Kategorie: Buch des Wahren Lebens

  • Unterweisung 285

    1. Mein Friede sei in den Menschen guten Willens. Wahrlich, Ich sage euch, wer diesen Frieden in seinem Geist trägt, wird meine Gegenwart fühlen.

    2. In dieser Zeit der Unterweisungen habt ihr in euren Prüfungen meinen Frieden gefühlt, habt ihr Trost in euren Leiden gehabt. Auf diese Weise habe Ich euch bewiesen, dass, wer seine Bestimmung mit gutem Willen annimmt, bei all seinen Unternehmungen vorankommt. Er mag straucheln, doch er wird nicht zu Fall kommen.

    3. Manchmal sagt ihr Mir: „Herr, warum suchst Du uns nicht heim wie andere Völker, obwohl wir ebenso undankbar und ungehorsam sind, wie es unsere Geschwister sein mögen?“ Dazu sage Ich euch: Weil Ich euch Zeit gebe für eure Vorbereitung. Mein ihr, dass, wenn der Krieg euch bedrohen würde, ihr Mir zuhören würdet und über mein Wort nachdenken könntet? Begreift, wie kostbar die Zeit ist, die Ich euch anvertraut habe, und die Verantwortung, die ihr habt, sie in eurer geistigen Zubereitung zu nutzen.

    4. Um diese Zeit für euer geistiges Wohl und das eurer Geschwister zu nutzen, müsst ihr euch oft prüfen, indem ihr auf die Stimme eures Gewissens hört, durch das ihr all das entdecken könnt, worin ihr euch prüfen müsst, und zugleich könnt ihr die Art und Weise verstehen, meine Lehre auf die verschiedenen Handlungen eures Lebens anzuwenden.

    5. Schmerzt euch die Situation, in der sich die Menschheit befindet, wirklich? Fühlt euer Herz den Schmerz der Nationen, die sich durch den Krieg zerstören? Dann erwerbt Verdienste für sie, betet und sendet ihnen mit euren Gedanken den Frieden.

    6. Jetzt erscheint es euch so, dass es Unheil ist, was die Welt bedroht. Dazu sage Ich euch, dass das, was ihr oft als ein Unglück anseht, etwas Gutes ist.

    7. Der Schmerz, das Elend, selbst der Tod werden als Segen zu den Türen vieler Wesen gelangen, die zügellos lebten und grenzenlos sündigten.

    8. Ach, wenn ihr doch begreifen würdet, dass der Schmerz, der die Körperhülle trifft, ein Balsam und eine Erleichterung für den Geist ist! Denn solange die Körpermaterie Gesundheit und Wohlergehen hatte, wurde der Geist oftmals ins Verderben gezogen, oder er fühlte sich gefangen innerhalb eines Lebens voller Vergnügungen und entfesselter Leidenschaften, aber ohne Licht für den Geist. Bis der Schmerz kam als eine mächtigere Kraft als die menschlichen Leidenschaften, um den Menschen in seinem blinden Lauf aufzuhalten und zu bewirken, dass der Geist sich befreit, den Schmerz segnet und erkennt, dass es keine weisere Gerechtigkeit gibt als diejenige Gottes.

    9. Die einen gelangen bald zu dieser Einsicht und vermeiden damit viele Leiden, andere sind hartherzig und langsam im Begreifen, lästern und fluchen schließlich und vermehren damit ihren Leidenskelch.

    10. Betet für alle, Volk, weicht eurer Verantwortung nicht mit der Begründung aus, dass ihr deshalb nicht für die leidenden Nationen betet, weil sie sich in diesem Schmerz läutern. Dieser Schmerz läutert sie zwar, aber begreift, dass eure Gebete und eure Gedanken dazu beitragen, dass sie ihren Leidenskelch mit Liebe annehmen, damit sie den Sinn verstehen, den der Schmerz enthält, und damit in ihrem Geist der Vorsatz zur Besserung und die Inspiration aufbricht, die ihn zur Brüderlichkeit bewegt.

    11. Wenn ihr in rechter Weise betet, werde Ich bewirken, dass euer Geist sich loslöst und als Friedenstaube, als ein Bote von Gesundheit und von Licht zu ihnen gelangt.

    12. Auf diese Siege wird euer Herz nicht stolz sein können, weil es nichts von den Werken wissen wird, die ihr geistig vollbringt.

    13. Ich allein kenne diese Werke, die nacheinander im Buch eurer Verdienste vermerkt werden — jenem Buch, das nach und nach in euer Gewissen eingeprägt wird.

    14. Ihr steht vor großen Ereignissen. Es wird kein Tag vergehen, an dem die Menschheit nicht von irgendeinem Geschehen, einer Prüfung oder einem Zeichen erschüttert wird. Es wird die unablässige Stimme meiner Gerechtigkeit sein, die die Menschen dazu aufruft, ihre Gedanken Mir zuzukehren. Doch alle, bei denen in diesen Tagen der Prüfung die Intuition erwacht, die meditieren und zum Schluss kommen, diese Prüfungen der Göttlichen Gerechtigkeit zuzuschreiben, werden voll meines Lichts sein, damit sie nicht in die geistige Lethargie zurückfallen, in der sie lebten.

    15. Meine Gerechtigkeit ist gekommen, Menschheit, sie wird den Hochmut des Menschen demütigen, um ihn zur Einsicht zu bringen, wie klein er in seiner Bosheit und seinem Materialismus ist.

    16. Ja, Volk, Ich komme, um den Menschen in seiner falschen Größe niederzuwerfen, weil Ich will, dass er mein Licht erblicke und sich erhebe, damit er in Wahrheit groß wird. Denn Ich will, dass ihr voll Licht, Erhebung, Güte, Kraft und Weisheit seid.

    17. Meine Stimme wird erneut vernommen, so wie es in den frühesten Zeiten die Propheten angekündigt haben, und wie Ich es meinen Jüngern offenbarte.

    18. Jetzt ist die Zeit, für die Ich meine Wiederkunft im Geist versprach — die Zeit, in der ihr meine Gegenwart in euch und außerhalb von euch fühlen werdet, und in der ihr lernen werdet, von Geist zu Geist mit Mir Zwiesprache zu halten.

    19. Ich bilde derzeit ein Volk heran, in dem es ‒ obwohl es dem Anschein nach arm ist ‒ keine Parias, noch Elende, noch geistig Schwache gibt. Jedem offenbare Ich seine Gaben, damit er sich auf den Weg macht — zufrieden, mein Jünger zu sein und seinen Nächsten nützlich sein zu können.

    20. Mein neues Volk wird aus Propheten, Beratern, Lehrern, Ärzten des Geistes bestehen.

    21. Mein Wort gelangt zu diesen Herzen wie eine Brise, welche die Flamme ihres Glaubens entfacht. Denn Ich will sie immer wie Leuchten brennen sehen.

    22. Mein Wort in der Zweiten Zeit, ebenso wie meine Werke, öffneten den Menschen den Weg zum Himmel, und in dieser Zeit habe Ich euch neue Lektionen gebracht. Habt ihr nicht die Stimme der Geistigen Welt vernommen? Habt ihr nicht die Nähe jener Welt gefühlt, die ihr für so ferne und so ungewiss hieltet?

    23. Erkennt, mit wie viel Licht und wie viel Liebe sich eure geistigen Geschwister bei euch kundgegeben haben.

    24. Ihr wisst nicht den genauen Ort, von dem jene Lichtgeister kommen, jene Schutzengel und Friedenswächter. Aber ihr habt die Gewissheit, dass sie von höheren Wohnstätten kommen.

    25. So ist es, Menschheit, sie kommen von höheren Wohnstätten und Welten als die eure, um euch zu helfen, zur Vollkommenheit emporzusteigen. In derselben Weise helfen sie denen, die andere Täler bewohnen, und die gleichfalls höhere Erkenntnisse benötigen.

    26. Wenn jemand meine Lehre, die in diesen Lektionen zu euch spricht, für schlecht halten sollte, so sage Ich ihm in Wahrheit, dass er nicht weiß, was er sagt, noch den Göttlichen Meister kennt. Erratet ihr nicht den göttlichen Plan, aus allen eine einzige Familie zu bilden?

    27. Ich gebe euch diese Offenbarungen, damit ihr euch mit eurer Zukunft zu beschäftigen beginnt, so wie ihr euch auf der Erde so lange Zeit mit eurer materiellen Besserstellung beschäftigt habt.

    28. Vernehmt die Stimme der Geistigen Welt, denn sie ist das Zeugnis der unablässigen Aktivität des Geistes, indem er tätig ist, sich läutert, Verfehlungen wiedergutmacht, Missionen übernimmt — mit einem Wort: indem er sich seinem Vater annähert.

    29. Begreift, dass es in dieser Dritten Zeit, der Zeit des Heiligen Geistes, (nur) natürlich war, dass Er zu euch kam, um über das Geistige Leben zu sprechen.

    30. Denn nur diese Lehre wird die Menschheit aus dem aufgewühlten und stürmischen Meer der Leidenschaften, der Interessen, des Hasses, des Hochmuts und der schäbigen Machenschaften der Menschen retten können. Mein Wort kam als Rettungsboot, um die Schiffbrüchigen zu retten, die im Meer der Leidenschaften gekentert sind.

    31. Jünger, euch vertraue Ich mein Wort an, fühlt Mich in der Essenz desselben. Morgen werden diese Stimmträger verschwinden, ihre Aufträge werden umgewandelt werden, und nur mein in jenen Schriften niedergeschriebenes Wort wird übrigbleiben, welche die Goldfedern nach meinem Willen geschaffen haben.

    32. Jünger: Wer mein Wort mittels dieser Kundgebung anerkennt, muss auch erkennen, dass jetzt der Zeitpunkt da ist, die Wiederherstellung all dessen in Angriff zu nehmen, was die Schlechtigkeit der Menschen zerstört hat.

    33. Wenn alle Gerufenen zum Tisch des Herrn eilen würden, wo die Speise aufgetragen wird, die den Geist nährt, so wäre dieser voll besetzt; doch nicht alle Geladenen sind gekommen.

    34. Es ist die Eigenart des Menschen, die Wohltaten Gottes nicht zu würdigen, und daher habt ihr viele eurer Geschwister euch abweisen sehen, als ihr den Ruf an sie ergehen ließet.

    35. Doch Ich sage euch, dass diese wenigen, die sich an meinen Tisch setzen und die mir beharrlich zuhören, um von Mir zu lernen, diejenigen sein werden, die den Menschenscharen die Größe meines Wortes, den Sinngehalt dieser Lehre bekannt machen, welche die Menschen zum Wiederaufbau einer Welt aufruft, die an ihr Ende gelangt ist und einer strahlenderen und höheren Platz macht.

    36. Damit ihr ein reineres Wort und eine reinere Kundgebung durch die Stimmträger erhalten könnt, habe Ich euch Vergeistigung und Schlichtheit angeraten. Denn dann kommt wie eine reife Frucht das liebevolle und gehaltvolle Wort von ihren Lippen.

    37. Denen, die sich nicht bewusst gemacht haben, dass es die Schlichtheit der Form ist, in der die Wahrheit und das Licht meines Wortes am stärksten erstrahlt, und die äußerlich eindrucksvolle Kundgebungen anstreben, mit denen sie die Sinne der Menschenscharen beeindrucken können — ihnen sage Ich, dass in den Taten und Handlungsweisen, die ihr innerhalb meiner Lehre vollzieht, nur die Wahrhaftigkeit herrschen soll.

    38. Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass ihr euren Geist mit Mysterien nährt, auch wenn diese Mysterien für euch die Anziehungskraft des Unbekannten haben.

    39. Warum wollt ihr durch äußerliche Manifestationen beeindrucken, die eure Geschwister nicht verstehen? Warum zeigt ihr dem Anschein nach übernatürliche Handlungen, die jedoch in Wirklichkeit ohne Licht und Wahrheit sind? Ist die Essenz, die mein Wort verströmt, nicht ausreichend, oder ist es nicht bewunderungswürdig, dass Ich durch euren Mund spreche?

    40. Wie materialistisch sind viele von euch! Doch ihr müsst zu der Überzeugung kommen, dass alles, was ihr meiner Kundgebung hinzufügt, die so schlicht und einfach ist, weil sie die meine ist, wie ein rauer und grober Schleier sein wird, der eure Geschwister daran hindert, die Wahrheit zu erkennen.

    41. Bevor ihr mit der Erfüllung von irgendeinem der Aufträge beginnt, die euch dieses Werk anbietet, meditiert tief über das, was Ich euch gelehrt habe, und über das, was ihr tun werdet, damit ihr nichts tut, was im Widerspruch zu meinem Gesetz ist.

    42. Wie viele von denen, die sich für gehorsame Jünger halten, sind — ohne sich dessen bewusst zu sein — rebellisch gegenüber meinem Willen; und wie viele, die sich für Apostel des Spiritualismus halten, sind aufgrund ihrer Werke die ersten, die ihn ablehnen, weswegen sie Feinde der Lehre sind, die sie predigen.

    43. Was erwartet man von einem geistig entwickelten Menschen? Man erwartet die Herrschaft über sich selbst, die Manifestation seiner Kräfte und Gaben. Begreift, dass die Intelligenz des Menschen immer größer werden wird, und dass immer mehr Menschen fähig werden, das Werk Gottes zu verstehen. Was den Geist anbelangt, so kann dieser nicht inaktiv bleiben, sein Verlangen nach Entwicklung ist wie ein Instinkt, der ihn zur Erhebung, zur unablässigen Anstrengung veranlasst, sich auf den durch die göttlichen Gesetze vorgezeichneten Wegen zu vervollkommnen.

    44. Jünger, Ich sage euch noch einmal, dass ihr die Vergeistigung auf den Wegen der Schlichtheit und Reinheit suchen sollt, dass ihr eure Erwartungen aufgeben sollt, in euren Sinnen von dem berührt zu werden, was ihr übernatürlich nennt. Denn wenn ihr davon überzeugt seid, dass ihr auf dem Weg der Wahrheit wandelt, so glaubt das, was ihr von Mir vernehmt, und begreift, dass Ich euch derzeit lehre, auf eine feinfühligere Weise zu empfinden und unnötige Komplikationen zu verwerfen.

    45. Diejenigen, die sich nicht mit dem zufriedenzugeben verstehen, was mein Wort kundgibt und ausdrückt, tun dies, weil ihre Vermaterialisierung außerordentliche Ereignisse erwartet, um an meine Kundgebung glauben zu können. Sie erwarten, dass Feuer vom Himmel fällt, oder dass die Meere sich öffnen, um ihre Abgründe sehen zu lassen, um dann zu sagen: „Das Gericht Gottes ist auf die Erde gekommen.“ Doch Ich frage euch: Warum entsetzen euch derartige Ereignisse? Wollt ihr, dass sie die einzigen sind, die die Gerechtigkeit und die Macht Gottes offenbaren können, obwohl ihr seine Gegenwart in dem, was Frieden und Liebe offenbart, fühlen und erkennen müsstet?

    46. Ist es etwa nötig, dass mein Abschied in dieser Zeit die Menschheit in Schrecken versetzt, um zu bezeugen, dass es sich um ein göttliches Ereignis handelt?

    47. Wünscht lieber, dass der Beweis dafür, dass Ich bei euch gewesen bin, das Licht der Hoffnung in eine bessere Zukunft ist, dass es ein Erschauern der Menschheit ist, ein Funke von Glauben, der sie inmitten ihrer Trübsal das Licht einer neuen Morgenröte schauen lässt.

    48. Ich möchte, dass ihr in allem den Ausdruck der göttlichen Güte sucht, denn in allem werdet ihr sie finden. Doch da ihr noch zu unreif seid, um diese göttliche Liebe, die geistig ist, zu entdecken, so blickt auf die Natur, die euch umgibt und die auf Schritt und Tritt von der Liebe des Schöpfers zu seinen Kindern zu euch spricht. Wenn ihr manchmal erlebt, dass diese Natur hart mit euch umgeht, so wisst, dass auch sie ein Geschöpf ist, das wie ihr der Entwicklung und Vervollkommnung unterworfen ist, und dass sie in dem Maß, in dem sie auf der Stufenleiter der Vervollkommnung aufsteigt, die auf dem Weg aller Geschöpfe existiert, Herberge für immer intelligentere und geistig entwickeltere Wesen wird sein können.

    49. Sorgt dafür, dass mein Wort schriftlich erhalten bleibt, damit der Mensch von morgen das, was Ich euch jetzt gesagt habe, als eine Prophetie ansieht.

    50. Volk, wenn ihr vorankommen wollt, so überwindet die Trägheit, die in euch ist. Wenn ihr groß sein wollt, so wendet meine Grundsätze bei euren Werken an. Wenn ihr euch kennenlernen wollt, so erforscht euch mittels meines Wortes.

    51. Begreift, wie sehr ihr mein Wort benötigt, welches Liebe, Weisheit, Ratschläge und Hilfe anbietet. Aber fühlt euch zugleich auch verantwortlich für das, was Ich euch übergebe, denn ihr seid nicht die einzigen Bedürftigen auf der Welt. Es gibt viele, die Hunger und Durst nach diesen Unterweisungen haben, und ihr müsst daran denken, euch vorzubereiten, um mit der Botschaft meiner Liebe zu ihnen zu gehen.

    52. Leert euren Leidenskelch mit Geduld. Wahrlich, Ich sage euch, in seiner Bitternis werdet ihr das Licht für euren Geist finden. Der Schmerz wird euch die Stimme des Gewissens vernehmbar machen, wenngleich Ich euch sagen muss, dass jene Last, die ihr mitgebracht habt — jener Schmerz, den ihr erlitten habt, und jene Tränen, die eure Augen vergossen haben, nicht gerade der Weg des Lebens ist, der durch meine Spur und durch mein Gesetz vorgezeichnet ist. Der Leidensweg, den ihr zurücklegt, ist der Pfad der Sühne und Läuterung, den euer Geist durchlaufen muss, um zum Weg des wahren Lebens zu gelangen, wo man sich nur liebt, dient und für das Gute einsetzt.

    53. Nehmt all dies zur Kenntnis, damit ihr wisst, dass ihr, um Mir wirklich zu dienen, zuvor eine Läuterung durchmachen müsst, bis nichts mehr von dem übrig ist, was ihr falsch gemacht habt. Euer Beispiel wird dazu dienen, dass die kommenden Generationen einen vorbereiteten Weg antreffen und sich nicht im Gestrüpp verirren oder sich an den Felsbrocken des Pfades verletzen.

    54. Euch Spiritualisten vertraue Ich die Aufgabe an, jene Barriere, die die Menschheit zwischen Gott und sich aufgerichtet hat, niederzureißen — eine Barriere aus falschem Glauben, nur scheinbarem Glauben an das Ewige, aus Vermaterialisierungen und überflüssigen Kulthandlungen.

    55. Euch, Volk, gebe Ich den Auftrag, das Goldene Kalb von seinem Sockel zu stoßen, das die Menschen noch immer anbeten, auch wenn sie sich für weitab von Götzendienst und Heidentum halten.

    56. Doch Ich sage euch, dass ihr bei eurem Kampf keinen Gebrauch von Macht, Gewalt oder verletzenden Worten machen dürft. Eure Waffen müssen das Wort des Lichts sein, das die Wahrheit offenbart, die Liebeswerke, die den Leidenden in einen Strom von Trost einhüllen, die Macht, die euren Gebeten und Gedanken entströmt.

    57. Wenn ihr die Hindernisse beseitigt habt, die den Menschen vom geistigen Pfad abgebracht haben, werdet ihr den Beginn sehr großer Veränderungen im menschlichen Leben sehen. Diese Veränderungen werden sich auf dem geistigen Gebiet, in der Moral, auf dem Gebiet der Wissenschaft, der Institutionen, in euren Regierungsformen vollziehen.

    58. Die Spur dieses Volkes in der Dritten Zeit wird niemand beseitigen können, weil in seinen Werken die Macht meiner Wahrheit sein wird.

    59. Erkennt ihr, wozu euch der Schmerz läutert? Euer Weg ist vorgezeichnet, eure Mission ist von Mir bestimmt worden.

    60. Ich habe eurem Herzen den Tod entrissen, den ihr in euch tragt, Ich habe euch mit Leben erfüllt.

    61. Jener Tod war in euch, weil der Glaube und die Hoffnung in eurem Geist erloschen war, weil es euch an Erkenntnislicht mangelte. Ich habe vor euch einen Lebensbaum aufgerichtet, dessen Früchte voller Essenz, himmlischem Geschmack und voller Süße in Fülle auf die Zuhörerscharen herabfallen, um ihre geistige Bedürftigkeit zu beseitigen.

    62. Ich errichte derzeit in eurem Herzen einen Tempel, in dem man meine Gegenwart klar wahrnehmen wird, in dem man den Ton meiner Stimme deutlich vernehmen wird, und von dem Licht und Frieden für die ganze Menschheit ausgehen wird.

    63. In der Ersten Zeit inspirierte Ich euch die Fundamente jenes großen Heiligtums des Geistes. In der Zeit, in der Ich als Meister unter den Menschen gewesen bin, lehrte Ich euch die Art und Weise, die hohen Mauern zu errichten, und jetzt offenbare Ich euch, auf welche Weise ihr jenes Werk vollenden müsst, das — einmal vollendet — der Gegenwart eures Vaters würdig sein soll.

    64. Könnt ihr Mir sagen, was die Essenz einer jeden von diesen drei Lektionen ist, durch die Ich euch zur Errichtung des Tempels des Heiligen Geistes inspiriert habe? Ja, Volk, seid gesegnet, weil ihr alle meine Frage innerlich beantwortet und euch der Wahrheit nähert: Die Fundamente des Heiligtums waren jene, die das Gesetz der Ersten Zeit lehrte. Die hohen Mauern waren die Liebe und die Barmherzigkeit, die der Messias den Menschen in seiner Lehre brachte. Die Kuppeln, die Säulen und der Altar, mit denen dieses Werk ausgestattet sein musste, sind die Weisheit, die Vergeistigung und die Erhebung, die euch mein Geist in dieser Zeit in seiner Lichtbotschaft inspiriert hat.

    65. Dieser in drei Zeitaltern von Mir errichtete Tempel ist jener, von dem Ich vor den Ungläubigen sprach, als Ich ihnen — auf den Tempel von Jerusalem zeigend — sagte: „Zerstört diesen Tempel, und in drei Tagen werde Ich ihn wiederaufbauen.“

    66. Mein Tempel wird bald vollendet sein, während von jenem von Jerusalem nicht einmal seine Grundmauern bestehen bleiben, so wie auch von jedem Tempel, der nicht auf den Fundamenten meines Gesetzes, der Liebe und der Vergeistigung errichtet ist, kein Stein auf dem anderen bleiben wird.

    67. Seht, wie groß der Glanz dieser Ära ist, seht das Licht einer neuen Zeit, in der alle von Mir gegebenen Prophetien und die, die Ich durch meine Propheten gegeben habe, in Erfüllung gehen.

    68. Wie viele Wege habt ihr auf der Suche nach der Wahrheit zurückgelegt, um zu Mir zu gelangen! Weder die Wissenschaften noch die Philosophien antworteten auf euren Ruf, und nach eurer Suche kommt ihr zu dem Schluss, dass diese Wahrheit in Mir wurzelt und von Mir zu allen Wesen ausstrahlt.

    69. Ich habe den Menschen erleuchtet, damit er sein wahres Leben lebt und die gesegnete Bestimmung erkennt, die Ich ihm zugedacht habe. Er ist das einzige Geschöpf, das zu meinem Bild und Gleichnis geschaffen worden ist und daher das Mir nahestehendste ist. Denn er besitzt einen Hauch meines Geistes und ist dadurch fähig, Werke zu tun, die den meinen ähnlich sind.

    70. Ihr besitzt Willen und Willensfreiheit, damit ihr euch intelligent verhaltet, der Stimme des Gewissens gehorcht, die meine eigene ist, und durch sie das erkennt, was erlaubt ist, was ihr gebrauchen dürft, und ihr das Unzulässige verwerft, das, was euch nicht zukommt. Aber Ich habe gesehen, dass ihr von den ersten Tagen eures Lebens auf Erden an zum Materialismus neigt und eure geistige Mission zu verleugnen beginnt, die der Hauptgrund für euer Dasein ist.

    71. Ich hinterließ euch von den frühesten Zeiten an meine Gebote, die zum Frieden und zur geistigen Glückseligkeit führen, und später in Jesus offenbarte Ich euch meine Liebe.

    72. Ich habe in dieser Zeit nicht als strenger Richter, sondern als Vater zu euch gesprochen, doch ihr habt diese unendliche Liebe, die alles versteht und verzeiht, nicht verstanden — jene Liebe, die Geduld und Großmütigkeit ist, die nur das Gute will und es in alle ihre Geschöpfe verströmt. Wenn ihr euch zu Recht meine Kinder nennen wollt, so liebt, denn ihr seid durch diese göttliche Liebe, die alles geschaffen hat, herangebildet worden, um sie euch anzubieten. Dann werdet ihr eure Bestimmung, wie euer Vater zu lieben, zu beschützen und zu segnen, verstehen, und nach eurer Auftragserfüllung werdet ihr zu Mir zurückkehren, um mit Mir einen einzigen Geist zu bilden.

    73. Von den frühesten Zeiten an lehrte Ich euch, Mich geistig zu lieben, und sagte euch, dass nichts Mich auf dieser Welt repräsentieren kann außer der tugendhafte Mensch. Ich lehrte euch keinen materiellen Ritus oder Kult und sagte euch nur: Wenn ihr Gemeinschaft mit eurem Vater haben wollt, so erhebt euren Geist, strebt nach der Höhe zu und von dort werden alle Gaben und Wohltaten, die ihr erfleht, zu euch kommen.

    74. Ich sagte euch seinerzeit, dass ihr den Tod nicht fürchten sollt, weil dieser nicht existiert. In meiner Schöpfung lebt, wächst und vervollkommnet sich alles. Der körperliche Tod ist nur das Ende eines Zeitabschnitts, den der Geist durchlebt, um dann zu seinem ursprünglichen Zustand zurückzukehren und danach seinen Entwicklungsweg fortzusetzen. Vertraut, habt Glauben, und ihr werdet immerdar leben. Heute mehr denn je müsst ihr euch mit Glauben wappnen, weil ihr eine Ära der Prüfungen und Schwierigkeiten durchlebt. Die Naturgewalten, die den Menschen läutern müssen, sind entfesselt, und sie werden nicht ruhen, bis sie ihn zur Vernunft, zum Guten und zur Gerechtigkeit zurückgebracht haben.

    75. Macht ihr euch frei von Hochmut und lasst die Demut und die Schlichtheit erblühen, damit ihr alle Prüfungen annehmen könnt, die kommen müssen. Begreift, dass es notwendig ist, dass ihr durch diesen Schmelztiegel geht, damit ihr eure Lauterkeit zurückgewinnt. Heute, da ihr eine weitere Unterweisung erhaltet und wisst, dass ihr nicht mehr in der geistigen Kindheit noch Jugend seid, sondern Reife erlangt habt, werdet ihr meine Worte anderer Zeiten und die verstehen können, die Ich euch an diesem Tag gebe.

    76. Verlangt nicht, meine innersten Ratschlüsse zu kennen, denn bis dahin könnt ihr nicht vordringen. Wisst nur, dass Ich ganz Gegenwart und Allmacht bin, dass mein Geist das Universum erfüllt und gleichzeitig in jedem Geist wohnt, und dass Ich euch alle liebe und das Notwendige für euer Leben gewähre, damit dieses Licht euch Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft gibt.

    77. Ich weiß um alles, was ihr erleidet und erhofft, und Ich fühle euren Schmerz. Ich sage euch nur, dass ihr von jener Kraft, die Ich euch gegeben habe, Gebrauch macht, dann werden eure Prüfungen mild sein.

    78. Ihr, die ihr erwählt worden seid, um diese Botschaft zu empfangen, müsst wach sein und euch vorbereiten. Denn nach 1950 werdet ihr die Kunde, dass Ich zu euch zurückgekommen bin, zu euren Geschwistern bringen müssen. Doch wenn ihr das Chaos entfesselt seht und überall Klagerufe hört, so denkt daran, dass ebenso, wie die Felder umgepflügt sind, sich das menschliche Herz vorbereiten muss, um den Samen zu empfangen.

    79. Ich habe euch in dieser Zeit als ein Privileg die Gegenwart von Geistwesen mit großer Erhebung und Erfahrung gewährt. Nicht nur mein Geist, der mittels meines Strahles sich dem Menschen kundgibt, sondern auch die Geistige Welt sind euch zu Hilfe gekommen und haben so eine sehr hohe Mission erfüllt. Wie viel haben die Liebe und die Barmherzigkeit jener für viele unbekannten Wesen durch ihre Gegenwart auf dieser Erde erreicht, und wie haben sie diese Welt jener Welt nähergebracht, in der sie wohnen, um einen Bund zu schließen und euch auf dem Weg der Tugend zu erheben!

    80. Ihr, die ihr zum Werkzeug für ihre Kundgabe berufen worden seid — dient ihnen mit Liebe und bereitet euch zu, denn ihr seid die Gefäße, die das Wort empfangen, das ihr Geist verströmt. Nur so werdet ihr euch rühmen können, die Wahrheit zu besitzen, die Ich und die Geistige Welt für die Menschheit gebracht haben.

    81. Die Wahrheit, die ihr so sehr gesucht habt, mache Ich euch in diesem schlichten und bescheidenen Wort bekannt. Diese Wahrheit, die nichts anderes als Liebe ist, biete Ich euch in Hülle und Fülle an, damit ihr sie für immer besitzt und sie mit euren Geschwistern teilt. Fühlt sie, tragt sie inbrünstig in eurem Geist, denn sie ist die göttliche Essenz, von der ihr euch ewig nähren werdet.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 284

    1. Volk, esst das Brot des ewigen Lebens, das der Vater euch reicht. Nutzt mein Wort, denn ihr seid am Ende meiner Kundgabe in dieser Form. Lasst euren Geist völlig zu dem Licht erwachen, das der Vater derzeit in jeden Geist und in jedes Verstandesvermögen verströmt.

    2. Ein Lichtfunke meines Geistes, eine Widerspiegelung des göttlichen Wortes ist es, was auf das Gewissen des Stimmträgers sich niederlegt, durch den Ich euch meine Botschaft vernehmbar mache. Welcher menschliche Stimmträger könnte die ganze Macht des Wortes empfangen? Keiner. Und wahrlich, Ich sage euch, ihr wisst noch nicht, was das Wort ist.

    3. Das Wort ist Leben, ist Liebe, ist Wort Gottes, doch von all dem kann der Stimmträger nur ein Atom empfangen. Aber dort, in jenem Lichtstrahl, in jener Essenz werdet ihr das Unendliche, das Absolute, das Ewige entdecken können. Um von Mir zu sprechen, kann Ich dies sowohl durch große Werke als auch durch kleine und begrenzte Bekundungen tun. Ich bin in allem, alles spricht von Mir, das Große wie das Kleine ist gleich vollkommen. Der Mensch muss nur zu beobachten, meditieren und zu studieren verstehen.

    4. Ich spreche zu eurem Geist, der zur Erde gesandt worden ist, um diese Botschaft zu empfangen, damit er später mit seinen Werken der Liebe und Barmherzigkeit der Menschheit Zeugnis von meiner Lehre gibt. Ich spreche zu eurem Geist, der eine unsterbliche Essenz und Beschaffenheit hat. Ich spreche zu ihm von jenem Leben, das ihm zukommt, nachdem er den Körper, der ihm auf dieser Welt als Stütze diente, der Erde übergeben hat; damit er, wenn die Stunde seiner Befreiung gekommen ist, jenen Augenblick segnet und seinen Blick auf die Unendlichkeit richtet, sich erhebt und zu der Wohnstätte gelangt, die er durch seine Verdienste errungen hat.

    5. Liebt das, was der Welt angehört, bis zu einem bestimmten Punkt, solange ihr auf ihr lebt, damit ihr ihre Gesetze zu erfüllen versteht; aber nährt immer das hohe Ziel, in den hohen geistigen Wohnstätten zu wohnen, damit euer Geist nicht verstört ist, wenn er sich seiner Körperhülle entledigt noch sich von dem in Versuchung führen lässt, was er auf diesem Planeten liebte, denn dann wird er an eine Welt gebunden und gekettet bleiben, der er nicht mehr angehört und die er in keiner Weise mehr genießen kann.

    6. Ich sage euch: Wenn ein Volk sich aufmachen und alle den Weg der Wahrheit lehren würde, so würde die Menschheit sich nach ihr erheben, weil sie fühlt, dass sie die Spur verloren hat, dass sie vom Weg abgeirrt ist, leidet, strauchelt und verzweifelt.

    7. Die Menschheit erwartet das Kommen des Bruders, des Freundes, des Ratgebers, der ihr sagt, wohin sie ihre Schritte lenken muss, um zum Land der Rettung zu gelangen.

    8. Die geistige Verwirrung in den Menschen dieser Zeit ist tief und schwer aufgrund des Verzichts auf die Offenbarungen, die der Vater zu allen Zeiten gemacht hat. Sie haben sich der materialistischen Wissenschaft gewidmet und dabei völlig die Essenz ihres Wesens und des Lebens vergessen.

