; Ich will die Zwölf Stämme vereinigen, um hernach aus ihnen einen einzigen zu machen und ihn mit einer Friedensmission unter die Menschheit zu senden. Doch wenn Ich die Undankbarkeit unter diesen Kindern mitansehe, kann Ich nur Schmerz und Trauer empfinden.

    19. Ich vertraue euch den Baum des ewigen Lebens an, dessen herrlich süße Frucht Gesundheit, Freude und Frieden ist. Ich habe zugelassen, dass die Menschen verschiedene Bäume pflanzen, und habe gesehen, dass die Mehrzahl ihrer Früchte bitter gewesen sind, und dass deren Erzeuger die Menschheit dazu gebracht haben, von ihnen zu essen.

    20. Mein Wort ist auf euren Egoismus gestoßen. Darum habe Ich euch gesagt, dass ihr das, was Ich euch übergebe, eurerseits zur Kenntnis eurer Mitmenschen bringen sollt. Aber ihr wollt euch nur an meinen Kundgebungen erquicken, ohne Pflichten gegenüber den anderen zu übernehmen. Doch der Meister hat euch nicht gerufen, um euch nutzlose Unterweisungen zu lehren, Er hat euch gesagt, dass ihr diese göttliche Lektion lernen sollt, damit ihr sie später in eurem Leben nutzt, indem ihr sie an euren Nächsten zur Anwendung bringt.

    Ich offenbare euch in diesem Augenblicke, dass euer Geist eine alte Schuld gegenüber jedem hat, der mit einem Leiden, mit einer Not oder einer Bitte zu euch kommt. Bedenkt, mit welcher Liebe Ich sie auf euren Lebensweg stelle, damit ihr eure Wiedergutmachung erfüllt, indem ihr sie zum Gegenstand eurer Nächstenliebe macht.

    21. Seit langem spreche Ich zu euch, um im Schoße dieses Volkes eine neue Apostelschar heranzubilden. Generation auf Generation hat mein Wort vernommen, und noch immer entdecke Ich nicht jene, die durch ihre Standhaftigkeit die Grundpfeiler meines Tempels sind.

    22. Das Jahr 1950 wird für euch überraschend schnell kommen, und wenn ihr dann mein Wort nicht mehr hört, werdet ihr euch wie Waisen fühlen.

    23. Meine Gerechtigkeit muss euch heimsuchen, bis ihr begreift, dass ihr euch zusammenschließen und ein Volk voll Harmonie und Brüderlichkeit bilden müsst. Diese Zeiten kommen näher, und jetzt, da noch Zeit vorhanden ist, in der ihr euch vorbereiten könnt, sage Ich euch liebevoll: Wartet nicht als Schlafende, bis diese Stunde kommt.

    24. Der Zusammenschluss (der verschiedenen Gemeinden) erscheint euch schwierig, und unmöglich eure Versöhnung und Brüderlichkeit mit allen Völker der Erde. Doch wahrlich, Ich sage euch, die Menschen werden sich endlich noch anerkennen und lieben.

    25. Wenn die Menschen einmal ihren freien Willen ihrem Gewissen unterwerfen und im Einklang mit dem göttlichen Willen wirken, werden sie spüren, dass die Last des Lebens leichter wird und nichts den Körper oder den Geist ermüdet.

    26. Wie sehr sehnt sich der Vater danach, dass ihr alle euch Mir gegenüber als Kinder fühlt und nicht als Angeklagte! Immer, wenn ihr die Erde verlasst und euch einfindet, um Mir Rechenschaft abzulegen über die Erfüllung eurer Lebensaufgabe, fühlt ihr euch von der Anklage niedergedrückt, die euch euer Gewissen macht. Doch nun ist es Zeit, dass ihr bei eurer Ankunft im Jenseits ein Triumph- und Freudenlied anstimmt, weil ihr eurem Vater sagen könnt: „Herr, alles ist vollbracht!“

    27. Wenn der Weg breit gewesen wäre, wäre bereits die ganze Menschheit zum Bergesgipfel gelangt. Aber da der Weg voller Prüfungen gewesen ist und die Pforte eng, ist es notwendig gewesen, Verdienste zu erwerben, um auf ihm vorangehen zu können.

    28. Es ist unmöglich, dass ihr euch bereits in dieser Welt eine Vorstellung davon machen könnt, was oder wie mein Reich, der Himmel und die Herrlichkeit beschaffen sind. Ich will, dass ihr euch damit begnügt, zu wissen, dass es ein Zustand der Vollkommenheit des Geistes ist, aus dem heraus ihr das wunderbare Leben des Geistes erlebt, empfindet und begreift, welches ihr derzeit weder begreifen noch euch vorstellen könnt.

    29. Ich sage euch, dass nicht einmal die Geistwesen, die auf höheren Ebenen leben als jener, auf der ihr euch befindet, die Wirklichkeit jenes Lebens kennen. Wisst ihr, was es bedeutet, „im Schoße des Vaters“ zu leben? Wenn ihr einmal dort lebt, dann erst könnt ihr es wissen. Nur ein unbestimmtes Vorgefühl, eine schwache Ahnung jenes Mysteriums streift flüchtig euer Herz als ein Ansporn auf eurem Entwicklungswege.

    30. Kommt zum Vater auf dem schmalen Weg der Liebe, welcher Erbarmen ist, welcher Vergebung ist, welcher Demut ist, und ihr werdet seine Trauer von Ihm nehmen.

    31. Volk, Ich habe dich über die Welt weinen sehen. Sei gesegnet! Euer Herz beginnt den fremden Schmerz zu fühlen. Ich habe euch in der Stille der Nacht eure Gedanken zu Mir erheben sehen, um von Mir Frieden und Balsam für die Menschheit zu erbitten. Wahrlich, Ich sage euch, ihr wisst nicht, wie viel der Welt durch euer Gebet zuteil wird!

    32. Seid unbesorgt, wenn ihr in diesem Leben nicht das Ergebnis eurer Bitten und eurer Tränen für jene erfahrt, die ihr nicht einmal kennt. Der Meißel des Schmerzes glättet euer Herz, und mein Wort bewegt euch in jedem Augenblick zur Nächstenliebe. Heute begreift ihr die Kraft, die ihr durch das Denkvermögen besitzt, ebenso wie durch andere Fähigkeiten, die ihr bisher nicht gepflegt habt. In euch existiert ein noch unbekanntes Leben.

    33. Könnt ihr euch den Schmerz eines Geistes vorstellen, wenn er sich bei der Rückkehr zum Geistigen Tale bewusst wird, dass er weder seine Aufgabe in der Welt zu erfüllen verstand, noch dem Fleische seine Fähigkeiten und Eigenschaften zu offenbaren vermochte? In dieser Zeit gebe Ich euch von neuem meine Unterweisungen, obwohl Ich sie euch schon in der Lehre gegeben habe, die Ich euch in der Zweiten Zeit gab; doch damals konntet ihr sie nicht fassen. All das, was ihr nicht recht begreifen konntet, hieltet ihr für ein Mysterium, und ihr breitetet einen Schleier darüber. Dieser Schleier ist es, den Ich jetzt mit meinem Lichte zerreiße, damit die Geheimnisse euch ihr eigentliches Wesen zeigen.

    34. Das ist der Grund, weshalb Ich euch gesagt habe, dass ihr nicht die Macht der Gedankens erkanntet. Heute sage Ich euch, dass der Gedanke Stimme und Gehör ist, dass er Waffe und Schild ist. Er erschafft ebenso wie er zerstört. Der Gedanke verkürzt die Entfernung zwischen ferne voneinander Weilenden und findet die, deren Spur er verloren hatte.

    Erkennt eure Waffen, bevor der Kampf beginnt. Wer sich vorzubereiten versteht, wird stark und unüberwindlich sein. Es wird nicht notwendig sein, dass ihr Mordwaffen schwingt. Euer Schwert soll der reine und lautere Gedanke sein, und euer Schild der Glaube und die Nächstenliebe. Selbst in der Stille soll eure Stimme als Botschaft des Friedens ertönen.

    35. Dies ist die Unterweisung, die Ich euch jetzt lehre, und wahrlich, Ich sage euch, meine Worte werden nicht verloren gehen, so wie nicht ein einziger Tropfen des auf Golgatha vergossenen Blutes nutzlos war. Ich nehme nur einige Augenblicke von der Zeit in Anspruch, die Ich euch für euer materielles Leben gegeben habe, durch welche ihr das ewige Leben erlangen könnt. Diese Augenblicke sind unbezahlbar.

    36. Ich habe nicht einmal verlangt, dass ihr an Mich glauben müsst, als ihr hierher fandet. Ich war es, der euch zuvorkam und euch Beweise gab, indem Ich eure körperlichen Krankheiten heilte, eurem Geiste Frieden gab oder etwas, was ihr für unerreichbar hieltet. Danach, als ihr an Mich geglaubt habt und euch gläubig der Erfüllung meines Gesetzes widmetet, habe Ich jedem seine Aufgabe gezeigt, damit er nicht vom Wege abirrt und nur das übernimmt, was ihm zukommt, und seinen Mitmenschen Barmherzigkeit und Liebe gibt, wie Ich es an euch getan habe.

    37. Glaubt ihr etwa, dass alle, die lehren, Meister sind? Meint ihr, dass alle, die sich Diener Gottes nennen, meine Abgesandten sind, oder dass Ich ihnen die Aufgabe gegeben habe, die sie ausüben? Meint ihr, dass alle, die in der Welt herrschen, regieren und befehlen, die notwendigen Fähigkeiten besitzen, um diese Aufgabe zu erfüllen? Nein, Volk! Wie wenige sind derer, die den Auftrag ausführen, der ihnen in Wahrheit anvertraut worden ist! Während die einen sich einer Stellung bemächtigen, die ihnen nicht zukommt, sehen sich die, die sie bekleiden müssten, erniedrigt und zurückgesetzt. — Ich musste von neuem als Meister kommen, um euch zu lehren; Ich, der Ich euer Gott bin, musste kommen, um euch die geistige Gemeinschaft anzubieten; und Ich, der Ich euer König bin, musste kommen, um euch zu regieren, um euren Geist auf dem Pfade der Entwicklung voranzubringen.

    38. Früher habt ihr nur Worte angesammelt, die euch niemand zu verstehen oder auszulegen lehrte und die euch nur verwirrten. Wer von euch — nachdem er mein Wort wie einen Samen empfangen hat und den fruchtbarmachenden Tau meines Lichtes, das ihm alles erklärt — glaubt noch an das ewige Feuer der Hölle? — Keiner. Heute wisst ihr, dass es nicht die Furcht vor Strafe sein soll, die euch dazu bringt, mein Gesetz zu befolgen, sondern eure Liebe, geboren aus tiefstem Herzensgrund. Jene Zeiten, in denen euer Geist vor der Gerechtigkeit eines furchtbaren und unerbittlichen Gottes zitterte, sind vorbei. Das, was Ich euch in vergangenen Zeiten in bildlichem Sinne offenbarte, wurde falsch gedeutet. Was ihr wissen sollt, ist folgendes:

    Wenn das Gewissen eines Sünders es erreicht, den Geist von seiner Materieverhaftung abzubringen und ihm alle seine Fehler zeigt, wird das Begreifen seiner Undankbarkeit ihn zur Reue bringen, und die Scham, die er erleidet, wird so stark sein, dass euch demgegenüber die falsche Vorstellung eines materiellen Feuers als reinigendes Element des Geistes schwach vorkommen wird.

    39. Das Gewissen ist das Licht Gottes, und dies Licht ist Feuer der Liebe, das jede Unreinheit verzehrt. Seht, dies ist das „Feuer“, in welchem der Geist umgeschmolzen wird, um sich aufs neue voller Licht zu erheben.

    40. Auch sage Ich euch, dass ebenso, wie im Gewissen jenes Feuer existiert, welches kein materielles Feuer ist, auch Finsternis und Verlassenheit in dem Geist existieren, welche nicht so beschaffen sind wie jene, die ihr in der Welt habt, noch wie ihr sie euch vorstellt.

    41. Wie habt ihr glauben können, dass am Tage des Gerichts die Körper der Toten auferstehen und sich mit ihrem Geist vereinen, um in das Reich Gottes einzugehen? Wie könnt ihr das, was euch zu anderen Zeiten gelehrt wurde, in dieser Weise auslegen?

    42. Das Fleisch ist von dieser Welt, und in ihr bleibt es, während der Geist sich frei erhebt und zu dem Leben zurückkehrt, von dem er ausging. „Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus meinem Geist geboren ist, ist Geist.“ Die „Auferstehung des Fleisches“ ist die Wiedereinkörperung des Geistes, und wenn manche glauben, dass dies eine menschliche Theorie ist, und andere von euch glauben, dass es eine neue Offenbarung ist — wahrlich, Ich sage euch, Ich habe vom Anbeginn der Menschheit an damit begonnen, der Welt diese Offenbarung bekannt zu machen! Den Beweis dafür könnt ihr im Text der Schriften finden, die ein Zeugnis meiner Werke sind.

    43. Doch in dieser Zeit ist diese Offenbarung zu eurem Geist gelangt, während er sich auf einer höheren Entwicklungsstufe befand, und bald wird sie gerechterweise als eines der gerechtesten und liebevollsten Gesetze des Schöpfers angenommen werden. Verwerft die Vorstellung, die ihr vom „Tage des Gerichts“ hattet; denn es ist nicht einer eurer Tage, weil es ein Zeitabschnitt ist, und das „Ende der Welt“ ist nicht das des Planeten, auf dem ihr lebt, sondern das Ende des selbstsüchtigen Lebens, das ihr auf ihm geschaffen habt.

    44. Wahrlich, Ich sage euch: Ihr lebt bereits am „Tag des Herrn“, ihr seid schon unter seinem Gericht. Lebende und Tote werden derzeit gerichtet, vergangene und gegenwärtige Taten werden auf dieser Waage (des Gerichts) gewogen. Macht eure Augen auf, damit ihr Zeugen seid, dass die Göttliche Gerechtigkeit sich überall spürbar macht.

