Kategorie: Buch des Wahren Lebens

  • Unterweisung 295

    1. Menschheit, ihr habt den Sinn des Lebens falsch gedeutet, weil ihr dem Materiellen größere Bedeutung gegeben habt als dem Geistigen. Wenn es nicht so wäre, wäre mein erneutes Kommen unter euch nicht notwendig gewesen. Aber hört, wie mein Wort euch zur Erhebung und zur Vergeistigung einlädt, weil Ich sehe, dass die Menschen gleichgültig gegenüber der Wirklichkeit leben.

    2. Meine Lehre hat die Aufgabe, dass ihr euch für das Leben interessiert, das euch erwartet, das ewig sein wird. Sie soll aus eurem Herzen die Furcht vertreiben, die menschliche Hülle zu verlassen — die Furcht vor dem Tod. Mein Wort will euch von all euren Irrtümern frei machen.

    3. Wahrlich, Ich sage euch, es gibt keinen Tod, weil der Schöpfer das Leben ist und seine Werke nicht sterben können.

    4. Der Mensch ist es, der mit seiner Vorstellungskraft den Tod erschaffen, und der darüber hinaus Höllen und Himmel gemäß seines armseligen Auffassungsvermögen erschaffen hat. Welche richtigen Vorstellungen könnte er da von meiner Existenz, von meiner Gerechtigkeit und von der Wahrheit über das ewige Leben haben? Nur Verwirrung gibt es in den Herzen der Menschen, und diese Verwirrung bildet einen Teil der Fundamente, auf denen die Glaubensüberzeugungen der Mehrheit ruhen. Welche Zukunft erwartet die Menschheit, wenn sie sich weiterhin vom wahren Weg entfernt? Nur Elend, Verstörtheit und Schmerz, wovon sie einen Vorgeschmack im Leben voller Schicksalsschläge hat, das sie auf der Erde führt.

    5. Die Lehre des Geistes, meine Lehre, Volk, ist der Lichtstrahl, der die Finsternis durchbricht, in die ihr geraten seid. Nur durch sie werden die Menschen zu einer vollkommenen und umfassenden Belehrung über ihre geistige Bestimmung und zu einer wahren Erkenntnis über die Existenz meiner Gerechtigkeit haben.

    6. Die Menschen von heute können nicht an Gott denken, ohne Ihm in irgendeiner Weise eine sichtbare Gestalt zu geben. Sie können nicht von Versuchungen sprechen, ohne den Einfluss des Bösen in einem Wesen zu personifizieren, dessen Aufgabe es ist, die Geistwesen zu verderben, und ebenso wenig können sie an die Sühne dessen denken, der gesündigt hat, ohne sich die Strafe des Höllenfeuers vorzustellen, das niemals existiert hat.

    7. Zu diesen drei Irrtümern, die den Verstand der Menschen beherrschen, sage Ich euch: Wenn ihr glaubt, dass Gott der Heilige Geist ist, gibt es keinen Grund dafür, Ihn in materiellen Gestalten zu suchen, da Er Geist ist. Und jenes imaginäre Wesen, das ihr Luzifer oder Satan nennt, existiert nur im Verstand derer, die meine Worte, Offenbarungen und Botschaften vergangener Zeiten nicht geistig auszulegen vermochten. Wahrlich, Ich sage euch, im Geistigen Tal gibt es große Geistwesen der Finsternis, die Zwietracht, Hass und Verderbnis säen. Es gibt zahllose Geistwesen, deren Einfluss die Menschen erreicht, wenn sie ihnen schlechte Gedanken eingeben und sie zu schlechten Werken anstiften. Aber diese Wesen sind keine Dämonen; es sind unvollkommene, verstörte, verwirrte Wesen, die durch Schmerz, Missgunst oder Rachsucht verdunkelt sind. Wundert auch nicht, wenn Ich euch sage, dass ihre Natur dieselbe ist, die auch euer Geist hat, und dieselbe, wie sie jene Wesen haben, die von euch Engel genannt werden.

    8. Warum nennt ihr nicht die schlechten Menschen, die die Erde bewohnen, Dämonen, da sie euch gleichfalls verführen, da sie euch auch zum Bösen anstiften und euch vom wahren Weg abbringen? Sie sind wie die verwirrten Wesen des Jenseits gleichfalls unvollkommene Geistwesen, die aber Macht und Gewalt erlangt haben, weil sich ihrer ein Ideal von Größe bemächtigt hat.

    9. Wahrlich, Ich sage euch, weder unter denen, die auf Erden wohnen, noch bei denen, die sich im Geistigen befinden, habe Ich Feinde. Es gibt nicht einen, der Mich hasst, gegen Mich lästert oder seine Nächsten vom guten Weg abbringt aus purer Freude daran, Mich zu beleidigen. Lüge! Jene, die die Menschen vom Glauben abbringen, die aus dem Herzen ihrer Geschwister meinen Namen tilgen und die gegen das Geistige kämpfen, tun dies nicht, um Mich zu beleidigen. Sie tun es, weil dies für ihr irdisches Machtstreben, ihre Träume von Größe und menschlicher Herrlichkeit nötig ist.

    10. Dasselbe gilt für jene Wesen des Jenseits, die nicht zu dem Licht erwacht sind, das auf den Weg der Liebe erhebt. Sie haben versucht, durch bloßes Wissen groß zu sein, und wenn sie ihre Geschwister beeinflussen und sie vom guten Pfad abbringen, geschieht es nicht in der Absicht, Mir Schmerz zu bereiten, mit meiner Macht zu rivalisieren, sich am Sieg des Bösen über das Gute zu ergötzen: nein. Der Beweggrund, obschon schlecht, ist nicht der, Mich zu beleidigen. Wie könnt ihr während eures ganzen Lebens daran denken, dass Mir ein mächtiger Feind entgegensteht, der Mir andauernd das entreißt, was mein ist?

    11. Wie könnt ihr meinen, dass Ich auf den Weg der Menschen ein unendlich mächtigeres Wesen als sie gestellt habe, damit es sie unablässig verführe, und das sie schließlich ins ewige Verderben stoßen würde?

    12. Wie schlecht denkt ihr von Mir und meiner Gerechtigkeit — ihr, die ihr behauptet, Mich zu kennen und zu lieben!

    13. Zwar versuchen die Schlechten die Guten, die Starken missbrauchen die Schwachen, die Ungerechten verspotten die Unschuldigen, und die Unreinen verletzen den, der rein ist. Aber es sind Versuchungen, die jener, der ihnen begegnet, zurückweisen kann, weil er Waffen und einen Schild besitzt, um zu kämpfen und sich zu verteidigen. Sein Schwert ist das Gewissen, und hinter diesem stehen die Moral, der Glaube und die Vernunft, um sich nicht von den schlechten Einflüssen verführen zu lassen. Doch er muss nicht nur dies tun, sondern auch mit seinen Werken die Tugend säen und so viel wie möglich dem Bösen Widerstand leisten. Wenn er sieht, dass manche Verderben, Laster und Zerstörung säen, wird er sich aufmachen, um Licht zu säen, den Verirrten zu retten und den aufrichten, der gestürzt ist.

    14. Es ist der ewige Kampf des Guten gegen das Böse und des Lichts gegen die Finsternis — ein unerlässlicher Kampf, um emporzusteigen und die Höhen der Vollkommenheit zu erreichen.

    15. Für Mich ist es ebenso verdienstvoll, wenn ein mit der Spur schwerster Verfehlungen beflecktes Wesen, von einem hohen Ideal inspiriert sich läutert, wie wenn ein Wesen, das standhaft rein geblieben ist, bis zuletzt darum ringt, sich nicht zu beflecken, weil es von Anbeginn das Licht liebte.

    16. Wie fern der Wahrheit wandeln jene, die meinen, dass die verwirrten Geistwesen eine andere Beschaffenheit haben als die Geistwesen des Lichts!

    17. Ungerecht wäre der Vater, wenn dies wahr wäre, wie Er auch nicht mehr der Allmächtige wäre, wenn es Ihm an der Weisheit und Liebe mangelte, um die Befleckten, die Unreinen, die Unvollkommenen zu retten, und Er sie nicht mit allen Gerechten in ein und derselben Heimstatt vereinen könnte.

    18. Jünger: Wenn der Mensch eine wahre Kenntnis der Werke besitzt, die er getan hat, lässt er sich nicht durch Eitelkeit blenden. Er weiß, dass — falls dies unedle Gefühl in sein Wesen eindringt — sich seine Intelligenz trüben würde und er auf dem Entwicklungsweg nicht mehr vorankommen könnte, er stehenbleiben und in Lethargie versinken würde.

    19. Die Eitelkeit hat viele Menschen zugrunde gerichtet, hat viele blühende Völker zerstört und eure Kulturen zu Fall gebracht.

    20. Solange die Völker Tatkraft, Tüchtigkeit und Fortschritt als Ideale hatten, erlebten sie Überfluss, Glanz und Wohlstand. Doch als der Hochmut sie sich überlegen fühlen ließ, als ihr Ideal der Erhebung durch den unstillbaren Ehrgeiz ersetzt wurde, alles für sich haben zu wollen, begannen sie Schritt für Schritt, ohne dass sie es merkten und ohne es zu wollen, alles zu zerstören, was sie aufgebaut hatten, und stürzten schließlich in den Abgrund.

    21. Die Geschichte der Menschheit ist voll von solchen Erfahrungen. Daher sage Ich euch, dass es recht ist, wenn auf der Welt ein Volk mit großen Idealen entsteht, das — obschon sich immer seiner guten Werke bewusst — sich nichts darauf einbildet. Auf diese Weise wird sein Lauf nicht aufgehalten werden, und der bisher erreichte Glanz wird morgen noch übertroffen und später erneut vermehrt werden.

    22. Wenn Ich so zu euch spreche, versuche Ich, euch nicht nur materielle Ziele zu inspirieren: Ich will, dass meine Worte richtig gedeutet werden, damit ihr sie auf das Geistige ebenso wie auf das Materielle anzuwenden versteht.

    23. Die Eitelkeit kann den Menschen nicht nur in seinem materiellen Leben befallen, und als Beweis für das, was Ich euch sage, betrachtet die Stürze und Fehlschläge der großen Konfessionen, die in ihren Fundamenten von der Eitelkeit, dem Hochmut, ihrer falschen Pracht angenagt sind. Wann immer sie geglaubt haben, auf dem Höhepunkt ihrer Macht zu sein, ist jemand gekommen und hat sie aus ihren Träumen wachgerüttelt, hat ihnen ihre Irrtümer, ihre Abwege, ihr Abweichen vom Gesetz und von der Wahrheit vor Augen geführt.

    24. Nur durch die wirkliche Erkenntnis und Erfüllung meines Gesetzes im Angesicht des Gewissens wird diese Menschheit zu einem hochstehenden Leben aufsteigen können; denn das Gewissen, welches mein Licht ist, ist vollkommen, ist ungetrübt, ist gerecht, niemals wird es eitel oder geht krumme Wege.

    25. Sagt Mir, ob es nicht eine geistige Lehre ist, die die Menschen benötigen, um sich der Wahrheit zu nähern. Denn diese Lehre, die die Menschheit so sehr benötigt, ist gerade die, die Ich euch gebracht habe.

    26. Wenn dies Wort sich über die Welt verbreitet, und die Menschen fragen, wer es inspirierte und wer es diktierte, damit es niedergeschrieben würde, sollen die Boten und Sämänner derselben bezeugen, dass es der Heilige Geist gewesen ist, der es durch das vorbereitete Verstandesvermögen seiner Stimmträger offenbarte.

    27. Wenn diese Menschheit meine Botschaft empfängt, wird sie sich an Jesus erinnern, jenen demütigen Nazarener, der auf den Bergen, in der Wüste, an den Ufern der Flüsse und in den Tälern predigte. Denn sein Wort benötigte keine materiellen Tempel, da dort, wo es sich äußern wollte, der innere Tempel der Zuhörerscharen erstand, deren Herzen sich wie Blütenkelche im Sonnenschein öffneten.

    28. Nun stehe Ich vor der Tür jedes Herzens, aber es ist nötig, dass die Menschheit, wenn sie sich an meine Verheißung, wiederzukommen, erinnert, auch daran erinnert, dass Ich niemals ankündigte, dass meine Gegenwart erneut als Mensch sein würde, sondern dass Ich euch begreiflich machte, dass diese Wiederkunft im Geist sein würde.

    29. Jetzt ist die Zeit des Verstehens, der Erleuchtung des Geistes und des Verstandes, in welcher der Mensch Mich endlich geistig suchen wird, weil er erkennen wird, dass Gott weder eine Person noch eine Phantasievorstellung ist, sondern unbegrenzter und absoluter universeller Geist.

    30. Diese Lehre, die nur einigen wenigen bekannt ist und von der Menschheit nicht zur Kenntnis genommen wird, wird bald als Heilbalsam zu allen Leidenden gelangen, um Trost zu spenden, den Glauben zu entzünden, um Finsternis zu vertreiben und Hoffnung einzuflößen. Sie erhebt euch über die Sünde, das Elend, den Schmerz und den Tod.

    31. Es könnte gar nicht anders sein, denn Ich bin es, der Göttliche Arzt, der verheißene Tröster, der es euch offenbart hat.

    32. Zu allen Zeiten hat euch meine Lehre deutlich gemacht, dass ihre Essenz die Liebe ist. Die Liebe ist die Essenz Gottes. Aus dieser Kraft schöpfen alle Wesen, um zu leben; aus ihr entsprang das Leben und die ganze Schöpfung. Die Liebe ist der Ursprung und das Ziel in der Bestimmung all dessen, was vom Vater geschaffen wurde. Angesichts jener Kraft, die alles bewegt, erhellt und belebt, verschwindet der Tod, verflüchtigt sich die Sünde, vergehen die Leidenschaften, werden die Unreinheiten abgewaschen und vervollkommnet sich alles, was unvollkommen ist.

    33. Ich kam in der Zweiten Zeit zur Welt, um mit meiner Lehre und meinen Beispielen, die unauslöschlich in eurem Bewusstsein eingeprägt blieben, die Macht der Liebe zu beweisen. Dennoch frage Ich, der den Schmerz der Welt und des Todes durch Liebe überwand, euch Menschen, die ihr euch noch entwickelt: Habt ihr bereits gelernt, den Schmerz der Welt und des Todes zu überwinden?

    34. Ich habe gesehen, dass ihr noch immer den Tag der Toten feiert. Doch weshalb? Ist es etwa eure Art und Weise, in der ihr den Sieg über den Tod feiert? Nein, Menschheit, ihr euch nicht, erkennt, dass ihr damit die Verehrung der Körpermaterie und die Liebe zur Welt feiert. In diesem Kult für die, die ins Innere der Erde gesenkt worden sind, entfernt ihr euch von den Geistwesen und vergesst sie, die das wahre und ewige Leben repräsentieren. Wenn Ich euch ein Grab mit Tränen begießen oder mit Blumen bedecken sehe, kann Ich nicht anders, als jene meine Worte auf euch anzuwenden, die euch sagen: „Ihr seid Tote, die über ihren Toten wachen.“

    35. Denen, die mein Wort verstanden haben und es auf ihr Leben anwenden, trage Ich auf, für alle die zu beten, die in ihrem Materialismus den Sinn der Wahrheit verfälschen, und die hochmütig und eitel in ihrer Wissenschaft sich schließlich für weise, schöpferisch und stark halten und sich über diejenigen lustig machen, die sich Gott nähern und ihre Bitten zu Ihm emporsenden. Sie glauben, das Schicksal der Menschheit in ihren Händen zu halten, ohne zu wissen, dass auch sie meiner Göttlichen Gerechtigkeit unterstehen. Sie benötigen mehr als irgendein anderer eure Gebete und euren geistigen Beistand.

    36. Diese Menschen haben sich in ihren abgöttischen Kult für die Materie verirrt — ein Kult, der mittels der Wissenschaft ausgeübt wird. Doch auch sie werden in den großen Prüfungen, die für sie bestimmt sind, erwachen, und durch sie werden sie schließlich begreifen, dass es etwas im Menschen gibt, das jenseits der Intelligenz ist, welches der Geist ist, und dass es noch etwas Höheres als die irdische Wissenschaft gibt, welches die Kenntnis des Geistigen Lebens ist.

    37. Erst wenn nicht mehr der Verstand den Geist zur Beobachtung und Vertiefung in die Wissenschaft veranlasst, sondern der Geist den Verstand erhebt und anleitet, wird der Mensch das entdecken, was ihm derzeit unerforschlich erscheint, und das dennoch dazu bestimmt ist, ihm offenbart zu werden, sobald er seine Intelligenz vergeistigt hat.

    38. Wenn ihr irgendeine meiner Lehrreden vernehmt, könnt ihr wohl das Chaos der Weltanschauungen, das auf euch zukommt, begreifen und sogar erahnen.

    39. Die Zeit der Abgötterei geht nun ihrem Ende zu, und der Zeitabschnitt der Vergeistigung wird bald seinen Einzug in das Herz des Menschen haben. Alle Götzen werden zu Boden fallen und werden der Wahrheit Platz machen, und dort wird sich der wahre Altar Gottes erheben.

    40. Ich bin das Licht, die Wahrheit und das Leben. Ich bin das offene Buch.

    41. Vom Beginn der Menschheit an haben die Menschen den Ursprung des Lebens und den Grund für alles, was sie umgibt, gesucht. Dafür haben sie die Kraft ihres Verstandes, das Licht der Intelligenz angewendet. Daraus sind ihre Wissenschaften und ihre Philosophien hervorgegangen. Aber da der menschliche Verstand zu begrenzt ist, um die Wahrheit zu erfassen, die nur der Geist verstehen und durchdringen kann, ist es nur wenig gewesen, was seine Wissenschaft von dieser Wahrheit zu entdecken vermochte.

    42. Die Menschen haben dieses Licht nicht im Geistigen gesucht — doch Ich bin Geist. Wer daher die Quelle des Lebens, das Licht der Wahrheit und den Ursprung alles Geschaffenen finden will, muss zuerst Mich suchen. Er muss Mich mit dem Geist suchen, durch das Gebet, durch den Herzenswunsch nach Erkenntnis, damit er seine Mitmenschen besser zu lieben und zu dienen versteht, damit er sich über die Nöte des menschlichen Lebens zu erheben vermag. Ihm werden die Lehren offenbart werden, die andere, die mit dem Verstand forschen, erst nach Jahrhunderten entdeckt haben.

    43. Ich bin die Liebe, und wer Mich sucht, muss es in der Liebe inspiriert tun.

    44. Der Mensch ist ein Abglanz des Schöpfers, ein Ebenbild Gottes. Die Kinder müssen zwangsläufig dem Vater ähnlich werden, aus dem sie hervorgingen. Diese Ähnlichkeit ist im Geist begründet, da er mit den Eigenschaften Gottes ausgestattet ist und darüber hinaus ewiges Leben hat. Die Materie, das heißt: der menschliche Körper ist nur ein vorübergehendes Gewand des Geistes.

    45. Der Vater sandte die Geistwesen aus, um diese Erde zu bewohnen, damit sie auf ihr Mittel für ihre Entfaltung finden würden, Prüfungen, um stark zu werden, Lektionen, um von Licht erfüllt zu werden, Gelegenheiten ohne Ende, um Verdienste zu erwerben, die sie über dieses Leben erheben, sie von der Materie frei machen und sie zum Geistigen Reich führen. Aber der Mensch hat die Schlacht noch nicht gewonnen, hat die Körpermaterie nicht beherrscht, hat die Welt nicht zu seinem Diener gemacht. Im Gegenteil — er hat sich von Kräften und Elementen beherrschen lassen, die unter ihm stehen. Der Mensch glaubt, Herr der Welt zu sein, während er in Wirklichkeit nichts als ein Sklave der Materie ist.

    46. Solange er diese Schlacht nicht gewinnt, wird er das Geistige Leben nicht für sich erobert haben.

    47. Glaubt jedoch nicht, dass Ich will, dass die Menschen sich von den irdischen Gesetzen lossagen, um sich ausschließlich dem Geistigen zu widmen. Nein, Volk, Ich will, dass ihr das, was der Vater geschaffen und der Menschheit angeboten hat, zu eurem Wohl gebraucht, für eure Entwicklung und für eure Erhebung— dass ihr über das materielle Leben mit seinen Naturreichen, Kräften und Wesen zu herrschen lernt. Doch um dies zu erreichen, ist es nötig, über das hinauszugelangen, was eure Intelligenz erreicht, das heißt, mittels des Geistes zu wirken, damit der Vater, wenn er eure edlen Ziele sieht — die Liebe, die ihr in eure Werke legt, und den Platz, den ihr eurem Geist zu geben verstandet, den Vorhang von seiner geheimen Schatzkammer wegzieht und euch einen Funken seiner Weisheit gewährt, der euren Geist erleuchten soll.

    48. Das Richtige ist, wenn der Geist dem menschlichen Verstand Weisheit offenbart, und nicht der Verstand dem Geist Licht gibt. Viele werden das, was ich euch hier sage, nicht begreifen, und zwar, weil ihr schon seit langem die Ordnung eures Lebens verkehrt habt.

    49. Seht, wie der Mensch vor und über allem steht, was ihn umgibt; dass er das einzige Wesen ist, das mit Willensfreiheit und Gewissen ausgestattet ist. Von dieser Willensfreiheit haben alle Verirrungen, Stürze und Sünden der Menschheit ihren Ausgang genommen. Aber es sind vergängliche Verfehlungen vor der Gerechtigkeit und der Ewigkeit des Schöpfers. Denn hernach wird sich das Gewissen gegenüber den Schwächen der Körpermaterie und der Schwäche des Geistes durchsetzen. Damit wird der Sieg des Lichts kommen, welcher Wissen über die Finsternis ist, die Unwissenheit bedeutet. Es wird der Sieg des Guten, welches Liebe, Gerechtigkeit und Harmonie ist, über das Böse sein, welches Selbstsucht, Zügellosigkeit, Ungerechtigkeit ist.

    50. Wenn ihr euer Leben und die Geschichte der Menschheit betrachtet, werdet ihr entdecken, dass dieser Kampf von Anbeginn der Schöpfung bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt immer bestanden hat — ein für die Vervollkommnung eures Geistes notwendiger Kampf, ebenso notwendig wie das Feuer, um das Gold zu läutern.

    51. Wer, der diese Unterweisung vernimmt, kann denken, dass einem Geist ein einziges menschliches Dasein für seine volle Entfaltung und seine Vervollkommnung genügen kann?

    52. Ach ihr Menschen, die ihr euch allzu sehr mit dem menschlichen Leben beschäftigt und euch glauben macht, dass ihr ewig auf der Erde seid, und nicht wisst, dass ihr aufgrund eurer Vermaterialisierung in neuen Körpern auf die Welt kommen müsst, um den Schritt zu tun, den ihr bei der früheren Gelegenheit nicht zu tun vermochtet!

    53. Aber die vielen Reinkarnationen geben einem Geist auch nicht die absolute Vollkommenheit. So hochstehend er auch nach seinem letzten Dasein auf der Erde sein mag — noch erwartet ihn das Geistige Tal mit seinen zahllosen Lebenswelten, seinen neuen Unterweisungen, Offenbarungen und Wundern.

    54. Wenn ihr einmal den Weg zurückgelegt habt und zu den Schwellen des Reinen und Vollkommenen gelangt, werdet ihr den Grund für euer Dasein verstehen, werdet ihr wirklich im Licht wohnen.

    55. Hier auf der Erde habe Ich das geistige Leben der Menschheit in drei Etappen, Zeiten oder Zeitalter eingeteilt, in denen Ich euch nach und nach, Lektion für Lektion die Weisheit offenbarte, die ihr alle besitzen müsst.

    56. Die Erste Zeit ist gleichsam die geistige Kindheit des Menschen, in der dieser die Augen öffnet und das Gesicht seines Vaters sieht, Ihn vernimmt, aber noch weit davon entfernt ist, Ihn zu verstehen. Der Beweis dafür ist, dass er Ihm zu gehorchen versuchte, indem er sich an den Buchstaben der Texte klammerte, ohne mit dem Geist in den Sinngehalt derselben einzudringen.

    57. In der Zweiten Zeit kam Ich, das Wort, um in Jesus bei euch zu wohnen und euch mit meinem Leben den Weg des Geistes aufzuzeigen. Diese Zweite Zeit ist die des Heranwachsens oder der ersten geistigen Jugend. Sie ist das Lebensalter, in der Christus die Menschen die Liebe lehrte, um ihre schlafenden Herzenssaiten zu erwecken, damit ihre Herzen unter einem neuen Gefühl vibrieren würden, unter dem machtvollen Impuls der Liebe zu ihrem Vater und zu ihren Nächsten.

    58. In diesen zwei Arten von Liebe fasste Ich das ganze Gesetz, meine ganze Lehre zusammen: die Liebe zu Gott, dem Urheber des Lebens, dem Vater, dem Schöpfer, und die Liebe untereinander.

    59. Das Gesetz ist immer in den Gewissen gegenwärtig gewesen. Generationen gehen, und Generationen kommen, Geistwesen wandern weiter, und Geistwesen kommen, doch mein Wort bleibt fest und unveränderlich. Dennoch ist der Mensch schwer von Begriff und hartherzig gewesen, und es sind nur wenige gewesen, die den Liebesgeist meiner Lehre verstanden haben.

    60. Die Menschen vermehren sich und wachsen. Doch sobald ihre Intelligenz erwacht, wenden sie sich vom Geistigen ab, um nach der Herrlichkeit der Welt, dem Reichtum oder der Wissenschaft zu streben. Daraufhin konnten ihre Früchte nicht ganz so süß sein, wie euer Herz es möchte. Immer ist euch ein bitterer Geschmack im Mund zurückgeblieben.

    61. Aber denkt nicht, dass mein Wort eure Werke grundsätzlich verurteilt oder das verdammt, was eure Wissenschaft erreicht hat. Nein, Volk, nicht Ich bin es, der euch mit Worten sagt, dass ihr nur einen Schritt vom Abgrund entfernt seid — es sind die Tatsachen, die Resultate eures Mangels an Vergeistigung.

    62. Aber gerade in den Augenblicken, in denen ihr euch dem Abgrund nähert, ertönt die laute Glocke in der Uhr der Ewigkeit und zeigt den Beginn einer neuen Zeit an: das Dritte Zeitalter — die Zeit, in der der Heilige Geist in den Gewissen aufleuchtet und sich als Weisheit, als Licht ergießt, das Geheimnisse aufklärt — als Kraft, die erhebt, zu neuem Leben erweckt, tröstet und rettet.

    63. Es ist die subtilste und höchste Form, die der Vater angewendet hat, um zu den Menschen zu sprechen. Für die Menschen sind bereits zwei Lebensalter vergangen, und sie haben die Reife des Geistes erreicht. Sie können nun tiefergehende Lektionen begreifen und verstehen.

    64. Dies ist die Dritte Zeit, in der der Geist des Menschen sich von den Ketten des Materialismus befreien muss. Dies wird der Kampf der Weltanschauungen mit sich bringen, der heftiger sein wird, als ihn die Geschichte der Menschheit kennt.

    65. Die Verderbtheit, der Egoismus, der Hochmut, das Laster, die Lüge und alles, was euer Leben überschattet hat, werden wie zerbrochene Götzenbilder zu Füßen derer fallen, die sie verehrten, um der Demut Platz zu machen.

    66. Wie werdet ihr in diesem Kampf Hilfe leisten können? Mit der machtvollen Waffe des Gebets — nicht mit Wortgebeten, sondern mit der Erhebung der Gedanken.

    67. Mein Geist — unendlich subtiler als die Luft, die euch umgibt — wird gegenwärtig sein, euer Gebet aufnehmen und es zugleich in Frieden und in Heilbalsam für eure Geschwister umwandeln.

    68. Eure Gedanken werden zu Lichtfunken im Weltenraum werden und werden als Botschaft zu jenem Verstand gelangen, der Klarheit für sein Denken benötigt.

    69. Eure Fürbitte soll dafür da sein, dass der Friede meines Reiches auf die Erde komme, und eure Werke sollen wie der erste Same der Vergeistigung sein, der in der Dritten Zeit in den Schoß der Erde fällt.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 294

    1. In diesen für die Menschen schwierigen und leidvollen Zeiten wird mein Werk wie ein Leuchtturm für die Schiffbrüchigen sein, wie ein Schild für die Schwachen, wie ein Reisebündel voller Lebensmittel für die Bedürftigen. Ich spreche zu euch in bildlichem Sinn über das Geistige. Denn Ich habe euch bereits gesagt, dass der Mensch nicht nur vom Brot lebt, sondern auch von meinem Wort.

    2. Es ist notwendig, dass ihr die Essenz dieser Wahrheit versteht. Denn viele Bedürftige, Kranke an Körper und Geist werden euren Weg kreuzen. Und wahrlich, Ich sage euch, ihre körperliche Not wird nicht größer sein als die ihres Geistes. Denn diese wird aus Elend, Hunger, Nacktheit, Kälte, Angst und Finsternis bestehen.

    3. Wie sehr müsst ihr zubereitet sein, um in die Herzen zu schauen und das zu erfahren, was sie in sich bergen, was sie verbergen und was sie benötigen! Ich habe euch gelehrt, Geistwesen zu nähren, sie zu heilen, ihnen Licht zu geben und den Weg zu ihrer Erhebung zu zeigen.

    4. Wer dieses Wort vernimmt und es in seinem Herzen bewahrt, wird fähig sein, zu einem Führer, Arzt und Ratgeber zu werden. In seinem Wort wird er ein Geschenk des Friedens und des Trostes für seine Geschwister haben, die des Lichts bedürfen.

    5. Während ihr Kranke heilt und sie das göttliche Wort vernehmen lasst, werdet ihr die Auferstehung vieler Geistwesen miterleben, wenn sie, aus ihrem tiefen Schlaf erwachend und durch eure Stimme erschüttert, die Schätze und Gaben entdecken, die sie mit sich trugen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Es wird dann eine große Wonne in ihrem Herzen sein, weil sie fühlen werden, Erben ihres Vaters zu sein.

    6. Lange Zeit hindurch fühlten sie sich fern vom Herrn. Aber es genügte ein einziges Wort eines Bruders, eines Sendboten jenes liebevollsten Vaters, und schon erstrahlte ihr ganzes Wesen vor Liebe und Leben.

    7. Mein Ruf wird zu allen gelangen, indem er von einem Herzen zum nächsten gelangt. Ebenso hat sich im Stillen die Kunde von meiner geistigen Gegenwart unter euch verbreitet und ist die Kenntnis darüber weitergegeben worden, dass jetzt die Dritte Zeit da ist.

    8. Ich will nicht, dass ihr mit meinem Kommen prahlt, noch dass ihr euch solcher Mittel bedient, die der Vergeistigung fremd sind, um meine Botschaft zu verbreiten.

    9. Nehmt euch ein Beispiel an meinen Aposteln, die mit Werken der Liebe, mit Worten voller Licht und durch Schriften, die die Wahrheit widerspiegelten, zu allen Völkern der Erde das Zeugnis gelangen ließen, dass Christus, der Göttliche Meister, bei ihnen gewesen ist.

    10. Schwaches Volk, ihr wollt euch nicht anstrengen, um euer eigenes Heil zu erlangen. Sind es etwa Opfer, die Ich von euch verlange? Recht einfach ist die Aufgabe, die Ich jedem von euch anvertraut habe. Doch euch erscheint sie als ein Kreuz, dessen Gewicht über eure Kräfte geht.

    11. Wenn Ich euch irgendeiner Prüfung unterwerfe, verzweifelt ihr und rebelliert ihr gegen meinen Willen, auch wenn diese mild ist.

    12. Wo ist Abraham, von dem Ich das Leben seines geliebten Sohnes forderte und der bereit war, Mir zu gehorchen? Wo könnte Ich die Kraft und den Glauben Moses‘ finden, der die Wüste durchquerte, gefolgt von seinem Volk? Und die Treue meiner Apostel, um bis zum Tod den Spuren zu folgen, die ihr Meister hinterließ — wo könnte Ich sie erneut finden?

    13. Seht, Ich verlange von euch nicht das Leben eurer Kinder, auch nicht, dass ihr euer Blut in meinem Namen opfert, und dennoch erscheint euch die Mission, die Ich euch anvertraut habe, schwer, und viele scheuen vor ihr zurück.

    14. Ich habe euch nur die Mittel aufgezeigt, um Nächstenliebe auszuüben, euren Nächsten nützlich zu sein, um euch so den immerwährenden Frieden für euren Geist zu erarbeiten und euren Geschwistern zu helfen, den Berg der Vergeistigung zu ersteigen.

    15. Lasst die Stimme eures Gewissens sprechen, hört auf sie und sagt Mir dann, ob diese Mission, die Ich euch anvertraut habe, ein Joch für euch ist. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr jene innere Stimme immer zu vernehmen vermögt, werdet ihr Reuetränen vergießen müssen und Mir sagen: Wie undankbar sind wir Dir gegenüber gewesen, und wie ungerecht zu uns selbst!

    16. Wenn ihr diese Betrachtungen angestellt habt, und sich in eurem Herzen feste Vorsätze bilden, eure Mission mit Sanftmut und Liebe zu erfüllen, werdet ihr in eurem Geist das Licht eures Vaters fühlen, wie Er euch segnet.