    9. Zu dieser materialistischen Welt will Ich euch senden, um die Frohe Botschaft meiner Lehre zu bringen. Wahrlich, Ich sage euch, wenn euer Zeugnis wahrheitsgetreu ist, werden die Menschen erstaunt sein, wenn sie ein Volk sehen, das von einem unsichtbaren Führer und von einer Stimme geführt wird, die nicht von dieser Welt ist. Zuerst wird die Neugier sie dazu veranlassen, eure Schritte und eure Werke zu beobachten. Aber später wird es der Glaube sein, der sie ausrufen lässt: „Wahrhaftig, das, was diese Menschen predigen, ist wahr.“

    10. Solange ihr nicht vorbereitet seid, um an die Welt den Weckruf erschallen zu lassen, wird euch mein Mantel vor dem Blick der anderen verbergen, weil eure Unvollkommenheiten Zweifel, Spott und Verfolgung hervorrufen würden, und eure Schwachheit dem Angriff eurer Feinde nicht standhalten würde. Doch bereitet euch nun vor, weil die Stunde des Kampfes kommen wird, und Ich meinen Mantel wegziehen werde, damit die Welt euch sieht.

    11. Jeder Arbeiter wird einen Funken meines Wortes auf seinen Lippen haben und in seinen Händen das Buch meiner Weisheit, das ihn an meine göttlichen Unterweisungen erinnern wird. Jenes durch Mich inspirierte Buch wird von meinen Jüngern sorgfältig gestaltet werden, und mit ihm wird das Volk ein Bollwerk haben, weil seine Macht groß sein wird.

    12. Wie viel Weisheit strömt aus ihm! Wie viel Balsam und Trost wird es in die Herzen ausgießen! Es wird Beglückung für die sein, die eines Tages mein Wort entdeckten und es dann nicht mehr vernahmen, und es wird Freude für die sein, die es niemals vernommen hatten.

    13. Durch das Lesen desselben werden die Toten auferstehen, und die Verirrten werden den Weg finden. Wacht über der Wahrheit des Buches, das euch anvertraut worden ist, damit ihr von meiner Kundgebung in dieser Zeit Zeugnis ablegt.

    14. Wenn Ich euch in diesen Augenblicken fragen würde, welches die Früchte sind, die euer Baum getragen hat — was würdet ihr Mir vorweisen können? Wenn Ich euch über die Unterweisungen befragen würde, die ihr von Mir erhalten habt — welche Antwort würdet ihr Mir geben?

    15. Ihr schweigt, und in eurem Herzen zeigt sich Mir die Furcht, dass eure Arbeit von Mir gerichtet wird. Doch Ich frage euch: Warum fürchtet ihr euch? Wenn ihr euren Auftrag erfüllt habt, werdet ihr nichts zu fürchten haben, und wenn ihr im Gegensatz dazu Fehler begangen habt, ist es besser, dass Ich es bin, der euch korrigiert.

    16. Habt den Willen, nicht nur dem Namen nach, sondern den Werken nach Spiritualisten zu sein, denn von falschen Nachfolgern und falschen Jüngern ist die Welt voll. Wenn ihr eine Lehre ins Herz geschlossen habt, dessen Banner die Vergeistigung ist und deren Waffen das Licht und die Liebe sind, so müsst ihr der Welt von diesen Tugenden Beweise geben. Dies soll die einzige Saat sein, die ihr säen sollt, wenn ihr wirklich wollt, dass eure Ernte von eurem Vater entgegengenommen wird.

    17. Nehmt euch die zum Vorbild, die Mir in der Zweiten Zeit nachfolgten — nicht nur das meiner Apostel, sondern auch das so vieler Männer und Frauen, die sich zu meinem Wort bekehrten und mit ihren Werken und selbst mit ihrem Leben von meiner Wahrheit Zeugnis ablegten.

    18. Größte Reinheit und höchste Wahrhaftigkeit war das Bestreben jener Herzen, weshalb sie dafür sorgten, dass bei jedem ihrer Werke das Licht aufstrahlte, mit dem der Meister seine Unterweisungen zum Leuchten brachte.

    19. Ebenso sollen die neuen Jünger den Namen ehren, von dem eine göttliche Liebesbotschaft gekommen ist, um sie aus ihrer Lethargie zu aufzurichten.

    20. Wenn ihr den geistigen Sinn meines Werkes zu verstehen versucht und es mit der Liebe eines wahren Jüngers umarmt — wahrlich, Ich sage euch, die guten Früchte werden dann nicht auf sich warten lassen, und diese Früchte werden die der Erneuerung, der Rückkehr zum Guten im Licht des Gewissens, der Gesundheit, der Versöhnung und des Friedens sein. Wenn ihr dagegen den Anschein erwecken wolltet, um die Wahrheit zu verdecken, und ihr versuchen solltet, eure Unvollkommenheiten und Schwächen mit meinem Werk zu verbergen, so werdet ihr zu der Finsternis und dem Schmutz zurückkehren, aus dem Ich euch bereits errettet hatte.

    21. Meine Lehre ist ihrem Wesen nach geistig, ist Licht und ist Kraft, die herabströmt und in euren Geist dringt, um ihn in seinem Kampf mit dem Bösen siegen zu lassen. Mein Wort ist nicht nur zur Freude des Ohrs bestimmt, es ist Licht des Geistes.

    22. Wollt ihr Mich mit dem Geist vernehmen, damit er sich nährt und die Essenz dieser Unterweisung nutzt? Dann reinigt euer Herz, klärt euren Verstand und lasst zu, dass euer Gewissen euch führt. Ihr werdet dann erleben, wie in eurem Wesen eine Umwandlung wirksam zu werden beginnt — nicht nur geistig, sondern auch moralisch und körperlich. Jene Erhebung, welche der Geist nach und nach durch die Erkenntnis erringt — jene Reinheit, die er allmählich erreicht, wird sich in den Gefühlen des Herzens und in der Gesundheit des Körpers widerspiegeln.

    23. Die Leidenschaften werden immer schwächer werden, die Laster allmählich verschwinden, der Fanatismus und die Unwissenheit werden immer mehr dem echten Glauben und den tiefen Erkenntnissen in meinem Gesetz weichen.

    24. Wenn ihr wünscht, von den Menschenscharen angehört zu werden, und dass euer Wort überzeugt und bewegt, so sucht die Art und Weise, dass dieses Wort in den Geist eurer Zuhörer dringt. Doch wie erreicht man, dass es in das Herz eurer Geschwister eindringt und ihren Geist beeindruckt und erweckt? Es ist sehr einfach, das Geheimnis besteht darin, dass ihr euch immer an die Wahrheit haltet und mit euren Liebeswerken Zeugnis ablegt.

    25. Mein Vatergeist naht sich, um euch zu lehren und zu glätten, eure geistigen und körperlichen Sinne zu erwecken und euch aufzufordern, ein Leben der Erneuerung und Auftragserfüllung zu führen.

    26. Ich habe euch alles gegeben, damit ihr euch erhebt und wisst, dass ihr zur Erde gesandt worden seid, um euren Frieden in diesem Leben und in dem das euch erwartet, zu erarbeiten.

    27. Gesegnet sei der, der meine Lehre studiert und sich bemüht, meine Gesetze zu erfüllen — der sich vom Licht, das mein Wort verströmt hat, erleuchten lässt und betend und wachend in seinem Gehorsam verbleibt.

    28. Heute, da ihr eine Welt der Irrtümer und Verwirrungen bewohnt, habe Ich euch dazu gebracht, euch von ihr zu entfernen und in Einklang mit meinen Gesetzen zu leben. Wenn ihr dann vorbereitet seid, werde Ich euch zur Menschheit senden, damit ihr all jenen mein Licht zeigt, die meine Lehre in Äste aufgeteilt und mein Wort schlecht ausgelegt haben. All jene Unterschiede, die ihr heute seht, werden verschwinden, und das Herz des Menschen wird umgewandelt werden. Nach der Ernte, die der Mensch aus seinem Werk gemacht hat, die bei ihm nur einen schlechten Geschmack hinterlassen hat, werde Ich meinen Samen auf der gereinigten und sauberen Erde aussäen und ihn pflegen. Dies wird die Zeit sein, in der die Vergeistigung ihren Anfang nehmen wird.

    29. Alle Prüfungen, die euch in eurem Leben als Arbeiter widerfahren, werden eintreten, um euch in eurem Glauben zu stärken, und damit ihr die Gaben erkennt, die Ich euch gewährt habe. Ihr werdet euren Auftrag nicht erfüllt haben, wenn ihr euch nur darauf beschränkt, mein Wort zu hören und es danach euren Geschwistern zu bringen. Ihr werdet sprechen und eure Worte durch eure Werke bestätigen müssen. Viele von euch werden meine Lehre bezeugen, indem ihr bereitwillig euer Leben anbietet; doch Ich habe von euch keine Blutopfer verlangt. Bald werdet ihr unter der Menschheit wie Schafe unter hungrigen Wölfen sein, aber ihr werdet nicht schlafen. Eine Leuchte wird immerzu euren Weg erhellen, und selbst in den dunkelsten Nächten wird dieses Licht leuchten.

    30. Ich habe die Menschheit hinsichtlich des geistigen Wissens schlafend angetroffen, den auf das Materielle bezogenen Wissenschaften hingegeben, wobei sie größte Geheimnisse in der Natur entdeckt hat, ohne sich um ihren Geist zu kümmern. Wie groß wird ihre Anstrengung sein müssen, um meine Lehre zu verstehen! Mein Werk wird auf diese Menschheit wie ein Strom kristallklaren Wassers herabfallen, ihr Verlangen nach Wissen wird gestillt werden, und jeder, der sich zubereitet, wird seine Wohltaten empfangen.

    31. Ihr, die ihr Mich hört — wacht, denn kein fremder Einfluss darf meiner Lehre beigemischt werden. Bewahrt ihre Essenz und ihre Wahrheit, und ihr werdet erleben, dass diese Menschheit, die misstraut und zweifelt, meine Lehre gläubig umarmt, wenn sie die Taten meiner guten Jünger kennenlernt. Ihr alle, die ihr euch danach sehnt, dass auf diese Welt ein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit kommt, zieht durch euer Gebet diese Tugenden an. Jene Zeit ist nahe. Korrigiert, bereitet und erleuchtet eure Geschwister, bevor ihr in diese Zeit eintretet, in der ihr keinen anderen Führer als meine Göttlichkeit haben werdet.

    32. Meine Inspiration weht auf alle Geistwesen herab, und jeder, der Mich schauen und Mir nachfolgen will, erhebe sich und komme zu Mir. Euer Gewissen wird euch sagen, wie ihr täglich leben und wie ihr eure Probleme lösen müsst. Wenn ihr euch vergeistigt, werdet ihr in jeder Prüfung, in jedem Schmerz eine Stufe sehen, um euch zu erheben und euch zu vervollkommnen.

    33. Macht aus eurem Heim ein Paradies, in dem die Eltern Mich vertreten, und die Liebe und die Achtung untereinander eure Gottesverehrung ist. Doch lasst diese Liebe nicht auf eure Familie begrenzt sein, damit ihr alle eure Geschwister so lieben könnt, wie ihr es bei euren Eltern oder euren Kindern tut.

    34. Ich werde durch mein auserwähltes Volk gerechte Gesetze diktieren, die auf Liebe und Achtung gegründet sind. Hundertvierundvierzigtausend Geistwesen sind vorbereitet worden. Die einen befinden sich im Geistigen; andere, die in der Körpermaterie sind, verteile Ich über die Welt, damit sie, wenn die Stunde kommt, überreich an Inspiration sind, und Ich durch ihren Mund spreche, und mein Wort sich vervielfacht.

    35. Elias bereitet allen den Weg, und wie in der Zweiten Zeit sage Ich euch: Wie nahe ist euch Elias, und ihr habt ihn nicht erkannt! Immer, wenn mein Reich sich den Menschen genähert hat, hat er die Herzen vorbereitet. Ebenso ist es in dieser Zeit bei euch gewesen.

    36. Arbeitet im Stillen, ohne zu prahlen. Habt nicht den Wunsch, euch von den anderen zu unterscheiden. Geht euren Weg unauffällig, doch tragt in eurem Herzen eine große Liebe für die Menschheit. Beschützt sie und helft ihr; sorgt dafür, dass euer Herz wie eine Arche ist, und nehmt darin den Kranken, den Sünder auf — denen, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben. Zeigt allen die Vergeistigung als Ziel für ihr Heil, sie werden Mir nachfolgen. Doch die Stolzen werden ein weiteres Mal fernbleiben, ohne Mich in dieser Zeit zu hören. Danach werden die Prüfungen, die Geschehnisse von allen meinen Kundgebungen sprechen. Die einen werden sich dann bekehren, während andere weiterhin ein für die göttliche Botschaft verschlossenes Herz haben werden.

    37. Ich segne alle, die Ämter haben — Regierende, Lehrer, Richter; lasst euch erleuchten und erfüllt eure Mission.

    38. Kommt herbei, Mich zu hören. Was macht es schon, dass ihr mein Wort durch sowohl moralisch wie geistig unvollkommene Menschen vernehmt? Wenn ihr denkt, dass Ich in dieser Zeit das am wenigsten geeignete Mittel für meine Kundgabe wählte, irrt ihr euch. Wenn ihr glaubt, dass diese Art, Mich dem Menschen kundzutun, keine fortschrittliche Form ist, urteilt ihr leichtfertig.

    39. Gibt euch die Tatsache, dass Ich Mich eures Gewissens und eures Verstandes bediene, um zur Menschheit zu sprechen, nicht eine Vorstellung von der Entwicklung, die euer Geist erreicht hat?

    40. In irgendeiner Weise musste die Zeit der geistigen Kommunikation beginnen, und diese Weise ist die gewesen, die ihr seit 1866 gehabt habt, und die 1950 enden muss, um der Zwiesprache von Geist zu Geist Platz zu machen.

    41. Meine Kundgebung durch die Stimmträger soll nach meinem Willen vorübergehend sein, eine kurze Etappe der Vorbereitung, die diesem Volk als Norm, Gesetz und Grundlage dienen soll, um diese Wahrheit zu bezeugen und zu verbreiten und der Welt die Gegenwart der Dritten Zeit zu verkünden.

    42. So wie meine Kundgebung durch das menschliche Verstandesvermögen dazu bestimmt war, flüchtig wie ein Blitz zu sein, ebenso war es auch vorgesehen, dass einige wenige Menschengruppen gerufen würden, um bei dieser Offenbarung anwesend zu sein und diese Botschaft zu empfangen.

    43. Die Zwiesprache von Geist zu Geist hingegen wird das ganze Menschengeschlecht erreichen, ohne zeitliche Begrenzung, denn diese Form, Mich zu suchen, zu empfangen, zu beten, Mich zu vernehmen und Mich zu fühlen, gilt für alle Ewigkeit.

    44. Wie groß ist die Verantwortung dieses Volkes, das mein Wort vernommen hat und meine Unterweisungen aufbewahrt hat! Ich sage euch: Bevor die Welt den Schritt hin zur Vergeistigung tut, wird sie alles erfahren müssen, was Ich euch in dieser Etappe der Vorbereitung offenbarte, in der Ich durch den Mund meiner Stimmträger zu euch sprach und euch mein Wort niederschreiben ließ, damit ihr es später studieren könntet.

    45. Bereitet euch zu, oh geliebtes Volk, damit ihr in Einklang mit eurem Herrn gelangt. Seht, Ich erfülle meinen Teil: Alles bereite Ich vor, die ganze Menschheit. Auch wenn sie es nicht weiß, läutert sie sich gegenwärtig. Die Geistige Welt, die das größte und mächtigste Heer bildet, unterstützt meine Werke und befolgt meine Ratschlüsse, und Ich will, dass ihr ein Volk von erleuchteten Menschen bildet, von treuen Zeugen meines Wortes, von Sämännern geistigen Lichts, deren Arbeit dazu dient, die Welt zu erwecken, ihr Zeugnis zu geben und sie zu warnen.

    46. Das Sechste Siegel ist gelöst und hat euch, den Wegbereitern der Vergeistigung auf Erden, einen Teil seines Inhalts gezeigt. Doch es wird weiterhin sein Licht auf alle Menschen ergießen, auch wenn einmal dies Wort, das ihr heute vernehmt, aufgehört hat.

    47. Was wird das Sechste Siegel der Menschheit der Zukunft offenbaren? Sehr große Offenbarungen, wenn ihr bedenkt, dass Ich euch zu Erben eines Schatzes an Weisheit gemacht habe.

    48. Das Sechste Siegel ist geöffnet, und niemand wird es verschließen noch verhindern können, dass sein Licht zu den Geistwesen gelangt, so wie niemand den Lauf der Zeit aufhalten oder verhindern kann, dass das Licht des Königsgestirns zu eurer Welt gelangt.

    49. Das Buch des Wissens, das lange Zeit versiegelt war, während euer Geist vorbereitet wurde, um in dasselbe einzudringen — Ich habe es geöffnet, die Liebe eures Meisters, des Lammes, hat es aufgeschlagen, sein Licht strahlt intensiv, ohne dass viele auf Erden es merken.

    50. Bald werden sich die Intuitiven, die Inspirierten, die geistig Empfindsamen erheben und in den Nationen das bezeugen, was sie mit dem Geist sehen, was sie empfinden, was sie vernehmen und empfangen. Ich sage euch nochmals, dass mein Volk sich nicht auf die beschränkt, die Mich durch diese Stimmträger vernommen haben, sondern dass Ich meine Diener zu verschiedenen Punkten der Erde gesandt habe, um die Wege zu bereiten und die Felder zu bereinigen, zu denen später die Sämänner kommen müssen.

    51. Ich stärke sie und segne sie, denn ihr Tagewerk ist leidvoll, ihr Pfad mit Dornen gespickt. Spott, Hohn, Verleumdung und Niedertracht folgen ihnen überallhin. Aber sie — ahnungsvoll und inspiriert — wissen, dass sie von Mir gesandt worden sind, und sie sind willens, in Erfüllung ihrer Mission bis ans Ende des Weges zu gelangen.

    52. Betet für diese eure Geschwister, die ihr nicht kennt, die sich jedoch bemühen, ihre Mission zu erfüllen, euch den Weg zu bereiten. Sie haben auf der Welt nicht den göttlichen Ansporn dieses Wortes gehabt, das ihr so lange vernommen habt, und sie mussten viele Annehmlichkeiten der Welt opfern, um geistig die Inspiration zu empfangen, die ihnen Orientierung gibt.

    53. Ihr habt jede Lektion tausendmal vernommen — welche Rechtfertigung könntet ihr finden, wenn ihr meine Lehre nicht befolgen würdet? Keine. Welche Widersetzlichkeit oder welches Aufbegehren könntet ihr angesichts des Schmerzes zeigen, wenn er einträte, um eure Verfehlungen zu bestrafen? Doch vergesst nicht, dass Ich euch gelehrt habe, euch durch die Liebe zu läutern, euch zu erneuern, indem ihr einander dient, damit ihr die Läuterung durch den Schmerz vermeidet.

    54. Manche halten mein Wort für hart und herb, da es von liebevoller Gerechtigkeit durchdrungen ist. Der Grund dafür ist, dass sie sich ihrem Gewissen nicht zu stellen verstanden, und sich aus Hochmut auch nicht selbst richten wollten.

    55. Wenn ihr das Resultat eurer Unfolgsamkeiten, eurer Entweihungen, eurer Eitelkeit und eures Mangels an Nächstenliebe seht und einen Leidenskelch leert — ganz im Gegensatz zu dem, was Ich euch angeboten habe — dann ruft ihr überzeugt aus: „Im Vorwurf des Meisters lag Wahrheit und Gerechtigkeit!“

    56. Ich habe euch mit der Vereinigung aller Menschenscharen beauftragt, die euer Volk bilden, doch ihr habt es nicht getan und meiner Gerechtigkeit herausgefordert. Ich habe Geduld gehabt und euch Zeit gegeben, damit ihr diesen Auftrag ausführt, doch bisher habt ihr euch nicht dazu aufgemacht. Wollt ihr also, dass es meine Gerechtigkeit ist, die euch wachrüttelt, die euch reinigt und vereinigt? Wenn es so ist, geliebtes Volk, kennt ihr zwar nicht den Tag und die Stunde, aber sie wird kommen. Denn Ich werde euch nicht zurücklassen, um meine Wahrheit mit einem Herzen voller Unreinheiten zu bezeugen.

    57. Ebenso wenig sollen die schlechten Schriften als Zeugnis erhalten bleiben. Denn ein Zeugnis, das mit Falschem und Unvollkommenen vermischt sein sollte, soll verbrannt werden. Das Befleckte oder Unreine gelangt nicht zu Mir, so wenig wie Ich es meinen Kindern anbiete. Zuerst müsst ihr den Samen sorgfältig reinigen und ihn danach erst aussäen.

    58. Mein Wort an diesem Tage ist kein Kelch der Bitternis, es ist eine Quelle kristallklaren Wassers, in der ihr euer Herz baden und ihm größere Reinheit geben könnt, und eurem Geist Licht.

    59. Nehmt diese Worte mit Liebe an, denkt über sie nach. Danach werdet ihr euch stärker fühlen, um in diesem Tagewerk fortzufahren.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 283

    1. Geliebte Jünger, ihr kommt von verschiedenen Wegen herbei, und ihr vereint euch im Augenblick des Gebets, um den Geist zum Vater zu erheben. Ich empfange euch, vernehmt meine Stimme. Kehrt zu Mir zurück, wenn ihr den Weg verloren habt. Heute seid ihr bei Mir. Seit langem schon rufe Ich euch, und wahrlich, Ich sage euch, Ich habe jeden von euch erwartet.

    2. Euch, die ihr hier zusammengekommen seid, empfange Ich stellvertretend für die Menschheit. Das, was Ich über euch ausgieße, habe Ich allen euren Geschwistern zuteilwerden lassen. Mir sind sowohl diejenigen lieb, die in den Schatten dieses Baumes gekommen sind, als auch diejenigen, die ferne von ihm sind.

    3. Betet, Volk, dies ist die Sprache des Geistes. Aber lernt diese Sprache, damit, wenn ihr zu Mir sprecht, ihr Mich gleichzeitig zu vernehmen versteht. Sprecht zu Mir mit Hochachtung und Demut, aber mit dem Vertrauen, das man zu einem Vater hat — mit der Vertrautheit, mit der man mit einem Freunde spricht.

    4. Öffnet euer Herz, dieses ist mein Tempel, und lasst zu, dass in seinem Innern das Echo meiner Stimme vernehmbar wird, welches Rat, Inspiration und Offenbarung ist.

    5. Wenn ihr in den Sinngehalt meiner Unterweisungen eindringt, und ihr meine Stimme kennt, so wie ein Schaf die Stimme seines Hirten kennt, werdet ihr begreifen, dass Ich zu allen Zeiten und in jedem Augenblick eures Lebens zu euch gesprochen habe. Wenn es nicht so wäre, wäre das Wort nicht ewig.

    6. Die Menschheit ist in meinen Augen immer wie ein schwaches Kind gewesen, Gefahren und Stolpersteinen ausgesetzt, und da Ich sein Vater bin, liebe Ich sie und führe sie, auch wenn ihr Herz manchmal für meine Ratschläge, meine Rufe und Lektionen taub ist.

    7. Heute durchleben die Menschen einen Zeitabschnitt großer Prüfungen, doch nicht deshalb, weil Ich Mich an ihrem Schmerz freue, sondern weil die Menschen sich gerechterweise selbst reinigen müssen, wenn sie sich befleckt haben.

    8. Ihr alle wisst, dass Ich das Reine liebe, dass nur Lautere zu Mir gelangt. Dies sagt euch euer Gewissen.

    9. Das Licht meines Geistes ist auf alles Fleisch und auf jeden Geist ausgegossen, damit ihr die Prüfungen studieren und ergründen könnt, die euch das Leben täglich als Lektionen gibt, damit ihr euch erkennen und die Aufgabe verstehen könnt, die ihr zur Erde mitgebracht habt.

    10. Warum fürchten viele von euch, dass euer Schicksal von Mir mit Prüfungen, Schmerzen, Strafen oder Unglücksfällen niedergeschrieben worden ist? Wie könnt ihr zu der Auffassung gelangen, dass Der, der euch in vollkommener Weise liebt, euch einen Weg voller Dornen beschert? Wahrlich, Ich sage euch, der unheilvolle und mit Schicksalsschlägen besäte Weg ist jener, den ihr nach eurem Willen wählt, in der Meinung, dass auf ihm Freuden, Freiheit, Glückseligkeit zu finden seien, ohne zu begreifen, dass es gerade der euch bestimmte Weg ist, von dem ihr euch entfernt, auf dem wahrer Friede, Sicherheit, Kraft und Gesundheit, Wohlergehen und Überfluss zu finden sind.

    11. Dieser Weg, den Ich euch in meiner Lehre anbiete, ist der für euren Geist von seiner Erschaffung an vorbestimmte, damit ihr auf ihm schließlich das findet, was ihr ersehnt.

    12. Gesegnet seien die, die zum Weg zurückkehren, wenn sie dieses Wort vernehmen, denn auf ihm werden sie das Erbe wiederfinden, das sie verschmäht hatten.

    13. Auf meinem Weg gibt es gleichfalls Prüfungen, aber diese sind Lektionen für den Geist, sind Licht und Offenbarung, womit das Leben euch einen Anstoß anrührt, um euch in dem rasenden Lauf aufzuhalten, der euch ins Verderben führt.

    14. Tausend Prüfungen seid ihr unterworfen, Jünger, damit alle Fähigkeiten eures Geistes erweckt und alle Saiten eures Herzens in Einklang gebracht werden.

    15. Dies Volk ist der starke Sohn, der die Prophetien und die Unterweisungen besitzt. Daher sage Ich ihm unablässig, dass er mein Wort ausüben soll, dass er es auf sein Leben anwenden soll, damit er den Wert seiner Gaben kennenlernt, dass er die Essenz meiner Lehre eifrig suchen soll, damit er die Lichter entdeckt, die Ich euch damals versprach, als Ich euch sagte, dass Ich euch den Geist der Wahrheit senden würde, um euch die früheren Offenbarungen zu erklären.

    16. Ich lasse zu, dass dieses Volk im Verborgenen und unbeachtet anwächst, ohne dass die Menschheit seine Gegenwart bemerkt; bis die Stunde kommt, das Schweigen zu brechen, was geschehen wird, wenn diese Menschen sich in Wahrheit und im Geist vereinigt haben.

    17. Wenn ihr Mich vernehmt, erbebt euer Wesen vor Liebe, und ihr fragt euch: „Wo habe ich diese Stimme wohl schon einmal vernommen?“ Andere sagen, wenn sie Mich hören: „Mir kommt es so vor, als ob ich den Meister am Ufer eines Flusses oder auf einem Berg predigen sehe. Wo habe Ich Ihn wohl gesehen?“

    18. Ja, Volk, euer Glaube sagt euch, dass Ich es bin, der zu euch spricht, obwohl ihr wisst, dass Ich nicht Mensch geworden bin. Denn Ich sagte euch, dass Ich „in der Wolke“ kommen würde, und so habe Ich es erfüllt.

    19. Wenn Ich das Verstandesvermögen des Menschen benutzt habe, um zu euch zu sprechen, dann deshalb, weil ihr Mich, wenn Ich zu euch von Geist zu Geist gesprochen hätte, nicht vernommen und noch weniger verstanden hättet.

    20. Aber diese Art der Kundgabe ist kurz gewesen und geht nun bald zu Ende, weil es dafür nur nötig war, dass einige Mich vernähmen, damit sie wüssten, wie ihr in der Zukunft meinem Willen gemäß mit Mir Zwiesprache halten sollt und es der Menschheit anzukündigen verstündet.

    21. Ich will aus euch eine einzige Familie machen. Dafür ist es unbedingt notwendig, dass ihr eine einzige Anbetungsform habt und das gleiche Gesetz befolgt.

    22. Ihr, Volk, beginnt damit, jenes Beispiel von Brüderlichkeit und Einigkeit vorzuzeigen. Solange ihr dies nicht erreicht, werdet ihr aus der Dunkelheit, in der ihr euch befindet, nicht zum Licht des Weges heraustreten können, auf dem euch eure Mission erwartet.

    23. Das Licht, das von dieser geistigen Unterweisung ausstrahlt, erhellt den Geist der Menschheit, und wenn die Menschen einmal dahin gelangen, eine wahre Erkenntnis der Zeit zu haben, in der sie derzeit leben, werden sie mit absoluter Klarheit die Essenz dieser Lehre erkennen, die alle eure Religionen überstrahlen wird. Ihr fragt Mich: „Meister, sind die Religionen also nicht wahr?“ Darauf sage Ich euch: Wenn sie die Wahrheit wären, so würde nur eine einzige existieren, weil die Wahrheit eine einzige ist. Jede von ihnen enthält einen Teil jenes höchsten Lichts, sie alle sind Wege, die den Geist führen und ihn der Quelle des Wissens näher bringen.

    24. Die absolute Wahrheit besitzt kein Mensch, noch ist sie in irgendeinem Buch enthalten. Diese göttliche Klarheit, diese allmächtige Kraft, diese unendliche Liebe, diese uneingeschränkte Weisheit, diese vollkommene Gerechtigkeit ist in Gott. Er ist die einzige Wahrheit.

    25. Versteht mein Lehrwort. Jede Religion ist eine Art und Weise, die Wahrheit zu begreifen, aber nicht die Wahrheit selbst. Daher seht ihr die Unterschiede, die zwischen ihnen existieren. Ich sage euch noch einmal, dass, wenn sie die höchste Wahrheit enthielten, sie alle gleich wären und eine einzige Vorstellung, eine Weltanschauung, einen einzigen Weg darstellen würden, um zu Mir zu gelangen.

    26. Wenn daher meine Lehre einmal auf der Welt anerkannt ist, wird das Verständnis des Menschen sie über jede Religion stellen, weil er begreift, dass er sie nicht auf irgendeine Weise darstellen oder vermaterialisieren darf, da er sie dann nicht auf das Leben selbst anwendet. Ihr sollt nun begreifen, dass diese Lehre nicht dazu da ist, um sie durch Symbole sinnlich wahrnehmbar zu machen, sondern um sie im Geist zu fühlen. Wenn ihr sie einmal so versteht, dann werdet ihr in der Lage sein, dem Vater die innerliche Verehrung darzubringen, welche die wahre ist, welche ohne Zurschaustellung, ohne Heuchelei, ohne eigennützige Interessen geschieht.

    27. Die Geistlehre ist keine Theorie, sie ist eine praktische Unterweisung sowohl für das menschliche Leben als auch für das Leben des Geistes. Es gibt keine andere, umfassendere und vollkommenere Unterweisung. Sie begleitet euch, noch bevor ihr zur Erde kommt, sie folgt euch während des ganzen Tagewerks auf dieser Welt und verschmilzt mit eurem Geist, wenn er zu seiner vorigen Heimstatt zurückkehrt.

    28. Nicht Ich werde es sein, der aus euren Kulten die Liturgie und die Traditionen entfernt — es wird der Geist des Menschen sein, der sich unwillkürlich über seine alten Vorstellungen erhebt angesichts der Notwendigkeit größeren Lichts, das seinen Entwicklungsweg erhellt. Bald wird der Mensch begreifen, dass das einzige, was er Gott darbringen kann, die Ausübung der Liebe ist, denn Liebe bedeutet das Gute, Barmherzigkeit, Weisheit und Gerechtigkeit.

    29. Der Spiritualismus löscht kein einziges der Worte aus, die Christus einst verkündete. Wenn es nicht so wäre, dürfte er sich nicht diesen Namen geben, da er sich der Wahrheit entgegenstellen würde. Wie könnte dies Wort gegen jenes sein, da es doch derselbe Meister ist, der es ausspricht. Wenn ihr wirklich in den Sinngehalt dieser Lehre eindringen würdet, würdet ihr sehen, dass mein Wort von heute die Erklärung oder Erläuterung all dessen ist, was Ich einst sagte. Daher ist die Menschheit von heute und die der Zukunft in der Lage, mehr zu verstehen als die vergangener Generationen und deswegen auch das Gesetz auf eine reinere, höhere und wahrhaftigere Weise zu erfüllen.

    30. Wenn ihr eure Geschwister bei ihrem Kult genau beobachtet, werdet ihr sehen, dass sie das, was früher Gegenstand ihrer Anbetung war, jetzt ohne innere Anteilnahme betrachten. Der Grund dafür ist, dass der Geist von selbst erwacht und nach dem verlangt, was ihn wirklich nähren kann. Darum sage Ich euch, dass die äußerliche Kultausübung dieser Menschheit dazu bestimmt ist, zu verschwinden.

    31. Euch, die ihr dieses Wort empfangt, kommt es zu, mein Werk in seiner ganzen Schlichtheit, Geistigkeit, Reinheit und Einfachheit zu präsentieren, ohne darin dem Fehler zu verfallen, Riten zu schaffen, neue Traditionen oder neue Sinnbilder zu schaffen, die euch vom wahren Weg abbringen.