    45. Gerade jetzt müsst ihr stark bleiben, denn der Sturm ist entfesselt, und auf Schritt und Tritt lauern euch Versuchungen auf. Verlasst das Sodom und Gomorrha — sündige Städte — und wendet euer Gesicht nicht zurück, denn sie laden euch (zum Bleiben) ein, und da ihr euch schon befreit habt, so sinkt nicht wieder in ihren Schoß zurück; denn es könnte sein, dass ihr hernach nicht mehr die Kraft habt, euch von ihnen zu trennen. Geht ohne zu verweilen der Stadt des Friedens entgegen, jener Stadt, die sich in eurem Herzen niederlassen wird, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

    46. Wie lange wird das Gericht dauern? — Ihr wisst es nicht; doch wahrlich, Ich sage euch, die Zeit der Läuterung wird durch meine Göttliche Barmherzigkeit verkürzt werden. — Euch Alten, die ihr tiefbetrübt seid, weil euch euer Verstand sagt, dass ihr auf Erden nicht mehr den Sieg meines Gesetzes erleben werdet, sage Ich in Wahrheit: Wer kann euch mit Sicherheit sagen, dass ihr dann nicht zur Welt zurückkehren werdet, um Zeugen des Kommens meines Reiches zu sein und um einen weiteren Schritt auf dem Entwicklungswege zu tun? Denen, die nicht zurückkommen, sage Ich, dass Ich sie vom Jenseits aus den Sieg meiner Gerechtigkeit schauen lassen werde, und die Stimme und Gegenwart dieser Wesen wird auf der Erde empfunden werden.

    47. Eine neue Unterweisung habe Ich euch gegeben. Mit ihr habe Ich irrige Vorstellungen zerstört, weil ihr frühere Unterweisungen irdisch-materiell ausgelegt hattet. Erkennt, dass Ich in verschiedenen Formen zu euch spreche. Ein und dieselbe Lehre lege Ich euch auf unterschiedliche Weise dar, damit niemand mehr da ist, der mein Wort nicht versteht. Bedenkt, dass bei all denen, die Mir zuhören, weder der Geist, noch der Verstand den gleichen Entwicklungsgrad haben. Ich weiß, was jedem nottut; darum vermenschliche und begrenze Ich mein Wort, bis Ich es für alle und jedes meiner Kinder begreifbar mache.

    48. Nachdem Ich euch meine Unterweisung gegeben habe, und damit ihr die richtigen Schlüsse daraus zieht und eure Auslegung richtig ist, sende Ich euch meine geistigen Boten, die Botschafter und Ausleger meines Wortes, damit sie euch in eurem Studium beistehen und ihr den Sinngehalt meiner Offenbarungen findet.

    49. Ich will, dass ihr die Bedeutung begreifen lernt, die dem Studium und der Ergründung meines Wortes zukommt, da jeder Ausspruch entweder eine Offenbarung oder eine Prophetie, ein Urteil oder eine Belehrung für euren Geist enthält.

    50. Diejenigen, die meinem Werke die Bedeutung geben, die es in dieser Dritten Zeit hat, und die sich in die Erforschung meines Wortes vertiefen, werden das Erblühen und die Entfaltung vieler Gaben erleben, die in ihrem Wesen verborgen waren. Gesegnet seien, die bei der Stimme ihres Herrn erwachen, denn wenn sie sich aufmachen, um ihre Aufgabe zu erfüllen, werden sie gewahr werden, dass sie keine Ausgestoßenen oder Elende sind, wie sie geglaubt hatten, und sie werden überdies erfahren, dass sie niemals von ihrem Vater vergessen waren.

    51. Wer aus Torheit, Ungläubigkeit oder Materialismus in dieser Zeit seine geistigen Gaben und Fähigkeiten nicht entwickelt, wird sich auf Schritt und Tritt von den großen Ereignissen und den Heimsuchungen überwältigt sehen, die bestimmungsgemäß in diesem Zeitabschnitt in Erscheinung treten werden. Darum sage Ich euch: Bereitet euch vor, wachet und betet, rüttelt die Menschheit wach!

    52. Habt ihr euer geistiges Erwachen bei euch beobachtet? Seid ihr überzeugt, dass ihr wirklich geschlafen habt? Dann tut an euren Brüdern, was mein Wort an euch getan hat, und ihr werdet imstande sein, die Zwiesprache von Geist zu Geiste anzubahnen.

    53. Wenn ihr von Mir sprecht und euer Zeugnis ablegt, so sprecht klar, damit ihr niemanden verwirrt. Bin Ich etwa hinter Geheimnissen verborgen oder in Dunkelheit gehüllt gekommen? Zwar bin Ich im Geiste gekommen, unsichtbar euren menschlichen Augen, aber Geist bedeutet nicht Geheimnis oder Finsternis, sondern Licht, Wahrheit und Klarheit für den, der vorurteilslos zu beobachten und guten Willens zu prüfen versteht.

    54. Ich lasse dies Volk, das Zeuge meiner Kundgabe durch das menschliche Verstandesorgan gewesen ist, wissen: Damit die Zeit, die es diesem Studium gewidmet hat, und der Kampf, den es geführt hat, um unter den Menschen standhaft zu bleiben, morgen eine Frucht trägt, die seiner Verdienste würdig ist, muss es, wenn dies Wort nicht mehr durch den Stimmträger ertönt, in seinem Herzen alle meine Lehren angesammelt haben, damit es in der Lage ist, diese Wahrheit zu bezeugen.

    55. Mein Volk sagt Mir in seinem Herzen: „Meister, während vieler Jahre haben wir dein göttliches Wort vernommen, ohne dass es uns gelang, zum Kern deiner Unterweisung vorzudringen. Wie können wir dann in den wenigen Jahren, in denen wir Dich noch hören können, die Zurüstung erreichen, die Du von uns forderst?“ Doch Ich sage euch, wenn ihr nicht soweit gekommen seid, meine Offenbarung zu verstehen, so nur deshalb, weil euch die innere Sammlung und Betrachtung gefehlt hat, um die Lehren, die Ich euch bisher gegeben habe, besser zu ergründen.

    56. Ich will euch eine Gnade gewähren, durch die ihr euch alle Weisheit zu eigen machen könnt, die Ich euch in meinem Worte gegeben habe. Aber glaubt nicht, dass diese Gnade in einer Verlängerung meines Aufenthalts bei euch besteht. Nein! Was für einen Sinn hätte es, noch länger zu bleiben, nachdem Ich euch alles gesagt und in den Niederschriften hinterlassen habe? Jene Gnade, von der Ich zu euch spreche, wird euch gleich, nachdem mein Wort 1950 zu ertönen aufgehört hat, zuteil werden. Dann werde Ich euch eine (gewisse) Zeit gewähren, damit ihr euch der Lektüre der zahllosen Unterweisungen widmet, die Ich euch gab. Ihr werdet euch einer eingehenden Betrachtung und einem gründlichen Studium widmen, was euch helfen wird, den ganzen geistigen Gehalt zu entdecken, den Das Wort in seiner Kundgabe über die Menschen ergoss.

    57. Durch dieses Studium werdet ihr euch nach und nach vergeistigen und werdet an Erkenntnis und Zurüstung zunehmen. Dann werdet ihr freudig ausrufen: „Herr, sei gesegnet, denn Du hast uns die Gelegenheit gegeben, jenen Reichtum an Licht zu nutzen, den Du uns brachtest, und der bereits aus unseren Herzen entschwand.“

    58. Dies ist das Dritte Testament des Alleinigen Gottes, der sich den Menschen in drei verschiedenen Offenbarungsformen und Zeitabschnitten kundgetan hat.

    59. Ihr könnt nicht leugnen, dass während der Zeit meiner Kundgabe meine Gnadengaben bei euch waren, wenngleich auch meine Gerechtigkeit gegenwärtig war. All dies hat euch geholfen, zu begreifen, dass es sich wirklich um eine göttliche Offenbarung handelte und dass es gewiss ist, dass ein neues Zeitalter für die Menschheit angebrochen ist.

    60. O gesegnete Nationen: Obwohl ihr nicht die Nähe meiner Gegenwart fühlt und euch auch nicht bewusst seid, dass ihr in die neue Zeit eingetreten seid, die von Licht und Gerechtigkeit geprägt ist, gebe Ich euch meine Liebe, meine Vergebung und meinen Segen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 75

    1. Ihr erkennt, dass jetzt eine günstige Zeit ist, euch in meine Jünger zu verwandeln. Ihr begreift, dass dieser Weg euch zur vollkommenen Heimat führen wird, die ihr nicht kennt, von der ihr aber wisst, dass sie existiert und dass sie euch erwartet. Die Augen eures Körpers werden niemals sehen können, was nur euer Geist erblicken darf. Aber es bleiben für sie unendlich viele Wunder, um sich daran zu erfreuen, und wenn ihr sie bewundert, ruft ihr aus: „Herr, wie groß ist deine Macht, wie wunderbar deine Schöpfung, wie unermesslich deine Liebe!“ — Wahrlich, Ich sage euch: Bleibt nicht in den Grenzen dessen stehen, was ihr mit euren sterblichen Augen zu erblicken vermögt, denn jenseits all dessen ist ein vollkommenes und ewiges Leben.

    2. Versucht nicht, euch vorzustellen, wie das Göttliche Vaterhaus sein wird. Wartet, bis euer Geist es kennenlernt, wenn er zu ihm gelangt, indem er durch seine eigenen Verdienste aufwärtssteigt. Wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet euch nicht enttäuscht fühlen, denn es ist die göttliche Überraschung, die als Belohnung für jedes Kind Gottes aufgespart ist.

    3. Dies irdische Leben ist vergänglich und dient euch als Stufe, um aufwärtszusteigen, und als (läuternder) Schmelztiegel, um das wahre Leben zu erreichen. Die Lehre, die Ich euch offenbare, wird euch den Weg zeigen, damit ihr durch dies Leben zum Licht und zum Frieden gelangt und euch von den materiellen Fesseln befreit, die euch der Welt untertan machen. Wer schon hier seinen Geist durch seine Werke der Liebe an seinen Brüdern für jenen Übergang vorbereitet, wird sich bei seinem Eingehen in das Geistige Gefilde in seinem wahren Zuhause fühlen, in seinem wahren Vaterland; er ist kein Fremder darin. Wer jedoch diese unendliche Sphäre unvorbereitet betritt, wird sich als Ausländer in einem fremden Lande fühlen müssen. — Manche glauben nicht an jenes Leben, andere glauben daran, aber sie fürchten es; doch gibt es auch solche, die es wegen ihrer zahllosen Leiden heiß herbeisehnen. Diesen Letzteren sage Ich: Verlangt nicht danach, in das Geistige Leben einzugehen, nur weil ihr glaubt, in ihm die Befreiung von euren Leiden zu finden; denn Ich verspreche euch etwas mehr als das in jenem Dasein. Harret aus, ertragt euren Schmerz, betet und meditiert, und der Abstand, der euch von Mir trennt, wird sich verkürzen. Euer Weinen in dieser Welt ist nicht ewig, Ich habe euch nicht geschaffen, um euch eine schwere Qual aufzuerlegen. Begreift, dass jeder Schmerz eine Ursache hat, dass diese Ursache irgendeine Unvollkommenheit von euch ist. Trinkt darum den Inhalt dieses Kelches, der euch viele Lehren offenbaren wird. Denkt über all dies nach, bevor meine Stimme euch ins Jenseits abberuft.

    4. So spreche Ich zur ganzen Menschheit. Doch meinen Jüngern sage Ich: Ihr sollt meine tapferen Soldaten sein — jene, die eine Spur der Liebe hinter sich lassen und den Frieden, die Brüderlichkeit und guten Willen als Banner mit sich führen. Ergründet meine Unterweisung, damit ihr nicht durch so viele Theorien und Lehren verwirrt werdet, die es heute in der Welt gibt. Doch wenn sich schließlich doch jemand beirren lässt, ist es ein Zeichen dafür, dass er mein Wort nicht verstanden hat. Darum sage Ich euch: Forscht kritisch in meinem Worte, wenn ihr wollt, doch lasst nicht zu, dass der Wind es mit sich fortträgt. Bewahrt es in euren Herzen, erinnert euch desselben in eurer Einsamkeit, und wiederholt es im Frieden der freien Natur, dann werdet ihr meine Gegenwart, meine Liebe und meine Barmherzigkeit aufs neue fühlen.

    5. Welche werden Meister in meiner Lehre werden? — Begreift, dass ihr nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit den Werken lehren müsst, denn sie werden das erste sein, was ihr der Welt zeigen sollt. Die Menschheit ist der Worte müde. Ist es etwa ein Opfer, das Gesetz zu erfüllen, das euer Herr euch gelehrt hat? Seinerzeit sagte Ich euch: „Liebet einander, so wie Ich euch geliebt habe.“ Und Elias hat euch jetzt gesagt: „Nächstenliebe und nochmals Nächstenliebe für eure Brüder, dann werdet ihr meinen Vater in all seiner Herrlichkeit schauen.“

    6. Ihr bildet ein Volk oder vielmehr eine Gemeinschaft geistiger Wesen, in deren Mitte Ich Mich jetzt und zu allen Zeiten offenbart habe.

    7. Der Messias, den die Propheten ankündigten und auf den die Patriarchen hofften — der Meister, welcher der Welt sein Wort und sein Leben gab und versprach, dass Er wiederkomme, ist derselbe, der heute in der Niedrigkeit dieses Volkes erschienen ist, unsichtbar dem materiellen Auge, aber voll Herrlichkeit und Majestät vor eurem Geiste. Ich bin nicht gekommen, euch zu verletzen, indem Ich euch wegen der Art und Weise, in der ihr Mich einst behandelt habt, Vorhaltungen mache. Konnte Gott etwa das Los nicht vorauswissen, das Ihn erwartete, als Er Mensch wurde? Wahrlich, Ich sage euch, der Vater legte sich jenes Opfer aus Liebe zu euch freiwillig auf. Er wusste, schon bevor Er kam, dass Ihn das Kreuz erwartete, Er wusste auch, dass sein Opfer euch die vollkommene Lehre der reinsten Liebe geben und euch den Weg zeigen würde, auf dem ihr die Vergebung eurer Sünden erreichen werdet.