    17. Fürchtet euch nicht, Volk, denn Ich gehe euch voran, lenke eure Schritte und erhelle euren Pfad wie ein unermesslich großer Leuchtturm.

    18. Wenn ihr diese heutige Lektion als einen Vorwurf des Meisters auffasst, so fasst sie so auf. Aber geht ihr auf den Grund, dann werdet ihr dort meine Gerechtigkeit, meine Liebe und meinen Eifer für den Teil finden, den Ich euch in meinem Werk anvertraut habe.

    19. Erkennt, dass jetzt die Dritte Zeit ist, das Zeitalter des geistigen Lichts.

    20. Seid wohlgemut, denn ihr werdet Zeugen vieler Ereignisse sein und werdet die Gnade haben, viele Offenbarungen zu empfangen.

    21. Euer Herz ist nicht verhärtet, euer Gehirn ist für meine Liebe nicht verschlossen, euer Geist ist nicht eingeschlafen. Öffnet die Augen dem Licht und schärft eure Sinne, damit ihr die Zeichen, die Rufe und Bekundungen meines Geistes und der Geistigen Welt wahrnehmt, die sich über euch bemerkbar machen werden.

    22. Für jedes Geschöpf ist der Tag seiner geistigen Befreiung in dieser Zeit festgesetzt — der Zeitpunkt, an dem es für immer aufhört, Sklave der Welt zu sein, Sklave der Versuchungen, Anbeter der Körpermaterie und seiner Vergnügungen.

    23. Die falschen Schmuckstücke werden von euch fallen, weil der Geist die Eitelkeiten der Welt verschmäht, um sich mit dem würdigen Mantel der Vergeistigung zu bekleiden.

    24. Für wie viele von euch, die ihr mein Wort in dieser Zeit vernommen habt, war der Tag eurer Befreiung gerade jener, an dem ihr zum ersten Mal diese Stimme gehört habt! Mit wie viel Liebe habt ihr in euer Gedächtnis das gesegnete Datum eingeprägt, an dem ihr euch an das Wunder eurer Auferstehung zum Glauben erinnert!

    25. Wohl denen, die viel geweint haben, aber zu warten verstanden. Wohl denen, die zwar sündigten, sich danach jedoch willig der Läuterung unterwarfen, weil sie das Kommen meines Wortes zu ihrem Herzen vorausahnten. Sie vermochten Mich von dem Tag an, an dem sie zum ersten Mal meiner Kundgebung beiwohnten, von meinem ersten Worte an zu fühlen und zu erkennen. Als Ich die Saiten ihres durch den Schmerz und die Missgeschicke des Lebens empfindsam gewordenen Herzens mit meiner Essenz berührte, fühlten sie durch ihr ganzes Wesen den Göttlichen Lebenssaft des Meisters fließen, und in derselben Zeit, in der sie erstarkten, fielen von ihrem Geist Elend, Makel, Laster, Leiden, Finsternis und Flecken ab und bekleidete er sich danach mit dem der Lichtgeist eigenen Gewand, welches die Wahrheit ist.

    26. In meine Gegenwart waren Menschen gekommen, die für das geistige Leben tot waren. Doch als sie weggingen, gingen sie als zum Glauben bekehrte Menschen, die endlich wussten, welcher der wahre Weg war. Denn der Glaube ist der Kompass des Geistes.

    27. Es ist ein unsagbares Glücksgefühl für den Geist, wenn er zum Glauben aufersteht! Doch dies war nicht alles, noch mehr erwartete jene, die so zum Leben zurückkehrten. Es war die Beglückung, zu wissen, dass sie auf ihren Weg Tote würden auferwecken können, wie sie es von ihrem Meister gelernt hatten, und dass sie jedem Erdenwanderer, dem sie begegnen würden, der ohne festes Ziel im Leben wandern würde, die Richtung würden zeigen können.

    28. Wer nicht einen Nächsten gerettet hat, wer nicht einem Mitmenschen den verlorenen Glauben oder die Gesundheit wiedergegeben hat, wird sich jene Wonne des Geistes nicht vorstellen können. Wer kann sich dann wohl die Freude vorstellen, der Retter, der Trost, der Meister und die ewige Auferstehung jedes Geistes zu sein? Aber Ich habe diese Freude nicht nur Mir vorbehalten, denn Ich habe etwas von jeder meiner Eigenschaften mit euch geteilt und euch gelehrt, zu retten, zu heilen, zu trösten und zu neuem Leben zu erwecken. Denn Ich will, dass meine Freude die von allen ist, so wie mein Himmelreich alle erwartet.

    29. Volk, wenn du fühlst, dass eine höhere Macht euer Wesen umfängt, dann deshalb, weil ihr gerade meine Gegenwart fühlt. Ihr habt euren Geist zubereitet und eure Körpermaterie aufnahmebereit gemacht. Daher erfreut ihr euch in diesem Augenblick, von meinem Wort bewegt, der Kraft, die von meinem Geist ausstrahlt. Bedenkt: Wenn ihr in allen Augenblicken eures Lebens diese Vergeistigung hättet, so würdet ihr überall das Gefühl meiner Gegenwart wahrnehmen. Dann würdet ihr feststellen, dass sich meine Gerechtigkeit in eurem Leben voll offenbart.

    30. Ich richte derzeit die Völker der Erde und berühre alle Geistwesen mit meinem Licht. Aber (nur) wenige sind sich bewusst, dass ihr Gericht gekommen ist, und noch weniger sind es, die die Gegenwärtigkeit der schon in den vergangenen Zeitaltern angekündigten Zeit ahnen.

    31. Allen habe Ich die notwendige Zeit für die Prüfung ihres Lebens im Licht ihres Gewissens gegeben, ebenso wie für ihre Reue und Erneuerung, falls sie etwas zu bessern oder wiedergutzumachen haben würden. Sowohl den Menschen, die regieren und Gesetze erlassen, als auch denen, die die Menschheit geistig führen, ebenso wie den Wissenschaftlern und allen, die Wissen vermitteln, habe Ich Zeit gewährt, um sich zuzubereiten. Denn alle werden auf die Fragen antworten müssen, die meine Gerechtigkeit euch stellen wird.

    32. Wenn die Menschen von heute nicht so hart und gefühllos wären, würden sie zweifellos andauernd Botschaften der Geistigen Welt empfangen, und gelegentlich würden sie sich von Scharen von Wesen umgeben sehen, die unablässig auf das Erwachen der Menschen hinwirken, und sie würden feststellen, dass sie niemals allein sind.

    33. Die einen nennen jene Welt „unsichtbar“, andere „jenseitig“. Doch weshalb? Einfach deshalb, weil ihnen der Glaube fehlt, um das Geistige zu „schauen“, und weil ihre menschliche Armseligkeit ihnen das Gefühl gibt, einer Welt, die sie in ihren Herzen fühlen müssten, fern und fremd zu sein.

    34. Ich musste dies Volk hier, das in der Bescheidenheit dieser Versammlungsräume zusammenkommt, um Mich zu vernehmen, von irdischen Gütern und von Eitelkeiten frei machen, damit es sich von etwas angezogen fühlen würde, das gerade nicht von dieser Welt ist, und das meine Lehre ist.

    35. Ich habe euch arm angetroffen, wie ihr wegen der verlorenen Güter geweint habt und deshalb ein wenig vom falschen Glanz der weltlichen Herrlichkeiten enttäuscht, und etwas weniger vermaterialisiert. Dies hilft euch, die Gegenwart des Geistigen zu fühlen, ebenso wie die Entfaltung und die Besserung eures Geistes zu ersehnen. Wenn ihr reich, gesund wäret, und wenn ihr unter Annehmlichkeiten, Festen und Vergnügungen gelebt hättet — wärt ihr dann auf meinen Ruf hin herbeigeeilt?

    36. Erkennt, wie sehr Ich Mich noch immer unter den Menschen fühlbar machen muss, damit die Monarchen meiner Unterweisung folgen.

    37. Es ist nicht so, dass Ich euch arm sehen will, und noch viel weniger Not leidend an dem zum Leben und zum Überleben Notwendigen. Aber der entwickelte Mensch muss wissen, dass vor dem Menschlichen der Geist kommt, weil der Geist ohne Erdenkörper leben kann, der Körper dagegen kann nicht ohne den Geist existieren.

    38. Ich will, dass alles euer ist, aber dass ihr von dem, was ihr benötigt, bewusst Gebrauch macht; dass ihr geistig reich zu sein versteht und im Materiellen vieles besitzen könnt, wenn ihr guten Gebrauch davon macht und dem einen wie dem anderen seinen wahren Wert und Rang gebt. Wie kann der Geist eines unermesslich reichen Menschen sich selbst schaden, wenn das, was er besitzt, nicht zum Wohl seiner Nächsten ist? Und wie kann ein mächtiger Mensch Schaden nehmen, wenn sein Geist sich bei Gelegenheit zurückzuziehen versteht, um zu beten, und er durch sein Gebet in Gemeinschaft mit Mir ist?

    39. Ihr, die ihr diese Offenbarungen hört, begreift die Wahrheit. Aber es gibt viele, die in eben diesen Augenblicken im Finstern Schiffbruch erleiden, und sie muss Ich retten. In dem Unwetter, das näher rückt, werden viele Schiffe untergehen, und es wird Furcht und Klagen und Verwünschungen, Verzweiflung und Tränen geben. Dennoch versichere Ich euch, dass geistig niemand zugrunde gehen wird, denn selbst in der tiefsten Finsternis wird immer ein Licht strahlen, ein Stern, ein Strahl, welcher das Gewissen ist, von dem ein Funken von Glauben und von Hoffnung sich zum Herzen herabsenken wird.

    40. Wenn aus dem Innersten der Menschen der Hilfeschrei zu Mir empordringt, der Mir sagt: „Mein Vater, unser Heiland, komm zu uns, wir verderben“, dann werde Ich sie meine Gegenwart fühlen lassen, werde ihnen mein unendliches Erbarmen offenbaren und es ihnen ein weiteres Mal beweisen.

    41. Ich habe Durst nach eurem Glauben, nach eurer Reue und eurer Liebe — ein Durst, den ihr bis heute nicht zu löschen vermochtet. Denn immer, wenn Ich euch um das Wasser eurer Liebe gebeten habe, habt ihr Mir den Kelch mit Galle und Essig angeboten.

    42. Mein Durst ist der, dass ihr euch untereinander liebt. Denn es würde für euch genügen, dieses Gebot zu erfüllen, und schon würden sofort alle eure Schmerzen, Bitternisse und Leiden aufhören. Mein Durst stellt keine Notwendigkeit für Mich dar, sondern für euch.

    43. Jünger, fühlt, wie Ich euch mittels dieses Wortes liebe. Liebt Mich gleichfalls in ihm, weil mein Geist in seiner Essenz ist.

    44. Wenn diese Lehre sich verbreitet, wird man euch nach dem Zweck dieser Botschaft fragen, da bereits so viele Religionsgemeinschaften existieren. Dann sollt ihr ihnen offenbaren, dass dieses Wort zur Menschheit gekommen ist, um die Menschen die Zwiesprache von Geist zu Geist zu lehren, die ihre Religionen sie nicht lehren, und dass diese Botschaft das göttliche Licht ist, das euch alle geistigen Eigenschaften offenbart, die ihr besitzt.

    45. Dies Volk wird die Frohe Botschaft meines Wortes zur ganzen Menschheit bringen, und durch sie werden die Menschen erkennen, dass es zwischen ihnen und dem Geistigen Reich nur ein Schritt ist, und dass die unendliche Entfernung, die ihrer Meinung nach zwischen der einen und der anderen Welt existiert, nur das Ergebnis ihrer Vorstellung, ihrer Unwissenheit und ihrer vermaterialisierten Gottesverehrung gewesen ist.

    46. In den vergangenen Zeiten wurde die Menschheit nur auf die Zeit vorbereitet, in der der Zeitpunkt für die geistige Kommunikation geeignet sein würde. Jetzt ist die passende Zeit, in der euer Geist ermächtigt und zugleich fähig ist, sich zu erheben und mit dem höheren Leben in Verbindung zu treten.

    47. Meine Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen hat euch die Wahrheit all dessen bewiesen, was Ich euch soeben gesagt habe, und hat auch als Anreiz gedient für dieses Volk, das Mich vernommen hat und ihm auf diese Weise geholfen, den ersten Schritt hin zur geistigen Zwiesprache zu tun.

    48. So, wie Ich euch zuerst gelehrt habe, damit ihr später Schritte von größerer Vollkommenheit auf meinem Pfad tun könntet, so sollt ihr zuerst mit meinem Wort sprechen und es erklären, damit wenn mein Werk einmal von euren Geschwistern verstanden worden ist, sie zubereitet und fähig sind, mit ihrem Vater und ihren geistigen Geschwistern von Geist zu Geist Zwiesprache zu halten.

    49. Nicht alle meine Stimmträger waren fähig und willens, sich vorzubereiten, um Mir zu dienen, und oftmals musste Ich mein Licht auf ihre unreine Verstandesorgane herabsenden, die mit Unnützem, wenn nicht sogar mit Sündhaftem beschäftigt waren. Sie haben durch ihre Verfehlung meine Gerechtigkeit auf den Plan gerufen, denn ihr Verstand war jeder Inspiration beraubt und ihre Lippen jeder Beredsamkeit, um die göttliche Botschaft auszudrücken. In diesen Fällen hat die Hörerschar ihre Ohren gegenüber jenen armseligen Kundgaben verschlossen, hat dafür jedoch ihren Geist geöffnet, um in ihm meine Gegenwart zu fühlen und meine Essenz zu empfangen. Das Volk nährte sich von der Essenz, die ihr meine Barmherzigkeit in jenem Augenblick sandte; aber der Stimmträger verhinderte eine Botschaft, die nicht von seinen Lippen kam, und zwang so die Anwesenden, von Geist zu Geist mit ihrem Meister Zwiesprache zu halten, obwohl sie noch nicht vorbereitet waren, meine Inspiration in dieser Form zu empfangen.

    50. Noch ist genügend Zeit übrig, dass die Stimmträger und die Gemeinden sich zubereiten, damit sie im letzten Jahr meiner Kundgabe durch das Verstandesvermögen des Menschen mein Wort durch die höchsten und lichtvollsten Lehransprachen, die ihr bis dahin vernommen habt, seinen Gipfel erreichen sehen. Ich bin bereit, euch zu belohnen, indem Ich euch jene Zubereitung und jenes Verlangen gewähre, wenn ihr euch wirklich bereit macht. Mein Licht wird in Strömen kommen, euren Geist umfluten und ihn mit Kraft, Weisheit und Vergeistigung sättigen.

    51. So muss der Abschied von meinem Wort am Ende dieser Zeit meiner Kundgabe sein — in der größtmöglichen Zubereitung von Geist und Verstand, damit, wenn ihr Mich nicht mehr in dieser Form vernehmt, ihr das unermessliche Verlangen fühlt, meine Stimme zu hören, und dieses Verlangen euch dazu drängt, Mich im Unendlichen, im Göttlichen zu suchen. Denn damit werdet ihr einen festen Schritt auf die geistige Gottesverehrung, auf die wahre Zwiesprache zwischen den Kindern und dem Vater zu getan haben.

    52. Wenn ihr einmal vor euren Augen nicht mehr die Personen, Objekte oder Gestalten habt, die ihr als Mittel gebraucht, um Mich fühlen zu können, und ihr nur durch das Gebet meine Gegenwart wahrnehmt und meine Inspiration in jedem Augenblick eures Lebens empfangt, in dem ihr nach Mir verlangt, werdet ihr mit Jubel in euren Herzen ausrufen: „Meister, wie bist Du uns so nahe!“

    53. Ich werde weiterhin euer Meister sein, euer Arzt sein, und durch euch werde Ich Mich in den Kranken, die ihr vor Mich bringt, bekunden. Ich werde Inspiration in eurem Verstand und Wort auf euren Lippen sein. Ich werde euch die geistigen Beschützer senden, damit sie euch weiterhin führen und beschützen.

    54. Begnügt euch nicht mit dem Ersten, was ihr erreicht, sondern richtet euer Augenmerk und eure Anstrengung darauf, euch zu vervollkommnen. Denn auch diese neue Art, Mich zu suchen, wird einer Entfaltung unterworfen sein.

    55. Jetzt ist die Dritte Zeit, in der euer Geist bereits von der Erde aus von sehr hohen Welten und sehr großen Erkenntnissen zu träumen beginnen kann. Denn wer von dieser Welt scheidet und in seinem Geist die Kenntnis dessen trägt, was er vorfinden wird, und die Entfaltung seiner geistigen Gaben, der wird viele Welten durchqueren, ohne in ihnen zu verweilen, bis er zu jener gelangt, die zu bewohnen ihm aufgrund seiner Verdienste zukommt. Er wird sich seines geistigen Zustandes voll bewusst sein, wird seine Mission überall, wo er sich befindet, durchzuführen verstehen, wird die Sprache der Liebe, der Harmonie und der Gerechtigkeit kennen und sich mit der Reinheit der geistigen Sprache, welche der Gedanke ist, mitzuteilen vermögen. Bei ihm wird es keine Hindernisse, Verwirrtheit noch Tränen geben, und er wird die höchste Wonne zu erleben beginnen, sich den Heimstätten zu nähern, die ihm gehören, weil sie ihm als ewiges Erbe zustehen.

    56. Damit mein Werk im Herzen der Menschen als ein Heiligtum des Glaubens und der Vergeistigung Fuß fassen kann, werden meine Diener viel zu kämpfen haben, wird mein Volk zahllose Prüfungen durchleben müssen.

    57. Zunächst wird die Welt diese Lehre ablehnen. Aber ihr werdet den Mut nicht sinken lassen, weil ich euch schon jetzt darauf hinweise, dass der, der sie ablehnt, es mit dem Herzen tun wird, es jedoch nicht durch den Geist des Menschen geschehen wird, da der Geist diese meine Verheißung in sich bewahrt.

    58. Ich habe euch nachdrücklich und mit dem Tagewerk beschäftigt gesehen, die euch erwartet, und bin zu eurem Herzen gekommen, um euch Frieden zu geben und euch durch mein Wort Wege zu bahnen und Hindernisse niederzureißen, die ihr bereits durch eure Vorstellungskraft zu schaffen beginnt.

    59. Wohl denen, die meditieren, leiden und um mein Werk besorgt sind, denn es ist ein Beweis dafür, dass sie es in ihr Herz geschlossen haben. Ich stärke dann ihren Geist und liebkose ihn, damit er sich wieder voll Glauben, Frieden und Zuversicht fühlt.

    60. An meinem Liebestisch habt ihr das göttliche Brot gegessen, das ihr durch eure Zubereitung verdient habt. Wenn ihr nicht mehr erlangt habt, dann deshalb, weil eure Zurüstung nicht für mehr ausreichte. Wenn ihr an diesem Tag viel erlangt habt, ist es der Beweis dafür gewesen, dass ihr euch dieser Belohnung würdig zu machen verstandet. Auch sage Ich euch, dass, wenn Ich an diesem Tag mein Licht in anderen Versammlungsstätten in Strömen ausgoss, dies geschah, weil die Zuhörerscharen sich vorzubereiten verstanden, und dass dagegen dort, wo diese Vergeistigung nicht existierte, mein Wort in den Gewissen meiner Kinder voller Gerechtigkeit ertönte.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 293

    1. Meine Liebe erleuchtet und umhüllt euch alle wie eine unendlich große Sonne.

    2. Hier bin Ich und lasse in euren Verstand meine zum Wort gewordenen Gedanken einströmen, das für das Herz wohlgefällig, für den Geist höchst liebenswert ist, und in eurem Mund keinerlei Bitterkeit hinterlässt.

    3. Wie die Bienen, die eine Wabe herstellen und sie Tropfen für Tropfen mit Honig füllen, so füllen jene Kindlein, durch die Ich Mich kundtue und mein Wort gebe, mit der Essenz, die von ihren Lippen kommt, Tropfen für Tropfen die Herzen eines nach geistiger Liebe begierigen Volkes.

    4. Noch ist die Zahl meines Volkes klein, doch Ich gebe euch meine Unterweisung, als ob es sich um große Menschenmassen handeln würde. Meine Liebe könnte sich von dieser kleinen Zahl nicht aufhalten lassen, weil im Meister keine Vorurteile existieren noch existieren können, wie sie selbstsüchtigen Menschen eigen sind.

    5. Seid willkommen vor dem Licht des Erlösers, Volk, das von Prüfungen und Kämpfen, von Zweifeln und Ungewissheiten, Trübsal und Schmerz gepeinigt wird.

    6. Ihr benötigt die Arznei für den Geist, und Ich komme zu euch, wie Ich in jener Zweiten Zeit kam — als Arzt für Krankheiten des Körpers und des Geistes.

    7. Wenn ihr von schweren Problemen gequält, durch Armut niedergedrückt, oder durch die Leiden der Prüfungen verängstigt herbeikommt, sucht ihr in meinem Wort irgendeinen Ausdruck für euren Schmerz — irgendein Wort, das anzeigt, dass euch mein Blick entdeckt hat, und dass Ich eure Stimmen vernehme. Dann rühre Ich euer Herz an und beweise euch, dass Mir nichts verborgen ist. Ich gieße meinen Frieden auf euch aus, gebe euch das erlesene Mahl meiner Unterweisungen und sende euch gestärkt erneut auf den Weg des Lebens, des Kampfes, der Wiedergutmachung.

    8. In meinem Lehrwort lernt ihr, dass ihr in euren Prüfungen euren kleinen Teil an Glauben, an Hoffnung, an Geduld und an Stärke beiträgt, und das Übrige durch die Liebe eures Vaters geschieht.

    9. Wer auf mich vertraut, wird nicht verzweifeln können, und wie lieblich ist die Belohnung für denjenigen, der auf die Liebe und auf die Barmherzigkeit seines Herrn zu vertrauen wusste.

    10. Ich bin Der, der sich eurem Herzen naht, wenn ihr weint. Ich bin Christus, und Christus bedeutet Liebe.

    11. Daher heile und ermutige Ich euch, geliebtes Volk. Denn es werden Zeiten kommen, in denen Ich unter den am meisten Zubereiteten und unter den Inbrünstigsten, unter denen, die in der Ergründung meines Wortes am meisten fortgeschritten sind, die Meinen erwählen werde, und sie werden meine ersten Sendboten, meine ersten Zeugen und auch die ersten sein, die von Geist zu Geist mit ihrem Vater Zwiesprache halten werden.

    12. Denkt jedoch nicht, dass es Mir gefällt, einige zu erwählen und andere abzulehnen — dies ist niemals der Fall, Jünger. Aber Ich werde Mich eurer je nach dem Grad an Zurüstung bedienen, den ihr nach und nach erreicht und den ihr benötigt, um Mir dienen zu können.

    13. Ebenso wie heute die, die sich zuzubereiten vermochten, die geistige Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen erlangt haben, so werden Zeiten kommen, in denen meine Stimme wie himmlische Harmonie zu eurem Geist gelangt und euren Verstand durch die Weisheit meiner Offenbarungen und den Lichtern, die mein Geist euch sendet, in Erstaunen und Bewunderung versetzt.

    14. Diese Zeit wird kommen, zweifelt nicht daran; aber Ich lege sie nicht fest. Vieles hängt von euch ab, von eurem Eifer und eurer Liebe, damit diese Zeit nicht mehr eine Sache der Zukunft ist, sondern gegenwärtig wird.

    15. Aber denkt nicht gering von dem, was Ich euch derzeit durch das bescheidene Verstandesvermögen eurer geschwisterlichen Stimmträger gebe. Denn meine Unterweisungen schulen euch, damit euer Geist sich entwickelt und die Zwiesprache von Geist zu Geist zu erwarten vermag. Ach, wenn ihr doch den verborgenen Sinn eines jeden Wortes des Meisters zu suchen verstündet — wie viele erstaunliche Offenbarungen würdet ihr finden! Wie viel Licht würdet ihr finden, um es in eurem Leben anzuwenden!

    16. Euch, den Jüngern dieses Werkes und Zeugen dieses Wortes, euch sagt euer Meister, dass, wenn ihr diese Lektion, die Ich euch durch das menschliche Verstandesvermögen offenbart habe, nicht versteht noch ausübt, ihr nicht zu der neuen Unterweisung werdet fortschreiten können, die eurem Geist verheißen ist, welche direkt zwischen dem Meister und dem Jünger geschehen wird — innerlich, ohne die Notwendigkeit von äußerlichen Mitteln oder Formen.

    17. Noch seid ihr nicht auf der Höhe der Unterweisung, die Ich euch derzeit kundtue — und doch wollt ihr bereits jene Gnade besitzen?

    18. Wenn ihr den Grad an Fortschritt erreicht hättet, den mein Wort verlangt, würdet ihr im Licht eures Geistes wirken, und würdet ihr euren heilsamen Einfluss bei den anderen fühlbar machen. Aber es ist nicht so, und daher wiederholen sich zu eurem großen Bedauern die Lektionen.

    19. Drei verschiedene Kundgebungen eines einzigen Göttlichen Geistes sind die Offenbarungen gewesen, die der Mensch im Lauf der Zeit von Gott erhalten hat, unterteilt in drei Zeitalter. Viele Male und auf vielerlei Weise habe Ich euch das erklärt, was ihr irrtümlich „Heilige Dreifaltigkeit“ nennt, und was ihr noch nicht erklären könnt, weil ihr es nicht begriffen habt.

    20. Ich habe euch erklärt, dass das, was ihr Vater nennt, die absolute Macht Gottes, des Universellen Schöpfers, ist, der einzige Ungeschaffene; dass Der, den ihr Sohn nennt, Christus ist, das heißt die Offenbarung der vollkommenen Liebe des Vaters zu seinen Geschöpfen, und dass das, was ihr Heiliger Geist nennt, die Weisheit ist, die euch Gott in dieser Zeit als Licht sendet, in der euer Geist fähig ist, meine Offenbarungen besser zu verstehen.

    21. Jenes Licht des Heiligen Geistes, jene Weisheit Gottes, wird bald in diesem dritten Zeitalter herrschen, das ihr entstehen seht, regieren und das Denken einer Menschheit erleuchten, die Spiritualität benötigt, die nach Wahrheit dürstet und nach Liebe hungert.

    22. Drei Reiche habe Ich unter den Menschen errichtet, die sich bald zu einem einzigen vereinen werden.

    23. Das erste war das der Macht und der (Gesetzes)kraft, das zweite das der Liebe, das dritte ist das der Weisheit.

    24. Wenn der Mensch einmal in Einklang mit dem Gesetz, den Unterweisungen und Offenbarungen lebt, die Ich ihm in jedem Reich gebracht habe, wird er wahrhaftig sagen können, dass „das Himmelreich in das Herz der Menschheit gedrungen ist.“

    25. Es ist also wahr, Volk, dass sich ein einziger Gott den Menschen offenbart hat, wenn auch unter drei verschiedenen Aspekten; wenn ihr in den Werken des Vaters in jenem ersten Zeitalter nach Liebe sucht, werdet ihr sie finden; und wenn ihr das Licht der Weisheit sucht, werdet ihr es gleichfalls entdecken, so wie ihr in den Werken und Worten Christi nicht nur der Liebe begegnen werdet, sondern auch der Macht und der Weisheit. Was wäre also seltsam daran, wenn ihr in den Werken des Heiligen Geistes in dieser Zeit sowohl die Kraft, das Gesetz und die Macht, als auch die Liebe, die Zärtlichkeit und den Heilbalsam entdecken würdet?

    26. Dieses ist das hochstehendste Reich — nicht aufgrund des Lichts, denn dieses ist immer dasselbe, sondern weil die Menschen schon für ein höheres Leben befähigter sind.

    27. Es wird das Reich des Lichts sein, das den Verstand und den Geist erleuchtet — eines Lichts, das die Menschheit verwandeln wird. Die Helligkeit wird so groß sein, dass alle, die Mich verneint haben, dies nicht mehr tun werden, und die, die töricht gewesen sind, werden ihre Torheit aufgeben, weil sie die Wahrheit in hellem Tageslicht und klar wie das Firmament schauen werden.

    28. Einstweilen muss Ich vom Rest der Menschen ein Volk entfernen, das aus Herzen guten Willens besteht, die Mir, wenn die Stunde gekommen ist, als Arbeiter der Vergeistigung dienen. Hier, in der Stille und in der Bescheidenheit bereite Ich sie vor und unterrichte sie.

    29. So, wie der Landmann sein Land kultiviert, wie der Handwerker sich seiner Arbeit widmet, wie der Gelehrte sich seinen Betrachtungen überlässt und der Philosoph seinen Träumen — so, wie alle Menschen sich in einem sorgenvollen und verzweifelten Lebenskampf abplagen, so will Ich ein Volk bilden, das von Vergeistigung, Frieden, Gutem, von einer höheren Erkenntnis des Lebens inspiriert ist, das als guter Sämann arbeitet und wacht, das sich abmüht wie der Gelehrte, träumt wie der Philosoph, das um die wahre Nahrung des Geistes ringt, wie die Menschheit um ihr tägliches Brot kämpft.

    30. Der wahre Spiritualist wird jener sein, der die Gesetze des Geistes und die der Materie vereint und aus ihnen einen tugendreichen, gewissenhaften und erhobenen Lebensstandard macht.

    31. Heute seid ihr meine kleinen Jünger, die in ihren einsamen Meditationen nach und nach ihren Geist formen, um danach ihren Geschwistern helfen zu können, ihr Wohlergehen zu erwirken.

    32. Ein Jünger Jesu ist jener, der durch das Wort bezwingt, der überzeugt und tröstet, der erhebt und erweckt, der aus dem Bezwungenen einen Überwinder seiner selbst und der Widerwärtigkeiten macht.

    33. Ein Apostel Christi kann keinen Egoismus in seinem Herzen tragen, indem er nur an seine eigenen Leiden oder Sorgen denkt. Er sorgt sich nicht um das Seine, sondern denkt an die anderen, mit dem absoluten Vertrauen, dass er nichts vernachlässigt hat, weil der Vater unverzüglich jenem beisteht, der das Seine zurückgelassen hat, um sich einem Kind des Herrn zu widmen, das geistigen Beistand benötigt. Und jener, der sich selbst vergaß, um einem Nächsten ein Lächeln der Hoffnung, einen Trost für seine Traurigkeit, einen Tropfen Balsam für seinen Schmerz zu bringen, findet sein Heim bei seiner Rückkehr von einem Licht erhellt, welches Segen, Freude und Frieden ist.

    34. Wenn die Menschen sich einmal ein wenig als Geschwister ihrer Nächsten und ein wenig als Eltern der Kinder der ganzen Erde fühlen, dann werden sie einen festen Schritt in meiner Lehre getan haben.

    35. Wie wenige wissen um die große Wissenschaft des Lebens, dessen Kraft und Ursprung die Liebe zur Grundlage hat.

    36. Wer lernt, gut zu sein aufgrund der göttlichen Unterweisung, die meine Lehre enthält, wird gleich dem Brot sein müssen, das auf dem Tisch geteilt wird, um es an alle zu verteilen, die an ihm Platz nehmen, um zu essen.

    37. Ihr könnt nicht behaupten, dass ihr auf meinem Weg der Liebe wandelt, solange ihr abseits des Guten wandelt, und ihr euren geistigen Fortschritt vernachlässigt — solange ihr euch mit dem Verhalten der anderen beschäftigt, um es zu zensieren und darüber zu urteilen.

    38. Seid euch dessen gewiss, dass, solange ihr euer Herz und euer Denken nicht reinigt, ihr ein Hemmnis dafür sein werdet, dass mein Licht zu eurem Wesen gelangen und in dasselbe eindringen kann. Denn die schlechten Gedanken, Worte und Gefühle sind Hindernisse dafür, dass dieses Licht, das ganz Reinheit ist, in eurem Geist wohnen kann.

    39. Ihr müsst die Wohnung reinigen, damit Ich in euer Herz einziehen kann — aber nicht (nur) für einen Augenblick, sondern für immer. Ich will in der geheimen Kammer eures Herzens wohnen. Aber hört auf, Mich nur zu rufen, um dort einige kurze Augenblicke zu sein, nur solange eure Zubereitung anhält, um danach hinausgeworfen zu werden, sobald eure Leidenschaften erwachen.

    40. Die Welt und ihre Versuchungen sind stark, daher müssen eure guten Vorsätze noch stärker sein, damit euer Wille inmitten des Kampfes und der Prüfungen nicht schwach wird.

    41. Manchmal wiederhole Ich meine Lektionen, weil Ich euren Geist empfindsam machen und euer Herz erbeben lassen will. Wenn Ich nicht so handeln würde, würdet ihr in falsche Vorstellungen über die Wahrheit meines Wortes geraten. Erinnert ihr euch daran, wie jenes alte Volk Israel in seinem Gott nur unerbittliche Gerechtigkeit, Strenge und Härte sah, und dass es daher — weil es von seinem Herrn diese Vorstellung hatte — die Angst vor Strafe war, die sie das Gesetz Gottes befolgen ließ?

    42. Ihr kennt bereits den Irrtum, in dem sich jene befanden, da ihr die unendliche Liebe des Vaters zu den Menschen entdeckt habt.