    32. Die Zeit, das Göttliche oder das Geistige durch materielle Formen darzustellen, ist vorbei. Wenn die Menschheit Symbole und Bildnisse geschaffen hat, weil in jenen Zeiten das Gesetz in Stein gemeißelt war und die Propheten menschliche Wesen waren ‒ aufgrund der Tatsache, dass das Wort Mensch wurde und mit den körperlichen Augen gesehen wurde ‒ so komme Ich heute im Geist, und meine Boten kommen gleichfalls im Geist zu euch. Welche neue Sinnbilder oder neue Gestalten könntet ihr vom Unendlichen, vom Nichtdarstellbaren formen?

    33. Die Geistlehre ist der Ausdruck und die wahre Nahrung des Geistes. Daher wendet er sich von jeder Vermaterialisierung und jedem prunkhaften Kult ab.

    34. Aufgrund all dessen, was Ich euch an diesem Tag gesagt habe, werdet ihr begreifen, wie groß eure Verantwortung gegenüber euren Geschwistern ist.

    35. Befolgt das, was euch mein Wort aufzeigt, und es wird die beste Art und Weise sein, mein Werk anderen darzulegen.

    36. Übt die Barmherzigkeit aus, spendet Licht, befreit den von Irrtümern, der in ihnen zu Fall gekommen ist. Schafft ein Werk des Friedens, der Brüderlichkeit und Einigkeit, dann wird meine Liebe eure Schritte begleiten.

    37. Begreift, dass Ich Licht im Verstand der Menschen bin, die die Entfaltung ihres Geistes anstreben. Ich bin der Trost für jene, die von Leiden niedergedrückt werden.

    38. Seit langem habe Ich Mich der Welt nicht mehr im Wort offenbart, und daher kommt ihr jetzt, da es sich erneut hören lässt, begierig herbei, den Meister zu vernehmen und seine neue Botschaft kennenzulernen.

    39. Von Zeit zu Zeit ist es notwendig, dass sich mein Geist in irgendeiner für euer Auffassungsvermögen zugänglichen und verständlichen Weise offenbart. Diese Notwendigkeit, zu euch zu sprechen, ist in eurem Ungehorsam gegenüber meinem Gesetz, in eurem Abweichen vom wahren Weg begründet.

    40. Der Mensch ist aufgrund der Willensfreiheit, die er genießt, das rebellischste Geschöpf der Schöpfung. Bis heute hat er sich nicht den Weisungen des Gewissens unterwerfen wollen.

    41. Mein Wort kommt, um einige aufzuhalten, anderen Orientierung zu geben, alle in der Wahrheit zu bestärken und euch aus den Abgründen zu retten.

    42. Nehmt keinen Anstoß an der Art und Weise, in der Ich Mich jetzt offenbare, die so anders ist als die der Zweiten Zeit. Wisst, dass Ich niemals zweimal die gleiche Form gebraucht habe, da es bedeuten würde, euch bei ein und derselben Unterweisung verharren zu lassen, und Ich komme immer, um euch neue Lektionen zu lehren und um euch zu helfen, neue Schritte zu gehen.

    43. Mich erreicht die Wonne, die euer Geist fühlt, wenn er Mich vernimmt, weil er weiß, dass jede Unterweisung von Mir Licht, Ermutigung, Erkenntnis und Zurüstung für den ist, der sie zu nutzen versteht.

    44. Zweifellos ist der Jünger, der sie nutzt, ein Mensch, der sich im Leben sicher fühlt, der Glauben an seine Bestimmung hat, der den Tod nicht mehr fürchtet und sich stattdessen an dem Gedanken an jenes geistige Leben erfreut, das ihn erwartet.

    45. Selig, wer meine Unterweisungen vernimmt, sie sich zu eigen macht und sie befolgt, denn er wird auf der Welt zu leben verstehen, wird der Welt abzusterben verstehen und, wenn seine Stunde gekommen ist, in der Ewigkeit auferstehen.

    46. Gesegnet sei, wer sich in mein Wort vertieft, denn er hat den Grund für den Schmerz, den Sinn der Wiedergutmachung und der Sühne begreifen gelernt, und statt zu verzweifeln oder zu lästern, womit er seine Pein noch vermehren würde, erhebt er sich voller Glauben und Hoffnung, um zu kämpfen, damit die Last seiner Verschuldungen täglich leichter wird und sein Leidenskelch weniger bitter.

    47. Gelassenheit und Frieden ist den Menschen des Glaubens zu eigen — denen, die mit dem Willen des Vaters einverstanden sind.

    48. Wie lichtvoll wäre euer Leben und wie großartig und wegweisend wäre eure Wissenschaft, wenn ihr eure Nächsten lieben und den Willen eures Vaters tun würdet — wenn ihr etwas von eurer Willensfreiheit opfern und gemäß dem, was euch das Gewissen befiehlt, wirken würdet. Eure Wissenschaft würde dann beim Überschreiten der Grenzen des Materiellen das Überirdische berühren; denn bisher hat sie sich jenen Grenzen nicht einmal genähert.

    49. Welche Bestürzung fühlt der Geist des Wissenschaftlers, wenn er diese Welt verlässt und schließlich der göttlichen Wahrheit gegenübersteht! Dort senkt er schamerfüllt sein Angesicht und bittet darum, dass ihm sein Hochmut vergeben werde. Er glaubte alles zu wissen und zu können, leugnete, dass etwas existiere, was jenseits seines Wissens oder seines Begreifens liege. Aber nun, da er vor dem Buch des Lebens steht, vor dem unendlichen Werk des Schöpfers, muss er seine Armseligkeit erkennen und sich in Demut hüllen vor Dem, der absolute Weisheit ist.

    50. Warum nicht schon hier dieses Buch durchblättern, da es von Mir erlaubt und anbefohlen ist? Warum sich nicht durch Vergeistigung vorbereiten, um zu ihm zu gelangen und auf seinen Seiten die Lektion zu lernen, die erleuchtet, oder die Offenbarung, die die Geheimnisse erklärt?

    51. Wisst, Volk, dass nicht nur ihr imstande seid, geistige Botschaften und Inspirationen empfangen zu können. Es gibt viele Menschen auf der Welt, die, ohne zu wissen, dass Ich mein Wort durch diese Stimmträger verströme, die Nähe eines Lichts erahnen, das bereit ist, sich in Offenbarungen auf die Menschheit zu ergießen. Sie werden von meinem Geist die nötige Vorbereitung erhalten, damit, wenn sie euer Zeugnis vernehmen und ihr ihnen meine göttliche Botschaft übermittelt, sie jubelnd sagen: „Das ist es, was ich erhofft habe.“

    52. Ich bereite euch auf diese Weise vor, damit ihr, wenn der Augenblick gekommen ist, dass ihr einander begegnet, Bande der Vereinigung zu knüpfen und euch zu verstehen vermögt.

    53. Ich sage euch noch einmal, dass nicht ihr allein es seid, die in dieser Zeit von meinem Geist die Erleuchtung empfangen. Denn der Zeitpunkt wird kommen, an dem alle in unterschiedlichen Formen empfangenen Botschaften zusammen eine einzige geistige Macht auf dieser Welt darstellen. Ihr werdet das Eure beitragen — das, was Ich euch übergebe, das heißt: meine neuen Offenbarungen. Denn das Gesetz ist nicht neu, es ist dasselbe wie das, das Ich euch in den vergangenen Zeiten gab — das Erbe der großen Wahrheit, an die Ich euch erinnert habe, damit ihr nicht vom Pfad abirrt. Das Gesetz, geliebtes Volk, ist die Saat der Welt von morgen.

    54. Heute durchlebt ihr noch eine Epoche des Zweifels, des Skeptizismus‘ und des Misstrauens. Aber dies göttliche Licht, das auf jeden Geist strahlt, wird selbst den letzten Schatten von Ungewissheit zerstreuen, und die Wahrheit wird dann im Leben der Menschen regieren.

    55. Ihr, die ihr mein Wort des Friedens, meine Liebeslektion vernehmt, sollt niemals ein Werk der Zwietracht schaffen. Im Gegenteil: Euer Streben soll immer sein, zu vereinigen, Frieden zu stiften, die Erfüllung des Gebotes zu erreichen, das euch lehrt, einander zu lieben.

    56. In der Natur werden Ereignisse eintreten, die die Wissenschaftler der Menschheit nicht werden erklären können. Dann soll euer Wort voller Demut, aber zugleich voller Gewissheit und Selbstvertrauen die Ursache vieler Ereignisse und Erscheinungen erklären, für die man keine Lösung gefunden hatte.

    57. Was ist die Natur anderes als ein großes Geschöpf? Ja, Jünger, ein Geschöpf, das sich gleichfalls entwickelt, läutert, entfaltet und vervollkommnet, um in seinem Schoß die Menschen von morgen beherbergen zu können.

    58. Wie oft seid ihr verdrossen über ihre natürlichen Übergangserscheinungen zur Erreichung jener Vollkommenheit und haltet sie für Strafen Gottes, ohne euch bewusst zu machen, dass auch ihr euch zusammen mit der Natur und der Schöpfung läutert, entwickelt und der Vollkommenheit entgegengeht.

    59. Auch wenn ihr heute nicht versteht, was Ich euch sage, so werdet ihr zu seiner Zeit genügend Erkenntnis haben — bis zu dem Grad, dass ihr auf solche Weise mit allem, was euch umgibt, in Einklang seid, dass euch nichts schadet, dass euch nichts niederdrückt oder euch krank macht, weil ihr dann erreicht haben werdet, über dem Materiellen zu stehen und nicht unter der Herrschaft der Naturkräfte.

    60. Ihr seid so unreif, dass ihr euch oftmals fürchtet, anstatt die Zeichen, die die Natur gibt, zu bewundern.

    61. Wann werdet ihr wie Fürsten inmitten dieser Schöpfung sein und keine Sklaven, wie ihr es jetzt seid?

    62. Meint ihr, es gefällt Mir, euch voller Entsetzen beten und Gott um Erbarmen mit euch anflehen zu sehen, wenn ihr die Naturgewalten entfesselt seht? Ich will euch voller Geistesfrieden, die Werke eures Vaters bewundern sehen, ohne dass eure Leben allmählich verkümmern. Ich will solche Gebete von euch empfangen, die einem Herzen entspringen voller Frieden, Gehorsam, Verständnis.

    63. Ach, wenn ihr doch von dem Augenblick an, da sich eure Augen öffnen, um das Licht dieses Lebens zu schauen, euch darum bemühen würdet, die wahre Harmonie mit dem Geistigen und mit der Natur zu erlangen! Ihr würdet begreifen, wie schön das Dasein ist, das der Schöpfer euch gegeben hat, dessen Weg ins Ewige Leben führt! Um euch zu helfen, es zu erreichen, bin Ich in dieser Dritten Zeit gekommen, um euch meine früheren Unterweisungen zu wiederholen. Erinnert euch, dass Ich euch sagte: „Ich werde noch einmal zu euch kommen.“ Doch mein Kommen ist nicht in einem Körper gewesen wie in der Zweiten Zeit, Ich bin im Geist gekommen, um euch meine Essenz, Gegenwart und Vollmacht zu offenbaren. Unter Ungläubigen und Sündern gebe Ich Mich derzeit kund, um ihnen erneut meine Unterweisung zu geben, meine Lehre. Wie in der Zweiten Zeit haben Mir die einen geglaubt und die anderen meine Gegenwart geleugnet. Doch aus jenen, die Mich erkannt haben, werden meine neuen Jünger hervorgehen, die von Mir Zeugnis ablegen werden.

    64. Seht, die Menschheit ist erneut verwirrt. Doch Ich lehre sie keine materiellen Ausübungsformen, Ich gebe ihr nur eine Liebeslehre, damit sie begreift, was der Wille des Vaters ist.

    65. Der Heilige Geist hat sich unter Männern, Frauen und Kindern kundgegeben. Auf sie hat sich meine Gnade ergossen, damit sie es sind, die Zeugnis von meiner Gegenwart in dieser Zeit geben.

    66. Ich bin gekommen, um euch das gleiche Gesetz aufzuzeigen und euch an dieselbe Unterweisung zu erinnern wie die, die Ich euch in vergangenen Zeiten gegeben habe. Denn der Vater mit seiner erhabenen Weisheit ist zu keiner Zeit gekommen, um euch zu verwirren. Das Licht des Heiligen Geistes hat euch erleuchtet, um euch alle meine Unterweisungen zu erläutern, damit ihr und danach die ganze Menschheit sie mit Liebe, mit Vollkommenheit in ihren Handlungen und Gedanken zur Anwendung bringen können.

    67. Der Mensch lebt auf dem Höhepunkt seiner Verderbtheit. Er strebt nur nach Materiellem, nach Gold und der Macht auf Erden, doch sein Geist sehnt sich nach meinem Frieden. Auch ihr, Israel, habt im Lauf der Zeit steinige Wege zurückgelegt und habt noch nicht zum Gelobten Land gelangen können, weil ihr euch nicht zu lieben und euch zu vereinigen verstanden habt und euch gegenseitig abgelehnt habt. Doch in dieser Dritten Zeit habe Ich euch an meinem Tisch den besten Platz angewiesen und habe Ich euch liebkost, damit ihr wisst, dass Ich als Vater bei euch bin, damit ihr alle eine einzige Familie bildet.

    68. Volk, pflegt die Herzen der gesegneten Kinder, damit sie einander von ihrer zarten Kindheit an lieben und den Weg der Liebe und der Gerechtigkeit zu erkennen vermögen.

    69. In dieser Zeit erleuchtet euch mein Wort aufs Neue. Ich will meine Gnade im Überfluss ausgießen, damit ihr rein und anmutig seid. Doch wenn ihr erneut in Sünde fallt, so erkennt, Volk, dass nicht Ich es bin, der euch von meinem Schoß entfernt, sondern dass ihr es seid, die sich von Mir entfernen, obwohl dies nicht mein Wille ist. Doch meine Vergebung und meine Liebe sind wie offene Tore, um jeden zu empfangen, der reuevoll zu Mir zurückkehren möchte.

    70. Israel: Ihr seid die Sendboten dieser Zeit, und Ich habe euch ausgewählt, damit ihr meine treuen Diener seid. Ich sehe, dass ihr, obwohl ihr Schmerz in eurem Herzen tragt, ergeben und gehorsam seid, und Ich sage euch: Ich werde euch aufrichten, gesegnete Kinder; fürchtet weder die Menschen noch die Naturgewalten, fürchtet nicht, Entfernungen zurückzulegen, denn Ich bin es, der euch erwählt hat und euch mit meiner Gnade bekleidet hat, damit ihr euch erhebt und zu allen Zeiten für die Spiritualisten den Weckruf erschallen lasst, damit sie sich von der Verwirrung und dem Fanatismus der Welt abwenden. Zeigt ihnen durch eure Taten voller Spiritualität meine wahre Lehre.

    71. Hört Mich, geliebtes Israel! Öffnet eure geistigen Augen und schaut die Herrlichkeit eures Vaters. Vernehmt meine Stimme durch euer Gewissen, hört mit euren geistigen Ohren die himmlischen Melodien, damit euer Herz und Geist sich erfreut, damit ihr Frieden fühlt; denn Ich bin der Friede und lade euch ein, in ihm zu leben. Ich offenbare euch die Liebe, die Ich zu allen Zeiten für die Menschheit empfunden habe — der Grund dafür, dass Jesus in der Zweiten Zeit sein kostbarstes Blut vergoss, um euch von der Sünde zu erlösen, euch die Liebe zu lehren und eurem Geist und Herzen die wahrhaftige Lehre einzuprägen.

    72. Geliebtes Volk: Wenn auf eurem Weg eure Heimsuchungen und euer Schmerz groß sein sollten, so erhebt euch im Gebet zum Vater, mit jenem wahren Gebet, das sich eurem Herzen entringt. Dann werdet ihr euch stark fühlen und den Namen eures Vaters verherrlichen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 282

    1. Das göttliche Licht erstrahlt für euch, es wird zum Wort, um euch eine neue Unterweisung zu geben. Gesegnet sei, wer sich zubereitet, als ob sein Herz ein Heiligtum wäre, denn er hat einen Blick auf das wahre Leben geworfen, als er mein Wort vernommen hat.

    2. Kommt alle und erkennt mein Liebeswunder. Ich bin gekommen, um Sünder durch die Lippen von Sündern zu retten.

    3. In dieser Ära beweise Ich euch die Macht, die ihr als Erbe oder Gabe besitzt, die Ich in euch gelegt habe. Es ist nicht die Macht der Körpermaterie, sondern die des Geistes. Denn der Mensch ist nicht mächtig, groß, noch weise durch das Fleisch, er ist es durch den Geist. Ich spreche zu dem, der seine Schritte auf den Weg des Guten lenkt und dem Willen seines himmlischen Vaters gehorcht — zu jenem, der die Gesetze befolgt, die das Leben lenken und regieren. Dieser wird sich durch machtvolle Kräfte unterstützt fühlen müssen, die ihn immer auf einen Weg des Lichts, des Friedens und der Wahrheit führen werden.

    4. Jünger: Dieses schlichte Wort, das Ich euch als geistiges Geschenk gebracht habe, um die Neue Zeit einzuleiten, ist in seiner Schlichtheit und äußerlichen Bescheidenheit ein weiteres meiner Meisterwerke. Diese Form, den Menschen zu suchen, um ihm über seinen Verstand das Göttliche kundzutun, hat einen Sinn, eine Essenz und eine Bedeutung, die ihr alle entdecken sollt.

    5. Seht, wie meine göttlichen Gedanken zur Stimme werden auf einigen menschlichen Lippen, die — obwohl unrein — im Augenblick dieses Dienstes rein werden, um euch eine Nahrung geistigen Lebens zu geben.

    6. Was wird euch der Tag, an dem sich sowohl euer Geist, als auch eure Körpermaterie gereinigt haben, um Mich zu empfangen, dann wohl nicht gewähren?

    7. Klein ist euer Glaube und schwach eure Liebe und eure Zurüstung gewesen. Dennoch hat euch die Frucht, die ihr in meinem Wort empfangen habt, aus eurer Lethargie gerissen, hat sie euch gelehrt, das Leben des Geistes ‒ das in euren Missgeschicken eine trostlose Wüste war und das jetzt für euer Leben voller Kämpfe und ständiger Prüfungen einer Oase gleicht ‒ zu verstehen, zu lieben, zu studieren und zu fühlen.

    8. Wenn ihr diese Unterweisung zu verstehen versucht, werdet ihr in dieser Zeit zu denen gehören, die vollständig erkannt haben, dass der Mensch ohne Mich nichts ist.

    9. Seht euch diese Welt an — stolz, herausfordernd und eingebildet auf alle Menschenwerke, mit denen sie die Generationen dieses Jahrhunderts in Erstaunen setzen. In ihrer Mehrheit glauben sie nicht an das Geistige, noch lieben sie es. Daher beten sie nicht, noch befolgen sie mein Gesetz. Dennoch sind sie zufrieden und stolz darauf, eine von Wunderwerken erfüllte Welt vorweisen zu können, die sie mit Hilfe ihrer Wissenschaft geschaffen haben.

    10. Doch diese Staunen erregende Welt der Menschen, die sie während Jahrhunderten der Wissenschaft, der Kämpfe, Kriege und Tränen errichtet haben, werden sie mit ihren eigenen Händen und Waffen zerstören. Denn schon naht der Zeitpunkt, an dem die Menschheit sich der Unhaltbarkeit und Gebrechlichkeit ihrer Werke bewusst wird, welchen die Liebe, die Gerechtigkeit und der echte Wunsch nach Vervollkommnung fehlte.

    11. Schon bald werdet ihr erfahren, dass ihr ohne Gott nichts seid, dass ihr nur von Mir die Kraft, das Leben und die Intelligenz empfangen könnt, um zwischen dem Geist und dem menschlichen Teil des Menschen ein harmonisches Dasein zu schaffen.

    12. Ich komme mit meinem neuen Wort, um die Welt zum Leben zu erwecken, weil die Menschheit während Zeitaltern und Jahrhunderten nur den Tod hat herrschen sehen. Was ist der Grund dafür gewesen, dass in eurem Dasein der Tod geherrscht hat? Der Mangel an Liebe.

    13. Wahrlich, Ich sage euch, die Liebe ist die unwandelbare Macht, die das Universum bewegt. Die Liebe ist Ursprung und Essenz des Lebens.

    14. Ich leite nunmehr eine Zeit geistiger Auferstehung für alle ein — eine Zeit, in der Ich jenen gesegneten Samen der Liebe zum Erblühen bringen werde, den Ich von der Höhe eines Kreuzes herab auf die Welt verströmte und euch damit ankündigte, dass, wenn die Menschen sich lieben, wie Ich es euch lehrte, der Tod aus der Welt geschafft sein würde und an seiner Stelle das Leben über die Menschen herrschen und sich in all ihren Werken bekunden würde.

    15. Heute esst ihr Tag für Tag die bitteren Früchte des Baumes der Wissenschaft, der von den Menschen so unvollkommen gepflegt wurde, weil ihr euch nicht um die harmonische Entfaltung aller eurer Gaben bemüht habt. Wie könntet ihr also eure Entdeckungen und eure Werke in gute Bahnen lenken, da ihr nur die Intelligenz geschult, aber den Geist und das Herz vernachlässigt habt?

    16. Da habt ihr die Menschen, die gleich wilden Tieren ihren Leidenschaften völlig freie Hand lassen, gegen ihre Nächsten Hass fühlen, die blutdürstig sind und danach trachten, die Brudervölker zu Sklaven zu machen.

    17. Falls jemand glauben sollte, dass meine Lehre den moralischen Zusammenbruch des Menschen verursachen könnte — wahrlich, Ich sage euch, dann befindet er sich in einem großen Irrtum; und um dies den Zweiflern, den Materialisten und den Hochmütigen dieser Zeit zu beweisen, werde Ich ihnen gestatten, dass sie die Frucht ihrer Wissenschaft ernten und essen, bis sie genug davon haben, bis sich ihrem Geist das Bekenntnis entringt, das Mir sagt: „Vater, vergib uns, Deine Macht allein wird imstande sein, die Kräfte aufzuhalten, die wir in unserer Unvernunft entfesselt haben.“

    18. Dann werde Ich ihnen zu Hilfe kommen und ihnen den Frieden geben, weil ihnen ihr Hochmut bereits viel vom bitteren Leidenskelch zu trinken gegeben haben wird. Ich werde sie zum Frieden und zur Meditation bringen, damit sie — dann bereits in einem neuen Leben — den Wert des Geistigen zu entdecken und dieses auf ihre Werke in Anwendung zu bringen verstehen. Ich werde ihnen begreiflich machen, dass das Leben einer Leier gleicht, deren Saiten die Liebe, die Vergeistigung und die Wissenschaft darstellen, dass diese jedoch, weil sie nicht in Einklang waren, nicht den lieblichen Klang der Liebe hervorzubringen vermochten, welcher der erhabene Klang der Vergeistigung ist.

    19. Die Zeit des Gerichts ist gekommen, in der Ich die einen fragen werde: „Warum hast du Mich geleugnet?“ Und andere: „Warum hast du Mich verfolgt?“ Hat der das Recht dazu, die Existenz meines Reiches zu leugnen, der nicht in sich selbst einzudringen vermochte? Dass ihr meine Wahrheit nicht erkennt, dass ihr sie nicht zu entdecken versteht, bedeutet nicht, dass sie nicht existiert. Wenn ihr glaubt, dass nur das existiert, was ihr begreifen könnt, so sage Ich euch, dass eure Unwissenheit groß ist und euer Hochmut sehr groß.

    20. Wahrlich, Ich sage euch, wer Gott und sein Reich leugnet, hat sich selbst verleugnet. Wer aus sich selbst Kraft schöpfen will, weil er sich für unabhängig hält und das stolze Gefühl hat, auch ohne Gott groß sein zu können, dessen Schritte auf der Welt werden sehr kurz sein. Er wird bald in die Irre gehen, und seine Leiden werden sehr schmerzvoll sein.

    21. Wo sind die wahren Weisen?

    22. Wissen ist, meine Gegenwart zu empfinden. Wissen ist, sich von meinem Licht leiten zu lassen und meinen Willen zu tun. Wissen ist, das Gesetz zu verstehen. Wissen ist, zu lieben.

    23. Wer darum bemüht ist, seinen Nächsten aus Liebe nützlich zu sein, widmet sich dem Guten auf einem der zahlreichen Pfade, die das Leben bietet. Er weiß, dass er ein Wesen ist, dass sich zur Verfügung stellen muss, vom göttlichen Willen für sehr hohe Zwecke verwendet zu werden. Ich will, dass ihr, oh Jünger, Wissen erlangt, damit ihr jene von ihren Irrtümern befreit, die den Weg zur Aufwärtsentwicklung verloren haben.

    24. Die wahre Liebe — jene, die über die menschlichen Gefühle hinausgeht, ist die Frucht der Weisheit. Seht, wie Ich in meinem Wort Weisheit in euer Auffassungsvermögen säe, und hernach erwarte Ich die Frucht eurer Liebe.

    25. Es gibt viele Arten, Gutes zu tun, viele Arten zu trösten und zu dienen. Alle sind Ausdruck der Liebe, welche eine einzige ist — der Liebe, welche Weisheit des Geistes ist.

    26. Die einen mögen auf dem Weg der Wissenschaft wandeln, andere auf dem des Geistes, wieder andere vom Gefühl bestimmt sein, doch die Gesamtheit aller wird die geistige Harmonie ergeben.

    27. Lernt die verschiedenen Wege, die es gibt, zu unterscheiden, sowie die unterschiedlichen Missionen zu achten, die eure Geschwister ausführen. Dafür müsst ihr einen aufgeschlossenen Verstand, richtiges Urteilsvermögen, ein ruhiges Gemüt und einen tiefen Blick haben. Wenn ihr diese Eigenschaften nicht habt, werdet ihr euch ohne berechtigten Grund empören, wenn ihr entdeckt, dass es mehr Religionsgemeinschaften gibt, als ihr glaubtet, und eine größere Zahl von Riten und Kulten als die, die ihr kanntet.

    28. Wenn ihr euch nicht vorbereitet, werdet ihr euch an dem Tag, da ihr euch inmitten des Kampfes befindet — der naht — verwirrt und betroffen fühlen.

    29. Diejenigen, die Mich vernehmen, ohne daran interessiert zu sein, zu verstehen, werden nicht zu denen gehören können, die diese Lehre ergründen und erklären. Andere dagegen versuchen den Sinngehalt meines Wortes zu erkennen, sie fühlen es, lieben es, tragen es in ihrem Geist, in ihrem Herzen und in ihrem Gehirn. Diese dringen täglich mehr in die Erkenntnis meiner Lehre ein.

    30. Wenn dieses Verlangen, mehr zu wissen, um in vollkommener Weise zu lieben, sich unter diesen Jüngern herausbildet, werdet ihr auf ihren Gesichtern die Schönheit der Güte, der Nächstenliebe, die Hoheit der Vergeistigung sich widerspiegeln sehen.

    31. Dennoch könnte selbst in diesem Augenblick niemand sein Gesicht als Spiegel der Wahrheit zeigen, in dem sich die Tugenden des Geistes widerspiegeln, jenes höheren Wesens, das in jedem Menschen wohnt. Und was soll Ich euch von jener Geistigen Welt sagen, die jenseits von euch lebt und vibriert, und die durch eure Werke, Worte und Gedanken gleichfalls ihr Angesicht zeigen kann? Für jene Wesen ist jeder Mensch ein Mittel, um sich kundzutun, jeder inkarnierte Geist ein Band der Vereinigung, und jedes Gehirn ein Mittel, um mit der Menschenwelt in Verbindung zu treten.

    32. Wenn die Gedanken der Menschen dem Guten zuneigen, werden sie von hochstehenden, leuchtenden Wesen benutzt werden, die sich hohen Zielen widmen. Aber wenn die Gedanken der Menschen jede gute Inspiration zurückweisen und zulassen, dass ihre Sinne und ihre Fähigkeiten von tiefstehenden Geistwesen benutzt werden, so werden diese nur niedere Leidenschaften hervorbringen.

    33. Ich sage euch, dass es nicht einen menschlichen Verstand gibt, der nicht unter dem Einfluss der Geistigen Welt lebt.

    34. Viele werden dies leugnen, doch niemand wird beweisen können, dass es unmöglich ist, dass der Verstand des Menschen die Gedanken und die Schwingungen nicht nur der Geistwesen und seiner eigenen Mitmenschen, sondern auch die Meinen empfängt.

    35. Dies ist eine Offenbarung für die ganze Menschheit — eine Offenbarung, die, wenn sie verbreitet wird, offene Herzen finden wird, die sie mit großer Freude aufnehmen; ebenso wird sie auch auf hartnäckige Gegner und Verfolger stoßen.

    36. Doch was werden diese tun können, um zu unterbinden, dass das Licht des Geistigen Reiches im Leben der Menschen erstrahlt? Welcher Mittel werden sich die Ungläubigen bedienen können, um jene Schwingung zu vermeiden? Wer ist jener, der sich für außerhalb des universellen Einflusses stehend hält, welcher die schöpferische und belebende Kraft Gottes ist?

    37. Ich spreche zu eurem Gewissen, zu eurem Geist und zu eurer Vernunft, doch Ich sage euch nochmals, dass ihr von anderen Daseinsebenen Botschaften, Ideen und Inspirationen empfangt, und dass, ebenso wie ihr nicht wisst, woher euer Geist zur Inkarnation in diesen euren Körper kam, ihr auch nicht wisst, wer sich ihm unsichtbar und unfühlbar kundgibt.

    38. Euch, die ihr diese Unterweisungen hört, sage Ich: Nicht, weil es meine Inspiration ist, die in den Verstandesorganen dieser Stimmträger vibriert, sollt ihr meinen, dass sie gerecht und rein sind. Nein, sie sind nur mit einer Fähigkeit ausgestattet worden, um mein Licht zu empfangen und es in Form von Worten zu übermitteln. Sie sind die Wegbereiter jener geistigen Zwiesprache, die eine Verheißung für die kommenden Zeiten ist, wenn die Menschen eine umfassende Kenntnis dessen haben, dass das Licht der Geistigen Welt immer in ihr Dasein hineingestrahlt hat, und sie sich zubereiten und vergeistigen, um die ewige Botschaft Gottes in vollkommener Weise zu empfangen und zu übermitteln.

    39. Menschheit, ihr leugnet, was ihr materiell nicht beweisen könnt. Ich sage euch, dass ihr nur das wisst, was zur Welt gehört. Denn wenn ihr ein wenig vom Geist wüsstet, würdet ihr nicht wagen, das Dasein, den Einfluss, noch die Kundgabe der Geistigen Welt zu leugnen!

    40. Eine große Zahl von Lichtwesen wachen über euch. An dem Tag, an dem ihr euch mit ihnen im Gebet, im Denken und im Glauben zu vereinigen versteht, werdet ihr in eurem Leben eine unbesiegbare Kraft, eine übermenschliche Kraft erfahren und werdet niemals straucheln.

    41. Um die Menschen herum existiert auch eine unsichtbare Welt der Finsternis und Verwirrung. Von dem Tag an, an dem ihr zugerüstet seid, um gegen ihre Hinterhalte zu kämpfen, werdet ihr in eurem Leben eine unbekannte Freiheit und einen unbekannten Frieden fühlen.

    42. Wisst, dass ein Verstand niemals aufhören wird, die Schwingung und den Einfluss meiner Göttlichkeit und der Geistigen Welt zu empfangen.

    43. Der Mensch hat das zur Materie Gehörige geliebt, dort hat er seine Werte, darauf hat er sein Herz, seinen Verstand und seine Sinne ausgerichtet. Deshalb missachtet und ignoriert er alles, was sich auf den Geist bezieht. Wenn der Mensch den Geist als Ideal hätte, hätte er seine Sinne in einer solchen Weise verfeinert, dass ihm nichts von dem unbekannt wäre, was Ich euch heute gesagt habe.

    44. Er würde wissen, dass der Geist Gottes aufgrund seiner Beschaffenheit mit jedem Geistwesen im Universum in Verbindung steht, und da er davon Kenntnis hätte und durch den Glauben erleuchtet wäre, würde er bemüht sein, dass die Ausstrahlung meines Geistes, welche Kraft, Leben und Licht ist, was alles Geschaffene belebt, bis zu ihm gelangen würde.

    45. Wahrlich, Ich sage euch — und vergesst es nicht: Es ist nicht unmöglich, dass Ich Mich durch das menschliche Verstandesvermögen kundgebe. Unmöglich wäre, wenn Ich Mich nicht kundgeben könnte.

    46. Eure Aufgabe, Jünger, ist es, den Geist und den Verstand empfindsam zu machen, um alle geistigen Schwingungen wahrzunehmen, sie zu fühlen, ihnen zu glauben, sie zu leben, zu lieben und ihnen zu gehorchen.

    47. Ich sage euch noch einmal: Selbst wenn die ganze Menschheit bemüht wäre, zu vermeiden, dass das geistige Licht zu ihr gelangt, würde sie dies niemals erreichen, denn gerade das Leben, das der Mensch hat, nimmt er von meinem Geist, der in allem schwingt, was existiert.