    8. Begreift, dass Ich der treue Wächter bin, der über allen wacht, sowohl über den Gerechten, als auch über den Sündern. Wie der Dieb, der die Nacht erwartet, um die Schlafenden zu überraschen, so dringe Ich in euer Herz ein. Von dort nehme Ich nur Schmerz mit Mir und lasse euch dafür als Beweis meiner Gegenwart meinen Frieden zurück. Lernt Mich fühlen in den Geschehnissen eures materiellen Lebens. Fühlt Mich, wenn ihr euch um den Tisch setzt, um euer Brot zu essen. Wahrlich, Ich sage euch, in diesem Augenblicke bin Ich gegenwärtig. Esst in Frieden, dann werde Ich es sein, der euer Brot austeilt — Brot der Eintracht, des Friedens und des Segens.

    9. Wie sehr leidet der Göttliche Geist, wenn Er in den Familien Zwietracht, Übelwollen und das Fehlen von Nächstenliebe antrifft! Wenn ihr zum Weg der Liebe zurückkehrt, werdet ihr sogleich den Frieden meiner Gegenwart spüren.

    10. Meine Unterweisungen sind sehr ausführlich, damit ihr etwas davon in euch aufnehmt. Wenn jene, die ihr Ausländer nennt, zu dieser Nation kommen und sie von dieser Offenbarung erfahren, werden sie Mich neugierig fragen: „Herr, warum liebst du dies Volk so sehr und hast es durch deine Unterweisungen bevorzugt?“ Darauf werde Ich ihnen antworten: „Ich liebe es ebenso wie euch und die ganze Menschheit. Doch nicht alle hätten Mich in der Form, in der Ich Mich kundgab, verstandene — Ihr sollt sie nicht als Ausländer betrachten, sollt sie an euren Tisch setzen und mit ihnen sprechen; denn unter jenen Herzen sind jene, die mein Wort zu anderen Völkern bringen werden. Sie werden auf ihrem Wege aussäen und als gute Soldaten kämpfen. Doch wenn einmal der Kampf vorüber ist und der Friede wie ein göttlicher Regenbogen am Firmament erscheint, wird ein geistiger Lobgesang aus allen meinen Kindern hervorbrechen, die an verschiedenen Punkten der Erde waren und doch vereint im Gebet und im Kampf. Dieser Lobgesang wird jener sein, der lautet: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen guten Willens.“

    11. Heute seid ihr noch wie Kinder, die die Liebe ihres Vaters brauchen. Darum überhäufe Ich euch mit meinen Liebkosungen, denn Ich bin euer Vater. Ich dringe in euer Herz und weiß alles, was ihr in ihm bergt. Niemand kann Geheimnisse vor Mir haben, denn Ich wohne in euch selbst.

    12. Als ihr noch kaum begonnen habt, dies Wort zu hören, war die Flamme eures Glaubens schwach, sein Licht gering. Doch in dem Maße, wie ihr meine Unterweisung nach und nach verstanden habt, hat sich das Licht eures Glaubens in eine lodernde Fackel verwandelt.

    13. Wahrlich, ich sage euch, nur mit Glauben und mit dem unerschütterlichen Verlangen, mein Gesetz zu erfüllen, werdet ihr diese Wüste durchqueren können wie das Starke Israel der Ersten Zeit.

    14. Weicht nicht zurück vor den Prüfungen des Lebens und schlagt meine Unterweisungen nicht in den Wind, denn sie formen euren Geist.

    15. Die Starken werden jene sein, die das beste Zeugnis von meiner Kundgebung und meiner Wahrheit ablegen. Die Schwachen werden eine Möglichkeit suchen, wie sie Vortäuschen können, dass sie ihren Auftrag erfüllen, während sie in Wirklichkeit mit ihren Werken nicht die Liebe und Barmherzigkeit meiner Lehre bezeugen.

    16. Noch sind einige Jahre übrig, in denen ihr weiterhin diese Unterweisungen hören könnt, damit ihr gebührend vorbereitet seid, um meine Lehren weiterzugeben, wenn mein (gesprochenes) Wort einmal zu Ende ist.

    17. Schon jetzt sage Ich euch, dass ihr nicht mehr als irgendjemand seid, dass der Glaube, den ihr genährt habt, nämlich ein Volk von bevorzugten Wesen zu sein, ein Irrtum ist; denn der Schöpfer in seiner vollkommenen Liebe für alle seine Geschöpfe bevorzugt niemanden.

    Ich sage euch dies, weil ihr morgen euren Mitmenschen die Lehre darlegen sollt, die Ich euch in dieser Zeit gebracht habe, und Ich nicht will, dass ihr bei den Nachkommenden als höhere Wesen erscheint, noch soll es den Anschein haben, dass die Verdienste euch würdig machten, die einzigen zu sein, die mein Wort hörten.

    18. Ihr sollt verstehende, demütige, schlichte, edelmütige und barmherzige Brüder sein.

    19. Ihr sollt stark, aber nicht anmaßend sein, damit ihr die Schwachen nicht erniedrigt. Wenn ihr große Kenntnisse über meine Lehre besitzt, so sollt ihr euch doch niemals mit eurem Wissen brüsten, damit sich eure Brüder neben euch nicht minderwertig fühlen.

    20. Ihr sollt euch bewusst sein, dass alles, was ihr in euren Herzen angesammelt habt, euch nicht gegeben wurde, damit ihr es hortet, sondern damit ihr meine Wahrheit euren Brüdern bekannt macht, von denen jedem Arbeiter von Mir eine Anzahl zugeteilt ist.

    21. Wozu euch fortwährend wiederholen, dass alles, was ihr Gutes tut, zum Wohle eures Geistes sein wird?

    22. Hegt nicht selbstsüchtige Wünsche, indem ihr nur an euer Geistesheil und eure Belohnung denkt; denn eure Enttäuschung wird sehr schmerzlich sein, wenn ihr euch im Geistigen einfindet, weil ihr entdecken werdet, dass ihr euch in Wirklichkeit keinen Lohn erarbeitet habt.

    23. Damit ihr besser versteht, was Ich euch sagen will, gebe Ich euch das folgende Beispiel: Es gibt und hat immer Männer und Frauen gegeben, die es sich angelegen sein ließen, wohltätige Werke unter ihren Brüdern zu tun, und die dennoch, wenn sie zu Mir kamen, Mir keine Verdienste für ihre geistige Glückseligkeit vorweisen konnten. Was war der Grund dafür? Könnt ihr euch vorstellen, dass sie Opfer einer Ungerechtigkeit von Seiten ihres Vaters gewesen sind? Die Antwort ist einfach, Jünger: Sie konnten nicht Gutes für sich ernten, weil ihre Werke nicht aufrichtig waren. Denn wenn sie ihre Hand ausstreckten, um etwas zu geben, taten sie es nie aus einem wahren Gefühl der Barmherzigkeit heraus gegenüber dem, der leidet, sondern indem sie an sich selbst dachten, an ihr Geistesheil, an ihre Belohnung. Die einen bewog der Eigennutz dazu, andere die Eitelkeit, und dies ist keine wahre Barmherzigkeit, denn sie war weder empfunden noch selbstlos. Ich sage euch, dass der, der keine Aufrichtigkeit und Liebe in sich hat, nicht die Wahrheit sät und sich auch keinen Lohn erwirbt.

    24. Die augenscheinliche Wohltätigkeit kann euch auf Erden manche Befriedigungen verschaffen, die der Bewunderung entspringen, die ihr erregt, und der Schmeichelei, die ihr empfangt; aber das Scheinbare gelangt nicht in mein Reich, dorthin gelangt nur das Wahrhaftige. Dort werdet ihr alle hinkommen, ohne die geringste Befleckung oder Unlauterkeit verbergen zu können. Denn bevor ihr vor Gott erscheinen könnt, werdet ihr die Galamäntel, Kronen, Insignien, Titel und alles, was der Welt angehört, abgelegt haben, um vor dem höchsten Richter als einfache Geistwesen zu erscheinen, die vor dem Schöpfer Rechenschaft ablegen über die Aufgabe, die ihnen anvertraut wurde.

    25. Begreift, dass ihr das Volk seid, das seit der Ersten Zeit auf Wanderschaft ist. Vereint euch jetzt in einem einzigen Willen, dann werdet ihr meine Wunder erleben und sagen können: Gott hat uns vergeben, der Herr überströmt uns mit seiner Liebe.

    26. Einige von euch kommen im Erdenkleid eines Kindes hierher, andere in dem eines Jünglings oder einer Jungfrau, und wieder andere in Greisengestalt. In diesen Körperhüllen kann nur mein Blick euch entdecken.

    Ich allein kenne die Last, die jeder trägt, und die Sühne, die er erfüllt. Die Disteln, die sich euch in die Füße gebohrt haben, sehe nur Ich, und es ist meine Liebe, die sie entfernt, um dann eure Wunden zu heilen.

    27. Ich will, dass mein Wort, das ihr bis 1950 empfangen werdet, euch alle vereint, und dass es nicht der Schmerz ist. Aber solange ihr sagt: „An so einem Ort ist es nicht Wahrheit, was übergeben wird“, werdet ihr in euren Herzen den Samen der Spaltung und der Zwietracht hegen. Euer Hochmut und eure Eitelkeit geben euch das Gefühl, den anderen (Bruderschaften) überlegen und die Ersten zu sein; doch auf diese Weise nehmt ihr euch nicht den Göttlichen Meister zum Vorbild. Das Wort, das mit dem Vater eins ist, wurde aus Liebe zu den Sündern Mensch, doch ihr seid nicht imstande, euren Hochmut, euer falsches Selbstgefühl von euch zu weisen, um eure Mitmenschen zu lieben, wie Ich es euch gelehrt habe.

    28. Um Mich diesem Volke kundzutun, musste Ich meine Stimme materiell hörbar machen, indem Ich Mich eines menschlichen Stimmträgers bediene, der nicht einmal reinen Verstandes und Herzens ist. Ihr richtet die Handlungen eurer Brüder, und wenn ihr diese unvollkommen findet, lehnt ihr sie ab und distanziert euch von ihnen. Doch Ich frage euch: Ist das die Lehre, die Ich euch gegeben habe? Wie zu einem neuen Lazarus habe Ich zu diesem Volke gesagt: „Stehe auf und wandle!“ Doch das Leben, das Ich ihm gegeben habe, ist dafür da, dass es dasselbe der Liebe und dem Dienst an seinen Nächsten weiht. Aber ihr habt nicht die Sanftmut des Lammes nachzuleben versucht, ihr seid halsstarrig, hartherzig, und darum gibt es Kämpfe und Spaltung in eurer Mitte, womit ihr es den Völkern gleichtut, die sich im Krieg befinden. Erinnert euch, dass Ich euch gesagt habe: Richtet nicht euren Bruder, denn euer Gott und Herr wird zur rechten Zeit kommen, um euch zu richten. Eifert nicht den schlechten Beispielen der Menschen nach, handelt wie euer Meister. Ihr habt ein vollkommenes Vorbild, das euch auf eurem Entwicklungswege hin zur Verheißenen Stadt zur Lehre dienen soll, wo euch die Liebe eures Vaters erwartet.

    29. Wollt ihr, dass unter euch jene Propheten der Ersten Zeit auftreten, die euch unter Wehgeschrei auf Straßen und Plätzen verwarnten, damit ihr Buße tun und eure Verfehlungen bereuen würdet? Wahrlich, Ich sage euch, ihr würdet sie für verrückt halten und ihnen nicht glauben! Trotzdem werden sich einige erheben und zu den Menschenmengen vor den Toren der Kirchen und Andachtsstätten sprechen, wo die Menschen zusammenkommen, um Mir Anbetung darzubringen, und sie werden das Falsche der Götzenbilder aufdecken und die Anbetung verkünden, die Gott von seinen Kindern will.

    30. Hier unter euch ist jeder Stimmträger, jedes geistige Werkzeug oder jeder Seher ein Prophet gewesen. Ihre Stimmen, zu einer einzigen vereint, haben sich erhoben, um dies Volk den Weg (des Heils) durch das Gebet, die Ausübung der Barmherzigkeit und die Verehrung Gottes mittels eurer Werke der Liebe an euren Brüdern zu lehren. Wie kommt es, dass ihr zuweilen vom Wege abirrt, obwohl dieser mit Blut der Göttlichen Liebe markiert ist? Ist es möglich, dass ihr ihn mit den Wegen verwechselt, welche die Menschen mit Blut von Brudermorden gezeichnet haben?

    31. Euer Gewissen weiß, wie viel Grund Ich habe, so zu euch zu sprechen. Doch euer Herz widersetzt sich und glaubt, dass Ich mit übermäßiger Härte zu euch spreche. Dann fragt ihr Mich voll Reue und unter Tränen, ob ihr etwa zu denen gehört, die diesen Weg befleckt zurücklassen oder die das Herz ihrer Brüder mit Schmerz erfüllen? Ich sage euch, dass ihr euch nicht verirren werdet, denn mein Weg ist klar und leuchtend, und wer seine Augen öffnet und ihn sucht, wird ihn bald finden.

    32. Ich werde mein Wort beenden, und später werden Menschen aus fernen Ländern kommen, um euch zu fragen, ob es wahr ist, dass Gott zu euch gekommen ist und als Meister zu euch gesprochen hat. Was werdet ihr dann antworten, und was wird euer Zeugnis sein?

    33. Schon seit langem klopfe Ich an eure Herzenstür, und darum sagte Ich, dass Ich euch nahe bin; doch ihr habt Mir die Türen nicht geöffnet, damit Ich eintrete, um in eurem Innern zu wohnen. Ich bin draußen geblieben und habe weiterhin geduldig angeklopft.

    34. Einer der schwersten Charakterfehler ist der der Heuchelei. Sprecht nicht lautstark von Liebe, solange ihr nicht fähig seid, Mich in euren Mitmenschen zu lieben. Wie viele von denen, die den Kuss des Judas verurteilt haben, wollen nicht erkennen, dass sie ihrem Bruder den Kuss vorgetäuschter Brüderlichkeit gegeben haben und sie ihn hintenherum verraten haben! Wie viele von denen, die sagen, dass sie den Notleidenden dienen, sehe Ich gegen Geld Licht, Wahrheit, Wohltätigkeit bringen.