    43. Ihr seht bereits in Gott weniger einen Richter als den Vater von vollkommener und unerschöpflicher Liebe, und Ich sage euch, dass es gut ist, dass ihr in Gott euren Vater seht. Dennoch muss Ich euch sagen, um euch wachzuhalten, dass auch ihr, wie jenes alte Volk, einem neuen Fehler anheimfallen könnt, und dieser Fehler kann darin bestehen, dass ihr euch nicht darum bemüht, euch moralisch und geistig zu bessern, oder dass ihr euch keine Sorgen darüber macht, fortwährend und schwer zu sündigen, in dem Vertrauen, dass der Vater vor allem Liebe ist und euch vergeben wird.

    44. Gewiss, Gott ist Liebe, und es gibt kein Vergehen, so schwer es auch sei, das Er nicht vergibt. Aber ihr sollt genau wissen, dass dieser göttlichen Liebe eine Gerechtigkeit entspringt, die unerbittlich ist. Seid euch all dessen bewusst, damit das, was ihr als Erkenntnis meiner Lehre in euch aufgenommen habt, der Wahrheit entspricht und ihr alle irrigen Vorstellungen zu Nichte macht, die in euch vorhanden sein könnten. Vergesst nicht, dass die Liebe des Vaters euch zwar vergibt, aber dass der Fleck— trotzt Vergebung — eurem Geist aufgeprägt bleibt, und dass ihr ihn durch Verdienste abwaschen müsst und so der Liebe gerecht werdet, die euch vergab.

    45. Ihr habt dazu geneigt, die Augen gegenüber euren schlechten Werken, gegenüber euren Sünden zu verschließen und die unerwünschte Last zu nehmen und sie im Heim eines anderen zu lassen. Aber ihr werdet schließlich begreifen, dass niemand die Flecken besser abwaschen kann als jener, der sie seinem Herzen eingeprägt hat.

    46. Warum ist euer Gang so langsam, obwohl es der rettende Hafen und die Quelle der Gnade ist, die euch erwarten? Der Grund dafür ist, dass euch das Gefühl der Kälte im Glauben an Gott, der weltliche Skeptizismus anstecken und ihr zeitweilig wie die Menschen fühlt, die von meiner Barmherzigkeit nichts mehr erwarten.

    47. Volk, das Mich an diesem Tag vernimmt — ihr Menschen, die das Glück im vergänglichen Leben voller Vergnügungen suchen — wahrlich Ich sage euch, am Ende wird in eurem Mund nur Bitterkeit und der Vorwurf des Gewissens zurückbleiben, wenn ihr erlebt, wie anders und im Gegensatz zu euren Illusionen das Resultat eures Bemühens ist.

    48. Wahrlich, Ich sage euch, um zu leben, zu kämpfen, zu genießen, beim Leiden und beim Sterben werdet ihr nur bestehen können, indem ihr euch auf den Geist stützt, als ob er ein Stab wäre, und der Geist muss immer die Stimme seines Gewissens vernehmen.

    49. Die nötige Kraft werdet ihr nur im Glauben finden können.

    50. Oh betrübte Menschheit, verdüstert durch den Schmerz und die Bitternis! Öffnet eure Augen, damit ihr das Kommen des Reiches des Lichts, des Geistes der Wahrheit erblickt, der zu den bis heute noch schlafenden Geistwesen und Verstandesorganen herniederkommt, um sie aufzuwecken.

    51. Es spricht zu euch Christus im Geist, euer Mittler zwischen Gott und dem Menschen. Denn Christus ist das Wort, Er ist das Wort Gottes, das Wort der Liebe und der Wahrheit. Heute spreche Ich zu euch in einer der zahllosen Formen, in denen Ich euch mein Wort offenbaren kann. Morgen, wenn diese Offenbarungsform vorüber ist, wird mein Wort niedergeschrieben sein, und so wird es in Schriften von Provinz zu Provinz, von Heim zu Heim, von Herz zu Herz gehen und die einen erwecken, andere bekehren, wieder andere trösten, wenngleich Ich euch auch dies sagen muss: Manche werden gegen sie lästern. Doch das ist nicht von Bedeutung, Volk. Es werden Zeiten kommen, in denen die Menschenmassen mein Wort mittels der Schriften begierig suchen werden. Selbst dies Volk hier wird, wenn es sich an die Essenz und den Zauber jenes Wortes erinnern will, das in der Wüste seines Lebens Manna gewesen ist, mit Liebe und Hochachtung die Seiten in Empfang nehmen, auf denen ihr mein Wort niedergeschrieben habt.

    52. Der Mensch benötigt geistige Weisheit, und Ich gebe sie ihm, so wie in der Vergangenheit, in der Ich, da Ich die Menschheit nach Liebe hungernd sah, sie diese lehrte.

    53. Für Gott gibt es kein Unmöglich: Der Mensch hat Gott benötigt, und Er ist zum Menschen gekommen. Er hat ein höheres Wissen benötigt, und der Herr hat ihm tiefgründige Lektionen offenbart. Er hat eine Stärkung seines Glaubens benötigt, und der Vater hat den Glauben des sehr geliebten Kindes gestärkt.

    54. Es soll euch nicht verwundern, dass Ich Mich in dieser Dritten Zeit in der Form kundgebe, die eure Ohren bezeugen, und die euer Herz gefühlt hat.

    55. Heute habt ihr Mich nicht in einem Menschen inkarnieren sehen, die Gegenwart Christi offenbart sich in der Dritten Zeit durch die Inspiration und die Fähigkeit, mit meinem Geist Zwiesprache zu halten, die einigen meiner Kinder als Aufgabe gegeben worden ist.

    56. Die Menschen sind wegen ihrer verkehrten Auslegungen des von Gott in früheren Zeiten Offenbarten in einen Zustand großer Verwirrung geraten — wegen ihrer Unfähigkeit, in das für sie Unbegreifliche einzudringen, wegen ihres Mangels an geistiger Kraft, um das Licht des Ewigen jenseits der Mauer ihres Materialismus‘ erblicken zu können.

    57. Angesichts eures unermesslichen Mangels an Licht — Licht, das Weisheit, Liebe, Erhebung bedeutet — musste Ich kommen.

    58. Um euch dieses Licht zu geben, war es nicht angebracht, dass Ich Mich als Mensch bei euch einstellen würde. Denn um euch zur Vergeistigung anzuregen, war es nötig, dass Ich meine Gegenwart in geistiger, unsichtbarer und dennoch für euren Glauben und eure Liebe fühlbarer Form offenbaren würde.

    59. Das Kommen des Heiligen Geistes in dieser Dritten Zeit ist die geistige Manifestation Gottes, jenes machtvollen und gerechtigkeitsliebenden Jehova, der sich in der Ersten Zeit durch die Naturkräfte kundtat, und des liebevollen Jesus, welcher wahrer Mensch war, aus dem der Vater zu Beginn des Zweiten Zeitalters sprach. Heute komme Ich erneut zu den Menschen, aber Ich komme als Geist, weil Ich weiß, dass ihr nun in der Lage seid, Ihn zu begreifen und Ihm zu glauben, dass Er direkt mit euch kommuniziert.

    60. Dies ist das Zeitalter des Lichts, dessen Klarheit euch das verstehen lassen wird, was ihr für unerforschlich hieltet. Ich werde in eurem Herzen die Essenz der Lektionen der vergangenen Zeiten hinterlassen. Aber der Fanatismus, den ihr um sie herum aufgebaut habt, wird durch die Menschheit selbst in dem Augenblick zerstört werden, indem sie ihren Entwicklungsweg fortsetzt.

    61. Ich spreche hier zu allen, ohne Mich damit aufzuhalten, euch nach Religionsgemeinschaften oder Glaubensbekenntnissen zu unterscheiden. Die geistige Teilung und die Spaltungen haben die Menschen geschaffen, sie sind es, die sich gegenseitig verurteilen, einander bekämpfen und einander Wahrheit absprechen.

    62. Ich liebe alle und suche alle, denn Ich sehe, dass ihr alle abseits des Weges wandelt. Was habt ihr aus der Wahrheit und dem Gesetz gemacht? Vielerlei Religionen. Ich werfe euch das nicht vor — im Gegenteil, es wurde euch erlaubt, weil ihr unterschiedliche Grade an Verständnis, Fortschritt und Vergeistigung hattet. Aber dass eine Religionsgemeinschaft die übrigen als Feinde betrachtet und sie einander bedrohen, verletzen und töten — dies hat meine Lehre niemals vorgeschrieben. Ich sage euch, dass die, die so handeln, keine Verteidiger der Wahrheit sind, sondern Feinde derselben.

    63. Warum seid ihr Feinde untereinander, obwohl niemand frei von Schuld ist? Warum die Art und Weise bekämpfen, in der andere die Vollkommenheit erlangen wollen und ihrem Vater näherkommen wollen? Wer ist jener, der sagen kann, dass er die Wahrheit bringt und mit Gott ist, dass er sich für gerettet hält, und wer ist jener, der dazu bestimmt ist, zugrunde zu gehen?

    64. Wie töricht seid ihr noch, euch gegenseitig zu verurteilen!

    65. Schämt ihr euch nicht, dass ihr in der Zeitenfülle des Lichts Verfehlungen begeht, obwohl sich euer Geist bereits über das menschliche Elend erhoben haben müsste?

    66. Volk, hier ist die Stimme des Heiligen Geistes, die geistige Kundgebung Gottes mittels eures Verstandesvermögens, die euch kein neues Gesetz noch eine neue Lehre offenbart, sondern eine neue, fortschrittlichere, geistige und vollkommene Art und Weise, mit dem Vater zu kommunizieren, Ihn zu empfangen und Ihn zu verehren.

    67. Wenn euch der Herr sagte: „Du sollst Gott von ganzem Herzen und ganzem Geist lieben und deinen Nächsten wie dich selbst“, und wenn der Meister euch die Lehre der Liebe predigte, so sagt euch diese geistige Stimme, die aus derselben Quelle stammt, dass ihr euch an das Liebesgesetz klammern sollt, weil es eine Macht hat, die nicht einmal die größten Heere der Welt besitzen, und dass ihre Eroberungen sicher und von Dauer sein werden, weil alles, was ihr auf Fundamenten der Liebe errichtet, ewiges Leben haben wird.

    68. Die Menschheit ist im Unglück, der menschliche Verstand ist verstört, das Herz ist wegen der Fähigkeiten, die der Mensch auf der Erde erreicht hat, hochmütig geworden. Das Heilmittel dafür ist jederzeit in seiner Reichweite gewesen, aber er hat es verschmäht. Dieses Heilmittel ist geistiges Wissen.

    69. Ich sage euch, dass diejenigen, die erwacht sind und erkennen, was geschieht, die Geeigneten sind, um die Leuchte des Glaubens der Menschen gegenüber dem Geist Gottes zu entzünden.

    70. Begreift, dass euer Geist sich seinen Fähigkeiten, Gaben und Kräfte entsprechend entfalten muss, die euch bis heute nahezu völlig unbekannt sind.

    71. Mein Wort offenbart euch keine Einzelheiten über eure Vergangenheit oder eure geistige Zukunft, die euch zu keinem guten Ziel bringen würden. Ich lehre euch jedoch, eure Aufgabe innerhalb der Welt zu erfüllen, zu der ihr gesandt worden seid.

    72. Verschmäht daher all jene Ideen, mit denen einige euch beeindrucken möchten, indem sie von eurer Vergangenheit oder eurer Zukunft im Leben des Geistes sprechen.

    73. Wisst, Jünger, dass die Vergeistigung dem Gewissen ermöglicht, sich mit größerer Klarheit kundzutun, und wer diese weise Stimme vernimmt, wird sich nicht täuschen lassen.

    74. Macht euch mit dem Gewissen vertraut, es ist eine freundschaftliche Stimme, durch das der Herr sein Licht zum Vorschein kommen lässt — ob als Vater, als Meister oder als Richter.

    75. Lasst zu, dass euer Gewissen euch in den Prüfungen sagt, dass Ich euch nicht strafe, sondern dass ihr euch gerade läutert, und dass ihr, wenn ihr entfesselte Naturgewalten seht, die Schrecken auslösen, nicht lästern sollt, indem ihr sagt, dass es eine Strafe Gottes ist, sondern dass es eine Prüfung ist, um euch zu reinigen.

    76. Nur die Reinheit des Geistes wird bewirken können, dass dieser den Glanz seines Lichtgewandes ausstrahlt.

    77. Strebt nach der Läuterung, die ihr durch die Ausübung der Liebe unter euren Nächsten erhalten könnt.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 292

    1. Nehmt eine weitere Seite des Buches der Weisheit entgegen. Ich trage euch auf, diese Botschaft an die kommenden Generationen weiterzugeben, die aufgrund ihrer größeren geistigen Entwicklung imstande sein werden, sich noch mehr in mein Werk zu vertiefen. Jene Generationen werden den Samen der Vergeistigung mit sich bringen, und ihre Aufgabe wird es sein, im Herzen der Menschen ein Paradies des Friedens zu errichten.

    2. Den Gegenwärtigen habe Ich große Unterweisungen gegeben, aber für das Volk von morgen, meine zukünftigen Jünger, habe Ich noch größere Offenbarungen reserviert, weil sie dann vorbereitet sein werden, sie zu empfangen.

    3. Ihr habt Mich oft gefragt, was es jenseits dieser Welt gibt und ob jene Sterne, die im Weltraum ihre Bahnen ziehen, Welten sind wie die eure. Meine Antwort gegenüber eurer Neugier hat den Schleier des Geheimnisses nicht völlig gelüftet, da Ich sehe, dass ihr noch nicht die notwendige Entwicklung habt, um zu verstehen, noch die unbedingt nötige Spiritualität, um mit anderen Welten zu harmonieren. Ihr habt noch nicht die Lehren erkannt und begriffen, die euch der Planet bietet, auf dem ihr lebt, und schon wollt ihr nach anderen Welten suchen. Ihr wart nicht imstande, unter euch, den Bewohnern ein- und derselben Welt, zu Geschwistern zu werden, und wollt das Dasein von Wesen auf anderen Welten entdecken. Fürs erste soll euch genügen, euch daran zu erinnern, dass Ich euch in der Zweiten Zeit sagte: „Im Haus des Vaters gibt es viele Wohnungen“, und dass Ich euch jetzt, jene Worte bestätigend, sage, dass ihr nicht die einzigen Bewohner des Universums seid und dass euer Planet nicht der einzige bewohnte ist.

    4. Den Generationen von morgen wird es gegeben sein, die Tore, die sie anderen Welten näher bringen, offen zu sehen, und sie werden den Vater zu Recht bewundern.

    5. Das Gute und die Liebe, aus denen die Nächstenliebe und der Friede erblühen, werden die Schlüssel sein, die die Türen des Geheimnisses öffnen, wodurch die Menschen einen Schritt zur universellen Harmonie tun werden.

    6. Das Gute und die Liebe, auf euer Leben, eure geistige Verehrung, eure Wissenschaft und eure Arbeit angewendet, werden den Menschen zur wahren Weisheit bringen.

    7. Heute seid ihr noch isoliert, begrenzt, behindert, weil euer Eigennutz euch nur für die Welt leben ließ, ohne die Freiheit und Erhebung des Geistes anzustreben.

    8. Was würde aus euch, eitle Menschen — Wesen, die durch ihren Materialismus klein geworden sind — wenn euch gestattet würde, zu anderen Welten zu gelangen, bevor ihr euch von euren menschlichen Fehlern freigemacht habt? Was wäre der Same, den ihr säen würdet? Zwietracht, maßloser Ehrgeiz, Eitelkeit.

    9. Wahrlich, Ich sage euch: Um jenes Wissen zu erlangen, nach dem sich jeder Mensch sehnt, und jene Offenbarung, die sein Denken von den Fragen befreit, die ihn quälen und seine Neugier erwecken, wird sich der Mensch sehr läutern, und sehr wachen und beten müssen.

    10. Nicht die Wissenschaft allein wird es sein, die ihm meine Geheimnisse offenbart; es ist notwendig, dass jenes Verlangen nach Wissen von geistiger Liebe inspiriert ist.

    11. Wenn das Leben der Menschen einmal Vergeistigung widerspiegelt — Ich sage euch, dann werden sie sich nicht einmal anstrengen müssen, um jenseits ihrer Welt zu forschen; denn zum selben Zeitpunkt werden sie von denen aufgesucht werden, die höhere Heimstätten bewohnen.

    12. Ich hinterlasse diese kurze Botschaft, deren Inhalt euch nur sagen will: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt.“

    13. Vorerst werdet ihr euch weiterhin Fragen stellen und euch selbst antworten. Es ist erforderlich, dass die Kräfte des Geistes allen bekannt und entfaltet sind, um das zu erkennen und zu verstehen, was Gott für euch bestimmt hat. Ich sehe noch zu viel Unbeholfenheit, um das Gute zu tun, um zu beten, um euren Vater zu verehren, weil ihr euren Geist sich nicht äußern noch wirken lasst und ihn an seiner Entfaltung hindert.

    14. Ihr habt wahre Schätze in euch, Fähigkeiten und Begabungen, die ihr nicht einmal ahnt, und infolge eurer Unwissenheit vergießt ihr Tränen wie Bedürftige. Was wisst ihr von der Macht des Gebets und der Kraft der Gedanken? Was wisst ihr vom tiefen Sinngehalt der Zwiesprache von Geist zu Geist? Nichts, du materialistische und irdisch gesinnte Menschheit!

    15. Erhebt zuerst den Geist, indem ihr seine Gaben entfaltet, und strebt erst danach nach der Kenntnis dessen, was jenseits eurer Welt und eures Verstandes existiert.

    16. Der menschliche Verstand ist klein, ist begrenzt. Warum vertraut ihr ihm das an, was nur der Geist entdecken und erfassen kann?

    17. Ach, ihr törichten Kinder dieser Erde, die ihr Mich nicht als Meister haben wolltet, noch Mir geglaubt habt, obwohl viele von euch sagen, dass sie Mich lieben! Nun werdet ihr endlich die Wahrheit meines Wortes begreifen, wenn ihr bekennt, dass Ich der Weg, die Wahrheit und das Leben bin.

    18. Jünger, das Leben geht wie eine Lektion von unendlicher Weisheit an euch vorüber, euer Geist nimmt an Wissen zu, und infolgedessen erlangt ihr eine größere Erhebung.

    19. Seid Richter eurer eigenen Handlungen, denn die Stimme des Gewissens wird euch immer die Wahrheit sagen. Sie wird euch begreiflich machen, ob ihr langsam voranschreitet, ob ihr allzu schnell geht, oder ob ihr im Stillstand verharrt.

    20. Wer bemüht ist, sich zu erkennen und sich zu beurteilen, muss ehrlich zu sich selbst und den anderen sein. Bei all seinen Handlungen wird er die Stimme seines Gewissens vernehmen, und seine Schritte auf dem Lebensweg werden sicher sein.

    21. Wenn der Geist über die Körpermaterie zu siegen beginnt, erfährt er eine sehr große Befriedigung und ein volles Vertrauen in sich selbst.

    22. Doch der Meister sagt euch, dass — so viel Einsicht ihr auch über den größeren oder geringeren Wert eurer Werke haben mögt — allein der Vater, welcher der höchste Richter ist, bei diesem endgültigen Urteil die Entscheidung treffen kann.

    23. Denkt nicht — weil ihr im Augenblick, da ihr ein gutes Werk vollbringt, den Wert desselben nicht kennt — dass ihr das Gute, das ihr tatet, niemals erfahren werdet. Ich sage euch, dass keines eurer Werke ohne Lohn bleiben wird.

    24. Wenn ihr einst im Geistigen Reich seid, werdet ihr erkennen, wie oftmals ein kleines Werk, dem Anschein nach von geringer Bedeutung, der Beginn einer Kette von Wohltaten war — einer Kette, die andere immer länger machten, die aber den, der sie begann, für immer mit Genugtuung erfüllen wird.

    25. Ihr müsst all dies wissen — ihr, die ihr in die Herzen das Wort säen werdet, das Ich euch in dieser Zeit gebracht habe. Denn oftmals werdet ihr zu euren Geschwistern sprechen, ohne die Wirkung zu erfahren, die eure Worte bewirkt haben — ohne zu erfahren, ob sie Früchte trugen oder nicht, ohne zu erfahren, ob in jenen Herzen der Same starb, oder ob sie ihn zu bewahren und zu verbreiten wussten. All dies werdet ihr erleben, wenn ihr ans Ende des Weges gelangt. Arbeitet einstweilen, vervielfacht eure guten Werke unter euren Geschwistern, bereitet die Felder vor, damit der Same, den Ich euch anvertraut habe, sich in den Werken derselben fortpflanzt.

    26. Weit ist der Weg, auf dem ihr zur Fülle des Lichts gelangen werdet. Kein Wesen hat einen längeren Weg als den des Geistes, auf welchem der Vater, der Göttliche Bildhauer, der euren Geist formt und glättet, ihm die vollkommene Gestalt gibt.

    27. Ich spreche ausführlich zu euch, damit in eurem Reisebündel nicht der Weizen fehlt, den ihr in Erfüllung eurer Mission aussäen müsst.

    28. Das Volk Gottes wird ein weiteres Mal unter der Menschheit erscheinen — nicht ein in einer Rasse personifiziertes Volk, sondern eine große Zahl, eine Legion Jünger von Mir, bei denen nicht das Blut, die Rasse oder die Sprache entscheidend ist, sondern der Geist.

    29. Dies Volk wird sich nicht darauf beschränken, meine Lehre durch Schriften zu lehren. Damit die Worte Leben haben, muss man sie leben. Dies Volk wird nicht nur Verbreiter von Schriften und Büchern sein, sondern auch von Beispielen und Taten.

    30. Heute befreie Ich euch von allem Unnötigen, vom Unreinen und Falschen, um euch in ein schlichtes und reines Leben einzuführen, über das sich euer Geist emporschwingen kann, wovon er durch seine Werke Zeugnis ablegt.

    31. Wenn die Zeit gekommen ist, werde Ich mein Volk der Menschheit präsentieren, und weder wird sich der Meister seiner Jünger schämen, noch werden die Jünger ihren Meister verleugnen. Dieser Zeitpunkt wird mit dem des Krieges der Weltanschauungen zusammenfallen, aus dem wie ein Hauch von Frieden, wie ein Lichtstrahl der Spiritualismus empordringen wird.

    32. Schon sucht die Gerechtigkeit des Vaters die irdische Macht der Menschen heim, ihre angesammelten Schätze, um ihnen begreiflich zu machen, dass mein Wort niemals Herrschaftsgewalt und materielle Reichtümer verwenden wird, um zu herrschen oder um sich zu verbreiten.

    33. Von jener ganzen moralischen und materiellen Struktur der Menschheit wird „kein Stein auf dem anderen bleiben“. Denn damit auf dieser Erde der neue Mensch erscheint, ist es unumgänglich, dass jeder Flecken getilgt, jede Sünde beseitigt und nur das übriggelassen wird, was guten Samen enthält.

    34. Der Lichtglanz meiner Gegenwart und meiner Gerechtigkeit wird auf dem ganzen Erdkreis wahrgenommen werden, und angesichts jenes Lichts werden die Götzenbilder stürzen, werden die gewohnten Traditionen der Vergessenheit anheimfallen und die unfruchtbaren Riten aufgegeben werden.

    35. Ein neues Lied wird dem Geist all jener entspringen, die Mich nicht schauen konnten und die Mich schließlich doch sahen, weil sie Mich trotz ihrer Unvollkommenheiten suchten; und ihr wisst ja, dass, wer Mich sucht, Mich immer findet.

    36. Was die betrifft, die Mich geleugnet haben, die Mich gemieden haben, die meinen Namen verschwiegen haben, die meine Gegenwart leugnen, so werden diesen auf ihrem Weg jene Prüfungen zu Teil werden, die ihnen die Augen öffnen und sie gleichfalls die Wahrheit schauen lassen.

    37. Was liegt schon daran, dass Mich die einen unter unvollkommenen Vorstellungsweisen lieben und andere Mich leugnen, da Ich doch weiß, dass sie alle Bedürftige sind!

    38. Die große Schlacht steht vor der Tür, haltet alle eure Waffen bereit. An diesem Kampf werdet ihr alle euren Anteil haben, ihr alle werdet euer Saatkorn beitragen: Regierende, Geistliche, Wissenschaftler, Wohlhabende, Reiche und Arme — alle.

    39. Was blieb vom Tempel Salomons übrig, als die Stunde des Gerichts kam? Nur die Kenntnis des Gesetzes, das in die Gewissen geschrieben war. Riten, Traditionen, Opfer und Spenden — alles verschwand. Das Allerheiligste und der Altar wurden zerstört, aber das Gesetz und die Worte der Propheten blieben erhalten. Denn sie waren es, die die Menschheit auf ein neues Zeitalter vorbereiteten und die Felder reinigen mussten, damit der neue Same aufgehen würde.

    40. Jenes Jerusalem, das das israelitische Volk für unverwundbar hielt, wurde zerstört, ebenso wie der Tempel, der sein Stolz war. Dies geschah, weil Ich kam, um unter den Menschen zu regieren. Doch da mein Reich nicht von dieser Welt ist, war es notwendig, den materiellen Tempel zu zerstören, um das geistige Heiligtum im Herzen des Menschen zu errichten.

    41. Begreift nun, weshalb meine Apostel jener Zeit nichts im Materiellen erbauten, jedoch Tempel des Glaubens, der Tugend und Liebe in den Herzen errichteten, welche Wort, Geist, Werk, Wahrheit zum Ausdruck brachten. Gold, Weihrauch, Liturgie gab es bei ihnen nicht. Wenn sie ihre Hände auf die Kranken legten, genasen diese. Wenn sie von der Lehre Christi sprachen, errichteten sie Heiligtümer im Geist der Menschenscharen. Wenn sie vom Kreuz sprachen, blieb dieses wie ein Feuermal in den Geistwesen zurück.

    42. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, sage Ich euch noch einmal. Der Tempel des Heiligen Geistes hat keine materiellen Fundamente, hat keine Altäre auf der Erde.

    43. Wenn ihr in dieser Zeit die Zerstörung jedes äußerlichen Kultes, den die Menschheit errichtet, erblickt, werdet ihr viele angstvoll fragen sehen: „Warum ließ Gott dies zu?“ Sie werden sich die gleiche Frage stellen, wie es die Juden taten, als die Zerstörung ihrer Stadt geschah. Und mein Volk soll es sein, das darauf antwortet, das erklärt, das den Menschen offenbart, dass eine Neue Zeit angebrochen ist und ein neuer Same dabei ist, sich auszubreiten.

    44. Das Erdreich wird feucht und aufnahmebereit sein in Erwartung des Saatkorns meiner Sämänner. Wäre es recht, wenn dies Volk, nachdem die Menschheit frei von Fanatismus und materieller Anbetung ist, mit einer neuen Abgötterei daherkäme? Nein, geliebte Jünger und Schüler. Deshalb gibt es auch bei jedem Schritt auf eurem Weg Lektionen und Prüfungen.

    45. Groß ist eure Bestimmung! Lasst euch deswegen jedoch nicht von schlimmen Vorzeichen beherrschen, sondern seid vielmehr von Mut und Hoffnung erfüllt bei dem Gedanken, dass die Tage der Bitternis, die näher rücken, für das Erwachen und die Läuterung der Menschen notwendig sind, ohne die ihr den siegreichen Einzug der Zeit der Vergeistigung nicht erleben könntet.

    46. Lernt, euch über die Widrigkeiten hinwegzusetzen, lasst nicht zu, dass sich Niedergeschlagenheit eures Herzens bemächtigt, und achtet auf eure Gesundheit. Ermuntert das Gemüt eurer Geschwister, indem ihr von Mir sprecht und ihnen meine Lehre aufzeigt, welche Glauben und Hoffnung entzündet.

    47. Seht, wie niedergeschlagen viele Menschen leben. Es sind Wesen, die sich im Lebenskampf haben besiegen lassen. Seht, wie früh sie gealtert und grau geworden sind, das Gesicht welk und der Ausdruck melancholisch. Doch wenn die, die stark sein sollen, schwach sind, wird die Jugend dahinwelken, und die Kinder werden nur Trübsal in ihrer Umgebung erblicken.

    48. Ihr, Volk, beraubt nicht euer Herz all jener gesunden Freuden, die ihr, obschon sie flüchtig sind, genießen dürft. Esst euer bescheidenes Brot in Frieden, und wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet es dann wohlschmeckender und gehaltvoller finden.

    49. Entnehmt meinen Worten, dass das, was Ich von euch will, Zuversicht, Glaube, Optimismus, Ruhe und Stärke ist, dass es trotz eurer Mühsale und Plagen keine Bitterkeit in euren Herzen geben soll. Was an Liebenswürdigkeit oder Aufmunterung hättet ihr denen, die es benötigen, zu geben, wenn euer Herz von Leiden, Sorgen oder Unzufriedenheit erfüllt wäre?

    50. Gerade in euren Prüfungen sollt ihr das beste Beispiel von Erhebung, Glauben und Demut geben.

    51. Wer seinem Leben diese Vergeistigung zu geben vermag, fühlt immer Frieden, und selbst wenn er schläft, ist sein Schlaf ruhig und erholsam, was der Geist nutzt, um sich (vom Körper) zu lösen zum Jenseits hin, wo er jene göttlichen Ausströmungen empfängt, von denen er sich nährt und an denen er den Körper teilhaben lässt.

    52. Niemand sage, dass meine Prophetien euer Leben nur düster machen — im Gegenteil, mein Wort rettet euch aus den Finsternissen. Begreift, dass Ich euch vorbereitet habe, damit ihr euch in den Augenblicken des Kampfes nicht gebrechlich fühlt.

    53. Euer Gemüt darf nicht feige werden im Wissen, dass die Schlacht näher rückt, noch dürft ihr daran zweifeln, dass der Friede auf eure Welt zurückkehrt.

    54. Ich habe euch bereits gesagt, dass ihr am Ende einer Welt und am Beginn einer anderen seid. Der Planet wird weiterhin derselbe sein, die Natur dieselbe, das Licht auch dasselbe, aber die Art der Menschheit zu leben wird eine andere sein, ihre Ziele, ihre Kämpfe und ihre Ideale werden andere sein. Es wird Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit herrschen.

    55. Die Geistwesen, die in der Menschheit jener Tage inkarnieren, werden in ihrer Mehrheit derart dem Guten verpflichtet sein, dass, wenn Menschen auftauchen, die dem Bösen zugeneigt sind, diese sich, so mächtig sie auch seien, dem Licht der Wahrheit werden beugen müssen, das jene ihnen vor Augen führen — ganz im Gegensatz zu dem, was derzeit geschieht. Denn da die Verdorbenen in der Überzahl sind, haben sie aus dem Bösen eine Macht geschaffen, die die Guten erstickt, ansteckt und umfangen hält.

    56. Eure Welt wird weiterhin ein Prüfstein für Geistwesen sein, eine Welt des Kampfes und der Wiedergutmachung. Noch immer kann Mir eure Erde keine hochstehenden Geistwesen darbringen, die, wenn sie von hier scheiden, sich den Heimstätten der Gerechten nähern. Noch immer kann dies Erdental keine großen Geistwesen beherbergen, die kommen müssen, um auf ihr zu wohnen. Es ist eine Welt zum unaufhörlichen Reinkarnieren, weil die Geistwesen in ihrem nur langsamen Aufstieg begonnene Werke ohne Pflege, oder Schulden ohne Bezahlung, hinterlassen.

    57. Morgen wird Mir diese Erde in den Werken ihrer Bewohner schöne geistige Blumen darbringen, und diese werden die reifen Früchte zu Mir bringen, die sie nach einem Leben der Beharrlichkeit in der Liebe zum Vater und zu ihren Nächsten ernten.

    58. Habt ihr nicht daran gedacht, dass es morgen eure Kinder sein werden, die die Erde bewohnen werden? Und wünscht ihr für eure Kinder nicht etwas Besseres als das, was ihr erreicht habt? „Ja, Vater“, sagt Mir euer Herz. Da ihr diesen von Liebe und Barmherzigkeit durchdrungenen Gedanken in euch tragt, so säubert und ebnet ihren Weg. Ich will, dass sie die Spur eurer Schritte vorfinden, und dass sie das bescheidene Erbe einsammeln, das ihr ihnen hinterlasst, das von jenen Generationen in hohen Ehren gehalten werden wird.

    59. Es ist nicht von Bedeutung, dass eure Namen in Vergessenheit geraten, das Bedeutungsvolle werden eure Werke sein, weil diese unauslöschlich in den Weg eingeprägt bleiben werden, den ihr gebahnt habt.

    60. Wer wird diese Spur auslöschen können, da es meine Gerechtigkeit ist, die sie bewahrt und schützt?

    61. Seht, wie viele Geheimnisse euch der Spiritualismus erklärt, wie viele schöne Offenbarungen er euch beschert.

    62. Es sind die Strahlen, die das Buch der Sieben Siegel auf euren Geist herabsendet. Es ist die Stimme des Lammes, die spricht und den Inhalt des Sechsten Siegels bekanntmacht.