    48. Ihr vernehmt derzeit eine Lehre, die in jeder Hinsicht fremdartig erscheinen mag, die ihr aber versteht. Ihr wisst: Auch wenn sie sich an so ärmlichen und bescheidenen Orten wie diesen Versammlungsstätten kundtut, sind diese doch keine gewöhnlichen Orte, sondern schlichte Herbergen, die der Sammlung der Vergeistigung und der Vorbereitung gewidmet sind, um die himmlische Botschaft empfangen zu können. Ihr wisst, dass Ich Mich derzeit mittels des menschlichen Verstandesvermögens kundgebe, aber dass es nicht der Verstand ist, der spricht, sondern der Geist, der das Licht meiner Inspiration empfängt — ein Licht, das, wenn es den Verstand durchstrahlt, zum Gedanken wird, und wenn es zu den Lippen gelangt, sich in Worte verwandelt.

    49. Dies ist eines der wundervollen Gaben gewesen, die Ich euch in der Dritten Zeit offenbart habe, damit ihr euch eine Vorstellung von den Eigenschaften machen könntet, die es in eurem Geist gibt, sowie von dem, was ihm noch vorbehalten ist.

    50. Dringt in euer geistiges Inneres ein, damit ihr euch besser kennenlernt. Denn wenn ihr der Auffassung wärt, dass ihr nur Materie seid, würdet ihr eure Größe leugnen und eure Essenz verkennen.

    51. Solange ihr euch nicht dafür interessiert, die Wahrheit des Geistes kennenzulernen, werdet ihr schwach und unwissend sein und all das, was ihr seid und was ihr besitzt, wird sich nicht durch die Körpermaterie offenbaren lassen.

    52. Die materialistische Wissenschaft der Menschen hat eine unerträgliche Last auf die Schultern der Menschen geladen. Ihr alle seid müde, geht euren Weg in dieser Zeit nur mühsam, doch Ich erwarte alle.

    53. Volk, ladet eure Geschwister, die zugrunde gehen, zu diesem geistigen Festmahl ein. Ihr werdet sie in ihrem Verstand einen Schatz an Wissen tragen sehen und werdet sagen: „Was kann ihnen mangeln?“ Dennoch haben sie in ihrem Geist eine trostlose Leere.

    54. „Kommt zu Mir, ihr Intellektuellen, die ihr des Todes überdrüssig und im Herzen enttäuscht seid. Kommt zu Mir, die ihr verwirrt seid und statt zu lieben gehasst habt. Ich werde euch Ruhe geben und euch begreiflich machen, dass der meinen Geboten gehorsame Geist niemals ermüdet. Ich werde euch in eine Wissenschaft einführen, die niemals die Intelligenz verwirrt.“

    55. Sie sollen sich nicht scheuen, zu Mir zu kommen, weil ihr Herz kalt ist oder ihr Urteil streng. Ich werde für jeden einen Satz, ein Wort haben, das wie ein Lichtstrahl sein wird, der jene durch fehlende Liebe enttäuschten Herzen erhellt. Es ist nicht von Bedeutung, dass ihr Mir nicht glaubt, noch Mich liebt. Das ist kein Grund dafür, dass Ich euch von meinem Tisch ausschließe. Es sind die Sünder, für die Ich gekommen bin.

    56. Ich weiß, dass sich viele in ihrem Hochmut weigern werden, zu kommen, um zu lernen, weil sie meinen, dass sie schon alles wissen. Aber es wird genügen, dass sie eine meiner Botschaften vernehmen, und Ich werde ihnen beweisen, dass sie noch ein Herz haben, dass sie für die wahre Liebe nicht tot sind, dass sie bei Mir noch immer meine kleinen Kinder sind, und dass sie noch zu weinen verstehen.

    57. Meine Liebesunterweisung war nicht für einige Wenige bestimmt, die sie durch die Stimmträger vernommen haben. Meine Botschaft ist zur Welt gelangt, um allen Menschen bekannt zu werden. Deshalb sage Ich euch, dass sie unter vielerlei Formen bis zu den Grenzen der Erde gelangen wird, weil sie der Beginn des Trostes ist, der der Menschheit schon in der Zweiten Zeit verheißen worden ist, wenn diese den Höhepunkt der Zeiten der Trübsal auf Erden erreichen würde.

    58. Heute, da Ich die Menschen mit rasender Geschwindigkeit in die tiefsten Abgründe ihrer Leidenschaften, ihrer Laster und ihrer Feindschaften stürzen sehe, weiß Ich, dass es die Zeit ist, in der Ich zu ihnen kommen muss, um ihnen die rettende Hilfe zu geben. Ganz gleich, wie tief sie gesunken sind, Ich werde meine Stimme zu ihrem Geist gelangen lassen, die ihnen sagen wird: „Ich bin bei euch, kommt zu Mir, sucht das Licht, Ich werde euch helfen, der Finsternis zu entkommen, und danach werdet ihr unter dem Schutz meines Friedens ruhen.“

    59. Meine Stimme wird im inneren Tempel seines Wesens zu hören sein — dem Tempel, den der Mensch nicht zerstören konnte, weil er sein eigener Geist ist.

    60. Erinnert euch: Als ihr kleine Kinder gewesen seid, habt ihr alle in Unschuld gelebt, glichet ihr den Blüten einer Rose. Aber später wuchsen aus den Stängeln die Dornen und brachten keine Blüten mehr hervor. Dornen sind es, die Mir die Menschheit ein weiteres Mal anbietet, und es wird nötig sein, dass die weise Sichel des Gärtners diese Pflanzen beschneidet, damit sie im nächsten Frühling wieder Rosenblüten hervorbringen.

    61. Lasst heute für kurze Zeit die Erde hinter euch und kommt zu Mir im Geist. Viele Jahrhunderte lang hat sich der Mensch in seiner Art zu beten geirrt, weshalb er sich nicht gestärkt noch seinen Lebensweg durch meine Liebe erhellt hat, da er mit seinen Sinnen und nicht mit seinem Geist gebetet hat.

    62. Der Götzendienst, zu dem der Mensch eine so große Neigung hat, ist wie ein Gift gewesen, das ihn die geistigen Wonnen des innerlichen Gebets nicht hat genießen lassen.

    63. Wieviel Elend haben die Menschen mit sich geschleppt, nur weil sie nicht zu beten verstanden! Und das ist (nur) natürlich, Jünger: Welche geistige Kraft kann ein Menschenwesen haben, um den Prüfungen des Lebens standzuhalten, wenn er nichts tut, um der Quelle des Lebens näherzukommen, die in meinem Geist existiert? Er sucht Mich in den Abgründen, in den Schatten, obwohl er sich erheben könnte, um Mich auf den Gipfeln, im Licht zu finden.

    64. Ach, wenn die Menschen dieser Zeit doch die Macht des Gebets verstünden — wie viele übermenschlichen Werke würden sie vollbringen! Aber sie leben in einer Epoche des Materialismus, in der sie selbst das Göttliche zu vermaterialisieren versuchen, um es zu berühren und es sehen zu können.

    65. Meine Diener in den vergangenen Zeiten — Noah, Abraham, Isaak und Jakob, Josef oder Moses wussten um die Macht des Gebets, und davon gaben sie der Menschheit unauslöschliche Beweise und hinterließen ihre Art zu beten als ein Beispiel für alle Generationen.

    66. Für jene Männer war der Ort, um zu beten, gleichgültig, sie wussten, dass sie im Grunde ihres Wesens den Tempel des Herrn in sich tragen. Der Weg, den sie suchten, um sich meiner Quelle der Barmherzigkeit zu nähern, war der Glaube — ein Glaube an meine Gegenwart, an meine Gerechtigkeit, an meine Vorsehung und an meine Liebe. Jeden dieser Männer unterwarf Ich einer großen Prüfung — einer so großen, dass davon für alle Zeiten Zeugnisse erhalten bleiben werden. Und in jenen Prüfungen blieben sie treu, gehorsam, demütig, hingebungsvoll gegenüber ihrem Schöpfer.

    67. Meine Antwort auf den Glauben und die Liebe jener Diener erfolgte immer unmittelbar, indem Ich sie zu Objekten meiner Manifestationen von Macht machte, die nur den Menschen großen Glaubens und guten Willens gewährt werden.

    68. Meine Liebe zu euch lässt Mich in dieser Zeit kommen, um euch in Schluchten und in Abgründen zu suchen, um euch zu retten, wie es der Hirte mit den Schafen tut, die er sehr liebt.

    69. Doch wenn ihr meine Absicht hinsichtlich des Volkes, das Ich mit euch bilden will, kennenlernen wollt, könnt ihr erfahren, dass Ich euch derzeit versammle, indem Ich euch aus verschiedenen Teilen der Erde zusammenführe, damit ihr diese himmlische Botschaft kennenlernt.

    70. Durch mein Wort, das in unzählige Lektionen oder Unterweisungen aufgeteilt ist, werde Ich euch zu Schülern dieser Lehre machen. Und wenn euer Wesen sich einmal mit dieser Essenz gesättigt hat, wenn ihr Traditionen und Irrtümer hinter euch gelassen habt und die Vergeistigung zu leben und zu fühlen beginnt, werde Ich euch die Zeit und Stunde eingeben, in der ihr euch auf den Weg zu den Provinzen, Völkern und Nationen machen sollt, um den Menschenscharen die Frohe Botschaft zu bringen.

    71. Ihr werdet euch mehren wie die Sterne des Himmels oder wie der Sand am Meer und werdet den Heimen, Völkern und Ländern Segen bringen, wo man nach Frieden, Gerechtigkeit und Wahrheit hungert.

    72. Doch vergesst nicht, dass, wenn ihr zu diesem Kampf aufbrecht, dies geschehen soll, weil ihr bereits das geistige Gebet ausübt, so wie Ich es euch zu allen Zeiten inspiriert habe, wie Ich es euch nun in Erinnerung gebracht habe.

    73. Ohne die Macht des Gebets werdet ihr im Kampf nicht bestehen können, noch werdet ihr den Prüfungen standhalten können, noch viel weniger werdet ihr euren Geschwistern die vollkommene Art zu beten lehren können.

    74. Und es ist notwendig, dass ihr Beweise für die Macht des geistigen Gebets gebt, so wie sie in den vergangenen Zeiten jene Männer gaben, an die ihr euch als Patriarchen, als Führer und Propheten erinnert. Es werden nicht die gleichen Beweise sein, die durch eure Vermittlung Wirklichkeit werden; denn ihr müsst bedenken, dass jetzt eine andere Zeit ist, dass sich die Menschheit geistig und materiell entwickelt hat, und dass deshalb die Beweise und Wundertaten, die ihr durch das Gebet erlangt, nicht denen der früheren Zeiten gleichen können. Dennoch werden sie wunderbar sein.

    75. Nur zwei Voraussetzungen werden für euch nötig sein, um euch so großer Wohltaten würdig zu erweisen. Die erste wird eure Art zu leben sein: rechtschaffen, nützlich, immer vom Guten und der Nächstenliebe inspiriert. Die zweite wird ein Glaube sein, der euch allem, was es auf Erden gibt, überlegen macht, der euch Kraft gibt, damit er euch, wenn der Augenblick gekommen ist, aus einer Gefahr errettet, euch über jedes Elend erhebt, euch gegenüber dem Schmerz unempfindlich macht und euch hilft, selbst den Tod zu besiegen.

    76. Wahrlich, Ich sage euch, mit Güte und Glauben wird es euch gelingen, machtvolle und übermenschliche Werke zu tun, mit denen ihr in dieser Zeit das beste Zeugnis für die Macht des Gebets und der Liebe geben werdet.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 281

    1. Geliebte Jünger: Obwohl es viele Religionen gibt, ist das Gesetz ein einziges, und meine Lehre eine einzige.

    2. Meine Unterweisung ist die Lehre des Geistes, die die Menschen lehrt, die Liebe zu pflegen. Doch was hat die Menschheit, die sich selbst christlich nennt, aus meiner Lehre gemacht? Sie hat Formenwesen, Riten, Lippengebete daraus gemacht, und dahinter verbirgt sie ihre Heuchelei.

    3. Und Ich sage euch, dass die einzige Wahrheit die Liebe ist, und dass, wenn ihr — obwohl ihr meinen Namen mit Worten und Gesängen preist und verherrlicht — keine Werke der Liebe tut, ihr nicht auf dem Weg der Wahrheit sein werdet.

    4. Die Wahrheit ist die im Universum offenbarte Göttliche Liebe. Wer die Wahrheit nicht kennt, kennt Gott nicht.

    5. In welchem Irrtum befinden sich die Menschen, wenn sie mittels Liturgien und Zeremonien an Gott glauben!

    6. Gott ist nicht noch kann Er das sein, was der Mensch auf der Erde geschaffen hat.

    7. Gott hat keine Grenze, Er ist Essenz und Allmacht. Um Ihn zu erkennen und Ihn zu fühlen ist es notwendig, mit Ihm eins zu werden, indem ihr das Gute tut, einander liebt und gerecht seid.

    8. Wenn Ich so zu euch spreche, könnt ihr euch nicht vorstellen, dass die Völker dieser Zeit mit ihrer materialistischen Zivilisation eine Lehre der Liebe begreifen und annehmen können. Doch Ich sage euch, dass meine Lehre der Same ist, den die Welt benötigt, dass sie das Wasser ist, das sie ersehnt, um ihren Durst zu löschen.

    9. Dieser Hunger und dieser Durst, den die Menschen haben, kommen von ihrem Bedürfnis nach Liebe und Wahrheit in ihrem Leben. Dieses geistige und moralische Elend sind die Folge ihrer Kriege, ihrer Entfremdungen und ihrer ehrgeizigen irdischen Bestrebungen.

    10. Für kurze Zeit, wenn die Menschen sich schließlich müde fühlen, sich zu bekriegen, des Zerstörens überdrüssig sind und von so vielem Leiden verbittert sind, versuchen sie den rettenden Weg zu suchen, den Ich euch aufzeige. Aber obwohl sie verschiedene Formen, meine Lehre auszulegen, suchen, geraten sie bei allen wieder in fanatische Riten, in nutzlose Kulte und äußerliche Formen, um Mich anzubeten.

    11. Nicht in jedem Geist vermochte der Schrei nach Freiheit entstehen, weil der Nebel, der ihn umgibt, sehr dicht ist. Aber mein Licht ist machtvoll und wird die Finsternis durchbrechen, indem es bis zum Empfindsamsten des Menschenherzens durchdringt.

    12. Welcher Art wird dieses Licht sein? Es ist mein neues Wort, meine Lehre mit ihren neuen Offenbarungen, die die Menschen die wahre Art und Weise, Gott zu verehren, lehrt. Zugleich zeigt sie ihnen die Vorgehensweise, das kristallklare Wasser zu finden, das den Durst ihres Geistes löscht.

    13. Ich werde allen die wahrhaftige Art und Weise der Anbetung Gottes eingeben und auch die rechte Art, im Einklang mit dem Göttlichen Gesetz zu leben, dessen Erfüllung das einzige ist, was der Herr jedem von euch zurechnen wird.

    14. Schließlich werdet ihr den Inhalt oder die Essenz meines Wortes erkennen, oh Menschheit. Dann werdet ihr entdecken, dass meine Lehre nicht allein die göttliche Stimme ist, die zu den Menschen spricht, sondern auch der Ausdruck aller Geistwesen.

    15. Mein Wort ist die Stimme, die ermutigt, ist der Schrei nach Freiheit, ist der rettende Anker.

    16. Meine Lehre ist frei von jedem Ritualismus. Wenn es nicht so wäre, würde sie ihre Essenz verlieren.

    17. In dieser Zeit bringe Ich euch eine reine und vollkommene Unterweisung, weshalb Ich euch sage, dass euch am Ende eures Tagewerkes nur das zugute gehalten wird, was ihr im Leben mit wahrer Liebe getan habt, denn es wird beweisen, dass ihr die Wahrheit erkannt habt.

    18. Niemals ist der Mensch ohne meine Offenbarungen gewesen, welche das Licht des Geistes sind; aber er hat sich davor gefürchtet, sie zu ergründen. Nun frage ich euch: Was könnt ihr über die Wahrheit und über das Ewige wissen, wenn ihr dem Geistigen hartnäckig aus dem Weg geht?

    19. Betrachtet die materialistische Auslegung, die ihr meinen Offenbarungen der Ersten und Zweiten Zeit gegeben habt, obwohl sie nur vom Göttlichen und Geistigen sprechen. Seht, wie ihr die materielle Natur mit der geistigen verwechselt, mit welchem Mangel an Achtung ihr das Tiefgründige in Oberflächliches und das Erhabene in Niederes verwandelt. Doch weshalb habt ihr dies so getan? Weil ihr im Verlangen, etwas im Werk Gottes zu tun, nach der Vorgehensweise sucht, meine Lehre eurem irdischen Leben, euren menschlichen Bequemlichkeiten anzupassen, die euch am meisten am Herzen liegen.

    20. Denkt über alles nach, was Ich euch gesagt habe, Jünger, damit, wenn ihr sagt, dass ihr Spiritualisten seid, dies geschieht, weil ihr das, was eure Lippen predigen, wirklich lebt.

    21. Wie leicht ist es, zu sagen: „Ich bin Spiritualist“, aber wie schwer ist es, es in Wahrheit zu sein.

    22. Wie viele gibt es, die mein Wort vernehmen, die zu großen Auslegern desselben geworden sind, und dennoch sind sie nicht die besten Jünger der Ausübung meiner Lehre, erfüllen sie nicht das göttliche Gebot, das euch sagt: „Liebt einander.“

    23. Seht dagegen, wie leicht sich jener umwandelt, der auch nur ein Atom meiner Lehre praktisch anwendet. Wollt ihr ein Beispiel dafür? Da gab es jemanden, der Mir sein ganzes Leben lang durch Wort-Gebete sagte, dass er Mich liebe — Gebete, die andere formulierten, die er nicht einmal verstand, weil sie aus Worten bestanden, deren Bedeutung er nicht kannte. Doch bald begriff er, wie die wahre Art zu beten war, und indem er seine alten Gewohnheiten bei Seite schob, konzentrierte er sich auf das Innerste seines Geistes, sandte seine Gedanken zu Gott empor, und zum ersten Mal fühlte er Dessen Gegenwart. Er wusste nicht, was er seinem Herrn sagen sollte, seine Brust begann zu schluchzen und seine Augen Tränen zu vergießen. In seinem Verstand formte sich nur ein Satz, der lautete: „Mein Vater, was kann ich Dir sagen, wo ich doch nicht mit Dir zu sprechen verstehe?“ Aber jene Tränen, jene Schluchzer, jene innere Wonne und selbst seine Verwirrung sprachen zum Vater in einer so schönen Sprache, wie ihr sie niemals in euren menschlichen Sprachen noch in euren Büchern werdet finden können.

    24. Jenes Stammeln des Menschen, der mit seinem Herrn geistig zu beten beginnt, ähnelt den ersten Worten von Kleinkindern, welche für ihre Eltern Wonne und Entzücken sind, weil sie die ersten Äußerungen eines Wesens vernehmen, das sich zum Leben zu erheben beginnt.

    25. Da die Menschen den Offenbarungen, die ihnen seit den frühesten Zeiten gegeben worden sind, nicht die wahre und richtige Auslegung zu geben verstanden, komme Ich heute im Geist, um ihnen eine eindeutige Erklärung und richtige Auslegung all dessen zu geben, was Ich sie gelehrt habe.

    26. In dieser Zeit werdet ihr die Kräfte des Geistes und die Fähigkeiten der Körpermaterie erkennen, ohne die einen mit den anderen zu verwechseln.

    27. Geist, Verstand und Gefühle werden die wahre Harmonie finden, wenn meine Lehre als Licht eines neuen Tages kommt, um diese schlafende Menschheit zu wecken.

    28. Ihr bittet Mich, euch zu helfen, an diesem Tag die Vereinigung und den Frieden in euren Herzen zu erlangen, um euch vor Mir als ein Wesen zu erweisen, das sich des Vorgangs bewusst ist, dem es beiwohnt, wenn es meine Unterweisung durch das Verstandesvermögen eines Stimmträgers hört. Und Ich empfange euren Geist. Alles, was ihr Mir in eurem Gebet und in euren Ausübungsformen rein und schlicht darbringt, nehme Ich als gerechten Tribut der Kinder gegenüber ihrem Himmlischen Vater entgegen.

    29. Die inbrünstigste Bitte, die ihr an Mich richtet, ist die, dass auf der Erde Frieden ist — dass zu den Menschen das patriarchalische Leben früherer Zeiten zurückkehrt. Doch Ich sage euch, dass dieser Friede erst zurückkehren wird, wenn ihr, meine neuen Jünger, die Fundamente einer neuen Welt gelegt habt, wofür Ich euch vorbereite.

    30. Wenn ihr einmal in jedem eurer Nächsten einen Bruder seht, wenn ihr die Unterschiede zwischen euch und anderen verschwinden lasst und Mich in ihnen liebt, werdet ihr die Morgenröte einer neuen Zeit erblicken, und das Leben wird fröhlich und leicht für den Menschen sein, und Ich werde als Vater erkannt werden.

    31. Mein Wort dieser Zeit ist das gleiche wie das, welches Ich euch in Jesus gab. Es ist die gleiche kristallklare Flut, die euren Geist umflutete, als ihr Mir durch die Länder Palästinas nachgefolgt seid. Seine Essenz ist euch bekannt, ihr werdet seinen Geschmack niemals verwechseln können, weil es eurem Geist sein göttliches Siegel aufprägte. Doch heute, da Ich herabgekommen bin, um Mich mittels dieser Männer und Frauen kundzugeben, und ihr das Wort hört, das von ihren Lippen kommt, erkennt ihr, dass es von Mir kommt, und ihr fragt Mich, warum Ich nicht eine andere Form gewählt habe, um meine Botschaft dieser Zeit zur Menschheit gelangen zu lassen.

    32. Ihr sagt Mir, dass es unter euch keine Menschen von besonderer Tugend gibt, die fähig sind, Mir zu dienen. Es gibt keinen Moses, noch die Propheten der Ersten Zeit, auch keinen Petrus oder Johannes. Aber wahrlich, Ich sage euch, zu allen Zeiten habe Ich tugendhafte Geistwesen ausgesandt, und unter ihnen diese, die Mir in Demut gedient haben. Liebt sie und tröstet sie, denn ihr Auftrag ist sehr groß. Ich habe ihren Verstand und ihr Herz wie eine reine Quelle erhalten, und oftmals ist der Schmerz das beste Mittel gewesen, um sie zu läutern. Ihr Leben ist ähnlich dem meiner Abgesandten anderer Zeiten. Ich segne sie. Selig jene, die Mir so nachgefolgt sind und die die ganze Bedeutung des Auftrags empfunden haben, den Ich ihnen gegeben habe!

    33. Ich lade euch ein, mein Reich zu betreten. Ich rufe alle Völker der Erde ohne irgendeine Bevorzugung; doch Ich weiß, dass nicht alle auf Mich hören werden. Die Menschheit hat ihre Lampe ausgelöscht und wandelt im Dunkeln. Doch dort, wo sich Verwirrung bemerkbar macht, wird ein von Mir Erleuchteter auftreten, der in seiner Umgebung Licht verbreitet — ein geistiger Wächter, der wacht und auf mein Zeichen wartet, um den Alarmruf erschallen zu lassen, der erweckt und erschüttert. Lasst die Liebe jener Sendboten in euren Herzen fruchttragender Same sein. Lehnt sie nicht ab, wenn sie sich vor euch in äußerlicher Armut zeigen. Hört auf sie, denn sie kommen in meinem Namen, um euch eine Fähigkeit zu vermitteln, die ihr derzeit nicht kennt. Sie werden euch das vollkommene Gebet lehren, werden euch von den Banden des Materialismus befreien, mit denen ihr gefesselt seid, werden euch helfen, die geistige Freiheit zu erlangen, die euch zu Mir erhebt.

    34. Ihr, die ihr Mich hört, erwartet sehnsuchtsvoll die Erfüllung aller meiner Worte. Ihr wünscht euch, diese Welt in einen Jünger von Mir verwandelt zu sehen. Ihr bittet Mich, zu denen zu gehören, die Ich mit schwierigen Missionen in andere Länder sandte. Doch wahrlich, Ich sage euch, ihr müsst euch vorher zubereiten, weil der Kampf, der euch erwartet, sehr groß sein wird. Doch nicht alle Boten, von denen Ich zu euch spreche, sind unter euch, nicht alle werden mein Wort durch Stimmträger gehört haben. Viele von ihnen werden aus Intuition heraus sprechen, weil Ich ihren Geist zugerüstet habe, und Ich habe sie weise verteilt, um mein Licht überallhin gelangen zu lassen.

    35. Wie könnt ihr glauben, dass, während Ich zu euch herniedergekommen bin, Ich andere Nationen vernachlässigen könnte, wo ihr doch alle meine Kinder seid? Wollt ihr etwa glauben, dass jemand fern oder außerhalb von Mir ist, obwohl mein Geist allumfassend ist und alles Geschaffene umgibt und versteht? Alles lebt und nährt sich von Mir. Daher ist mein Universeller Strahl auf den ganzen Erdkreis herabgekommen, und die Geistwesen haben meinen Einfluss auf dieser und anderen Welten empfangen, weil Ich gekommen bin, um alle meine Geschöpfe zu retten.

    36. Ich will nicht, dass ihr diese Zeit vergeudet, noch dass ihr durch die Welt geht, ohne eine Spur eurer Schritte zu hinterlassen. Ich will, dass ihr wirkliche Pfleger des Samens seid, den Ich euch anvertraue, und ihr, wenn ihr diese Welt verlasst, weiterhin arbeitet, bis ihr eure Saat im Geiste eurer Geschwister zum Erblühen gebracht habt.

    37. Ich will euch nicht an meine Weisungen binden. Ich rege euch nur liebevoll an, weil Ich keine andere Auftragserfüllung annehmen werde als die, die aus eurem in meiner Unterweisung zubereiteten Geist geboren wird. Seid frei innerhalb meiner Gesetze, aber macht euch den Gehorsam zur Gewohnheit. Erfüllt die zwei Gesetze, die den Menschen regieren, und die in der Essenz ein einziges darstellen, weil beide aus Mir hervorgehen.

    38. Betet für alle Wesen, wünscht die Harmonie und das Verständnis aller für Mich, und dass euer Gebet sich wie ein Gesang, wie ein inbrünstiger Hymnus erhebt, der die Geistwesen erleuchtet und ihnen den Weg zeigt, auf dem sie zum Ziel ihrer Bestimmung gelangen werden.

    39. Angezogen von der Macht meines Wortes kommt ihr zu diesen Orten, geliebtes Volk. Ihr braucht nicht unbedingt zu diesen Versammlungsstätten zu kommen, um in ihnen meine Gegenwart zu suchen und Mir eure Sorgen vor Augen stellen zu können. Denn ihr wisst, dass Ich allgegenwärtig bin, dass Ich überall bin, dass Ich euch überall vernehme.

    40. Es ist mein Wort, um dessentwillen ihr herbeikommt, es ist die göttliche Essenz, die eurem Geist als Nahrung dient, die ihr sucht.

    41. Ihr alle wisst, dass Ich euch den Zeitpunkt angezeigt habe, an dem Ich aufhören werde, in dieser Form zu euch zu sprechen, und deshalb beeilt ihr euch, jedes Mal herbeizukommen, wenn mein Wort durch den Stimmträger ertönt. Denn ihr wollt selbst die letzte der Offenbarungen, die Ich euch mache, in eurem Geist bewahren.

    42. Die Intuition über die geistige Mission, die zu erfüllen ihr gekommen seid, erwacht allmählich in euch, und ihr beginnt euch über eure Verantwortung Gedanken zu machen, weil ihr begriffen habt, wie heikel und schwer es ist, mein Gesetz mit Werken, Worten und Gedanken zu predigen.

    43. Bald werdet ihr ohne mein Wort sein. Doch damit ihr nicht wankelmütig werdet, müsst ihr euch am Beispiel meiner Jünger der Zweiten Zeit inspirieren, die sich vereinten, nachdem der Meister von ihnen gegangen war. Durch ihre Vereinigung gaben sie einander Stärke, Ermutigung, Kraft und Glauben.

    44. Von eurer Vereinigung wird es abhängen, ob ihr meine Gegenwart bei euren Versammlungen empfindet, und dass ihr die Zeit meiner Kundgabe nicht vermisst.

    45. Bisher habt ihr euch beim Zuhören erquickt, morgen werdet ihr euch noch mehr beim Studieren stärken. Denn wenn ihr auf den Grund meiner Unterweisungen eindringt, werdet ihr erstaunt sein, wenn ihr den Sinngehalt jeder meiner Unterweisungen entdeckt.

    46. Ich segne schon jetzt diejenigen, die sich für diese Zeit vereinigen und vorbereiten, um die Lehre, die Ich euch bringe, zu ergründen. Denn bei diesem Studium werden die Jünger die wahre Auslegung meines Wortes entdecken. Und Ich sage euch, dass ebenso, wie mein Wort Licht ausstrahlt, auch eure Auslegung den Pfad eurer Nächsten erhellen wird.

    47. Die guten Ausleger dieser Lehre werden ihre in der Routine ihrer Kulthandlungen in Schlaf versunkenen Geschwister zu erwecken verstehen, und sie werden ihnen die Hand reichen und sie davor bewahren, aufgrund eines Mangels an Nachdenken unter Verwirrungen Schiffbruch zu erleiden. Später wird sich dieses Volk auf der Welt ausbreiten und von dem, was es vernahm, Zeugnis ablegen und gleichzeitig mit klaren Worten mein Gesetz und meine Lehre erklären — nicht nur das, was Ich euch jetzt gesagt habe, sondern alles, was Ich euch während der Zeitalter, die ihr durchlebt habt, offenbart habe.

    48. Fürchtet nicht, von euren Geschwistern ausgelacht oder abgelehnt zu werden.

    49. Ich versichere euch, wenn dieses Volk von Spiritualisten unter der Menschheit erscheint, Ich ihr bereits viele und sehr große geistige Manifestationen gegeben haben werde. Diese Manifestationen werden bewirken, dass viele von denen, die Mich geistig erwarten, ahnen, dass Ich bereits gekommen bin und gesprochen habe. Glaubt ihr nicht, dass sie, wenn sie euch kommen sehen und euer Wort hören, euch als meine Boten anerkennen werden?

    50. Wahrlich, Ich sage euch, selbst die Theologen werden sich den Grund für so viele Ereignisse erklären.

    51. Mein Volk wird sich auf der Erde wie ein großes Heer ausbreiten. Auf dem Volk wird mein Geist sein und es in seinem Kampf ermutigen, damit selbst das letzte meiner Worte in Erfüllung geht, die Ich euch in dieser und in den vergangenen Zeiten gegeben habe.

    52. Warum weint ihr, wenn ihr an die Tage denkt, in denen ihr mein Wort nicht mehr vernehmen werdet? Seid unbesorgt, ihr Menschenscharen, denn Ich werde euch nicht allein lassen.

    53. Erinnert ihr euch daran, wie Maria nach meinem Scheiden in der Zweiten Zeit unter den Aposteln zurückblieb?

    54. Die liebevolle Ratgeberin, die Mutter, der Trost für die Betrübten, blieb eine Zeitlang unter jenen Jüngern.

    55. Als der Schmerz, den sie auf Golgatha erlitten hatten ‒ als sie sich ohne ihren Meister, ohne sein Wort sahen ‒ von jenen Herzen gewichen war, begriffen sie die Mission, die sie zu erfüllen hatten, und sie begannen die Frohe Botschaft auf der Erde zu verbreiten. Der Herr hob Maria von der Erde empor, da sie ihre Zärtlichkeit bereits als Erbe für die Menschheit hinterlassen hatte.

    56. Ihr, die ihr die neuen Schüler vor dem Göttlichen Lehrstuhl seid, denkt, dass Ich euch allein lassen werde, wenn ihr einmal meiner Kundgebung durch den Mund eines Stimmträgers beraubt seid. Doch Ich sage euch: Maria ist nicht gestorben, eure geistige Mutter ist bereit, euch in der Prüfung, in den Tagen beizustehen, in denen ihr euch verlassen glaubt und Mich abwesend fühlt, obwohl Ich euch näher als jemals bin. Ihre mütterliche Zärtlichkeit wird euch helfen, euch stark zu fühlen und den wahren Sinn der Unterweisungen zu verstehen, die Ich euch mit Worten und Taten vor Augen geführt habe.

    57. Ihr sollt Soldaten meines Gesetzes und Sämänner der Vergeistigung sein. Doch schon heute erkläre Ich euch, dass der Spiritualismus seinen Stützpunkt nicht auf der Erde haben wird, noch einen Repräsentanten in einem Menschen. Seine Herrschaft wird nicht von dieser Welt sein, und euren einzigen Führer werdet ihr durch euer Gewissen in Christus haben.

    58. Euer intuitiver Blick wird unter den Menschenscharen die neuen Arbeiter zu entdecken wissen. Aber nicht eure Hände sollen es sein, die salben oder weihen. Denn der einzige, der einem Geist Gaben, Aufträge oder Missionen anvertrauen kann, bin Ich — der einzige, der die Bestimmung jedes Wesens niederschreibt.

    59. Ich sage euch all dies, um euch davor zu bewahren, Irrtümern oder Handlungsweisen und Riten zu verfallen, die keine Wahrheit enthalten.