    Warum habt ihr, wenn euch jemand mit seinen Fragen eingeschüchtert hat, wie Petrus in seinen Augenblicken der Schwachheit gehandelt, Mich verleugnet und versichert, dass ihr Mich nicht einmal gekannt habt? Warum fürchtet ihr die menschliche Rechtsprechung und fürchtet nicht die meine? Doch wahrlich, Ich sage euch, zwischen die Göttliche Gerechtigkeit und eure Sünden stellt sich die Fürsprache Marias, eurer Himmlischen Mutter, die immer für euch bittet.

    35. Ich lehre euch, die Menschenscharen zu führen, obwohl Ich euch schon in der Zweiten Zeit gezeigt habe, wie sie zu führen sind, ohne dass sie müde werden — nämlich, indem man sie durch die Freundlichkeit meines Wortes neu belebt, sie in der Wüste nährt und Wunder tut, um den Glauben in ihren Herzen zu entzünden.

    36. Ich habe euch gesagt, dass mit dem Jahr 1950 meine Kundgabe enden wird, die Ich durch die Verstandesorgane der Stimmträger bei euch gehabt habe. Doch ebenso sage Ich euch, dass, bevor Ich sie beende, es Stimmträger geben wird, deren Verstandesorgane Ich wegen ihrer Unreinheit und mangelnden Vergeistigung vor der angezeigten Zeit verschließen werde. Doch dies wird geschehen, damit sie niemanden mit Lehren verwirren, die nicht meine Wahrheit enthalten.

    37. Mein Licht erleuchtet, doch es blendet und verwirrt nicht. Ich bin die Wahrheit. Ergründet dies Wort, dann wird euch diese Offenbarung und euer Gewissen sagen, ob es euch das wahre Leben lehrt.

    38. Erinnert euch, dass es zwei Zeitalter sind, die diese Menschheit bisher durchlebt hat: Das erste, welches durch das Licht der Erkenntnis über das Göttliche Gesetz erleuchtet war; das zweite, das gestärkt war durch die Lehren der Göttlichen Liebe, die Ich euch in Jesus gab. Schon beginnt eine neue Zeit ihre Strahlen über die Menschen auszubreiten, und dennoch säen und ernten diese noch immer den Samen des Bösen, vernichten sie sich gegenseitig, tun sie sich Schaden an und kämpft Bruder gegen Bruder bis zum Tode.

    39. Jahrhunderte und aber Jahrhunderte sind vorübergegangen, und noch immer werden die Menschen nicht müde, so viel Böses zu säen und zu ernten, auch sind sie es nicht leid geworden, zu verursachen, dass so viele Tränen fließen, noch sind sie es müde geworden, die Erde mit menschlichem Blute zu tränken. Bis zu welchem Grad von Bitternis wollen sie den Schmerzenskelch leeren, dass er sie auf ihrer unaufhaltsamen Bahn anhalte, und sie zum wahren Weg zurückkehren? Euer Vater will nicht, dass ihr die Hefen trinkt, die noch auf dem Grunde jenes Kelches übrig sind. Dennoch ist es das, was ihr mit eurem Stolz und eurem Hass erstrebt.

    40. Geliebtes Volk, denke daran, dass die Menschen nach Frieden hungern. Warum bereitet ihr euch nicht vor, damit ihr ihnen mit euren Werken der Liebe die Frohe Botschaft bringt, sie zum Glauben aufrichtet und zum wahren Leben? Warum ihnen nicht eine brüderliche Hand reichen, hochherzig und aufrichtig, und sie zur Besinnung und zum Gebet aufrufen?

    41. Ihr werdet bestimmt auf den Hochmut der Wissenschaftler stoßen, die glauben, alles zu wissen und zu beherrschen, die glauben, das Geheimnis der Unendlichkeit entdeckt zu haben. Aber mit welcher Weisheit und Gerechtigkeit werde Ich sie heimsuchen, und dies wird der Zeitpunkt sein, an dem dies Volk, das schon von meiner Lehre zu zeugen versteht, vom Geiste sprechen soll, vom ewigen Leben und von der Kenntnis der geistigen Zwiesprache mit Gott. Seine Stimme soll zu den Nationen der Erde gelangen, und jenes Zeugnis soll wie ein keimfähiger Same sein, der auf fruchtbares Erdreich fällt.

    42. Die Menschen werden ihre geistigen Augen dem Lichte öffnen. Doch wahrlich, Ich sage euch, bevor dies geschieht, werden sie noch viele Heimsuchungen durch die Natur erhalten müssen, durch welche die Menschheit bestürzt und erschüttert wird.

    43. Wenn all dies geschehen ist, wird die unerbittliche Gerechtigkeit Gottes in Erscheinung treten und so großer Entweihung und so maßlosem Hochmut ein Ende setzen.

    44. Wenn die harte Prüfung vorüber ist, werden viele von denen, die Mich vergessen hatten, sich auf das Gebet besinnen, und viele, die glaubten, dass — um die Geheimnisse der Natur zu entdecken und zu erkennen — es unerlässlich wäre, auf jede geistige Glaubensvorstellung und auf jede Verehrung gegenüber Gott zu verzichten, werden ihren Irrtum einsehen. Mein Licht wird sie überströmen und ihnen das eingeben, was ihre armselige Intelligenz niemals entdeckt hätte.

    45. Die Wissenschaftler sind sehr undankbar gewesen, denn sie haben Den vergessen, der all das geschaffen hat, worauf sie heute so stolz sind in der Meinung, dass sie es entdeckt haben.

    46. Dumm und töricht sind sie gleichfalls gewesen, denn sie waren von Stolz und Überlegenheitsgefühl erfüllt, weil sie glaubten, in die Erkenntnis der Schöpfung eingedrungen zu sein, obwohl sie diese nur oberflächlich kennen.

    47. In den geheimen Ratschluss Gottes dringt niemand ein, es sei denn, dass Er es für gut hält, seinen Kindern etwas von seinem Inhalt zu offenbaren. Dies soll euch begreiflich machen, dass — wer das zu wissen verlangt, was der Herr in seinem verborgenen Weisheitsborn hütet — es auf dem Wege der Demut, der Liebe und der Vergeistigung suchen muss.

    48. Die höchste Erkenntnis ist nicht den Menschen mit hoch-entwickeltem Verstand, sondern den Menschen mit hoher Geistesreife vorbehalten.

    49. Es würde genügen, wenn ihr, die Zeugen und Hörer dieses Wortes, diese Lehre bekannt machen würdet, über die die Menschen nicht nachgedacht haben, und sogleich würden sie, erleuchtet von ihrem Gewissen, meine Wahrheit in euren Worten erahnen.

    50. Ich brauche Menschen guten Willens, mutige und treue Menschen, die für fremden Schmerz empfindsam sind und eifrig in der Erfüllung meines Gesetzes, damit sie als meine Sendboten Grenzen überschreiten, Länder durchqueren und die Kenntnis dieser Göttlichen Botschaft verbreiten — Menschen, die den Grund für die Heimsuchungen, für meine Gerechtigkeit, die Kriege, die Zerstörung und den Schmerz erklären; die außerdem den sicheren Weg zeigen, Frieden und Gesundheit zu finden, sei es die des Geistes oder die des Körpers.

    51. Aus diesem Volke sollen die Herolde, die Propheten meines neuen Wortes hervorgehen, die Arbeiter und Sämänner dieser Lehre der Liebe und Vergeistigung, weshalb es unter euch Läuterung und Gericht geben muss.

    52. Jene Offenbarung meines Geistes, die in der Zweiten Zeit von Mir verheißen wurde, ist die, welche du gegenwärtig miterlebst, Volk. Bedenke, dass ihr Ende schon nahe ist. Nutzt jede meiner Unterweisungen, denn nach 1950 werden sie nicht mehr in dieser Form zu hören sein. Die Stunde ist festgesetzt, und mein Wille ist unwiderruflich. Wenn Ich mein Wort nicht hielte, wäre Ich nicht mehr euer Vater, denn Ich würde auf die Ebene herabsteigen, in der jene Menschen sich bewegen, die sich heute in einem Vorhaben bestärken und sich morgen selbst verraten.

    53. In den Ratschlüssen Gottes kann es keine Änderung geben, denn da Er die Zukunft kennt, kann Er sich nicht irren.

    54. Gott hat alles vorhergesehen von Anbeginn, mit höchster Gerechtigkeit und Vollkommenheit.

    55. Begreift das, was Ich euch sage, damit auch ihr beständig sein könnt in euren Werken, wie es euch euer Meister gelehrt hat.

    56. Ich spreche zu euch von der strahlenden Lichtwolke aus, welche meine Jünger der Zweiten Zeit in Bethanien schauten und welche jetzt die Seher geschaut haben. Wahrlich, Ich sage euch, nicht einmal jene, die Mich zwischen Wolken scheiden sahen, verstanden die Bedeutung jener Manifestation. Auch nicht die, die Mich in dieser Zeit im Geiste herabkommen sahen, begriffen den Sinn jener „Wolke“, bis mein Wort euch alles erklärte und meine geistigen Boten es euch begreiflich machten mit ihrem ausführlichen und klaren Worte. — Auch bei den Jüngern der Zweiten Zeit war in den Augenblicken, da sie der Himmelfahrt ihres Meisters zusahen, ohne sie zu fassen, ein geistiges Wesen gegenwärtig, das ihnen erklärte, dass die Welt diesen Jesus, den sie zwischen Wolken aufwärtsschweben sahen, in derselben Weise herabkommen sehen würde, das heißt im Geiste, in einer neuen Zeit.

    57. Diese derzeitige Kundgebung ist die Erfüllung jenes Versprechens, o Volk. Falls einem meiner Kinder die Art, in der Ich gekommen bin, allzu unscheinbar erscheint, so kommt dies daher, weil er sich geistig nicht zu erheben vermochte, um das strahlende Licht schauen zu können, mit welchem mein Geist die neue Zeit erhellt.

    58. Auch in der Zweiten Zeit fühlten sich viele Menschen enttäuscht, die von dem Kommen des verheißenen Messias träumten, als sie die schlichte äußere Erscheinung Christi sahen, und darum verneinten sie Mich. Sie vermochten nicht durch die äußere Armut Jesu hindurch die Gegenwart des Himmelreiches, des Reiches des Lichtes und der Wahrheit zu entdecken.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 74

    1. Es ist eine Gnadenstunde, in der Ich um eurer geistigen Erhebung willen meine Kundgebung unter den Menschen fühlbar mache. Wenn ihr Mich hört, wendet ihr euch von der Welt ab, um euch geistig zu sammeln.

    2. Fühlt wahrhaft, dass ihr an meinem Tische seid, in der Erwartung, dass Ich das Brot austeile und euch den Wein reiche. Ihr wisst, dass Ich in bildlichem Sinne zu euch spreche und euch an mein Wort der Zweiten Zeit erinnere; denn das Brot ist mein Wort und der Wein die göttliche Essenz, die in dem Worte ist.

    3. Brot und Wein, Körper und Blut, Manna und Wasser, all dies ist das Sinnbild der Worte, der Liebe und des Lebens gewesen, welche die ewige Nahrung eures Geistes sind.

    4. Das Manna der Wüste und das Wasser aus dem Felsen versinnbildlichten zu ihrer Zeit das Brot und den Wein des Geistes; es sind die gleichen Symbole, die Ich beim Abendmahl gebrauchte, als Ich, von meinen Jüngern umgeben, zu ihnen sprach: „Esset und trinket, dies ist mein Leib, und dies mein Blut.“ Mit dieser Belehrung eröffnete Ich für die Menschheit ein neues Zeitalter, das der Liebe.

    5. Heute versammeln sich neue Jünger um Mich, und die Menschenscharen folgen wiederum meinen Schritten. Aber die Mittel, durch die Ich euch die göttlichen Lehren verständlich mache, sind nicht mehr nur das Sinnbild oder das Gleichnis; es ist das unmissverständliche Wort, das zu eurem Verstande mit einer göttlichen Essenz spricht, die ihr nur mit dem Geiste wahrnehmen könnt.

    6. Denkt nach über diese Unterweisungen, Jünger, und ihr werdet schließlich begreifen, dass die Zeit der Sinnbilder und Symbole zu Ende geht, denn eure geistige Entwicklung und gedankliche Entfaltung erlauben euch, die Wahrheit besser zu verstehen.

    7. Ich bin unter euch, obschon ihr Mich nicht mit euren Händen berühren oder Mich mit euren sterblichen Augen sehen könnt. Ich komme im Geiste, um zu euch zu sprechen und euch zu lehren, wie ihr Mich in eurem Gebete suchen sollt.

    8. Ich werde keine materielle Spur meiner neuen Kundgebung hinterlassen, so wie Ich auch keine in der Zweiten Zeit hinterließ, obwohl Ich unter euch gelebt habe. Die Menschheit ist anfällig für die Abgötterei und dafür, materielle Dinge zu weihen, um sie für göttlich zu halten und sie zum Gegenstand ihrer Anbetung zu machen. Was hätte die Menschheit angestellt, wenn sie meinen Körper, das Kreuz meines Martyriums oder den Kelch jenes letzten Mahles mit meinen Jüngern hätte bewahren können? Doch alles wurde ausgelöscht, damit nur meine göttliche Essenz im Geiste der Menschheit verbleiben sollte.

    9. Auch in längst vergangenen Zeiten entfernte Ich aus den Augen der Menschen sowohl die Gegenstände, die als Symbol gedient hatten, als auch die Sendboten oder Wortverkünder. In der Ersten Zeit, als Moses auf einem Berge war, entschwand er seinem Volke, das ihn vergötterte. Elias, der Prophet des Feuers, entschwand in einer „Wolke“, die ihn von der Erde hinwegnahm. Beide ließen wie Jesus in den Geistwesen nur die Spur ihrer Werke als geistige Essenz zurück.

    10. Jetzt bin Ich hier, in Erfüllung einer meiner Verheißungen, und vereinige alle Geschlechter in einem einzigen Volke, und Menschen verschiedener Rassen in ein- und demselben Apostelamt.