    63. In die tiefen Geheimnisse Gottes dringt nur das Lamm ein, um den Kindern des Herrn jene Weisheit zu offenbaren.

    64. Wenn einmal ihr, die Jünger der Dritten Zeit, bereits eine volle Kenntnis dessen habt, was ihr empfangen habt, werdet ihr euch unverzüglich aufmachen, um die gute Nachricht dieser Botschaft zu verbreiten, deren Inhalt für die ganze Menschheit bestimmt ist.

    65. Erkennt, dass es inmitten eines so großen Materialismus auch solche gibt, die sich an meine Verheißungen, zurückzukommen, erinnern, die Worte der Propheten studieren und die Ereignisse des Lebens erforschen, weil sie wissen wollen, ob Ich bald komme, ob Ich gegenwärtig bin, oder ob Ich da gewesen bin und bereits wieder wegging.

    66. Euch, die ihr Mich in dieser Kundgabeform erlebt und euch so lange Zeit darüber gefreut habt, sage Ich: „Habt Erbarmen mit den Menschen, euren Geschwistern.“

    67. Bereitet euch vor, damit ihr die Frohe Botschaft weitergebt, die von vielen mit Freude aufgenommen werden wird. Ich sage euch von vielen und nicht von allen, denn manche mögen euch sagen, dass ihnen das von Gott in der Ersten Zeit Offenbarte und das, was Christus den Menschen brachte, genügt. Gerade dann sollen eure von Mir bewegten und inspirierten Lippen den ungläubigen Menschen sagen, dass es notwendig ist, die neue Offenbarung kennenzulernen, um die ganze Wahrheit zu erkennen, die den Menschen in den vergangenen Zeiten von Gott gewährt worden ist.

    68. Wie werdet ihr euch euren Geschwistern vernehmbar machen können, ohne euch dem Spott und harten Urteilen auszusetzen? Indem ihr euch wie wahre Apostel und Überbringer dieser Wahrheit vorbereitet und dieses Licht in eurem Herzen tragt ‒ mit der Ermahnung, dass ihr es ohne Schatten und ohne Makel den Geistern der Menschheit übergebt.

    69. Nicht ihr werdet die Erlöser der Völker der Erde sein, aber ihr werdet mit dem Meister ‒ dem Erlöser und Retter dieser und aller Welten, von euch und von allen Geistwesen ‒ zusammenarbeiten.

    70. Ich will Mich an meinem eigenen Werk erfreuen, will Mich von all jenen geliebt und verstanden fühlen, denen der Vater einen Funken seines eigenen Geistes gab. Ich will, dass alle zu Mir gelangen, um ihnen von meinem Reich aus die Herrlichkeit des Göttlichen Werkes zu zeigen und sie alle bei dieser Betrachtung die höchste Glückseligkeit darüber erleben, dass sie den ganzen Weg zurückgelegt haben, der zum Herrn führt.

    71. Mein Werk ist ewig, die Beendigung meines Wortes unter euch wird kein Ende bedeuten, sondern vielmehr den Beginn eures Kampfes.

    72. Die Lippen der Stimmträger werden meine Stimme nicht mehr übermitteln, aber meine Inspiration wird Licht in deren Verstand bringen, um ihnen zu helfen, das Wort zu begreifen, das aus ihrem Mund kam, damit sie es den Menschenscharen auszulegen verstehen.

    73. Der Sinn der Kundgabe meines Geistes durch diese Verstandesorgane ist gerade der gewesen, dass ihr durch diese Unterweisungen lernen würdet, Mich später von Geist zu Geist zu suchen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 291

    1. Volk: Am Tage meines Abschieds werdet ihr eine Leere in eurer Umgebung fühlen. Ihr werdet euch schwach fühlen, weil ihr euch an dieses Wort gewöhnt habt, in dem ihr lange Zeit Stärke, Trost, Balsam und Wissen gefunden habt. Diese Kundgebung wird euch fehlen, die euch so viel Mut im Kampf gegeben hat.

    2. Doch wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr bereits ein größeres Verständnis hättet, würdet ihr diesen Tag gelassen erwarten, im Wissen, dass mein Geist sich nicht von euch trennen wird, und dass meine Inspiration euch keinen Augenblick lang fehlen wird.

    3. Erkennt, weshalb Ich euch so oft gesagt habe, dass ihr euch nicht an mein Wort gewöhnen sollt, dass ihr Mir nicht aus Gewohnheit zuhören sollt. Denn jene, die sich so verhalten haben, werden mit großem Schmerz in ihrem Herzen auf dies Wort verzichten müssen.

    4. Noch bleibt euch eine kurze Zeit, in der ihr viele Unterweisungen verstehen, euer Zögern beseitigen, euch in euren Vorsätzen bestärken könnt und eure Überlegungen anstellen und Erkenntnisse über die festen Grundlagen dessen gewinnen könnt, was euch mein Gesetz zubilligt.

    5. Erinnert euch daran, dass Ich euch gelehrt habe, alles abzulegen, was eine erzwungene Ausübung darstellt und alles was Routine bedeutet. Vergesst nicht, dass Ich eure Ausübung, Anbetung und Glaubensbekenntnisse vereinfacht habe und zugelassen habe, dass euer Gewissen das Steuerruder ist, das euer Boot lenken soll.

    6. Ich habe euch klar definierte Grundsätze gegeben, damit ihr keine Versuche mit ungewissen Lehren macht, auch wenn sie eurer Meinung nach als zulässig und gut erscheinen.

    7. Wer sein ganzes Vertrauen in mein Wort setzt, wird nicht straucheln, noch scheitern, und bald erntet er gute Früchte.

    8. Das Gesetz der Liebe, auf das die Nächstenliebe, das Verständnis und die Vergebung gegenüber euren Mitmenschen zurückzuführen sind, ist das Fundament, das Ich euch für eure geistige Mission inspiriert habe.

    9. Um meine Wahrheit zu erkennen, bedarf es nicht der menschlichen Gelehrsamkeit, noch der Kenntnisse der Menschen, die in ihren Büchern enthalten sind. Der Geist hat die Gabe und die Fähigkeit, die Wahrheit zu erahnen.

    10. Da mein Wort leicht verständlich ist und die Prinzipien meiner Lehre vollkommen klar definiert sind, braucht ihr nicht zu fürchten, dass unvorhergesehene Schwierigkeiten euch daran hindern, festen Schrittes euren Weg zu gehen.

    11. Ich habe in euren Herzen gelesen und habe festgestellt, dass ihr dieser Unterweisung, die Ich euch gebracht habe, treu bleiben wollt. Wacht und betet, vernehmt und denkt gründlich darüber nach, damit eure guten Vorsätze im Augenblick der Prüfung nicht durch irgendeine Schwachheit von euch zu Nichte werden. Erinnert euch daran, dass die Menschenscharen, die Jesus in der Zweiten Zeit nachfolgten und die den Anschein erweckten, dass sie Ihn verstanden hatten, ihren Meister in den Augenblicken der Opferung, in der entscheidenden Stunde allein ließen. Selbst die Apostel, die Ihm so nahe nachgefolgt waren, fühlten in jener Stunde ihre Kräfte und selbst ihren Glauben schwach werden.

    12. Der Grund dafür ist, dass die menschliche Natur schwach ist und ihr Unterstützung durch einen starken Geist benötigt.

    13. Trinkt daher vom Wein meines Wortes, damit ihr stark seid und dann, wenn die Prüfung da ist, beweist, dass ihr Jünger seid, die im Gebet und im Kampf, in der Meditation und in der Praxis gestählt worden seid.

    14. Sucht nicht die Verherrlichung meines Werkes durch prunkhafte Mittel oder öffentliche Kundgebungen, denn euer Triumph würde leicht zusammenbrechen, weil ihr ihn nicht auf festen Fundamenten errichtet habt.

    15. Beeindruckt eure Geschwister nicht durch Zeugnisse von wundersamen Heilungen oder scheinbaren Wundertaten, denn ihr würdet nur erreichen, euch gegenseitig mit Fanatismus anzustecken. Diejenigen, die wirklich die Wahrheit verkörpern, die eine aufrichtige Gottesverehrung darzubringen verstehen, die wirklich den Samen der Liebe säen und verbreiten, sind so schlicht, so bescheiden und demütig, dass sie unerkannt unter den anderen leben. Sie beten, und niemand weiß es. Sie heilen einen Kranken, und wenige oder niemand sieht sie. Sie weinen um eines Nächsten willen, doch ihre Tränen sind unsichtbar, weil sie sich, statt nach außen zu fließen, zum Vater erheben.

    16. Seid unbesorgt, Volk, Ich sage euch nicht, dass alles, was ihr tut, unvollkommen ist. Ich korrigiere nur alles Falsche, doch Ich nehme alles an, was ihr Mir an Gutem darbringt.

    17. Hier, in Gegenwart meines Wortes, hört mit Aufmerksamkeit dien Unterweisungen zu, damit ihr lernt und achtet sogleich bei den Handlungen eures Lebens auf die Stimme eures Gewissens, denn es wird euch sagen, ob ihr gut handelt, oder ob ihr schlecht handelt, ob ihr euren Auftrag erfüllt habt oder nicht. Wenn ihr dann euer Herz wegen des Leides eurer Geschwister weinen fühlt; wenn ihr die Wohltat, die ihr von Gott empfangt, mit den Notleidenden teilt; wenn ihr das menschliche Elend versteht und euch bemüht, es zu erleichtern, ohne eine Belohnung zu erwarten — dann werdet ihr Mir gerecht und werdet den Frieden fühlen können, den euch das Gewissen beschert.

    18. Jünger: Was muss der Spiritualist tun, um der Lehre, die er ausübt, in dieser Zeit der Tragödien, der Kriege und des Schmerzes zum Sieg zu verhelfen? Vereinigt euch untereinander und ihr alle mit Mir, damit eure Kraft und euer Licht sich auf der Welt spürbar machen kann.

    19. Seht euch die Menschheit an: gleichgültig gegenüber geistigem Fortschritt — nicht nur auf materiellem Gebiet, sondern auch innerhalb der Religionsgemeinschaften, in denen aus der Tradition und der Routine ein Gesetz gemacht wurde.

    20. Seht, wie selbst in diesen Zeiten der Wissenschaft und menschlicher Fortschritte der Mensch noch immer den Menschen tötet, Völker ihre Bande der Brüderlichkeit oder Freundschaft mit anderen Völkern brechen, und die Ansichten der einen mit denen der anderen in Konflikt geraten und aufeinanderprallen.

    21. Diese für das Göttliche scheinbar unfruchtbaren Felder sind dennoch für die geistige Saat geeignet. Macht euch auf und ihr werdet auf Schritt und Tritt das Verlangen nach Licht, das Elend, die Unwissenheit, den Schmerz in all seinen Formen erleben. Lasst eure Gedanken dorthin gelangen, sendet sie voll guter Wünsche, lichtvollen Ideen und geistiger Inspirationen. Lasst euer tief empfundenes, aufrichtiges Wort hören, das von Licht, Trost, Heilbalsam durchdrungen ist. Dann werdet ihr erleben, dass die Menschheit ein geeignetes Feld für die Arbeit eures Geistes ist.

    22. Arbeitet unermüdlich an eurem Tagewerk, und Ich versichere euch, dass der Friede, den ihr währenddessen durch die erfüllte Mission erfährt, noch größer sein wird, wenn euer Geist ins Jenseits geht. Doch denkt einstweilen nicht an Belohnungen.

    23. Wie armselig ist der Mensch, der noch immer denkt, dass der Geist dazu bestimmt ist, wegen seines kurzen Erdenlaufes im menschlichen Körper einen ewigen Lohn oder eine ewige Strafe zu erhalten!

    24. Mein Wort wird in dieser Zeit das Leuchtfeuer sein, das in die Finsternis der Menschheit Licht bringt. Ihr werdet nun erleben, wie diese Welt von heute — materialistisch, feindselig und selbstsüchtig — sich verwandeln wird, weil meine Lehre, manchmal heftig wie ein Unwetter und gelegentlich lind wie ein Lüftchen, das Unlautere wegfegen und der guten Saat Leben geben wird, damit die Menschen ihre Zukunft auf Fundamenten der Liebe und der Harmonie errichten.

    25. Wenn die Menschen dahin gelangen, universell an die Liebe zu denken, wird jeder danach trachten, sich zu vervollkommnen, den anderen besser gerecht zu werden und zu dienen. Jede Furcht vor Strafe wird unnötig sein, der Mensch wird nicht aus Furcht, sondern aus Überzeugung handeln. Dann erst wird sich die Menschheit geistig und intelligenzmäßig entwickelt haben.

    26. Bisher hat der Hochmut des Menschen ihn den geistigen Teil missachten lassen, und das Fehlen dieser Kenntnis hat ihn daran gehindert, vollkommen zu sein.

    27. Solange der Mensch nicht lernt, seine körperlichen und seine geistigen Kräfte in Harmonie zu erhalten, wird er nicht das Gleichgewicht finden können, das in seinem Leben bestehen soll.

    28. Mein Wort ist bei euch gewesen, Volk. Versteht es; wenn ihr jedoch irgendeinen Zweifel haben solltet, so betet, meditiert, ruft mein Licht an, und ihr werdet die Aufklärung darüber erhalten, was ihr zu wissen begehrt.

    29. Seid willkommen, Wanderer, die ihr im Glauben auszuharren verstandet, hier ist die Belohnung für euer unerschütterliches Vertrauen: Es ist mein Wort, auf das ihr so lange gewartet habt. Trinkt nun von ihm, bis ihr genug habt.

    30. Willkommen die, die an das Wort des Meisters glauben, denn sie werden die Verwirklichung meiner Verheißung erleben.

    31. Jetzt habt ihr das empfangen, worum ihr so lange Zeit gebeten habt. Morgen, wenn ihr vor den großen Menschenscharen steht, werdet ihr wirklich den Grund für meinen Ruf erfahren. Ich allein weiß, dass es viele Menschen gibt, die in Erwartung der Frohen Botschaft leben, und Ich will nicht, dass sie sterben, ohne zuvor mein Wort auf den Lippen meiner Zeugen vernommen zu haben. Es sind Hungernde und Dürstende, so wie ihr es gewesen seid. doch ebenso, wie Ich Mitleid mit euren Bedürfnissen hatte, so sollt ihr es mit ihnen haben.

    32. Die Welt wartet darauf, dass meine Stimme sie ruft; das Herz der Menschen, obschon dem Glauben abgestorben, erwartet, dass sich ihm die Stimme Christi naht und ihm sagt: „Steh auf und wandle“.

    33. Die Toten, die Blinden, die Kranken und die Parias bilden ein sehr großes Volk. Ich werde zu ihnen kommen, denn jene, die geistig oder körperlich leiden, sind am empfänglichsten für meine Gegenwart. Die Großen der Welt — jene, die Macht, Reichtümer und weltliche Herrlichkeiten haben, glauben Mich nicht zu benötigen und erwarten Mich nicht: Was könnte ihnen Christus denn geben, da sie doch sagen, schon alles zu haben? Etwa einige geistige Güter oder einen Platz in der Ewigkeit? Das interessiert sie nicht!

    34. Das ist der Grund dafür, weshalb Ich diese Scharen von Armen und Kranken an Leib und Geist gesucht habe, um meine Lehre bei ihnen kundzutun; denn sie sehnten sich nach Mir, sie suchten Mich. So war es nur natürlich, dass sie meine Gegenwart empfanden, als die Zeit kam, Mich aufs Neue der Menschheit zu zeigen.

    35. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird dieses unermesslich große Volk von Kranken, Armen, Unterdrückten und Parias sich bei meinem Ruf als das stärkste und unbesiegbarste Volk der Welt erheben. Keine menschliche Macht wird seine Stimme zum Schweigen bringen, wenn es sich erhebt und sagt: „Der Herr offenbart sich derzeit. Er sandte uns seine Botschaft, damit wir uns bereit machen würden, um Ihn von Geist zu Geist zu empfangen.“ So wird es in Wahrheit geschehen, denn die Botschaft zur Vorbereitung und meine Lehre ist es, die Ich durch dafür erwählte Stimmträger übermittle — eine Botschaft, die zu meinen Gesandten in den verschiedenen Teilen der Welt gelangen wird.

    36. Mein Wort auf den Lippen meiner Zeugen wird in den Herzen die gleiche Wirkung haben, wie es sie bei diesem Volk hatte, als es dasselbe direkt aus dem Mund des Stimmträgers vernahm. Aber ihr müsst euch vorbereiten, um mit Lauterkeit zu sprechen. Im Gebet und in der Nächstenliebe werdet ihr euch inspirieren können, und wahrlich, Ich sage euch, die Toten werden dann auferstehen, und die Ungläubigen werden bekennen, dass nur die Jünger des Heiligen Geistes so sprechen können.

    37. Ich bereite euch vor, denn ihr werdet einer Menschheit ohne Frieden, ohne Liebe, ohne Brüderlichkeit noch Harmonie begegnen. Ihr werdet ihr die göttliche Botschaft überbringen, zu deren Verbreiter Ich euch gemacht habe. Dann werdet ihr das Wunder der Erneuerung, das ihr bei euch (selber) sich vollziehen saht, sich bei den Völkern und Nationen wiederholen sehen, in die mein Wort gleichfalls gelangen wird, indem es die Ketten des Materialismus, der Abgötterei, des Lasters und der Unwissenheit zerbrechen wird.

    38. Eine große Mission werdet ihr in dieser Dritten Zeit durchführen müssen, wenn Ich euch einmal auf der Welt als Meister zurücklasse.

    39. Heute seid ihr das kleine Kind, das mein Wort empfängt, morgen werdet ihr der Jünger sein, der die Unterweisung studiert, und später der Meister oder Apostel, der die Lehre befolgt und lebt, die er empfangen hat. Vergesst nicht, dass euch die Schlichtheit meines Wortes den Beginn eurer Vergeistigung gab, damit ihr ihm niemals Überflüssiges beimengt.

    40. Vergleicht eure Gegenwart immer mit eurer Vergangenheit, damit ihr feststellen könnt, ob ihr vorangekommen seid, oder ob ihr im Stillstand verharrt. Wie viele Geistwesen sind aufgrund dieser Prüfung erwacht und haben ausgerufen: „Herr, wie ist es möglich, dass Ich so lange Zeit hindurch geschlafen habe? Wie konnte ich lethargisch (und) gleichgültig bleiben, während Du unter uns sprichst? Wie konnte ich Dich verneinen, da ich Dich doch in mir trage?“

    41. Der Kraft meines Wortes wird niemand widerstehen können, weil es die Macht hat, die Geistwesen zu erwecken, das härteste und gefühlloseste Herz fühlen und erbeben zu lassen. Ich musste euch nicht züchtigen, um euch zur Auftragserfüllung zu nötigen, auch wende Ich keine Gewalt an, um euch auf diesen Weg zu bringen, Ich habe euch nicht einmal durch Worte und Drohungen eingeschüchtert. Meine Stimme ist liebevoll und überzeugend gewesen, und sie hat Glauben, Vertrauen und Gehorsam in euch erweckt.

    42. In derselben Weise sollt ihr morgen zu euren Geschwistern sprechen, und dabei Liebe, nicht Ängste erwecken, denn dann wäre die Saat nicht wahrheitsgemäß.

    43. Mein Werk muss rein zur Menschheit gelangen, damit diese sich aufmacht, mein Gesetz zu erfüllen und das Kreuz ihrer Erlösung umarmt.

    44. Ich habe den Menschen, der ganzen Menschheit ein Versprechen gegeben, und Ich werde es halten, weil mein Wort das eines Königs ist. Ich werde ihr durch meine Jünger den goldenen Weizen meines Wortes senden, und dieses wird den Menschen zur Zurüstung dienen, damit sie sich bald der Zwiesprache von Geist zu Geist erfreuen können. Denn nach 1950 werde Ich Mich weder hier noch an irgendeinem anderen Ort noch einmal durch das Verstandesorgan eines Stimmträgers kundgeben.

    45. Vereinigt euch, Volk, denn die Prüfungen kommen. Die Feinde meines Wortes werden sich gleichfalls vereinigen, um euch zu bekämpfen und zu zerstreuen. Doch wenn ihr auf die Macht des Gebets vertraut und euch an meinem Wort stärkt, werdet ihr nicht besiegt werden. Eure Macht wird geistig sein, niemals wird sie auf dem Geld oder auf irdischer Macht beruhen.

    46. Nutzt diese Gelegenheit, Volk, wartet nicht auf andere Zeiten, denn sie werden niemals kommen, um euch das zu bringen, was ihr nicht zu nutzen verstandet.

    47. Setzt euch an meinen Tisch mit dem geistigen Verlangen, immer von dem Vielen, das euer Meister euch offenbart, zu lernen.

    48. Diese letzten Jahre meiner Kundgabe werden bei all denen, die das zu schätzen wissen, was durch meinen Geist in sie eingeströmt ist, unauslöschlich sein.

    49. Meine Jünger werden unermüdlich von all dem sprechen, was der Meister ihnen offenbarte und bekannt machte.

    50. Für die, die in einem Alltagstrott leben und ein Tag wie der andere und eine Lektion wie die andere ist, werden die Herrlichkeiten, die Ich für die letzten Tage meiner Kundgabe aufgehoben habe, unbemerkt vorübergehen. Sie werden auch nicht die Veränderung wahrnehmen, die von dem Zeitpunkt an stattfinden muss, an dem mein Wort endet. Denn sie haben niemals das Verlangen gehabt, aufzusteigen, noch haben sie die Entwicklung geliebt, welche Fortschritt und Vervollkommnung für den Geist ist.

    51. Ich muss so sprechen, damit jene erwachen, die noch schlafen. Denn Ich will nicht, dass ein Teil dieses Volkes das Heil erlangt, während der andere zugrunde geht. Mein Verlangen ist, dass ihr alle zum Licht empordringt.

    52. Jeder von euch wird ein offenes Buch für seine Geschwister sein, und auf dessen Seiten wird sich das widerspiegeln, was jeder in seinem Geist trägt. Die Seiten dieses Buches werden eure Werke sein, und wenn in eurem Wesen Vergeistigung, Liebe und Weisheit vorhanden sind, wird die Welt euch als die Initiatoren einer neuen Zeit erkennen, als die Herolde eines Zeitalters des Lichts und der geistigen Entwicklung. Wenn bei euch dagegen nur die Gottesverehrung aus Tradition und im Äußerlichen existiert, wird es in eurem Buch nur Fanatismus, Unwissenheit, Verwirrung und Finsternis geben. Für diese Letzteren wäre es viel besser, nicht von meinem Werk zu sprechen, solange in ihrem Verstand noch nicht das Licht aufgegangen ist. Denn ihr Same wird — statt wohltätig zu sein — für die Arbeit der anderen verderblich sein, auch wenn sie gute Absichten haben.

    53. Was habt ihr mit meinem Wort gemacht, oh Volk, dass Ich Mich genötigt sehe, zu diesem Zeitpunkt, da meine Kundgabe schon bald zu Ende geht, so zu euch zu sprechen?

    54. Ihr habt geschlafen, ihr Menschenscharen, weil ihr dachtet, dass diese Kundgabe ewig dauern würde, und dass sie keine andere Aufgabe hätte, als euch mit meinem Wort zu erfreuen und jemanden in Not zu salben, der zu euch kommen würde. Heute hat euch die Realität aufgeweckt: 1950 — das tausende Male als das letzte meiner Kundgabe angekündigte Jahr — steht vor der Tür.

    55. Wenige, sehr wenige sind es, die in Erwartung des Jahres 1950 wachen und sich auf die Prüfung vorbereiten, die für sie das Ende dieses Zeitabschnitts darstellen wird.

    56. Dieses Jahr wird nicht nur für dieses Volk von Bedeutung sein — nein. Wenn es für euch der Abschluss eines Zeitabschnitts und die Geburt eines anderen ist, wird es für die Kirchen ein Jahr des Gerichts und der Selbstbesinnung sein. Für die Wissenschaft und für die ganze Menschheit insgesamt wird es eine Zeit der Prüfung sein.

    57. Wenn dieses Werk sich verbreitet und die Menschen erfahren, dass Ich 1950 mein Wort zum letzten Mal durch das menschliche Verstandesorgan ertönen ließ, werden sie verstehen, dass alles, was sich in diesen Tagen in eurem Leben manifestierte, Rufe des Heiligen Geistes und Funken seines Lichts waren. Selbst die Theologen werden dann nachdenklich werden.

    58. Wacht und betet, ihr Menschenscharen. Denn obwohl die Stunde, in der Ich zum letzten Mal zu euch spreche, schon sehr nahe ist, bleibt noch Zeit, dass ihr durch eine aufrichtige Selbstbetrachtung zu einem Verständnis dessen gelangt, was nun geschieht, und dessen, was ihr in der Zukunft tun müsst.

    59. Dies ist eine Unterweisung zur Vorbereitung — eine weitere, die Ich euch gebe —, damit ihr bei dem Tagwerk, das ihr in Angriff nehmen müsst, nicht scheitert.

    60. Seid gesegnet, mein Volk. Ihr kommt im Verlangen nach meinem Wort, welches Trost und Nahrung für euren Geist ist. Ihr habt gelernt, ihm die Essenz, den Sinngehalt zu entnehmen und meinen Willen zu erkennen.

    61. Dies Wort, das euren Geist erweckt hat, der so lange Zeit geschlafen hat, ist heute eure Freude, und hat eure Herzen mit Frieden und Liebe erfüllt. Es hat die, die vor Kälte zitterten, eingehüllt, und hat die nach Licht Verlangenden mit Hoffnung erfüllt. Es ist die Offenbarung, die Ich für das Volk Israel und für die ganze Menschheit in meiner Schatzkammer aufbewahrte.

    62. In dieser Zeit habe Ich mit euch ebenso geredet, wie Ich im Jenseits mit den Engeln spreche. Ich habe bei eurem Geist keinen Unterschied gemacht, weil er im irdischen Tal lebt, zu dem Ich euch gesandt habe. Ihr alle werdet von Mir gleichermaßen geliebt. Ihr seid dabei, euch zu entwickeln, auf Mich zuzugehen. Denn am Ende des Weges erwarte Ich euch, und mein göttlicher Schoß verlangt nach eurer Gegenwart. Lernt den Weg kennen, damit ihr zum Vaterhaus, zum Herzen des Vaters, zum Geist eures Gottes gelangen könnt.

    63. Ich habe Mich euch kundgetan, weil ihr immer an den lebendigen Gott, euren alleinigen Gott geglaubt habt, der niemals schweigt, der sich nicht verbirgt, sondern der euch immer führt, berät und inspiriert. Dieser Glaube nährt euch und rettet euch. Wenn drei meiner Kinder Mich inmitten der Menschheit auf diese Weise suchen würden, würde Ich durch sie meine Wohltaten ausgießen. Doch Ich sehe, dass Mir große Menschenscharen zuhören und an Mich glauben. Das Volk Israel wird bald vollzählig sein — die 144.000, die Ich gekennzeichnet habe, werden am Fuß des Berges sein, in dem leuchtenden Tal, in der auserwählten Stadt. Dann wird meine Wonne groß sein.

    64. Wenn ihr euch zubereitet, werde Ich das ganze Wissen, das die Menschheit benötigt, in euch verströmen. Ich gebe euch eine große Vollmacht, damit ihr von meinem Kommen in der Dritten Zeit sprecht.

    65. Mein Wort hat euch viel nachdenken lassen. Ihr habt ein großes Studium begonnen und habt entdeckt, dass meine Lehre unendlich ist, dass der Horizont, den sie darbietet, täglich weiter wird, und dass ihr sie nicht in ihrer ganzen Wahrheit zu begreifen vermögt. Heute erhaltet ihr eine Unterweisung nach der anderen und könnt mein Wort vergessen. Doch der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr euch im richtigen Augenblick an jede dieser Unterweisungen erinnern werdet, und dann wird eure Überzeugungskraft groß sein.

    66. In der Ersten Zeit erwählte Ich den, der Mich auf der Erde zu repräsentieren hatte: Moses, und durch ihn offenbarte Ich meine Weisheit, meine Macht und meine Strenge. Ihr habt Mich soweit verstanden, wie es die geringe Entwicklung eures Geistes zuließ. Ich sprach durch den Mund der Patriarchen und der Propheten, und mein Wort drang in die Herzen. Das Volk erhielt meine Inspirationen und meine Gebote. Ich ließ euch die Wüste durchqueren, um euch eine große Lektion zu geben, und ihr habt euren Geist entfaltet und den Glauben und das Vertrauen in Mich erfahren.

    67. Nach langer Wanderschaft, nach Jahren der Geduld und der Erfahrung, habt ihr die Gefilde Kanaans betreten und habt die Verheißung verwirklicht gesehen, die mein Geist Tag für Tag wiederholte. Ihr habt das gesegnete und vorbereitete Land gefunden. Es war eine Oase des Friedens, die Ich euch übergab, damit ihr glauben und euch mehren würdet. Als ihr dann durch meine Abgesandten unterrichtet wart, seid ihr unter die Menschen gegangen und habt das Zeugnis von dem Bund, den Gott mit den Menschen schloss, weitergetragen.

    68. So habe Ich euch zu allen Zeiten durch meine Verheißungen ermutigt. In dieser Dritten Zeit habe Ich euch gesagt: Ich vertraue euch das Friedenswerk unter der Menschheit an. Ich werde es durch euch vollbringen, sobald ihr zubereitet seid. Doch nicht nur die gegenwärtige Generation wird daran mitwirken, eure Kinder und deren Nachkommen werden das Friedenswerk fortsetzen. Ich zeige dem Volk einen weiten Weg für die Durchführung dieser Mission.

    69. Denkt über die Aufträge nach, die Ich dem Volk insgesamt erteilt habe. Die Widrigkeiten, denen ihr auf eurem Wege begegnet, sind groß, und ihr müsst daher stark und kraftvoll sein, um zum Ziel eurer Bestimmung zu gelangen. Ihr müsst in Gemeinschaft mit dem Vater leben, im vollkommenen Gebet, und meine Gesetze beachten, ohne jemals in Fanatismus oder Mystizismus zu verfallen, weil ihr Mich nur im Tempel eures Herzens lieben werdet.

    70. Die Gabe des Wortes wird in allen sein, und so werdet ihr mein Werk leicht erklären. Ihr werdet die Herzen der Menschen trösten und ihnen das Brot geben, das sie benötigen. Ihr werdet die Krankheiten des Geistes und des Körpers heilen. Der Mensch leidet in dieser Zeit, weil er sich von der Erfüllung der göttlichen, moralischen und natürlichen Gesetze entfernt hat und im Truge dieser Welt Hilfe sucht. Er weiß nicht, dass der Ursprung seiner Krankheit in seinem Geist ist. Er hat bis heute nicht zum Urprinzip der Gesetze, der Ordnung, der geistigen Pflichterfüllung zurückkehren wollen, und ist nicht zu der Quelle zurückgekehrt, aus der alles Gute stammt. Solange er seinen Blick nicht demütig Mir zuwendet und die empfindsamen Saiten seines Herzens verhärtet bleiben, und nicht der Glaube sein Führer ist, werden die Menschen weiterhin dem Irrtum anheimfallen, werden sie weiterhin krank werden und zugrunde gehen. Euch jedoch, Volk Israel, lasse Ich voller Mut, Frieden und Heilkraft zurück, damit ihr diese in meinem Namen euren Geschwistern zuteilwerden lässt.

    71. Haltet einen Augenblick inne, um den rasenden Lauf dieser Welt in den Abgrund zu betrachten. Was sucht die Menschheit? Was sehe Ich in ihren Bestrebungen? Nur Schmerz, Verzweiflung und Tod. Die Stimme des Gewissens hat geschwiegen, und ihre Lampe ist erloschen. Sie erlebt den großen Tag ihrer Sühne, und ihr Schmerz ist groß.

    72. Haltet sie auf, Volk, bevor sie noch tiefer fällt! Kämpft mit eurem Gebet und euren Gedanken. Lehrt durch das Vorbild, und wenn euch Prüfungen treffen, so gebt Zeichen eures Glaubens und eurer Hoffnung und entdeckt in ihnen nur einen Anlass, um euren Geist zu läutern. Seid einfach bei all eurem Tun, damit eure Geschwister euch verstehen können, macht euer Leben nicht kompliziert. Seid sanftmütig wie Jesus und einfach wie Kinder und Greise, denn diese Tugenden sind ein Zeichen von Vergeistigung.

    73. Seid auch wie der Landmann, der sich an seiner Saat erfreut, der in Verbindung mit seinem Gott lebt. Der Landmann betet, wenn das Licht eines neuen Tages erstrahlt, an dem er ein neues Tagewerk vollbringen wird; und am Mittag als auch am Abend, wenn die Sonne untergeht, erhebt er erneut seinen Geist, um für alles zu danken, was sein Herr ihm gewährt hat. Für ihn ist alles, was er empfängt, herrlich und vollkommen. Die Sonne, das Wasser, alle Elemente sprechen zu ihm von seinem Gott, und in ihnen liebt er Ihn, sucht er Ihn und erblickt er seine Gegenwart. Seid ihr ebenso Arbeiter auf der geistigen Flur.