    60. Ihr werdet nur meine Sämänner, meine Propheten, meine Boten sein. Aber die geheime Schatzkammer wird weiterhin in den Händen eures Herrn sein.

    61. Es ist mein Wille, dass unter euch völlige Harmonie und Brüderlichkeit herrscht, damit in einem Volk, indem alles Ordnung, Liebe und Vergeistigung sein soll, nicht Herren, Könige oder Tyrannen in Erscheinung treten.

    62. Wenn ihr euren Auftrag in der Weise, die Ich euch anzeige, erfüllt, wird euer Beispiel anerkannt werden, und eure Stärke wird dem Spiritualismus Breschen schlagen müssen.

    63. Begreift, dass es das Licht meiner Lehre sein muss, das die Falschheit der Götzenbilder entlarvt, das den hochmütigen König und den despotischen Herrn von seinem Sockel reißt, das die vergängliche Macht der Herrschaft des Materialismus zerstört.

    64. Das Volk, das Ich heute vorbereite, damit es morgen das geistige Leben predigt, wird nicht reich sein, wird keine Reichtümer noch materiellen Güter besitzen. Denn mit seinen Werken wird es der Welt beweisen müssen, dass die Wahrheit, die Liebe und die Gerechtigkeit Gottes nicht nötig haben, sich auf die Macht eurer trügerischen Reichtümer zu stützen.

    65. Die Liebe, der Glaube, der feste Wille werden die Kräfte sein, die dieses Werk unter der Menschheit bekannt machen sollen. Nehmt das Beispiel Christi und seiner Jünger, denkt über jene Leben und die Unterweisungen nach, die sie euch gaben, und ihr werdet sehen, dass Ich euch die Wahrheit sage.

    66. Meine Hand berührte niemals ein Geldstück. Als Mir bei einer bestimmten Gelegenheit eines davon absichtlich gezeigt wurde, um Mich zu bitten, meine Ansicht über die Pflichten gegenüber dem Kaiser zu äußern, schaute Ich jenes Geldstück nur an, und ohne es zu berühren antwortete Ich dem, der Mich fragte: „Gebt Gott, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist.“

    67. Dies ist eine meiner letzten Unterweisungen, doch nicht die letzte. Ich werde noch für kurze Zeit weiter zu euch sprechen, und dann werde Ich gewiss aufhören durch das Verstandesvermögen eines Menschen zu sprechen.

    68. Ich werde euch (dann) eine Zeit der Besinnung geben, damit ihr nach meinem Abschied nachdenkt. Und in jener Zeit wird die Intuition nach und nach in verschiedenen Formen von Geist zu Geist zu vibrieren beginnen.

    69. Alles, was ihr jetzt nicht verstanden habt, werdet ihr in jenen Tagen der geistigen Besinnung begreifen, und gleichzeitig werdet ihr durch neue Offenbarungen und Prophetien überrascht werden.

    70. Die Inspiration des einen wird durch die eines anderen bestätigt werden, und so wird in den Jüngern kein Zweifel aufkommen.

    71. Roque Rojas und Damiana Oviedo waren meine ersten Stimmträger für meine geistige Kundgabe in dieser Zeit. Der Mann empfing in seinem Verstandesvermögen den Strahl Elias‘, die Jungfrau empfing das Licht des Meisters. Damit wollte Ich euch zeigen, dass sich in meiner Apostelschar die Frau ebenso wie der Mann an meinen Tisch setzt. Der Geist ist in beiden gleich. Warum sollte Ich in dieser Dritten Zeit einen Unterschied zwischen beiden machen, da es das Zeitalter ist, in dem Ich die Geistwesen suche?

    72. Roque Rojas und Damiana Oviedo sind eure Wegbereiter. Sie hörten die göttliche Stimme inmitten der Wüste, und ohne zu fragen, ob sie Wahrheit ist, glaubten sie. Der eine vernahm die Stimme des Propheten, die andere fühlte die Berührung der Barmherzigkeit des Meisters.

    73. Wie viele Geheimnisse habe Ich euch seit damals offenbart! Die ersten Stimmträger starben, und andere erschienen, und so aufeinanderfolgend bis in die Gegenwart. Nicht alle sind in ihrer Absicht rein gewesen. Einige sind ein Beispiel von Glaubenseifer, Wahrheitsliebe, Selbstverleugnung und Aufopferung gewesen. Doch manche sind eitel gewesen, haben Schmeichelei und Belohnung geliebt.

    74. Ich lehrte die Menschenscharen von Anfang an, die wahre Frucht zu erkennen, und euch Anwesenden sage Ich, dass ihr meine Wahrheit als Nahrung zu euren Geschwistern bringen sollt, während ihr die Spreu im Feuer der Wahrheit verbrennen sollt.

    75. Ich muss euch sagen, dass ihr eure Stimmträger niemals zu umsorgen verstandet, weil euch Verständnis und Nächstenliebe für sie fehlten. Doch da ihr jene Herzen weder aufzumuntern noch zu pflegen verstandet, so behütet wenigstens in der Zukunft das, was von ihren Lippen kam, welches mein Wort war: das neue Manna.

    76. Wenn die Spiritualisten sich auf der Erde vervielfachen, wird es viele geben, die sie mit gewöhnlichen Wahrsagern verwechseln und an sie herantreten, um sie nach der Zukunft zu fragen. Die Wissenschaftler werden sie über das Leben der Geistwesen und über das Leben auf anderen Welten oder Planeten befragen. Ich sage euch all dies voraus, damit, wenn ihr euch von törichten Fragen bestürmt seht, ihr euch daran erinnert, dass ihr beten sollt, damit euer Vater euch das inspiriert, was ihr sagen müsst — was sein Wille ist, dass ihr es angesichts der Torheit oder der Neugier eurer Geschwister mitteilt.

    77. Ich weise euch an, dass ihr keine einzige meiner Offenbarungen verändern sollt, und auch nicht versucht, das zu erforschen, wofür es noch nicht an der Zeit ist, dass es offenbart werde. Ihr sollt immer eure Zurüstung bewahren — so, als ob ihr eine Quelle wäret, die bereit ist, das kristallklare Wasser zu empfangen, das den Durst eurer Geschwister nach Licht löscht, und es soll nicht eure Hand sein, die den Schleier des Geheimnisses lüftet. Gab es auf Erden etwa irgendeine (Hand), die würdig war, das Buch der Sieben Siegel zu öffnen? Nur die des Lammes ist würdig gewesen, das heißt: Nur Dieses hatte die Macht, es zu tun. Wisst, dass es viele Unterweisungen gibt, die dem Menschen hier auf Erden offenbart werden, aber auch, viele andere, die ihm erst enthüllt werden, wenn er in den hohen Wohnstätten des Geistes wohnt.

    78. Überall werdet ihr Mich finden, meine Gegenwart ist an allen Orten des Weges. Ich verwandle Mich sowohl in eine Oase inmitten der Wüste, als auch in einen Leuchtturm in stürmischer Nacht.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 280

    1. Lasst die Essenz meines Wortes in euren Geist gelangen, damit sie aus eurem Herzen überströmt, verwandelt in Nächstenliebe, in Frieden, in Unterweisung für eure Geschwister.

    2. Die Spur, die dieses Volk auf der Erde hinterlassen wird, wird die des Friedens sein, und es wird der Welt zeigen, dass es wirklich den Schlüssel besitzt, der dem Menschen die Türen zum Jenseits öffnet. Seine Mission ist diejenige, Grenzen zu entfernen, um die Völker geistig zu vereinen, bis das Erbe zerstört ist, das Babel der Menschheit hinterließ. In diesem neuen Volk Israel werden alle Nationen gesegnet werden, weil es Mir sein Verstandesvermögen für die Kundgabe meines Wortes zur Verfügung stellte, und weil in ihm die Zwiesprache von Geist zu Geist beginnen wird.

    3. Auf seinem Weg wird es Vergeistigung säen, Licht hinterlassen, Pfade ebnen für die Erneuerung derer, die sich verirrt haben; in die Herzen wird es den Samen säen, dessen Frucht die Harmonie und die Brüderlichkeit zwischen den Menschen sein wird.

    4. Wenn Ich von der Mission dieses Volkes spreche, so tue Ich es als Gott, unterweise Ich es als Vater und befehle Ich ihm als Richter.

    5. Mein Wort ist nicht nur für die bestimmt, die es in diesem Augenblick vernehmen. Es umfasst das ganze Universum. Aber ebenso wie zu anderen Zeiten mein Gesetz und meine Lehre in einem Volk ihren Anfang nahmen, so könnt ihr euch nicht die Macht vorstellen, die meine Lehre hat. Daher werden es andere Völker und andere Menschen sein, die diesem Worte seinen wahren Wert beimessen, es auslegen und es zur vollkommenen Anwendung bringen.

    6. Es ist notwendig, dass eine weise, starke und machtvolle Lehre das Leben dieser Welt erhellt, damit die Menschen sich im Verlangen nach der Wahrheit aufrichten und in ihrem Geist das Ideal der Erhebung erwacht.

    7. Meint ihr etwa, dass Ich jener Lehre, die Ich euch in der Zweiten Zeit als Liebesbotschaft brachte, Macht abspreche? Nein, Ich bringe sie euch erneut, weil ihr sie auf Erden nicht mehr habt, weil ihr sie in Bücher vergraben habt und sie nicht mehr im Herzen tragt. Doch jetzt bringe Ich sie euch in meinen Unterweisungen zurück, weil meine Liebe zu euch unwandelbar ist. Nur wird es nicht mehr in eurem Herzen sein, wo Ich sie hineinlege, sondern in eurem Geist, wo sie nicht mehr verloren gehen wird, weil das Brot, das den Geist nährt, in ihr bleibt.

    8. Meine Kundgabe durch das Verstandesorgan dieser in ihrem materiellen Leben unbekannten und unbedeutenden Stimmträger ist der Beweis dafür gewesen, dass Ich gekommen bin, um die Welt zu beschenken — dass Ich unter ihren Gelehrten oder bei ihren Doktoren nicht einen vorbereiteten Menschen entdeckte, der bereit gewesen wäre, in seinem Verstand den Strahl meiner Göttlichkeit zu empfangen, indem er sich meinem Willen ganz hingegeben hätte.

    9. Ich musste meinen Blick auf die Demütigen, auf die Unwissenden legen und diejenigen auswählen, die Mir dienen würden, um der Menschheit meine Botschaft zu übergeben. Für Mich ist nichts unmöglich, mein Wille ist in Erfüllung gegangen und wird immer geschehen, auch wenn es gelegentlich so scheint, als ob es der Wille des Menschen wäre, der herrscht, und nicht der meine.

    10. Auf dem Pfad der Willensfreiheit des Menschen sind seine Herrschaft auf Erden, die Siege seines Hochmutes, der Zwang, den er zuweilen durch seine Gewaltanwendung auferlegt, so flüchtig im Vergleich zur Ewigkeit, dass sie die göttlichen Pläne in keiner Weise abändern können. Doch morgen oder im Verlauf ihres Vollzugs wird sich immer mehr der Wille meines Geistes über alle Wesen offenbaren, indem er das Gute bestehen lässt und das Unreine beseitigt.

    11. Dieses Reich, das der Mensch auf der Erde geschaffen hat, wird sehr bald von Mir gerichtet werden müssen. Und wahrlich, Ich sage euch, dass von ihm nur das Gute überbleiben wird, das, was zulässig ist, was Wahrheit enthält. Doch alles, was Hochmut, Selbstsucht, Lüge enthält, was Gift und Tod ist, wird zerstört und ins unerbittliche Feuer der Vernichtung geworfen werden. Und wer wird dieses Werk der Zerstörung des Bösen vollbringen? Der Mensch. Er wird es übernehmen, alles mit seinen eigenen Händen zu zerstören, was seine Wissenschaft entdeckte, um seinen Nächsten Schaden zuzufügen. Wenn die Prüfung dann vorüber ist, werden nur die wahren Lichter, die er entdeckt hat, weiterhin bestehen bleiben und strahlen, um den Weg der Menschheit auch fernerhin zu erhellen.

    12. Ich werde bewirken, dass alle Jahrhunderte und alle Zeitalter des Ungehorsams und der Entwürdigung dieser Menschheit nur ein Augenblick währen, wenn die Menschen einmal auf meinem Weg gehen. Ich werde bewirken, dass jene in Wirklichkeit kurze Zeitspanne, die das geistige Leben des Menschen überschattete, sich unter dem göttlichen Glanz meines Lichts, welches das geistige Zeitalter der Menschen auf dem Höhepunkt der Dritten Zeit erleuchten wird, auflöst und verschwindet.

    13. Wenn ihr die Zahl derer bedenkt, die mein Wort vernehmen, erscheint sie euch sehr klein. Aber wahrlich, Ich sage euch, hinter euch kommen — unsichtbar für eure Augen — große Scharen von Geistwesen, die ihr auf den Weg zum Licht bringt.

    14. Wenn die Menschen ihre Gaben kennen würden — wie viele Leiden würden sie sich erleichtern! Aber sie haben es vorgezogen, blind oder träge zu bleiben, während sie Zeiten größeren Schmerzes auf sich zukommen lassen.

    15. Meine Lehre kommt, um euch zu erleuchten, damit ihr euch jene großen Leiden erspart, die der Menschheit durch die Propheten vergangener Zeiten angekündigt wurden.

    16. Denen, die meinen, dass Ich die Menschen strafe, indem Ich die Naturgewalten über ihnen entfessle, sage Ich, dass sie einem großen Irrtum erliegen, wenn sie so denken. Denn die Natur entwickelt und wandelt sich, und bei ihren Veränderungen oder Übergängen entstehen Umwälzungen, die euch Leiden verursachen, wenn ihr mein Gesetz nicht erfüllt; doch ihr schreibt sie göttlichen Strafen zu. Gewiss wirkt in ihnen meine Gerechtigkeit; doch wenn ihr — mit dem göttlichen Funken bevorzugte Wesen, der euren Geist erleuchtet — mit der euch umgebenden Natur in Harmonie leben würdet, so würde euer Geist euch über die Wandlungen, über die Gewalt der Naturkräfte erhoben halten, und ihr würdet nicht leiden.

    17. Nur in der Erhebung eures Lebens könnt ihr jene Macht oder Fähigkeit finden, euch von der Auswirkung der entfesselten Elemente zu befreien. Denn nicht nur der Glaube oder das Gebet sind die Waffen, die euch den Sieg über die Schicksalsschläge und Widrigkeiten des Lebens geben: Jener Glaube und jenes Gebet müssen von einem tugendsamen, reinen und guten Leben begleitet werden.

    18. Wenn ihr oftmals durch euren Glauben oder durch das Gebet unversehrt geblieben seid, ist es mehr durch mein Mitleid mit euch als durch eure Verdienst geschehen, dass ihr in den Prüfungen gesiegt habt.

    19. Begreift, weshalb Ich euch in jeder meiner Unterweisungen sage, dass ihr euch vorbereiten sollt und euch gleichzeitig anempfehle, zu wachen und zu beten, damit ihr jene Vergeistigung erlangt, die euch mit allem, was euch in eurem Leben umgibt, in Einklang sein lässt, indem sie euch gegenüber dem Wirken der Naturkräfte unverwundbar macht, wenn diese in Bewegung geraten.

    20. Es ist nötig, dass ihr die Zeit, die ihr derzeit durchlebt, versteht — eine Übergangszeit nicht nur auf geistigem Gebiet, sondern auch in der materiellen Natur, die euch umgibt.

    21. Wisset, dass diese Wohnstatt, die euch beherbergt, derzeit einen Schritt hin zur Vervollkommnung macht, um in der Zukunft höhere Wesen aufzunehmen, und da ist es nur natürlich, dass ihr Umwälzungen erlebt.

    22. Es ist eine Zeit der Verwirrung, die sich im Leben der Menschen widerspiegelt, sowohl in ihrem Verstand, als auch in ihrem Geist, in ihren Gefühlen, in ihrer Körpermaterie und in allem, was sie umhüllt und umgibt. Die Menschen leiden, weil sie ohne geistige Zurüstung, ohne Glauben, ohne Kenntnis ihrer Gaben, ohne Gebet in die Zeit der Prüfungen eingetreten sind.

    23. Nur meine Macht und meine Liebe können euch davor bewahren, im Chaos zugrunde zu gehen.

    24. Erhebt euer Leben, Volk, schult euch an diesem Wort des Lichts, das Ich euch sende, und wahrlich, Ich sage euch, dass nicht nur ihr euch retten werdet, sondern dass euer Einfluss und euer Schutz auch viele eurer Geschwister erreichen werden.

    25. Erinnert euch an Jesus, als Er mit seinen Jüngern in einem Boot übers Meer fuhr. Die Wasserwogen gingen höher, das Meer war rau, und die Wellen waren wild. Die Jünger bangten um ihr Leben, als sie sahen, dass Jesus schlief. Es hatte ihnen an Glauben gemangelt, um sich zu retten. Aber die Liebe des Meisters half ihnen, indem Er ihnen einen Beweis seiner Vollmacht über die Elemente gab, als Er seine Rechte ausstreckte und den Wasserfluten befahlt, sich zu beruhigen.

    26. Jene Lektionen waren für die Menschheit neu. Aber ihr Jünger der Dritten Zeit sollt darüber meditieren, dass ihr nicht nur im Vertrauen darauf leben sollt, dass Ich euch schließlich aus Mitleid rette wie die Jünger in dem Boot, sondern dass ihr in euch selbst die Geisteskräfte entfalten müsst, die sich noch immer nicht in eurem Wesen offenbaren

    27. Jene Jünger lernten meine Lektion. Denn auf ihrem Missionsweg trafen sie auf die großen Prüfungen, die ihre Geschwister peinigten, und ihnen gegenüber verstanden sie die Vollmacht ihres Geistes zu offenbaren.

    28. Wollt ihr zu denen gehören, die in dieser Zeit Zeugnis von der Wahrheit dieses Wortes ablegen? Dann gebt eurem Leben Vergeistigung, denn damit werdet ihr jene Kraft entfalten, die ihr in eurem Wesen verborgen in euch tragt.

    29. Wenn die Menschen Vergeistigung erlangen, werden sie Geschöpfe sein, die allem überlegen sind, was sie umgibt. Denn bisher waren sie nur schwache Wesen, welche Naturgewalten, Kräften und Einflüssen preisgegeben waren, die dem Menschen nicht überlegen sein sollen, weil sie nicht über ihm stehen.

    30. Diese Unterweisung ist kurz, aber tief in seinem Gehalt. Studiert sie, Jünger, und lehrt sie.

    31. Richtet eure Blicke auf Mich, wenn ihr den Weg verloren habt; seid heute bei Mir. Erhebt eure Gedanken zu Mir und sprecht mit Mir, wie ein Kind mit seinem Vater spricht, wie man vertrauensvoll mit einem Freund spricht.

    32. Ich bin der Göttliche Meister, der von Zeit zu Zeit gekommen ist, um euch seine Unterweisung zu geben. Wenn ihr einen sehr bitteren Kelch leert, dann nicht, weil Ich euch strafe, sondern weil ihr euch läutern müsst, um zu Mir zu gelangen.

    33. Ich erwarte euch. Doch damit ihr bei der Rückkehr zu diesem Weg nicht strauchelt, muss Ich euch beistehen, und das tue Ich gerade, indem Ich euch mein Licht sende, welches Offenbarung, Inspiration und Stärke ist.

    34. Ihr tretet nun in einen neuen Abschnitt eures Lebens ein; der Weg ist gebahnt. Nehmt euer Kreuz auf euch und folgt Mir. Ich sage euch nicht, dass es auf diesem Weg keine Prüfungen gibt; aber immer, wenn ihr eine schwierige Wegstrecke durchquert oder einen bitteren Leidenskelch leert, werdet ihr eine Stimme vernehmen, die euch ermutigt und euch berät, wird meine Liebe bei euch sein, die euch beisteht und euch aufrichtet, und ihr werdet die sanfte Liebkosung meines Heilbalsams fühlen.

    35. Morgen, wenn diese Stimme nicht mehr von den Lippen meiner Stimmträger ertönt, werdet ihr ihre Essenz in eurem Gedächtnis bewahren, und diese wird euch weiterhin ermutigen und führen. Ihr werdet beten, wie Ich es euch gelehrt habe, und werdet meine Inspiration von Geist zu Geist empfangen. Wo immer ihr zusammenkommt, um mein Wort zu studieren, werdet ihr durch die Vereinigung eurer Gedanken einen Tempel voller Licht und Harmonie bilden. Damit werdet ihr begreifen, dass diese Versammlungsstätten, wo ihr euch vereint habt, um mein Wort zu vernehmen, nicht der Tempel der Herrn sind, obschon Ich euch auch dies sage, dass wenn ihr sie weiterhin euren Zusammenkünften widmen wollt, ihr dies tun könnt. Hier, alle vereint, werdet ihr euch gegenseitig Kraft, Licht, Glauben, Mut und Wärme geben, und wenn ihr meine Lektion gelernt habt, werdet ihr zusammenkommen, um zu beten und in eurem Heim zu meditieren, das ein anderer geeigneter Ort ist, um mit eurem Meister in Gemeinschaft zu treten. Wenn die Felder und die Auen euch einladen, euch aus dem Lärm der Stadt zu entfernen, so werdet ihr auch dort einen geeigneten Ort für eure Erhebung finden und werdet meine Gegenwart in euch fühlen. Aber bleibt geistig vereint und lebt immer in Einklang mit meinem Gesetz.

    36. Nach und nach werdet ihr euch an eure Bruderschaft und Vereinigung gewöhnen, und in eurer Mitte wird die geistige Familie, die ihr nach meinem Willen bilden sollt, immer mehr an Kraft zunehmen.

    37. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr einmal diese gute Harmonie unter euch erreicht habt, werdet ihr der Menschheit ein gutes Beispiel geben. Erinnert euch, dass kein Blatt vom Baum sich ohne meinen Willen bewegt; alles entfaltet sich so, wie Ich es zulasse, alles wird von Mir bestimmt.

    38. Bekleidet euch mit Frohsinn und Glauben, und wenn ihr euch auf eurem Weg von Versuchungen angefochten seht, so betet und seid unbesorgt, denn im Gebet werdet ihr die notwendigen Waffen finden, um zu kämpfen und zu siegen.

    39. Geht Schritt für Schritt auf dem Pfad, ohne Eile, denn andernfalls würdet ihr Gefahr laufen, zu straucheln oder in einen Abgrund zu fallen. Lernt den Weg wirklich kennen, damit ihr ihn später euren Geschwistern lehren könnt.

    40. Gebt euch nicht mit euren ersten Werken zufrieden, in der Meinung, genügend Verdienste für die Vervollkommnung eures Geistes erworben zu haben. Doch damit ihr täglich neue Lektionen lernt und größere Offenbarungen entdeckt, widmet immer etwas Zeit dem Studium meines Werkes.

    41. Der wissbegierige Jünger wird immer die Antwort auf seine Fragen vernehmen und in Augenblicken der Prüfung immer meinen väterlichen Rat hören

    42. Der fortgeschrittene Jünger wird eine Quelle der Liebe für seine Geschwister sein, er wird sich wirklich von seinem Vater beerbt fühlen und wird den Zeitpunkt erkennen, um zur Durchführung seiner großen geistigen Mission unter den Menschen aufzubrechen.

    43. Jedem Arbeiter ist eine Anzahl von Geistwesen zugeteilt, denen er Licht, Trost und Frieden geben soll. Diese Schar wird euch niemals überfordern, weil ihr ihr nach und nach, auf euer ganzes Leben verteilt, begegnen werdet.

    44. Heute besteht mein Lehrwort aus väterlichen Ratschlägen und aus Anregungen. Es ist schlicht, aber wenn ihr geistig in dasselbe eindringt, werdet ihr die Feierlichkeit jener Predigt entdecken, die Ich den großen Scharen in der Zweiten Zeit auf dem Berg hielt.

    45. Von der geistigen Wolke aus sende Ich euch den Strahl meines Geistes, der auf euer Wesen herabströmt und euch mein Wort vernehmen lässt.

    46. Ich habe euch eine hochstehende Unterweisung gebracht, wie diejenige, die Ich euch damals offenbarte — eine Lehre, die über allen Kenntnissen der Welt steht, das einzige Licht, das euch zum wahren Leben führen kann.

    47. Meine Lehre unterweist die Menschen, auf der Erde ein erhobenes, edles und reines Leben zu leben. Sie bereitet auch den Geist vor, damit dieser, wenn er einmal seine Heimstatt im Jenseits betritt, ein Werk schaffen kann, das ihn der Vollkommenheit näherbringt.

    48. Erwerbt von hier aus Verdienste für euer zukünftiges Leben.

    49. Manche leiden, weil sie die großen Trübsale in der Menschheit sehen, und sie fühlen sich unfähig, die kleinste ihrer Leiden zu lindern. Kommt zum Meister, und Ich werde euch lehren, wie man tröstet, wie man Frieden schenkt, und wie man heilt.

    50. Wenn ihr auf eurem Weg bereits Wohltätigkeit sät, wird es euch so erscheinen, als ob euer Wirken sehr unbedeutend ist im Vergleich mit all den Leiden und Tragödien der Menschheit. Dennoch sage Ich euch, dass euer dem Anschein nach unbedeutendes Wirken den Schmerz verringern wird, der auf der Menschheit lastet, und gleichzeitig wird es die Kräfte des Krieges vermindern.

    51. Ihr werdet im Stillen unter der Menschheit wirken. Doch der Augenblick wird kommen, an dem diese Stille gebrochen wird, und die Frohe Botschaft auf der ganzen Welt ertönt.

    52. Die Apostel des Spiritualismus werden nicht allein dastehen. Es werden auf der Welt Ereignisse eintreten, die für die Entfaltung dieser Lehre günstig sein werden.

    53. Alles ist mit Vollkommenheit vorbereitet sein. Ich habe euch meinen Plan wissen lassen. Es ist nur noch nötig, dass ihr mein Wort gründlich studiert, damit ihr mit dem von Mir Vorgesehenen nicht im Widerspruch steht.

    54. Die Prüfungen des Lebens und mein Wort bereiten euch zu. Die einen sind dort stehengeblieben, wo die Prüfung sie überraschte, weil sie meine Lehre nicht angewendet haben, um siegen zu können. Andere dagegen durchleben die Prüfungen im Frieden, weil sie niemals das vergessen, was sie vom Meister vernommen haben. Vergesst nicht, dass die Prüfungen dem Geist Besonnenheit und Standhaftigkeit geben, und dass ihr morgen auf eurem Weg vielen Besiegten begegnen werdet, die das Wort des Lichts und das Zeugnis derer benötigen, die zu siegen verstanden.

    55. Vergeistigt euch, sagt euch der Meister, weil die Vergeistigung euch helfen wird, die Wechselfälle zu überwinden, und euch die materiellen Bedürfnisse erträglicher zu machen.

    56. Lernt zu beten, denn mit dem Gebet werdet ihr auch viel Gutes tun können, ebenso werdet ihr gegen die Heimtücken verteidigen können. Das Gebet ist Schild und Waffe; wenn ihr Feinde habt, so werdet ihr euch durch das Gebet verteidigen. Aber wisst, dass diese Waffe niemanden verwunden oder verletzen darf, weil seine einzige Aufgabe darin bestehen soll, Licht in die Finsternis zu bringen.

    57. Ihr sollt auf lauterer Weise arbeiten, ohne meiner Lehre jemals irgendeine der unreinen Ausübungsformen beizumengen, die auf der Erde existieren.

    58. Dies ist mein Lehrwort. Ihr seid mit einem für meine Essenz offenen Herzen herbeigekommen, und so musste Ich Mich unter euch in Licht verströmen.

    59. Ich habe euch in jedem meiner Worte meinen Balsam und meinen Frieden gegeben, geliebtes Volk.

    60. Euer Geist hat sich emporgerichtet und ist bereit, meine Stimme zu vernehmen. Ich sehe ihn in ein wahres Heiligtum verwandelt, in das Ich den Nachhall meines Wortes eindringen lasse, welches das Licht des Wortes ist, damit ihr, den Atem eures Vaters nahe fühlend, die notwendige Kraft habt, bis zum Ende der Reise zu gelangen.

    61. In voller Kenntnis der Zeit, die ihr durchlebt, habt ihr euch aufgemacht, Mir nachzufolgen, und zwar deshalb, weil euer Geist weiß, wozu er auf die Erde gekommen ist. So werdet ihr mit festem Schritt den Weg der Geistlehre einschlagen können, so werdet ihr Mir bald die Verehrung darbringen können, die Ich seit langem von der Menschheit erwarte.

    62. Ich habe vorgesehen, dass die Zeit meiner Kundgabe lange währt, damit ihr eure Kenntnisse und euren Glauben stärkt und danach nicht sagt: „Die Gegenwart des Meisters unter uns war so kurz, dass wir nicht genügend Zeit hatten, uns von seiner Wahrheit zu überzeugen.

    63. Meine Lehre voller Spiritualität wird im Herzen dieses Volkes keimen, damit es in der Zukunft seine Früchte der Wahrheit und des Lebens spendet. Mein Wort wird sich über die Erde verbreiten und keinen Ort übriglassen, an dem es nicht reinigt, erleuchtet und richtet.

    64. Dann werden die Völker zum Geistigen Leben zu erwachen beginnen, zum Wahren und Ewigen, und werden den äußerlichen und materialistischen Teil ihrer verschiedenen Kultformen beseitigen, um sich auf die Suche nach der Essenz meines Gesetzes zu beschränken.

    65. Die Menschheit wird die Macht erfahren, welche die Spiritualität verleiht, und wird ihren Blick von all dem abwenden, was sie so viele Jahrhunderte hindurch aufhielt.

    66. Was nützt es, dass das Symbol des Christentums, das heißt das Kreuz, sich millionenfach auf Erden befindet, wenn die Menschen nicht guten Willens sind und einander nicht lieben?

    67. Das Äußerliche hat keine Macht mehr über die Menschen: Es gibt keine Hochachtung mehr noch Glauben, noch Bedauern darüber, verletzt zu haben. Daher sage Ich euch, dass die Symbole und Kultformen verschwinden werden, weil ihre Zeit vorüber ist und es die innerliche Anbetung sein wird, die den Menschen zum Licht emporzieht, ihn erhebt und zu Mir führt.

    68. Im Reinsten seines Wesens, im Geist, werde Ich in dieser Zeit mein Gesetz niederschreiben, werde Ich meine Stimme vernehmen lassen, werde Ich meinen Tempel errichten; denn was nicht im Innern des Menschen ist, was nicht in seinem Geist ist, ist so, als ob es nicht existiere. Ob man riesige materielle Kultstätte zu meiner Ehre errichtet, ob man Mir Feierlichkeiten und Zeremonien voller Pracht darbringt — diese Opfergabe wird Mich nicht erreichen, weil sie nicht geistig ist. Jeder äußerliche Kult trägt immer Eitelkeit und Zurschaustellung in sich; die heimliche Opfergabe hingegen — jene, welche die Welt nicht sieht und die ihr Mir von Geist zu Geist darbringt — gelangt zu Mir aufgrund ihrer Demut, ihrer Aufrichtigkeit, ihrer Wahrheit, mit einem Wort: Weil sie dem Geist entsprang. Ruft euch jenes Gleichnis von Mir ins Gedächtnis zurück, das euch in der Zweiten Zeit gegeben wurde und das als Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner bekannt ist, und ihr werdet einsehen, dass meine Unterweisung zu allen Zeiten die gleiche war.

    69. Ich würde euch nicht verurteilen, wenn ihr von der Erde selbst das letzte Kreuz verschwinden ließet, mit dem ihr euren christlichen Glauben versinnbildlicht, und als Ausgleich jenes Symbol durch die wahrhaftige Liebe untereinander ersetzen würdet; denn dann würden euer Glaube und eure äußerliche Gottesverehrung zu einer Verehrung und einem Glauben des Geistes, was dem entspricht, was Ich von euch erwarte. Wenn eure Gottesdienste und eure Symbole wenigstens die Kraft hätten, um eure Kriege zu verhindern, um euch nicht ins Laster versinken zu lassen, um euch im Frieden zu erhalten! Aber seht, wie ihr über alles hinweggeht, was nach euren Worten heilig ist; seht, wie ihr das mit Füßen tretet, was ihr für göttlich gehalten habt.

    70. Ich sage euch noch einmal: Es wäre besser für euch, wenn ihr keinen einzigen Tempel, nicht einen Altar, kein einziges Symbol oder Bildnis auf der ganzen Erde hättet, aber mit dem Geist zu beten und euren Vater zu lieben verstündet und an Ihn zu glauben vermöchtet ohne das Bedürfnis nach Stellvertretern, und dass ihr euch lieben würdet, wie Ich euch in meiner Lehre gelehrt habe. Dann wäret ihr gerettet, würdet auf dem Weg gehen, der durch meine Blutspuren gekennzeichnet ist — Spuren, mit denen Ich die Wahrheit meiner Unterweisungen besiegelte.

    71. Erst wenn diese Menschheit ihre Abgötterei und ihren Fanatismus aufgibt, wird sie „das neue Manna“ herabkommen sehen. Nicht mehr jenes, das das Volk in der Einsamkeit der Wüste nährte, sondern jenes, das in den Tagen der Prüfungen auf euren Geist herabkommt. Dies wird das wahre Himmelsbrot sein — jenes, das die Menschen von Geist zu Geist empfangen.