    11. Ich vermache der Menschheit ein weiteres Testament voll Licht und Klarheit. Seht, wie der religiöse Fanatismus bei einigen meiner Kinder seinen höchsten Grad erreicht hat, während bei anderen der Materialismus und der Mangel an Glauben ihren Geist zur Beute genommen haben. Groß und blutig ist der Kampf, der beide erwartet, bis das Licht wiederum unter den Menschen erstrahlt und sie den wahren Frieden empfinden lässt, welcher der Liebe der einen für die anderen entspringt.

    12. Angesichts eines wahren Chaos von Leidenschaften und Weltanschauungen wird das Volk als Zeuge und Überbringer meiner neuen Unterweisungen an die Öffentlichkeit treten müssen. Um Glauben zu finden wird es notwendig sein, dass es sich vorbereitet und sich mit Demut, Gehorsam, Vergeistigung, Stärke und Barmherzigkeit bekleidet.

    13. Fürchtet nicht den Sturm, geliebte Jünger, denn Ich werde mit euch im Boot sein, und wenn ihr Glauben an Mich habt, werdet ihr nicht verderben. Ihr sollt voll Glauben kämpfen und bedenken, dass ebenso, wie ihr die Beglückung habt, mein Wort zu erhalten, alle eure Brüder es zu kennen verdienen, denn es gibt schon viele, die es erwarten.

    14. Sagt nicht, meine Lehre sei schwer in die Tat umzusetzen, oder dass sie euch harte Entbehrungen auferlegt. Wer Mir mit Liebe nachfolgt, spürt die Last seines Kreuzes nicht.

    15. Dies ist mein Wort, prägt es eurem Geist ein, denn bald werdet ihr darauf angewiesen sein.

    16. Das Läuten der wohltönenden Glocke hat euch aufgeweckt, ihr Schall hat in eurem Geist Widerhall gefunden, und da habt ihr euch erinnert, dass dies ein Tag der Gnade ist, an dem der Meister bei euch erscheint. Schnell seid ihr aufgestanden, mit dem Verlangen, dies göttliche Wort zu hören, welches für euren Geist Leben ist und euer Herz mit Zuversicht erfüllt.

    17. Fürwahr, mein Wort enthüllt euch den Weg, den die Stürme des Lebens euch verdeckt haben. Begreift, dass Ich euch so nahe bin, wie Ich es allen Menschen bin; mein Licht ist bei allen. — In dieser Zeit werden viele Geister dem Weg des Lichtes folgen und sich nicht länger verirren. Ihr wäret überrascht, wenn ihr sehen würdet, dass die Hartherzigen und Halsstarrigen diejenigen sind, die sich am schnellsten bereitfinden, meiner Spur zu folgen. Doch der Grund dafür ist, dass Ich jedem die notwendige Zeit gegeben habe, um zum Lichte des geistigen Lebens zu erwachen.

    18. Wie viele in der Sünde Verhärtete sind in dieser Zeit herbeigekommen, mein Wort zu hören, und haben, noch bevor meine Lehransprache beendet war, unter Tränen zu Mir gesagt: „Du bist es, Meister!“ Dies geschah, weil mein reines, gütiges und überzeugendes Wort zum Herzen jener Menschen sprach. Und Ich sage euch, dass der, der einmal meine Gegenwart empfunden hat, nicht fähig sein wird, sich mit falschen Vorspiegelungen zu betrügen. — Ihr, die ihr Mich in dieser Zeit gehört habt, bereitet euch vor, damit ihr von Mir Zeugnis zu geben versteht, denn ihr müsst meine Lehre so darlegen, wie Ich sie euch offenbart habe, und nicht nach eurem Gutdünken oder Willen.

    19. So, wie ihr auf eurem Lebensweg einen Freund hattet, der euch die gute Nachricht brachte, so soll die ganze Menschheit, die in einer Welt der Mühsale verschmachtet, gleichfalls den Hinweis erhalten, dass der Herr gegenwärtig ist, und soll Mich hören.

    20. Was würde aus euch, wenn Ich in meiner Barmherzigkeit nicht die Tage eurer Trübsal verkürzen würde? Ihr wäret schon alle zugrunde gegangen. In dieser Zeit bin Ich auf der Suche nach den Sündern, um ihnen eine Aufgabe in meinem göttlichen Werke zu geben und ihnen zu sagen, dass meine Liebe sie niemals ausgeschlossen hat. Welche Befriedigung und Freude wird einst in jenen Geistern sein, wenn sie durch die Ausübung der Nächstenliebe den geistigen Aufstieg erreicht haben. — In der Unendlichkeit existiert eine Liebe, welche die des Vaters ist, die keinen anderen Wunsch hat als den eurer Rettung, und dass ihr den ewigen Frieden erreicht.

    21. Seit 1866 öffnete Ich erneut den Born meiner Liebe, der sich als Trost und Offenbarung auf euch ergossen hat. Ich habe nicht den Tag meines Abschieds abgewartet, um euch erst dann zu sagen, dass ihr darangehen sollt, meine Unterweisungen in die Tat umzusetzen; sondern vom ersten Augenblick an, an dem ihr sie vernommen habt, habe Ich euch gesagt: „Übt Barmherzigkeit aus, bringt Trost dem Kranken, sprecht von meiner neuen Offenbarung, bringt den Bedürftigen und den Verirrten herbei.“ Und zwar deshalb, weil Ich nicht wollte, dass ihr zu theoretisierenden Jüngern werdet, die wunderbar von meinem Werke sprechen und die nicht fähig sind, ihren Arm auszustrecken, um den Kranken zu berühren und seinen Schmerz zu lindern. War euer Herz nicht von Wonne erfüllt, als der Todkranke durch eure Fürsorge und eure Gebete zum Leben zurückgekehrt ist und ihr hörtet, dass seine Lippen euch segneten?

    22. Die Zeit ist sehr nahe, in der diese meine Kinder euch mein Wort nicht mehr übermitteln. Ich werde weggehen, und der Meister wird euch nicht länger diese Unterweisung geben. Ich will, dass bis dahin das Verlangen nach tätiger Nächstenliebe in euren Herzen sich geläutert hat und die Vergeistigung in euer Leben Eingang gefunden hat. Elias, euer geistiger Hirte, kündigte euch mein Kommen an und sagte euch auch den Tag meines Scheidens voraus.

    23. Mein Wort, das einfach und bescheiden in seiner Form ist, ist tief in seinem Gehalt, und so wird es sein bis zum letzten Tag. Bittet Mich nicht, dass Ich mit gewählten Worten zu euch spreche, denn euer Geist braucht sie nicht, um meine Unterweisung zu verstehen.

    24. Ich kenne die, welche meine Lehre meinem Willen gemäß in die Tat umsetzen, und die, die sich von ihrem Wesenskern entfernen. Nichts ist meiner Weisheit verborgen, und wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr zu Mir gelangen wollt, so kommt auf der Himmelsleiter der Liebe, der Barmherzigkeit, der Gerechtigkeit und der Demut.

    25. Strebt nicht danach, dieses geistige Werk in ein materielles Werk umzuwandeln — in der Hoffnung, seine Früchte hier auf Erden zu erblicken. Zweifelt nicht am Sieg meiner Lehre, habt Glauben an sie, und ihr werdet die Ebenen in Berge und die Wüsten in grüne Auen verwandeln können. Bedenkt, dass in der Zweiten Zeit, als Jesus am Kreuze starb, verlassen von seinen Jüngern außer von Johannes, diese dachten, dass alles zu Ende wäre. Trotzdem begann später in den Herzen der göttliche Same zu keimen, der nicht sterben konnte, weil er beständig durch das Blut der Märtyrer bewässert wurde — das Blut, welches Liebe und Glauben war.

    26. Ich sage euch, in dieser Zeit muss mein göttlicher Same mit Werken der Barmherzigkeit, mit Tränen der Reue und der Versöhnung bewässert werden.

    27. In dieser Zeit habe ich euch aus einer neuen Knechtschaft befreit: den Versuchungen, den Vergnügungen, den Lastern, die wie der tyrannische und grausame Pharao sind, der euch in Ketten geschlagen hat. Morgen wird die Menschheit diese neue Befreiung feiern — nicht mit Festlichkeiten oder mit Traditionen, sondern durch die geistige Liebe des einen zum anderen.

    28. Die Tieropfer, die ihr auf dem Altar Jehovas darbrachtet, wurden von Ihm angenommen. Doch es war nicht die beste Form, um euren Geist zum Herrn zu erheben. Da kam Ich als Jesus zu euch, um euch das göttliche Gebot zu lehren, das euch sagt: Liebet einander. Jetzt sage Ich euch, dass die Lehren, die Ich euch in der Zweiten Zeit durch die Werke Jesu kundtat, das eine mal verändert und das andere mal schlecht ausgelegt worden sind. Darum bin Ich gekommen, wie Ich es euch ankündigte, um meine Wahrheit zu erhellen. Mein Opfer damals verhinderte viele Tieropfer, und Ich lehrte euch eine vollkommenere Verehrung Gottes. Meine neue Offenbarung in dieser Zeit wird bewirken, dass die Menschheit begreift, dass ihr die symbolischen Kultformen nicht verwenden dürft, ohne zuvor ihren Sinn zu deuten, da sie nur eine sinnbildliche Darstellung meiner Lehren sind.

    29. Bevor Ich von einem Herzen empfunden werde, erscheint Elias bei ihm, um ihm zu sagen, dass es seine Sünden bereuen soll, weil der Herr sich naht. dasselbe tat er in der Zweiten Zeit durch den Täufer, als dieser gebot, sie sollten Buße tun und sich läutern, weil das Himmelreich näherkam.

    30. Meine Vaterliebe gelangt in diesem Augenblicke zum Geist und Herzen der vielen Menschen, die Mich hören. Dies ist die angekündigte Zeit, in welcher der Geist der Wahrheit zu den Menschen herabkommt. Hört seine Stimme in der Unendlichkeit, erkennt ihn im Unsichtbaren, fühlt ihn in eurem Herzen. Meine Liebe und meine Inspiration helfen eurem Geist, sich zu erheben und meine Unterweisungen zu empfangen.

    31. Die Menschen legten mein Gesetz schlecht aus und verfälschten meine Lehren. Darum gieße Ich in dieser Zeit mein Licht auf jeden Geist und auf jeden Verstand aus, damit ihr die Lektion, die Ich euch durch das Leben gegeben habe, begreifen lernt. Diese Welt, die eine Heimstatt von unvollkommenen Wesen gewesen ist, von Geistern in der Sühne, wird eine Stätte des Lichtes und der Vergeistigung sein. Heute reinigt meine Gerechtigkeit die Felder und reißt das Unkraut mit der Wurzel aus, um es durch das Feuer der Sühne und der Liebe zu vernichten.

    32. Die brudermörderischen Kriege, seit alter Zeit voraus verkündet, lassen euch Tag für Tag erbeben. Die Berichte darüber beunruhigen euch, und seine Folgen lassen euch Tränen vergießen. Diese Menschen, die durch ihr Machtstreben und ihren Hass die Kriege verursachen, sind meine Kinder, die Mich an Altären suchen und Mich in Tabernakeln anbeten, ohne sich bewusst zu machen, dass sie Mir statt einer Gabe der Liebe das Blut ihrer Opfer darbringen. Ach, blinde Menschen, die sich in ihrem Hochmut unumschränkt herrschend fühlen und dabei vergessen, dass sie sehr klein sind gegenüber meiner Göttlichkeit!

    Die menschliche Eitelkeit ist an ihre Grenze gelangt, und es ist nötig, dass Ich sie meine Gegenwart und meine Macht fühlen lasse. Es ist nicht erforderlich, dass Ich meine ganze Allmacht gebrauche, um euch meine Größe zu beweisen. Ein schwacher Stoß oder ein leichter Hauch der Naturgewalten genügen Mir, um dem törichten und eitlen Menschen seine Kleinheit zu beweisen.

    33. Wie damals das Goldene Kalb abgeschafft wurde, so wird in dieser Zeit die Anbetung des Reichtums verschwinden. Und ebenso, wie die Händler aus dem Tempel vertrieben wurden, so werden jetzt jene heimgesucht werden, die unter Ausnutzung der Schwäche und der Unwissenheit aus dem Schmerz ihrer Mitmenschen Gewinn ziehen.

    34. Die Menschen haben einen Kampf mit ihrem Herrn begonnen; doch überall, wohin sie sich auch wenden, erleben sie, wie Ich ihnen den Weg für ihre Übeltaten versperre. Aber die, welche in diesem Kampfe nicht auf die Stimme ihres Gewissens hören, finden den Tod und das Gericht, und danach die Sühnung.

    35. O Jünger, die ihr Mich hört — erforscht die Offenbarung des Sechsten Siegels! Dort werdet ihr alles entdecken, was ihr heute seht, hört und erlebt. Doch wenn ihr Glauben an mein Wort habt, so ergründet es und bewahrt es in euren Herzen. Denn schon ist das Jahr 1950 sehr nahe, mit dessen Ende ihr meine Stimme nicht mehr in dieser Form hören werdet.

    36. Ein Wirbelwind hüllt diese Menschheit ein. Doch wahrlich, Ich sage euch, mein Wort wird eure Verwirrung nicht vermehren. Es ist Licht, das eurem Geist die Richtung weist und eure Einsicht erhellt, um euch in eurer geistigen Entwicklung beizustehen.

    37. Ich bin von neuem bei euch und erinnere euch an eure Liebesmission unter der Menschheit. Währenddessen geht Elias überall hin auf der Suche nach verirrten Schafen, um sie auf seinen Schultern zum Gehege zu bringen, damit sie dort die Liebe ihres Schöpfers finden.