    74. Ich habe euch in dieser Zeit kein materielles Ackerland zur Bebauung gegeben. Eure Hände sind nicht imstande, Furchen zu ziehen, um in ihnen materiellen Samen zu versenken. Aber Ich habe euch Sämänner meines Wortes in die Herzen genannt. Euer Tagewerk ist geistig, Ich habe euch alles Notwendige für eure Arbeit gegeben — das Licht, die Liebe, das Wort. So habe Ich einige meiner Kinder sich an ihrer eigenen Aussaat erfreuen sehen.

    75. Meine Wohltaten sind nicht unbeachtet an ihnen vorübergegangen. Immer haben sie diese von Mir erhofft, und in den Augenblicken der Prüfung haben sie gesagt: „Der Herr prüft mich, um meinen Glauben zu sehen.“ Ihr habt den Schmerz nicht Feind genannt, und seid der zahllosen Prüfungen, die Ich euch gesandt habe, nicht überdrüssig geworden.

    76. Geliebtes Volk, ihr wisst, dass ihr in Mir lebt, und Ich alle eure Handlungen lenke, dass meine Barmherzigkeit euch gerade in dem Augenblick erhebt, in dem die Prüfung in eurem Herzen Früchte der Selbstbetrachtung und der Stärke hinterlässt. Ihr habt mein Wort und meine Gesetze kennengelernt und wisst, dass es neben meiner Liebe und meiner Güte auch meine Gerechtigkeit und meine Strenge gibt. Wenn ihr sündigt, müsst ihr die Folgen eurer Verfehlung erleiden.

    77. Ich spreche täglich zu den Menschenherzen, aber die Menschheit hat meine Sprache nicht verstehen wollen. Israel hat mit Mir gesprochen, aber ein großer Teil der Menschen lebt fern von Mir. Ihre Anbetung ist unvollkommen, doch mein Licht und meine Gerechtigkeit bewegen heute die Herzen, und sie beginnen zu erwachen und sich daran zu erinnern, dass es über ihnen einen Gott gibt, der immer liebevoll auf sie blickt. Die Menschheit ist ins Chaos gestürzt, und den Menschen gelingt es nicht, ihre Probleme zu lösen. Ihre Gesetze haben sich gegen sie gewandt, weil diese Gesetze auf die unvollkommenen Wissenschaften und den Materialismus gegründet waren, den Ich zerstören werde. In kurzer Zeit wird ein Zeitalter des Lichts für den menschlichen Geist erstrahlen. Die Menschen werden Mir gehorchen und meinen Willen respektieren. Ich sende die Schutzengel, damit sie deren Schritte zu Mir lenken.

    78. Ich habe zugelassen, dass die Geistige Welt für kurze Zeit mit den Menschen kommuniziert. Ihr Geist, der ebenso begrenzt ist wie der eure, hat sich voll Reinheit und Erhebung kundgetan. Sie sind herabgekommen, um euch bei dem großen Kampf der Dritten Zeit beizustehen, und ihr habt sie deutlich wahrgenommen. Ihr segensreicher Einfluss hat viele Herzen bekehrt, und ihr Beispiel ist wahrhaftig.

    79. Ich segne die geistigen Arbeiter — die Arbeiter, welche die Gabe entfaltet haben und diesen Geistwesen erlaubt haben, sich kundzugeben. Denn die einen wie die anderen haben in meinen Augen Verdienste. Sie werden sich euch bis 1950 kundtun. Danach werden sie euch für immer beistehen, denn dies ist ihre heikle Mission. Der Mensch benötigt einen geistigen Führer. Der göttliche Führer steht über allen Geistern und der bin Ich. Doch auf der Erde habe Ich allen Menschen einen Engel zugeteilt. Wie sehr haben sie um euretwillen gelitten! Wie oft haben sie auch geweint, wenn sie die Härte des Menschenherzens betrachtet haben! Aber sie lieben Mich und erfüllen geduldig ihre Aufgabe.

    80. Jetzt ist der Beginn der Zeit des Heiligen Geistes, in der die Geistwesen, die andere Täler bewohnen, sich euch kundgeben — in der alle Grenzen niedergerissen sind, und in der ihr euch gleichfalls zu Mir erheben könnt, und Ich zu euch komme und Mich durch das menschliche Verstandesvermögen kundtue und in eurer eigenen Sprache zu euch spreche.

    81. Nach 1950 werde Ich nicht mehr in dieser Sprache zu euch sprechen, Ich werde in einer höheren Ausdrucksweise zu euch sprechen, die ihr nach und nach kennenlernen werdet — in jener Sprache, in der keine materiellen Worte mehr nötig sind. Ihr seid das spiritualistische Volk, das in dieser Zeit meine Lehre empfangen hat. Daher verlange Ich von euch Vergeistigung, damit euer Geist sich offenbaren kann und weder auf seinem Weg, noch in seinem Gebet, noch bei seinen geistigen Handlungen irgendeine Störung erlebt, sondern auf seinem Weg frei ist und zu Mir kommen kann. Ich habe zu euch viel von geistiger Zwiesprache gesprochen, habe euch gesagt, dass ihr sie auf eine erhabene Weise ausüben werdet, und ihr nach dieser Sehnsucht streben werdet.

    82. Ich lasse euch als Licht der Nationen zubereitet zurück! Bereitet euch vor! Mein Wort dieser Zeit soll das Testament sein, das beste Buch, das es gibt — mehr noch als in euren Händen in euren Herzen, denn Ich habe die vollkommene Wissenschaft offenbart habe.

    83. So, wie Ich für euch in der Zweiten Zeit mein Leben hingab und mein Körper wie ein Lamm geopfert wurde, so werde Ich Mich in der Dritten Zeit für jeden Geist als Licht darbringen. Wohl dem Jünger, der sich zubereitet und Mich versteht, denn sein Herz wird eine ewige Heimstatt für Mich sein.

    Mein Friede sei mit Euch!

  • Unterweisung 290

    1. Gott ist Licht, Liebe, Gerechtigkeit. Jeder, der in seinem Leben diese Eigenschaften offenbart, wird seinen Herrn repräsentieren und ehren.

    2. Ihr alle, vom Kleinsten und Geringsten bis zum Hochstehendsten, müsstet wissen, was Gerechtigkeit, Liebe und Weisheit ist. Ihr alle müsst verstehen, dass das Göttliche Gesetz unwandelbar ist, damit ihr es liebt und nicht bittet, dass Ich euer Schicksal ändere.

    3. Wisst: Wenn euer Vater, der Schöpfer, niemals eines seiner Gesetze ändert, so habt ihr nicht das geringste Recht, es zu tun.

    4. Euer Geist ist glücklich, weil er sich jetzt zu entwickeln vermochte. Denn jedes Mal, da er zur Erde kommt, um zu inkarnieren, bringt er ein Wissen aus früheren Leben mit, und das Licht, das er im Geistigen Tal empfängt, ist Erfahrung, ist ein Leuchtfeuer, das seinen Entwicklungsweg erhellt.

    5. Die Kenntnis des Lebens ist die wahre Wissenschaft, ist das ewige Licht des Geistes, und diese ganze Erfahrung zusammen ist Wissen, das ihr nach und nach erwerbt.

    6. Am Ende wird der einzige Schatz, den der Geist bewahrt, das im Lebenskampf errungene Wissen sein. Deshalb sage Ich euch, dass ihr dieses Licht, das euer Erbe ist, nicht in nutzlosen Werken vergeuden sollt, sondern nur für gute, hochstehende und edle Werke verwenden sollt. Ein Gleichnis dafür, das Ich euch sage, könnt ihr im Geld der Welt finden, das — gut angewendet — Segen ist, wenn jedoch verschwendet nur Übel verursacht.

    7. Auch müsst ihr lernen, nicht zu verzweifeln, wenn die Läuterung nur langsam vorübergeht. Denn gerade dann werden viele Tugenden des Geistes im Herzen auf die Probe gestellt, dann kann der Mensch in sich das wahre Gebet entdecken — jenes, das sich von Geist zu Geist vollzieht, schweigend, im Stillen. Dann könnt ihr die Stimme eures inneren Wesens vernehmen — jenes Geistes, den ihr, obwohl er der eure ist, nicht kennt. Ich muss aus diesem Volk ein Heer bilden und muss aus vielen von euch Führer machen — aber nicht Führer im Sinn von irdischer Macht, nicht für den brudermörderischen Krieg, sondern als Soldaten, um dem Licht eine Bresche zu schlagen, um mit Frieden und Überzeugungskraft zu siegen; um zu zerstören, ja, aber um das Schädliche zu zerstören und das Gute aufzurichten.

    8. Ihr sagt in euren Herzen: „Gott ist Gerechtigkeit.“ Dann frage Ich euch: Wenn ihr versteht, dass Gott vollkommene Gerechtigkeit und Weisheit ist — warum verlangt ihr dann manchmal, dass die göttlichen Gesetze abgeändert werden?

    9. Ihr urteilt oberflächlich, als ob ihr Kinder wärt, und bedenkt dabei nicht, dass die Prüfungen, die euch geißeln, euer Werk sind. Wenn sie sich daher über euch entladen, wünscht ihr, dass sie von euch weichen, dass das Schicksal abgeändert wird, um nicht zu leiden, um den bitteren Kelch nicht länger zu trinken. Der Grund dafür ist, dass ihr mit eurem geistigen Blick nicht in die Wirklichkeit eindringen könnt, um zu begreifen, dass alles, was ihr erntet, ihr selbst gesät habt und dass ihr euch jedes Leid selbst zugezogen habt.

    10. Nein, ihr habt nicht verstanden, in die Wahrheit einzudringen, und wenn daher der Schmerz in euer Herz dringt, haltet ihr euch für Opfer einer göttlichen Ungerechtigkeit. Doch Ich sage euch, dass in Gott nicht die kleinste Ungerechtigkeit existieren kann.

    11. Die Liebe Gottes ist unveränderlich, unwandelbar und ewig. Wer daher glaubt, dass der Göttliche Geist von Zorn, Grimm und Wut ergriffen werden kann, erliegt einem großen Irrtum. Solche Schwächen sind nur in menschlichen Wesen vorstellbar, wenn ihnen die Erhebung des Geistes und die Herrschaft über die Leidenschaften fehlen.

    12. Zuweilen sagt ihr Mir: „Herr, weshalb müssen wir die Folgen von Werken bezahlen, die nicht unsere sind, und weshalb müssen wir die bittere Frucht ernten, die andere erzeugt haben?“ Darauf antworte Ich euch, dass ihr davon nichts versteht, weil ihr nicht wisst, wer ihr früher gewesen seid und welches eure Werke waren.

    13. Wie sehr haben all jene die Wahrheit meiner Gerechtigkeit verfälscht, die eine Lehre voller Ängste, Strafen und Unwissenheit predigen! Doch kennt ihr den Grund für diese Handlungsweise? Weil sie Herrschaft über die anderen benötigen, weil sie keine Demut kennen und stattdessen genug Eitelkeit haben, um sich Besitzer der Wahrheit und Bevorzugt zu nennen.

    14. Sie predigen die Unwissenheit und schüchtern ein, um ihre Stellung als Privilegierte nicht zu verlieren.

    15. Nur mein Licht und mein Erbarmen werden die großen Menschenmassen vor dem Verderben und der Finsternis retten können, in die sie geführt werden.

    16. Ich tadle jene, die einen blinden Glauben predigen, einen Glauben ohne Erkenntnis, einen durch Ängste und Aberglauben erworbenen Glauben.

    17. Hört nicht auf die Worte derer, die alle Übel, die die Menschheit quälen, alle Plagen, Hungersnöte und Seuchen Gott zuschreiben, indem sie diese als Strafen oder Zorn Gottes bezeichnen. Das sind die falschen Propheten.

    18. Wendet euch von ihnen ab, denn sie kennen Mich nicht und wollen doch die Menschen lehren, wie Gott ist.

    19. Da habt ihr die Frucht der schlechten Auslegung, die man den Schriften vergangener Zeiten gegeben hat, deren göttliche Sprache noch nicht im Kern der menschlichen Sprache entdeckt wurde, mit der die Offenbarungen und Prophetien niedergeschrieben wurden. Viele sprechen vom Ende der Welt, vom Jüngsten Gericht, vom Tod und von der Hölle ohne die geringste Kenntnis der Wahrheit zu haben.

    20. Ich kannte das Verlangen nach Licht, das die Menschen schließlich haben würden, und so verhieß Ich ihnen seinerzeit, zurückzukehren, indem Ich ihnen sagte, dass Ich ihnen den Geist der Wahrheit senden würde — ein Versprechen, das Ich gehalten habe und das unaufhörlich, täglich und bei jedem von euch in Erfüllung geht. Doch wenn ihr jenen, die behaupten, alles richtig auszulegen, sagen würdet: „Wisst, dass der Meister im Geist gekommen ist, um zu euch über seine Lehre zu sprechen“ — meint ihr, Jünger, dass sie euch glauben würden? Erkennt, weshalb Ich euch sage, dass eure Zurüstung sehr groß sein muss, damit, wenn ihr auf Verblendete, Törichte, Fanatiker trefft, ihr nicht wankt, sondern mit der wahren Gabe des Wortes und genügend zubereitet, um die geistige Inspiration zu empfangen, die Verstandesorgane zu erleuchten, die Geister zu erschüttern und die Herzen zu bewegen versteht.

    21. Meine Lehre ist anders. Ich habe euch gesagt: Es gibt keinen Tod, die Ewigkeit ist es, die euch erwartet. Es gibt kein ewiges Feuer noch eine Strafe für den Sünder; es gibt Läuterung, Prüfungen, Erleuchtung.

    22. Alles wandelt sich unaufhörlich und geht auf die Vollkommenheit zu. Ein Beispiel dafür habt ihr an euch, da ihr euch mit den Lebensaltern, die ihr in eurem Leben durchlebt, verwandelt und danach nicht mehr da seid, um dann wiederzukommen und einen Schritt nach vorne zu machen.

    23. Der Vater wird sein Werk nicht unvollendet lassen. Wie könnt ihr meinen, dass Er eines Tages das zerstören würde, was Er geschaffen hat, um es zur Vollkommenheit zu bringen?

    24. Betet und lasst den Vater euch seine Lektionen so zukommen, wie es sein Wille ist. Denn ihr wisst nicht, was ihr verdient, was euch Not tut, was euch zuträglich ist. Lasst eure Sache in seinen Händen und empfangt mit Sanftmut und mit Wohlgefallen das, was Er euch auch geben mag.

    25. Ihr seht, wie anders die Wahrheit ist. Wenn ihr schon in eurem Herzen Furcht haben müsst, soll dies keine Furcht vor Mir sein, sondern vor euch, vor euren Werken, denn deren Folgen werdet ihr nicht entrinnen können. Ich gewähre euch, dass euer Geist, von der Betrachtung des Unendlichen hingerissen, für kurze Zeit in jenem Zustand verweilt, um jenen Frieden zu genießen, den er auf Erden noch nicht finden kann.

    26. Jünger: Obwohl ihr auf der Welt lebt, könnt ihr ein geistiges Leben führen. Denn ihr sollt nicht meinen, dass die Vergeistigung darin besteht, sich von dem abzukehren, was der Körpermaterie gemäß ist, sondern darin, die menschlichen Gesetze mit den göttlichen Gesetzen in Übereinstimmung zu bringen.

    27. Gesegnet sei, wer meine Gesetze studiert und sie mit den menschlichen Gesetzen zu einem einzigen zu vereinen versteht, denn er wird gesund, stark, erhoben und glücklich sein.

    28. In dieser Zeit durchlebt die Menschheit eine Epoche des Scheiterns und der Verirrungen, der Krankheiten aller Art aufgrund ihres Abweichens von den Gesetzen. Aber wenn sie am meisten verwirrt ist, kommt mein Gesetz als Licht zu den Geistern und ruft die Menschen auf den Weg des Friedens.

    29. Meine Offenbarung dieser Zeit ist ein neues Kapitel des Buches meiner Weisheit, es ist ein neues Siegel, das von jenem Buch gelöst wurde, dessen Inhalt sich nun ergießt, die Geister läutert und befreit und die Menschen erneuert.

    30. Seht ihr diese Welt, die keine Anzeichen dafür zeigt, dass sie durch ein göttliches Licht erhellt wird? Wahrlich, Ich sage euch: Obwohl die Menschen noch keine großen Beweise dafür geben, dass sie das, was mein Licht ihnen inspiriert, verstehen, wird es keinen einzigen Geist geben, der nicht erwacht ist.

    31. Volk, die Kundgebung meines Wortes unter euch ist sehr unscheinbar. Doch wenn die Menschheit diese Botschaft kennen würde und sich vornähme, sie zu befolgen, so wäre sie auf dem Weg zum Heil.

    32. Ich musste Mich unter den Armen kundgeben, im Schoß eines Volkes, das nicht mit Überlegenheit prahlte, welches aber geistig Empfindsamkeit für meine Gegenwart und meine Inspirationen hatte — eine Empfindsamkeit, die Ich in den Völkern und Nationen, die sich groß, stark und Herren der Erde nennen, nicht gefunden habe. Das, was Ich über euch, Volk, sage, dürft ihr nie als Argument verwenden, um mit geistiger Überlegenheit über die anderen zu prahlen. Denn ihr müsst wissen, dass der, der in Eitelkeit verfällt, stehenbleibt und nicht vorankommt. Wer dagegen demütig ist, schreitet unablässig voran, da er immer glaubt, nur wenig getan zu haben.

    33. Begnügt euch nicht damit, dieses Wort zu hören, sondern beobachtet auch alles, was auf eurer Welt und in eurer Umgebung geschieht, damit ihr fortwährend die Erfüllung all dessen erkennen könnt, was Ich euch in meinem Wort ankündige.

    34. Seht wie die Prüfungen kommen, wenn ihr schlaft, um euch wachzurütteln und euch zu sagen, dass jetzt eine Zeit ist, in der ihr wachsam leben müsst.

    35. Bald werdet ihr keine stammelnden Jünger mehr sein und zu mitreißenden Meistern werden, auf deren Weg es Kämpfe, Hinterhältigkeiten und Nachstellungen geben wird. Aber selbst in den dunkelsten Nächten dieser Menschheit werdet ihr das unauslöschliche Licht meiner Wahrheit strahlen sehen.

    36. Meine Boten werden sich über die Erde verbreiten, und der Spiritualismus wird auf den Materialismus der Menschen als ein Regen des Friedens, als ein wohltuender Tau niedergehen.

    37. Diese törichte und für jede geistige Stimme taube Welt wird noch an mein Kommen in der Dritten Zeit glauben und meine Botschaft lieben. Aber ihr, Volk, habt die Pflicht, euren Geschwistern ein Beispiel von Glauben und von Gehorsam zu geben, das Ermutigung und Anreiz auf dem Weg der Menschheit sein soll.

    38. Erfüllt eure Aufgaben als Geistwesen und als Menschen auf der Erde. Die Gesetze und den Weg kennt ihr bereits.

    39. Gebt eurem Herzen Freiheit, damit es den Schmerz der anderen mitzufühlen beginnt. Lasst es nicht nur damit beschäftigt und bemüht sein, ausschließlich das zu fühlen, was eure Person betrifft. Seid nicht mehr gleichgültig gegenüber den Prüfungen, die die Menschheit durchlebt.

    40. Wann wird eure Liebe so groß sein, dass sie viele Mitmenschen umfassen kann, um sie zu lieben, wie ihr jene liebt, die euer Blut in sich tragen und Fleisch von eurem Fleisch sind? Wenn ihr wüsstet, dass ihr es mehr dem Geist als der Körpermaterie nach seid, würden es viele nicht glauben. Doch Ich sage euch: Gewiss seid ihr mehr dem Geist als eurer Körperhülle nach Geschwister, denn der Geist gehört der Ewigkeit an, während der Körper vergänglich ist.

    41. Bedenkt also die Tatsache, dass die Familien hier auf Erden heute entstehen und sich morgen wieder auflösen, während die geistige Familie für immer existiert.

    42. Heute seid ihr noch nicht imstande, diese Unterweisungen zu fühlen oder zu leben. Aber ihr müsst euer Herz nach und nach verschenken, bei der Erfüllung der ewigen Bestimmung, einander zu lieben.

    43. Wenn eure Schritte auf dem Weg geistiger Brüderlichkeit sicherer zu werden beginnen, werden eure Lippen Unterweisungen auszusprechen beginnen, die euch selbst noch unbekannt sind, und tiefgehende Offenbarungen.

    44. Denen, die Mir treu sind, den Starken, denen, die sich wirklich zubereiten — ihnen werde Ich diese Botschaft, dieses Wort anvertrauen, damit sie es rein erhalten, damit sie es verteidigen und vor fremden Beimischungen bewahren. Denn meine Lehre soll die Menschheit bekehren. Doch wenn ihr ihr andere Vorstellungen beimengt und die Wahrheit verbergt, wird die ganze Überzeugungskraft und alles Licht auf euren Lippen und in euren Werken verlorengehen. Seht, wie Ich über euch wache, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Doch euch kommt es zu, zu beten und euch anzustrengen, um nicht zu fallen.

    45. Bald werdet ihr dies Wort nicht mehr vernehmen, und dem Anschein nach werdet ihr allein sein, ohne Hirte auf dem Weg des Lebens. Aber Ich bereite euch vor, damit ihr vom ersten Augenblick an nach dem Abschiedsgruß dieser Kundgebung wisst, dass mein Geist euer Führer sein wird, dass mein Licht in eurem Gewissen strahlen wird, um euch zu ermutigen.

    46. Im Lauf der Zeit werden viele von denen, die dieses Werk bisher herabgewürdigt haben, mit großer Reue darüber klagen, dass sie ihren Auftrag nicht erfüllt und die kostbare Zeit vergeudet haben. Doch Ich werde denen, die von Herzen bereuen, sagen: „Hier ist mein Werk, hier ist eure Aufgabe, erhebt euch, um sie zu erfüllen, denn noch ist Zeit dazu.“

    47. Weh denen, die in ihrer Dummheit oder in ihrem Stolz den Tag ihrer Reue hinauszögern! Denn wenn sie statt Weizen Disteln säen — was wird dann ihre Ernte sein?

    48. Ich lese für euch gerade im Buch der Zukunft, damit ihr erfahrt, wie ihr wandeln und wirken sollt.

    49. Mein Reich naht sich euch. Daher habe Ich euch mein Wort gesandt, um euch vorzubereiten, und habe Ich euch den Geist Elias‘ gesandt, um euch zu vereinigen und zu reinigen.

    50. Ich bin der Weg, und auf ihm werdet ihr alle zu Mir kommen.

    51. Die Dritte Zeit, in der ihr jetzt lebt, ist die Zeit der Aufdeckung großer Geheimnisse.

    52. Gelehrte und Theologen werden ihre Kenntnisse berichtigen müssen angesichts der Wahrheit, die Ich euch derzeit offenbare: Dies ist die Zeit, in der die Menschen ihre Augen dem Licht meiner Weisheit öffnen sollen — einem Licht, das Ich in eine Lehre umgewandelt habe, damit ihr durch sie geistig zum wahren Leben aufersteht.

    53. Nun soll die Welt die Wahrheit über die Auferstehung des Fleisches erfahren, welches die Reinkarnation des Geistes ist.

    54. Reinkarnieren bedeutet: zur materiellen Welt zurückkehren, um von Neuem als Mensch geboren zu werden; das Auferstehen des Geistes in einem menschlichen Körper, um seine Mission fortzusetzen. Dies ist die Wahrheit über die Auferstehung des Fleisches, von der eure Vorfahren gesprochen haben, wobei sie ebenso verdrehte wie absurde Auslegungen gegeben haben.

    55. Die Reinkarnation ist ein Geschenk, das Gott eurem Geist gewährt hat, damit er sich niemals auf die Armseligkeit der Materie beschränkt, auf seine flüchtige Existenz auf der Erde, auf seine natürlichen Unzulänglichkeiten, sondern der Geist kann — da er einer höheren Natur entstammt — so viele Körpermaterien gebrauchen, wie er für die Durchführung seiner großen Aufgaben in der Welt benötigt.

    56. Durch diese Gabe beweist der Geist seine unermessliche Überlegenheit über das Fleisch, über den Tod und über alles Irdische, indem er den Tod überwindet, einen Körper nach dem andern und alle überlebt, so viele ihm auch anvertraut wurden. Er ist Überwinder der Zeit, der Widerstände und der Versuchungen.

    57. Das Licht des Spiritualismus offenbart nun der Welt die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Vernunft und die Liebe, welche der geistigen Gabe der Reinkarnation innewohnen. Dennoch wird die Welt diese Offenbarung zunächst hartnäckig bekämpfen und ihr den Anschein einer fremdartigen und falschen Lehre geben, um den Menschen guten Glaubens Misstrauen einzuflößen.

    58. Unnütz und vergeblich werden die Anstrengungen sein, die die Konfessionen machen, um ihre Gläubigen in den eingefahrenen Geleisen alter Glaubensvorstellungen und unzeitgemäßer Glaubenssysteme zu erhalten. Denn niemand wird das Göttliche Licht aufhalten können, das bis zum Grund menschlichen Denkvermögens vordringt und den Geist für ein Zeitalter der Offenbarungen, göttlicher Eingebungen, der Erhellung von Zweifeln und Geheimnissen, der geistigen Befreiung erweckt.

    59. Auch wird niemand die Flut aufhalten können, welche die Menschheit bilden wird, wenn sie im Verlangen nach ihrer Freiheit des Denkens, des Geistes und des Glaubens aufbricht.

    60. Niemand soll glauben, dass Ich den verschiedenen Religionsgemeinschaften ihre Zöglinge, Gläubigen oder Anhänger entreiße — nein. Aber die Stunde ist gekommen, in der eine neue Zeit ihren Anfang nimmt, vergessene Lektionen ans Tageslicht bringt, unnütze Bräuche, Glaubenslehren und Traditionen beseitigt, die Geistwesen von allem Falschen reinigt und entledigt, um ihnen das wahre Brot des Geistes zu geben, das immer durch den Ritus ersetzt worden ist.

    61. Durch dieses Licht werden die Menschen sich vereinigen, die Völker sich versöhnen, die Feinde einander vergeben, und durch dasselbe wird man die Essenz der Lehre verstehen, die Ich euch seit fast 2000 Jahren mit Worten und Werken lehrte.

    62. Erscheint es euch unwahrscheinlich, dass die Menschheit dieser Epoche das Geistige versteht? Dann lasst die Menschheitsgeschichte an euch vorüberziehen, unterstützt durch die Intuition und durch das, was euer Geist euch offenbart, damit ihr wisst, dass es eine Epoche gab, in der — nachdem die Völker der Erde in einen Abgrund von Hass, Lastern, Unwissenheit, Aberglauben und Fanatismus gestürzt waren — sich daraus Menschen emporschwangen, die von Christus inspiriert und von Glauben und Liebe erfüllt waren und sich wie ein unaufhaltsamer Strom aus Licht und Hoffnung über die Nationen und Länder verbreiteten.

    63. Christus war auf den Lippen von Jüngern und Märtyrern, die lebten, um den göttlichen Samen der Liebe zu säen und zu verbreiten. Christus offenbarte sich der Welt durch seine Diener und lebte in jedem Herzen jener, die Ihn in seiner göttlichen Passion liebten.

    64. Kurz war die Zeit, in der jener Friede und jene Harmonie in den Völkern und Nationen der Erde Frucht trugen, weil das Unkraut der Undankbarkeit und der Gottlosigkeit wieder die Felder bedeckte. Aber in den Tagen der Vergeistigung, der Harmonie, des Verständnisses und der Brüderlichkeit — wie viel Frieden, Inspiration und Licht gab es unter den Menschen! Wenn jene Harmonie und jene Vergeistigung einmal zur Essenz eures Lebens werden — könnt ihr euch das Ausmaß vorstellen, in dem sich meine geheime Schatzkammer auf den Geist der Menschen ergießen wird?

    65. Zweifelt nicht an dem, was die Neue Zeit verheißt. Denn wenn euer Glaube nicht wahrhaftig wäre, wärt ihr nicht würdig, die Erfüllung meines Wortes zu erleben.

    66. Lasst euren Geist Mir näherkommen, denn Ich werde ihm das geben, was er benötigt.

    67. Empfangt die göttliche Unterweisung und hört Mir unermüdlich zu, dann werdet ihr in kurzer Zeit erleben, wie ihr euch in geistigen Kenntnissen beachtlich entwickeln werdet.

    68. Lasst diese Gnadenzeit nicht ungenutzt, bedenkt, dass ihr viel leiden musstet, um zu diesem Weg gelangen zu können und meine Offenbarung kennenzulernen.

    69. Ihr erntet nun nach so vielen Bitternissen eine süße Frucht. Verschwendet sie nicht, denn morgen werdet ihr sie zu den nach Frieden und Wahrheit Hungernden bringen müssen.

    70. Wenn der Schmerz euch reinwusch, so bewahrt die Reinheit im Geist und im Herzen. Ich will, dass ihr euch vor der Menschheit als ein erneuertes Volk zeigt. Dann werdet ihr anderen Völkern, die sich derzeit durch ihren Schmerz läutern, um würdig zu werden, meine Botschaft zu empfangen, als ein offenes Buch dienen.

    71. All diese Völker und Nationen, die den Leidenskelch bis auf den Grund geleert haben, sind dazu berufen, meine neue Kundgebung bald kennenzulernen, welche Honig und Balsam auf so viel Schmerz legen wird.

    72. Schon ist mein in der Zweiten Zeit gegebenes Wort bis zu den Grenzen der Erde gelangt. Doch wisst oder erinnert euch daran, dass dies das Zeichen war, das Ich euch gab, dass meine Wiederkunft von allen Menschen empfunden würde.

    73. Lasst ihr, denen mein Wort zur Verfügung steht, den Ruf an eure Geschwister ergehen. Sagt ihnen, dass Ich nicht gekommen bin, um ihre Verfehlungen zu richten, noch auf ihre Flecken achte, sondern dass es ihre Not war, die Mich sie aufsuchen ließ, und dass Ich für jeden von ihnen ein Liebesgeschenk bei Mir habe.

    74. Bringt die Liebesbotschaft zu den Herzen. Dies wird euch dienlich sein, wenn ihr einmal meine Lehre zu unbekannten Ländern tragt.

    75. Entdeckt ihr nicht im Kern meiner Worte das göttliche Verlangen, dass ihr zu einem hinsichtlich des Denkens, der Gottesverehrung, der Werke und Arbeiten reines Volk werdet?

    76. Ich inspiriere euch dazu, Verdienste zu erwerben; aber es soll euch dabei nicht der egoistische Wunsch nach dem eigenen Heil bewegen, sondern ihr sollt eure Werke im Gedanken an eure Geschwister tun, im Gedanken an die kommenden Generationen, deren Jubel sehr groß sein wird, wenn sie den Weg durch die Ersten geebnet antreffen. Dann wird euer Glück grenzenlos sein, weil die Freude und der Friede eurer Geschwister auch euren Geist erreicht. Wie anders ist es bei jenen, die nur nach ihrer eigenen Rettung und ihrem Glück trachten; denn wenn sie zu jenem Ort gelangen, den sie sich durch ihre Werke erwirkten, können sie keinen Augenblick Friede oder Freude haben, wenn sie jene betrachten, die sie zurückgelassen haben, und die die schwere Last ihrer Leiden ertragen.

    77. Wahrlich, Ich sage euch, die wahren Jünger dieser Lehre werden gerecht und rein sein in ihren Werken, wie ihr Gewissen, das mein eigenes Licht ist.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 289

    1. Menschheit: Wie wenig tut ihr eurerseits, um in Frieden zu leben!

    2. Ich kann euch sagen, dass die Mehrheit der Menschen eine Religion haben, und dass, obwohl sie alle die Brüderlichkeit lehren, niemand gemäß der Unterweisung lebt, die er erhalten hat, niemand befolgt die Gesetze, Gebote und Grundsätze, die in sein Gewissen geschrieben worden sind. Manche haben, um sich nicht irgendeinem religiösen Glaubensbekenntnis zu unterwerfen, ihren Gedanken Freiheit gelassen und haben geglaubt, außerhalb von Geboten und Gesetzen zu stehen. Aber dies kann nicht sein; denn durch ihre Beobachtungen, ihre Wissenschaften und Definitionen haben sie erfahren, dass sich in allem und überall eine Macht, eine Harmonie, ein Gesetz und eine weise, gerechte und liebevolle Lehre offenbart, der sich niemand entziehen kann.

    3. Nachdem diese Menschheit so viele Jahrhunderte lang in Zwietracht gelebt hat, nach all den leidvollen und bitteren Erfahrungen, die sie gemacht hat, ist sie fähig, zu begreifen, dass die Einigkeit unter den Völkern, die Harmonie unter allen Menschen, nicht auf materielle Interessen gründen kann, noch auf irdischen Werten erstarken kann. Schließlich wird sie begreifen, dass nur der erhobene Geist die feste Grundlage, der unerschütterliche Fels sein kann, auf dem der Friede der Menschen beruht.

    4. Wenn alle Völker sich in der einen oder anderen Weise entzweien, sich bekriegen und sich verurteilen, so bedeutet dies, dass keines das befolgt, was Gott und sein Gesetz sie gelehrt haben, und sie daher ferne der Wahrheit sind.