    72. Das Manna der Ersten Zeit war nur ein Sinnbild für das, was meine geistige Zwiesprache mit den Menschen in den letzten Zeiten sein würde, wenn ihr Geist die geistige Nahrung direkt von der Göttlichkeit empfangen würde.

    73. Sehr groß ist die Verantwortung, die dies Volk gegenüber der Menschheit hat. Es muss ein Beispiel wahrer Vergeistigung geben, es soll die Art und Weise zeigen, wie man die innere Anbetung, die wohlgefällige Opfergabe, die Gottes würdige Verehrung darbringt. Öffnet euer Herz und vernehmt dort die Stimme des Gewissens, damit ihr eure Werke beurteilt und erfahrt, ob ihr meine Unterweisungen treulich auslegt oder ob auch ihr den Sinngehalt meiner Lehre falsch auffasst.

    74. Beabsichtigt nicht, an einem einzigen Tag zum Gipfel der Vergeistigung zu gelangen. Geht mit gemessenem, ruhigem und festem Schritt auf das Ziel zu, und ihr werdet niemals straucheln noch einen Grund haben, der euch reuevoll umkehren lässt oder euch wegen dem, was ihr getan habt, furchtsam macht. Achtet darauf, dass jeder Schritt mit vollem Bewusstsein geschieht, dann werdet ihr bald die Frucht eures Werkes sehen.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 279

    1. Ihr legt einen dornigen Pfad zurück, und bei jedem Schmerz, den ihr habt, hört ihr die Stimme des Gewissens, die euch sagt, dass ihr noch weit davon entfernt seid, das Gesetz eures Vaters zu erfüllen, und dass ihr deshalb strauchelt. Der Geist bewahrt das intuitive Wissen, dass er vor langer Zeit dem Schoß des Schöpfers entsprungen ist, und da er weiß, dass er noch einen weiten Weg vor sich hat und zurücklegen muss, um zu seinem Ausgangspunkt zurückzukehren, widmet er sich dem Gebet, da er weiß, dass er wenigstens in diesem Augenblick mit seinem Vater Zwiesprache halten kann. Der Geist weiß, dass er im Gebet einen Trost findet, der ihn liebkost, stärkt und heilt.

    2. Ich segne jene, die beten. Je geistiger ihr Gebet ist, desto größer ist der Friede, den Ich sie fühlen lasse. Dies könnt ihr euch leicht erklären; denn wer, um zu beten, darauf angewiesen ist, vor Bildnissen oder Gegenständen niederzuknien, um die Gegenwart des Göttlichen zu fühlen, wird nicht die geistige Empfindung der Gegenwart des Vaters in seinem Herzen erfahren können.

    3. „Selig, die, ohne zu sehen, glauben“, sagte Ich einstens, und jetzt sage Ich es erneut; denn wer seine Augen für die Dinge der Welt schließt, öffnet sie für das Geistige, und wer Glauben an meine geistige Gegenwart hat, muss sie fühlen und sich ihrer erfreuen.

    4. Wann wird diese Menschheit damit aufhören, ihrem Geist die Wonne vorzuenthalten, Mich in ihrem Herzen zu fühlen mittels des direkten Gebets oder — was dasselbe ist — durch das Gebet von Geist zu Geist? Dann, wenn mein Licht das Leben der Menschen erleuchtet, sie die Wahrheit erkennen und ihre Irrtümer begreifen.

    5. Jetzt ist die (rechte) Zeit, um zu beten und zu meditieren; aber mit Gebeten, die frei von Fanatismus und Vergötzung sind, und mit ruhiger und tiefer Meditation über mein göttliches Wort.

    6. Alle Stunden und alle Orte können geeignet sein, um zu beten und zu meditieren. Nie habe ich euch in meinen Unterweisungen gesagt, dass es Orte oder Augenblicke gäbe, die besonders dafür vorgesehen sind, wo doch euer Geist größer ist als die Welt, die ihr bewohnt? Weshalb Mich auf Bildnisse und so begrenzte Orte beschränken, wo Ich doch unendlich bin?

    7. Der schwerwiegendste Grund für die geistige Armut der Menschen und ihre irdischen Schicksalsschläge ist ihre unvollkommene Art zu beten, weshalb Ich euch sage, dass diese Erkenntnis die ganze Menschheit erreichen muss.

    8. Ihr steht vor den Toren zum Geistigen Zeitalter. Wundert euch also nicht, dass Ich zu euch viel von dem spreche, das dem Geist zugehörig ist.

    9. Niemand sollte von meiner neuen Botschaft und dem Sinngehalt meines Wortes überrascht sein. Denn die Propheten der Ersten Zeit kündigten ebenso wie Christus in der Zweiten Zeit mit größter Klarheit das Zeitalter an, in de ihr heute lebt.

    10. Viele haben sich in der Welt erhoben, weil sie erkannten, dass jetzt die Zeit der Erfüllung jener Prophetien ist. Doch muss Ich euch sagen, dass nicht alle den Sinn der Schriften verstanden haben, wenn sie ihnen eine auf das Materielle bezogene Auslegung geben, ähnlich jener, welche die Juden damals dem Kommen des Messias und seinem Reich gaben.

    11. Als Ich auf der Erde war, sagte Ich euch: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Bei einer anderen Gelegenheit sagte Ich: „Ich muss von euch gehen, denn Ich werde euch die Wohnung bereiten, zu der ihr gelangen sollt.“

    12. Nun denn, Jünger, wenn Ich mit einer Lehre kam, die von einem höheren Leben sprach, die das Geistige Leben offenbarte und euch den Weg zeigte, um auf ihm zu demselben zu gelangen — ein Weg, den ihr verstehen müsst, der nicht nur mein Wort gewesen ist, sondern auch das Gesetz der Ersten Zeit und alle Prophetien, die euch von meinen Boten übergeben wurden, die zu den Menschen vom Geistigen Leben sprachen — Warum habt ihr den göttlichen Sinn jener Offenbarungen materiell aufgefasst? Ich habe zu den Menschen in den vergangenen Zeiten im Gleichnis und in Sinnbildern gesprochen, denn weder der Geist noch die Verstandesorgane waren fähig, das Licht in Fülle zu empfangen. Es war daher unbedingt notwendig, jene Sprache, jene Gestalten und Gleichnisse ins Geistige zu übertragen und sie geistig auszulegen, bis man den wahren Sinn derselben findet.

    13. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ sage Ich euch aufs Neue. Mein Reich ist im Geistigen, denn der Essenz nach bin Ich Geist. Doch da ihr Kinder dieser Essenz seid, ist es nur natürlich, dass auch ihr zu jenem Reich gehört. Um zu ihm zu gelangen, habe Ich euch eine Lehre inspiriert und eine Weisheit offenbart, die euch über euer menschliches Bewusstsein erheben und euch Schritt für Schritt dem Geistigen Reich näherkommen lassen.

    14. Betet und meditiert, Volk, dann werdet ihr nicht in Irrtum geraten, noch werdet ihr von irgendjemandem in die Irre geführt werden. Denn ihr seid die Saat des Neuen Zeitalters, die zu dem unsichtbaren Berg kommt, um die Stimme eures Vaters zu vernehmen.

    15. Aus der Finsternis und den Abgründen steigen nun die Geistwesen empor, um die Reihen des Volkes Gottes zu vergrößern, in deren Kindern der Same Abrahams, Jakobs, Moses‘, Elias‘ und all jener ist, die mit ihren Werken den Namen ihres Volkes zu ehren und den Namen ihres Gottes zu verherrlichen verstanden.

    16. Eine Stimme ist gekommen, euch zu erwecken, eine sanfte und trostreiche Stimme, die euch ins Reich des Lichts und des Lebens ruft, die sich jedoch in Gerechtigkeit verwandeln kann, wenn ihr es vorzieht, weiterhin euren Geist zu entweihen und das Gesetz zu missachten.

    17. Dem Gehorsamen und Demütigen sagt mein Wort: „Bleibt standhaft, denn ihr werdet viel von meiner Gnade erlangen und vieles für eure Geschwister erreichen.“ Dem Törichten sagt meine Stimme: „Wenn ihr diese gesegnete Gelegenheit nicht nutzt, um dem Schmutz der Sünde oder der Finsternis der Unwissenheit, in der ihr lebt, zu entkommen, werdet ihr Zeiten und Zeitalter über euren Geist hinweggehen sehen, ohne zu erfahren, was der Herr in seiner Botschaft brachte, noch welches die Gaben waren, die Er seinem Volk offenbarte.

    18. Gewiss wird es für alle eine geeignete Zeit geben, um sich zu retten und sich zu den Höhen aufzuschwingen. Aber wehe dem, der diesen Tag verzögert! Wehe dem, der die Gelegenheiten versäumt, die Entwicklung seines Geistes zu erreichen, weil er sich den Nichtigkeiten/überflüssigen Dingen dieser Welt gewidmet hat! Er weiß nicht, wie lange die Zeit sein wird, in der er auf eine neue Gelegenheit warten muss, noch kennt er die Bitternis seiner Wiedergutmachung. Darin liegt nicht die geringste Vergeltung oder die gelindeste Strafe vonseiten des Vaters, wohl aber seine strenge und unerbittliche Gerechtigkeit.

    19. Wisst ihr etwa heute, da Ich Mich unter euch eingefunden habe, ob ihr nicht schon frühere Gelegenheiten versäumt oder ungenutzt gelassen habt, und kennt ihr etwa die Zeitspanne, die euer Geist abgewartet hat, um diese neue Gelegenheit zu erhalten, eine Mission zu erfüllen, die ihm vor langer Zeit anvertraut wurde? Was weiß euer Herz oder euer Verstand von der Vergangenheit ihres Geistes, von seinem Schicksal, seinen Verschuldungen, Aufgaben und Wiedergutmachungen? Nichts! Daher dürft ihr die Vervollkommnung des Geistes nicht unterbrechen, noch ihn durch die Liebe zu den Gütern der Welt in Versuchung führen. Er muss einem anderen Weg, anderen Zielen, anderen Idealen folgen.

    20. Dies sind die ersten Tage eines Zeitalters, das strahlend in der Menschheit anbricht. Es ist unter Stürmen, Blitzen, Erschütterungen und Schmerzen erschienen. Aber die dunklen Wolken werden sich auflösen, und das Licht der Wahrheit wird in ihrer ganzen Majestät erstrahlen.

    21. Heute lebt ihr noch in den trüben Tagen, die dem Licht vorausgehen. Dennoch dringt dieses Licht, indem es die wenigen Aufhellungen eures wolkigen Himmels nutzt, mit seinen flüchtigen Lichtstrahlen hindurch, die zu einigen Punkten der Erde gelangen und die Herzen berührt, die Geistwesen erschüttert und erweckt.

    22. Alle, die von diesem Licht überrascht worden sind, haben auf ihrem Weg innegehalten, um zu fragen: „Wer bist Du?“ Und Ich habe ihnen geantwortet: „Ich bin das Licht der Welt, Ich bin das Licht der Ewigkeit, Ich bin die Wahrheit und die Liebe. Ich bin Jener, der versprach, wiederzukommen, um zu euch zu sprechen — Jener, von Dem man sagte, dass Er das Wort Gottes war.“

    23. Wie Saulus auf dem Weg nach Damaskus haben sie ihren ganzen Stolz gedemütigt, haben sie ihren Hochmut überwunden, und ihr Angesicht demütig gesenkt, um Mir mit dem Herzen zu sagen: „Mein Vater und Herr, vergib mir. Jetzt begreife ich, dass ich Dich verfolgt habe, ohne mir dessen bewusst zu sein.“

    24. Von diesem Augenblick an haben sich jene Herzen in kleine Nachfolger verwandelt. Denn in dieser Dritten Zeit ist bis zum heutigen Zeitpunkt unter meinen neuen Jüngern noch kein Apostel mit der Erhebung jenes erschienen, der Mich so sehr in meinen Jüngern verfolgte, um Mich danach mit so großer Inbrunst zu lieben.

    25. Ihr seid kleine Nachahmer und Nachfolger jener, die ihre geistige Mission auf der Welt mit großen Werken der Liebe schrieben und ihre Spur neben der von Jenem hinterließen, den sie so sehr liebten und für den sie starben: Ihren Meister.

    26. Ich spreche zu euch von den vergangenen Zeiten manchmal in großen Zügen und ein anderes Mal ins Einzelne gehend, damit ihr lernt, aus den großen Lehrbeispielen die geistige Essenz zu ziehen, welche unsterblich und unwandelbar ist.

    27. Hier ist mein Herz, das für jede Bitte, jede Sorge, jede vertrauliche Mitteilung offen ist!

    28. Ich bin für euch Vater, Meister, Freund, Krankenpfleger, Arzt und Berater. Legt alle eure Nöte bei Mir nieder, trocknet eure Tränen, vertraut Mir eure Hoffnungen und Wünsche an, macht Mich zu eurem Vertrauten.

    29. Betet, meine Kinder, denn durch das Gebet erlangt man Weisheit, Gesundheit und Stärke.

    30. Ich will, dass ihr wahre Jünger von Mir werdet — Wesen, die sich ihrer Bestimmung bewusst sind — Menschen, die ihren Geist zu erheben verstehen, um auf Erden nicht zu straucheln.

    31. Wer betet, fürchtet keine Abgründe oder Klippen, sein Geist ist immer gelassen.

    32. Wenn ihr alle einmal so lebt, werdet ihr ein Heiligtum der Liebe zu eurem Vater errichtet haben, in deren Innerem das Echo eines geistigen Lobliedes erklingen wird, das von Brüderlichkeit, Erhebung und Harmonie zeugt.

    33. Ihr untersteht noch meiner Unterweisung, damit ihr, wenn ihr auf eurem Weg auf eine schwer lösbare Prüfung stoßt, in meinem Wort die Vorgehensweise für deren Lösung erfahrt. Denn diese Schüler von heute werden morgen Jünger und sogar Meister sein. Deshalb haben sie jetzt viel zu lernen.

    34. Ich werde euer Herz formen, werde euer Verstandesvermögen ausbilden und eure Gefühle glätten, um euch aussenden zu können, von meinem Kommen in der Dritten Zeit Zeugnis abzulegen.

    35. Mein neues Wort verbreitet sich noch nicht auf Erden. Bevor es Geltung erlangen kann, gebe Ich den Völkern vorhergehende Zeichen von meinem Kommen. Die Geistige Welt erfüllt derzeit die Aufgabe, die Menschen zur Wirklichkeit des Geistigen Lebens zu erwecken.

    36. Hier, unter euch, habe Ich Mich ausführlich kundgegeben. Ihr könnt nicht sagen, dass es sich nur um Hinweise oder Zeichen gehandelt hat. Denn mein Wort mittels des menschlichen Verstandes ist klar und deutlich gewesen, obwohl es nur die vorbereitende Botschaft ist, um die Zwiesprache von Geist zu Geist zu erlangen.

    37. Gewiss ist mein Wort durch diese Stimmträger eine ausführliche und tiefgehende Unterweisung gewesen. Es hat bereits offenbarte Wahrheiten bestätigt, ebenso wie es neue Offenbarungen gemacht hat.

    38. Ich habe zu euch von der geistigen Bestimmung, von der Entwicklung der Wesen, von der Reinkarnation und der Wiedergutmachung des Geistes gesprochen. Ich habe zu euch über die verschiedenen Prüfungs- und Unterweisungsetappen gesprochen, die die Menschheit auf der Erde gehabt hat, symbolisiert in einem mit Sieben Siegeln versiegelten Buch. Ich habe euch offenbart, dass jetzt das Dritte Zeitalter ist, in dem Ich im Geist zu euch komme, weil Ich euch für fähig halte, meine geistige Gegenwart zu fühlen, und Ich habe euch gesagt, dass ihr das ganze Gesetz in zwei Vorschriften oder Geboten zusammenfassen könnt, indem ihr euren Vater liebt und einander liebt.

    39. Denkt darüber nach, und ihr werdet begreifen, dass es nicht Zeichen gewesen sind, die Ich euch gegeben habe, sondern eine große Manifestation meiner Vaterliebe.

    40. Jene, die nur Zeichen bekommen haben, sind andere Völker — jene, die meine Verheißung, wiederzukommen, nicht aus ihren Herzen gelöscht haben, die den Weltraum erforschen und den Sinn aller großen Ereignisse beachten — in der Hoffnung, sagen zu können: „Der Meister ist nahe.“

    41. Wie wenig interessiert die Welt meine neue Manifestation! Wie wenige sind derer, die wachen und Mich erwarten, und wie viele sind es, die schlafen!

    42. Über jene, die in Erwartung Meiner leben, kann Ich euch sagen, dass nicht alle die wahre Form meiner Gegenwart in dieser Zeit ahnen. Denn während manche unter dem Einfluss alter Glaubensvorstellungen meinen, dass Ich als Mensch zur Welt zurückkehre, glauben andere, dass Ich in irgendeiner für jedes Menschenauge sichtbaren Gestalt erscheinen muss, und sehr wenige nur erraten die Wahrheit und ahnen, dass mein Kommen geistig ist.

    43. Während die einen sich fragen, welche Gestalt Ich annehmen werde, zu welcher Stunde oder an welchem Tag Ich Mich auf Erden zeigen werde und an welchem Ort Ich erscheinen werde, sagen andere, ohne an bestimmte Erscheinungsformen oder Zeitpunkte zu denken: „Der Meister ist bereits unter uns, sein Licht, welches sein Geist ist, umflutet uns.“

    44. Wenn diese Botschaft zu allen Herzen gelangt, wird es für die einen ein Geschenk der Freude sein, weil sie in ihr alle ihre Vorahnungen und ihren Glauben bestätigt finden werden. Andere hingegen werden meiner Botschaft Wahrheit absprechen, weil sie sie nicht in Übereinstimmung mit dem finden, was sie glaubten, das geschehen würde, und mit der Art und Weise, in der es sich offenbaren würde.

    45. Denkt an sie alle, geliebtes Volk, und wisst, dass das Warten für diese Geistwesen schmerzlich ist, und dass — während sie leiden, wenn sie daran denken, dass diese Zeit vielleicht nicht die meiner Wiederkunft ist — ihr euch Tag für Tag an meinem Wort erquickt. Wie groß wird eure Verantwortung gegenüber der Menschheit sein, wenn es einmal endet!

    46. Erwacht, Volk, und erweckt die anderen Völker der Erde; das ist alles, was ihr vorerst tun müsst. Ich werde Mich bei allen einstellen — auf der Wolke, so wie Ich es euch verhieß, und alle werden Mich schauen.

    47. Weshalb solltet ihr meinen, dass mein Kommen im Geist keinen Sinn hat? Erinnert euch daran, dass Ich nach meinem Tod als Mensch weiterhin zu meinen Jüngern sprach und Mich ihnen im Geist zeigte.

    48. Was wäre aus ihnen geworden ohne jene Manifestationen, die Ich ihnen gewährte, die ihren Glauben stärkten und ihnen für ihre Auftragserfüllung neuen Mut einflößten?

    49. Traurig war das Bild, das sie nach meinem Scheiden boten: Die Tränen flossen unablässig über ihre Gesichter, alle Augenblicke entrang sich ihrer Brust ein Schluchzer, sie beteten viel, und Furcht und Gewissensbisse bedrückten sie. Sie wussten: Der eine hatte Mich verkauft, ein anderer hatte Mich verleugnet, und fast alle hatten Mich in in der höchsten Stunde verlassen.

    50. Wie konnten sie die Zeugen jenes Meisters aller Vollkommenheit sein? Woher sollten sie den Mut und die Kraft nehmen, um den Menschen mit so unterschiedlichen Glaubensbekenntnissen, Denk- und Lebensweisen entgegenzutreten?

    51. Gerade da erschien mein Geist unter ihnen, um ihren Schmerz zu lindern, ihren Glauben zu entzünden, ihre Herzen mit dem Ideal meiner Lehre zu entflammen.

    52. Ich gab meinem Geist menschliche Gestalt, um ihn bei den Jüngern sichtbar und fühlbar zu machen, aber meine Gegenwart war geistig, und seht, wie viel Einfluss und Bedeutung jenes Erscheinen unter meinen Aposteln hatte.

    53. Wahrlich, Ich sage euch, heute bin Ich nicht gekommen, um meinen Geist wie damals Mensch werden zu lassen, weil eure geistige Entwicklung eine andere ist. Dennoch — obwohl meine Gegenwart subtil und nicht greifbar ist, wird sie von allen empfunden, ohne dass es nötig ist, dass eure sterblichen Augen beglaubigen müssen, dass sich der Meister unter euch befindet.

    54. Der Geist hat höhere Sinne, durch die ihr das Geistige fühlen, erkennen und begreifen könnt. Ich will, dass ihr meine Gegenwart gerade durch diese Empfindsamkeit wahrnehmt.

    55. Wenn ihr dieses Wort nicht mehr vernehmt, werdet ihr in Traurigkeit, in Schwachheit fallen und wegen eures Mangels an Liebe Gewissensbisse haben. Aber auch zu euch werde Ich kommen und euch in der Vertrautheit eures Herzens sagen: „Hier bin Ich, fürchtet euch nicht, geht euren Weg, ihr seid nicht allein.“

    56. Wer außer Mir ermutigte die Jünger in jener Zweiten Zeit, als sie dann ohne ihren Meister durch die Welt zogen? Erscheint euch nicht das Werk eines jeden von ihnen bewundernswert? Aber Ich sage euch, dass auch sie Schwächen hatten wie jeder andere Mensch. Später wurden sie von Liebe und Glauben erfüllt, es machte sie nicht mutlos, auf der Welt wie Schafe unter Wölfen zu sein und immer von den Menschen verfolgt und verspottet zu werden.

    57. Sie hatten die Macht, Wunder zu vollbringen, sie verstanden, von jener Gnade Gebrauch zu machen, um Herzen zur Wahrheit zu bekehren.

    58. Selig all jene, die das Wort Jesu aus dem Mund meiner Apostel vernahmen, denn bei ihnen erlitt meine Lehre keine Veränderung, sondern wurde in all ihrer Lauterkeit und Wahrheit gegeben. Daher fühlten die Menschen, wenn sie ihnen zuhörten, in ihrem Geist die Gegenwart des Herrn und spürten in ihrem Wesen ein unbekanntes Gefühl von Macht, von Weisheit und Majestät.

    59. In jenen armen und demütigen Fischern aus Galiläa habt ihr ein würdiges Vorbild: Durch die Liebe verwandelt in geistige Fischer, rührten sie Völker und Reiche durch das Wort, das sie von Jesus gelernt hatten, und bereiteten durch ihre Beharrlichkeit und ihre Aufopferung die Bekehrung der Völker und das Zustandekommen des geistigen Friedens vor. Von den Königen bis zu den Bettlern — sie alle erfuhren meinen Frieden in jenen Tagen wahren Christentums.

    60. Jene Ära der Spiritualität unter den Menschen war nicht von Dauer; doch Ich, der alles weiß, hatte euch meine Rückkehr angekündigt und verheißen, weil Ich wusste, dass ihr Mich wiederum brauchen würdet.

    61. Ich wusste, dass die Menschen meine Lehre von Generation zu Generation immer mehr mystifizieren, mein Gesetz verändern und die Wahrheit verfälschen würden. Ich wusste, dass die Menschen meine Verheißung, zurückzukehren, vergessen würden und dass sie sich nicht mehr als Geschwister betrachten, sich gegenseitig mit den grausamsten, feigsten und unmenschlichsten Waffen töten würden.

    62. Doch nun ist die Zeit und der verheißene Tag gekommen, und hier bin Ich. Verurteilt nicht die Art und Weise, die Ich gewählt habe, um Mich euch kundzutun; denn nicht die Welt hat Mich zu richten, sondern Ich bin es, der die Menschheit richtet, weil jetzt die Zeit ihres Gerichts ist.

    63. Ich errichte ein Reich im Herzen der Menschheit — kein irdisch-materielles Reich, wie viele es erwarten, sondern ein geistiges — dessen Macht der Liebe und der Gerechtigkeit entspringt und nicht den Mächten der Welt.

    64. Ich sehe, dass manche erstaunt sind, Mich so sprechen zu hören; doch Ich frage euch: Warum wollt ihr Mich euch immer mit Seide, Gold und Edelsteinen bekleidet vorstellen? Warum wollt ihr zu allen Zeiten, dass mein Reich von dieser Welt ist, während Ich euch das Gegenteil offenbarte?

    65. Ich bringe eine neue Lektion, durch die ihr lernen werdet, auf Erden geistig zu leben, was das wahre Leben ist, das den Menschen von Gott bestimmt ist.

    66. Ich habe euch bereits gesagt, dass Vergeistigung nicht Mystizismus noch religiöser Fanatismus oder übernatürliche Praktiken bedeutet. Vergeistigung bedeutet Harmonie des Geistes mit der Körpermaterie, Befolgung der göttlichen und menschlichen Gesetze, Schlichtheit und Reinheit im Leben, absoluter und tiefer Glaube an den Vater, Vertrauen und Freude daran, Gott in euren Nächsten zu dienen, Ideale der Vervollkommnung der Moral und des Geistes.

    67. Wenn Ich euch die Reinheit meiner Lehre vor Augen führe, fühlt ihr, dass eure Irrtümer stärker hervortreten. Nun denn, Jünger, Ich bin bereit, alle eure Verfehlungen zu vergeben, wenn ihr euch morgen bei der Stimme des Gewissens aufrafft, um alle eure Fehler wiedergutzumachen, die verlorene Zeit wiedereinzuholen und die Lauterkeit meiner Lehre durch die Reinheit eurer Handlungsweisen aufzuzeigen.

    68. Es ist notwendig, dass ein hochstehendes und auf meine Gesetze achtendes Volk erscheint, das den Menschen beweist, dass die Vergeistigung nichts Unmögliches ist, dass die Erneuerung des Fleisches kein Opfer ist, und der geistige Dienst kein Verzicht auf das menschliche Leben ist.

    69. Ihr könnt diejenigen werden, die mein Werk predigen und lehren, weil ihr die nötige Erfahrung habt, die einer langen Vergangenheit, einer langen Entwicklung entspringt.

    70. Ihr musstet viele Wege zurücklegen, um den Spiritualismus kennenzulernen. Auch ihr wart götzendienerisch und vermochtet Mich nicht ohne Zeremonien zu ehren. Aber ihr gelangtet zur glückbringenden Wegkreuzung, und als ihr nicht wusstet, welche Richtung ihr einschlagen sollt, vernahmt ihr die ersehnte Stimme des Meisters, der euch aufs Neue den Weg wies.

    71. Meint ihr nicht, dass euer Reichtum an Erfahrung euch dazu dient, eure Geschwister sowohl zu verstehen als auch zu ermutigen?

    72. Ich habe euch bereits vorausgesagt, dass der Kampf heftig sein wird, denn jeder hält seine Religion für vollkommen und seine Art, sie auszuüben, für untadelig. Doch Ich sage euch: Wenn es so wäre, hätte Ich keinen Grund gehabt, in dieser Zeit zu kommen und zu euch zu sprechen.

    73. Ich inspiriere euch eine zutiefst geistige Lehre, weil Ich sehe, dass das Heidentum in euren Kultformen regiert und dass der schlechte Same des Fanatismus euch mit Unwissenheit und Hassgefühlen vergiftet hat.

    74. Mein Schwert des Lichts ist in meiner Rechten, Ich bin der Kämpfer und König, der alles Widersetzliche, alles bestehende Übel und alles Falsche zerstört. Wenn mein Kampf zu Ende ist und die Herzen gelernt haben, sich zu vereinen, um zu beten und zu leben, wird der Blick eures Geistes Mich im unendlichen Licht und im ewigen Frieden entdecken. „Dies ist mein Reich“, werde Ich euch sagen, „und Ich bin euer König, denn dazu bin Ich da, und dazu habe Ich euch erschaffen: um zu regieren.“

    75. Erkennt, wie sehr sich meine Eroberungen von der menschlichen Weise unterscheiden; erkennt, wie Ich, um in euren Herzen zu regieren, statt euch durch Furcht oder Gewalt zu unterwerfen, Mensch wurde, um bei euch zu leben. Ich wusch und küsste eure Füße und wurde euer Opfer.

    76. Ich gab Mich euch ganz hin, weshalb Ich euch sage, dass ihr alle euch schließlich Mir hingeben werdet.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 278

    1. Geliebte Jünger, ein weiteres Mal sage Ich euch: Wachet und betet, weil die Körpermaterie schwach ist und in seiner Schwachheit den Geist vom rechten Wege abbringen kann.

    2. Der Geist, der zu wachen versteht, weicht niemals von der vom Weg ab, die sein Herr für ihn vorgezeichnet hat, und er ist in der Lage, sein Erbe und seine Gaben zur Anwendung zu bringen, bis er seine Erhebung erreicht. Dieses Wesen wird sich in den Prüfungen durchsetzen, weil es wachsam lebt und sich niemals von der Körpermaterie beherrschen lässt. Wer wacht und betet, wird immer siegreich aus schwierigen Zeiten hervorgehen und den Lebensweg mit festem Schritt zurücklegen.

    3. Wie anders ist das Verhalten dessen, der zu beten und zu wachen vergisst! Freiwillig verzichtet er darauf, sich mit den besten Waffen zu verteidigen, die Ich in den Menschen gelegt habe, welche der Glaube, die Liebe und das Licht des Wissens sind. Er ist es, der die innere Stimme nicht vernimmt, die zu ihm durch die Intuition, das Gewissen und die Träume spricht. Aber das Herz und der Verstand verstehen jene Sprache nicht und schenken der Botschaft ihres eigenen Geistes keinen Glauben.

    4. Wenn der Mensch hinsichtlich des höheren Lebens, das über ihm existiert und vibriert, wach leben würde und wenn er seinen Geist zu befragen verstünde — wie vielen Stolpersteinen würde er entkommen, vor wie vielen Abgründen würde er sich retten. Aber sein Leben lang fragt er jene um Rat, die keine Lösung für seine Zweifel und seine Ungewissheiten haben: die Wissenschaftler, die in die materielle Natur eingedrungen sind, die jedoch das geistige Leben nicht kennen, weil der Geist in ihnen in Lethargie verfallen ist.

    5. Der Geist der Menschheit muss erwachen, um sich selbst zu finden, um all die Gaben zu entdecken, die ihm anvertraut wurden, um ihn in seinem Kampfe zu unterstützen.

    6. Heute ist der Mensch wie ein kleines dürres Blatt, das vom Baum des Lebens gefallen und Spielball der Winde ist, tausend Wechselfällen unterworfen, schwach gegenüber den Naturgewalten, gebrechlich und armselig angesichts des Todes, während er doch Herr über die Erde sein sollte als ein Fürst, der von Mir ausgesandt wurde, um sich auf der Welt zu vervollkommnen.

    7. Die Zeit des Erwachens ist gekommen, in der ihr euch auf der Suche nach der Wahrheit beeilen müsst und den Weg, auf den euch euer Ehrgeiz, eure Verzweiflung und eure Unwissenheit gebracht hat, zurückgehen müsst.

    8. Flieht nicht vor meinem Licht, das erscheint, um die Welt durch seine Offenbarungen zu erschüttern. Bald werdet ihr am geistigen Firmament den rettenden Stern dieser schiffbrüchigen Welt erstrahlen sehen — dieser in den Schatten eines materialistischen, unfruchtbaren und egoistischen Lebens verlorenen Menschheit, weil sie sich vom Gesetz entfernt hat, das die Essenz eures Leben ist.

    9. Gesegnetes Volk: Werden eure Herzen nicht angerührt, wenn Ich so von der Menschheit zu euch spreche? Denkt ihr nicht sofort an die heikle Mission, die ihr zu erfüllen habt?

    10. Ich spreche so zu euch, damit ihr euch vorbereitet. Denn die Zeit ist nahe, in der auf der Welt meine Boten und meine Gesandten erscheinen werden, und unter diesen Sendboten werden einige von euch sein, einige von denen, die mein Wort in dieser Dritten Zeit vernommen haben.

    11. Nur die reinen Herzens sind, dürfen zu den Ländern und Nationen aufbrechen, um meine Botschaft zu verbreiten, denn sie werden die einzig Würdigen sein, von der Wahrheit dieses Werkes Zeugnis abzulegen.

    12. Wenn diese Sendboten zu den Ländern, die sie erwarten, aufbrechen, wird aus ihren Herzen jeder religiöse Fanatismus bereits gelöscht sein, es wird nicht mehr der kleinste Wunsch nach Schmeicheleien oder Bewunderung (in ihnen) vorhanden sein, noch wird ihre Hand es wagen, sich für das Liebeswerk, das sie vollbringen, mit dem Geld der Welt zu beflecken. Sie werden keine Wunder verkaufen, noch einen Preis für die Liebe untereinander festsetzen. Sie werden Diener sein, aber keine Herren. Die Zeit wird kommen, in der ihr die Größe wahrer Demut begreift, und dann werdet ihr sehen, dass, wer Diener zu sein verstand, in Wirklichkeit frei war in seiner Aufgabe, Gutes zu tun und Barmherzigkeit zu verbreiten, und dass ihn in seinem Leben der Glaube, die Zuversicht und der Friede begleitet haben.