    38. Erinnert euch, dass Ich der Weg bin, der den einlädt, der ihn vergessen hat. Ich verbreite mein Wort unter euch, damit ihr morgen mit euren Werken der Liebe Zeugnis von ihm ablegt. Viele werden die einfachen Häuser aufsuchen, in denen Ich Mich offenbarte, und euch an die Zeiten erinnern, in denen Ich durch den Stimmträger zu euch sprach, damit ihr ihnen die Art und Weise erklärt, in der Ich Mich kundtat, sowie die Liebestaten und Wunder, die Ich unter euch tat. Nur die Erinnerung wird unter diesen Dächern bleiben, denn mein Wort und sein Widerhall werden in euren Herzen aufbewahrt bleiben. — Ich bereite derzeit die Jugend vor, damit diese später diejenigen empfängt, die mein Wort nicht gehört haben und die im Verlangen nach liebevoller Hilfe herbeikommen. Wie viele werden weinen, weil sie Mich nicht gehört haben! Doch sage Ich euch auch: Wie viele von denen, die Mich hörten, werden weinen, weil sie sich nicht zubereitet haben, und wenn sie gewahr werden, dass mein Wort sich nicht mehr kundgibt, werden sie begreifen, dass sie die Liebesgabe des Vaters nicht genutzt haben, um seine Göttliche Lehre zu lernen, seine Unterweisungen von unendlicher Barmherzigkeit und Liebe. Sie werden ihren Blick auf den Platz richten, auf den der Stimmträger sich niedersetzte, um das Göttliche Wort wiederzugeben, und werden nur die Leere sehen.

    39. Die Jahre fliehen schnell dahin, sie sind wie Augenblicke; bald werdet ihr Mich nicht mehr hören, weshalb Ich euch sage: Lasst Mich euch heilen, euch liebkosen und trösten und euch meine Unterweisung geben. Ich kam, um euch zugerüstet zurückzulassen; doch wenn ihr schwach sein solltet im Glauben und im Wollen, dann werdet ihr krank werden, und wer in der Welt wird zu euch sprechen können, euch unterweisen und heilen können, wie Ich es tat?

    40. Wenn ich euch sagen würde, dass ich Mich immer direkt mit eurem Geiste verbinden wollte, indem ich meine Stimme in eurem Herzen vernehmbar mache, so würdet ihr mir nicht glauben. Aber nur eure Erdgebundenheit und euer Zweifel waren der Grund, weshalb der Herr sich durch bestimmte Verstandesorgane kundtat, die Er durch seine Liebe zubereitete, damit ihr Mich auf diese Weise hören könntet und beim Studium meiner Unterweisung die Größe meiner Barmherzigkeit zu begreifen vermöchtet.

    41. Wenn Ich euch sagen würde, dass euer Geist sich während des Schlafes eures Körpers zuweilen loslöst und sich den Schwellen des Jenseits nähert und Mich sucht, würdet ihr es bezweifeln. Doch es hat euch an Vorbereitung und Glauben gefehlt, um jene Augenblicke geistig nutzen zu können, und Ich musste Seher und Propheten erwecken, damit sie euch helfen und euch vom Morgen sprechen, euch wach rütteln und euch ermahnen, dass ihr wachet und betet.

    42. Glaubst du, mein Volk, dass dieser Mensch, durch den Ich Mich kundtue, derjenige ist, der euch das Wort gibt? Nein, meine Kinder, es ist euer Meister. — Glaubt ihr, dass der Geist Gottes sich in dem Stimmträger befindet, während er spricht? Auch dies trifft nicht zu. — Ich habe euch gesagt, dass ein Strahl meines Lichtes genügt, um sein Verstandesorgan zu erleuchten und zu inspirieren, wobei Ich auf seine Lippen einen unerschöpflichen Strom von Worten voll bedeutender Lehren lege, als Beweis für den Ungläubigen. Hört Mir während dieser Zeit aufmerksam zu, damit ihr für die kommenden Prüfungszeiten stark seid.

    43. Bevor ihr meine geistige Gegenwart empfangt, habt ihr zu eurer Himmlischen Mutter gebetet, um sie zu bitten, dass sie euch helfe, Mir in euren Herzen ein Heiligtum zu bereiten. Dafür segne Ich euch, meine Jünger. Höret mein Wort, welches der Weg ist, der zum Vollkommenen, zum Ewigen führt.

    44. Ihr fragt Mich: Wie sind die göttlichen Heimstätten und das Leben der vollkommenen Wesen? Wahrlich, Ich sage euch, fragt nicht, was ihr derzeit nicht verstehen könntet. Handelt nach meinen Gesetzen, dieses Tun wird euch Schritt für Schritt höherbringen auf der Stufenleiter zur Vollkommenheit, von der aus ihr werdet sehen, bewundern und erkennen können, wie Vieles der Vater für das Glück seiner Kinder in Bereitschaft hält.

    45. Obwohl euer Geist Bewohner des Geistigen Gefildes gewesen ist, hat er sehr wenig gesehen und weiß beinahe nichts von jenem Leben. Wie wollt ihr von hier aus die Schwellen dessen, was ihr Seligkeit oder Himmel nennt, betrachten?

    46. Die Augen eures Körpers waren bestenfalls in der Lage, die nächsten Sterne zu betrachten; eure Wissenschaft hat euch nicht viel weiter gebracht, und euer Geist, welcher die Entfernungen aufheben und dem Menschen das Unsichtbare enthüllen könnte, da er in sich und außer sich das geistige Wissen, das um ihn ist, erfühlt, lässt sich vom Materialismus der Welt mit fortreißen, verschmilzt mit seinem Körper, und statt aufwärtszusteigen, erniedrigt er sich, und anstatt zu bewundern, zweifelt er.

    47. Manchmal, wenn ihr die Wunder der Schöpfung bestaunt, ruft ihr überwältigt aus: „Herr, wie groß ist deine Macht!“, ohne euch bewusst zu sein, dass alles, was euch umgibt, nichts als ein schwacher Abglanz dessen ist, was das Ewige Leben ist.

    48. Zwar will Ich mit meinem Worte euer Interesse für das Geistige Leben wecken; doch begreift, was Ich euch sage: Um jenes Leben zu erreichen, müsst ihr durch die Entwicklung eures Geistes zu ihm gelangen, und nicht nur durch die eures Verstandes. Die Intelligenz, das Herz, die Gefühle und alle eure Fähigkeiten müssen sich mit dem Geiste vereinen, dann werdet ihr die notwendige Höherentwicklung erreichen, um die Herrlichkeit eures Vaters schauen zu können. Aber wenn der Geist sich der Fähigkeit des Verstandes anvertraut und sich diesem hingibt, dann wird sein Erkenntnisvermögen begrenzt sein, wie es alles Menschliche ist.

    49. Der Himmel ist nicht ein bestimmter Ort im Universum, meine Herrlichkeit ist überall, im Geistigen und im Materiellen. Sagt ihr nicht, dass Gott im Himmel, auf Erden und an jedem Orte ist? Begreift also, was ihr sagt, damit ihr versteht, dass dort, wo Gott ist, auch seine Herrlichkeit sein muss.

    50. Ich will, dass ihr in diesem unendlichen Vaterhause wohnt, dass ihr in einen Zustand geistiger Erhebung kommt, so dass ihr überall im Universum, wo ihr euch auch befindet, die Seligkeit des Göttlichen fühlt, dass ihr euch des Ewigen Lebens erfreut und die Gegenwart des Schöpfers erlebt. Diese Bergeshöhe haben nur die erreicht, die Mich zum Vorbild genommen haben und die Liebe als Weg.

    51. Wer diese Lehre versteht, muss erkennen, dass diese Welt nur ein kleiner Aufenthaltsort ist, welcher den Geist augenblicklich festhält, um ihm grundlegende Lehren zu offenbaren. Seit den ersten Zeiten brennt eine Fackel des Glaubens, um mit ihrem geistigen Lichte den Weg der Menschen zu erhellen. Aber wie wenige haben sich nach ihm ausgerichtet! Wie wenige haben auf dem Wege ausgeharrt, und wie viele mussten, als sie an jenen Scheideweg kamen, wo sie der Tod anhält, vor dem Geistigen erscheinen, als ob sie Fremdlinge wären, ohne die Wege, die Gesetze und die Pflichten der Geistigen Welt zu kennen, welche die wahre Heimat des Geistes ist! Wie ungerecht seid ihr zu euch selbst gewesen!

    52. Heute erläutere Ich euch meine Lehren, damit Ihr umkehrt und im Bewusstsein des Zieles, das ihr verfolgt, den Weg zum wahren Leben einschlagt. Und wenn dann der Tod kommt, um euch vom Fleische zu befreien, kann euer Geist sich erheben und zur Geistigen Welt gelangen, ohne dass ihn Verwirrung überfällt, was etwas Schlimmeres ist als der Tod. Wenn ihr all dies wisst, werdet ihr in der Überzeugung leben können, dass ihr nur Durchreisende auf der Erde seid, kleine Kinder, die diese Schule durchlaufen mussten. Verwünscht nicht eure Leibeshülle, so widerspenstig und rebellisch sie auch ist, und verabscheut es auch nicht, das Leben dieser Welt ertragen zu müssen, das ihr als ein trügerisches Paradies voller Versuchungen und Abgründe betrachtet habt. Denn dies Fleisch, das ihr als Hilfsmittel habt, um auf dieser Erde zu leben, wird kein Hindernis für eure geistige Aufwärtsentwicklung sein oder für eine tugendhafte Lebensführung, wenn ihr imstande seid, seine Schwächen, Leidenschaften und Nöte zu beherrschen, um in euren Herzen nur den Samen der Vergeistigung keimen zu lassen. Dann hält diese Erde und die Natur, die den Menschen umgibt, neue Lektionen und auch Geheimnisse bereit, welche die zukünftigen Generationen kennenlernen werden.

    53. Nicht mehr der Schmerz des Meisters wird die Menschen bessern, noch die Kriege, die den Hochmut der Völker heimsuchen, noch das Elend, welches das Herz der Menschen läutert. Andere, bis jetzt unbekannte Lektionen werden die Menschen jener Zeiten erhalten, die Ich euch heute ankündige.

    54. Segnet euren Schmerz, wischt eure Tränen nicht im Zorn ab, segnet euer Brot, so dürftig es auch ist. Denn so überaus langanhaltend euch eure Trübsal hier auf der Welt auch erscheinen mag — wenn ihr einst im Geistigen Leben seid, werdet ihr das Gefühl haben, als ob es eine Minute gewesen wäre, und ihr werdet all das Gute erkennen, das sie euch erwies.

    55. Der Himmel ist der Zustand der Vollkommenheit. Ich habe ihn euch als eine unermesslich große und blendendweiße Stadt versinnbildlicht, die ihr durch euren Mut, durch euren Glauben und durch euren unerschütterlichen Willen einnehmen sollt. Seid Soldaten dieser Sache! Vereinigt euch alle, die ihr bereits dieses hohe Ziel vor Augen habt, schreitet unbeirrt voran und gewinnt Schlachten im Leben, bis ihr es geschafft habt, dass jene Stadt sich denen ergibt, die sie mit ihrer Liebe eroberten. Diese Stadt ist eure Heimstätte, dieses Heim ist das Universum ohne Ende, wo der Schöpfer mit seinen Kindern wohnt.

    56. Tragt mein Wort in euren Herzen und erinnert euch in der Einsamkeit eures Kämmerleins oder im Frieden der Natur an dasselbe und ergründet es. Seid meine guten Jünger.

    57. Euch, die ihr die Gnade gehabt habt, Mich in dieser Form zu hören, sage Ich: Bewahrt mein Wort, studiert es, setzt es in die Tat um in eurem Leben, denn bald wird es nicht mehr zu hören sein. Ich will, wenn dies geschieht, dass ihr als Meister zurückbleibt, fest gegründet in meiner Lehre, und nicht als verwirrte Jünger oder als Kinder, die sich verwaist fühlen.

    58. Heute könnt ihr noch die Menschen herbeirufen, damit sie meine Kundgebung hören; morgen, wenn 1950 vorüber ist, werden sie nur noch die Stimme meiner Jünger und Zeugen vernehmen.

    59. Zweifelt nicht an den Menschen, so hartnäckig und fanatisch ihr sie auch in ihrer Religionsausübung erleben mögt. Jeder Geist befindet sich im Entwicklungszustand, und für jeden ist der rechte Zeitpunkt gekommen, um diese Offenbarungen zu empfangen.

    60. Jünger, begreift eure Aufgabe und nehmt sie an mit jener Liebe und jenem Gehorsam, mit dem Jesus seine Bestimmung annahm. Betet, wachet, trinkt den Leidenskelch mit Geduld und tragt euer Kreuz mit Liebe. Segnet alles innerlich und vergebt denen, die euch verletzt haben, von Herzen und durch die Tat.

    61. Selig, die Mir unter Tränen sagen: „Meister, ich lege meinen Schmerz in deine Hände, dein Wille geschehe an mir.“ Mein Wille ist, dass ihr meinen Frieden habt, o geduldiges und armes Volk, aber vergesst für einige Augenblicke eure Leiden und bittet für die Welt, betet für die Nationen. Liebet einander!

    Mein Friede sei mit Euch!

  • Unterweisung 73

    1. Die dürstenden Menschenscharen sind in meine Gegenwart gekommen und haben mein Wort wie eine Kaskade kristallklaren Wassers empfangen, das ihre Schandflecken abgewaschen hat. Die Dankbarkeit hat bewirkt, dass sich viele Herzen der Liebe öffnen, wie die Blütenkelche der Blumen.

    2. Dies ist die Zeit, in der Ich euch anbot, zu euch zurückzukehren. Es ist notwendig gewesen, dass euer Schmerz sehr groß war, damit ihr zu Mir kamt, aber alles war seit Anbeginn der Zeiten vorbereitet und alles war geweissagt worden. Ihr habt weder gewacht noch gebetet, und darum seid ihr vom Pfade abgeirrt. Doch wahrlich, Ich sage euch, trotz so vieler „Dornen und Steine“, die heute die „Erde“ bedecken, trotz so vieler Fallgruben, Steilhänge und Abgründe, die es auf ihr gibt, ist der Weg des Herrn immer erkennbar für den, der sich entschließt, auf ihm zu wandeln. Ich kam, um das Unkraut und die Hindernisse auf eurem Wege zu entfernen, damit ihr den Glanz des Verheißenen Landes schaut. Morgen werden die Menschen diese Zeit „die Zeit des Lichtes“ nennen.