    5. Die Wahrheit ist Achtung gegenüber allem, denn alles ist heilig, ist Liebe, ist Harmonie, ist Barmherzigkeit, ist das Gesetz, das das Gewissen regiert.

    6. Um den Geist zu vervollkommnen, ist es nötig, über die einfachen menschlichen Pflichten und selbst über die religiösen hinauszugehen, zu der Quelle zu gelangen, aus der alle trinken, und der Wahrheit ins Angesicht zu sehen.

    7. Wer zum Gipfel des Berges zu gelangen vermag und jenen Glanz schaut, wird, wenn er herabsteigt, um weiter bei seinen Geschwistern zu wohnen, zwangsläufig duldsamer, verständnisvoller und barmherziger in seinen Urteilen sein. Dieser ist ein Element, das bereit ist mit allen in Einklang zu kommen und sich mit allen zu vereinigen.

    8. Meditiert, und ihr werdet verstehen, dass die Vereinigung, die ihr benötigt, geistig ist und ihr sie erreichen werdet, wenn ihr euch über eure Leidenschaften und Fanatismen erhebt.

    9. Wie könnt ihr Frieden schaffen, wenn jeder das Seine als einzig Wahres verkündet und gleichzeitig das der anderen als falsch bekämpft?

    10. Der Fanatismus ist Finsternis, ist Blindheit, ist Unwissenheit, und seine Früchte können niemals lichtvoll sein.

    11. Ihr nähert euch der großen Prüfung, durch die ihr alle zur Wirklichkeit erwachen werdet.

    12. Euer Herz fragt Mich, weshalb Ich oft von großen Prüfungen und Ereignissen zu euch spreche, und Ich sage euch, dass euch eine Leidenszeit bevorsteht und es besser ist, vorgewarnt zu sein, zu wachen und zu beten, als in eurer Lethargie zu schlafen.

    13. Manche zeigen sich niemals zufrieden mit dem, was Ich spreche. Wenn Ich euch in meinem Wort die Zeiten des Friedens und des Wohlergehens vor Augen führe, die zur Zukunft gehören, haltet ihr das Eintreffen meiner Prophetie für unmöglich, und wenn Ich euch von Zeiten der Prüfungen und Leiden spreche, glaubt ihr, dass es einfach nur Drohungen sind, um euch durch Furcht zur Auftragserfüllung zu veranlassen.

    14. Jene, die mein Wort so auffassen, gehören zu denen, die im Meer des Zweifels dahintreiben. Denn wer Glauben an diese Botschaft hat, studiert sie immer mit der edlen Absicht, ihr etwas Nützliches zu entnehmen.

    15. Jünger: In der Zweiten Zeit genügten drei Jahre, um der Menschheit meine Botschaft zu übergeben, und — wie ihr alle wisst — besiegelte Ich die Botschaft am Ende mit meinem Opfertod. Wahrlich, Ich sage euch, jener Opfertod war keine Opfergabe für den Vater — da Er kein Blutopfer benötigt —, sondern für die Menschheit, da sie sehr wohl einen Liebesbeweis von solcher Größe benötigte.

    16. Ich lehrte euch, einander zu lieben, aber nicht nur als Menschen, sondern auch mit ewiger Liebe als Geistwesen. Ich kam, um euch den Weg zu bahnen, der von dieser Welt zum Geistigen Reich führt, das für euch hinter einem dichten Schleier des Geheimnisses zu liegen schien. Meine Lehre war vom ersten bis zum letzten Wort die Vorbereitung, die Ich euch für die Zeit gab, da Ich im Geist kommen würde, so wie Ich es euch ankündigte, um erneut die geheime Schatzkammer zu öffnen, das versiegelte Buch aufzuschlagen und euch in das Licht geistigen Wissens eintreten zu lassen.

    17. Das Leben des Geistes, das jenseits eurer materiellen Welt existiert, konnte und sollte kein Geheimnis für den Menschen sein. Da der Vater euer Verlangen nach Wissen sah, begann Er seinen Unterricht mittels der Gabe der Offenbarung und der Inspiration und bekundete sich in unendlich vielen Formen. Doch dieser Unterricht begann schon, seit der erste Mensch existierte, und hat bis zum heutigen Tag nicht aufgehört.

    18. Wenn ihr meint, dass Ich euch erst jetzt etwas vom Geistigen Leben offenbart habe, befindet ihr euch in einem großen Irrtum; denn Ich sage euch noch einmal: Die göttliche Unterweisung begann, als der erste Mensch geboren wurde, und Ich übertreibe nicht, wenn Ich euch sage, dass meine Unterweisung mit der Erschaffung der Geister begann, noch bevor die Welt war.

    19. Meint ihr etwa, dass die früheren Unterweisungen den Zweck hatten, euch menschliche Kenntnisse zu offenbaren? Dafür wurde euch die Gabe der Wissenschaft gegeben. Oder denkt ihr etwa, dass die Gebote der ersten Zeiten und die Lehre, die Ich euch in der Zweiten Zeit brachte, nur dazu dienten, euch zu lehren, auf der Welt zu leben? Sucht die Essenz jener Offenbarungen und ihr werdet entdecken, dass die Absicht die war, euch den Weg zu zeigen, der zum ewigen Leben, zur Unsterblichkeit des Geistes führt.

    20. Spiritualismus habe Ich die Offenbarung genannt, die zu euch vom Leben des Geistes spricht, die euch lehrt, mit eurem Vater direkt Zwiesprache zu halten, und die euch über das materielle Leben erhebt.

    21. Wahrlich, Ich sage euch, der Spiritualismus ist nichts Neues, noch gehört er dieser Zeit an, sondern er ist eine Offenbarung gewesen, die sich im Einklang mit der geistigen Entwicklung der Menschheit immer mehr entfaltet hat.

    22. Wenn Spiritualismus die Lehre ist, die Ich euch gebe, welche euch die vollkommene Liebe zu Gott und zu euren Nächsten lehrt und euch auf den Weg einlädt, der zur Vollkommenheit führt, dann war Spiritualismus auch das, was euch das Gesetz Gottes in der Ersten Zeit lehrte, und das Wort Christi in der Zweiten Zeit.

    23. Diese Offenbarung ist euch neu erschienen, weil sie euch Lektionen gebracht hat, die ihr nicht kanntet; ihr habt euch von so viel Weisheit geblendet gefühlt. Doch dies ist darauf zurückzuführen, dass ihr euch der Vollendung der Zeiten nähert, in der der Geist des Menschen seine Befreiung, seine Erhebung und seine Vorherrschaft über die Materie erlangen wird.

    24. Niemand sage also, dass das Geistige Leben ein Geheimnis gewesen sei, bevor Ich in dieser Dritten Zeit gekommen bin, um es mit meinen neuen Offenbarungen zu erklären. Ich sage euch nochmals, dass euch im Lauf der Zeit viele Unterweisungen gegeben worden sind, auch wenn ihr sie nicht zu begreifen vermochtet.

    25. Erst jetzt beginnen die Menschen sich dafür zu interessieren, alles zu entdecken und zu enträtseln, was die Offenbarungen der vergangenen Zeiten enthalten, um sie mit den Ereignissen der Gegenwart zu vergleichen.

    26. Jünger, ihr wisst nun also, dass, wenn ihr Spiritualismus sagt, ihr von der geistigen Offenbarung sprecht, die euch euer Gott im Lauf der Zeit gemacht hat.

    27. Auf Zehenspitzen, wie ein Einbrecher, bin Ich bei euch eingedrungen und habe euch im Schlaf überrascht.

    28. Zu allen Zeiten habe Ich die Menschheit bei meiner Ankunft schlafend angetroffen. Nur einige wenige Herzen, wie schwache Leuchten, sind es gewesen, die wachend gewesen sind und Mich erwartet haben.

    29. Volk, es genügt, wenn ihr ein wenig über eure Vergangenheit meditiert, um die Frucht der Erfahrung zu erhalten. Danach sollt ihr darauf bedacht sein, nicht erneut in Irrtümer und Undankbarkeit zu verfallen.

    30. Wenn Ich euch fragen würde, was mit jenem Blatt geschehen ist, das Ich in der Zweiten Zeit mit meinem Blut schrieb, müsstet ihr schweigen, weil euer Gewissen euch sagen würde, dass ihr niemals die Lehre gelebt habt, die Jesus lehrte — dass ihr seine Worte wie vom Baum des Lebens abgefallene Blätter von den Winden habt verwehen lassen, statt dass euer Herz sie eingesammelt hätte.

    31. Wahrlich, Ich sage euch, ihr seid bereits in jene Ära eingetreten, die Ich euch als die Vollendung der Zeiten ankündigte: jene des Gerichts, der Wiedergutmachung und Wiederherstellung.

    32. Durch den Mund der Propheten früherer Zeiten habe Ich euch diese Ära angekündigt, und durch die Lippen dieser Stimmträger, neuer Propheten meines Wortes, habe Ich zu euch gesprochen und viele jener Voraussagen erfüllt.

    33. Mein Wort ist so klar, dass ihr im Begriff seid, Mich zu verstehen. Euer Gewissen, das früher nicht vernommen wurde, erfasst heute euer ganzes Wesen und ist in der Lage, die Impulse des Fleisches zu beugen.

    34. Meine neue Apostelschar wird in das Rettungsboot einsteigen, von wo aus sie ihre Hände ausstrecken wird, um die im Meer der menschlichen Leidenschaften Schiffbrüchigen zu retten.

    35. Ich habe euch erwählt, um nach und nach mein Volk zu bilden, aber es gibt Vorhaben, die ihr jetzt noch nicht wissen könnt. Ich sage euch nur, dass in eurem Geist ein Licht existiert, das euch ermöglicht, unter so vielen Wegen den wahren zu entdecken. Daher die Verantwortung der Kinder des Lichts gegenüber der Menschheit. Begreift, weshalb Ich euch in jeder Unterweisung dazu auffordere, euch zu erheben, den Gipfel des Berges zu ersteigen. Denn nur wenn ihr jene Höhe erreicht, werdet ihr das zu schauen vermögen, was auf der Welt geschieht, werdet ihr das unablässige Klagen der Menschheit vernehmen und ihr unermessliches Leid fühlen können.

    36. Wer den Schmerz seines Nächsten nicht fühlt, kann ihn nicht lindern, Jünger. Daher will Ich, dass ihr in euren Gebeten euch in euren Nächsten einfühlt. Denn dies sind die Augenblicke, in denen euer Geist viele Tränen trocknen kann und bewirkt, dass das Herz zum Mitgefühl, zum Verständnis, zur Barmherzigkeit und zur Zärtlichkeit erwacht.

    37. Mein Volk benötigt Erhebung, denn noch immer macht es den Schmerz der Menschheit nicht zu ihrem eigenen. Es weint zwar, aber es weint um seiner selbst willen, wegen seiner Nöte, wegen seiner Trübsale.

    38. Warum bleibt ihr gefühllos bei meinem Wort? Biete Ich euch etwa ein unbekanntes Reich an? Erkennt, dass das Reich, von dem Ich heute zu euch spreche, das gleiche ist wie das, das Ich euch in der Zweiten Zeit versprach.

    39. Bedenkt, dass dies letzte Unterweisungen sind, die ihr vernehmt, und die ihr im Innersten eures Herzens bewahren müsst, damit ihr den wohltönenden Klang meines Wortes auch nach der Zeit dieser Kundgabe weiterhin vernehmt und ihre Essenz bewahrt.

    40. Wenn ihr für einen Augenblick den Schleier wegziehen würdet, der euren Verstand daran hindert, eure Vergangenheit zu erkennen — wahrlich, Ich sage euch, ihr würdet vor meiner Gegenwart niederfallen, erdrückt von Reue über eure Undankbarkeiten, Unfolgsamkeiten, eure Treulosigkeiten und euren mangelnden Glauben an mein Werk. Aber das Verdienst besteht im Entwickeln der Intuition, im Vernehmen des Gewissens, im Entfalten des Wesens, das in euch lebt und den Namen Geist trägt.

    41. Wenn ihr einmal frei von der Körpermaterie seid und ihr im Geistigen Tal wohnt, wird jener Schleier, der euch daran hinderte, in die Vergangenheit zu blicken, von euren Augen fallen, und ihr werdet alles mit ungetrübter Klarheit sehen, werdet euch an alles erinnern und alles verstehen. Doch Ich sage euch noch einmal, dass das Verdienst für euren Geist darin besteht, Glauben zu haben, ohne zu erwarten, zu sehen oder zu betasten, um glauben zu können.

    42. Denkt nach, ergründet diese Worte geistig, denn in ihnen werdet ihr meine unerbittliche, aber immer liebevolle Gerechtigkeit offenbart finden.

    43. Ich bin der Hirte, der seiner Herde Freiheit lässt, aber nur bis zu einer bestimmten Grenze, und der nicht zulässt, dass seine Schafe den Sperrkreis überspringen, hinter dem der Schmerz ist.

    44. Ich erhalte euch, behüte euch und lasse euch zur Schafhürde zurückkehren.

    45. Ihr habt eine Gelegenheit nach der anderen gehabt, und darin könnt ihr meine unendliche Liebe zu euch erkennen; denn Ich habe euch beschenkt und eurer Wesenheit die Gelegenheit gewährt, Fehler wiedergutzumachen, euren Geist zu läutern und zu vervollkommnen, anstatt euch zu strafen oder auf ewig zu verdammen, wie ihr früher zu denken gewohnt wart.

    46. Wer, der diese Unterweisungen kennt und daran glaubt, dass sie wahr sind, würde es wagen, seiner Aufgabe auf Erden den Rücken zu kehren, im Wissen, dass er damit eine noch härtere Wiedergutmachung für seinen Geist bewirkt? Denn obwohl es zutrifft, dass meine Gerechtigkeit euch neue Gelegenheiten bietet, um Flecken zu beseitigen und Fehler wiedergutzumachen, trifft es auch zu, dass mit jeder Gelegenheit die Zahl der Prüfungen größer wird und dass die Mühen und Leiden jedes Mal intensiver werden, so wie auch die begangenen Fehler schwerwiegender wurden.

    47. Eure Pflicht — um nicht von Strafe zu sprechen — wird darin bestehen, wiederherzustellen, zu erneuern, wiedergutzumachen und bis zur letzten Schuld zu begleichen. Niemand — weder euer Himmlischer Vater noch eure Geschwister auf der Erde oder im Geistigen Tal — werden das tun, was nur ihr selbst tun müsst, obschon Ich euch sage, dass Ich immer auf euren Ruf hin herbeieilen werde. Wenn ihr euch einsam und verlassen glaubt, werdet ihr meine Gegenwart fühlen, und die Geistige Welt wird immer kommen, um euch bei der Last eures Kreuzes zu stützen.

    48. Mein Göttlicher Strahl wird unter euch zum Wort, doch sein Licht verteilt sich im Universum.

    49. Ruht euch aus, Menschheit, Ich habe euch alle sieben Tage einen Ruhetag gewährt, damit ihr betet und Kraft gewinnt beim Meditieren über mein Gesetz.

    50. Hier bin Ich und besuche euch alle, ohne euch nach Religionen zu unterscheiden. Ich bin der Göttliche Arzt von Körpern und Geistwesen. Ich suche die Kranken auf, um meinen Trost in sie zu verströmen.

    51. Meine Stimme kommt auf die ganze Menschheit herab, obschon Ich euch wahrheitsgemäß sage, dass es nur wenige sind, die sie zu vernehmen vermögen.

    52. Es ist meine Lehre, die euch anweist, euch vorzubereiten, um mittels der Zwiesprache von Geist zu Geist im Unendlichen die Stimme des Herrn zu vernehmen.

    53. Volk, die ihr mein Wort vermenschlicht hört: Wisst, dass ihr es seid, die diese Botschaft zur ganzen Welt bringen und dafür sorgen müssen, dass die Menschen die Ketten des Fanatismus und der Vermaterialisierung zerbrechen, die sie daran gehindert haben, sich zu erheben und mein Licht zu schauen. Es ist nicht von Bedeutung, dass ‒ wenn ihr zu euren Geschwistern gelangt ‒ meine Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen bereits aufgehört hat. Meine Essenz wird — in Worte der Weisheit und in Heilbalsam verwandelt — als das beste Zeugnis meiner Wahrheit aus euren Herzen strömen.

    54. Eure Aufgabe wird es sein, zu unterweisen, indem ihr Wege zur Vergeistigung ebnet, indem ihr eure Geschwister in Kontakt mit dem Ewigen Leben bringt und sie der Wahrheit näherbringt.

    55. Jünger, lernt euch zu erheben, damit ihr später das lehrt, was es bedeutet, sich von der Vermaterialisierung, dem Überflüssigen und Unnützen freizumachen — damit ihr zeigt, wie man die dichten Nebel der Finsternis durchquert und das Göttliche Licht findet, welches Nahrung und Leben des Geistes ist.

    56. In dieser Erhebung ist der Kampf begründet, der euch als die Große Schlacht angekündigt worden ist, an der ihr alle teilnehmen werdet — auch die Schwachen, die Unwissenden und die Toten. Denn aus dieser Prüfung werdet ihr alle erleuchtet und rein hervorgehen.

    57. Mein Reich kommt näher, aber Ich will über Lebende und nicht über Tote regieren. Ich will geliebt werden, verstanden werden und Gehorsam finden, wie es einem wahren König gebührt.

    58. Jetzt ist der Kampf voll entbrannt. Die Menschen haben meiner Macht und meiner Gerechtigkeit misstraut, unablässig haben sie ihre Waffen mit den meinen messen wollen, und Ich habe ihre Herausforderung akzeptiert, weil Ich sie liebe. Ich muss gegen ihre Sünde kämpfen, um sie zu besiegen. Denn indem Ich sie besiege, werde Ich sie aus ihrer Verirrung errettet haben.

    59. In diesem Kampf werden Götzen stürzen, der Verstand wird in Verwirrung geraten, die Körper werden gebeugt werden, wie die Schilfrohre beim Toben eines Orkans niedergedrückt werden. Aber am Ende wird der Geist geläutert und voller Licht daraus hervorgehen. Er wird nicht sterben. Es ist unmöglich, dass er in der Schlacht stirbt. Denn Ich habe euch gesagt, dass Ich das Leben bin, dass Ich der Vater und Gott von Lebenden und nicht von Toten bin.

    60. Eine einzige Tür wird für die Rettung des Menschen offen bleiben: jene der Vergeistigung. Wer sich retten will, wird seinen Hochmut, seine falsche Größe, seine niederen Leidenschaften, seine Selbstsucht aufgeben müssen.

    61. Sehr bitter wird der Kelch sein, den die Menschen in der großen Schlacht werden trinken müssen. Dennoch sage Ich euch: Wohl denen, die von jenem Kelch trinken und dann als Geläuterte die Erde verlassen. Denn wenn sie in anderen Körpern auf diese Welt zurückkehren, wird ihre Botschaft von Licht, von Frieden und Weisheit durchdrungen sein.

    62. Sehr groß ist der Klageschrei, den man von den Bewohnern dieses Planeten vernimmt. Die Unterdrückten und die, die vom Frieden träumen, erwarten, dass von den sogenannt „mächtigen Menschen“ diese Lichter von Harmonie und Freiheit ausgehen. Dazu sage Ich euch, dass sich jene in Erwartung lebenden Herzen lieber im Gebet zu Mir erheben sollen, weil Ich allein Freiheit und Frieden geben kann. Ich sage euch noch einmal, dass, solange die Menschen nicht den Ursprung, die Essenz und Zweck ihres Schicksals kennen ‒ oder wenn sie dies kennen, nicht an jene Wahrheit glauben, die sie in sich tragen ‒ sie keinen Frieden werden haben können, weil sie sich nicht als wirkliche Geschwister in Gott werden lieben können.

    63. Hart, sehr hart ist die Menschheit dieser Zeit, immer unempfänglicher für das Geistige. Hört mein Wort, es ist wie ein Meißel, der euer Herz geduldig glättet. Doch obwohl ihr es so oft vernehmt — seht, wie unempfänglich ihr seid! Ich werde damit bei euch fortfahren, bis Ich das letzte Wort ausgesprochen habe, das diese Botschaft enthält, damit ihr, wenn Ich nicht mehr zu euch spreche, in all dem, was euch mein Wort offenbarte, eine wahre und vollkommene Lehre finden könnt.

    64. Kommt und trinkt aus dieser Quelle, oh Volk, denn Ich habe euch als Saat verwendet, um aus euch Generationen hervorgehen zu lassen, die Mich lieben.

    65. Wahrlich, Ich sage euch, auch die Vergeistigung wird sich vererben, weshalb ihr euch darum bemühen sollt, euren Kindern Reinheit und Empfindsamkeit für das Geistige zu vermitteln. Sie werden es euch danken, weil ihr euch barmherzig erwiesen habt, indem ihr ihnen einen Körper schenktet, der frei ist von Leidenschaften, mit einem klaren Verstand, einem empfindsamen Herzen und einem für den Ruf seines Gewissens wachen Geist.

    66. Ihr alle seid eingeladen, einen Teil des Volkes Gottes zu bilden. Es ist eine Lüge, dass die einen Kinder dieses Volkes sind und andere nicht. Ihr alle habt einen einzigen Ursprung: Gott. Euch alle lade Ich ein, einen Teil seiner Heerscharen zu bilden, euch alle will Ich in ihren Reihen sehen. Mein Volk ist das Kind des Lichts, der Apostel des Friedens, der Erbe meiner Weisheit. In seiner Mitte finden alle meine Kinder Platz.

    67. Jünger, hört Mir unermüdlich zu, damit es euch im Augenblick meines Abschieds nicht leid tut, meinen Ruf nicht beachtet zu haben.

    68. Ich will, dass euch jene Stunde betend, voller Inbrunst, Liebe und Dankbarkeit antrifft. So, in jener Atmosphäre von Vergeistigung, Andacht und Verständnis werdet ihr nicht verhindern wollen, dass meine Kundgabe unter euch endet, und eurem Vater für die Unterweisungen danken, die Er euch gab.

    69. Meine Stimme wird in eurem Gewissen ertönen und euch tiefe Wehmut fühlen lassen. Aber es wird nicht die Stimme eines Todgeweihten sein, die zu euch spricht, sondern die eines Vaters, der euch aussendet, um einen schwierigen Auftrag zu erfüllen, und der in Erwartung eurer Rückkehr ist, um euch liebevoll zu umarmen. Ich sage euch all dies, damit in euren Herzen keine Trauer ist, wenn mein Wort endet. Erinnert euch, dass all jene, die in der Zweiten Zeit wegen des Todes des Meisters trauerten, bald überrascht wurden, als sie Ihn glorreich, voller Leben und Licht gen Himmel auffahren sahen, weil seine Heimat nicht unter den Toten war.

    70. Ich werde euch am letzten Tag meiner Kundgabe nur weinen lassen, wenn eure Tränen solche der Reue wegen der vergeudeten Zeit und der ungenutzten Lektionen sind.

    71. Wer von denen, die mein Wort in der Dritten Zeit vernommen haben, weiß nicht, dass der letzte Tag von 1950 der durch den Willen des Vaters festgesetzte Zeitpunkt für das Ende dieser Kundgabe ist? Niemand. Denn in all diesen Versammlungsstätten und in unzähligen Formen habe Ich es euch wissen lassen.

    72. Nicht, weil das Göttliche und das Geistige der irdischen Zeit unterworfen sind, noch, weil die Entwicklung eures Geistes mit der Uhr oder dem Kalender messbar ist: Es geschieht, weil Ich ‒ solange ihr in der Körpermaterie und zu klein seid, um das Ende eines geistigen Zeitabschnitts oder das Kommen eines neuen Zeitalters zu erfahren ‒ das Geistige bis zu einer gewissen Grenze menschlich und irdisch verständlich machen muss, um es für euch fassbar zu machen.

    73. Jetzt frage Ich euch, Jünger: Wollt ihr meine Gegenwart nach meinem Abschied geistig und in intensiver Weise fühlen? Die Bedingung dafür wird sein, dass ihr geschwisterlich vereint seid. Wenn es nicht so sein sollte, werdet ihr meine Gegenwart nicht wahrnehmen können, noch euch der Kraft erfreuen können, die von diesem geistigen Gefühl ausgeht.

    74. Wollt ihr geistig die Antwort auf alles erhalten, was ihr in dieser Zeit nicht verstehen konntet? Habt Vergeistigung, und ihr werdet meine Antwort vernehmen können.

    75. Es werden Augenblicke der Verlassenheit und des Schweigens kommen. Dies wird geschehen, damit ihr euch im Gebet zu Mir erhebt. Aber es wird Augenblicke geben, in denen ihr das Gefühl haben werdet, Mich nicht gefunden zu haben; und dies wird geschehen, damit ihr euch noch mehr erhebt. Dennoch — wenn ihr trotzdem noch nicht die Gegenwart meines Geistes wahrnehmt, so wartet, seid unbesorgt, denn es ist die Prüfung für euren Glauben und für eure Vergeistigung. Bleibt beharrlich, denn in dem am wenigsten erwarteten Augenblick werde Ich kommen, strahlend wie ein Lichtstrahl, um Mich in eurem Verstand und eurem Herzen niederzulassen und euch zu sagen: „Seid gesegnet, denn ihr habt darauf vertraut, dass der Meister keinen Ruf unerhört lassen kann.“

    76. Stärke, Glaube und Geduld werden Tugenden sein, die immer in euch sein müssen. Denn es naht die Zeit des Kampfes der Weltanschauungen, des Krieges der Glaubensüberzeugungen und der geistigen Schlacht, und es ist besser, wenn ihr durch Betätigung und Erfahrung stark geworden seid und nicht nur durch Kenntnis meiner Lehre.

    77. Volk: Meine Lehrstunde ist nun zu Ende. Bleibt noch für einige Augenblicke im Geistigen Tal und sendet von dort aus eure Gedanken zu allen Völkern der Erde, wo eure Geschwister kämpfen, leiden und gleichfalls Rettung erwarten.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 288

    1. Ich komme zu eurem Herzen herab, weil es mein Heiligtum ist. Mein Wort bereitet euch für das Tagewerk vor, das ihr in Angriff nehmen müsst. Diese Vorbereitung ist geistig und ist im Einklang mit der Mission, die ihr durchführen werdet.

    2. In der Ersten Zeit, als das Volk schon bereit war, das Ägypten seiner Gefangenschaft und seiner Prüfungen zu verlassen, um durch die Wüste zum Gelobten Land zu gehen, sah es alles voraus und bereitete es alles vor. Es hatte den Wanderstab, die Sandalen und das Reisebündel bereitgelegt, damit ihm auf der Wanderschaft nichts fehlen würde.

    3. In der gleichen Weise müsst ihr jetzt Vorsorge treffen und euch vorbereiten, damit euch bei der Wüstendurchquerung nichts fehlt.

    4. Aber vergesst nicht, dass jenes Volk sich nicht nur mit Lebensmitteln für den weiten Weg versorgte, sondern dass es auch daran dachte, zu beten, Buße zu tun, um sich zu läutern und den Vorsatz zu fassen, immer vereint zu bleiben und eine einzige Familie zu bilden. Wenn ihr wissen wollt, warum jenes Volk trotz seiner vielen Prüfungen und Missgeschicke das Gelobte Land zu betreten vermochte, so sage Ich euch, dass es aufgrund seines Glaubens, seines Gebets und seiner Einigkeit geschah.

    5. Jene geistige Saat ist unter euch. Warum solltet ihr nicht jenes Beispiel zum Vorbild nehmen, um zum neuen Ziel zu gelangen?

    6. Ihr wisst sehr wohl, dass es nicht die Sandwüste ist, die euch erwartet, sondern die Menschheit. Es ist kein Land auf der Erdoberfläche, das ihr suchen werdet, sondern das Vaterland des Geistes, das jenseits des Menschlichen liegt.

    7. Wahrlich, Ich sage euch, Israel wird neu erstehen, um wie eine Fackel inmitten der Menschheit zu sein.

    8. Ich erwecke euch derzeit, damit ihr erfahrt, dass ihr meine Kinder seid, dass ihr Teil jenes Volkes des Friedens, des Lichts und der Vergeistigung seid.

    9. Lasst euer Herz alles fühlen, was die Menschheit bewegt oder peinigt. Betet für den Frieden aller, lasst eure Gedanken im Verstand der anderen aufleuchten. Ich segne im Voraus jene, die ihre Aufgabe erfüllen, ihre Geschwister zu lieben und ihnen zu dienen.

    10. Ich will, dass eure Gegenwart dazu dient, Frieden zu stiften, zu trösten, euren Geschwistern zu Segnungen zu verhelfen.

    11. Heute seid ihr noch Schüler angesichts meiner Lehre und euch ängstigt der Kampf, wenn ihr seht, wie sich der Schmerz, das Laster, das Elend, der Egoismus ausgebreitet haben ― in jenen Augenblicken, wenn euer Gewissen von euch geistige Erfüllung, Arbeit und Aktivität verlangt, und euer Herz furchtsam fragt: „Was soll ich angesichts eines so großen Chaos tun?“ Warum fürchtet ihr euch und warum zweifelt ihr, Volk? Erkennt, wie euch mein Wort vorbereitet, wie euch das Leben ständig praktische Lektionen erteilt, und auch, wie euch der Kampf und die Prüfungen die unbedingt nötige Widerstandsfähigkeit für das Tagewerk geben, das euch erwartet.

    12. Ich sende euch nicht aus, um eine Mission auszuführen, für die ihr nicht genügend befähigt seid. Ich werde euch weiterhin lehren, und wenn ihr stark seid, werde Ich euch sagen: „Nehmt das Kreuz auf euch und folgt meiner Spur.“ Wenn ihr bis dahin nur beten könnt, so betet für eure Geschwister. Wenn ihr Kranke zu heilen versteht, so bringt ihnen Trost. Wenn ihr das Verlangen habt, eure Moral zu bessern, so tut es. Aber tut etwas zum Wohl eures Geistes, das ihm als Vorbereitung für den Zeitpunkt dienen soll, da ihr euch auf den Weg macht und euer Kreuz auf euch nehmt.

    13. Heute, da ihr euch noch nicht eurer geistigen Mission widmet, aber doch den Wunsch habt, etwas zum Wohl eurer Nächsten zu tun, rate Ich euch, zu beten, damit ihr die Kraft und die Macht kennenlernt, die das Gebet besitzt. Dieses Licht sollt ihr erlangen, noch bevor euer Kampf beginnt.

    14. Wer sich im Gebet inspiriert, ist unbesiegbar in den Prüfungen und vollbringt Wunder vor seinen Geschwistern.

    15. Ich will, dass dies Volk, das eingehend von Mir gelehrt worden ist, das vollkommene Gebet auszuüben vermag — jenes, das es in Zwiesprache mit dem Geistigen Reich setzt, damit es später seine Geschwister beten lehrt, ihnen alles erklärt und aufzeigt, was es auf seinem Weg an Erfahrung gewonnen hat.

    16. Warum eure Gedankenwelt auf den Erdkreis beschränken, da ihr doch eine Lichtwelt jenseits des Materiellen offensteht? Warum den Geist dem menschlichen Leben unterwerfen, da ihm doch ein unendlicher Raum jenseits eures Blickes und eures Verstandes zur Verfügung steht?

    17. Diese Welten des Gedankens und des Geistes sind unberührt, da ihr nicht zu ihnen gelangen wolltet, weil ihr nicht zu beten verstandet.

    18. Der Gedanke und Geist, vereinigt im Gebet, schaffen im Menschen eine Kraft, die jeder menschlichen Kraft überlegen ist.

    19. Im Gebet wird der Schwache gestärkt, der Feige wird von Mut erfüllt, der Unwissende wird erleuchtet, der Schüchterne wird unbefangen.

    20. Wenn der Geist harmonisch mit dem Verstand zusammenzuwirken vermag, um das wahre Gebet zu erreichen, wird er zu einem unsichtbaren Soldaten, der vorübergehend von dem, was sein Wesen betrifft, Abstand nimmt, sich an andere Orte versetzt, sich vom Einfluss der Körpermaterie befreit und sich seinem Kampf widmet, Gutes zu tun, Übel und Gefahren zu bannen, den Bedürftigen einen Funken Licht, einen Tropfen Heilbalsam oder einen Hauch von Frieden zu bringen.

    21. Begreift aufgrund all dessen, was Ich euch sage, wie viel ihr inmitten des Chaos, das diese Menschheit ergriffen hat, mit dem Geist und mit dem Verstand zu tun vermögt. Ihr seid in einer Welt gegensätzlicher Gedanken und Ideen, in der die Leidenschaften für den Materialismus toben und die Geistwesen von Finsternis umfangen sind.

    22. Nur wer mittels des Gebets gelernt hat, sich gedanklich und geistig in die Regionen des Lichts, die Wohnstätten des Friedens zu erheben, wird die Welt der Kämpfe, in der sich alle menschlichen Leidenschaften widerspiegeln, betreten können, ohne besiegt zu werden, und im Gegenteil etwas Nutzbringendes für jene zurücklassen, die des Lichts des Geistes bedürfen.

    23. Bereitet euch vor, geliebte Jünger, und Ich werde euch erlauben, in jene Welt des Schmerzes und des Elends einzudringen. Dorthin soll euer Geist als ein Bote von Mir gelangen und Licht bringen.