    13. Jener dagegen, der sich für einen König und Herrn gehalten hat, ohne Verdienste zu haben, um dies zu sein, ist — auch wenn ihm die Völker zu Füßen liegen — ein Sklave, ein Elender, weil er weder Ruhe, Frieden, Sicherheit noch Glauben hat.

    14. Wenn ihr eine wirkliche Ermutigung im geistigen Kampf haben wollt, dann bereitet euren Nächsten vor, und ihr werdet jedes Mal, wenn ihr einen Trauernden tröstet, einen Kranken heilt oder einen Verirrten rettet, eine tiefe Befriedigung, ein unsagbares Glück fühlen, das unvergleichlich größer ist als die Vergnügungen, die euch die Welt bieten kann. Wenn euer menschliches und kleines Herz einmal diese Art von Freuden erfährt, dann deshalb, weil euer Geist gerungen und sich erhoben hat.

    15. Ich entdecke folgende Frage in eurem Herzen: „Was wird aus uns werden, wenn uns die Wärme dieses Wortes einmal fehlt?“ Der Grund dafür ist, dass euer Geist die Zeit der Schmerzen vorausfühlt, die die Welt von dem Zeitpunkt an heimsuchen wird, an dem meine Kundgebung endet.

    16. Ich sage euch: Wenn ihr meine Unterweisungen befolgt, werdet ihr nichts zu fürchten haben. Denn wer auf meinem Weg geht, den erleuchtet mein Licht und der hat meinen Frieden. Seid besorgt um jene, die vergessen haben, zu beten, um jene, die keine Nächstenliebe in ihrem Herzen fühlen, um jene, die die Geistesgaben, die sie besitzen, nicht kennen. Betet für sie alle.

    17. Lehrt zu beten, macht euren Geschwistern begreiflich, dass es ihr Geist ist, der mit seinem Schöpfer Zwiesprache halten soll, damit sie einsehen, dass ihre Gebete fast immer der Schrei der Körpermaterie sind, der Ausdruck von Angst, der Beweis ihres Mangels an Glauben, ihres Aufbegehrens oder ihres Misstrauens gegen Mich.

    18. Macht euren Geschwistern begreiflich, dass sie ihren Körper nicht kasteien oder verletzen müssen, um meinen Geist zu bewegen, um mein Erbarmen oder meine Barmherzigkeit zu erwecken. Jene, die sich körperliche Leiden und Bußen auferlegen, tun dies, weil sie nicht die geringste Kenntnis davon haben, welches die wohlgefälligsten Opfergaben für Mich sind, noch eine Vorstellung von meiner Liebe und der Barmherzigkeit eures Vaters haben.

    19. Meint ihr, dass es für Mich der Tränen in euren Augen und des Schmerzes in euren Herzen bedarf, um Mich eurer zu erbarmen? Dies würde bedeuten, Mir Härte, Gefühllosigkeit, Gleichgültigkeit, Selbstsucht zuzuschreiben. Könnt ihr euch diese Fehler in dem Gott, den ihr liebt, vorstellen?

    20. Wie wenig habt ihr euch darum bemüht, Mich kennenzulernen! Der Grund dafür ist, dass ihr euren Verstand nicht so geschult habt, dass er im Einklang mit dem Geist denkt.

    21. Ich spreche zu euch viel über das Gebet, weil es nötig ist, dass ihr alle Kräfte und Tugenden entdeckt, die ihm innewohnen. Denn die Zeit ist gekommen, in der euer Geist die große Mission auf der Welt erfüllt, zu der er bestimmt worden ist, und das Gebet ist die wichtigste Waffe für seinen Kampf.

    22. Wer zu beten versteht, ist ein Soldat Gottes, weil seine Vergeistigung ihn unbesiegbar macht. Seine Waffen wirken, ohne dass die Welt es bemerkt. Sein Licht erhellt die Finsternis, seine Macht vereitelt schlechte Absichten, seine Liebe sät den Frieden. Er benötigt keine materiellen Mittel, um seine Mission zu Ende zu führen, er erfüllt und handelt, als ob er bereits im Geist wäre.

    23. Ich habe der Menschheit die notwendige Zeit für ihr geistiges Erwachen gegeben, und diese Zeit geht zu Ende. Sie braucht nur noch einige weitere Schritte auf den Wegen der Welt zu machen, dann wird sie innehalten, um sanftmütig in das Reich der Liebe einzugehen.

    24. Noch immer werdet ihr einen Mächtigen sich auf einen anderen Mächtigen stürzen sehen, um ihn zu vernichten und als Herr der Erde übrigzubleiben. Sie realisieren nicht, dass jene Macht, die sie erstreben, ihnen nicht gewährt werden wird, weil sie die Grenzen der Willensfreiheit überschreiten.

    25. Wenn am Ende des Kampfes einer noch aufrecht steht und den Siegesschrei ausstoßen möchte, wird er sehen, dass sein Reich aus Ruinen und Leichnamen besteht, dass sein Weltreich aus Elend und Tod besteht, und dies wird das Ende der Kriege auf der Welt sein.

    26. Der Mensch wird dann nicht behaupten können, dass er in Mir ein Hindernis für seine Wissenschaft oder einen Feind seines Machtstrebens und seines Verlangens nach Größe fand. Denn Ich ließ ihn bis ans Ende, bis an die Grenze gehen, denn ihr wisst ja, dass alles Menschliche eine Grenze hat.Der Mensch schuf eine Welt nach seinen Vorstellungen, und er selbst zerstörte sie, weil ihre Fundamente nicht fest waren. Wessen wird er Mich beschuldigen können? Doch wenn der Schmerz am größten ist und sein Herz sich angesichts des Resultats seiner Werke entsetzt, dann wird er nach Erbarmen und Vergebung rufen, denn erst in diesem Augenblick wird der Geist den Kerker zerbrechen, in dem er Gefangener war, um im Verlangen nach Jenem auszubrechen, den er vergessen hatte oder wenn er sich einmal an Ihn erinnerte, es nur geschah, um seiner Macht zu misstrauen.

    27. Der Mensch wird meine Gerechtigkeit kennenlernen — nicht Vergeltung, Volk. Denn wenn dieses Gefühl in Mir existieren und Ich es auf die Menschheit entladen würde, so würde Ich sie, statt sie zu reinigen, beflecken. Doch meine Gerechtigkeit hat die Aufgabe, eurem Geist die Reinheit zurückzugeben.

    28. Seht, wie Ich — während die Menschen ihre Vernichtung vorbereiten — alles für ihre Rettung und ihre Auferstehung bereitstelle, auch wenn sie dafür einen Schmelztiegel unermesslicher Leiden durchleben müssen, die notwendig sind, um die Geistwesen in ihrer Reue und ihrem Vorsatz zu stärken, dem Gesetz treu zu bleiben.

    29. Alle wird meine Liebe retten, allen werde Ich die Gelegenheit geben, zu Mir zurückzukehren, und dann werdet ihr wissen, dass Ich der Allmächtige und der endgültige Sieger bin. Doch Ich werde nicht über Besiegte herrschen, noch über Tote, noch über Erniedrigte: Mein Sieg wird echt sein, weil Ich über Sieger regieren werde.

    30. Ihr seid wie ein Garten, auf dessen von Mir gepflegten Rasenflächen Ich kein Unkraut aufkommen ließ. Ich habe zugelassen, dass Büsche wachsen und Knospen sprießen und sich Blütenkelche öffnen, damit der Besucher sich an deren Anblick erfreuen kann, und der Spaziergänger vor der Ungunst der Witterung Schutz findet und im Schatten der Bäume ausruht.

    31. Manchmal wird euer Frieden zum Kampf, zur Beunruhigung oder zur Besorgnis. Dies geschieht, wenn der Sturm die Felder und Gärten peitscht, die Bäume durchrüttelt und die Blüten entblättert. Dann fragt ihr, welchen Sinn jene Prüfungen haben. Doch Ich sage euch, dass der Wirbelsturm die schlechten Früchte und die dürren Blätter von den Bäumen herabfallen lässt und alles aus dem Garten weg weht, was nicht in seinem Schoß existieren soll.

    32. Wenn dieser Garten erblüht und seine Früchte nach meinem Willen trägt, werde Ich seine Tore öffnen und die Bewohner anderer Provinzen einladen, ihn zu betreten, um ihnen die Früchte zu schenken, die ihnen am besten gefallen, damit sie sie in ihre Provinzen tragen können.

    33. Ich segne die Bäume, die, obwohl sie vom Wirbelsturm gepeitscht worden sind, standfest zu bleiben vermochten, und die, obschon ihre Äste für kurze Zeit entlaubt waren, sich bald wieder mit Grün bedeckten.

    34. Als die Prüfung vorüber war, habt ihr verwundert gesehen, dass die faulen Früchte und die dürren Blätter vom Baum abgefallen waren.

    35. Ich gab euch die Kraft, um der Prüfung standzuhalten, und gab euch das Licht, um den Sinn dieser göttlichen Lektionen zu verstehen.

    36. Wenn Ich euch fragen würde, was jene schlechten Früchte sind, die euer Baum manchmal trägt — was würdet ihr Mir sagen? Sofort würdet ihr Mir antworten, dass es eure Geschwister sind, die nicht mit Lauterkeit arbeiten, die sich nicht erneuert haben, die Mir nichts Gutes darbringen. Doch Ich sage euch, dass die schlechten Früchte nicht eure Geschwister sind, dass nicht sie es sind, die der Wirbelsturm aus dem Garten wegbläst. Die schlechten Früchte sind die schlechten Gewohnheiten, die schlechten Gefühle, die Fehler, die sie innerhalb meines Werkes begehen. Und die dürren Blätter sind all jene unnötigen Kulthandlungen, die inmitten meiner Jünger noch üblich sind, wie äußerliche Anbetungsformen, Riten, Symbolhandlungen und Verhaltensweisen, die einer sehr fernen Vergangenheit angehörten, die aber heute bereits wie dürre Blätter ohne Saft sind, die vom Baum des Lebens abgefallen sind.

    37. Wenn meine Lehre einen von euch als schlechte Frucht betrachten würde, unwürdig, am Baum meiner Gerechtigkeit und meiner Liebe zu sein, so wäre sie nicht wahr, weil sie keine Barmherzigkeit gegenüber dem, der gesetzwidrig handelt, zeigen würde, noch würde sie Liebe gegenüber dem Bedürftigen, noch Vollmacht zeigen, ihn zu bekehren.

    38. Ihr wisst, dass Ich niemanden fortjage, noch ein einziges meiner Kinder verleugne, sondern jede Unlauterkeit aus seinem Herzen vertreibe und ihn lehre, alles Böse aus seinem Schoss hinauszuwerfen, das ihn von der wahren Erfüllung meines Gesetzes abhielt.

    39. Wenn Ich die Unvollkommenen abweisen müsste und nur die Guten und Gerechten annehmen dürfte — wahrlich, Ich sage euch, keiner von euch würde von Mir erwählt; denn ihr seid alle unvollkommen und Ich finde in eurer Mitte nicht einen Gerechten.

    40. Die Größe meiner Lehre besteht in der Erlösung der Sünder.

    41. Dankt eurem Vater, denn Er Selbst ist es, der euch seine Lehre erklärt, weil die Menschheit meine Unterweisungen entstellt, indem sie das, was unendlich gerecht ist, so erscheinen lässt, als ob es ungerecht wäre.

    42. Ihr stellt meinen Garten dar. Mein Wort ist es gewesen, das euch gepflegt hat. Aber noch seid ihr nicht erblüht, noch habt ihr Früchte getragen. In Wahrheit sage Ich euch, dass die Blüten eures Gartens sich erst öffnen werden, wenn ihr von Geist zu Geist Zwiesprache haltet, und die Früchte an eurem Baum werden erst reif werden, wenn eure Werke Wahrheit, Liebe, Wissen enthalten, wenn sie Leben, Nahrung und guten Geschmack spenden.

    43. Ein weiteres Mal sage Ich euch, dass diese Dritte Zeit, in der ihr Mich durch das menschliche Verstandesvermögen gehört habt, nur eine Etappe der Vorbereitung oder der Heranbildung gewesen ist — eine Kundgebung meines Wortes, meines Geistes, aber noch immer vermenschlicht und vermaterialisiert. Daher sage Ich euch, dass diese Mitteilungsform nicht das Ziel eurer geistigen Bestrebungen sein kann.

    44. Diese Kundgabe ist die Stufe gewesen, die euch einen weiteren Schritt auf dem Pfad aufwärtssteigen ließ, der euch der vollkommenen Zwiesprache näherbringt.

    45. Ich spreche oft zu euch davon, damit, wenn das Ende des gegenwärtigen Zeitabschnitts kommt, ihr den Schritt in die neue Zeit mit Festigkeit tut. Dann werdet ihr euch davon überzeugen, dass der Stimmträger nicht unbedingt nötig ist, um meine göttliche Inspiration zu empfangen, weil diese auf jeden Geist herabkommen wird.

    46. Durch jenes Licht werdet ihr meine Aufträge erhalten, meine Gegenwart fühlen und meine Stimme vernehmen.

    47. Zu jener Zeit wird der Schüler zu einem Jünger geworden sein, er wird nicht mehr jener sein, der seinen Herrn rief und Ihm sagte: „Vater, komm zu mir, gib mir Deinen Beistand, richte mich auf.“ Dann wird er jener sein, der sich erhebt und sich seinem Vater nähert, um Ihm zu sagen: „Geliebter Meister, mein Vater, hier bin ich, ich bin bereit, Dich zu vernehmen und Deinen göttlichen Willen von Dir zu empfangen.“

    48. Begreift, Volk, dass das, was Ich euch durch diese Stimmträger offenbart habe, nicht alles ist, noch sein kann, was Ich dem Menschen zu offenbaren habe.

    49. Ich habe zwar vieles durch diese Münder kundgetan, aber es ist — obschon umfangreich — nicht meine geheime Schatzkammer, nicht das ganze Buch meiner Weisheit. Ich sage euch noch einmal: Es war die Vorbereitung, die Einführung in die Zeit der Vergeistigung.

    50. Ihr habt damit begonnen, eure Gaben zu entfalten, aber die weitgehendste Entfaltung werdet ihr erst dann haben, wenn dieses Wort aufgehört hat.

    51. Lasst euch vorerst von Mir vorbereiten, damit, wenn ihr die letzte meiner Lehransprachen vernehmt, in meinem Volk ein Fest sei und nicht Trauer, weil es Mich nicht mehr in dieser Form vernimmt.

    52. Durch euren Geist wird die Erinnerung an jene Zeiten ziehen, in denen das Volk die Stimme Jehovas im Gewitterdonner hörte und sein Licht im Aufleuchten der Blitze sah, in der es das Gesetz in Stein gemeißelt empfing, und das Brot des ewigen Lebens im Manna versinnbildlicht war.

    53. Euer Gewissen wird euch an meine Gegenwart auf dieser Welt erinnern, als Ich — Mensch geworden — bei euch lebte, um gesehen, gehört und verstanden werden zu können, um euren schlafenden Geist durch das Wunder meiner Wundertaten wachzurütteln, indem Ich euch Beweise meiner Liebe gebe. Und um Glauben zu finden, gewährte Ich euch alles, worum ihr Mich batet: Vergebungen, Geduld, Wundertaten, Segnungen, Blut und Leben.

    54. Ihr werdet euch an die Zeit erinnern, in der ihr diese Kundgabe durch meine Übermittler oder Stimmträger gehabt habt, indem Ich mein Wort hörbar machte und es der Fassungskraft aller anpasste, um verstanden zu werden.

    55. Dann werdet ihr vor Traurigkeit und vor Freude weinen: Aus Traurigkeit, wenn ihr eure Langsamkeit begreift, mit der ihr auf dem geistigen Pfad gewandert seid, und wegen eurer Hartherzigkeit, die den Vater immer zu eurem Elend und eurer Kleinheit herabsteigen ließ. Euer Weinen wird aus Freude sein, wenn ihr erkennt, dass ihr trotz eurer Langsamkeit bereits an den Toren der Neuen Zeit angekommen seid, in der ihr euren Vater nicht mehr opfern werdet, in der ihr Ihn nicht mehr rufen und unter Tränen anflehen werdet, euch vor dem Abgrund zu retten, weil ihr bereits zu Ihm gehen und mit Ihm sprechen und Ihn mit dem Geist zu hören verstehen werdet.

    56. Weshalb sollte im letzten Augenblick dieser Kundgabe Schmerz vorhanden sein, da dieser Tag den Beginn eines neuen Zeitabschnitts mit größerem Licht und größerer Vollkommenheit kennzeichnet? Ich habe euch gesagt, dass es mein Wille ist, dass dieser Tag ein geistiges Fest in meinem Volk sei.

    57. Wahrlich, Ich sage euch, Ich halte für euch noch größere Unterweisungen bereit als die, die Ich euch bis heute offenbart habe. Wann werdet ihr imstande sein, alles zu ergründen und zu erfassen, was Ich euch im Wort der Stimmträger gelehrt und enthüllt habe? Wann werdet ihr Mir sagen, dass ihr bereits den Kern dieser Unterweisung verstanden habt?

    58. Seid unbesorgt, denn wenn ihr euch wirklich dem Studium und der Ausübung meines Wortes widmet, werdet ihr von Mir bis zum Ende des Weges geführt werden. Erinnert euch daran, dass Ich das Licht bin, das euren Weg erhellt.

    59. Volk, Ich will, dass ihr das gesegnete Erbe erkennt, das ihr seit Anbeginn von der Barmherzigkeit eures Vater empfangen habt. Ihr seid seit damals gekennzeichnet, damit ihr in der Dritten Zeit Zeugnis von meiner Wahrheit gebt. Mein Licht ist euch auf allen Wegen eurer langen Wanderschaft gefolgt.

    60. Ihr wart vorbereitet, damit ihr Mich zum Zeitpunkt des Empfanges dieser Botschaft erkennen könntet und euch nicht der Zweifel von Mir fernhalten würde. Daher seid ihr manchmal erstaunt, wenn ihr darüber nachdenkt, dass ihr euch von vielen Fesseln, die euch banden, frei machen konntet. Ihr könnt den Schritt, den ihr getan habt, nicht bereuen, weil ihr die Klarheit meines Werkes und die Güte meines Wortes erkannt habt. Ihr alle kennt den Weg, dem ihr folgt, und das, was ihr derzeit tut, sehr wohl. Es gibt in meinen Offenbarungen keine Geheimnisse, noch Finsternis in meinem Wort.

    61. Die Klarheit und die Weite meiner Unterweisungen werden bewirken, dass euer Geist nach und nach das offenbart, was der Vater ihm anvertraut hat, und die Gaben entfaltet, die lange Zeit verborgen waren. Ihr wart eingeschlafen, und erkennt es jetzt, da ihr mein Licht erblickt habt. Ich habe euch nicht überrascht, ihr habt euch selbst überrascht. Ich bin kein Geheimnis für meine Kinder gewesen, ihr dagegen verbergt noch viele Geheimnisse. Daher bin Ich euch zu Hilfe gekommen, damit ihr die Wahrheit ganz erkennt.

    62. Dankt eurem Herrn, weil ihr aufs Neue auf dem Weg seid, aber begnügt euch nicht damit. Denkt daran, dass Ich euch den Pfad angeboten habe, damit ihr auf ihm zu Mir kommt. Ihr seid Schüler einer Geistlehre, deren Ziel ihr noch weit entfernt seht. Aber meine Liebe steht euch bei, mein Wort ermutigt euch, und meine Barmherzigkeit stärkt euch, damit ihr nicht den Mut verliert. Denn ihr werdet eure Ernte ernten, sobald ihr zum Gipfel der Vergeistigung gelangt.

    63. Mein Wort erhellt bereits die Erde, es ist genau zur angekündigten Zeit gekommen, und obwohl nur wenige die Zeugen dieser Botschaft sind ‒ wenn ihr sie der Zahl nach mit der Menschheit vergleicht ‒ so wird doch der Tag kommen, an dem mein Wort auf eurer ganzen Welt widerhallen wird.

    Jetzt habt ihr euch damit begnügt, Mich zu vernehmen. Doch wenn meine Kundgebung einmal zu Ende ist, werden unter euch die Jünger in Erscheinung treten, die meine Lehre studieren und über ihre Essenz wachen, die aus den Tiefen dieses Werkes klar und deutlich die Werke der Liebe hervorbringen werden, die die Menschen überzeugen.

    64. Heute sehe Ich noch viele im Irrtum befangen, da sie meiner Lehre Riten und Traditionen beimengen, die nicht zu ihr gehören. Doch nach eurer Erforschung und eurem Studium wird für eure Gottesverehrung und eure Ausübungsformen die Reinigung und die Wahrhaftigkeit Einzug halten, und infolgedessen die geistige Einigkeit des Volkes.

    65. Nun glaubt ihr bereits die Verantwortung zu begreifen, die ihr habt, und glaubt die Größe dieses Werkes zu erfassen. Dennoch sage Ich euch, dass ihr dieses Verständnis erst nach dieser Zeit der Unterweisungen haben werdet, und nachdem ihr das, was ihr gehört habt, meditiert habt.

    66. Alles werdet ihr in meinem Wort finden, an keiner Stelle werdet ihr es unklar oder nicht definiert finden. Aber ihr werdet eine gewisse Zeit der Meditation dieser Botschaft widmen müssen, damit ihr der Menschheit eine Frohe Botschaft strahlenden Lichts, des Friedens und wahren Trostes anbieten könnt. Dies ist die Mission, zu der ihr bestimmt worden seid, oh Volk, Zeuge dieser Offenbarung. Daher habe Ich Rechenschaft von euch verlangt über diese schon vor langer Zeit eingegangenen Verpflichtung gegenüber dem Vater. Wacht, betet und bereitet euch vor, damit ihr mein Wort in seiner ganzen Reinheit übermitteln könnt. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr es so weitergebt, wird es siegen, weil es dann allen Urteilen, Anfeindungen und Nachforschungen standhalten kann. Aber jene, die es bekannt machen, werden es mit ihren Werken bezeugen müssen, damit sie den Urteilen und Prüfungen, denen sie unterworfen werden, standhalten können. Dies werdet ihr erreichen, indem ihr mein Wort ohne Fanatismus oder Geheimnistuerei auf euer Leben anzuwenden vermögt.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 277

    1. Ich habe in euch die Vorhut der Karawane gesehen, die Mir zu allen Zeiten nachfolgt — das kluge Israel, den kämpferischen Geist Judas, der seinem Volk den Weg freikämpft. Ihr kommt, um die letzte Schlacht zu schlagen, und habt Mich vor euch, um eure Schritte zu lenken und euch zum Höhepunkt eures Werkes zu bringen.

    2. Ich habe euch gerade im Augenblick der Prüfung ausgesandt, da die Menschheit die größten Gefahren durchlebt, und Ich sage euch, dass sie noch eine Zeitlang mit ihrem Machtstreben fortfahren wird, um danach in schmerzliche Erschöpfung zu verfallen, bis ihr Gewissen sich vernehmen lässt und ihr sagt, wie viele Wege sie vergeblich gegangen ist und wie sie ihr Dasein vergeudet hat. Es wird in meinem Namen zu ihr sprechen und sie weise lehren, auf dem Weg der Vergeistigung zu Mir zu kommen. Wenn der Geist erwacht und nachdenkt, wird er sich an etwas Sicherem festzuhalten suchen, wird er den kürzesten und sichersten Weg entdecken wollen und zum Ursprung zurückkehren, um dort die Grundlagen, die Tugenden, die wahre Wissenschaft zu finden, und er wird erkennen, dass das erste und letzte Gesetz, das Ich dem Menschen gegeben habe, die Liebe ist, die Quelle aller Vollkommenheit.

    3. Ich will, dass ihr in Erwartung der Erfüllung meines Wortes lebt, dass ihr immer in Kontakt mit Mir und der Geistigen Welt seid, damit ihr euch nicht ferne noch getrennt von Mir fühlt. Ich werde die Vereinigung der Geistwesen verschiedener Welten bewirken, damit sie in ihrer Vereinigung erstarken, um das Werk zu vollbringen, das Ich ihnen aufgetragen habe.

    4. Für seine Verwirklichung verlange Ich nicht von euch, dass ihr eure Persönlichkeit verleugnet, noch dass ihr euch von der Welt abwendet, da ihr ja in ihr lebt. Ich sage euch nur, dass ihr für die Bedürfnisse eures Körpers das unbedingt Notwendige nehmen sollt, damit der Geist sich frei fühlen kann und beim Blick in sein Inneres und seine Umgebung seine große Bestimmung innerhalb meines Werkes begreift.

    5. Ich werde euch das für das menschliche Leben Notwendige geben. Ich werde nicht von euch verlangen, dass ihr eure Pflichten vernachlässigt, vielmehr wird euch mein Wort lehren, ihnen gerecht zu werden, denn selbst die kleinsten von ihnen stellen einen Teil eurer Aufgabe dar. Ihr durchlebt eine Zeit des Kampfes, der Aktivität und Anstrengung, und es ist notwendig, dass ihr euch alle in den Dienst des Geistes stellt, dass ihr alle eure Gaben entfaltet, damit sich in euch die Umwandlung vollzieht, die sich in meinen Jüngern der Zweiten Zeit vollzog, die — wie zu einem einzigen Geist vereinigt — mit Mir eins wurden.

    6. Ihr könntet nicht mit einer unechten oder nur vorgetäuschten Zubereitung zur Menschheit gehen; denn ihr Geist hat sich entwickelt, und die Binde, die ihre Augen bedeckte, ist schon seit langem gefallen. Bringt ihnen Spiritualität, bietet ihnen Frieden an und schafft in eurer Umgebung eine Atmosphäre von Gesundheit und Brüderlichkeit, dann werdet ihr erleben, wie sie euch anhören und eure Worte annehmen, in denen meine Inspiration und meine Essenz liegen werden.

    7. Wenn ihr predigt und Frieden lehrt, so seid selbst friedfertig; wenn ihr von Liebe sprecht, so fühlt sie, bevor ihr sie mit Worten ausdrückt; wenn eure Geschwister euch gleichfalls ihre Früchte anbieten, so weist diese nicht zurück. Prüft alles, was ihr kennenlernt, und haltet euch an das, was es an Zulässigem und Richtigem in ihren Lehren gibt. Ihr werdet jenen begegnen, die — fanatisch geworden in ihrer Religionsausübung — ihr Auffassungsvermögen durch die Vermaterialisierung ihrer Kulthandlungen vermindert haben. Ihr sollt ihnen dann geduldig dabei helfen, ihre Kenntnisse zu erweitern, sollt ihnen die Horizonte aufzeigen, die ihr Geist erreichen kann, wenn sie sich in meine Lehre vertiefen. Ihr sollt zu ihnen über meinen Universellen Geist sprechen, über die Unsterblichkeit des Geistes, über seine fortwährende Entwicklung. Ihr sollt sie das wahre Gebet lehren, die Zwiesprache von Geist zu Geist, und sie von Vorurteilen und Irrtümern freimachen. Dies ist das Werk, das Ich euch anbefehle — ein Werk der Liebe und Geduld.

    8. Wacht alle über euren Geist, der mein Kind ist. Empfangt meine neuen Offenbarungen, und wenn ihr die Essenz der Worte, die Ich euch in den vergangenen Zeiten gab, nicht zu entdecken vermochtet, so kommt herbei, und ihr werdet durch diese Unterweisung alles erkennen und verstehen. Denn Ich erinnere euch und vereinige bei euch alle meine Worte und Taten aller Zeiten, damit ihr ein weiteres Zeugnis eures Vaters habt.

    9. Macht Gebrauch von der Stärke, die Ich euch verliehen habe, damit ihr alle Prüfungen und Versuchungen besiegt. Seid geduldig im Schmerz, damit ihr euer Boot steuern und euch retten könnt.

    10. Ich will, dass eure Gottesverehrung in dieser Dritten Zeit so rein und so vollkommen wird, wie es der Duft ist, der von den Blumen ausströmt.

    11. Wenn die Menschen einmal erreicht haben, in ihrem Geist einen Tempel zu errichten und in ihm die Flamme des Glaubens zu entzünden, dann werden die Entweihungen aufhören, die Kriege werden ein Ende haben, das Tal der Tränen wird allmählich zu einem Land des Friedens werden, und das Himmelreich wird sich jedem Herzen nahen.

    12. Lasst Mich in dieser Weise zu euch sprechen, auch wenn euch alles, was Ich sage, unmöglich erscheint. Ich weiß, was in der Zukunft aus dieser Welt werden wird — jener Zukunft, die bis in die Ewigkeit fortdauert, und die ihr kleinen Geschöpfe nicht begreifen könnt.

    13. Da ihr euch nicht einmal der Gegenwart bewusst seid — wie könnt ihr dann das voraussagen, was geschehen wird, oder an dem zweifeln, was mein Wort prophezeit?

    14. Schon kommen meine Boten zur Welt, die — wenn die Stunde gekommen ist — die dunkle Binde von den Augen der Menschen abnehmen werden, jene Boten, die auf die Welt gekommen sind, um mit ihren Werken wahrer Liebe die Wahrheit zu verteidigen. Doch wer hat sie entdeckt? Wer erahnt in jenen Kindern von heute die Propheten und Apostel von morgen? Und wenn dies mit jenen geschieht, die ihr mit den Augen eurer Körpermaterie sehen könnt — was wird dann erst geschehen, wenn Ich euch sage, dass sich eurer Welt auch meine geistigen Heerscharen des Lichts mit ihrer Botschaft des Friedens und ihrem Warnruf genähert haben? Ihr habt dies nicht einmal vorausgeahnt.

    15. Es ist notwendig, dass dies Volk, dem diese Offenbarungen anvertraut worden sind, sich aufmacht und davon Zeugnis ablegt. Denn dadurch werden die Menschen erwachen und imstande sein, die dieser Zeit eigenen geistigen Zeichen und Manifestationen wahrzunehmen.

    16. Das ist der Grund dafür, dass Ich euch unablässig sage, dass ihr diese Saat behüten sollt, damit ihr und eure Kinder es sind, die dieses Licht zu den Völkern der Erde tragen. Ich erlaube euch — um meine Botschaft zu den verschiedenen Punkten (der Erde) zu tragen — dass ihr euch der Mittel bedient, die ihr für angebracht haltet, wann immer euer Gewissen euch sagt, dass ihr auf dem rechten Weg wandelt.

    17. Doch Ich will euch damit nicht sagen, dass ihr, die ihr Mich in diesem Augenblick vernehmt, die einzigen Beauftragten seid, um diese Mission durchzuführen. Nein — euch wird es zukommen, einen Teil davon zu tun, und die, die nach euch kommen, werden das tun, was ihnen zukommt. Denn das Werk ist riesengroß für mein neues Volk.

    18. Was ihr anstreben müsst, ist, dass dies Werk von Generation zu Generation vorankommt, sich in seiner Geistigkeit und Lauterkeit zum Ausdruck bringt und in seiner ganzen Wahrheit erhalten bleibt.

    19. Ihr erkennt noch nicht die ganze Essenz und den Sinngehalt meiner Lehre. Das ist der Grund dafür, dass ihr sie durch plumpe Kulthandlungen entstellt habt — Kulthandlungen, die keine Geistigkeit enthalten. Doch wenn euer Verstand zugleich mit eurem Geist einmal zur Wahrheit erwacht ist, werdet ihr nicht mehr imstande sein, meinem Werk etwas Unreines beizumengen.

    20. Ihr gebt der Welt das, was ihr im Geist als Aufgabe erhalten habt, bevor ihr zur Erde kamt. Es ist die Botschaft, die euer Geist mitbrachte.

    21. Der Verstand weiß all dies nicht, doch der Geist erinnert sich daran, dass ihm gesagt wurde, dass sich hier auf der Welt alle zusammenfinden würden, um ein Volk zu bilden; alle, die dazu gekennzeichnet waren, das Wort des Herrn bei seiner neuen Kundgebung an die Welt zu vernehmen.

    22. Selig jene, die in ihrem Geist den Auftrag und die Verheißung des Meisters zu bewahren vermochten, denn in ihnen ist das Licht meines Geistes gewesen. Sie erfüllen nun die Aufgabe, die ihnen anvertraut worden ist, und wenn sie einmal den Teil, der ihnen zukommt, beendet haben, werden sie die geistige Beglückung haben, zu sehen, wie nach ihnen neue Arbeiter kommen, um das begonnene Werk fortzusetzen. Bei diesen Nachfolgern werden sie die Befriedigung, die Freude darüber sehen, den Weg gereinigt und geebnet, und die Aussaat auf den Feldern bereits begonnen vorgefunden zu haben.

    23. Wenn ihr, die ihr die Ersten gewesen seid und daher viel zu kämpfen hattet, weil keiner eurer Geschwister euch in dieser Ära den Weg bereitete, dennoch imstande wart, der Welt eine Botschaft zu überbringen, so denkt daran, dass die neuen Generationen — da sie den Weg gut begehbar und die Saat verbreitet antreffen — die Botschaft, deren Überbringer sie sind, mit größerem Licht und mehr Klarheit werden bekanntmachen müssen.