    3. Groß wird die Umwandlung sein, die die Menschheit innerhalb kurzer Frist erleidet. Gesellschaftliche Organisationen, Grundsätze, Glaubensbekenntnisse, Lehrsätze, Sitten, Gesetze und alle Ordnungen des menschlichen Lebens werden in ihren Grundfesten erschüttert werden.

    4. Ja, dies ist die Zeit des Lichtes. Ich sage euch, das Licht ist Kraft, ist Lauterkeit und ist Wahrheit. Darum muss diese Lauterkeit und diese Wahrheit auf allen Wegen und bei allen Werken der Menschen erstrahlen. — Viele werden nun sagen: „Herr, wie lange Zeit hindurch hast Du Dich vor unseren Blicken verborgen!“ Doch Ich werde ihnen antworten: Es ist nicht so, dass Ich Mich verborgen habe, sondern ihr legtet einen dichten Schleier vor die Augen, so dass ihr Mich nicht saht.

    5. Die Menschheit ist mein Feld, Ich bin sein Besteller. Aber Ich sehe, dass unzählige Plagen auf ihre Pfade gekommen sind, und dies hat eure Erlösung überaus mühsam gemacht. Der Materialismus, der Krieg, die Sünde sind die Plagen gewesen, die die Felder des Herrn unaufhörlich heimgesucht haben. Doch die Macht, sie auszurotten, ist in Mir, und bald wird der Zeitpunkt kommen, an dem sie für immer beseitigt sein werden. Dann werden die Felder blühen, in den Herzen wird Friede sein und in den Heimen Brot im Überfluss. Das menschliche Leben wird wie eine Anbetung sein, die zu Mir aufsteigt, wenn es das Gebot erfüllt, das euch sagt: „Liebet einander.“

    6. Jeder, der meine Unterweisung vernimmt und zu einem „Sämann“ werden möchte, präge sie seinem Geiste ein und mache Gebrauch von dem Samen, dem Ackergerät und dem Wasser, um dann zu den unfruchtbaren Feldern aufzubrechen, die er mit seiner Liebe fruchtbar machen soll.

    7. Welches größere Erbe könntet ihr euren Brüdern hinterlassen als das, eurem Herrn auf seinen gesegneten Feldern gedient zu haben? Euer Andenken wird eines Tages gesegnet werden, und euer Beispiel wird nachgeahmt werden.

    8. Begreift, dass dies die Zeit ist, in der ihr euch durch eure eigenen Werke erlösen sollt. In der Dritten Zeitepoche der Menschheit darf nicht Ich allein Verdienste erbringen.

    9. Um euch zu helfen, bin Ich von neuem gekommen, um euch in solch tiefer Finsternis mit meinem Lichte den Weg des Guten zu weisen, damit ihr bald in das Reich des Friedens gelangt, das euer Herz ahnend ersehnt, auch wenn es dasselbe nicht kennt.

    10. Ihr kennt nicht das Endziel des Weges, aber ihr habt Vertrauen, zu ihm zu gelangen. Ihr kennt den Vater nicht gänzlich, aber seine Stimme erweckt in euren Herzen unbedingten Glauben und unzerstörbare Hoffnung. Denen, die so glauben, werde Ich aufs neue sagen: „Selig sind, die ohne zu sehen glauben.“

    11. Seid nicht länger erdgebundene Menschen, die alle Augenblicke den Vater bedrängen, Er solle in ihre Herzenswohnung herabkommen, ohne sie zuvor bereitet zu haben. Seid nun jene, die sich zu ihrem Schöpfer zu erheben vermögen. Macht euch würdig, die Kundgabe von Geist zu Geist zu verdienen.

    12. Wenn ihr auf dem Lebenswege Beweise meiner Wahrheit erhalten habt, sollen dieselben Zeugnis und Ansporn bei eurem Tagewerke sein. Doch lasst nicht zu, dass das Fleisch eure Augen für die Wahrheiten verschließt, die euer Geist empfängt, denn es ist blind, schwach und undankbar und könnte mit seiner Widerspenstigkeit euren Entwicklungsweg behindern.

    13. Ich habe euch die notwendige Kraft gegeben, um eure Aufgabe durchzuführen, und mit dem, was Ich bisher zu euch gesprochen habe, wärt ihr in der Lage, die ganze Menschheit zu retten. Doch ihr seid schwach, und Ich werde meinem Volke weiterhin meine Unterweisungen geben, bis die angezeigte Stunde kommt, in der diese Kundgebung endet.

    14. Ich könnte mein Volk in zwei Gruppen einteilen: Eine, die Mich verstanden hat, und eine andere, die meine Wahrheit nicht begriffen hat. Beide haben die gleiche Unterweisung erhalten; doch jene, die Mich nicht verstanden hat, jammert, fühlt sich notleidend und gescheitert. Mal glaubt sie sich verfolgt, ein andermal, dass sie gebunden ist und nicht gegen die Versuchungen kämpfen kann. Auf ihrem Wege spürt sie, dass die Disteln sie bei jedem Schritt in den Fuß stechen, und jeden Tag vergießt sie Tränen des Schmerzes; an den Dornen des Weges lässt sie Fetzen des Gnadengewandes zurück, mit dem Ich sie geschmückt habe.

    Die andere Gruppe ist jene, die ein Siegeslied anstimmt, wenn sie ihre tägliche Arbeit beendet — jene, die sich im Kampfe zu erheben versteht, um Mich zu segnen; die nicht jammert, nicht bettelt, nicht schimpft. Es ist jene, die, wenn sie zu Mir spricht, Mir nur sagt: „Herr, ich danke Dir unendlich, weil ich deine Vaterliebe an mir erlebt habe, weil Du Dich in meinen Prüfungen kundgetan hast, die meinen Geist vervollkommnen. Ich danke Dir, denn inmitten jener Prüfungen werde ich deinen Frieden und den Lebensunterhalt haben.“

    15. So preisen Mich jene, die Mich verstanden haben. Für sie ist jeder Tag, jede Morgenröte ein neues Licht der Hoffnung und ein neuer Schritt auf dem Pfade ihrer Entwicklung. Doch Ich will euch nicht teilen, Ich will euch vielmehr in einer einzigen Familie verschmelzen, in der Ich nicht Anfänger und Jünger erblicke. Ich will nicht höhere Wesen neben niedrigeren. Da Ich allen die gleiche Befähigung gewährt habe, will Ich, dass ihr sie alle in derselben Weise zu schätzen wisst.

    16. Ihr, die ihr ständig klagt, hört Mich an: Als ihr, verborgen in eurem menschlichen Körper, in meine Gegenwart gelangtet, habt ihr ihn müde und erschöpft, krank und verfallen vor Mich gebracht. Doch Ich heilte ihn, gab ihm die Kraft zurück, erfüllte euer Herz mit Freude und Hoffnung. Ich gab in eure Hände die Schlüssel, um die Tore zur Arbeit zu öffnen, und gab euch Brot. Ich segnete und reinigte eure Angehörigen und machte euren Weg frei von Hindernissen. Ich erweckte euren Geist aus seinem tiefen Schlaf und gab ihm nur deshalb keine weitere Gabe, weil er von seiner Erschaffung an alles besaß. Aber Ich musste den Geist von der Ermattung, von seiner Krankheit befreien und richtete ihn in jenem Augenblicke durch sein Gewissen. Nachdem Körper und Geist erstarkt waren, verschmolz Ich diese zu einem einzigen Wesen, zu einem einzigen Wollen, damit es mein Gesetz erfüllte. Was könnt ihr mehr verlangen? Ich sage euch: Erfüllt dies Gesetz, und ihr werdet Frieden haben in dieser Welt, und hernach wird euer Geist im Himmelreich sein. — Auf diese Weise erweckte Ich euch, damit ihr wüsstet, wer ihr seid und dadurch auch das Erhabene eurer Bestimmung und eurer Aufgabe begreifen lerntet.

    17. Jetzt sage Ich euch: Verharrt nicht darin, Mir nur zuzuhören, ihr müsst auch handeln! Werdet stark und lernt in den Prüfungen! Wenn ihr nur zuhört und nicht nachdenkt, werdet ihr nichts gelernt haben und auch nichts in die Tat umsetzen können. Seht diese Versammlungsstätten als Schule an, in der der Meister euch Unterricht erteilt, und betrachtet die Welt als ein weites Arbeitsfeld, wo ihr das, was ihr gelernt habt, zur Anwendung bringen könnt.

    18. Diese Welt ist das geeignete Feld, um zu arbeiten. In ihr ist Schmerz, Krankheit, Sünde in allen Formen, Laster, Zwietracht, verirrte Jugend, Alter ohne Würde, zum Bösen missbrauchte Wissenschaft, Hass, Krieg und Lüge.

    19. Dies sind die Felder, auf denen ihr arbeiten und säen sollt. Doch wenn euch jener Kampf, der euch unter den Menschen erwartet, gigantisch erscheint — wahrlich, Ich sage euch, obschon er groß ist, ist er nicht mit dem zu vergleichen, den ihr mit euch selbst beginnen müsst: den Kampf des Geistes, der Vernunft und des Gewissens gegen die Leidenschaften des „Fleisches“, seine Eigenliebe, seine Selbstsucht, seine Vermaterialisierung. Und solange ihr nicht über euch selbst gesiegt habt — wie könnt ihr da aufrichtig von Liebe, von Gehorsam, von Demut und Vergeistigung zu euren Brüdern sprechen?

    20. Erkennt, dass ihr den mächtigsten Feind in euch selbst habt. Wenn ihr ihn besiegt habt, werdet ihr den Drachen mit den sieben Häuptern, von dem der Apostel Johannes zu euch sprach, unter euren Füßen sehen. Dann erst könnt ihr in Wahrheit sagen: „Ich kann mein Angesicht zu meinem Herrn erheben, um Ihm zu sagen: Herr, ich werde Dir nachfolgen.“ Denn dann werden es nicht nur die Lippen sagen, sondern der Geist.

    21. Wenn die Augen eures Körpers für einen Augenblick euren eigenen Geist schauen könnten, wärt ihr geblendet, zu erfahren, wer ihr seid und wie ihr seid. Ihr hättet Achtung und Erbarmen mit euch selbst und würdet einen tiefen Schmerz fühlen, zu sehen, wohin ihr jenes Licht gebracht habt.

    22. Heute komme Ich, euch zu sagen, wer ihr seid, denn ihr kennt euch nicht. Ihr sagt andauernd, dass ihr Geist besitzt, ohne zu wissen, was dies bedeutet, ohne wenigstens Glauben daran zu haben, dass ihr Geist besitzt; denn ihr habt ihn nicht gesehen, wie ihr es in eurem Materialismus gewünscht habt. Wenn ihr ihn nicht kennt — wie wollt ihr ihn da entwickeln?

    Seid nicht länger der Kerker oder der Henker eures Geistes. Der Körper soll nicht sein Eigentümer oder Herr sein. Lasst ihn sich befreien, lasst ihn die weltlichen Neigungen des Fleisches zurückweisen, so wie jemand den Wolf verjagt, der ihm auf Schritt und Tritt auflauert.

    23. Diejenigen, die innerlich fühlen, dass sie Mich verstanden haben, und die glauben, ihre Aufgabe zu erfüllen, sollen denen beistehen, die nachkommen. Doch bringt Mir noch nicht eure Frucht dar, denn das Werk, das ihr geschaffen habt — nicht nur in dieser Zeit, sondern zu allen Zeiten — ist Meiner noch nicht würdig.

    24. Grämt euch deswegen nicht und verliert auch nicht den Mut. Wenn Ich euch sagen würde, dass ihr schon die Vollkommenheit erreicht habt und dass eure Werke keinerlei Mängel haben — würdet ihr euch da anstrengen, weiterhin auf dem Wege eurer geistigen Reifung voranzukommen?

    25. Bleibt nicht länger stehen, richtet eure Augen nicht auf das Vergangene. Das, was ihr zurückließet, waren Schmerz, Tränen und Sünden. Ihr habt die Stadt Sodom hinter euch gelassen, wendet ihr nicht mehr euer Angesicht zu. Sie war die Stadt der Sünde. Geht auf ein neues Land zu, dessen Quellen mit kristallklarem Wasser und dessen fruchtbare Gefilde euer Dasein lieblich und glücklich machen.

    26. Seht, es sind viele Wege, die sich vor dem Geiste der Menschheit auftun. Dennoch sage Ich euch, dass Ich keine einzige vollkommene Religionsgemeinschaft in dieser Welt sehe, auch wenn einige auf meine Lehre gegründet sind. Ich komme nicht im Widerspruch zu dem Wort, das Ich euch in der Zweiten Zeit gab, Ich kann Mich nicht selbst verleugnen. Doch Ich frage euch: Wo ist jenes Wort, jene Unterweisung? Ich suche sie im Herzen der Menschen und finde sie nicht. Man hat sie in den alten und verstaubten Büchern verwahrt, und es gibt sogar einige unter den Menschen, die es gewagt haben, sie zu verfälschen. Deshalb sage Ich euch, dass Ich unter euch keine vollkommene Religionsgemeinschaft finde. Denn statt Liebe und Barmherzigkeit, Demut und Gerechtigkeit finde Ich nur Riten, Überlieferungen und Eitelkeiten, viele Leiden und Unwissenheit. Aber dies sind Fehler, die nicht vor Mich gelangen. Mich erreicht nur die Liebe, die Sanftmut, die Gerechtigkeit und die Geduld.

    27. Wer liebt, lebt meine Lehre. Wer den Schmerz seiner Mitmenschen fühlt, um ihretwillen leidet und ihnen Trost verschafft, der ist mein Jünger. Wer die Tugend durch Werke, durch sein eigenes Leben lehrt, der ist ein Meister. Wer in Wahrheit seinen eigenen Bruder liebt, der ist mein würdiges Kind.

    28. Wer mein Gesetz kennt und es verbirgt, kann sich nicht mein Jünger nennen. Wer meine Wahrheit nur mit seinen Lippen weitergibt und nicht mit dem Herzen, nimmt Mich nicht zum Vorbild. Wer von Liebe spricht und mit seinen Werken das Gegenteil beweist, der ist Verräter an meinen Lehren.