    24. Da ihr all dies schon auf dieser Welt erkennen und wissen könnt — wozu dann warten, bis man im Geist ist? Wartet nicht, bis die Tage und Zeiten vorüber sind, ohne eurem Geist Fortschritt und Befreiung zu ermöglichen. Tut ihr euren Teil, und Ich werde das Übrige tun.

    25. Ich bin Macht, daher kann Ich einen eurer Gedanken, eines eurer Gebete vor euren Geschwistern in etwas Greifbares verwandeln.

    26. Um in dieser Weise zu wirken — werdet ihr da etwa nicht wirklich einen Friedensengel in eurem Wesenskern haben? Und was wäre dies Volk, wenn es sich insgesamt mit wahrer Harmonie und Brüderlichkeit auf jenen geistigen Kampf vorbereiten und dafür vereinigen würde? Es wäre ein Heer, das kämpfen würde, um die Rettung der Menschheit zu erreichen.

    27. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr bereits im Geist, im Denken und Wollen vereint wärt, würde euer Gebet allein genügen, um die Nationen aufzuhalten, die in der Vorbereitung auf die Stunde leben, in der sie sich aufeinander stürzen wollen. Ihr würdet die Hassgefühle beseitigen, wäret ein Hindernis für all jene bösen Pläne eurer Geschwister, wäret wie ein unsichtbares Schwert, das die Mächtigen besiegt, und wie ein starker Schild, der die Schwachen beschützt. Die Menschheit würde angesichts dieser offensichtlichen Beweise einer höheren Macht einen Augenblick innehalten, um sich zu besinnen, und diese Besinnung würde ihr viele schwere Stöße und Prüfungen ersparen, die sie andernfalls durch die Natur und deren Elemente erhalten wird.

    28. Der Baum der Wissenschaft wird beim Wüten des Orkans durchgerüttelt werden und seine Früchte auf die Menschheit fallen lassen. Doch wer hat die Ketten jener Elemente gelöst, wenn nicht der Mensch? Zwar haben die ersten Menschenwesen auch den Schmerz kennengelernt, um zur Wirklichkeit zu erwachen, um zum Licht des Gewissens erweckt zu werden und sich einem Gesetz anzupassen. Aber der entwickelte, bewusste und weiterentwickelte Mensch dieser Zeit — wie kann er es wagen, den Baum des Lebens zu schänden?

    29. Das Leben der ersten Menschen war in jenes Gleichnis verpackt, das euch offenbart, wie der Mensch das Paradies der Unschuld, in dem er lebte, verlor, und wie er auf eine Welt der Besinnlichkeit und des Friedens verzichtete für eine Welt des Kampfes, der Arbeit, der Entwicklung und Verdienste. All dies war im Rahmen dessen, was geschehen sollte, im Sinne der Ratschlüsse des Schöpfers. Jene Verschmähung war notwendig, damit der Geist bei der Stimme seines Gewissens, welche göttliches Licht im Innern des Menschen ist, erwachen würde, und dieser seinen Weg begänne, indem er Verdienste erwirbt, von der tiefsten Lebensebene zu der höchsten aufsteigt, die dem Geist vom Schöpfer bestimmt ist.

    30. Demnach ist es wahr, dass alles für die Zeit vorhergesehen war, in der der Mensch seinen ersten Schritt in den Kampf um das Leben, die Entwicklung und Erhebung seines Wesens tun würde, damit er vom ersten Moment an, da sich die ersten Bedürfnisse auf seinem Weg bemerkbar machten, eine Welt, eine Natur, ein Leben vor sich (und) in seiner Reichweite haben würde wie eine schöne, belebende und süße Frucht, deren Gehalt ihm jedoch unendlich viele Lektionen an Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit geben würde.

    31. Wie viel Schatten und wie viele Früchte hat der Baum des Lebens und der Baum der Wissenschaft dem Menschen gegeben! Warum erscheint dann die Menschheit heute, da sie auf der Welt als eine entwickelte Menschheit existiert, blind und fordert sie selbst die Elemente, die ihr das Leben gegeben haben, heraus und misshandelt sie den Baum, der ihr niemals die Frucht der Weisheit verweigert hat? Ich werde euch sagen, warum: Weil der Mensch aufgehört hat, zu beten, und weil er nicht mehr betet, hat er alles vergessen, was zum Leben des Geistes gehört. Als er sich dann dem Leben auf der Erde verschrieben hatte, ist es sein höchstes Ziel, sein größter Ehrgeiz gewesen, mächtig, reich, gelehrt, absoluter Herr zu sein, und all dies hat ihn ins Verderben gerissen, weil er auf einen vergänglichen Ruhm aus war.

    32. Ich will, dass ihr Sehnsüchte habt, dass ihr strebsam seid, dass ihr davon träumt, groß, stark und weise zu sein, aber an ewigen Gütern des Geistes. Denn, um jene Güter zu erlangen, sind alle Tugenden erforderlich, wie die Barmherzigkeit, die Demut, die Vergebung, die Geduld, die Hochherzigkeit, mit einem Wort: die Liebe. Und alle Tugenden erheben, läutern und vervollkommnen den Geist. In dieser kleinen Welt, in dieser vorübergehenden Wohnstätte musste der Mensch — um groß, mächtig, reich oder gelehrt zu sein — egoistisch, falsch, rachsüchtig, grausam, gleichgültig, unmenschlich und hochmütig sein, und all dies musste ihn in einen äußersten Gegensatz zu dem bringen, was Wahrheit, Liebe, Friede, wahre Weisheit und Gerechtigkeit ist.

    33. Was wird geschehen, wenn die Menschen sich bewusst werden, dass ihre maßlose Liebe zur Welt und ihre Verehrung für das Irdische sie zu einem leiderfüllten Scheitern gebracht haben? Sie werden versuchen, den verlorenen Weg wiederzufinden, im Verlangen nach jenen Prinzipien und Gesetze, von denen man sich abgekehrt hatte, und in diesem Bestreben werden sie sich Doktrinen schaffen, werden sie sich Vorschriften machen, werden Philosophien, Weltanschauungen und Theorien in Erscheinung treten. All dies wird der Beginn einer neuen und großen Schlacht sein — nun nicht mehr veranlasst durch unlauteres Streben nach irdischer Macht. Keine mörderischen Waffen werden mehr Leben vernichten, Heime zerstören oder menschliches Blut vergießen. Die Schlacht wird anders sein, denn dann werden die großen Religionsgemeinschaften gegen die neuen Lehren und die neuen Religionen ankämpfen.

    34. Wer wird in dieser Schlacht siegen? Keine Religion wird aus diesem Streit als Sieger hervorgehen, ebenso wie in diesem mörderischen Krieg, den ihr heute erleidet, kein Volk siegreich bleiben wird.

    35. Über dem Krieg zur Erlangung der irdischen Vorherrschaft wird meine Gerechtigkeit walten, und später, bei jener Schlacht zur Durchsetzung irgendeiner Doktrin oder Religion, wird meine Wahrheit obsiegen.

    36. Die einzige und höchste Wahrheit wird wie das Licht eines Blitzes in einer Sturmnacht aufleuchten, und jedermann wird diesen göttlichen Lichtblitz an dem Ort, an dem er sich befindet, schauen.

    37. Bis dahin werdet ihr, Volk, Zeit haben, auf den Pfaden voranzukommen und euch auf dem Weg eurer Geschwister als Bote, Wegbereiter und Prophet des himmlischen Lichts zu offenbaren.

    38. Während die einen die Wege von Hindernissen frei machen, werden andere den geistigen Samen säen, und wieder andere werden kämpfen, damit meine Botschaft bis zu den Grenzen der Erde gelange.

    39. Manchmal wird eure Gegenwart und euer Wort die Verwirrung der Menschen vermehren. Aber wenn dieser Same einmal ausgesät ist, wird er früher oder später aufgehen. Denn — da er göttlichen Ursprungs ist — kann er nicht zugrunde gehen wie der Same der Erde, wenn er nicht gepflegt wird.

    40. Unter euch soll es keine Erlöser noch Richter geben. Aber dennoch werde Ich durch euch erlösen und richten können. Ihr sollt als Diener eures Vaters, als Jünger unterwegs sein und in die Provinzen gehen.

    41. Wenn ihr wirklich demütig und barmherzig seid, werden eure Werke, eure Worte und eure Gedanken trotz ihrer Einfachheit den Geist derer berühren, die auf irgendeiner Weise gegen die Wahrheit verstoßen haben.

    42. Ihr werdet auf eurem Weg denen begegnen, die behaupten, Mich zu vertreten, und es nicht mit ihren Werken beweisen. Ihr werdet bei Wissenschaftlern Unfähigkeit entdecken, die für gelehrt gehalten werden. Ihr werdet euch vom Mangel an Gerechtigkeit bei den Richtern überzeugen und von der falschen Größe der Mächtigen. All dies und noch viel mehr werden eure Augen sehen. Aber dennoch sollt ihr niemanden verurteilen, weil dies nicht eure Aufgabe ist.

    43. Meine Barmherzigkeit wird euch dort hinführen, damit euer Herz, von den menschlichen Nöten und Schwachheiten ehrlich bewegt, jene Liebe als Heilbalsam verströmt, die Ich in euren Geist gelegt habe.

    44. Wenn ihr seht, dass andere eurer Geschwistern den Namen und das Wort Christi lehren, so seht nicht auf sie herab. Denn es steht geschrieben, dass meine Wiederkunft dann geschehen würde, wenn das Wort, das Ich euch in der Zweiten Zeit brachte, sich über die ganze Erde verbreitet haben würde. Und Ich sage euch, dass es noch immer Orte auf der Welt gibt, die jene Botschaft noch nicht erhalten haben. Wie könnte die heutige, zutiefst geistige Lehre jene Völker erreichen, ohne dass sie zuvor den göttlichen Liebessamen empfangen haben, den der Erlöser euch in seinem Wort und seinem Blut gab?

    45. Zu allen wird meine Botschaft gelangen, und ihr alle werdet zu Mir kommen. Alles habe Ich für die kommenden Zeiten vorbereitet, und an allen wird sich mein Wille vollziehen, weil Ich der Herr der Geistwesen, der Welten, der Rassen und der Völker bin.

    46. Eine Welt von Geistwesen wartet nur auf die Stunde, um dieses Erdental zu bewohnen. Es sind Lichtwesen, die es nicht verschmähen werden, im Schoß der zurückgebliebenen Völker zu inkarnieren, weil ihre Mission gerade die sein wird, jene zu erwecken, die schlafen.

    47. Wenn diese großen Legionen von Lichtgeistern die Erde bewohnen, ausgesät und verteilt durch die Weisheit des Vaters, wird man die Annäherung unter den Menschen, den Wunsch nach Verständigung, nach Harmonie und Frieden zu bemerken beginnen. Man wird sehen, wie ein Volk sich mit anderen Völkern vereinigt, als ein Anzeichen für die universelle Vereinigung, zu der alle meine Kinder gelangen müssen.

    48. Wer wird meine Pläne ändern können oder Mich bei dem, was Ich vorgesehen habe, scheitern lassen können? Alles innerhalb des Menschlichen hat seine Grenze, weshalb Ich euch sage, dass ihr nun zur Grenze des schlechten Gebrauches gelangt, die ihr von der Gabe der Willensfreiheit gemacht habt.

    49. Der rasende Lauf des Menschen hat ihn schnell an diese Ziel gebracht, und er selbst wird sich das Gericht schaffen durch die Frucht seiner eigenen Werke.

    50. Wer von denen, die Mich vernommen haben, und der daher die Pläne des Herrn kennt, wird angesichts dessen, was täglich auf der Welt geschieht, in Aufregung oder Verwirrung geraten können? Und wer, der Mich gehört hat, wird gleichgültig, untätig oder stumm bleiben können inmitten einer Welt, die geistige Orientierung benötigt, was dasselbe ist, wie zu sagen: eine höhere Moral?

    51. Meine Gerechtigkeit und meine Liebe sind stärker als die Schlechtigkeit der Menschen, weshalb Ich euch sage, dass mein Wille sich bei allen vollziehen wird.

    52. Wenn einmal der Friede unter den Menschen eintritt, und die Menschheit wieder den Wert begreift, den das Gebet und das Wachen hat, werdet ihr wissen, dass Ich der Baum des Lebens bin, in dessen Ästen, die bis ins Unendliche ausgebreitet sind, ihr die Arme des Meisters erkennen könnt, die wie an jenem Kreuz ausgebreitet sind, wo Er sein Blut für euch vergoss und damit jene Worte in die Gewissen prägte, die sagen: „Ich bin das Leben, wer zu Mir kommt, wird niemals sterben.“

    53. Ihr seid das Saatkorn, aus dem Ich das Neue Volk Israel schaffen werde — das Volk, das der Welt Schatten spenden und ihr Früchte geistigen Lebens bescheren wird.

    54. Noch immer seid ihr sehr unbeholfen und furchtsam, euer Glaube ist gering und euer Wissen beschränkt. Der Beweis dafür ist, dass bis heute keine Patriarchen unter euch erstanden sind, deren Tugend, Eifer in meinem Gesetz und Güte einem Volk Leben zu geben vermögen — wie jene gerechten und rechtschaffenen Männer, die Israel in seinen ersten Zeiten Gestalt und Namen gaben. Erinnert euch an Abraham, einem Führer, dem es gelang, aus allen Sippen eine einzige Familie zu machen — an Moses, der mit seinem Glauben, seiner Kraft und seiner Liebe die israelitischen Stämme zu einem einzigen Volk zu vereinen verstand.

    55. Die Gabe des Geistigen Gesichts ist unter euch ausgegossen, und dennoch vernehmt ihr die Stimme eurer Propheten kaum, weil sie noch sehr schwach und unsicher ist.

    56. Damit Ich in dieser Form zu euch spreche, und um von euch Werke zu erwarten, die als Beispiel für die zukünftigen Generationen zurückbleiben können, habe Ich euch zuvor den Entwicklungsweg durchlaufen lassen und euch dabei die Mittel zur Verfügung gestellt, um euch entfalten zu können, indem Ich euch ein- um‘s andere Mal zur Erde sandte, um Erfahrung zu sammeln, welche Licht ist, und um euch in den Prüfungen zu läutern, welche geistige Erhebung bedeuten.

    57. Glaubt irgendjemand von euch, dass sein gegenwärtiges Dasein das erste ist, das er auf der Erde lebt? Nein, Volk, wenn es so wäre, hätte Ich euch in dieser Dritten Zeit nicht aufgesucht.

    58. Euer gegenwärtiges Leben ist ein weiteres der Reisewege zur geistigen Entfaltung, die ihr auf dieser Welt gemacht habt. Ich vergebe euren Zweifel, weil er nicht aus dem Geist, sondern aus der Körpermaterie stammt.

    59. Ihr mögt die Ärmsten unter der Menschheit sein, mögt als Ungebildete und Unwissende betrachtet werden können, eure Arbeit mag bis heute nicht von Bedeutung gewesen sein, eure Gottesverehrung mag etwas Unbestimmtes sein. Aber bereits von Mir geistig beurteilt sage Ich euch erneut, dass Ich einen Grund hatte, euch für meine Kundgebung und meine Offenbarungen zu erwählen.

    60. Mit dem Meißel meines Wortes forme Ich euren Geist, euer Herz und euren Verstand, wobei Ich euch genügend Wissen gebe, damit euer Vertrauen in euch selbst groß wird, weil ihr wisst, wer ihr seid, von wem ihr abstammt, wozu ihr zur Welt gesandt worden seid und was euer Ziel ist.

    61. Ich habe zu euch von Wissen und von Vertrauen gesprochen, damit ihr euch auf das richtige Ziel einstellt, das jenes ist, das euch euer Gewissen aufzeigt. Denn so wenig wie ihr euch für minderwertig halten sollt, indem ihr Demut mit Mangel an Selbstvertrauen verwechselt, ebenso wenig dürft ihr euch niemandem für überlegen halten. Denn Eitelkeit, Hochmut und Stolz sind nicht Lichtgeistern eigen, sondern Geistwesen, die vom Licht geblendet worden sind.

    62. Ihr wisst nun also, dass ihr Wanderer seid, und dass euch bei der jetzigen Gelegenheit das Glück zu Teil wurde, meine Botschaft zu empfangen, und die Überträger, die Übermittler und Stimmträger meiner Kundgabe zu sein.

    63. Keinerlei Unsicherheit oder Zweifel hinsichtlich eurer geistigen Mission wird über euch kommen können. Alles ist gesagt, alles ist wie ein Pfad voller Klarheit gebahnt. Ihr müsst nur noch im Gebet und in der Ausübung meiner Unterweisung stark werden, damit ihr ganz den Weg betretet, den die Patriarchen, die Führer, die Propheten, die Jünger, die Apostel, die wahren Zeugen Gottes zurückgelegt haben.

    64. Von allen Punkten der Erde werde Ich die Kinder dieses spiritualistischen Volkes in Erscheinung treten lassen. Denn Ich wiederhole euch, dass dieses Volk keine Rasse ist noch menschlichen Ursprung hat. Es ist eine geistige Legion, deren Zahl sich ständig erneuert, damit es auf der Welt immer solche gibt, die von Geist zu Geist meine Inspiration empfangen.

    65. Physisch werdet ihr nicht entdecken können, welche diesem Volk angehören. Nur an ihrer Vergeistigung und der Entfaltung ihrer Gaben und Fähigkeiten werdet ihr sie erkennen können.

    66. Was ist die wesentliche Mission dieses Volkes, dem Sendboten des Herrn? Die Menschheit von jeder Knechtschaft zu befreien, sei es die des Geistes oder die des Denkens; sie an das Gesetz zu erinnern, an die göttlichen Verheißungen; sie in ihren Verirrungen zu ermahnen, sie zum Guten aufzufordern, sie zum Gelobten Land zu führen, welches das Reich der Liebe, der Weisheit und des Friedens ist, wohin alle Wesen, alle Völker und alle Welten kommen werden, um eine einzige Familie zu bilden: die Familie Gottes.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 287

    1. Die Stimme meines Geistes, die in eurem Gewissen widerhallt, ist wie das Läuten einer Glocke, die die Menschheit zur Besinnung ruft.

    2. Das Buch der geistigen Weisheit wartet aufgeschlagen, dass die großen Menschenscharen, die großen Pilgerzüge zu ihm kommen, um ihren Durst nach Licht zu löschen.

    3. Kostet, kostet mein Wort, aus dessen Essenz Süße, Weisheit, Heilbalsam und Frieden fließt.

    4. Ich sage dem Menschen, dass er sich selbst ein Unbekannter ist, weil er nicht in sein Inneres eingedrungen ist, weil er sein Geheimnis nicht kennt, weil er seine Essenz nicht kennt. Doch Ich will ihn in dieser Zeit den Inhalt des Buches lehren, das so lange Zeit hindurch für ihn verschlossen gewesen war, und wo alle Geheimnisse aufbewahrt sind, bezüglich derer Ich euch bereits in der Zweiten Zeit verhieß, sie euch durch das Licht meines Geistes zu erklären.

    5. Jetzt ist die Zeit gekommen, da ihr euch wirklich kennenlernt und in das Innere eures Geistes eindringt. Dann werdet ihr sagen können, dass ihr zu wissen beginnt, wer ihr seid.

    6. Der Mensch wird schließlich seinen Ursprung, seine Bestimmung, seine Mission, seine Gaben kennen und jenes ganze unendliche und ewige Leben, das in seiner Umgebung lebt und webt. Er wird seinen Nächsten nicht mehr beleidigen können, wird nicht mehr gegen das Dasein seiner Geschwister verstoßen, noch wird er wagen, irgendetwas von dem, was ihn umgibt, zu entweihen, weil er zu der Einsicht gelangt sein wird, dass alles heilig ist. Er wird das kennenlernen, was sein Geist enthält und sich darin verbirgt, und dann erst hat er eine klare Vorstellung und einen tiefen Glauben daran, dass, da der Geist wunderbar ist, auch die Heimstatt wunderbar sein muss, die der Vater ihm in der Ewigkeit bestimmt hat.

    7. Ihr fragt Mich, warum Ich euch nicht alles von Anfang an offenbart habe, um euch Straucheln, Irrtümer und Stürze zu ersparen. Doch Ich sage euch: Ihr hättet meine Offenbarungen nicht verstehen können, solange euch geistige Entwicklung und Entfaltung fehlte. Damals war für euch die Kenntnis meines Gesetzes ausreichend, als der gerade Weg, der euch zur Quelle unerschöpflicher Weisheit und ewiger Offenbarung führen musste. Ich habe meine Weisheit im Lauf der Zeit, der Zeitalter gelehrt, da sie so groß ist, dass ihr sie nicht in einem Augenblick hättet erkennen können.

    8. Mir stehen alle Mittel dafür zur Verfügung, dass keines meiner Kinder ohne das Erbe meiner Weisheit bleibt, da Ich das Leben, die Macht und die Gerechtigkeit bin. Aus Mir ging euer Geist hervor, ebenso wie alle Wohnstätten und Körper, die ihr für euren Entwicklungsweg und eure geistige Vervollkommnung benötigt, aus Mir hervorgehen.

    9. Der Mensch mag fallen und in der Finsternis untergehen und sich daher fern von Mir fühlen. Er mag glauben, dass, wenn er stirbt, für ihn alles zu Ende ist. Für Mich dagegen stirbt niemand, geht niemand verloren.

    10. Wie viele gibt es, die auf der Welt als verdorbene Menschen galten, und die heute voller Licht sind! Wie viele, die als Spur die Flecken ihrer Sünden, ihrer Laster und ihrer Verbrechen hinterließen, haben bereits ihre Läuterung erreicht!

    11. Ihr fragt Mich: „Warum ist der Weg so weit, und der Pfad des Geistes so voller Prüfungen?“ Weil die Glückseligkeit sehr groß ist, die er im vollkommenen Reich genießen wird, das ihn erwartet und das er durch seine Verdienste erreichen muss.

    12. Die ersten Menschen — jene, die Urahnen der Menschheit waren, bewahrten eine Zeitlang den Eindruck, den ihr Geist vom Geistigen Tal mitnahm — ein Eindruck von Schönheit, von Frieden und Wonne, der in ihnen fortbestand, solange in ihrem Leben nicht die Leidenschaften der Körpermaterie und auch der Kampf ums Überleben in Erscheinung traten. Doch Ich muss euch sagen, dass der Geist jener Menschen, obwohl er aus einer Lichtwelt kam, nicht den höchsten Wohnstätten entstammte — jenen, zu denen ihr nur durch Verdienste gelangen könnt. Dennoch war der Zustand der Unschuld, des Friedens, des Wohlergehens und der Gesundheit, den jene Geistwesen bei ihren ersten Schritten bewahrten, als eine Zeit des Lichts unvergesslich, dessen Zeugnis sie an ihre Kinder und diese an ihre Nachkommen weitergaben.

    13. Der vermaterialisierte Verstand der Menschen, der den wahren Sinngehalt jenes Zeugnisses missverstand, glaubte schließlich, dass das Paradies, in dem die ersten Menschen gelebt hatten, ein irdisches Paradies gewesen sei, ohne zu begreifen, dass es ein geistiger Zustand jener Geschöpfe war.

    14. Ahnt ihr etwa die geistige Wohnstätte, die ihr verließet, um zur Erde zu kommen? „Nein, Meister“, sagt ihr Mir, „wir ahnen nichts, noch erinnern wir uns an etwas.“

    15. Ja, Volk, es ist so lange her, seit ihr euch von der Reinheit und der Unschuld entferntet, dass ihr euch nicht einmal jenes Dasein in Frieden, jenen Zustand des Wohlergehens vorstellen könnt. Doch nun, da ihr geschult seid, um die Stimme des Gewissens zu hören und seine Offenbarungen von ihm zu empfangen, ist der Weg für euch erreichbar, der jene zum verheißenen Reich führt, die sich zu Mir erheben. Es ist nicht jenes Paradies des Friedens, von dem die Ersten aufbrachen, sondern jene unendliche Welt des Geistes, die Welt der Weisheit, das Paradies der wahren geistigen Glückseligkeit, der Himmel der Liebe und der Vollkommenheit.

    16. Wenn ihr, um von einem Kontinent der Erde zu einem andern zu reisen, viele hohe und niedrige Berge, Meere, Völker, Städte und Länder durchqueren müsst, bis ihr das Ziel eurer Reise erreicht, so bedenkt, dass ihr, um zu jenem Gelobten Land zu gelangen, gleichfalls lange reisen müsst, damit ihr auf der langen Reise Erfahrung, Erkenntnis, Entfaltung und Entwicklung des Geistes erlangt. Dies wird die Frucht des Lebensbaumes sein, die ihr schließlich genießen werdet, nachdem ihr viel gekämpft und geweint habt, um sie zu erreichen.

    17. Kommt zum Meister, Jünger. Ihr Schafe: Nähert euch eurem Hirten.

    18. Der Meister ist ein einziger, die Jünger sind viele, doch meine Unterweisung ist, da es nur eine ist, für alle bestimmt.

    19. Ich suche euch mit unendlicher Liebe. Ich habe in eurem Geist so viel Anmut und so viele Gaben gelegt, dass Ich nicht bereit bin, auch nur ein einziges meiner Kinder zu verlieren. Ihr seid Teil meines Geistes, seid etwas von meinem Wesen —ist es falsch, dass Ich euch mit so viel Eifer und solcher Liebe suche?

    20. Immer, wenn Ich herabkomme, um euch mein Wort zu geben, finde Ich ‘Letzte’ unter den Scharen vor; es sind jene, die Mich in ihren Herzen am meisten fragen. Doch Ich komme ihnen entgegen und antworte immer auf ihre Fragen. Heute fragen Mich die zuletzt Gekommenen, was der Zweck meiner Wiederkunft ist, worauf Ich antworte, dass der Sinn der ist, den Menschen zu befähigen, durch sich selbst zu seiner ursprünglichen Reinheit zurückzukehren.

    21. Wenn ihm im Anbeginn gewährt wurde, nach Erkenntnis des Lebens zu streben, und ihm die Willensfreiheit gegeben wurde, um zu wirken, so hört er heute, da sein Geist wie nie zuvor beim Licht seines Gewissens erstrahlen kann, und seine Erfahrung sehr groß ist, wiederum die liebevolle und doch gerechtigkeitsfordernde Stimme jenes Vaters, der ihm sagte: „Wachset, mehret euch und macht euch die Erde untertan.“ Doch jetzt sagt sie ihm: „Kehrt mit euren Verdiensten zu Mir zurück.“

    22. Durch Verdienste, Anstrengung und Opfer muss der Mensch zum Paradies zurückkehren, das er verließ, um viele Geheimnisse kennenzulernen, um im Kampf, im Schmerz, in der Arbeit, in seiner Entwicklung zu einem würdigen Kind Gottes zu werden — dem Paradies, zu dem er zurückkehren muss, um es niemals mehr zu verlassen.

    23. Begreift: Damit diese Menschheit eine wahre Kenntnis über jene Rückkehr zum Reinen und Erhabenen erlangt, wird es Kampf, Erschütterungen und Verwirrungen im Verstand und im Geist der Menschen geben. Meine klare, liebevolle und überzeugende Lehre wird der Welt den lichtvollen Weg der Rückkehr zeigen, und einer nach dem anderen werden die Menschen zu Mir kommen. Doch nicht mehr vom Gewicht ihrer Sündenlast niedergedrückt, sondern mit dem Blick auf die Höhen gerichtet, mit Glauben im Herzen und einem Kreuz der Liebe auf ihren Schultern.

    24. Die Tür wird offenstehen, und mein Geist voller Liebe wird bereit sein, den Geist in seinen göttlichen Schoss aufzunehmen, von dem sich jener Geist niemals mehr loslösen wird.

    25. Ihr Menschen: Wenn es nur der Instinkt wäre, der alle Handlungen eures Lebens leiten würde, hätte euch euer Vater nicht sein Gesetz offenbaren müssen, noch hätte er als Erlöser kommen müssen, um euch zu retten. Aber ihr hängt nicht von eurem Instinkt ab, höhere Kräfte bestimmen eure Handlungen, und jene Kräfte sind im Geist.

    26. Der Geist erfreut sich der Willensfreiheit, mittels derer er Verdienste erwerben soll, um das Heil zu erlangen.

    27. Wer führt, orientiert oder berät den Geist auf seinem freien Entwicklungsweg, um das Erlaubte vom Unerlaubten zu unterscheiden und um sich daher nicht zu verirren? Das Gewissen.

    28. Das Gewissen ist der göttliche Funke, ist ein höheres Licht und eine Kraft, die dem Menschen hilft, nicht zu sündigen. Welches Verdienst gäbe es im Menschen, wenn das Gewissen materielle Gewalt besäße, um ihn zu zwingen, im Guten zu verbleiben? Ich will, dass ihr wisst, dass das Verdienst darin besteht, auf jene Stimme zu hören, sich davon zu überzeugen, dass sie niemals lügt noch sich irrt in dem, was sie rät, und im treuen Befolgen ihrer Weisungen. Wie ihr sicherlich begreifen könnt, erfordert es Zurüstung und Konzentration auf sich selbst, um jene Stimme klar vernehmen zu können. Welche unter euch üben diesen Gehorsam derzeit aus? Antwortet euch selbst.

    29. Das Gewissen hat sich immer im Menschen kundgetan; aber der Mensch hat nicht die notwendige Entwicklung erreicht, um sein ganzes Leben von jenem Licht leiten zu lassen. Er benötigt Gesetze, Unterweisungen, Vorschriften, Religionen und Ratschläge.

    30. Wenn die Menschen dahin gelangen, mit ihrem Geist in Verbindung zu treten, und, anstatt das Geistige im Äußeren zu suchen, es in ihrem Inneren suchen, werden sie die sanfte, überredende, weise und gerechte Stimme vernehmen können, die immer in ihnen war, ohne dass sie auf sie hörten, und sie werden begreifen, dass im Gewissen die Gegenwart Gottes ist, dass es das wahre Mittel ist, durch das der Mensch mit seinem Vater und Schöpfer Zwiesprache halten soll.

    31. Der erste Schritt zur Erneuerung der Menschen, um einen Zustand geistiger Erhebung zu erlangen, ist die Barmherzigkeit. Barmherzigkeit gegenüber dem Geist, Barmherzigkeit gegenüber dem Körper, Barmherzigkeit gegenüber den Nächsten. Doch muss Ich euch sagen, dass dieses Gefühl nicht richtig gedeutet worden ist: Barmherzigkeit ist ein Name, den ihr bestimmten Handlungen gebt, die ihr vollbringt, und die in den meisten Fällen in ihrem Kern kein Mitgefühl oder eine wahre Absicht, eine Not zu lindern, in sich tragen.

    32. Eure menschlichen Gefühle sind noch weit davon entfernt, Wirklichkeit zu sein. Daher müsst ihr euch immer die Worte und die Werke Jesu auf der Welt vor Augen halten, als das lebendige und wahrhaftige Beispiel für Barmherzigkeit.

    33. Was wird aus einem Geist, wenn er die wahre Barmherzigkeit durch Formen verschüttet hat, die nur Heuchelei enthalten? Sein Erwachen wird sehr leidvoll sein an dem Tag, da er mit seinem Gewissen in Verbindung kommt und jene gerechtigkeitsliebende und unerbittliche Stimme vernimmt.

    34. Wie könnt ihr erwarten, dass die Völker sich versöhnen, dass die Regierenden sich einigen und die Kriege aufhören, wenn die Menschen taub für jede Stimme sind, die vom Gewissen ausgeht?

    35. Wie leicht wird es für die Menschen sein, sich untereinander zu verstehen, wenn sie sich in die Meditation versenken und die Stimme ihrer höheren Vernunft vernehmen, die Stimme jenes Richters, den sie nicht hören wollen, weil sie wissen, dass er ihnen das völlige Gegenteil dessen befiehlt, was sie gerade tun.

    36. Ich kann euch sagen, dass, wenn ihr nicht bereit wart, den Weisungen eures Gewissens Gehör zu schenken, ihr auch nicht gehorsam und sanftmütig gewesen seid, um meine Lehre auszuüben. Ihr anerkennt sie in der Theorie, wendet sie aber nicht in der Praxis an. Ihr sprecht ihr göttliche Essenz zu — sagt, dass Christus sehr groß war, und dass seine Lehre vollkommen ist. Aber niemand will groß sein wie der Meister, niemand will zu Ihm kommen, indem er Ihn wirklich zum Vorbild nimmt. Doch ihr sollt wissen, dass Ich nicht nur kam, damit ihr wüsstet, dass Ich groß bin, sondern auch, damit ihr alle es sein würdet.

    37. Der Mensch will das Heil erlangen, ohne seine geistige Natur zu kennen, und dies kann nicht sein.

    38. Was nützt es, dass viele an ein Leben nach diesem glauben, wenn sie ihr Dasein nicht darauf verwenden, Verdienste für die Ewigkeit zu erwerben? Ihr ganzer Glaube beschränkt sich darauf, dass ihr Geist nach dem Tod in ein Jenseits gehen wird, und sie warten bis zum letzten Augenblick, um die ganze vergeudete Zeit wiedereinzuholen und alle ihre Flecken durch einen Akt der Reue auszulöschen.