    24. Von den ersten Zeiten an, als die Propheten begannen, das Kommen des Messias anzukündigen, sagten sie, dass alle Nationen in Ihm gesegnet würden, weil Er Mensch werden würde. Doch heute sage Ich euch, dass alle Völker in dieser Dritten Zeit aufs Neue gesegnet werden, weil mein Geist kommen wird, um mit jedem Geist Zwiesprache zu halten.

    25. Gesegnet seien, die ihre Läuterung mittels des Gebets, der Reue und der guten Werke suchen, denn sie sind es, die ihre Flecken wirklich abwaschen, um sich vor Mir rein zu präsentieren. Selig jene, welche die Wahrheit auf diese Weise verstehen, weil sie den Weg finden und die Unwissenheit und die Finsternis vergangener Zeiten hinter sich lassen. So, wie Ich in der Zweiten Zeit kam, um das Blutvergießen und die Opferung unschuldiger Opfer zu beenden, die das Volk vor dem Altar Jehovas darbrachte, und Ich sie lehrte, dem Vater das Opfer des eigenen Lebens darzubringen, so komme Ich heute, um euch von den vielerlei unnützen Kultformen und Riten abzubringen, durch die ihr die wahre Erfüllung meiner Lehre ersetzt.

    26. Wenn ihr meine Unterweisungen vernehmt, seid ihr überrascht, das verstehen und ausführen zu können, was euch früher unmöglich erschien; der Grund dafür ist, dass euer Geist Schritt für Schritt einen Weg zurückgelegt hat, den ihr nicht kanntet. Ein Funken Licht in eurem Verstand hat genügt, um aus eurem Herzen den äußerlichen Kult zu entfernen, der so tief in euch verwurzelt gewesen war.

    27. Auch der Symbolismus verschwindet in dem Maß aus eurem Kult, indem ihr die Wahrheit erkennt, und ihr beginnt, euch an einer reinen, schlichten, geistigen und praktisch-orientierten Anbetungsform zu erfreuen.

    28. Ich habe euch noch nicht alles gesagt, noch alles offenbart, weshalb Ich euch sage, dass ihr euch nicht mit dem zufrieden geben sollt, was ihr erreicht habt, noch euch mit dem Ersten, was ihr empfangen habt, begnügen sollt. In meiner Schatzkammer befindet sich noch vieles, und euer Geist soll dies kennenlernen. Ihr werdet noch viele bedeutende Schritte auf dem Pfad machen müssen. Ich lehre euch eine andere Weise, das Gesetz auszuüben, und eine andere Weise, das Geistige und das Göttliche zu ergründen, das euch mein Wort offenbart hat. Denn Ich will nicht, dass ihr euch vornehmt, Mich nach der Art der Wissenschaftler oder der Theologen zu erforschen. Ihr sollt die verborgene Schatzkammer eures Vaters befragen, indem ihr eure Gedanken mittels des Gebets zu Ihm erhebt. Dann werdet ihr — mit Demut, Respekt und Liebe bekleidet — von Ihm das empfangen, was Er für richtig hält, euch zu offenbaren. Wer so zur Pforte der Weisheit gelangt, wird als ein kleines Kind betrachtet werden, das sich nach Licht sehnt, oder als ein Jünger, der nach Erkenntnissen dürstet. Ich werde ihn meine Gegenwart fühlen lassen, werde ihn liebkosen und ihm alles zeigen, was ihr nach dem Urteil eures Vaters kennenlernen sollt. Ich werde seine Zweifel beseitigen, werde vor seinem Blick den Schleier vieler Geheimnisse wegziehen und ihn mit Licht erfüllen, damit er, wenn er sein Gebet beendet und zu seinem Lebenskampf zurückkehrt, seiner menschlichen Natur das offenbaren kann, was er in der Lehrstunde mit dem Meister lernte.

    29. Jene, die meine Essenz kennenlernen und in das Göttliche eindringen wollten, ohne mit der nötigen Demut und Hochachtung in meine Gegenwart zu gelangen, sind immer in die Irre gegangen und haben nie eine große Unterweisung erlangt, weil die Tür dafür nur für den Demütigen offen ist, aber für den Stolzen immer verschlossen bleibt. Noch immer sind die Menschen kleine Kinder gegenüber dem Leben und noch weit davon entfernt, Jünger zu sein.

    30. Demut des Geistes und des Herzens verlange Ich von euch, damit ihr, die ihr im Verlangen nach Licht auf dem geistigen Weg herbeikommt, all das findet, was ihr wissen möchtet. Die Zubereiteten werden nicht weinen müssen, noch sich nach diesen Zeiten meiner Kundgabe zurücksehnen müssen, wenn diese vorüber sind und wenn die Karawanen von Ausländern ankommen, um euch nach dem zu fragen, was ihr gehört und gesehen habt. Ihr sollt ihnen dann ein getreues Zeugnis all dessen geben, was Ich euch lehrte, und die Erklärung für all das, was sie in Geheimnis gehüllt sehen. Verwundert angesichts der Klarheit eures Verstandes und eures Wortes werden sie euch Kinder des Lichts nennen und euch sagen: „Glücklich seid ihr, weil ihr den Göttlichen Meister vernommen habt, auch wenn es nur durch das Verstandesvermögen des Menschen geschehen ist.“

    31. Ich gebe den Menschen aufs Neue mein Wort, damit sie wissen, dass sie nicht alleine sind, damit sie durch die Stimme ihres Gewissens erwachen und erfahren, dass den Geist nach diesem Leben große göttliche Wunder erwarten.

    32. Von ihnen habe Ich zu den Menschen gesprochen, und dasselbe erfährt der, der zu beten versteht, um mit dem Geistigen in Verbindung zu treten, so wie es auch jener bezeugt, der sich mittels der Wissenschaft in die Geheimnisse der Natur vertieft. Auf diesen beiden Wegen werden sowohl der Verstand als auch der Geist immer mehr entdecken, je mehr sie suchen. Aber wann wird die Zeit kommen, in der der Mensch sich für sein Studium und sein Forschen von der Liebe inspirieren lässt? Erst wenn dies geschieht, wird sein Werk auf der Welt beständig sein. Solange der Beweggrund der Wissenschaft das Machtstreben, der Hochmut, der Materialismus oder Hass ist, werden die Menschen unablässig die Zurechtweisung der entfesselten Naturgewalten erfahren, die ihre Unvernunft bestrafen.

    33. Der Wissenschaftler dieser Zeit zeigt ein völliges Unverständnis in seinen Werken, denn er zerstört Nationen und Völker, schneidet das Leben seiner Geschwister zu Tausenden ab, versklavt Menschen und verwandelt das menschliche Leben in einen Wirbelwind. Er begreift nicht das Böse, das er verursacht, und ist sich des Schweregrad seiner Handlungen nicht bewusst. Deshalb nenne Ich sie unbewusst.

    34. Nur meine Barmherzigkeit konnte dieser Menschheit zu Hilfe eilen, und daher bin Ich gekommen, um das Herz des Menschen zu berühren und seinen Geist zu erwecken, damit er die leise Stimme des Gewissens hören kann, die ihn weise all das Böse erkennen lassen wird, das er verursacht hat, und ihm zugleich die Art und Weise eingibt, Fehler und Übel wiedergutzumachen.

    35. Die Menschen müssen begreifen, dass schließlich alle zu Mir gelangen werden — doch nicht als Menschen, wie sie es gerne hätten, sondern im geistigen Zustand. Nur so werden sie dafür sorgen, dass ihre Werke auf das Wohl aller gerichtet sind, damit dies zum Vorteil für sie selbst gereiche.

    36. Wie viele haben sich im Bösen, im Hochmut, in ihrem eitlen Streben aufgebläht, wie viele haben sich Kronen aufgesetzt, obwohl sie armselig und geistig nackt sind. Wie groß ist der Gegensatz zwischen meiner Wahrheit und dem, was ihr als eure Wahrheit betrachtet!

    37. Ihr weint beim Hören meines Wortes, oh Volk. Wann wird die ganze Menschheit angesichts meiner Offenbarung so weinen? Ich vergebe euch allen ‒ es ist ein Augenblick der Gnade und Ich verströme mein unendliches Licht auf alle Welten und auf alle meine Kinder.

    38. Dies ist das Zeitalter des Lichts, in welchem die Göttliche Weisheit, die das Licht des Heiligen Geistes ist, selbst die innigsten Winkel des Herzens und des Geistes erhellen wird.

    39. Nun wird der Mensch bald wissen, wofür er auf dieser Welt geboren wird, was der Sinn, die Aufgabe und der Zweck dieses Lebens ist, und er wird sich das erklären können, was er „Tod“ genannt hat. Schon bald wird die Menschheit die Theorien und die äußerlichen Anbetungsformen aufgeben, um die Wahrheit zu leben. Dann wird er sein Dasein dem Guten weihen, Mich durch seine Werke verehren, und wenn die Stunde kommt, diese Welt zu verlassen, wird er die Tatsache, die Augen des Körpers für immer zu schließen, nicht „Tod“ nennen, weil er weiß, dass dies der Augenblick ist, in dem der Geist ganz in ein höheres Leben eingeht.

    40. Wenn ihr einmal alle wisst, dass die Loslösung des Geistes beim Verlassen des Körpers der Übergangsschritt ist, der unerlässlich ist, um euch den Heimstätten des Friedens und der Vollkommenheit näher zu bringen, dann wird sich in den Menschen eine wahre Erkenntnis der Wirklichkeit bilden.

    41. Der Schöpfer stellte die Menschen in eine Welt, deren Natur sich unaufhörlich entwickelt, jedoch immer auf die Vollkommenheit hin. 

    Doch die Menschen, die im Schoß dieser Natur leben, entwickeln sich nicht im Einklang mit ihr, weil sie nicht ihre moralische Besserung suchen, nicht die Vervollkommnung ihres Geistes anstreben, was die Essenz und der Grund für ihr Dasein ist.

    42. Die Entwicklung des Menschen, seine Fortschritte, seine Wissenschaft und seine Zivilisation hatten niemals die Erhebung des Geistes zum Ziel, welcher das Höchste und Edelste ist, was es im Menschen gibt. Sein Streben, sein Ehrgeiz, seine Wünsche und Besorgnisse hatten ihr Ziel immer in dieser Welt. Hier haben sie das Wissen gesucht, hier haben sie Schätze angehäuft, hier haben sie sich Vergnügungen, Ehrungen, Belohnungen, Machtstellungen und Auszeichnungen verschafft, hier haben sie ihre Herrlichkeit finden wollen. Darum sage Ich euch: Während die Natur Schritt für Schritt vorangeht, ohne in ihrem Gesetz unaufhörlicher Entwicklung hin zum Subtilen, zur Vollkommenheit stehenzubleiben, ist der Mensch stehengeblieben; und daher seine Schicksalsschläge auf Erden, daher die Prüfungen, Hindernisse und Schläge, denen er auf seinem Lebensweg begegnet. Denn anstatt mit allem, was ihn in seinem Leben umgibt, in Einklang zu sein und versucht, sich durch die Erhebung seines Geistes zum Herrn über alles zu machen, so wie es der Herr von Anfang an befohlen hatte, wollte er durch die niederen Leidenschaften wie die Habgier, den Hochmut und den Hass zum Herrn werden. Doch ohne sich dessen bewusst zu sein, hat er seine Eitelkeiten selbst bestraft, indem er von seinem Platz als Herr und Fürst über alles, was Gott seinem Willen unterstellte, herabstürzte und zu einem Diener, einem Sklaven und sogar zu einem Opfer aller Naturkräfte wurde, die ihn umgeben.

    43. Fasst den Vorsatz, euch erst einmal kennenzulernen, indem ihr im Grund eures Wesens die Essenz sucht, und Ich versichere euch, dass ihr euch erleuchtet fühlen werdet, wenn ihr entdeckt, dass ihr vor allem Geistwesen, Kinder Gottes seid.

    44. Mein Wort öffnet euch die Türen zum geistigen Wissen, damit ihr in eurem Herzen etwas von dem ansammelt, was der Vater in seiner geheimen Schatzkammer für seine Kinder aufbewahrt.

    45. Der Mensch trägt einen Geist in sich, welcher Träger vieler Gaben und göttlicher Herrlichkeiten ist, und es ist das Wort Gottes, seine Lehre, die ihn würdig macht, jene Gnade zu erlangen.

    46. Wie sehr hat sich die Menschheit in ihrem Materialismus herabgewürdigt, wie viele Tränen hat sie aufgrund ihrer Gleichgültigkeit gegenüber dem Hohen, gegenüber dem Reinen und Wahren vergießen müssen!

    47. Der Geist neigt zur Tugend, die Körperhülle neigt zur Sünde, und beide ringen miteinander, ohne in Einklang kommen zu können. Daher habe Ich beide mit meinem Wort die Art und Weise gelehrt, sich in einem einzigen Ideal zu vereinen, indem dem Geist in gerechter Weise das Geistige, und der Welt das Weltliche gegeben wird. Im Fleisch sind die Instinkte, die Leidenschaften und die Neigung zum Materiellen, weil dort sein Ursprung ist. Daher benötigt ihr eine Lehre, die die menschlichen Fasern empfindsam macht, die das Herz veredelt und es erhebt, ohne es von der Erfüllung der Gesetze abzubringen, die den Menschen auf der Erde regieren. Durch diese Lehre wird sich der Geist zum Ewigen erheben können, zu jenem Reich, in dem sein Ursprung ist. Wenn er über das Fleisch und die Welt zu siegen vermag, wird es für ihn danach, wenn er bereits von der menschlichen Körperhülle frei ist, leichter sein, von Stufe zu Stufe aufwärtszusteigen, dem Vater immer näher zu kommen und daher die Welt, die er bewohnte und die ihn versklavt hatte, immer weiter hinter sich zu lassen.

    48. Der Geistfunke, der den Menschen seinem Schöpfer ähnlich macht, wird sich immer mehr der unendlichen Flamme nähern, aus der er entsprang, und jener Funke wird ein leuchtendes Wesen sein — bewusst, vibrierend vor Liebe, voll Wissen und Kraft. Jenes Wesen wird sich des Zustandes der Vollkommenheit erfreuen, in welchem nicht der geringste Schmerz oder die kleinste Not existiert, in welchem die vollkommene und wahre Glückseligkeit herrscht.

    49. Wenn dies nicht das Ziel eures Geistes wäre — wahrlich, Ich sage euch, Ich hätte euch meine Lehre nicht durch so viele Unterweisungen bekannt gemacht, denn dann wäre das Gesetz der Ersten Zeit für euch ausreichend gewesen, um in Frieden auf Erden zu leben. Aber wenn ihr bedenkt, dass Ich unter den Menschen lebte und ihnen eine unendlich bessere Welt jenseits dieses Lebens verhieß, und wenn ihr euch überdies daran erinnert, dass Ich in einer anderen Zeit wiederzukommen versprach, um weiterhin zu euch zu sprechen und alles zu erklären, was ihr nicht verstanden hattet, so werdet ihr zu dem Schluss kommen, dass die geistige Bestimmung des Menschen höher, viel höher ist als alles, was ihr erwarten könnt, und dass die verheißene Glückseligkeit unendlich viel größer ist, als was ihr ahnen oder euch vorstellen könnt.

    Mein Friede sei mit euch!

  • Unterweisung 28

    1. Jünger: Die Zeit nähert sich, in der eure Geschwister zu euch kommen werden mit dem Verlangen, euch zu befragen und die Bezeugung der Offenbarung zu verlangen, die Ich euch in der Dritten Zeit übergebe, um ihren Verstand zu erleuchten. Wenn dies geschieht, so verleugnet Mich nicht, indem ihr euch verbergt! Wenn Ich euch in dieser Etappe meiner Kundgebung mit so viel Liebe unterrichte, dann gerade deshalb, um euch zu lehren, meine Unterweisungen weiterzugeben, wann immer ihr gefragt werdet.

    2. Ich habe erlaubt, dass ihr meine Lehre auszuüben beginnt, mit dem Ziel, eure Geistigen Gaben und Fähigkeiten zu entwickeln, damit, wenn die Zeit der Verkündung meines Wortes unter der Menschheit gekommen ist, eure Lippen nicht stammeln und euer Verstand nicht zu ungeschickt ist, um meine Wahrheit kundzutun.

    3. Eure Aufgabe ist es, dem Vorbild eures Göttlichen Meisters auf seinem Erdenweg nachzuleben. Erinnert euch: Wann immer Ich Mich in den Heimen zeigte, ließ Ich in allen eine Botschaft des Friedens zurück, heilte Ich die Kranken, tröstete Ich die Traurigen mit der göttlichen Vollmacht, welche die Liebe besitzt.

    4. Niemals unterließ Ich es, in ein Haus einzutreten, weil man Mir darin nicht glauben würde. Ich wusste, dass beim Verlassen dieses Ortes die Herzen seiner Bewohner voll überquellender Freude sein würden; denn ohne es zu wissen hatte ihr Geiste durch meine Lehre in das Reich der Himmel geschaut.

    5. Zuweilen suchte Ich die Herzen auf, ein andermal suchten sie Mich; doch in allen Fällen war meine Liebe das Brot des ewigen Lebens, das Ich ihnen in der Essenz meines Wortes gab.

    6. Bei einigen Gelegenheiten, bei denen Ich Mich in die Einsamkeit irgendeines Tals zurückzog, blieb Ich nur für Augenblicke allein, weil die Menschenmengen, begierig Mich zu hören, sich ihrem Meister auf der Suche nach der unendlichen Warmherzigkeit seines Blickes näherten. Ich empfing sie und überströmte jene Männer, Frauen und Kinder mit der Zärtlichkeit meiner unbegrenzten Barmherzigkeit, weil Ich wusste, dass es in jedem Geschöpf einen Geiste gibt, den zu suchen Ich zur Welt gekommen war. Dann sprach Ich zu ihnen vom Reich der Himmel, welches die wahre Heimat des Geistes ist, damit sie ihre innere Unruhe mit meinem Wort besänftigen und sich an der Hoffnung stärken würden, das ewige Leben zu erlangen. Es gab Gelegenheiten, bei denen es verborgen unter der Menge jemanden gab, der die Absicht hatte, meine Wahrheit schreiend zu leugnen und zu versichern, dass Ich ein falscher Prophet sei; aber mein Wort überraschte ihn, bevor er noch Zeit gehabt hatte, seine Lippen zu öffnen. Bei anderen Anlässen ließ Ich zu, dass irgendein Lästerer Mich schmähte, um vor der Menge zu beweisen, dass der Meister angesichts der Beleidigungen nicht unwillig wurde, womit Ich ihnen ein Beispiel von Demut und Liebe gab.

    7. Es gab einige, die, von meiner Sanftmut beschämt, sich sogleich entfernten und bereuten, mit ihren Zweifeln den verletzt zu haben, welcher mit seinen Werken die Wahrheit verkündete. Doch sobald sich die Gelegenheit bot, kamen sie zu Mir, folgten sie Mir auf den Wegen nach, weinend, gerührt von meinem Wort, ohne auch nur zu wagen, Mich anzusprechen, um Mich für die Beleidigungen um Vergebung zu bitten, die sie Mir zuvor zugefügt hatten. Ich rief sie herbei, liebkoste sie mit meinem Worte und gewährte ihnen irgendeine Gnade.

    8. Ganz die gleichen Wege werdet ihr jetzt zurücklegen, oh geliebtes Volk, es sind Pfade, die durch meine Beispiele der Liebe vorbereitet worden sind und welche jetzt euch erwarten, Jünger des Heiligen Geistes, damit ihr mit meinem Wort und eurem Vorbild der Menschheit die Erlösung bringt.

    9. Vergesst nicht, dass die Giftpflanze und das Unkraut nur mit den Werken der Liebe und Barmherzigkeit vernichtet werden, die Ich euch durch Jesus lehrte.

    10. Ihr werdet die Wege voller Steine finden und die Felder mit Brennnesseln bedeckt. Aber euer Geiste, von Elias geführt und im Glauben gestärkt, wird im Verlangen, den Leidenden den Balsam der Liebe zu bringen, mit dem Licht der Wahrheit den Weg derer durchfluten, die in der Finsternis leben. Er wird weder die Dornen des Weges noch den Schmerz fühlen, den der Zweifel und die Verständnislosigkeit ihm verursachen könnten.

    11. Geht auf diesem Weg und je größer die Zahl der Herzen ist, die ihr mit überströmender Liebe beschenkt, desto größer wird eure Intuition sein, und desto tiefer und beständiger eure Glaube an die Werke, die Ich durch eure Vermittlung offenbaren werde.

    12. Wenn euch vor Beginn eurer Mission deren Erfüllung unmöglich oder schwierig erschien, so wird sie euch später immer leichter erscheinen, woran ihr euren Geistigen Fortschritt feststellen könnt.

    13. Dies ist die Zeit, in der Ich alle Geister auf der Erde inkarnierten lassen werde, mit denen Ich mein vielgeliebtes Volk bilden werde, damit sie mit ihren Werken der Liebe und Barmherzigkeit der Menschheit das Zeugnis des wahren Wissens über das Geistige Leben geben.

    14. Ihr, die ihr gekennzeichnet wurdet, um diesen Auftrag zu erfüllen und die ihr das Wissen und die Gewissheit habt, zu meinem Volke zu gehören: Freut euch über diese Offenbarung, doch verzagt nicht angesichts des nahenden Kampfes; denn wahrlich, Ich sage euch, die Soldaten, die für die Wahrheit kämpfen sollen, dürfen keine Furcht von den Gegnern fühlen, welche die Menschheit ihnen entgegenstellt.

    15. Alle, die ihr in eurem Geiste die Sehnsucht nach Vergeistigung, nach Freiheit fühlt, danach, euch auf dem Weg der Liebe, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit zu Mir zu erheben, euch erkläre Ich zu meinem Volk gehörig, und ihr werdet die Soldaten der Wahrheit sein. Doch um dies zu erreichen, müsst ihr wachen und beten und gegen eure Schwächen kämpfen, damit das Zeugnis, das ihr von meiner Lehre gebt, wahrhaftig ist.

    16. Auch sage Ich euch, dass jeder, der das Verlangen hat, zu meinem Volk zu gehören, von ihm aufgenommen und geliebt werden soll, wenn er durch seine Gedanken und Werke bezeugt, dass das Ideal der Liebe das Licht ist, das seinen Lebensweg erhellt.

    17. Damit ihr meine Unterweisung besser versteht, hört mein Gleichnis:

    18. Zwei Wanderer gingen langsamen Schrittes durch eine ausgedehnte Wüste, ihre Füße schmerzten vom heißen Sand. Sie gingen einer fernen Stadt entgegen und nur die Hoffnung, an ihr Ziel zu gelangen, belebte sie auf ihrem schweren Weg, denn das Brot und das Wasser gingen allmählich zur Neige. Der jüngere der beiden begann zu ermatten und bat seinen Gefährten, die Reise allein fortzusetzen, weil ihn die Kräfte verließen.

    19. Der bejahrte Wanderer versuchte dem jungen neuen Mut einzuflößen, indem er ihm sagte, dass sie vielleicht bald eine Oase finden würden, wo sie die verlorenen Kräfte wiedergewännen; aber jener fasste keinen neuen Mut. Der ältere gedachte ihn nicht in jener Einsamkeit zu verlassen, und obwohl er auch ermüdet war, lud er den ermatteten Gefährten auf seinen Rücken und setzte die Wanderung mühsam fort.

    20. Nachdem der Jüngling ausgeruht war und die Mühsal erwog, die er dem verursachte, der ihn auf seinen Schultern trug, löste er sich von seinem Hals, nahm ihn bei der Hand und so setzten sie ihren Weg fort.

    21. Unermesslicher Glaube erfüllte das Herz des greisen Wanderers, der ihm Kräfte gab, seine Müdigkeit zu überwinden. Wie er es geahnt hatte, tauchte am Horizont die Oase auf, unter deren Schatten sie die Kühle einer Quelle erwartete. Schließlich gelangten sie zu ihr und tranken von jenem stärkenden Wasser, bis sie sich sattgetrunken hatten. Sie fielen in erholsamen Schlaf und beim Erwachen fühlten sie, dass die Müdigkeit verschwunden war, auch hatten sie weder Hunger noch Durst; sie fühlten Frieden in ihren Herzen und die Kraft, zu der Stadt zu gelangen, die sie suchten. Sie wollten jenen Ort eigentlich nicht verlassen, doch die Reise musste fortgesetzt werden. Sie füllten ihre Gefäße mit jenem kristallklaren und reinen Wasser und nahmen ihren Weg wieder auf.

    22. Der betagte Wanderer, welcher die Stütze des jungen gewesen war, sagte: Wir wollen von dem Wasser, das wir bei uns tragen, nur mit Maß nehmen; es ist möglich, dass wir unterwegs einige Pilger antreffen, die, von Erschöpfung überwältigt, am Verdursten oder krank sind, und es wird nötig sein, ihnen das anzubieten, das wir bei uns tragen. Der junge Mann widersprach und sagte, dass es nicht besonnen wäre, von dem zu geben, was vielleicht nicht einmal für sie ausreichen würde; dass sie es in so einem Fall zu dem Preis verkaufen könnten, den sie wollten, da es sie so große Anstrengung gekostet hatte, jenes kostbare Element zu erlangen.

    23. Der Alte war mit dieser Antwort nicht zufrieden und erwiderte ihm, dass, wenn sie Frieden in ihrem Geiste haben wollten, sie das Wasser mit den Bedürftigen teilen müssten.

    24. Verdrossen sagte der junge Mann, dass er es vorzöge, das Wasser seines Gefäßes allein zu verbrauchen, bevor er es mit jemandem teilte, den man unterwegs treffen würde.

    25. Wiederum ging die Ahnung des Greises in Erfüllung, denn vor sich sahen sie eine aus Männern, Frauen und Kindern bestehende Karawane, welche verirrt in der Wüste dem Untergang nahe war. Der gute Alte näherte sich eilig jenen Leuten, denen er zu trinken gab. Die Ermatteten fühlten sich sogleich gestärkt, die Kranken öffneten ihre Augen, um jenem Reisenden zu danken, und die Kinder hörten auf, vor Durst zu weinen. Die Karawane erhob sich und setzte ihre Reise fort.

    26. Friede war im Herzen des edelmütigen Wanderers, währen der andere, als er sein Gefäß leer sah, besorgt zu dem Gefährten sagte, dass sie umkehren und die Quelle aufsuchen sollten, um das Wasser wieder zu ersetzen, das sie verbraucht hatten.

    27. Wir dürfen nicht zurückgehen, sagte der gute Wandersmann, wenn wir Glauben haben, werden wir weiter vorne auf eine neue Oasen stoßen. Doch der Jüngling zweifelte, hatte Furcht und zog es vor, auf der Stelle von seinem Gefährten Abschied zu nehmen, um auf der Suche nach der Quelle zurückzugehen. Sie, die Kampfgefährten gewesen waren, trennten sich. Während der eine weiterging auf dem Pfad, vom Glauben an sein Ziel erfüllt, lief der andere beim Gedanken, er könnte in der Wüste sterben, mit der Zwangsvorstellung des Todes in seinem Herzen der Quelle zu. Schließlich kam er keuchend und erschöpft an. Aber zufrieden trank er sich satt, vergaß den Gefährten, den er allein gehen ließ, und ebenso auch die Stadt, auf die er verzichtet hatte, und beschloss, fortan in der Wüste zu leben.

    28. Es dauerte nicht lange, da zog in der Nähe eine Karawane vorbei, die aus ermatteten und durstigen Männern und Frauen bestand. Sie kamen begierig näher, um von den Wassern jener Quelle zu trinken. Doch plötzlich sahen sie einen Mann auftauchen, der ihnen zu trinken und zu rasten verbot, wenn sie ihm jene Wohltaten nicht bezahlten. Es war der junge Wanderer, der sich der Oase bemächtigt und sich zum Herrn der Wüste gemacht hatte.

    29. Jene Menschen hörten ihn traurig an, denn sie waren arm und konnten jenen kostbaren Schatz nicht kaufen, der ihren Durst stillen würde. Schließlich trennten sie sich von dem wenigen, das sie bei sich trugen, kauften ein wenig Wasser, um den verzweifelten Durst zu lindern, und setzten ihren Weg fort.

    30. Bald wandelte sich jener Mensch vom Herrn zum König, denn nicht immer waren es Arme, die dort durchzogen; es gab auch Mächtige, die ein Vermögen für ein Glas Wasser geben konnten.

    31. Dieser Mann erinnerte sich nicht mehr an die Stadt jenseits der Wüste, und noch weniger an den geschwisterlichen Gefährten, der ihn auf seinen Schultern getragen und ihn davor bewahrt hatte, in jener Einöde umzukommen.

    32. Eines Tages sah er eine Karawane kommen, die sicher der großen Stadt zustrebte; doch mit Staunen beobachtete er, dass jene Männer, Frauen und Kinder voll Kraft und Freude daher schritten und dabei ein Loblied anstimmten. Der Mann verstand nicht, was er erblickte, und seine Überraschung wurde noch größer, als er sah, dass an der Spitze der Karawane jener marschierte, welcher sein Reisegefährte gewesen war.

    33. Die Karawane hielt vor der Oase an, während die beiden Männer einander gegenüberstanden und sich erstaunt betrachteten. Endlich fragte der, welcher in der Oase wohnte, den, der sein Gefährte gewesen war: Sage Mir, wie ist es möglich, dass es Menschen gibt, die diese Wüste durchqueren, ohne Durst zu fühlen oder Müdigkeit zu verspüren? Er tat dies, weil er in seinem Innern daran dachte, was von dem Tag an aus ihm würde, an dem niemand mehr herbeikommen würde, um ihn um Wasser oder Herberge zu bitten.

    34. Der gute Wanderer sagte zu seinem Gefährten: Ich gelangte zu der Großen Stadt, doch nicht allein; unterwegs traf Ich Kranke, Durstende, Verirrte, Erschöpfte, und ihnen allen gab Ich neuen Mut mit dem Glauben, der Mich belebt, und so gelangten wir von Oase zu Oase eines Tages vor die Tore der Großen Stadt. Dort wurde Ich vor den Herrn jenes Reiches gerufen, welcher Mir, als er sah, dass Ich die Wüste kannte und Mitleid mit den Reisenden hatte, den Auftrag gab, zurückzukehren, um Führer und Berater der Reisenden bei der leidvollen Durchquerung zu sein; und hier siehst du Mich, wie Ich gerade eine weitere Karawane führe, die Ich zur Großen Stadt bringen muss. Und du? Was machst du hier? Fragte er den, der in der Oase geblieben war. Dieser schwieg beschämt. Da sagte der gute Reisende zu ihm: Ich weiß, dass du dir diese Oase angeeignet hast, dass du ihr Wasser verkaufst und für den Schatten Geld verlangst. Diese Güter gehören nicht dir; sie wurden durch eine göttliche Macht in die Wüste gelegt, damit derjenige von ihnen Gebrauch mache, welcher sie benötigen würde. Siehst du diese Menschenscharen? Sie bedürfen keiner Oase, weil sie weder Durst fühlen noch müde werden. Es genügt, dass Ich ihnen die Botschaft weitergebe, die ihnen durch meine Vermittlung der Herr der Großen Stadt sendet, und schon machen sie sich auf und finden bei jedem Schritt neue Kräfte dank dem hohen Ziel, das sie haben: Jenes Reich zu erreichen.

    35. Überlasse die Quellen den Dürstenden, damit sie in ihr Erholung finden, und jene ihren Durst löschen, welche die Härten der Wüste erleiden. Dein Stolz und Egoismus hat dich verblendet; doch was hat es dich genützt, Herr dieser kleinen Oase zu sein, wenn du in dieser Einöde lebst und du dich der Möglichkeit beraubt hast, die Größe Stadt kennenzulernen, die wir gemeinsam suchten? Hast du bereits jenes hohe Ziel vergessen, das wir gemeinsam hatten?

    36. Als jener Mann den schweigend angehört hatte, der ein treuer und selbstloser Gefährte gewesen war, brach er in Tränen aus, weil er Reue fühlte wegen seiner Verirrungen. Er riss sich die falschen Festkleider vom Leib und suchte den Ausgangspunkt, welcher dort war, wo die Wüste begann, um dem Weg zu folgen, der ihn zu der Großen Stadt bringen würde. Doch nun ging er seinen Weg von einem neuen Licht erleuchtet, dem des Glaubens und der Liebe zu seinen Mitmenschen.

    (Ende des Gleichnisses)

    37. Ich bin der Herr der Großen Stadt und Elias der Greis meines Gleichnisses. Er ist „die Stimme dessen, der in der Wüste ruft“, er ist der, der sich von neuem unter euch kundgibt in Erfüllung der Offenbarung, die Ich euch in der Verklärung auf dem Berg Tabor gab.

    38. Er ist, der euch in der Dritten Zeit zu der Großen Stadt führt, wo Ich euch erwarte, um euch den ewigen Lohn meiner Liebe zu geben.

    39. Folgt Elias, oh geliebtes Volk, und alles wird sich ändern in eurem Leben, in eurer Gottesverehrung und euren Idealen; alles wird verwandelt werden.

    40. Habt ihr geglaubt, dass euer unvollkommener Kult ewig bestehen würde? Nein, meine Jünger; morgen, wenn euer Geiste am Horizont die Große Stadt erblickt, wird er wie sein Herr sagen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“.

    Mein Friede sei mit euch!