    29. Wer die Reinheit und Vollkommenheit Marias verleugnet, ist töricht, denn in seiner Unwissenheit fordert er Gott heraus und leugnet seine Macht. Wer meine Wahrheit in der Dritten Zeit nicht anerkennt und die Unsterblichkeit des Geistes leugnet, schläft noch und beherzigt nicht die Prophetien der vergangenen Zeiten, welche die Offenbarungen ankündigten, die die Menschheit in dieser Zeit miterlebt.

    30. Das ist der Grund für meine Dritte Offenbarung. Ich bin nicht im Schoße von Synagogen oder Kirchen erschienen, denn diese sind nicht mein Haus. Die Tempel aus Stein, von der Hand der Menschen errichtet, können nicht mein Tempel sein, sondern das Herz der Menschen selbst, wo der Altar ihrer Liebe, das Licht ihres Glaubens und die Opfergabe ihrer Verdienste ist.

    31. Ich suche Herzen und Geister, um Mich in ihnen zu offenbaren.

    32. Wenn ihr wollt, dass die Wahrheit in euch lebt, so übt Liebe, verbreitet Licht mit Worten, Werken und Gedanken, heilt die an Geist und Körper Kranken.

    33. Wenn manche sich als meine Feinde erheben, sehe Ich sie nicht als solche an, sondern nur als Bedürftige. Diejenigen, die sich für Gelehrte halten und mein Dasein leugnen, blicke Ich mit Mitleid an. Jene, die versuchen, Mich im Herzen der Menschen zu vernichten, betrachte Ich als Unwissende, da sie glauben, die Macht und die Waffen zu haben, um Den zu vernichten, welcher der Urheber des Lebens ist.

    34. Nur ein Wesen, das allmächtig wäre wie Ich, könnte mit Mir kämpfen. Doch glaubt ihr, dass wenn eine Gottheit aus Mir hervorginge, sie gegen Mich wäre? Oder glaubt ihr etwa, dass sie aus dem Nichts entstehen kann? — Aus dem Nichts kann nichts hervorgehen. — Ich bin Alles und bin niemals geboren. Ich bin der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega alles Geschaffenen.

    35. Könnt ihr euch vorstellen, dass eines der von Mir geschaffenen Wesen sich zu Gott emporrecken könnte? Alle Geschöpfe haben Grenzen, und um Gott zu sein, ist es notwendig, keine Grenzen zu haben. Wer jene Träume von Macht und Größe gehegt hat, ist in die Finsternis seines eigenen Hochmuts gefallen.

    36. In Mir kann keine Selbstsucht existieren. Daher — da Ich in meiner Göttlichkeit groß bin — war es mein Wille, dass auch ihr groß seid. Ich weiß, solange ihr klein seid, werdet ihr schwach sein und werdet Mir nicht nachfolgen, Mich verstehen und lieben können. Darum suche Ich euch auf, um euch zu belehren und euch groß an Geist und Verstand zu machen. Ich liebe euch und will euch nahe fühlen. Niemals wird ein Vater glücklich sein können, solange er weiß, dass seine Kinder abwesend sind und dass sie überdies leiden.

    37. Mein Vaterhaus ist für euch zugerüstet. Wenn ihr zu ihm kommt, werdet ihr euch seiner in Wahrheit erfreuen. Wie könnte ein Vater in einem königlichen Gemache leben und köstliche Speisen genießen, wenn er weiß, dass seine eigenen Kinder wie Bettler vor den Toren seines eigenen Hauses stehen?

    38. Meine Kinder, ihr selbst habt euch das Gericht bereitet durch eure Verstöße gegen mein Gesetz. Ihr seid auf dem Wege gestrauchelt und habt geglaubt, dass Ich euch gezüchtigt habe, und habt Mich unbarmherzig genannt, wobei ihr vergessen habt, dass Jener, den ihr ungerecht und unbarmherzig nennt, euer Himmlischer Vater ist.

    39. Habt ihr in dem strengen Richter der Ersten Zeit nicht die Liebe des Vaters erkannt? Und entdecktet ihr in dem liebevollen Meister der Zweiten Zeit nicht den Vater? Erinnert euch, dass Ich euch sagte: „Wer den Sohn kennt, kennt den Vater.“

    40. Heute, da mein Heiliger Geist zu euch spricht, spricht tatsächlich die Weisheit des Vaters und die Liebe des Sohnes zu euch.

    41. Ich will euch nicht durch meine Größe erniedrigen, noch mit derselben prahlen, aber Ich zeige sie euch dennoch, soweit es mein Wille ist, damit ihr die höchste Wonne darüber empfindet, einen Gott aller Macht, Weisheit und Vollkommenheit zum Vater zu haben.

    42. Freut euch bei dem Gedanken, dass ihr niemals das Ende meiner Macht erleben werdet und dass, je höher die Entwicklung eures Geistes ist, ihr Mich desto besser erkennen werdet. Wer könnte sich nicht damit einverstanden zeigen, zu wissen, dass er niemals die Größe seines Herrn erreichen wird? Wart ihr auf Erden etwa nicht damit einverstanden, im Vergleich zu eurem irdischen Vater jünger an Jahren zu sein? Habt ihr ihm etwa nicht bereitwillig Erfahrung und Autorität zugebilligt? Habt ihr euch nicht gefreut, zu sehen, dass ihr einen stärkeren Mann als ihr zum Vater habt — stolz, tapfer und voller Tugenden?

    43. Jünger, verwendet dies Licht, das Ich in euch gelegt habe, niemals zum Bösen. Ich weise euch darauf hin, weil diese Form meiner Kundgebung bald enden wird, und die Gnade, die Ich unter euch ausgegossen habe, so groß ist, dass einige, wenn sie Mich scheiden sehen, sich in ihrer Unvernunft frei fühlen werden, von ihrer Vollmacht und ihren Geistesgaben Gebrauch zu machen, nur um sich vor den Menschen zu erhöhen.

    44. Denn wehe denen, welche die Schmeichelei, die Eitelkeiten und das Geld suchen! Denn der Schmerz und die Prüfungen werden bewirken, dass ihre Mitmenschen kommen und sich vor ihnen niederwerfen, um einen Tropfen Heilbalsam zu erlangen. Aber wehe jenen, die sich für Götter halten, ohne zu begreifen, dass ihre Vollmacht sich in Unheil verwandelte und ihr Licht in Finsternis! Weh meinen guten Jüngern, denn sie werden um jener willen leiden müssen, denn es wird Verwirrung entstehen!

    45. Immer, wenn ihr wissen wollt, ob der Weg, dem ihr folgt, jener der Aufwärtsentwicklung ist, sollt ihr das Gewissen befragen, und wenn Frieden in ihm ist und in eurem Herzen Nächstenliebe und guter Wille gegenüber euren Brüdern zuhause ist, werdet ihr sicher sein, dass euer Licht noch immer scheint und euer Wort tröstet und heilt. Doch wenn ihr entdecken solltet, dass in eurem Herzen die Habgier, das Übelwollen, der Materialismus und die Fleischeslust Wurzeln geschlagen haben, könnt ihr sicher sein, dass euer Licht zu Finsternis, zu Trug geworden ist. Wollt ihr, dass — wenn der Vater euch abberuft — ihr statt goldenem Weizen eine unreine Ernte vorweist?

    46. Bewahrt diese Worte im Innersten eures Wesens, damit sie unauslöschlich sind. Erfüllt (den Auftrag) in eurem Leben mit Sanftmut, und ihr werdet Frieden haben. Ich will, dass das Brot süß in eurem Munde ist, dass euer Heim kein zerbrechliches Boot ist, dass ihr einig seid, damit, wenn jene zu euch kommen, die nicht an dieses Wort glauben, der Sturmwind ihrer Worte und ihrer bösen Absichten nicht euren Glauben hinwegfegt.

    47. In der Zweiten Zeit waren viele bestürzt wegen meiner Gegenwart in Jesus, weil sie Spaltung im Schoße der Familien verursachte. Von fünfen, die in einem Heime lebten, waren drei gegen zwei und zwei gegen drei, und während drei Mir nachfolgten, lehnten Mich zwei ab. Das gleiche geschieht in dieser Zeit. Es gibt Heime, in denen der Vater Mich erkannt hat und die Gefährtin und die Kinder sich gegen ihn erhoben haben. Andere, in denen die Frau, die Mutter der Familie, zu Mir gekommen ist und Mir tränenüberströmt gesagt hat: „Meister, ich folge Dir nach und möchte, dass auch die Meinen Dir nachfolgen. Doch sie — meine eigenen Kinder — haben mich verkannt.“

    48. Wie selten sind die Familien, in denen alle sich in vollkommener Harmonie nach meiner Unterweisung richten!

    49. So erduldet dies Volk die Verständnislosigkeit der Verwandten und der Nachbarn, man verweigert ihm das Brot, verschließt vor ihm die Türen, legt ihm Hinterhalte und schleudert ihm Verleumdungen und falsche Zeugnisse entgegen. Fürchtet euch nicht, seid stark, denn jene, die euch am meisten verkennen, werden diejenigen sein, die zerknirscht herbeikommen, um die Spur zu suchen, der ihr folgt.

    50. Ich liebe euch und werde euch allezeit erretten, und es wird meine Barmherzigkeit sein, die ihr auf eurem Lebensweg empfangt, wodurch selbst die Ungläubigen überrascht sein werden, wenn sie sehen, dass ihr Frieden im Herzen, Brot auf eurem Tische und Stärke in eurem Geiste habt.

    51. Um euch zu helfen, sende Ich euch meine zärtliche Liebkosung, o Jünger. Wenn mein Göttlicher Strahl zu Mir zurückkehrt, wird mein Friede in euch bleiben. Doch heute sagt euch der Meister: Wache auf, Volk! Dies ist nicht die Zeit zu schlafen. Die Stürme peitschen euch alle Augenblicke, und ihr müsst stark bleiben. Es ist die Zeit des Gerichts und der Besinnung: Seuche, Hunger, Krieg, Tod und alle sichtbaren und unsichtbaren Nöte und Plagen sind entfesselt.

    Betet und arbeitet im Stillen. Löscht eure Lampe nicht aus und verbergt nicht die Gabe, die ihr besitzt. Seid immer bereit, den aufzunehmen, der an eure Tür klopft, dann werdet ihr euch die treuen Jungfrauen meines Gleichnisses zum Vorbild nehmen — jene, die den keuschen Gatten mit brennender Lampe erwarteten.

    52. Eure Vergeistigung wird die Gedanken all jener beeinflussen, denen ihr helfen wollt. So werdet ihr den Weg eurer Brüder, die euch auf Erden regieren, erhellen können. Sie werden ihre Herzenstüren offen halten und den Fremdling aufnehmen, und sie werden ihm die Friedensbotschaft weitergeben, die Ich ihnen eingeben werde.

    53. Eine schwierige Mission wird diese Nation unter den anderen Nationen der Erde zu erfüllen haben. Doch hierfür werde Ich zuvor jedes Unkraut mit der Wurzel ausreißen. Ich werde bewirken, dass die Menschen die Maske der Heuchelei ablegen und ihr Herz mit Aufrichtigkeit, Brüderlichkeit und Licht erfüllen. Auch im Geistigen wird diese Nation ein Beispiel geben müssen; aber es ist notwendig, dass sie ihre Gottesverehrung vergeistigt und den religiösen Fanatismus und die abgöttischen Kulte ausmerzt.

    54. Meine Lehre muss von euch gelebt werden, damit die anderen ihr Glauben schenken können; doch wenn dies Volk sich geistig aufrichtet, werden in allen Gegenden der Erde erleuchtete Menschen auftreten, um meine Lehre zu verbreiten. Sie werden Mir dann danken, weil sie sich nicht allein fühlen werden und erkennen werden, dass alle Gnadengaben besitzen. Denn bevor sie zur Erde kamen, empfingen sie dieselben aus meiner väterlichen Güte aufgrund des Gelöbnisses, ihre Mission zu erfüllen.

    55. Gesegnet sei, wer seine Geistesgaben entfaltet, nur von der inneren Stimme seines Gewissens geführt, wie der Prophet Johannes, den ihr den Täufer nennt, welcher erleuchtet durch das Licht, das er von seinem Herrn empfing, seinen Weg ging. Wer sonst konnte ihn in der Wüste lehren oder zu ihm sprechen?

    56. Erstehe zu neuem Leben, o Volk, verfalle nicht dem Untergang! Vergesst nicht, dass Ich euch immer „Kinder des Lichts“ genannt habe. Lasst wenigstens an jedem Tag einen Funken Licht in eurem Geist erstrahlen. „Wie kann dies geschehen?“ fragt Mich euer Herz. Darauf antworte Ich, dass die Menschheit voll Bedürftiger ist und ihr diesen etwas von dem geben könnt, was ihr als geistigen Reichtum besitzt. Schon vor langer Zeit habe Ich euch für diese Aufgabe bestimmt, und das, was Ich in dieser Zeit getan habe, als Ich eure Stirne kennzeichnete, ist nur die Bestätigung der Bestimmung und der Geistesgaben, die ihr von Mir schon im Anbeginn eures Seins empfangen habt. Der Friede, die Kraft, das immerwährende Licht, die Vollmacht über verwirrte Geister, die Gabe der Heilung, das (innere) Wort, das geistige Gebet und so viele Gaben, die euren Geist schmücken, sind die Waffen, mit denen ihr den Frieden dieser Nation schaffen könnt, welche fruchtbares Land für Propheten, Sendboten, Meister und Apostel des Guten sein wird.

    57. Wenn einmal alle diese Prophetien in Erfüllung gehen und die Menschen irgendeine Ankündigung derselben in den Schriften suchen, werden sie überrascht sein, wenn sie auf Schritt und Tritt einen deutlichen Hinweis auf all das finden, was eure Augen in dieser Zeit sahen und was sie in den kommenden (Zeiten) sehen werden. Dann wird die Menschheit sagen: Tatsächlich, dies ist die Dritte Zeit, die Wiederkunft des Herrn!

    58. Für einige hat es den Anschein, dass dies Volk ein Vorrecht genießt; aber hernach wird die ganze Welt gewahr werden, dass der Geist des Herrn ohne Bevorzugung auf seine ganze universelle Familie ausgegossen ist.

    Mein Friede sei mit euch!