    39. Dies ist ein trauriger Irrtum, weil die Verfehlungen nur durch Werke wiedergutgemacht werden können, die zur Voraussetzung haben, dass man den Vorwürfen des Gewissens gehorcht hat, und dass genügend Zeit vorhanden ist, um die begangenen Sünden wiedergutzumachen. Und was die Reue bei denen anbelangt, die im Begriff sind, in das Geistige hinüberzugehen, so sage Ich euch, dass es nur wenige sind, die in dieser Stunde wegen der Übel weinen, die sie verursacht haben, und dass das, was sie umtreibt, vielmehr die Furcht vor Strafe, vor Verurteilung oder vor Verdammnis ist, so wie sie sich diese vorstellen.

    40. Fehlt euch etwa nicht eine Lehre, die ausführlich zu euch spricht, euch vorbereitet und euch die Augen für das Licht öffnet, so wie Ich es durch mein Wort tue?

    41. Erkennt, wie notwendig es ist, dass ihr diese Botschaft überall auf der Erde verbreitet. Damit würdet ihr ein wahres Werk der Barmherzigkeit an euren Geschwistern tun.

    42. Beseitigt den falschen Eindruck der Menschen, den sie von den spirituellen Lehren bekommen haben, die auf Unwissenheit, Täuschung und Betrug beruhen. Zeigt meine Lehre in ihrer ganzen Lauterkeit und Erhabenheit, damit sie die Unwissenheit, den Fanatismus und die Verhärtung beseitigt, welche die Menschen daran hindern, an ihr geistiges Ich zu denken, dem sie jede Handlungsfreiheit geraubt haben.

    43. Ihr flieht vor dem Geistigen davon und denkt nicht daran, dass ihr bald (nur) Geist sein werdet. Doch nicht immer habt ihr die Schuld an eurer Unwissenheit, sondern diejenigen, die euch führen.

    44. Sie haben den Sinngehalt der wesentlichen Werte für euch unerkennbar gemacht, bis zu dem Grad, zu glauben, dass die Wahrheit im Widerspruch zur Wahrheit steht.

    45. Gebraucht ihr nicht manchmal materielle Objekte so, als ob sie göttlich wären? Schreibt ihr nicht vergänglichen Gütern Ewigkeitswert zu? Ihr glaubt, Christus verstanden zu haben, und kennt Ihn nicht einmal.

    46. Habe Ich euch etwa Beweise von Größe gegeben, indem Ich dafür Reichtümer oder Besitztümer der Erde gebrauchte? Jesus kam ohne materielle Reichtümer, Er zeigte sich auf der Welt in größter Armut. Er war groß aufgrund seiner Werke, seines Wortes, seiner Lehre, aber niemals aufgrund seiner äußerlichen Erscheinung.

    47. Warum hätte Ich Gebrauch von den Gütern der Erde machen sollen, da diese doch vom Vater für die menschlichen Geschöpfe geschaffen wurden? Was konnte Ich von dieser Natur benötigen, da diese sich doch von Mir nährt?

    48. Ich kam, euch die Schönheit eines höheren Lebens als das menschliche zu zeigen, euch zu erhabenen Werken zu inspirieren, euch das Wort zu lehren, das Liebe schenkt, euch das nie gekannte Glück zu anzukündigen, das jenen Geist erwartet, der den Berg des Opfers, des Glaubens und der Liebe zu ersteigen vermochte.

    49. All dies sollt ihr in meiner Unterweisung erkennen, damit ihr endlich begreift, dass es eure Werke sind, die euren Geist der wahren Glückseligkeit näher bringen werden.

    50. Wenn einmal die erste Lektion verstanden ist und danach befolgt wird, wird sie euch eine wohlschmeckende Frucht bescheren, die euch dazu ermuntern wird, den folgenden Schritt zu tun.

    51. Heute bricht für die Welt eine neue Etappe an, in der der Mensch größere Freiheit im Denken anstreben wird, in der er kämpfen wird, um die Ketten der Knechtschaft zu sprengen, die sein Geist mit sich geschleppt hat. Es ist die Zeit, in der ihr die Völker im Verlangen nach geistiger Nahrung und wahrem Licht die Schranken des Fanatismus überschreiten sehen werdet, und Ich sage euch, dass keiner, der auch nur einen Augenblick das Glück erlebt, sich frei zu fühlen, um nachzudenken, zu forschen und zu handeln, jemals wieder freiwillig in sein Gefängnis zurückkehren wird. Denn nun haben seine Augen das Licht geschaut, und sein Geist war entzückt angesichts der Göttlichen Offenbarungen.

    52. Volk, bevor die Kriege auf der Welt ein Ende haben, wird mein Liebesgesetz alle Geistwesen anrühren, wenngleich ihr heute noch nicht wissen könnt, auf welche Weise.

    53. Diese Botschaft geistigen Lichts wird (die Menschen) gleichfalls erreichen; doch dies wird erst geschehen, wenn ihr stark seid. Niemand wage zu sagen, dass dies Werk die Wahrheit ist, wenn er nicht davon überzeugt ist, denn dann wird euch niemand glauben. Aber wenn euer Glaube absolut und eure Überzeugung wahrhaftig ist, wird euch niemand daran hindern können, allen Herzen die Frohe Botschaft zu bringen.

    54. Menschheit: Immer habt ihr die Existenz unsichtbarer Wesen geahnt, die durch den Raum schweifen, die sich euch zuweilen nähern, die euch umgeben, und bei dem Gedanken, dass es Geistwesen sein könnten, die leiden, habt ihr versucht, etwas für sie zu tun. Die Absicht ist gut gewesen, aber immer hat euch die Kenntnis gefehlt, damit jene Barmherzigkeit wirksam wird. Bisher habt ihr nicht die rechte Art und Weise gewusst, in den verwirrten oder von Gewissensbissen gepeinigten Wesen das Licht zu entzünden.

    55. Ihr habt ihnen sinnfällige Zeremonien und Gaben angeboten, und obschon ihr euer Herz zu beruhigen vermochtet, haben sie nichts empfangen, weil das, was der Welt angehört, nicht mehr zu ihnen gehört und sie nicht mehr erreicht. Diese Wesen suchen geistige Wohltätigkeit, Trost, Liebe, Verständnis. Doch wie kann man ihnen eine geistige Hilfe anbieten? Mein Wort erläutert euch auch die Art und Weise, jenen Barmherzigkeit zu erweisen, die ihr nicht einmal seht.

    56. Wenn ihr euren geistigen Geschwistern wirklich etwas Gutes tun wollt, und ihr euch gleichzeitig von ihren schlechten Einflüssen befreien wollt, müsst ihr für sie beten mit einem tief empfundenen Gebet voller Erbarmen und erhebenden Gedanken. Wenn ihr fühlt, dass sie sich in eurem menschlichen Leben in irgendeine Weise bekunden, so zeigt ihnen gute Beispiele und gute Werke, damit sie Licht für ihren Geist aufnehmen. Gebt ihnen die Gelegenheit, dass sie euch Kranke heilen sehen, dass sie euch dem vergeben sehen, der euch beleidigt hat, dass sie edle Ideen in eurem Verstand aufleuchten sehen, dass sie nur gute Worte auf euren Lippen vernehmen. 

    57. Welche Aufgaben habt ihr wohl an ihnen zu erfüllen und sie an euch? Welche Verschuldungen habt ihr euch gegenseitig zugezogen? Ihr wisst es nicht, doch wahrlich, Ich sage euch, es ist kein Zufall, der sie den Menschen in den Weg stellt, es gibt immer einen Grund dafür, wenn sie sich ihren Geschwistern nähern.

    58. Es wird für euren Geist sehr wohltuend sein, bei eurer Ankunft im Geistigen Tal von ihnen empfangen zu werden und für die Barmherzigkeit, die ihr ihnen erwieset, Zeichen der Dankbarkeit zu erhalten. Groß wird eure Freude sein, wenn ihr sie dann von Licht durchdrungen seht. Aber wie leidvoll würde es sein, wenn ihr jener Legion von Wesen begegnet, die durch Verwirrtheit verfinstert sind, und zu wissen, dass sie von eurer Seite eine Liebestat erwarteten und ihr sie ihnen nicht zukommen ließet. Wenn ihr über diese Verantwortung nachdenkt — seid ihr bereit, die Kenntnisse zur Anwendung zu bringen, die Ich euch in dieser Unterweisung gebe? Erkennt, dass Ich euch in ihr nicht ermächtige, dass ihr jene Wesen in irgendeiner Weise vermaterialisiert — im Gegenteil, Ich inspiriere euch die Art und Weise, wie ihr sie zur Vergeistigung bringt, indem ihr ihnen das Beispiel eines tugendsamen und reinen Lebens darbietet, und dass ihr ihre Verwirrungen und Finsternisse beseitigt durch eure Gebete, deren Gedanken und Ideen in ihrem Auffassungsvermögen Licht entzünden sollen.

    59. Jakob offenbarte euch in seinem Traum die Existenz der geistigen Stufenleiter, auf der unablässig Wesen aufstiegen und herabstiegen. Wer hat seinen Inhalt verstanden? Wer hat sein Geheimnis gedeutet? Dort, im Sinngehalt jenes Bildes, das von dem Patriarchen geschaut wurde, ist die Entwicklung der Geistwesen enthalten, das unaufhörliche Reinkarnieren der geistigen Geschöpfe in die Menschen, die Wiedergutmachung und Sühne der Wesen, die Kommunikation Gottes mit dem Menschen und die Zwiesprache von Geist zu Geist.

    60. Es ist notwendig, dass ihr diese Botschaft kennt, damit ihr den Offenbarungen vergangener Zeiten die richtige Auslegung gebt.

    61. Erkennt, wie viele Zeitabschnitte für die Geistwesen verstreichen müssen, damit diese zum Kern meiner Unterweisungen gelangen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 286

    1. Mein Göttliches Licht erstrahlt überall; wo immer ihr Mich sucht, werdet ihr meine Gegenwart finden.

    2. Ich bin der Vater, der darauf hinwirkt, dass unter allen seinen Kindern Harmonie zu herrschen beginnt — sowohl unter denen, die die Erde bewohnen, als auch jenen, die auf anderen Welten leben.

    3. Die geistige Harmonie unter allen Wesen wird ihnen große Erkenntnisse offenbaren, wird ihnen die Zwiesprache von Geist zu Geist bringen, welche Entfernungen verkürzen, die Abwesenden nahebringen und Fronten und Grenzen beseitigen wird.

    4. Ich will, dass ihr den Frieden erreicht, der die größte Belohnung ist, die ihr auf der Erde erstreben könnt.

    5. Jünger, weicht nicht von dem vorgezeichneten Weg ab und verändert meine Unterweisungen in keiner Weise, denn dann werdet ihr jene geistige Harmonie nicht erlangen können, noch all das entdecken, was Ich für eure Erhebung in Bereitschaft halte.

    6. Macht euch der Offenbarungen meiner geheimen Schatzkammer würdig, indem ihr mit Werken der Liebe, der Barmherzigkeit, des Edelmutes Verdienste erwerbt.

    7. Der Geist soll den Verstand führen, und nicht der Verstand ‒ der nur von einem nach menschlicher Größe verlangenden Herzen geleitet wird ‒ soll euer Leben regieren. Bedenkt: Wenn ihr euch von dem bestimmen lassen wollt, was euer Gehirn befiehlt, werdet ihr es überfordern und nicht über das hinausgelangen, was seine geringen Kräfte ihm erlauben. Ich sage euch: Wenn ihr wissen wollt, warum ihr euch dazu inspiriert gefühlt habt, Gutes zu tun, und warum euer Herz von Nächstenliebe entflammt wird, so lasst zu, dass euer Herz und eure Verstandeskräfte vom Geist geführt werden. Dann werdet ihr erstaunt sein angesichts der Macht eures Vaters.

    8. Wenn die Menschen, statt mit so viel Ehrgeiz und mit so wenig Respekt, Mich mit Liebe und Demut befragen würden — mit welcher Einfachheit und Leichtigkeit würden sie die Antwort ihres Vaters erhalten, wenn er ihnen das Wissen offenbart, um das sie Ihn bitten.

    9. Wenn ihr Mich befragt oder Mich bittet, dann strengt euch nicht an bei dem Versuch, Mir euer Problem klar darzulegen, und bemüht euch auch nicht, in eurem Verstand nach den am besten formulierten Sätzen zu suchen. Mir genügt es, wenn euer Geist sich in diesem Augenblick von der Welt löst und Herz und Sinn rein sind, damit sie meine Inspiration empfangen können. Was nützt es euch, Mir wunderbare Worte zu sagen, wenn ihr nicht fähig seid, meine Gegenwart in eurem Innern zu fühlen?

    10. Ich weiß alles, und ihr braucht Mir nichts zu erklären, damit Ich euch verstehen kann.

    11. Ihr fragt Mich, worin das Gebet besteht, und Ich sage euch: Indem ihr zulasst, dass euer Geist sich frei zum Vater erhebt; indem ihr euch mit völligem Vertrauen und Glauben jenem Akt hingebt; indem ihr im Herzen und im Verstand die Eindrücke empfangt, die durch den Geist aufgenommen wurden; indem ihr mit wahrer Demut den Willen des Vaters bejaht. Wer auf diese Weise betet, erfreut sich in jedem Augenblick seines Lebens meiner Gegenwart und fühlt sich niemals bedürftig.

    12. Ich bin den Menschen im Lauf der Zeit sehr nahe gekommen, doch nun ist es an der Zeit, dass die Menschen Mich suchen und sich mir nähern. Sie können es tun, weil ihre geistige Entwicklung sie dazu befähigt hat, die wahre Zwiesprache mit ihrem Vater zu erreichen.

    13. Eine Zeit der Auferstehung ist diese Dritte Zeit. Die Geistwesen glichen Toten und die Körper deren Gräber. Aber der Meister ist zu ihnen gekommen, dessen Wort des Lebens ihnen sagte: „Kommt heraus und erhebt euch zum Licht, zur Freiheit!“ Wer von ihnen seine Augen der Wahrheit öffnet und dann sein Leben, seine Werke und seine Gefühle in Liebe zu seinen Geschwistern zu erheben versteht, wird diese Welt nicht mehr als eine Wüste oder ein Tal der Tränen und der Sühne betrachten, weil er immer mehr die Wonne des wahren Friedens empfinden wird, welche die Gelassenheit schenkt. Jener Zustand der Erhebung in diesem Leben wird ein Abglanz des vollkommenen Friedens und Lichts sein, den der Geist in besseren Wohnstätten genießen wird, wo Ich Selbst ihn empfangen werde, um ihm eine Heimstätte zu bescheren, die seiner Verdienste würdig ist.

    14. An diesem Gnadentag gedenkt ihr des Tages, da Elias sich durch Roque Rojas kundgab und euch daran erinnerte, dass die Wiederkunft des Göttlichen Meisters nahe war, und euch zum Gebet und zur Erneuerung aufforderte.

    15. Moses brachte sein Volk zum Fuß des Berges Sinai, wo er es beten, wachen und sich reinigen ließ, um die Gegenwart Jehovas, seines Herrn, zu erwarten.

    16. Moses war der Initiator der Vergeistigung, der Wegbereiter Jehovas, der Gesetzgeber. Das Volk Israel gedachte jenes Tages, an dem er mit den Gesetzestafeln vom Berg herabstieg, so wie ihr es jetzt tut, wenn ihr des Tages gedenkt, an dem euch durch Roque Rojas offenbart wurde, dass das Testament Moses‘, das Vermächtnis Jesu und die Botschaft Elias‘ ein einziges Buch bilden würden: das Buch der Wahrheit und des Lebens.

    17. So wie Moses das Herz seines Volkes vorbereitete, um Jehova zu empfangen, und euch heute Elias erweckte, um die Stimme des Göttlichen Geistes zu vernehmen, so war es gleichfalls Elias — der in Johannes, genannt der Täufer reinkarnierte als Ich bei euch auf Erden war— welcher die Menschenscharen zur Buße und zum Gebet ermahnte und ihnen ankündigte, dass das Himmelreich sich den Menschen nahte. Denn in der Lehre, die Ich euch brachte, und in meiner Unterweisung war die Gegenwart des Vaters und das Licht der Himmel.

    18. Christus ist die Manifestation des Vollkommenen, in Ihm könnt ihr das ewige Gesetz erblicken, könnt ihr die unendliche Liebe finden und die absolute Weisheit bewundern.

    19. Jesus erklärte mit seinem Leben das Gesetz, das Israel von Moses empfing, und kündigte euch an, dass später der Tröster kommen würde, um alles zu klären und zu erläutern, was Christus lehrte, und was nicht richtig ausgelegt wurde.

    20. Christus umfasst alle Zeitalter, seine Gegenwart besteht zu allen Zeiten, weil Er das ewige Wort ist.

    21. Elias ist der Wegbereiter, der Erklärer der Geheimnisse, er ist der Schlüssel, der die Türe öffnet, damit ihr in das Tiefgründige eindringt. Er ist der geistige Befreier, der in der Zeit der Vollendung der Vergeistigung der Menschen gesandt worden ist, die von Moses begonnen wurde.

    22. Seid gesegnet, Volk, die ihr mit Jubel des Anbruchs des Dritten Zeitalters gedenkt und diesen Tag seinem Gedenken widmet. Mehr als eine Tradition — sei dieser Tag für euch ein Tag der Meditation, des Studiums, der inneren Sammlung, an dem ihr die Gegenwart jener göttlichen Waage fühlen könnt, die alle eure Werke auf dem ganzen zurückgelegten Pfad wiegt und registriert.

    23. Aus dem, was ihr an diesem Tag von Mir vernehmt und worüber ihr meditieren sollt, könnt ihr einen Schatz an Wissen bilden. Wenn dann die Zeit eures Kampfes kommt, werden euch keine Argumente noch Begründungen fehlen, um zu erklären, welches die festen und ewigen Grundmauern sind, auf denen diese Lehre errichtet worden ist, die ihr Spiritualismus genannt habt.

    24. Ihr seht den Tagesanbruch der Dritten Zeit, an dem die geistige Klarheit intensiv erstrahlt und euer Leben verwandelt.

    25. Der Beginn dieser neuen Zeit wird durch seine großen Kämpfe, durch seine heftigen Leiden, durch seine Verwirrungen und seine Auseinandersetzungen gekennzeichnet sein. Aber all dies wird nur zu Beginn sein. Später wird der Frieden eintreten, und als Folge des Friedens wird die Entfaltung des Geistes kommen, der seinen Fortschritt in seinen Werken voller Glauben, Liebe und Vergeistigung offenbaren wird.

    26. Viele von euch kommen weinend herbei, nachdem sie den Schmerz verflucht haben. Ich vergebe eure Fehler in Anbetracht dessen, dass sie von eurer Unwissenheit herrühren.

    27. Beruhigt euer Herz und macht euren Verstand aufnahmebereit, damit ihr begreift, was Ich euch nun sage, Kinderschüler des Lebens: Wenn ihr wieder einmal fühlt, dass euer Herz von Schmerz durchdrungen wird, so trennt euch für kurze Zeit von allem, was euch umgibt, und bleibt allein. Dort, in der Vertrautheit eures Schlafzimmers, sprecht mit eurem Geist, nehmt euren Schmerz und erforscht ihn, wie wenn ihr ein Objekt in die Hand nehmt, um es zu untersuchen. Erkundet auf diese Weise euren Kummer, erkennt, woher er stammt und warum er gekommen ist. Hört auf die Stimme eures Gewissens, und wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet aus jener Betrachtung einen Schatz an Licht und Frieden für euer Herz ziehen.

    28. Das Licht wird euch die Art und Weise sagen, den Schmerz zu beseitigen, und der Friede wird euch die Kraft geben, zu warten, bis die Prüfung vorüber ist.

    29. Ihr werdet dann sehen, wie ihr ‒ wenn ihr eure Gedanken Mir zukehrt, um zu beten ‒ Mir sagen werdet: „Meister, vergib mir, die Ungerechtigkeit existiert nicht in meinem Schicksal, ich bin mit mir selbst ungerecht.“

    30. Dies ist eine Unterweisung, derer ihr euch immer bewusst sein müsst, Jünger — in der Erkenntnis, dass dies die Verhaltensweise ist, durch die ihr die Vernunft auf die Höhe des Gewissens erheben könnt. Denn nur das Gewissen ist es, das die Realität des Geistes und die menschliche Realität kennt.

    31. Ich unterweise euch darin, euch zu studieren, um euch zu erkennen, um im Kern eures Wesens mittels der Meditation und des Gebets die großen Lektionen des Lebens zu entdecken.

    32. Heute verwünschen viele den Schmerz, aber morgen werden sie ihn als Lehrer segnen, der sie hohe und schöne Lektionen lehrte.

    33. Ich wünschte, dass es immer die Liebe des Meisters wäre, die euch den Weg und den Sinn des Lebens lehren würde. Aber ihr habt es vorgezogen, dass es der Schmerz ist, der euch lehrt. Bald werdet ihr diesen bitteren Lehrmeister hinter euch lassen, um die Lektionen dessen anzunehmen, der euch mit liebevoller Sanftmut lehrt.

    34. Wenn ihr euch vorerst nicht eures Schmerzes entledigen könnt, so tragt ihn mit Geduld. Versäumt nicht seine Lehren, liebt ihn, denn er reinigt eure Flecken und macht euch groß im Glauben, in der Tugend und in der Geduld.

    35. Wenn ihr an mein Wort glaubt, müsst ihr auch an die Lektion glauben, in der Ich euch sagte: „Kein Blatt vom Baum bewegt sich ohne den Willen Gottes.“ Dann werdet ihr auch glauben können, dass die Weisheit Gottes alles wohl bedacht hat und dass es kein Leiden geben kann, das im Menschen keine weise Lektion hinterlässt.

    36. Denkt gründlich nach, geliebtes Volk, damit ihr nicht mehr fortwährend strauchelt und die Ereignisse der Zukunft euch nicht in Lethargie versunken antreffen.

    37. Es ist die Zeit, in der ihr nicht mehr von Vermutungen und Wahrheiten aus zweiter Hand lebt, damit ihr euch zur Welt der Wirklichkeit erhebt; und obwohl eure Füße noch über den Staub einer Welt der Tränen und des Schmerzes gehen, wird euer Geist in einem Reich des Friedens wohnen.

    38. Euch, Volk, das Mich hört, sage Ich, dass ihr glücklich sein müsstet, wenn ihr eure Lage und euer Leben mit dem jener Nationen vergleicht, die im brudermörderischen Krieg verbluten.

    39. Ihr habt Zuneigungen, es fehlt euch nicht an Brot, es mangelt euch nicht an einem Dach, ihr habt die Nahrung meines Wortes, und seid nicht zufrieden. Doch jene, die kein Brot haben, die alles entbehren und mein Wort nicht vernehmen, die nicht den Trost haben, meine Sätze zu hören, welche Hoffnung und Balsam sind, welche ermutigen und ermuntern, sind ergebener als ihr.

    40. Lernt, euren Schmerz zu segnen, wie wenn es sich um eure Freuden handeln würde. Segnet alles!

    41. Segne Ich nicht die ganze Menschheit, ohne jemanden zu bevorzugen? Von jenem Mantel des Segens sind sowohl die Guten und Sanftmütigen als auch die Hochmütigen und Kriminellen umgeben. Warum nehmt ihr Mich nicht zum Vorbild? Fühlt ihr etwa Abscheu vor den Handlungen der anderen? Vergesst nicht, dass ihr ein Teil der Menschheit seid, dass ihr sie lieben und ihr vergeben, doch sie nicht ablehnen sollt, denn dies wäre so, wie wenn ihr vor euch selbst Ekel fühlen würdet. Alles, was ihr an euren Nächsten seht, habt ihr selbst in höherem oder geringerem Maß. Deshalb will Ich, dass ihr euer Inneres zu ergründen lernt, damit ihr euer geistiges und moralisches Angesicht kennenlernt. So werdet ihr euch selbst zu beurteilen verstehen und das Recht haben, auch auf andere zu blicken.

    42. Sucht nicht nach Fehlern bei euren Geschwistern; mit denen, die ihr habt, ist es genug.

    43. Seid nicht beleidigt, wenn Ich so zu euch spreche, begreift, dass meine Lehrworte nicht für Gerechte noch für Heilige bestimmt sind, zu ihnen würde Ich auf eine ganz andere Weise sprechen. Ich gebe euch meine erlösende Lehre, um Sünder zu retten, und gebe sie durch sündige Lippen.

    44. Ich komme, euch zu retten, Menschheit, denn selbst die Luft, die ihr atmet, ist krank. Aber Ich sage dieser Erde, welche Wohnstätte und Herberge für meine Kinder gewesen ist, dass, wenn diese sie durch ihre Verfehlungen entweiht haben, sie selbst die letzte Versündigung an ihr werden bereinigen müssen.

    45. Seht wie sehr die Menschheit einer großen Lehre bedarf, um über alle Prüfungen siegen zu können, die sie bedrücken. Jetzt ist die große Zeit, die von Propheten angekündigt und von Sehern geschaut worden ist, in der der Schmerz der Menschen ihren Höhepunkt erreichen wird, und in der die Barmherzigkeit des Vaters ihr Licht auf die Menschen überströmen lassen würde — die Zeit, die das Ende des Bösen und den Beginn des Guten auf der Erde anzeigen würde.

    46. Oh Volk! Wann werdet ihr bereit sein, den Heilbalsam und die Friedensbotschaft denen zu bringen, die leiden? Noch immer entdecke Ich in eurem Herzen nicht die wahre Nächstenliebe, noch immer verurteilt ihr euch auf Schritt und Tritt, weil ihr einander nicht liebt.

    47. Glaubt ihr nicht, dass, wenn Ich es wollte, Ich jedem von euch seine Fehler aufzeigen könnte? Doch Ich sage euch auch, dass Ich nicht mehr euer Meister wäre, wenn Ich euch auf diese Weise bloßstellen würde. Wenn jedoch Der, der alles weiß, der euch wirklich kennt, der eure Gedanken kennt, euch in Gegenwart der anderen nicht richtet, noch euch öffentlich bloßstellt — warum gibt es dann solche, die hartnäckig darauf bestehen, Herzen zu verwunden, Freuden zu zerstören und fremde Leben zu richten?

    48. Heute seid ihr noch meine Schüler, und wahrlich, Ich sage euch, Ich werde euch nicht Jünger nennen noch euch mein Werk anvertrauen, bis ihr nicht mehr fähig seid, euren Nächsten Leiden zu bereiten, und stattdessen den Antrieb fühlt, jeden Schmerz zu lindern. Wann werdet ihr in eurem Herzen den Schmerz derer fühlen, die leiden, damit es eure Worte und eure Werke sind, die ihre Tränen trocknen? Ihr seid noch zu klein für die Nächstenliebe. Euer Mitgefühl ist nicht groß und auch nicht eure Vergebung.

    49. Wenn ihr euch einmal eines Gelähmten erbarmt, der in der Gosse liegt, und ihr euch verpflichtet fühlt, ihn in euer Haus zu bringen, erforscht ihr zuerst sein Leben, weil ihr sagt, dass ihr nicht wisst, wer er sei. Seid ihr diejenigen, die unablässig meine Lehrworte gehört haben? Dann muss euch bewusst sein, dass Ich, ohne eure Flecken anzusehen, nur eure Wunden gesucht habe, um sie mit meiner Liebe zu heilen. Wenn ihr das Verlangen habt, zu meinen Sämännern zu gehören, müsst ihr die Kraft kennen und besitzen, die der Güte innewohnt, die Macht, die die Barmherzigkeit enthält, und die Wunder, die das Herz bewirkt, indem ihr einfach das fremde Leiden fühlt oder (mit ihnen) teilt.

    50. Geliebte Jünger: Die Unterweisung, die ihr von Mir empfangt, ist für euch von Lektion zu Lektion immer klarer geworden. Dieses Licht begann sich im Jahre 1866 in Lichtfunken zu manifestieren. Aber jetzt, in den letzten Jahren meiner Kundgabe, sind es nicht Funken, die zu euch gelangen, sondern das Licht in Fülle. Mit dem Jahr 1950 wird die Kundgebung meines Wortes in dieser Form enden, doch die Weisung wird weitergehen. Denn danach werdet ihr, wenn ihr euch in mein Werk vertieft, die göttliche Essenz entdecken, von der Ich so oft zu euch gesprochen habe, und euch an ihrem Geschmack erfreuen.

    51. Ich will nicht nur, dass ihr bezeugt, dass ihr Mich gehört habt, sondern dass ihr zu meinen Propheten werdet und mit eurer Auftragserfüllung eine Zeit der Vergeistigung anzeigt. Dann werden die Generationen der Zukunft auf euren Spuren der Liebe und des guten Willens hinzukommen und mit festem Schritt einen sicheren Weg betreten.

    52. Ihr trefft auf eurem Weg derzeit auf Dornengestrüpp und werdet auf noch mehr Hindernisse und Dornen stoßen. Aber eure Nächstenliebe soll euch nicht vom Pfad abirren lassen, damit die Menschenscharen von morgen den Weg gesäubert vorfinden.

    53. Ihr wisst, dass das Gute, das Licht, die Wahrheit zu allen Zeiten im Herzen der Menschen auf Widerstände gestoßen sind. Vertraut Mir dennoch, Ich habe euch oftmals gesagt, dass die Finsternis nicht obsiegen wird, denn es wird das Licht sein, das triumphiert.

    54. Die Menschheit läutert sich zurzeit, ihr Leidenskelch wird sie von ihren Flecken reinwaschen, damit sie aus ihrer Sühne rein hervorgeht. Denn das Geistige Reich des Friedens und der Gerechtigkeit nähert sich den Menschen.

    55. Seht ihr nicht, wie sich nach und nach die Fesseln des Fanatismus und der Abgötterei lösen, die die Menschen binden? Der Grund dafür ist, dass Ich gekommen bin, sie zu befreien. Später wird mein Licht in Form des Wortes zu den Menschen gelangen, und ihr werdet sehen, wie es sie trotz seiner Schlichtheit und Einfachheit erbeben lassen wird, und wie es in seiner liebevollen Art die Macht haben wird, die Herzen aus Stein zu erschüttern, bis es sie das kristallklare Wasser der Reue, der Vergebung und der Liebe vergießen lässt.

    56. Weint nicht, Jünger, noch werdet ihr Mich einige weitere Tage lang vernehmen, noch werden auf eure Leiden einige weitere Tropfen des Honigs fallen, den mein Wort vergießt. Bereitet euch währenddessen vor, damit ihr nach meinem Abschied meine Gegenwart empfinden könnt.

    57. Es ist nun die Zeit der Meditation, in der ihr wachen und beten müsst, um auf die Stimme Gottes zu achten.

    58. Manchmal fragt ihr Mich: „Herr, wer könnte die ganze Menschheit aufwecken, damit sie ihren Geist zu Dir erhebt und Deine Gegenwart fühlt?“ Doch Ich sage euch: Seid unbesorgt, mein Geist sucht sie bereits heim, damit sie erwacht. Ihr könnt euch nicht über meine Werke klar werden, deshalb habt ihr jenes Erwachen nicht entdeckt, das nur Ich sehe.

    59. Alle erwarten das Licht eines neuen Tages, die Morgenröte des Friedens, welche Beginn eines besseren Zeitalters sein soll. Die Unterdrückten erwarten den Tag ihrer Befreiung, die Kranken hoffen auf ein Heilmittel, das ihnen Gesundheit, Kraft und Lebensfreude zurückgibt.

    60. Selig jene, die bis zum letzten Augenblick zu warten verstehen, denn ihnen wird mit Zinsen zurückgegeben werden, was sie verloren haben. Diese Erwartung segne Ich, denn sie ist Beweis von Glauben an Mich.

    61. Heute versteht ihr viele meiner Worte nicht, doch der Zeitpunkt wird kommen, an dem in eurem Verstand das Licht aufgeht und ihr den Sinn einer jeden meiner Unterweisungen versteht.

    62. Meine Apostel in der Zweiten Zeit verstanden viele meiner Worte in dem Augenblick, da sie sie vernahmen, nicht. Dennoch fühlten sie nach meinem Scheiden, als sie sich dem Studium und der Meditation widmeten, wie das göttliche Licht in ihrem Verstand aufging, und sahen sie mit höchster Klarheit all das, was für sie bis dahin ein undurchdringliches Geheimnis gewesen war.

    63. Bisher habt ihr, wenn ihr Mich vernehmt, mein Wort nur oberflächlich erfasst. Und was habt ihr in ihm gefunden? Trost, Heilbalsam, Liebkosung. Später, wenn eure Geschwüre und Wunden geheilt sind und ihr, statt nach meinem Heilbalsam für eure Schmerzen zu verlangen, nach Weisheit strebt, um eure Nächsten zu trösten, werdet ihr den Anfang dazu gemacht haben, in den Sinngehalt meiner Unterweisungen einzudringen.

    64. Ich sehe, dass ihr für die Welt betet, und Ich nehme von eurem Herzen die Fürsprache entgegen. Der Tag wird kommen, an dem ihr nicht nur für jene Völker betet, sondern sie auch aufsucht, um ihnen die liebevolle Botschaft meines Wortes zu bringen.

    Mein Friede sei mit euch!